Monatsarchive: Juli 2017

Fliegen für Anfänger

Yacht Stickl Foiling Camp Segeln 2017_IDS_2861: <p>
	Die drei Testboote Waszp, iFly 15 und White Formula Whisper (v. l.)</p>

Waszp, Whisper und iFly 15 sind Sportgeräte, die das Folien für jedermann erlauben, was bisher nur echten Könnern vorbehalten war. Der Test im PDF-Download

Mit Türkischem Honig zum Sieg: Durchbruch für „Provezza“

52 Super Series 2017

Ergin Imres „Provezza“ hat erstmals in fünf Jahren eine Regatta der 52 Super Series gewonnen. Harm Müller-Spreers „Platoon“ verpasste das Podium knapp

Auf Nessies Spuren und einer der 7 schönsten Orte Europas

Wie schon der Göta Kanal scheint der Caledonian Canal einen also zu entschleunigen. Bisher zwar nur aus Zwang, aber mal sehen was die Tage noch so bringen denke ich mir. Vorfreude ist ja schließlich auch die schönste Freude, also wird Loch Ness eben erst morgen erkundet. Erstmal lerne ic abends im Hafen Herrmann kennen. Ein weiterer Deutscher Einhandselger hier oben. Im Gegensatz zur Ostsee sind wir hier oben echt eine Seltenheit. Einige Holländer gibt es, einige Norweger und Schweden, aber Deutsche habe ich bisher echt selten hier gesehen. Vielleicht ändert sich das ja je weiter ich nach Süden komme…

Gleich nach Öffnung der Schleusen morgens um 8 geht es dann in Dochgarroch los. Nach den vergangengen Starkwindtagen liegt das Loch Ness heute ganz ruhig und friedlich vor uns. Auch das Leben am ist noch nicht so richtig aufgewacht. Trotzdem gibt es massig zu entdecken. Ankerplätze die mit antiken Wracks gesäumt sind, Herrenhäuser, Seehunde und kleine Dörfer. Das alles vor der unglaublich imposanten Kulisse der bis zu 350m hohen Berge. Einfach ein herrlicher Morgen. Passend zu dieser Kulisse komme ich dann noch auf die merkwürdige Idee das Ganze mit Dudelsackmusik von Spotify zu untermalen. Das Bild hättet ihr an Bord echt sehen müssen…

Irgendwann kommt das ehemals mächtige Urquhart Castle in Sicht. Ein mittelalterliches Schloss und DIE Attraktion in Loch Ness. Von Nessie natürlich mal abgesehen. Der Steg direkt davor ist leider für die Ausflugsschiffe reserviert, doch daneben steigt der Grund offenbar steil an. Perfekt um vor Heckanker zu gehen. Dafür gibts dann gleich bewundernde Blicke vom Aufseher, das Konzept hat er nämlich noch nicht gesehen, ist aber völlig einverstanden damit. Die Erkundung des Schlosses kann also losgehen. Und zwar schnell, denn in Invergordon liegen laut seiner Aussage die Disney Magic, Mein Schiff (in unnachahmlicher schottischer Aussprache „MiinSkiff“), und Aida. Wenn die hier aufschlagen wird man das Ganze eher nicht mehr genießen können. Schon Sultan Saladin im 11. Jhd. hatte mit uns Seglern nämlich eins gemeinsam: Die Angst vor aufschlagenden Kreuzfahrern. ;-)

Ich gehöre ja generell nicht zu den Geschichtsvergessenen, aber hier gibt es tatsächlich mehr als nur alte Steine zu entdecken. Das Urquhart Castle ist mutmaßlich bereits seit etwa 500 n.Chr. besiedelt und wurde bis zu seiner Zerstörung 1745 immer wieder modernisiert und ausgebaut. So erfährt man hier auch einen schnellen Überblick über die schottische Geschichte.Wie einige kleine Puzzlestücke. Und mit jeder besuchten Attraktion fügt sich das Bild der schottischen Geschichte ein wenig mehr zusammen. Und mittlerweile bin ich der Meinung dass diese mehr zu bieten als Whisky und Kneipenmusik hat, sondern vielleicht wirklich eine der vielseitigsten und interessantesten in Europa ist. Und auch warum die Schotten der Meinung sind eine eigene Identität zu haben und vielleicht unabhängig von England sein sollten ist vielleicht nicht ganz von der Hand zu weisen…

Selbst wenn man nun gar nichts mit Geschichte zu tun hat lohnt sich der AUfstieg in die alten Gemäuer. Der Ausblick aus dem markanten Grant Tower über die Highlands, den Great Glen (das große Tal, und das Loch Ness ist nämlich wirklich einmalig. Klar, ursprünglich war dieser ja auch mal zur Überwachung gebaut worden…

Leider mache ich auf der Spitze auch eine unnangenehme Entdeckung. Der zuvor tagelange Westwind hat gedreht. Und nun kommt er Nonsuch vor Heckanker genau von hinten entgegen. Also Schluss mit Entdeckerspielen und im Schweinsgalopp zurück zum Schiff. Macht nix, mittlerweile ist es auch wirklich ziemlich voll geworden.

Nach dem Anker aufholen kommt mir aber die positive Seite des Winddrehers in den Kopf: Für den Rest des Weges kommt der Wind nun genau von hinten! Welche Wohltat nach den Motorstunden der vergangenen Tage! Parasail-Time! Schnell ist alles an Bord vorbereitet und Nonsuchs neues rotes Kleid kommt wieder zum Einsatz. Viel besser könnte es doch kaum laufen. 10kn Wind platt vorm Laken, Das Boot läuft mit dem stabil stehenden Parasail, dem durch seinen Flügel auch kleine Böen oder Windlöcher nichts ausmachen, gut an die 6 Knoten. Hätte ich ja mit meinem alten Gennaker mit meinem dicken alten Mädchen vorm Wind nicht für möglich gehalten. Obwohl noch 20SM Loch Ness vor mir liegen vergeht der Rest des Tages wie im Flug. Der über 200m Tiefe See mit seinem torfgeschwärzten Wasser rast nur so unter mir vorbei. Viel schneller als erwartet kommt das kleine Schleusendörfchen Fort Augustus an seinem südwestlichen Ende in Sicht. Schluss vor heute. Nessie ist mit übrigens nicht über den Weg geschwommen. Schon in Eyemouth hatte mir der Hafenmeister aber die wahrscheinlichste Theorie für die Sichtungen verraten. Und die teile ich jetzt mit euch. Achtung, wer in seinem Glauben an Seemonster gelassen werden möchte, schnell unter dem nächsten Bild weiterlesen ;-) Nessie sind in Wirklichkeit Kegelrobben. Die scheint es nämlich auch in Loch Ness zu geben, und sie haben die Angewohnheit manchmal in einer Reihe hintereinander herzuschwimmen. Nur das Leittier guckt aus dem Wasser um die Lage zu checken. Die anderen zeigen nur ihre Rücken. So entsteht der Eindruck ein riesiges Seemonster mit vielen Windungen schwimmt dort durchs Wasser. Macht Sinn für mich, und Kegelrobben habe ich tatsächlich gesehen… Vielleicht also auch DIE eine??!

Ich mache fest und gehe mit Herrmann erst mal in den Pub zum Dinner. Fort Augustus hat keine richtige „High Street“. Das Dorfzentrum reiht sich viel eher auf beiden Seiten der 5er Schleusentreppe entlang. Ganz süß, aber auch wirklich klein, den fast schon hinter der ersten Häuserzeile ist Schluss mit dem Dorfkern. Immerhin wohnen auch nur wenige Hundert Menschen hier. Auch das alte Kloster ist leider nicht zu besichtigen, ist dort heute doch ein exclusives Hotel untergebracht. Trotzdem ist der kleine Ort völlig überfüllt. Vor allem mit chinesischen Touristen.Auf Nachfrage erfahre ich, dass sich diese auf einer Europareise zu den 7 schönsten Orten in 7 Tagen befinden. Und da müsste ein Besuch in Fort Augustus ja wohl dabei sein! Also sind wir hier wohl in einem der schönsten Orte Europas gelandet zu sein. Hinter einer Häuserecke dann ein neues Tageshighlight: Da übt in seinem Vorgarten doch tatsächlich jemand Dudelsack. Und kein älterer Herr auf Brauchtumssafari, sondern ein junger Typ in meinem Alter! Die Schotten leben ihre Kultur tatsächlich nicht nur für die Touristen… Ein Hinweis übrigens an dieser Stelle mal: Obwohl Fort Augustus einer der Hauptanlaufplätze auf der Kanalstrecke ist, gibt es selbst hier keinen Strom und keine Wasserschläuche. Kein Drama, aber das sollte man vor einer Schottlandreise schon eingeplant haben um keine unschönen Überraschungen zu erleben…

Leider wird der schöne Eindruck am nächsten Morgen etwas getrübt, als das Schleusenpersonal wieder ziemlich patzig und lustlos agiert. Alles geht irgendwie nur dreimaligem Nachfragen und Verweis auf Absprachen mit dem Office. So schade bei den traumhaften Landschaftseindrücken der Gegend… Selbst das Überlegen der Leinen  auf die Poller von uns beiden Einhandseglern ist eine absolute Zumutung für die Jungs. Und das obwohl sie zeitweise zu viert um die Schleuse rumstehen. Hoffentlich wird das bald etwas besser…

Im fünften Stock angekommen halte ich auch nur für ein kleines Mittagspause am oberen Steg und dann gehts weiter. Noch ohne zu wissen, dass nun das schönste Stück Kanal vor mir liegen würde. Die Landschaft wird lieblicher und bewaldetet. Am linken Ufer scheucht doch tatsächlich ein Golfer eine Schafherde mit wilden Schwüngen seines Schlägers davon. Schottland wie es leibt und lebt. Die nächste Schleuse, Kytra, ist dann auf einmal so ganz anders als alle anderen bisher. Die Schleusenwärterin ist eine nette ältere Dame, alles ist mit Blüchen bepflanzt und das alte Büro sieht aus wie aus Disneyland. Endlich kam so richtig entspannte Urlaubsstimmung auf, und der schönste Teil des Caledonian Canal sollte vor mir liegen…

Mit Boot und Trailer sicher am Urlaubsort ankommen – Tipps der ADAC Sportschifffahrt

Beim Fahren mit einem Bootsanhänger gibt es eine Reihe von Bestimmungen und Besonderheiten, die der ADAC zu allen wichtigen europäischen Reiseländern im ADAC Marinaportal kompakt zusammengefasst hat.

Nachzulesen sind diese in der Broschüre „Mit dem Bootsanhänger durch Europa“ , die für ADAC Mitglieder in gedruckte Version  in den ADAC Geschäftsstellen verfügbar sind oder auf Anfrage unter sportschifffahrt@adac.de.

Sportboote auf Trailern sind so zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlichen Ausweichbewegungen nicht verrutschen, umfallen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Zur sicheren Verladung von Sportbooten hat die Polizei Baden-Württemberg eine Broschüre zusammengestellt.

Die richtige Beladung von Anhängern ist entscheidend für das sichere Fahren mit einem Gespann. Ist der Anhänger falsch beladen, gerät das Gespann ins Schlingern und kann außer Kontrolle geraten.

Das ADAC Schlingermodell veranschaulicht Gefahren falscher Beladung deutlich und zeigt, wie Anhänger richtig zu beladen sind.


Sie möchten das „Schlingermodell“ live erleben?

Dann besuchen Sie uns am Caravan Salon 2017 in Düsseldorf  (26. August bis 3. September 2017) am Stand des ADAC A20 in Halle 9.

Anders als in Deutschland, gelten in den Niederlanden, in der Schweiz und in Österreich besondere Vorschriften, einen Anhänger zu sichern. An diese Vorgaben müssen sich auch deutsche Fahrer mit Gespann halten, wenn sie im Ausland unterwegs sind. Zuwiderhandlungen können hohe Geldbußen zur Folge haben.
Hier finden Sie die detaillierten Vorschriften zum Sicherungsseil beim Anhänger .

Die aktuellen Länder- und Revierinformationen der ADAC Sportschifffahrt sowie weiterführende Sachinformationen  finden Sie in Ergänzung zum Marinaportal auch auf der der Internetseite der ADAC Sportschifffahrt.

Neuer Zeitplan für Ankunft der „Peking“

Peking: <p>
	Die &quot;Peking&quot; beim Einschwimmen in das Dockschiff &quot;Combi Dock III&quot;</p>

Seit neun Tagen reist der Viermaster im Bauch eines Dockschiffs über den Atlantik von New York an die Elbe – schweres Wetter sorgt für eine verspätete Ankunft

Nachwuchs für die Hohe See

BesBoot Wappen von Bremen segeln 2016 Bremerhaven BSc_0825

Auf einer offenen Langstreckenregatta, die am 30. September von drei norddeutschen Clubs vor Kiel gestartet wird, kämpfen junge Crews um den „Commodore Cup“

Moth Worlds: Extreme-Sailing bei Starkwind am Gardasee – Qualifikation abgeschlossen

Moth Worlds

Bei der Moth WM ist die Qualifikation abgeschlossen. Bei starkem Wind ging besonders der America’s Cup-Sieger Peter Burling häufiger baden. Paul Goodison gibt sich keine Blöße. Weiterlesen

Revier-Infos für Französisch-Polynesien: Marquesas, Tuamotus und Gesellschaftsinseln

Marquesas

Am 28. Juli 1595 erreichten die Spanier Álvaro und Isabel de Mendaña als erste Europäer die Marquesas – eine Inselgruppe, die zu Französisch-Polynesien gehört. Die beiden Entdecker ritzten ein großes Kreuz in den Stamm einer Palme und nahmen im Namen des spanischen Königs die Inselgruppe in Besitz. „Auf Wunsch und mit der Einwilligung der Eingeborenen“, wie in einer Akte vermerkt wurde. Den „Eingeborenen“ war das allerdings ziemlich egal, schließlich fuhren die Spanier gleichentags weiter. Bis zu James Cooks Erscheinen im Jahre 1774 war man erst einmal wieder unter sich. 🙂

Ankernde Yachten vor der Insel Nuku Hiva im Norden der Marquesas.

Mehr als 400 Jahre später, am 28. April 2015, lassen auch wir hier den Anker unserer SY TUVALU fallen. Genauer gesagt vor der Insel Fatu Hiva. Sie ist für uns der Ausgangspunkt einer dreimonatigen Erkundung des Archipels entlang der Inseln: Fatu Hiva, Tahuata, Hiva Ua, Ua Huku, Nuku Hiva und Ua Pou. Wir machen keinen Hehl daraus, dass wir von diesem Fleck Erde begeistert sind. Uns faszinieren die spektakuläre Landschaft mit ihren hohen, grün bewachsen Bergen und die wunderschönen Ankerplätze gepaart mit tollen Begegnungen und Einblicken in die einzigartige Kultur der Marquesianer.

Polynesier führen auf Ua Pou (Marquesas) einen traditionellen Tanz vor.

Tuamotus

Die Begeisterung setzt sich fort, als wir weitere sechs Wochen lang die 400 Seemeilen weiter südwestlich gelegenen Tuamotus erkunden. Anders als die Marquesas bestehen sie aus Ringatollen mit einer Lagune im Inneren, in die man in der Regel durch einen Pass gelangt. Die Inseln sind so flach, dass sie erst sehr spät am Horizont auszumachen sind. Der höchste Punkt ist hier die höchste Palme vor Ort. Besucht haben wir: Raroia, Makemo, Tahanea, Fakarava, Kauehi und Toau.

Tuamotu-Atoll Kauehi – Südsee-Idylle mit Perlenfarm.

Gesellschaftsinseln

Den Abschluss unserer Reise durch Französisch-Polynesien bildeten schließlich die Gesellschaftsinseln. Ein geologischer Mix aus den Marquesas und den Tuamotus: außen ein Ringriff und in der Mitte der Lagune ein hoher Vulkankegel. Hierzu gehören Inseln mit so klangvollen Namen wie Bora Bora, Moorea, Raiatea, Maupiti oder Tahiti, die Südsee-Sehnsüchte wecken.

TAVALU – die Yacht des Autors in der Südsee

Handfeste Revier-Infos

Während unserer Zeit in Französich-Polynesien haben wir festgestellt, dass handfeste Revier-Infos für diesen Teil des Pazifiks schwer zu bekommen sind. Daher haben wir uns die Mühe gemacht und einen eigenen kleinen Törnführer zu jedem der drei Reviere geschrieben. Er enthält Infos zu Ankerplätzen, Routen und lokalen Begebenheiten. Allerdings erheben wir dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr sind das unsere ganz persönlichen Erfahrungen entlang unserer ganz persönlichen Route. Aber wir möchten euch gerne daran teilhaben lassen.

Lagune von Maupiti (Gesellschaftsinseln): Wer möchte hier nicht hinsegeln?

Revier-Info Marquesas

11 Seiten

Revier-Info Tuamotus

6 Seiten

Revier-Info Gesellschaftsinseln

14 Seiten

Weitere Fotos und Informationen zu unserer Reise mit der TUVALU gibt es auf unserem Blog.

Der Beitrag Revier-Infos für Französisch-Polynesien: Marquesas, Tuamotus und Gesellschaftsinseln erschien zuerst auf Blauwasser.de.

Knarrblog: Schnappatmung bei der Bundesliga – Rasmus, das alte Rübenschwein

Das war wirklich ein Anfängerfehler. Weiß doch jeder, dass man vor einem wichtigen Wettkampf aus neuen Sachen erstmal das Pech raussegeln muss. Aber nein, der große Skipper wollte das Schicksal betuppen. Weiterlesen

Mit dem Auto quer durch Kroatien. Oder: Warum Europa wirklich reich ist.

„Chi viaggia per mare, cerca costantemente una casa.“ 
Wer übers Meer reist, sucht ständig nach einem Zuhause. 

Für eine Zeitschriftenreportage habe ich einen etwas abenteuerlichen Auftrag angenommen: Innerhalb einer Woche reise ich – diesmal mit dem KFZ – einmal die kroatische Küsten entlang – vom äußersten Süden, wo Montenegro liegt, bis in den äußersten Norden, fast nach Italien. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen: LEVJE ließ ich in Korcula in der Bucht von Djanni, des alten Kapitäns, und seiner Frau Stanka zurück. Holte meinen Leihwagen in Dubrovnik. Und los gings Richtung Norden, um über kroatische Häfen zu schreiben.

Für die meisten Menschen ist das vermutlich ein Gräuel. Um fünf in einem fremden Bett aufwachen. Um sechs aufstehen. Um sieben im Wagen zu sitzen. Damit man um acht in irgendeinem kroatischen Hafen weiter nördlich steht, um darüber zu berichten. Reisen durch ein Land, das einem fremd bleibt, wie jedes Land, jeder Mensch, je mehr man es zu kennen meint. Reisen entlang Inseln, die mir vertraut sind und die ich doch von dieser Seite, dem Festland, so noch nie sah. Reisen und Begegnungen mit Menschen, die mich jeden Tag aufs Neue verblüffen.

Am meisten bei dieser Reise bereitet mir Vergnügen, dass ich meist Abends gegen sieben noch nicht weiß, wo ich übernachten werde. Es ist eine Art Spiel, doch ich liebe es. Am ersten Abend nach meinem Aufbruch brauchte ich knapp 15 Telefonate, bis ich endlich ein Zimmer gefunden hatte. Und das in einem Land, an einer Küste, in dem jedes zweite Haus mit dem Schild „APARTMAN“, Apartments, geschmückt ist. Kroatien ist voll. Kroatien brummt. Was den Tourismus in diesem Sommer angeht, jedenfalls. Es legt – dank Recep Tayyip Erdogan und anderen Irrlichtern – jedes Jahr 25% Steigerung im Tourismus hin.

15 Telefonate. Ich dachte: Schlimmer könne es nicht kommen. Am zweiten Abend bräuchte ich dreißig Telefonate, doch als die Sonne unterging und es dunkelte, hatte ich immer noch kein Zimmer. Alles voll. Ich war irgendwie in einem kleinen Dorf am Meer gelandet. Nichts ging mehr. Ich dachte an eine Parkbank. Alles. Nur nicht im Auto. Aber dann gab mir jemand den Tipp: „Gehe ins Restaurant. Frage nach Marija. Die weiß immer was“. Marija hatte das strahlendste Lächeln. Sie wusste aber auch nichts. Aber zwei Männer an der Theke begannen zu telefonieren. Um ein Zimmer für mich zu finden. 10 Minuten. Nichts. Zwanzig Minuten. Nichts. Draußen, über der Bucht, war es dunkel. Aber ich fühlte, ich war angekommen.

Drei Minuten später stand Bosa in der Tür. Frau eines Fischers. Die ihr Haus und ihren Garten über alles liebt. Bosa hatte ein Apartman für mich. Und eine Überraschung. Nämlich die, dass der jüngste ihrer drei Kinder wie so viele kroatische Jugendliche sein Glück im Ausland sucht. In Murnau, keine 15 Kilometer von meinem Zuhause in Iffeldorf entfernt. Ich schlief tief und fest, während ringsum Gewitter grummelten.

Vielleicht sollte ich auch von Duilo erzählen, bei dem ich am nächsten Abend landete, nach wieder 30 Telefonaten, ich führte sie mittlerweile gleichmütig. Weil ich wusste: irgendwann würde ich schon mein Dach finden. Für diesen Abend hatte ich mir nach gefühlten 10 Häfen am Meer eingebildet, wieder im Süßwasser der Krka zu schwimmen. Aber 29 Apartmans an den Ufern der Krka sagten erstmal „Nein. Alles voll“. Bis auf Duilo. Der hatte sein Apartman, worauf ich nie zu hoffen gewagt hatte: In Skradin, meinem heiß geliebten. Also nichts wie hin. Die Straße war lang. Und Skradin war voll. Mit Verkehr. Mit Touristen. So voll, dass mich ein Polizist aufhielt und mir die Zufahrt in die Altstadt verweigerte. Ich bekniete ihn. Bog nach langer Diskussion endlich rechts ab in die Fussgängerzone. Ich war sicher, Duilos Apartman wäre längst weg. Mitten im Gewühl steht ein Mann mit sanftem Lehrergesicht. Ob ich Christof wäre, aus Deutschland? Nein, der wär‘ ich nicht. Ob er Duilo wäre, mit dem ich telefoniert hätte? Ja, das sei er. Ich solle nur gleich mitkommen. Und nicht böse sein. Alle Deutschen hießen für ihn nun einmal Christof.

Den folgende Abend waren es 25 Telefonate – und ich landete im Hotel KLEINE HEXE bei Frau Skolic, dem Abbild einer Buchhändlerin, die mit geradliniger Hand ihr Hotel mit den 17 Zimmern am Strand führte, die Mitarbeiter anwies und gleichzeitig Kochlöffel und Käsemesser schwang. Und mir beim gemeinsamen morgendlichen Kaffee auf der Terrasse zum Gesang des Pirols einleuchtend erklärte, warum ein Essen in Supermärkten und Restaurants Kroatiens nicht weniger kostet als am Starnberger See. Und warum sie nichts davon hielt, den Strand vor ihrem Hotel mit den Kiefern, in denen der Pirol sang, nach dem Willen des Bürgermeisters demnächst in eine Partymeile mit Diskotheken umzumodeln.

Vollends crazy landete ich heute – nach unverschämt überteuerter Buchung bei BOOKINGS gegen acht Uhr Abends – auf der Insel Krk im gleichnamigen Ort in Leopoldina’s Apartman. Die verschönte bei meinem Eintreffen noch ihr winziges, mit Lüstern dekoriertes Künstler-Apartman in der pittoresken Altstadt von Krk. Meine späte Buchung um halb acht hatte sie aufgescheucht und in hektische Aktion versetzt. Sie entschwebte, nachdem wir mühsam ein paar Brocken Italienisch getauscht hatten.

Mein Abend endete bei der kleinen Mattea an der Straßenecke, die ihren Tisch mit Muscheln vor sich aufgebaut hatte. Und geduldig auf einen Kunden wartete. Genau einen wie mich. Fünf Kuna, umgerechnet 70 Cent wollte sie für eine ihrer Muscheln haben. Für manche auch sechs. Mein zaghafter Versuch, mit ihr zu feilschen, mein wiederholtes Gebot „Drei“ beantwortete Mattea mit einem entschlossenen „Fünf!“. Also eine neue Muschel für fünf Kuna, für LEVJEs Badezimmer. Die mich daran erinnern soll: Wie reich dieses Europa wirklich ist.

Wer übers Meer reist, sucht ständig nach einem Zuhause. Aus dem Blog von Francesca Carignani, Buchautorin und Seglerin stammt diese Beobachtung. Sie trifft den Nagel auf den Kopf. Und ich? Freue mich doch schon sehr auf morgen Nacht. Und am meisten darauf, noch nicht zu wissen: Wem ich dann begegnen werde.

Mit dem Auto quer durch Kroatien. Oder: Warum Europa wirklich reich ist.

„Chi viaggia per mare, cerca costantemente una casa.“ 
Wer übers Meer reist, sucht ständig nach einem Zuhause. 

Für eine Zeitschriftenreportage habe ich einen etwas abenteuerlichen Auftrag angenommen: Innerhalb einer Woche reise ich – diesmal mit dem KFZ – einmal die kroatische Küsten entlang – vom äußersten Süden, wo Montenegro liegt, bis in den äußersten Norden, fast nach Italien. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen: LEVJE ließ ich in Korcula in der Bucht von Djanni, des alten Kapitäns, und seiner Frau Stanka zurück. Holte meinen Leihwagen in Dubrovnik. Und los gings Richtung Norden, um über kroatische Häfen zu schreiben.

Für die meisten Menschen ist das vermutlich ein Gräuel. Um fünf in einem fremden Bett aufwachen. Um sechs aufstehen. Um sieben im Wagen zu sitzen. Damit man um acht in irgendeinem kroatischen Hafen weiter nördlich steht, um darüber zu berichten. Reisen durch ein Land, das einem fremd bleibt, wie jedes Land, jeder Mensch, je mehr man es zu kennen meint. Reisen entlang Inseln, die mir vertraut sind und die ich doch von dieser Seite, dem Festland, so noch nie sah. Reisen und Begegnungen mit Menschen, die mich jeden Tag aufs Neue verblüffen.

Am meisten bei dieser Reise bereitet mir Vergnügen, dass ich meist Abends gegen sieben noch nicht weiß, wo ich übernachten werde. Es ist eine Art Spiel, doch ich liebe es. Am ersten Abend nach meinem Aufbruch brauchte ich knapp 15 Telefonate, bis ich endlich ein Zimmer gefunden hatte. Und das in einem Land, an einer Küste, in dem jedes zweite Haus mit dem Schild „APARTMAN“, Apartments, geschmückt ist. Kroatien ist voll. Kroatien brummt. Was den Tourismus in diesem Sommer angeht, jedenfalls. Es legt – dank Recep Tayyip Erdogan und anderen Irrlichtern – jedes Jahr 25% Steigerung im Tourismus hin.

15 Telefonate. Ich dachte: Schlimmer könne es nicht kommen. Am zweiten Abend bräuchte ich dreißig Telefonate, doch als die Sonne unterging und es dunkelte, hatte ich immer noch kein Zimmer. Alles voll. Ich war irgendwie in einem kleinen Dorf am Meer gelandet. Nichts ging mehr. Ich dachte an eine Parkbank. Alles. Nur nicht im Auto. Aber dann gab mir jemand den Tipp: „Gehe ins Restaurant. Frage nach Marija. Die weiß immer was“. Marija hatte das strahlendste Lächeln. Sie wusste aber auch nichts. Aber zwei Männer an der Theke begannen zu telefonieren. Um ein Zimmer für mich zu finden. 10 Minuten. Nichts. Zwanzig Minuten. Nichts. Draußen, über der Bucht, war es dunkel. Aber ich fühlte, ich war angekommen.

Drei Minuten später stand Bosa in der Tür. Frau eines Fischers. Die ihr Haus und ihren Garten über alles liebt. Bosa hatte ein Apartman für mich. Und eine Überraschung. Nämlich die, dass der jüngste ihrer drei Kinder wie so viele kroatische Jugendliche sein Glück im Ausland sucht. In Murnau, keine 15 Kilometer von meinem Zuhause in Iffeldorf entfernt. Ich schlief tief und fest, während ringsum Gewitter grummelten.

Vielleicht sollte ich auch von Duilo erzählen, bei dem ich am nächsten Abend landete, nach wieder 30 Telefonaten, ich führte sie mittlerweile gleichmütig. Weil ich wusste: irgendwann würde ich schon mein Dach finden. Für diesen Abend hatte ich mir nach gefühlten 10 Häfen am Meer eingebildet, wieder im Süßwasser der Krka zu schwimmen. Aber 29 Apartmans an den Ufern der Krka sagten erstmal „Nein. Alles voll“. Bis auf Duilo. Der hatte sein Apartman, worauf ich nie zu hoffen gewagt hatte: In Skradin, meinem heiß geliebten. Also nichts wie hin. Die Straße war lang. Und Skradin war voll. Mit Verkehr. Mit Touristen. So voll, dass mich ein Polizist aufhielt und mir die Zufahrt in die Altstadt verweigerte. Ich bekniete ihn. Bog nach langer Diskussion endlich rechts ab in die Fussgängerzone. Ich war sicher, Duilos Apartman wäre längst weg. Mitten im Gewühl steht ein Mann mit sanftem Lehrergesicht. Ob ich Christof wäre, aus Deutschland? Nein, der wär‘ ich nicht. Ob er Duilo wäre, mit dem ich telefoniert hätte? Ja, das sei er. Ich solle nur gleich mitkommen. Und nicht böse sein. Alle Deutschen hießen für ihn nun einmal Christof.

Den folgende Abend waren es 25 Telefonate – und ich landete im Hotel KLEINE HEXE bei Frau Skolic, dem Abbild einer Buchhändlerin, die mit geradliniger Hand ihr Hotel mit den 17 Zimmern am Strand führte, die Mitarbeiter anwies und gleichzeitig Kochlöffel und Käsemesser schwang. Und mir beim gemeinsamen morgendlichen Kaffee auf der Terrasse zum Gesang des Pirols einleuchtend erklärte, warum ein Essen in Supermärkten und Restaurants Kroatiens nicht weniger kostet als am Starnberger See. Und warum sie nichts davon hielt, den Strand vor ihrem Hotel mit den Kiefern, in denen der Pirol sang, nach dem Willen des Bürgermeisters demnächst in eine Partymeile mit Diskotheken umzumodeln.

Vollends crazy landete ich heute – nach unverschämt überteuerter Buchung bei BOOKINGS gegen acht Uhr Abends – auf der Insel Krk im gleichnamigen Ort in Leopoldina’s Apartman. Die verschönte bei meinem Eintreffen noch ihr winziges, mit Lüstern dekoriertes Künstler-Apartman in der pittoresken Altstadt von Krk. Meine späte Buchung um halb acht hatte sie aufgescheucht und in hektische Aktion versetzt. Sie entschwebte, nachdem wir mühsam ein paar Brocken Italienisch getauscht hatten.

Mein Abend endete bei der kleinen Mattea an der Straßenecke, die ihren Tisch mit Muscheln vor sich aufgebaut hatte. Und geduldig auf einen Kunden wartete. Genau einen wie mich. Fünf Kuna, umgerechnet 70 Cent wollte sie für eine ihrer Muscheln haben. Für manche auch sechs. Mein zaghafter Versuch, mit ihr zu feilschen, mein wiederholtes Gebot „Drei“ beantwortete Mattea mit einem entschlossenen „Fünf!“. Also eine neue Muschel für fünf Kuna, für LEVJEs Badezimmer. Die mich daran erinnern soll: Wie reich dieses Europa wirklich ist.

Wer übers Meer reist, sucht ständig nach einem Zuhause. Aus dem Blog von Francesca Carignani, Buchautorin und Seglerin stammt diese Beobachtung. Sie trifft den Nagel auf den Kopf. Und ich? Freue mich doch schon sehr auf morgen Nacht. Und am meisten darauf, noch nicht zu wissen: Wem ich dann begegnen werde.

Die Motten sind los!

Motten-WM 2017: <p>
	Die Motten sind los auf dem Gardasee: Hier k&auml;mpft America&#39;s-Cup-Steuermann Nathan Outteridge um den Titel &ndash; hat aber als 35. nach vier Rennen einigen Aufholbedarf</p>

Mit 209 foilenden Flitzern feiern die Motten-Segler ihre WM auf dem Gardasee. Mit dabei: America’s-Cup-Profis, Olympiasieger und eine kleine deutsche Flotte