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Ein Boot kaufen in Holland, Teil 1: Welches Boot passt zu mir? Powered by 4Beaufort

Stegfunk.de erstellt diese Serie zusammen mit Jelle Eveleens. Jelle ist seit seiner Geburt auf dem Wasser unterwegs und seit vielen Jahren als Yachtmakler bei 4Beaufort Jachtmakelaars tätig. Als vereidigter EMCI-Makler kennt er alle Ecken und Kanten des Geschäfts mit Booten und Yachten. Durch die Zusammenarbeit und Jelle´s Sachversand profitiert Stegfunk.de finanziell und die Leser inhaltlich von der Zusammenarbeit mit 4Beaufort. Wir legen größten Wert darauf, dass die gebotenen Informationen dennoch korrekt und unabhängig sind.

Ein echter „Bootjes Man“: Jelle Eveleens von 4Beaufort und unser Partner in dieser Serie

Die Fragen aus der Überschrift stellen sich natürlich auch, wenn man das Boot nicht in den Niederlanden kauft. Das Angebot ist aber besonders in den Niederlanden so groß, dass nur wer sich zuvor genau klar gemacht hat, was ganz oben auf der Wunschliste steht, letztlich auch das passende Boot findet. Dabei sollte man sich nicht zu sehr auf ein einzelnes Modell oder eine Marke festlegen, denn schließlich könnte das perfekte Boot dadurch nicht gefunden werden und das wäre ja schade.

Die Auswahl an Booten ist riesig. Besonders in den Niederlanden

Wie finde ich das perfekte Boot?

Die Überlegung startet immer mit der Frage: Was möchte ich damit machen? Fahrtensegeln mit der Familie, oder Regatten mit den Kumpels? Wasserwandern durch Frankreich, oder Wasserskilaufen auf einem See oder Fluss? Dabei muss man sich nicht auf eine Sache festlegen, wer aber einen Schwerpunkt findet, der wird es leichter haben, sein neues Boot dazu passend auszusuchen. Denn natürlich kann man mit einem Regattaboot auch mit der Familie Urlaub machen, nur fehlt es dann an Komfort. Natürlich kann man mit einem sportlichen Gleiter auch mal gemütlich wasserwandern, nur macht das eben auf einem Stahlverdränger mehr Spaß. Die Frage nach den eigenen Vorlieben steht also am Anfang einer langen und zufriedenen Eignerschaft. Jelle sieht es so: „Viele Menschen wissen oft noch gar nicht, was sie eigentlich genau suchen, wenn sie zu uns kommen. Wir hören dann erstmal zu und stellen Fragen. Und wenn dem Kunden und uns klar ist was er sucht, finden wir das passende Boot. Das verkauft sich dann von selbst. Aufschwatzen von Booten die unbedingt weg müssen ist nicht so unser Ding“.

Wie gehe ich mit meinem Budget für den Bootskauf um?

Mal angenommen, man ist in der glücklichen Lage 100.000 Euro zur Verfügung zu haben. Sollte man die dann komplett für das Boot ausgeben? Eher nicht. Bei jedem Boot, egal wie gut gewartet oder wie genau überprüft, gehen früher oder später Dinge kaputt. Das ist völlig normal. „Budget ist mitunter ein etwas kniffeliges Thema. Viele Menschen kommen von der Charteryacht, die hat allen Komfort, Duschen, Bug- und Heckschraube“, berichtet Jelle aus der Praxis. „Wenn sie dann sehen, dass das alles nicht ins eigene Budget passt, heisst es für uns nach Lösungen suchen. Zum Beispiel auf einem etwas günstigeren Schiff Sachen nachrüsten. Das geht ja“.

Gut, wenn für solche Anpassungen nach dem Kauf an sich noch Budget übrig ist. Neue Segel, ein neues Verdeck, neue Polster, neue Elektronik. Die Liste der möglichen Optionen ist sehr lang. Als Faustregel sollte man etwa 20-25 Prozent des Budgets in der Hinterhand halten. Das macht das Fahren mit dem Schiff entspannter. Auch der Kauf an sich kostet etwas Geld. Ein Gutachter, eventuell ein Anwalt, Auskranen, die Überführung, das alles zusammen kann schnell einige Tausend Euro ausmachen. Wenn nun allerdings das eine perfekte Schiff kommt, an dem einfach alles passt, und das aber das Budget vollends auffrisst, na dann muss es das vielleicht einfach sein. Vernunft hin oder her.

Kaufe ich besser ein neues oder ein gebrauchtes Schiff?

Es gibt gute Gründe für beide Varianten. Wir versuchen mal eine Auflistung der Gründe für Neu oder Gebraucht.

Neue Schiffe lassen sich oftmals genau auf die Wünsche des Eigners anpassen. Das gilt im Besonderen für Stahlmotoryachten, wie sie zum Beispiel bei unserem Partner 4Beaufort von der Marke Aquanaut angeboten werden. Einteilung, Holzsorten, Oberflächen, Polster, Farben: Alles ist wählbar, kann im Vorfeld vom Eigner ausgewählt werden. So bekommt man genau das Schiff der eigenen Träume. Bei Schiffen aus GFK sind die Auswahlmöglichkeiten begrenzter, das Teile der Inneneinrichtung strukturelle Aufgaben übernehmen und deswegen an der ein- oder anderen Stelle sein müssen. Zudem sind neue Schiffe auch mit neuen Komponenten ausgestattet, sodass in den ersten Jahren nach dem Kauf nicht mit teuren Reparaturen gerechnet werden muss.

Das kann bei gebrauchten Schiffen durchaus der Fall sein. Dafür sind sie in der Regel günstiger als neue Exemplare und damit bekommt man für das gleiche Budget mehr Schiff. Zudem liegt das Objekt der Begierde vor einem am Steg, also aufsteigen und losfahren. Lange Bauphasen, derzeit ein bis drei Jahre je nach Modell und Werft , entfallen. Nötigenfalls ein Refit, sofern nötig, und schon nach einigen Wochen kann es losgehen. Eine Sache gibt Jelle noch zu bedenken: „Weil es wegen der Finanzkrise, während der wenig gebaut wurde, nur wenige junge Gebrauchte gibt, ist der Schritt zum Neubau derzeit eher klein. Denn wenn ein gutes Gebrauchtschiff auf den Markt kommt, ist es oftmals recht teuer, weil die Nachfrage so gut ist“.

Praktisch: Werft direkt neben dem Verkaufshafen. Neu oder Gebraucht? Beides geht!

Worauf gilt es sonst noch zu achten, wenn man ein Boot auswählt?

Polster, Vorhänge, Farbe, Motorisierung, Segel: Alles kann an die eigenen Wünsche angepasst werden. Was aber bleibt, solange es das Boot gibt, sind dessen Abmessungen. Das fängt bei der Außenlänge an: Passt es in die angestammte Box, oder muss ein neuer Liegeplatz her? Passt es auf einen Trailer, wenn das wichtig ist? Liegt das angepeilte Revier hinter einer festen Brücke und darf daher die Durchfahrtshöhe einen bestimmten Wert nicht überschreiten? Aber mindestens genauso wichtig sind die inneren Werte. Passt die Stehhöhe zur eigenen Körpergröße? Wie sieht es mit den Kojenlängen aus (unbedingt zusammen Probeliegen!)? Ein Schiff, auf dem man nicht gut schläft, verleidet jeden Urlaub. Stimmt die Ergonomie am Steuerstand und im Cockpit? Das alles lässt sich am besten bei einer Probefahrt ermitteln. Besonders bei Motoryachten treibt viele Menscheneine Frage um: Offenes Cockpit und alles auf einer Ebene oder eine Achterkajüte mit zusätzlichen Schlafplätzen und guter Aussicht auf dem Achterdeck? „Das findet man am besten bei einer Probefahrt heraus. Was auch hilft ist ein Gespräch mit Eignern des einen oder anderen Konzeptes. Da helfen wir auch gerne mit Kontakten. Das hilft oftmals auch bei der Entscheidungsfindung“, bietet Jelle an.

Der analytische Ansatz zur Bootsauswahl

Ganz klar: Wer eher bereit ist, Kompromisse einzugehen, für den wird die Auswahl größer. Dennoch ist es sinnvoll, Ausschlusskriterien zu definieren. Was darf ein Boot auf keinen Fall haben? Beispiele: Zu viel Tiefgang/Durchfahrtshöhe, einen Mahagonieausbau, ein freistehendes Ruder, einen Saildrive (alles nur Beispiele!). Was muss es unbedingt haben: 1,90 Meter Stehhöhe, eine Isolierung, eine Einbaumaschine (wieder nur Beispiele). Dann kommen die Punkte, die man gerne hätte. Das alles sollte man einmal aufschreiben und auch mit dem oder der Partner(in) besprechen, vielleicht auch noch mit einem neutralen Dritten. Das schafft eine Menge Klarheit beim Auswahlprozess. Schließlich kommt das Budget und schon grenzt sich die Auswahl auf eine überschaubare Zahl an Schiffen am Markt ein. Die muss man nur noch finden und besichtigen. Wie das geht, steht in der nächsten Folge der Serie: Ein Boot kaufen in Holland powered by 4Beaufort.

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Leben in der Lagune

Do.,25. Feb. 2021, Franz.Polynesien/Tahaa/Ile Mahaea, Tag 2461, 21.359 sm von HH

Seit einer Woche hängen wir in der Lagune und finden es wundervoll. Nach dem schlechten Anfang hat sich das Wetter zum Besten umgekehrt. Die Sonne steht am Himmel und es herrscht (meistens) Flaute. Wie ein petrolfarbenes Bettlaken liegt die Lagune glatt gezogen vor uns. Selbst die Brandung am schützenden Außenriff ist kaum mehr zu hören.
Atanga dümpelt um ihren eigenen Anker herum. Die Bojen haben ihr eigenwilliges Verhalten aufgegeben. Wir haben offenbar die richtigen Abstände ausgemittelt und beim nächsten Mal sollte die Ankerketten-Schwebe-Aktion schon besser klappen.

An Land können wir nicht. Wir haben noch nicht mal das Dinghy zu Wasser gelassen. Wenn wir von Bord wollen, müssen wir schwimmen oder schnorcheln. Die Hauptinsel Tahaa ist für eine Dinghy-fahrt recht weit weg und interessiert uns im Augenblick nicht. Das Inselchen – ein sogenanntes Motu – was direkt vor uns liegt, ist privat. Tabu. Wir respektieren das und halten Abstand, gehen nicht mal vor ihrer Sandbank schnorcheln. Warum auch, wir haben unseren eigenen Swimming Pool. Fünfzig Meter hinter Atanga wird es flach, sogar ich kann dort knapp stehen. Rochen ziehen an uns vorbei. Das Wasser hat gute 28 Grad – Hochsommer auf der Südhalbkugel.

Bei Regen kommen unsere unbekannten Nachbarn nach Hause

Bei Sonnenschein sieht das Motu so aus

Diese Idylle wird nur durch kurze „Bauarbeiten“ unterbrochen. Direkt in unserem Planschbecken ankert eine Plattboden-Schute. Mit großen Schaufeln holen fünf, sechs Jungs den Sand aus der Lagune und beladen ihren Kahn bis zur Schmerz- und Kentergrenze. Fröhlich hören wir sie gackern bei der Arbeit. Freundlich winken sie rüber. Nach einer Stunde sind sie fertig mit schaufeln und ziehen wieder ab. Wir sind wieder alleine.

Die Bauarbeiten beginnen schon vor dem Frühstück

Mühsame Schaufelei im brusttiefen Wasser

Der Kahn fährt schon fast unterhalb der Grasnarbe

Andere Segelboote kommen und gehen, bleiben höchsten zwei Nächte. Die Lagune ist groß, die Abstände zueinander auch. Kontakt haben wir keinen, jede Crew genießt für sich alleine. Wir füttern den Trupp der kleinen Nasen-Docktorfische, der hinter uns an einem Korallenblock wohnt mit Gurkenschalen an. Gierig stürzen sich die Fische auf die neue Leckerei. Kurz vor Sonnenuntergang sehen wir mehrfach einen Hai unter Atanga langziehen. Dass es überhaupt noch Fische in der Lagune gibt, erscheint uns wie ein Wunder. Täglich verfolgen Jäger mit Harpunen am Riff vor dem Motu ihre Beute. Stundenlang wird auch dem letzten essbarem Barsch oder Snapper hinterher gehetzt. Entsprechend klein sind die Rifffische, die wir entdecken. Große Papageienfische oder Drücker gehören der Vergangenheit an. 

Falterfische schwimmen uns direkt vor die Linse

Farbenprächtige Riesenmördermuschel – diese ist winzig – vielleicht zehn Zentimeter

Unsere Go Pro ist leider schon fast ein Jahr kaputt. Auf Tahiti konnten wir uns keine neue kaufen, da Go Pro seinen Verkauf nur noch über einen Selbstvertrieb vornimmt. Händler mit Lizenzen gibt es nicht mehr. Schicken lassen, können wir uns auch keine. Man mag es nicht glauben, aber DHL Deutschland versendet noch immer nicht Französisch Polynesien. Die Post in der Heimat hat doch nicht etwa was mit der Impfstoff-Verteilung zu tun?
Damit wir überhaupt Unterwasser-Aufnahmen machen können, haben wir uns im Oktober die einzige (!!) Unterwasserkamera gekauft, die wir finden konnten. Eine Coolpix W150. Nicht the best horse im Stall – aber besser als nichts. So können wir wenigstens ein paar Schnappschüsse schießen.

Über Wasser ist die Coolpix leider auch nur mittelprächtig

Im Planschbecken vor unserem Motu

Wasserspiele

Und was ist mit Drohnen-Bildern? Die Frage kommt zu Recht. Wir sind Feiglinge. :mrgreen: Von Bord aus zu landen und zu starten … nein, Hilfe, wir trauen uns noch nicht. Dazu muss einer (also ich) die Drohne vor der Landung aus der Luft abfangen. Zum Landen an Deck wäre theoretisch zwar Platz, aber die Sensoren, die verhindern, dass die Drohne an Hochspannungskabeln oder Äste fliegt, sorgen auch dafür, dass die Drohne nicht nah an unseren Wanten und Stagen heran fliegen kann. Rückwärts fliegen lautet der Trick. Haben wir an Land erfolgreich probiert. Zweimal ist mir der Griff nach dem Biest erfolgreich gelungen. Aber auf dem engen Kahn? Ich bin der Feigling.




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Bilderrätsel KW 8 – Wo ist es?

Ja, das war Sloten. Natürlich. Und viele wussten auch, dass dort ein Pranger steht. Sehr gut. Nur eines hat die Redaktion etwas verwundert: All die Fotos von Ehefrauen in ebendiesem Pranger. Was ist da los? Sie fahren mit euch Boot. Dafür darf man durchaus dankbar sein. Frühstück in die Koje, Heizung an, Shoppingtour in Leeuwarden, so in der Art. Aber an den Pranger? Wir sind empört. Und haben es natürlich vor Ort seinerzeit genauso gemacht ;-))

Und schon geht es weiter mit dem munteren Raten. In dieser Woche kommt schon wieder ein Bild eines Lesers. Vielen Dank dafür. Haben Sie auch ein passendes Bild? Dann gerne her damit. Ebenso wie die Lösung zum Bilderrätsel, können auch mögliche Bilder an [email protected] gesendet werden. Danke. Und jetzt viel Spaß beim Raten!

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Die Fahrprüfung, Teil 1

Wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual. „Köln – Köln sein“, die „Gegenfahrbahn vergewaltigen“  oder doch „die Verletzte
einschläfern“? Antworten, die in Teilen verunsichern. Ich muss jedenfalls in der Türkei meinen Motorradführerschein machen, will ich weiterhin mit meinem Roller durch die Gegend düsen. Und
den Test gibt es sogar auf Deutsch. Das ist toll!  Dachte ich. Bis ich das bisweilen etwas krude Schulungsmaterial in den Händen halte. 

 

Es begab sich an einem wunderschönen Tag im November. Zwei der drei Gasflaschen an Bord der Dilly-Dally waren leer. Zeit, den Vorrat wieder
aufzustocken. Also schleppte ich die blauen Ungetüme über den Steg zu meinem Roller, den ich mir vor zwei Jahren gebraucht gekauft hatte, belud ihn und bretterte von der Marina Richtung Stadt.
Doch ich kam nicht weit. Schon nach zweihundert Metern winkte mich ein freundlicher Polizist aus dem Verkehr. Allgemeine Verkehrskontrolle, wie bereits am Vortag an gleicher Stelle, als ich den
Hund zwischen den Beinen hatte. Cingene, die kleine Promenadenmischung, ist begeisterte Rollerfahrerin. Sie liebt es, wenn der Fahrtwind ihre putzige Nase kitzelt, amüsiert blinzelt sie um die
Sichtschutz und kläfft frech andere Hunde am Wegesrand an. Ich bin jedesmal überrascht, wie fortschrittlich selbst die Polizei in der Türkei ist. Am Vortag hatte ich keine Papiere. Kein Problem.
Der Polizist tippte lediglich das Nummernschild in ein Tablet, fragte nach meinem Namen, nickte, streichelte den Hund, wünschte mir noch einen schönen Tag und ließ mich passieren.

 

 

 

An diesem Tag empfing mich ein anderer Kollege. Wie am Vortag sprach auch er sehr gutes Englisch, freute sich aber über ein paar Brocken Türkisch,
die ich zu der Konversation beitragen konnte. Wir plauderten ein wenig, während sein Kollege einen Rollerfahrer vor mir verwarnte, der ohne Helm unterwegs war. „Ich wurde hier schon gestern
kontrolliert“, sagte ich dem netten Beamten. Der nickte. „Ja, wir stehen jetzt hier die nächsten Wochen jeden Tag.“ Trotzdem wollte sein Kollege noch einmal die Papiere sehen, die ich dieses Mal
sogar dabei hatte. Ich gab ihm meine Aufenthaltsgenehmigung und meinen Führerschein. Es musste insgesamt das vierte oder fünfte Mal gewesen sein, dass ich mit dem Roller kontrolliert wurde. Nie
gab es Probleme. Doch dieses Mal sollte es anders kommen. Der zweite Polizist zeigte auf meinen Führerschein – und insbesondere auf das kleine Symbol, das verblüffende Ähnlichkeit mit einem
Motorrad hat. Dann wanderte seine Finger die Zeile entlang etwas nach rechts. Da war ein Strich! Dann tippte er auf den Roller und wedelte seinen Zeigefinger wie einen Scheibenwischer vor meinem
Gesicht hin und her. Um sicherzugehen übersetzte sein Kollege die recht gelungene Pantomime noch einmal. „You are not allowed to drive this scooter! You have no license.“

 

Ich gab den Überraschten. Und in der Tat war ich es. Zumindest ein bisschen. Ich wusste, dass ich in Deutschland einen 125er Roller nicht mit einem
Auto-Führerschein fahren durfte. In der Türkei war ich mir da nicht sicher. Freunde, die ich gefragt hatte, sagten nur: Kein Problem. Und auch die Versicherung hatte nicht nach einer Lizenz
gefragt. Und war ich nicht bereits mehrmals angehalten worden, jedes Mal ohne Ermahnung? Dieses Mal gab es aber kein Entrinnen, das schwante mir bereits, als der freundliche Polizist den harschen
Kollegen weiterhin übersetzte und weitere Dokumente forderte. „Die habe ich auf dem Boot“, erklärte ich. Der Polizist bat mich, sie zu holen. „Kein Problem!“, sagte ich und ging intuitiv zum
Roller, um kurz zurück zu düsen. Wieder wedelte der Scheibenwischerfinger. (Achtung Spoiler! Kurze Frage aus der englischen Führerscheinprüfung zum Thema Scheibenwischer, die auf mein kommendes
Dilemma hinweisen: How long should the windshield wiper blades be changed? a) 1 month b) 3 month c) 6 month d) Metallica). „Sie dürfen den Roller nicht benutzen!“ Ach ja, ich vergaß. 

 

Langer Fußweg, kurzer Sinn: Die Strafe betrug rund 1200 Türkische Lira – etwa 130 Euro. Und natürlich durfte ich den Roller nicht mehr benutzen.
Oder mich nicht mehr erwischen lassen. Das Gute ist aber: Wer seine Strafe direkt beim Amt binnen von 15 Tagen zahlt, bekommt 25 % Rabatt. Das ist doch mal ein Angebot. Wie ich zu dem Amt auf dem
Hügel kam, darüber möchte ich öffentlich lieber schweigen. 

 

Um den Roller weiterhin nutzen zu können, führte kein Weg daran vorbei: Ich muss einen Motor-Führerschein machen. Das sollte kein Problem sein, denn
schließlich bietet die Türkei die Führerscheinprüfung auf diversen Sprachen an. Darunter auch auf Deutsch. Nachdem ich mich bei der Fahrschule angemeldet – und die Prüfung auf Deutsch beantragt –
hatte, begannen die Probleme. Denn das deutsche Schulungsmaterial war schwer aufzutreiben. Und natürlich gibt es keine Kurse auf Deutsch. Also bat ich meinen Namensvetter und ehemaligen Kollegen
Jens, der mittlerweile in Istanbul lebt und den Motorradschein bereits absolviert hatte, mir das englische Lehrbuch zu schicken. Schon bei seinem letzten Besuch hatte er von den kreativen
Wortschöpfungen geschwärmt, die allerdings das Lernen etwas erschweren. 

 

Das Buch hielt, was Jens versprochen hatte. Obwohl ich mich des Englischen halbwegs mächtig fühle, hatte ich einige Schwierigkeiten zu verstehen,
was denn da steht. Weder die Prüfungsfragen, noch die Antworten machten oftmals Sinn. Es führte kein Weg daran vorbei: Ich musste die deutsche Ausgabe auftreiben. Unbedingt. Weil auch Arzum den
Motorradführerschein machen wollte, stand sie im regen Austausch mit der Fahrschule in Kaş. Und siehe da, nach mehreren Wochen hatten wir dann schon den Link zum Bestellen der offiziellen
deutschen Ausgabe, herausgegeben vom Ministerium für nationale Bildung.

 

400 Seiten schwer, darin über tausend Fragen zu Vorfahrtsregeln, Anstand im Verkehr, Motorkunde und erster Hilfe. Eine Menge Stoff, aber einmal
durchlesen müsste reichen. Dachte ich. Doch die Übersetzung, sagen wir es mal vorsichtig, holperte an mancher Stelle. Oder anders ausgedrückt: Sie war eine nicht endende Piste voller
Schlaglöcher. Die Übersetzung muss mit einer der ersten Betaversionen von Google Translate entstanden sein, als das Programm noch in den Kinderschuhen steckte. Selbst auf Deutsch hatte ich
Probleme, manche Fragen und vor allem die Antworten zu verstehen. Etwas kryptisch muteten Fragen an wie „Ist das Entweichen von Traktoren mit Gummirädern für eine regelmäßige Inspektion
erforderlich?“ Mit viel Phantasie könnte man vielleicht noch versuchen, einen Sinn in der Frage zu finden. Wie beispielsweise: Müssen diese Traktoren auch zum TÜV? Die Antwortmöglichkeiten lauten
jedoch: a) 1; b) 2; c) 3 oder 4). Richtig ist übrigens Antwort c – also 3!

 

Und so beschloss ich, die rund 1000 Fragen einfach auswendig zu lernen. Ich wusste, dass die Antwort, als plötzlich ein „Schiff“ an der Kreuzung
auftaucht richtig ist, ebenso wie die „Asyltasche“ am Hang oder die „Banküberweisung“ beim Überholen. Die Regel, dass die lustigsten Antworten immer die richtigen sind, schien sich lange Zeit zu
bewahrheiten, allerdings versagte sie bei den medizinischen Fragen. „Köln – Köln sein“, eine Antwortmöglichkeit auf die Frage, „welche der folgenden Maßnahmen in der Sara-Krise zu ergreifen
sind“, war nämlich falsch. Die Sara-Krise ist übrigens ein Epilepsie-Anfall. Um mein Dilemma zu verdeutlichen: Die anderen Antworten lauten: Wenn die Zähne geklemmt werden, wird es nicht
zwangsläufig. Bedeckt. Und: Wird mit Antiphyretika behandelt. 

 

Auch die Antwort auf die Frage, „Was sollte bei niedrigem Blutzucker als Erstversorgung getan werden“, ist wider erwarten nicht: „Der Verletzte
sollte eingeschläfert werden.“ Dafür ist wiederum „Vergewaltigen Sie die der Gegenfahrbahn“ die richtige Lösung bei der Frage nach der Hauptursache für Verkehrsunfälle. 

 

Ich sah nur eine Möglichkeit, den Test zu bestehen: Stumpfes Auswendiglernen. Und so paukte ich die Antworten, ohne sie zu verstehen. Und
erstaunlicherweise war ich ganz gut darin. Dumm nur, dass meine Freundin die türkische Version lernte. Und da waren die richtigen Antworten bisweilen ganz andere. Kurz vor der Prüfung stritten
wir uns darum, wer Vorfahrt hat. In beiden Büchern ist die gleiche Skizze: Ein Auto fährt in einen Kreuzungsbereich und will rechts abbiegen. Neben ihm ist ein Radfahrer, der geradeaus fahren
will. Da ich manchmal auch mit dem Fahrrad unterwegs bin, weiß ich aus der Praxis, dass der Radfahrer rechtelos im Straßenverkehr ist. Von daher schien mir die Antwort c), die als richtig
gekennzeichnet ist, auch als plausibel. Antwort A) lautet nämlich: Stehlen Sie die Hörner und warnen Sie den Radfahrer! Hörner stehlen? Vermutlich nicht, auch wenn es durchaus Usus ist, sich den
Weg frei zu hupen. Antwort B: Wenn keine Fußgänger auf der Straße sind! Wäre natürlich möglich, dann gebe es vielleicht keine Zeugen, wenn das Auto den Radfahrer von der Straße kickt. C) Der
Radfahrer muss das Durchgangsrecht gewähren. Was, vorausgesetzt die Übersetzung ist richtig, bedeuten würde, das Auto hat Vorfahrt.  Und D) Muss
beschleunigt werden, um seinen Zug abzuschließen. Nein, D schließe ich aus. 

 

„Der Radfahrer hat Vorfahrt!“, beharrt Arzum auf die richtige Antwort. „Nicht der Autofahrer!“ Ich zucke mit den Schultern: „Bei mir ist es eben
andersrum.“ „Du kannst doch nicht eine falsche Antwort ankreuzen, wenn Du es besser weißt.“ In sich vollkommen logisch, aber diese Herangehensweise widerspricht meiner Strategie. Ich versuche zu
erklären: „Ich gehe davon aus, dass die Fragen in dem offiziellen Buch gleich sind mit den offiziellen Testfragen. Also lerne ich die Antworten auswendig. Mit Logik habe ich keine Chance.“ Arzum
kann das nicht nachvollziehen. „Aber das ist falsch! Was ist denn, wenn die Fragen im Test anders gestellt sind?“ Mist, daran hatte ich noch gar nicht gedacht. 

 

Es ist Montag, der 22. Februar. Die Sonne scheint vom strahlend blauen Himmel, als wir im Leihwagen durch die Berge düsen. Die Prüfung wird in der
Türkei nicht von der Fahrschule abgenommen, sondern muss in einem offiziellen e-Test-Zentrum abgelegt werden. Und das ist in Kumluca, etwa eineinhalb Autostunden entfernt. Auf dem Weg gehen wir
anfangs noch mal strittige Fragen durch. Ich fühle mich plötzlich an eine Aussage unseres ehemaligen Innenministers erinnert: Teile der Antworten versunsichern uns. Also beschließen wir, nicht
mehr über die Interpretation der Antworten zu spekulieren. Nichts anderes ist es: Ein Spekulieren und Interpretieren. 

 

Das e-Test-Zentrum von Kumluca liegt am Ortsausgang und ist angeschlossen an das Fachgymnasium für soziale Wissenschaften. Um die 20 Fahrschüler
warten mit uns auf Einlass. Gemäß den Corona-Regeln trägt natürlich jeder eine Maske, am Eingang wird die Temperatur gemessen. Bereits zuvor mussten wir unsere HES-Nummer angeben, die jedesmal
verlangt wird, wenn man ein öffentliches Gebäude, Läden oder Busse betritt. So kann im Fall einer Corona-Infektion erkannt werden, mit wem die Person in Kontakt war und gewarnt
werden. 

 

Der Testraum ähnelt einem Callcenter. In kleiner Boxen steht jeweils ein Computer mit Webcam. Ankara is watching you, wird uns erklärt. Jederzeit
könne aus der zentralen Prüfungsstelle überwacht werden, dass auch wirklich der Prüfling die Fragen beantwortet. Zuvor wird bereits das Gesicht gescannt (ohne Maske natürlich) und mit dem
biometrischen Foto abgeglichen, das man bei der Anmeldung zum Test einreichen musste. 

 

Meine Aufregung hält sich in Grenzen. Ich bin lediglich gespannt, ob die Testversion anders ist als die im Buch. Dann könnte ich Probleme bekommen.
Ich weiß schließlich, dass die „Asyltasche“ und auch „das Schiff“ die richtigen Antworten sind, allerdings weiß ich nicht, was sich dahinter verbirgt. Sollte es eine neue Übersetzung geben, wäre
ich wohl aufgeschmissen. Doch es kommt anders. Ganz anders. 

 

Als der Test beginnt, bin ich erstaunt. Alle Fragen sind auf Türkisch! Der einzige Button, den ich sehe, ist mit „English“ beschriftet. Also wende
ich mich an etwas schroffen Prüfungsleiter. „Ich habe mich für die deutsche Prüfung angemeldet! Wo finde ich die Version?“ Achselzucken. Arzum hakt noch einmal nach, aber der Prüfer zuckt erneut
mit den Schultern. Der personalisierte Test werde aus Ankara eingespielt, er könne da nichts machen. Ich frage mich derweil, was „Asyltasche“ wohl auf Englisch heißt. Asylum bag? 

 

Wie sich herausstellt, sind die Prüfungsfragen in einem deutlich besseren Englisch verfasst, als in dem Buch. Sie scheinen sogar grammatikalisch
einigermaßen okay. Das Problem ist nur: Besonders bei den medizinischen und mechanischen Fragen kenne ich die Fachbegriffe nicht. Die Uhr tickt. Wir haben 45 Minuten Zeit für die 50 Fragen mit
unterschiedlicher Wertigkeit, mit denen insgesamt 100 Punkte zu erreichen sind. Um zu bestehen, brauche ich mindestens 70 Punkte. Kurz vor der Prüfung erzählt uns ein anderer Prüfling, dass er
bereits zum zweiten Mal hier sei. Die Zeit habe einfach nicht ausgereicht, sagte er.

 

Erschwerend kommt hinzu, dass der Test auf Englisch etwas umständlich ist. Erst erscheint die Frage auf Türkisch, dann muss ich auf „Englisch“
drücken, um eine Übersetzung zu bekommen, dann das Fenster wieder wegklicken und auf der türkischen Seite die Antwort auswählen. 

 

Nach knapp 20 Minuten habe ich alle Fragen beantwortet. Arzum war sogar noch etwas schneller. Die allermeisten anderen Prüflinge sitzen noch
angestrengt vor den Computern. Auf dem Rückweg rätseln wir noch, wie wir wohl abgeschnitten haben. Auch wenn mein Gefühl gar nicht mal so schlecht ist, stelle ich mich schon mal darauf ein,
englische Fachbegriffe für die Wiederholung zu pauken. Doch dazu soll es nicht kommen: Am Abend können wir unsere Ergebnisse online abrufen. Arzum hat 94 Punkte, ich immerhin 88. Bestanden! Was
will man mehr…

 

Der nächste Schritt ist dann in ein paar Wochen die praktische Prüfung, die praktischerweise nicht im echten Straßenverkehr stattfindet, sondern auf
einem Schotterparkplatz irgendwo einige Kilometer entfernt von Kaş. Bis dahin müssen wir ein paar Pflichtstunden absolvieren – auch nicht im Straßenverkehr, sondern direkt gegenüber der Marina,
wo lustlos jeden Donnerstag zehn Hütchen stehen, um die die Rollerfahrer kreisen. Das ist alles. Und das beste ist: Ich darf mit meinem eigenen Roller fahren. Sicherheitshalber schiebe ich ihn
aber zu den Fahrstunden. Sind zum Glück nur ein paar Meter. 

BSH Startet umfangreichen Vorhersagedienst – auch für NL

Zugegeben: Die Mitarbeiter von BSH und DWD, die die Website erstellt haben, mussten eine Menge an Daten irgendwie verfügbar machen. Da ist sagen wir mal technisch einigermaßen gut gelungen, auch wenn die Ladezeiten sehr lang sind. Also freuen wir uns über die Daten und ärgern uns nicht über die Bedienung, denn die ist sehr unübersichtlich.

Interessant für Holland-Wassersportler sind die Strömungen. Die sind zwar bezogen auf HW Helgoland, aber das lässt sich umrechnen (Harlingen 2:47h vor Helgoland, also gerundet 3h vor Helgoland). Zudem sind sind sie recht grob aufgelöst, also nicht an Fahrwasser gebunden dargestellt, wie im HP 33. Dennoch: Für einen Eindruck wie sich die Strömung auf dem Weg auf die Inseln verhält reicht es. Ein ganz nettes Tool ist der Schieber für den Gezeitenverlauf. Er ist unter dem Menüpunkt „Werkzeuge“ zu finden. Hier lässt sich die Strömung im Verlauf anschauen. Leider wird nicht klar, um welches Alter der Gezeit es sich bei den Angaben handelt. Da die Daten auch für die gesamte Nordsee und den Englischen Kanal angeboten werden, ist es ein praktisches Tool zur Törnplanung.

Wer bei den Angaben nicht genau weiß, was er vor sich hat, der klickt auf den Menüpunkt „Legende“ und bekommt eine Information angezeigt. Ebenso praktisch sind der Regenradar oder die Satellitenbilder. So kann man sehen, wann zum Beispiel eine Wolkenlücke folgt oder wann es beginnt oder aufhört zu regnen. Das bieten andere Plattformen wie Windy.com auch, die basieren aber meist auf anderen Grunddaten. Der DWD hat eigene Daten. So ist ein Vergleich gut möglich.

Die meisten Informationen sind, besser aufbereitet, auch auf waterinfo.rws.nl gezeigt. Nur die Strömungen gibt es in NL eben nur im HP 33. Wer mit der groben Auflösung leben kann, der hat jetzt eine Alternative dazu. Vielleicht erreicht das BSH ja auch eines Tages der neue Trend, Websites hinsichtlich des Nutzerverhaltens zu optimieren. Bis dahin klicken wir uns so durch…

 

 

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Leser und ihre Häfen: Passantenhafen Heegerwal

Stegfunk.de-Leser Sven schickte uns diesen Beitrag:

Zugegeben, in diesen Hafen kommen nicht allzuviele Segler rein. Mit 2 Meter Tiefgang ist es gerade noch so möglich im vorderen Bereich einen Platz zu finden, aber in den weiter hinten liegenden Boxen hingen auch wir hier schon im Schlick. Für Motorboote oder Segeler mit weniger Tiefgang ist der Hafen aber überall klasse. Auch sehr kleine oder sogar offene Boote kommen hier gut an: Im hinteren Teil des Hafens gibt es einen offenen, überdachten Unterstand. Hier kann man kochen, abhängen und Sachen trocknen. Der Hafenmeister ist sehr freundlich und hilfsbereit, die Sanitäranlagen relativ neu und komfortabel, Hinter dem Büro des Havenmeesters gibt es sogar einen kleinen Strand und eine Wasserrutsche.

Die Zufahrt ist einfach, es gibt Takelstege im Vorbecken. Rechts: Strand mit Liegewiese

Wenn man gemütlich durch die Kanäle von Lemmer nach Stavoren oder Workum will (oder eben umgekehrt) ist es ein schönes Etappenziel mit einem sehr netten Örtchen und guten Restaurants. Da gibt es natürlich zunächst de Ald Wal von dessen Terrasse sich das Treiben auf dem Wasser bestens beobachten lässt. Etwas weiter hinten aber auch durchaus gut und mit Terrasse am Wasser liegt Café de Watersport. Unvergessen aber mit eigenem Anleger und daher eher nicht für einen Besuch aus dem Passantenhafen geeignet ist auch de Vishal. Die haben guten Fisch aber irgendwie scheinbar keine Website. Egal.

Der Hafen ist vom Heeger Meer aus erreichbar. Das Fahrwasser zur Einfahrt ist betonnt. Es ist ein reiner Passantenhaven, reservieren geht nicht, voll ist voll. Man wählt einfach eine freie Box in der Größe die zum eigenen Boot passt. Was allerdings geht: Nach Absprache kann direkt neben dem Liegeplatz ein Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil platziert werden. Die Website des Hafens findet man hier.

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Polynesisch Ankern – in drei Akten

So.,21. Feb. 2021, Franz.Polynesien/Tahaa/Ile Mahaea, Tag 2456, 21.359 sm von HH

Mittwoch – Tag 1
Wir segeln bei mäßig schwachem Wind von Huahine auf die Nachbarinsel nach Tahaa. Direkte Strecke sind es nur 21 Seemeilen, aber da wir vor dem Wind kreuzen müssen, zieht sich die Fahrt. Erst um 16:30 Uhr stampfen wir uns durch den schmalen Pass – die Strömung drückt ganz ordentlich. Stehende Wellen wirbeln uns hin und her. Aber dann sind wir in der Lagune – türkis bis zum Horizont. Die Lagune ist gespickt mit Bommies. Wir haben die untergehende Sonne im Rücken und können die Korallenköpfe noch halbwegs gut erkennen. Im Zick-Zack suchen wir uns eine größere Sandfläche, um den Anker fallen zu lassen. Nach unserem Rampler mit so einem Bommy haben wir bislang solche Plätze gemieden und schlammige Buchten ohne Korallen bevorzugt. Somit kommt es zur Premiere von „Polynesisch Ankern“ auf Atanga.
Beim korallenschonenden Ankern in Bommy übersäten Lagunen werden zwei bis drei Bojen (oder Fender) an die Ankerkette gebunden, damit die Ankerkette zum Schweben kommt. Das widerspricht eigentlich dem Ankerprinzip vom harmonischen Zusammenspiel von Anker und Ankerkette. Weder Kette noch Anker alleine halten ein Schiff. Ein guter Anker gräbt sich ein und die Kette hält den Schaft des Ankers am Meeresgrund, so dass dieser nicht ausbrechen kann. Schwebt nun die Kette, wird das bewährte System zum Teil zerstört. (hier sei für Interessierte ein Link empfohlen: Ankerkettenrechner von Mathias von der San Ankerketten-Rechner – SAN (trimaran-san.de) )
Die Ankerkette soll zum Schweben gebracht werden zum Schutz der Korallen. Aber auch zur eigenen Sicherheit. Wickelt sich die Ankerkette bei Winddrehern um die Bommies, kann sich die Kette gefährlich verkürzen oder schlimm verhaken – bis zum Verlust des Ankergeschirrs.

Wir sind Korallen-Freunde und wollen schweben lassen. Dazu pickt Achim beim Ankerkette raus lassen nach ungefähr zehn Metern (doppelte Wassertiefe) die erste Boje mit einem Schäkel ein. Es folgen sechs weitere Meter Kette, die zweite Boje knotet Achim mit einem Tampen fest – und nach weiteren sechs Metern folgt Boje Nummer drei. Insgesamt lassen wir dreißig Meter Kette bei 5,5 Meter Wassertiefe raus. Das sollte auch bei schwebender Kette reichen.
Das Tageslicht taugt noch für einen schnorchelnden Anker-Check. Der liegt brav im Sand und hat sich halbwegs gut eingegraben. Die Kette schwebt in schmalen Buchten. Ohne viel Zug auf der Kette treiben die Bojen lustlos an der Wasseroberfläche.

So sieht es bei Flaute von oben aus

Die helltürkis Fläche ist nicht tief genug für uns – wir bleiben im fünf Meter Bereich

Donnerstag – Tag 2
Am nächsten Morgen haben wir mistiges Wetter, Regenschauer und Squalls mit zwanzig Knoten Wind. Die Ankerkette hat sich gestrafft, der Anker über Nacht schön tief eingegraben. Jetzt schweben die Bojen weit auseinander und sind durch den Zug der Kette unter Wasser gezogen worden. Jetzt sehen wir, dass die letzte Boje ist zu nah am Schiff schwebt, sie hat somit keine Wirkung, und soll näher am Anker neu angetüttelt werden. Das klingt einfacher als es ist. Die Bojen haben zu viel Auftrieb (25 Kilo), um sie mal eben schnorchelnd unter Wasser zu versetzten. Nur mit Hilfe eines Fenders als Ketten-Hebe-Sack, mit langen Tampen und als Gemeinschaftswerk gelingt das Vorhaben. Ganz zufrieden verbringen wir den Rest des Tages unter Deck – inzwischen schüttet es wie aus Eimern.
Um 4:00 Uhr morgens holt uns ein Squall mit 33 Knoten Wind aus dem Bett. Das ist immer eklig, aber mit diesem neuen Gefühl der schwebenden Kette wird es nicht wohliger. Aber der Anker hält, um fünf können wir ins Bett zurück.

Nur mit langen Tampen und Hilfs-Hebesäcken kann man die Bojen an der Kette versetzen

Mit Schäkel ist es einfacher – leider haben wir nur einen übrig

Der Kampf gegen den Auftrieb – der Skipper gibt alles

Noch mehr Kampf

Freitag – Tag 3
Flaute – Squall – Winddreher – Squall – Flaute. Wir haben uns über Nacht fast um 180 Grad gedreht. Der Anker hat auf seinem Sand-Fleck die Drehung ganz gut mit gemacht, wie ein Schnorchel-Check zeigt. Ein Stück wurde er aber mitgezogen beim Drehen, bevor er sich wieder eingegraben hat.
Da geht während eines neuerlichen Regenschauers mit Winddreher plötzlich ein Ruck durch Atanga. Wir gucken uns an: was war das denn? Ankeralarm gab es keinen, also sind wir da, wo wir hingehören. Aber wo sind unsere Bojen? Selbst die Große ist nicht zu sehen. Und warum kommt der Wind nicht mehr von vorne?  Wir laufen auf dem Schiff hin und her, keine Boje zu entdecken. Achim geht schnorcheln. Durch die Winddreher und Flaute haben wir uns quasi selber überholt. Allerdings sind die  Bojen an der falschen Seite von Atanga hängen geblieben. Wir haben uns aufgehängt. Achim schneidet den Tampen von der dicken Boje ab, wir sind wieder frei und Atanga richtet sich anständig gegen den Wind aus. Grrr, irgendwie ist „polynesisch Ankern“ doof.
Die abgeschnittene Boje bekommt einen neuen Tampen und wird wieder festgeknotet. Und wenn wir schon dabei sind, sollen die anderen zwei Bojen auch noch einen besseren Platz bekommen. Die erste Boje kommt noch ein Stück näher an den Anker, die zweite rückt auf. Ein Tauch- und Schnorchelspiel, was sich über eine Stunde zieht.
Am Nachmittag dann wieder Flaute. Wir liegen jetzt über unserem eigenen Anker, frech tänzeln die Bojen neben der Bordwand. Ob wir uns wieder an uns selber aufhängen? In der täglichen leichten Abendbrise beobachten wir, wie zentimeterweise die Kette gestrafft wird. Die gewünschte Reihenfolge wird wieder hergestellt. Anker – Bojen – Schiff in einer geraden Linie. Unser Fazit lautet: „Polynesisch Ankern“ taugt nichts bei Flaute und wechselnden Winden. Da muss man schon ein großer Korallen-Freund sein. :-)

Hier überholen wir uns gerade wieder selber

Hier sieht man schön, wie die Korallen überschwebt werden

Ankern als Korallenfreund




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KNRM holt Surfer von Fahrwassertonne

Die Tonne Middelgat 7 brachte Rettung. Auf ihr wartete der Surfer auf die Retter. Die fuhren mit ihrem Schiff Jan van Engelburg mit großer Eile zum Ort des Verunglückten. Dem war es sehr kalt. Er wurde gleich an Bord in Decken gepackt und konnte sich bei einer heißen Dusche in der Rettungsstation wieder aufwärmen.

Von dieser Tonne wurde der Kiter gerettet

Eine Einheit der Wasserschutzpolizei konnte die Ausrüstung des Kiters finden und brachte diese zur Station in Hansweert. So ging das Ganze für den Surfer gut aus. In dem Fall war der Verunglückte leicht zu finden, er musste nur sagen, auf welcher Tonne er sitzt. Oftmals ist der genaue Ort eines Unglücks aber für die Retter unklar. Hierbei hilft die KNRM Helpt-App. Mit ihr lässt sich Hilfe holen. Dabei übermittelt die App die genaue Position, sodass die Retter keine wertvolle Zeit  mit suchen vergeuden. Die App findet man bei den anderen Apps.

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Regeln rund ums BPR inklusive PDF Download

Der Kauf des berühmten Almanaks 1 ist also nicht erforderlich, die digitale Version reicht aus, um den Regeln zu entsprechen. Dazu muss aber ein Anzeigegerät schnell verfügbar sein. Ein Laptop, der erst gestartet werden muss, reicht nicht. Das PDF kann also am besten auf Handy oder Tablet gespeichert werden. So ist es im Fall der Fälle schnell verfügbar. Dabei spielt es keine Rolle, dass der Nutzer der Niederländischen Sprache womöglich nicht mächtig ist, also gar nicht versteht, was denn da drin steht. Hauptsache, es ist an Bord. Zum Download des PDFs gelangt man hier, die Papierversion als Buch kann man unter anderem hier bestellen.

Wo gilt das BPR eigentlich?

Interessanterweise fast überall in den Niederlanden innerhalb der Küstenlinie. Die Niederländer halten es einfach. Es gilt meistens das BPR oder es gelten die KVR auf dem Wasser außerhalb der Küstenlinie. Eine Übergangsregelung wie die Deutsche Seeschifffahrtsstrassenordnung gibt es nicht. Das BPR gilt entlang der Außenseite der Inseln, in den Seegatten dazwischen, entlang der Küstenlinie, zwischen den Molenköpfen der Häfen in Ijmuiden, Scheveningen und Rotterdam und entlang der Dämme in Zeeland. Nur auf der Westerschelde, dem Kanaal naar Terneuzen, der Emsmündung, dem Waal/Rijn, Lek und Pannerdensch Kanaal sowie auf der sogenannten Grensmaas, also da, wo die Maas die Grenze zu Belgien ausmacht, gelten abweichende Regeln. Das BPR gilt also auch auf auf IJssel- und Markermeer sowie auf der Waddenzee. Eine ganz gute Übersicht findet man hier.

Was passiert, wenn man sich nicht an das BPR hält?

Die Niederländer haben recht saftige Bußgelder bei Übertretungen. Die Kontrollen sind flächendeckend. Gar keinen Spaß versteht man bei fehlendem Totmannschalter samt Leine zum Steuermann auf schnellfahrenden Motorbooten und bei Übertretungen der Geschwindigkeitsregeln. Auch das Thema Alkohol auf dem Wasser wird kontrolliert. Es gelten die gleichen Regeln wie in Deutschland beim Autofahren: Ab 0,5 Promille gibt es ein Bußgeld, ab 0,3 Promille eine Teilschuld bei Unfällen.

 

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SV Thula – Janna Hars + Ilja Bode GER

SACKGASSE PAZIFIK
Es ist erst wenige Tage her, dass ich den Besuch zweier Radfahrer bekam, die im Tiefschnee – ganz ohne Schneeketten! – den Weg nach Wandsbek genommen und gefunden hatten, um uns einen Besuch abzustatten. Die Zeit war knapp, jedenfalls bei mir, weil die Uhr tickte, ich ein System zum Airport zu bringen hatte …darum wurde der Besuch vergleichsweise recht kurz, eigentlich garnicht meine Art!

Es ging, wie sollte es wohl anders sein, um die Ausrüstung einer blaugestreiften Yacht mit einer Heckverzierung. Die Beratung ging schnell! Etwas länger wurde der Schnack, als ich erfuhr, dass die Tochter des einen Radfahrers sich derzeit im Pazifik „rückwärts“ quält. Die SY Thula hatte vor einigen Wochen die Entscheidung gefällt, sich gegen die häufigen Flauten im Stillen Ozean Richtung Panama zu kämpfen, eine Herausforderung der besonderen Art, insbesondere wenn Diesel knapp an Bord, man wirklich auf den Wind angewiesen … und der kaum vorhanden ist. Derzeit befindet sich die Thula nur noch wenige hundert SM entfernt von den Perleninseln.
Nachdem ich nun die Iridium Mobiltel. erfahren hatte, konnte ich tun, was mir schon lange am Herzen gelegen hat, denn ich war durch ein Foto auf der Website der Segler aufgeschreckt, welches die Ruder Position des Windpilot Systems abenteuerlich falsch montiert gezeigt ( Achterkante Ruders nach vorn montiert!). Jedenfalls konnte ich endlich meinen Hinweis an die Segler loslassen … zum Glück hatte man den Fehler bereits selbst gemerkt. Immerhin ist die Windpilot Anlage bereits ca 30 Jahre alt und mir in Erinnerung geblieben, weil von der Vindö 452 insgesamt nur wenige Schiffe gebaut worden sind.
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Bilderrätsel KW 7 – Wo ist es?

OK, OK, OK. Ich gebe mich geschlagen. Urk war zu leicht. Ich hatte das Gefühl, jeder Stegfunk.de-Leser hat auf Facebook gepostet oder eine Mail geschrieben. Toll. Vielen Dank dafür. Das freut uns wirklich sehr. Nur eine kleine Anmerkung: Angesichts der Historie Urks als Insel, heißt es immer noch „auf“ Urk, wie auf Texel. Klingt seltsam für ein Stück Land, war aber eben mal eine Insel. Übrigens: Der Kibbeling-Tipp von Stegfunk.de-Leser Pierre: Den besten gibts irgendwo im Industriegebiet. Danke dafür. Guten Hunger.

Das hat so viel Spaß gemacht, all die Mails zu beantworten, ich glaube, wir legen noch einen drauf. Wer erkennt das von Wassersportlern am häufigsten fotografierte Dorf der Niederlande? Für die echten Cracks: Was steht rechts unterhalb der Brücke? Tipp: Die Antwort ist nicht „Windmühle“! Wer es weiß schreibt eine Mail an [email protected] Viel Spaß beim raten. Sie haben noch ein Foto, das unbedingt ins Bilderrätsel gehört? Dann gerne her damit. Am besten per Mail. Vielen Dank.

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