Archiv der Kategorie: Blogs

SV Sloop John B – Manuel Lopez ES

WORLDWIDE DELIVERY SKIPPER – LIVING ON HIS SMALL BOAT
Hello Peter, It’s a Robert Clark’s designed Sloop, Transoceanic 27 feet. I just buyed from the original owner from 74, planning to live aboard and travel around the world… 😉

 Talking about delivery, yes Peter, this is one of my main jobs worldwide (Med, Caribbean mainly). I do also summer season charter Skipper because I speak a few languages and I get well paid. Boat Maintenance and cook are my secondary jobs while travelling or winter time (if I’m not surfing in Central America 😉
Just today I enjoyed a lovely sailing day thanks to “Sebastian” the best skipper (cheap and silence) Windpilot I love it.
Saludos,
Manu

SV Zeevalk – Hans Veenendaal NED

2020 SUMMER IN SURINAM
Lieber Peter, sehr viel dank fur deine mail. Wie du sagst Pendelarm verbogen, das hatte ich mich schon gedacht. Wir waren in Mindelo in hafen, mit hinterseite Zeevalk am pontoon …glucklich war ein fender dazwischen, sonst wäre der Schaden schlimm gewesen.

So sind wir in februar 2020 von mindelo nach suriname gesegelt in etwa 16 tagen, der windpilot hat gut functioniert, und ich weiss nun, dass ich mit dem Schaden weitersegeln kann.
Tsjus, bis spater
Hans
Zeevalk in Marina waterland auf der suriname rivier. Du kannst auch gucken auf

Nightmare on Wilson Street

Wer immer glaubte, beim Segeln hätte sich das Schicksal gegen ihn verschworen, der kennt die Geschichte von Jennifer und Corrie noch nicht. Die beiden Australier mussten ihr Boot, mit dem sie vom Mittelmeer nach Australien segeln wollten, aufgeben. Ein Tanker rettete sie aus dem Medicane. Aber damit ist die Geschichte noch lange nicht erzählt, die so beginnt:

 

Jennifer und Corrie Schutte stinken nach Diesel, als sie ihre „Wilson Street“ das letzte Mal sehen. Mit jedem Meter, den die Yacht aus dem Windschatten des Tankers auf die offene See treibt, wird sie zum Spielball des Orkans. Die Gischt peitscht horizontal über das Meer, raubt die Sicht. Kurz darauf ist das Boot mit dem ungewöhnlichen Namen verschwunden, verschluckt von einer grauen Kulisse aus rauer See, 90 Seemeilen nordöstlich von Malta.

 

Jennifer und Corrie – sie 61 Jahre alt, er 68 – stehen auf der Brücke der „Team Osprey“, dem Tanker unter maltesischer Flagge, der sie aus Seenot gerettet hat. Klitschnass von den Wellen, die über die Sun Odyssey 40.3 rollten wie Planierwalzen über Straßenschotter, entkräftet und erschöpft. Es ist der 16. September, der Tag, an dem die Australier ihr Boot verloren, aber ein neues Leben geschenkt bekommen haben. Und alles, woran Jennifer in diesem Moment denkt, ist der Dieselgeruch, der hartnäckig an ihren durchnässten Klamotten klebt.

Hier geht es zum ersten Teil der unglaublichen Geschichte

 

 

Stresstest für Friesische Gewässer

Dabei geht man von einem Anstieg des Meeresspiegels von 85 Zentimetern aus. Die Folge: Niederschlagswasser kann nicht mehr wie bislang über die Schleusen im Abschlusseich abgelassen werden, es muss in die Wattensee gepumpt werden. Das ist teuer.

Bei dem Test wurden sechs mögliche Szenarios, um auf die Veränderungen zu regieren, getestet. Die reichten von einer andauernden Anpassung des Pegels im friesischen Oberflächenwasser, über die Erhaltung des jetzigen Pegels mit dem Bau vieler neuer Pumpwerke bis hin zur Absenkung des Wasserspiegels in Friesland um etwa zwei Meter. Zum Glück wurde all das nur auf dem Papier, beziehungsweise im Computer geprüft, dennoch werden die Erkenntnisse bereits ab 2023 zu ersten Handlungen führen.

Neben der Verändeung des Seeniveaus sorgen auch trockene Sommer und sehr feuchte Winter für Probleme. Darauf muss die Wetterskip, also die Wasserschaft, die die Gewässer pflegt und verwaltet, reagieren. Wassersportler müssen sich zunächst keine Sorgen machen: Die Bedeutung des Wassertourismus für die Region wird in den Szenarien berücksichtigt.

Quelle: Omroep Fryslan

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Ich bin dann mal Kotzen, Teil 1 (Berlin, Du bist so wundersam)

Letzte Woche wurde ich bei der Aufzeichnung eines Podcasts wieder mal gefragt, ob ich irgendetwas vermisse, seit ich von Berlin auf ein Boot in der Türkei gezogen bin. Ich musste nicht lange überlegen. Die Antwort ist seit über zwei Jahren immer die gleiche: Nein, nichts! Und das ist wirklich so. Den Kontakt zur Heimat halte ich über Videochats und Messengerdienste, es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht mit jemandem aus Deutschland spreche. Wie heute Morgen zum Beispiel. Mit der netten Dame vom Grundbuchamt Tempelhof-Kreuzberg. Das Gespräch war mir jeden der vielen Euros wert, die der Anruf auf ein Festnetztelefon in einer deutschen Behörde aus der Türkei nun mal so kostet.

 

Okay, wenn ich ehrlich bin, hätte ich natürlich lieber eine Mail geschickt. Geht schneller, kostet nichts, die Antwort ist verbindlicher. Dumm nur, dass es beim Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg bei der schriftlichen Korrespondenz keine Angaben irgendwelcher Mailadressen gibt. Mein Fehler war, dass ich leider kein Fax schicken konnte (die Nummer ist wiederum angegeben), denn die Anschaffung eines Faxgerätes habe ich erst für das kommende Jahr geplant. Man weiß ja  nie, ob der neueste technische Scheiß wirklich was taugt, und bis dahin werden sicherlich die Kinderkrankheiten ausgemerzt sein. 

 

Nichtsdestotrotz: Das Gespräch war jeden Euro (und es waren nicht wenige) wert. Als ich auflegte, schaute ich verträumt aus dem Cockpit und freute mich einen Keks, dass ich dieses verkackte Berlin und die deutsche Bürokratie hinter mir gelassen habe an einem fernen Ort bin. Ich streichelte mein Smartphone, tippte zaghaft auf die rote Kachel mit dem weißen Halbmond unter der in kleinen Buchstaben „e-Devlet“ steht. Warum ich das machte? Einfach so, weil ich es kann. Und weil ich immer noch nicht glauben mag, dass es so etwas gibt. Wobei das auch nicht ganz richtig ist. Vielmehr kann ich nicht glauben, dass es so etwas in Deutschland nicht gibt.

 

Vereinfacht ausgedrückt: Das e-Devlet ist so etwas wie eine Behörde. In der kleinen App wohnen ganz viele Beamte. Und einer hat immer Dienst. Rund um die Uhr. Verrückt, ich weiß. So ziemlich jeder Behördengang kann über die App erledigt werden. Ein Beispiel: Neulich fiel mir ein, dass ich wahrscheinlich die Steuer für meinen Roller bezahlen müsste. Ein Klick und – tatsächlich – ich bin sie schuldig. Ein weiterer Klick – bezahlt. Habe ich vielleicht Strafzettel bekommen? Ein Klick – nein! Will jemand seinen Wohnsitz ändern – Klick. Oh, jemand braucht die Geburtsurkunde – klicken, downloaden, ausdrucken – fertig. Jemand braucht eine verifizierte Unterschrift? Kein Problem, geht elektronisch. Unglaublich, was die kleinen Beamten in der App alles wegschaffen. Und das ohne Wartezeit.

 

Na, stellen sich schon die Nackenhaare auf? Datenschutz und so? Aber wenn Bill Gates ohnehin die ganze Welt chippen lässt, dann hat er auch längst Deine Daten. Natürlich bin ich mir vollkommen der Dramatik bewusst, dass Hacker wissen könnten, wenn ich einmal meinen Roller im Parkverbot abstellen würde. Aber bis es soweit ist, genieße ich einfach den Komfort, den mir die kleinen Beamten in der App geben.

 

Wenn ich es mir recht überlege, sind es wahrscheinlich gar keine Beamten, die im e-Devlet wohnen. Denn dann würde man sie ja nicht erreichen können. So wie gestern morgen. Da brauchte ich mehrere Versuche, bis endlich jemand in Tempelhof-Kreuzberg den Hörer abnahm, der dann aber erst so tat, als höre er mich nicht und wieder auflegte, und dann wieder nicht abnahm, als ich es erneut versuchte. Als ich ihn endlich dann doch an der Strippe hatte, leitete er mich in eine völlig falsche Abteilung um. Komisch, dabei hatte ich doch die Durchwahl gewählt, die auf meinem Schreiben stand?

 

Aber dann musste ich schmunzeln. Manche Witze sind eben auch noch nach Jahren gut. Genau das gleiche hatten wir auch immer gemacht, als ich Ende der 80er Jahre ein Schülerpraktikum beim Celler Amtsgericht absolvierte. Interessanterweise auch im Grundbuchamt. Damals fand ich das wirklich witzig. Traurigerweise scheinen die Behörden in Deutschland nicht nur humormäßig in den 80er Jahren hängen geblieben zu sein, sondern auch technisch. 

 

Zurück zu heute: Obwohl ich im Grundbuchamt anrief, stellte mich der gequälte Beamte, dessen Stimme verriet, dass er das Elend der ganzen Welt auf den schmalen Schultern tragen muss, zum Familiengericht durch. Aber was soll ich sagen, die Dame war wirklich nett. Kurz dachte ich an die „Versteckte Kamera“. Denn mal ehrlich, wer rechnet denn damit? Eine nette Person in einer Behörde? Das kann doch nur ein Scherz sein!

 

Einige Minuten und viele Euros später hatte ich dann doch schon die Dame an der Strippe, die den Schrieb verfasst hatte, weshalb ich anrief. Und jetzt muss ich ein bisschen ausholen. Denn natürlich gibt es eine Vorgeschichte, und die beginnt vor etwa einem Jahr. Oder gehen wir gleich noch weiter zurück…

 

Als ich im Sommer 2018 in Deutschland die Segel strich, um sie am Mittelmeer wieder zu setzen, behielt ich einen Koffer in Berlin. Zumindest sprichwörtlich. In Wahrheit ist es kein Koffer, sondern ein Keller, in dem ein paar Kisten mit alten Dias vor sich hin modern. Der Keller wiederum gehört zu einer Wohnung, die ich an Freunde vermietet habe. Die Wohnung, so der Plan, soll einmal ein wesentlicher Teil meiner Altersvorsorge sein. Schließlich kündigte ich nicht nur mein altes Leben auf, sondern auch meine gut bezahlte Festanstellung. Ob dieser Plan jedoch aufgeht, steht seit Montag in den Sternen. Dazu kotze ich mich dann später aus. Falls der Magen das dann noch hergibt. Stichwort: Mietendeckel! Morgen mehr.

 

Zurück zu der Wohnung in Friedrichshain. Meine letzten anderthalb Jahre in Berlin waren die Hölle. Ein schmieriger Lappen hatte das Dachgeschoss gekauft, um schnieke Wohnungen dort entstehen zu lassen. Der Ausbau war dilettantisch. Viele Monate versank das Haus in Schutt und Staub, Risse groß wie Spalten rannen meine Wände herab, Putzplatten prasselten eines nachts auf mein Bett und zu allem Überfluss wurde die Baustelle eines Winters so miserabel abgedichtet, dass die Wände aufweichten wie ein nasser Schwamm. Schwarzer Schimmel wucherte an den Wänden. Geschenkt und Haken dahinter, dachte ich damals. 

 

Aber jetzt, drei Jahre später, muss ich mich wegen des Dachgeschossausbaus immer noch mit Schimmel beschäftigen. Dem Amtsschimmel. Vor etwa einem Jahr flatterte in mein elektronisches Postfach der Schrieb eines Berliner Notars, angehängt ein Vordruck, überschrieben mit „Genehmigungserklärung“. Der ganze Inhalt des Dokuments, das ich – wie alle Eigentümer von Wohnungen in den Haus mit 25 Einheiten – unterzeichnen soll, würde in drei Twitter-Mitteilungen passen. Inklusive aller Adressenangaben. Der Kernsatz lautet: „Ich, der unterzeichnende Miteigentümer, genehmige hiermit die abgegebenen Erklärungen und bestätige ausdrücklich sämtliche erteilten Vollmachten einschließlich der Befreiung von den Beschränkungen des § 181 BGB.“ 

 

Wie mir erklärt wurde, geht es wohl darum, dass die Teilungserklärung dahingehend geändert wird, dass die drei entstandenen Wohnungen offiziell vermietet werden können. Auch wenn ich den Typen nicht mag, mir soll’s recht sein. Ich bin ja nicht nachtragend. Also unterzeichnete ich die Erklärung elektronisch und sendete sie – mit freundlichen Grüßen – zurück. 

 

Moment! So schnell geht das natürlich nicht. Die Assistentin des Notars interveniert. Ich müsse die Unterschrift beglaubigen lassen. Am besten in Berlin. Ich antworte ihr, dass das jetzt echt blöd sei, da ich ja in der Türkei auf einem Segelboot lebe. Vor April sei ich sicherlich nicht in Deutschland. Wenn die Zeit denn drängt, könne der Notar aber gerne hier vorbeikommen, biete ich an. Die Antwort: April reicht! 

 

Als der April endlich kommt, ist Corona längst da. Und bin immer noch hier. In der Türkei. Lockdown! Selbst wenn ich wollte, und das will ich definitiv nicht, würden keine Flüge gehen. Pling! Eine Nachricht vom Notar. „Die beglaubigte Unterschrift fehlt!“ Ich erkläre die Situation, vielleicht hätten Sie ja von diesem Ding namens Corona gehört? Sie hätten ja bereits das von mir unterschriebene Dokument, auch würde ich sofort einer digitalen Verifizierung zustimmen. Als ich noch Wirtschaftsreporter war habe ich über die Einführung des Video-Identverfahrens berichtet. Ein klasse Ding. Man wedelt vor dem Laptop mit dem Ausweis und eine komplizierte Software verifiziert, dass ich es wirklich bin. Das Verfahren ist so gut, dass heutzutage Millionenkredite mit dieser Methode vergeben werden. Dann sollte doch eine läppische Unterschrift unter einem Vierzeiler in Kalauerlänge auch möglich sein. Die Antwort: Nö!

 

Ich mache gute Miene zum nervigen Spiel und biete an, zu einem türkischen Notar zu gehen. Die Antwort: Nö!

 

„Was dann?“, frage ich, jetzt doch langsam genervt. Die Antwort: Ich müsse zur Deutschen Botschaft, nur die könnten meine Unterschrift beglaubigen. Kurz schaue ich auf der Seekarte nach, wie viele Seemeilen es wohl bis nach Ankara sind. Ungefähr 400, also knapp 800 Kilometer! Und die Strecke ist gefährlich. Das steht schon in der Bibel. Noah hat doch tatsächlich seine Arche am Berg Ararat im Osten der Türkei versenkt. Ist eben dumm, dass Ankara mitten im Landesinneren liegt.

 

Das Konsulat in Antalya wäre aber eine Alternative. Aber, ach ja, wegen Corona sind die Vertretungen ohnehin geschlossen. Zudem widerstrebt es mir, für den Dachfürsten diesen immensen Aufwand zu betreiben. Aber was würde man nicht alles tun, nur um endlich Ruhe zu haben. Selbst Auto mieten, Sprit für 400 Kilometer verballern, Zeit investieren und Kohle verbrennen für etwas, das in meinen Augen ganz easy online zu erledigen wäre. Aber bei allem Eifer, wegen Corona ist das Konsulat im Frühjahr 2020 nun mal geschlossen. 

 

Anfang Juni segeln wir gerade irgendwo an der türkischen Südküste, als mich wieder eine Mail aus dem Berliner Notariat erreicht. Ich solle nun endlich mal meiner Pflicht nachkommen. Wohl versehentlich hängt der Mail auch noch eine Nachricht des Dachfürsten an, der vom Notar rechtliche Schritte gegen mich fordert. Er hatte nicht einmal die Eier in der Hose, sich direkt bei mir zu melden. Als er mir damals einen Teil des Dachgeschosses aufschwatzen wollte, triefte es aus dem schlecht sitzenden Anzug nur so vor Schleim. Als seine Baustelle dann meine Wohnung verwüstete, wurde der Mann, im Hauptberuf Banker, auch noch unverschämt, so dass ich ihn hochkant aus meiner Wohnung warf. Streng genommen schuldet er mir noch über 900 Euro. Miete, die ich meinen Mietern erlassen hatte, als sein Schimmel sich in deren Wohnung ausbreitete. Aber ehrlich gesagt wollte ich diesen Typ nie wieder sehen. Das war mir damals 900 Euro wert. Heute könnte ich damit locker zwei Monate leben. 

 

Aufgrund der Mail des Dachfürsten, die mich eigentlich nie hätte erreichen sollen, war mein Interesse, das Boot in eine Marina zu bringen, die täglich viel Geld kostet, ein Auto zu mieten und quer durch die Türkei zu einem Konsulat zu fahren, eher gering. Ich kontaktierte das Grundbuchamt und fragte, ob es neben dem Konsulat nicht eine andere Möglichkeit geben würde. Die überraschende Antwort:Sicher! Auch ein türkischer Notar würde gehen, das Dokument müsste allerdings beglaubigt, übersetzt und mit einer Apostille versehen werden.

 

Das sollte kein Problem sein. Zurück in meinem Heimathafen, nahm ich mir ein paar Geldscheine, beauftragte eine vereidigte Übersetzerin, verbrachte zwei Tage zwischen Notar und Behörde. Am Ende hatte ich ein wunderschönes Bündel beisammen, dekoriert mit einer bunten Apostille, und schickte es an das Grundbuchamt nach Berlin. Ich fühlte mich beschwingt, irgendwie leicht. Wahrscheinlich, weil ich um 250 Euro erleichtert worden war. 

 

Keine fünf Monate später (um genau zu sein: vorgestern) erreichte mich dann erneut eine Mail des Notariats. Das Grundbuchamt hätte die Beglaubigung nicht anerkannt. Ich möchte doch jetzt bitte zur Botschaft. Alles weitere sei dem angehängten Dokument zu entnehmen. 

 

In der beigefügten Ausführung der Rechtspflegerin heißt es zur Begründung der Verweigerung: „Der Beglaubigungsvermerk des Notars wurde zwar von der vereidigten Übersetzerin übersetzt und unterschrieben. Es fehlt jedoch die notarielle Beglaubigung dieser Unterschrift. Auch die Apostille wurde nicht korrekt (…) ausgefüllt.“

 

Ich bin zwar kein Jurist, aber wie mir vom Notar in der Türkei versichert wurde, ist alles genauso gemacht worden, wie es eben in der Türkei üblich ist. Aber das scheint der Amtsschimmelreiterin in Berlin nicht genug. Wenn ich das Schreiben richtig verstehe, ist die Beglaubigung des türkischen Notars im Prinzip in Ordnung, allerdings hätte er noch mal beglaubigen müssen, dass die vereidigte Übersetzerin alles richtig übersetzt hat. Wahrscheinlich unterläuft mir ein Denkfehler: Aber wie kann ein türkischer Notar beglaubigen, dass die vereidigte Übersetzerin richtig übersetzt hat, wenn er kein Deutsch kann, weshalb ja die vereidigte Übersetzerin dabei war? Egal, das Grundbuchamt kann mir das sicherlich erklären. Ich greife also zum Hörer. Aber klar, niemand nimmt ab, es ist kurz vor Feierabend in Deutschland.

 

Der Anruf muss bis zum nächsten Tag warten. (Also bis gestern) Die Zeit überbrücke ich derweil mit der Recherche, wann das deutsche Konsulat in Antalya denn Sprechzeiten hat. Nur für den Fall. Denn ich habe da so ein Bauchgefühl. Und das ist nicht gut. Auf der Webseite der deutschen Vertretung leuchten mir direkt zwei bunte Ausrufezeichen entgegen. Zwar habe das Konsulat seit Anfang Juni wieder geöffnet, allerdings sei der Publikumsverkehr aufgrund von Corona eingeschränkt. Frei übersetzt: Bitte nur kommen, wenn es wirklich nötig ist.

 

Ich schöpfe Hoffnung, dass auch das Grundbuchamt aufgrund der Corona-Situation eine Ausnahme macht. Immerhin ist die Welt aus den Fugen geraten, täglich schaudern neue Schreckensmeldungen durch die Medien, erlassen Regierungen immer neue Maßnahmenpakete, die Milliarden verschlingen. Menschen sterben, andere verlieren ihren Job. Deutschland ist im Ausnahmezustand. „Bleiben Sie zu Hause!“, bittet die Kanzlerin. „Reisen Sie nicht“, heißt es überall. Da kann es doch nicht sein, dass eine Rechtspflegerin im Grundbuchamt Tempelhof-Kreuzberg darauf beharrt, dass ein deutscher Staatsbürger viele hundert Kilometer im Ausland zurücklegen muss, um eine Unterschrift unter einem belanglosen Stück Papier bei einem Konsulat zu wiederholen, die längst in Gegenwart eines türkischen Notars beglaubigt wurde, aber in den Augen der Beamtin eben etwas verrutscht ist. 

 

Kurzes Quiz: Was war wohl die Antwort der Rechtspflegerin?

 

  1. Wir haben uns noch einmal erkundigt und festgestellt, dass Beglaubigungen in der Türkei genau so ausgeführt werden. Natürlich akzeptieren wir das Dokument.
  2. Die Beglaubigung durch den türkischen Notar entspricht zwar nicht im Detail unseren Vorschriften, aber in Anbetracht der speziellen Corona-Situation wäre es unverantwortlich, sie viele hundert Kilometer bis zum nächsten Konsulat zu schicken. Alles gut!
  3. Leider können wir die vorliegende Beglaubigung nicht akzeptieren. Nutzen Sie doch bitte unseren neuen Service des Video-Identverfahrens, um die Beglaubigung elektronisch durchzuführen.
  4. Das ist nicht mein Problem!

 

Ja okay, das war zu einfach. Natürlich ist es die letzte Antwort. Alles andere hätte ja auch verwundert. Ist ja auch so die viel lustigere Anekdote. Wenn ich sie türkischen Freunden erzähle, lachen die laut auf. Oder schütteln ungläubig den Kopf. Das ach so hochentwickelte Deutschland hat für solche Fälle keine Onlinelösungen? Das will eigentlich keiner glauben. Und wenn ich dann noch erzähle, dass es in Deutschland viele Orte gibt, an denen es nicht einmal Mobilfunkempfang gibt, halten sie mich endgültig für einen Schwätzer. 

 

Zurück zum Berliner Grundbuchamt. Meine charmante Anbahnung scheitert kläglich. Nach nur einem Satz weiß ich bereits, dass es keinen Kompromiss oder ein Einlenken geben wird. Die Dame macht gleich klar: Vorschrift ist Vorschrift. Alles Argumentieren wird mit den immer fünf gleichen Worten abgeblockt: Das ist nicht mein Problem!

 

Ich versuche es noch einmal diplomatisch, damit ich die Diplomaten in Antalya nicht mit meinem Problemchen behelligen muss. Ich bin mir ziemlich sicher, die haben in der gegenwärtigen Situation besseres und wichtigeres zu tun, als eine verrutschte Unterschrift unter einem Vierzeiler wieder gerade zu rücken. Auch wenn sie damit eine Dame in Tempelhof glücklich machen würden.

 

Ob sie mir per Mail vielleicht eine Begründung schicken könnte, will ich von der Dame wissen, warum die Unterschrift als eine Art Notfall einzustufen sei, damit ich einen Grund habe, das Konsulat zu belästigen. Da ich ein ehrlicher Mensch bin, würde es mir schwerfallen, die Dringlichkeit zu erklären, da ich sie, dumm wie ich bin, nunmal nicht erkennen kann. Die Antwort, ich hätte es ahnen können, hat fünf Wörter.

 

Hallo Antalya – ich komme!

Berlin, Du kannst mich mal!

Bilderrätsel KW 48 – Wo ist es?

Letzte Woche schauten wir auf den lange Jan in Middelburg. Die hübsche Stadt war Teil der Ostindischen Compagnie und als solche sehr wichtig im goldenen Jahrhundert. Den Reichtum aus der Zeit erkennt man auch heute noch im Statdkern. Keine Frage: Die Hauptstadt der Provinz Zeelnad ist immer eine Reise wert.

Und weiter: Auch heute sind wir wieder in den Niederlanden unterwegs. Aber wo? Wer es weiß schreibt an [email protected] Viel Spaß!

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Kollision zwischen Fähre und Frachter in Amsterdam

Zwei der Verletzten wurden in Krankenhäuser gebracht, die anderen beiden vor Ort behandelt.

Die Fähre war unterwegs von Buiksloterweg in Noord zum Hauptbahnhpf. Ein unbeleuchtetes Rundfahrtboot soll die Aufmerksamkeit des Fährskippers auf sich gezogen haben. Der hat dadurch das Binnenschiff, das dem IJ folgte, offenbar übersehen. Der Frachter trifft die Fähre an Steuerbord im Bugbereich. Beide Schiffe bleiben schwimmfähig. Der Sachschaden ist jedoch, besonders an der Fähre, erheblich.

Bilder des Unglücks und sogar ein Video gibt es hier.

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Segeln zwischen Weinbergen

Ümit Uzun von Charterbar hat in seinem Podcast mit mir über das neue Leben an Bord, das alte an Land, meine Bücher und darüber, wie es ist, in Unterfranken zwischen den Weinbergen zu segeln, gesprochen.

 

Hier geht es zum Podcast

Ein Ende ist in Sicht

So., 22.Nov.20, Franz.Polynesien/Tahiti/Papeete, Tag 2366, 21.218 sm von HH

Unsere Arbeiten sind fast fertig. Zu Beginn haben Regenschauer die Decks-Arbeiten ständig unterbrochen, aber seit zehn Tagen ist es trocken und Achim kommt gut voran. Noch eine Stelle schleifen, dann ist er fertig. Was man so fertig nennt … für die Erneuerung aller Fugen an Deck bräuchten wir ungefähr hundert Tuben. Die würde man vielleicht in Papeete noch zusammen kratzen können, aber leider mit der falschen Spezifikation. Achim ist damit nicht zufrieden. Das falsche Sika zieht sich beim Trocknen stärker ein, hinterlässt also keine glatte Fuge und lässt sich erheblich schlechter schleifen. Die schlimmsten Stellen sind aber repariert – das muss, das soll reichen. Achim hat inzwischen das letzte Messer vom Fein Multimaster in Arbeit – Nachschub kann man vergessen. Selbst Latexhandschuhe für Sika-freie Hände sind auf der ganzen Insel nicht zu bekommen. Dank Corona.

Schnell schleifen bevor der nächste Regen kommt

Nun braucht nur noch das Reinigungspersonal anrücken. Der Staub liegt überall Zentimeter dick. Draußen sowieso und sogar im Salon kann man ‚Sau‘ ins Bücherregal schreiben. Das dauert wohl ein paar Tage bis wir damit fertig sind. Allein die Stellen zu finden, wo das Sika nicht hingehört. :roll: Darum haben wir den Liegeplatz in der Marina noch um eine Woche verlängert, aber dann geht es endlich weiter.

Keine Gottesanbeterin sondern Sika was dort nicht hingehört – ein widerliches Klebzeug was seine Wege sucht

Ich darf bei den Decksarbeiten nicht mitspielen – zu wenig Platz für zwei – und suche mir andere Projekte

 

Aus dem großen Refit in Neuseeland einschließlich neuem Bimini, Polstern und einer kompletten Decksreparatur ist etwas Flickwerk mit den Möglichkeiten vor Ort geworden.
Wir sind trotzdem zufrieden. Wir sind trotzdem zufrieden.
Neuseeland hat gestern die finale Absage einer Einreise-Genehmigung an uns geschickt. Wir sind zu arm, Englische Mitbewerber hatten 60.000 Neuseeland Dollar angegeben, mit der Summe hätten sie theoretisch rein gedurft, aber auch sie haben sich längst dagegen entschieden – die Zyklon-Saison hat bereits begonnen.

Wir sind soweit und reif für einen Aufbruch. Noch eine Woche … :-)

 

Was kann einem Boot im Sturm gefährlicher werden? Der Wind? Oder die Welle?


Ein typischer Anblick in den Wintermonaten in der Bucht von Port de Pollença im Osten Mallorcas. Eine Yacht hat sich bei schwerem Südsturm von ihrem Anker losgerissen. Aber was wurde ihr zum Verhängnis: Der heftige Wind? Oder die Welle in der eigentlich geschützten Bucht?

Auf diese unscheinbare Frage, ob Wind oder Welle einem Boot im Sturm gefährlicher werden,  stieß ich vor kurzem im Handbuch Sturm Taktik von Lin & Larry Pardey. Aber so unscheinbar sie ist, so wert ist es, über diese Frage nachzudenken. Was ist es letztlich, was dafür sorgt, dass ein Boot im Sturm in Bedrängnis gerät?

Ist es vor allem der Wind, der bei aufziehendem Sturm unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht? Die hunderte verschiedener Sinneseindrücke reichen von akustischen Wahrnehmungen wie dem gewaltsamen Klonk-klonk-klonk eines Falls am Mast und dem Pfeiffen des Windes in der Takelage über die optischen Eindrücke eines heftig killenden Segels, wehende Gischt bis hin zum wild hin und her springenden Verklicker. Aber auch unser Körper nimmt Wind wahr, wenn wir uns gegen den Wind lehnen müssen, um aus dem Cockpit aufs Vordeck zu gelangen oder unwillkürlich in einer Böe nach der Mütze greifen, weil eine Böe sie vom Kopf zu reißen droht.

Aber genau in der Aufmerksamkeit, die der Wind auf sich zieht, liegt die Tücke. Denn auf offener See ist es nicht der Wind, der einem Boot gefährlich werden kann, sondern die Welle. Eine heftige Böe kann eine seegehende Yacht zwar kurzzeitig „flach legen“ und den Mast den Wellen nahebringen, aber niemals zum Kentern bringen. Das schaffen auf dem Meer nur brechende Wellen, die das Boot breitseits treffen und praktisch überrollen. Über dieses gefürchtete „Querschlagen“ schrieb ich bereits in den beiden vorangegangenen Posts. Damit das geschieht, brauchts ordentlich „Fetch“: Der Wind muss über eine lange Strecke, mehrere Hundert, besser Tausend Kilometer über die Weite der See anrollen,











Brechende Seen in einem Frühjahrs-Weststurm vor der Südküste Siziliens. Die mit langem Fetch aus der Länge des westlichen Mittelmeers rollenden Wellen brechen vor der Hafeneinfahrt von Sciacca und machen sie unpassierbar.

damit die Wogen Kraft bekommen. Übrigens schreiben Lin & Larry Pardey in ihrem HANDBUCH STURMTAKTIK, dass man die ersten Stunden eines Sturms selbst auf dem Atlantik die Fahrt in der Regel gut fortsetzen kann – bis zum jenem Moment, in dem die Wellen bei signifikanter Höhe brechen.

Lin & Larry Pardey beantworten die Frage eindeutig: Auf offener See ist es die Welle, die einem Boot gefährlich werden kann, nicht der Wind.

Aber wie immer gibt es eine Ausnahme: Jollen auf Binnengewässern. Hier genügt oft schon eine erste Gewitterböe, um Segelfahrzeuge ohne Kielballast umzuwerfen oder sie unter vollen Segeln aufs Ufer zu jagen. Aber deshalb gehört es auch zur praktischen Ausbildung auf Binnengewässern, zu lernen, wie man seine gekenterte Jolle wieder aufrichtet. 

Und die Winterstürme in Port de Pollença? Die gut geschützte Ankerbucht verspricht Seglern trügerische Sicherheit. Bei den tagelangen Südstürmen im Winter reicht schon ein Fetch von ein paar Kilometern, um Wellen aufzuwerfen, die das Schiff derart in Bewegung bringen, dass dessen Anker langsam aus dem Sandgrund gerupft und die Yacht aufs Nordufer gedrückt wird.

Das HANDBUCH STURMTAKTIK ist soeben erschienen und jetzt bei millemari.de bestellbar.









Zweitwohnsitze in Coronazeiten

AB IN DIE HAMPTON´S

Zweitwohnsitze

Restauranttipp: Da Roberto in Scharendijke

Die Lage ist schonmal vorzüglich. Ein Pavillion oben auf dem Deich mit Blick auf den Yachthafen und das Grevelinger Meer. Anlegen kann man in besagtem Hafen. Wenn man den Hafenmeister fragt, ob es während des Essens OK ist, kann man meist gratis liegen. Das ist fein. Dann die Begrüßung: Italienisch. Bißchen chaotisch (so bleibt der Service während des gesamten Besuchs), charmant, mit einem Lächeln. Dann kommt Brot mit Oliven auf den Tisch. Fein.

Die Karte: Typisch Italienisch, logisch bei einem Italiener. Aber es ist eben echt typisch. Carpaccio, Caprese, Vitello Tonato. Auch eine Burrata gibt es. Erwartbar. Aber: Es ist echt schmackhaft und nicht wie sonst schon mal irgendwie aus der Dose. Das passt. Tipp: Gemischte Vorspeisen für alle.

Pasta? Logisch, auch mit Zeugs aus dem Wasser drin. Gut. Ansonsten Fisch und Fleisch und eine Tageskarte. Da gibt´s dann auch mal frisches Seegetier aus der Gegend oder Trüffel (genau der Geschmack der Redaktion…). Die Karte ist nicht echt außergewöhnlich, aber was es gibt ist gut. Pasta auf den Punkt, ebenso Rind. Das hat uns echt gut geschmeckt.

Hmm: Pasta mit Trüffel. Gut und von der Tageskarte.

Und danach gab es -wieder erwartbar- typische Toetjes (Nachtische) aus Italien. Tipp: Affogato…hmmm.

Ach ja: Die Pizzen. Gab es bei uns nicht, die Nachbarn aber wurden damit versorgt und das sah gut aus. Reste gab es nicht, muss also geschmeckt haben.

Was ist das Besondere an Roberto? Roberto. Er verleiht mit seinem Team dem Laden einen italienischen Flair mitten in Zeeland in der Nähe des Massentourismus-Bungalowparks. Das Chaos ist landestypisch, die Kellner setzen sich mal mit an den Tisch, Kinder dürfen rumflitzen und nen Lutscher gibts nachher eh. Das macht Spaß.

Nicht so viel Spaß machen die Preise. Die sind heftig, sogar für Niederländische Verhältnisse. Wegen der scheinbar guten Zutaten und der tollen Location geht das aber in Ordnung. Man muss ja nicht jeden Tag hin.

Wer also mal einen Italienischen Moment im Zeelandurlaub sucht: Da Roberto in Scharendijke kann helfen.

www.da-roberto-trattoria.nl

EDIT: Die Redaktion war dort essen, hat sich nicht als solche zu erkennen gegeben und hat alle Speisen und Getränke voll bezahlt. Auch dieser Artikel wurde nicht vom Restaurant bezahlt.

Het bericht Restauranttipp: Da Roberto in Scharendijke verscheen eerst op Stegfunk.de | Wassersport. Holland..