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EU was tust Du? Du sollst nicht € nach Athen tragen…

Eine kritische Analyse von Dr. Friedrich Schöchl von YACHT-POOL über die derzeitige Entwicklung am griechischen Chartermarkt. … würde Aristophanes der griechischen Dichter sagen, wenn er nicht schon vor 2400 Jahren gestorben wäre. Damals meinte er Eulen, das Wappentier auf der Drachme, bis ins 21.Jahrhundert. Die Eule war das Sinnbild für …

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Aktion im Ankerfeld

Sa., 15.Feb.20, Franz.Polyn./Gambier/Insel Mangareva/Rikitea, Tag 2085, 20.238 sm von HH

Es ist halb fünf Uhr morgens (natürlich ist es so früh – nie passieren solche Dinge am Tag) als wir aufwachen. Es donnert und blitzt fast zeitgleich. Die Regenabdeckung über den Luken peitscht im Wind. Der Wind heult. Viel Wind. Wir springen ins Cockpit, schnell die Schwerwetter-Regenjacke über den Schlafanzug gezogen. Erst mal orientieren. Das ist nicht so einfach. Die Sicht beträgt kaum hundert Meter. Es dämmert zwar schon leicht, aber der Regen nimmt den Überblick. Sobald man hinter der Sprayhood hervorguckt, trommeln die Regentropfen wie Nadelstiche ins Gesicht.
Liegen wir noch an unserem Platz? Ja, bei uns ist alles okay. Aber was machen die anderen Boote? Die Böen fegen über den Ankerplatz, Winddreher inklusive. Alle Schiffe tanzen an ihrer Ankerkette, drehen mal hierhin, mal in die andere Richtung. Der Franzose (!), der gestern direkt vor uns den Anker geworfen hat, kommt unangenehm nah. Ist da überhaupt jemand wach? Misstrauisch äuge ich zu ihm rüber. Wir könnten fast zu ihm über steigen. Ich sehe zwar die Lichter seiner Instrumente, kann aber keinen Menschen entdecken.
„Ach, du meine Güte“, Achim entdeckt den großen Alukahn zuerst. Mit gestreckter Ankerkette pflügt er an unserer Backbordseite vorbei. Knapp vor einem kleinen Einhandsegler-Boot bekommt der französische (!) Skipper seinen Dampfer aufgestoppt. Der junge Mann wedelt mit einer Taschenlampe Alarm und wischt sich den Angstschweiß von der Stirn. Die französische Crew versucht ihr Schiff auf der Stelle zu halten und ihren gerutschten Anker einzuholen. Sobald Atanga von den Böen zur Seite gedreht wird, kommen wir uns bedrohlich nah. Achim klappt schnell das seitliche Solarpanel ein. Dann endlich! Die Mannschaft hat den Anker an Bord und sucht sich einen neuen Ankerplatz. Eine halbe Stunde später hat sich auch das Gewitter verzogen.

Unser französcher Nachbar rückt uns auf die Pelle

Zwei Schiffe werden auffällig, zweimal sind es Franzosen. Wenn das kein gefundenes Futter ist; ideal für ein gepflegtes Bashing – öffentliches Beschimpfen – wie es heute auf Neudeutsch heißt: die schlechtesten Ankerer sind und bleiben die Franzosen.
Du sieht wie jemand verhaltensauffällig in ein Ankerfeld gefahren kommt? Zum Beispiel unter Segeln bis auf fünfzehn Meter an anderen Schiffen vorbei ziehen. Es ist garantiert ein Franzose.
Eine Crew wirft ihren Anker und sitzt zehn Minuten später in ihrem Dinghy und geht (ungeachtet der Windverhältnisse) auf Landtour? Es müssen Franzosen sein.
Französische Crews fahren ihren Anker auch nicht ein. Niemals. Als ob es ein französisches Gesetz gäbe, was dies verbietet. Warum sie maximal zwanzig Meter Kette werfen, ist uns bis heute nicht klar. Haben französische Schiffe nicht mehr Kette dabei? Oder gibt es einen bösen Zauber, der sie verhext, wenn sie mehr Kette auslassen würden?
Ein Ankerplatz ist leer, es ist genug Platz für alle da und du hast trotzdem plötzlich so nah einen Nachbarn, dass du Fender raushängen möchtest? Dann ist dein Nachbar Franzose! Sie lieben es möglichst eng bei anderen Schiffen zu parken.
Haben nur wir die Vorurteile (die ja keine sind ;-) ) gegen Franzosen? Nein, wir kennen kaum ein deutsches (kennen wir überhaupt eins?) Schiff, was sich nicht am Franzosen-Bashing beteiligt. Gibt es schlicht weniger Deutsch-Französischen Freundschaft, als die Politik sich das wünscht? Nein, das ist zu einfach gedacht, auch andere Nationen ziehen mit Genuss über ‚La Grande Nation‘ her.
Unser panamaischer Advisor im Panama-Kanal: „Ich mache diesen Job seit zwanzig Jahren. Und ich mache ihn gerne. Wenn es mal Probleme gibt, dann mit Franzosen. Sie wissen einfach alles besser und sie hören nicht darauf, was man sagt.“
Der langjährige polynesische Mitarbeiter in der Marina in Papeete: „Alle Nationen sind in Ordnung. Ärger habe ich nur mit Franzosen.“
Und ein Schweizer Mitsegler erzählte uns: „Wenn du versuchst einem Franzosen zu sagen, dass er scheiße ankert und er viel zu nah an dir dran hängt, wird er auf seiner Meinung beharren und dich anpöbeln ‚Lecko mio ganz gepflegt an my asshole“.
Hat früher die Piraten-Flagge Angst und Schrecken verbreitet, so ist es heute die Trikolore im Ankerfeld. So hat jede Zeit ihre Geißel. :-)

 

SV Malang – Jaap Klijn NED

VAN DE STADT 40 – SEIT 18 JAHREN MIT PACIFIC UNTERWEGS

Geachte Peter Förthmann, schon 18 jahr ist meine Windpilot in betrieb ohne probleme. Nun wollen wir noch einmal eine grosse reis machen von mehrere jahren. Brauche ich Ersatzteile vor dem Start? Wenn sie denken, dass auf meine liste teile fehlen, bitte liefern sie diese auch.


Von ihre teil liste:
2 stück  nr 114    Bundbuchse
1 stück nr 115     U-Scheibe
1 stück  nr 332   Lagerstreifen
1 stück  nr 331   Lagerstreifen
2 stück  nr 341   Lagerscheibe
Gerne finde ich heraus wie es weiter geht mit bezahlen usw.
Mit freundlichen grüsse,
Jaap Klijn, SY Malang

EPILOG: Teflon Lagerstreifen sowie Bundbuchsen für die Windfahne geliefert, nun ist das System vorbereitet für die nächste Reise.

Das Ruder – Herz eines Schiffes

DAS RUDER – HERZ EINES SCHIFFES

Ruder als Herz

SV Sequineq – Günter Grabe GER

VERGLEICHE PACIFIC <1998 UND PACIFIC >1998

Moin Herr Foerthmann,
Vor 28 Jahren haben wir unsere Pacific Windsteuerung direkt bei Ihnen in Hamburg abgeholt und seitdem auf zwei Segelyachten eingesetzt. Die Pacific hat sich auf Urlaubstörns nach Dänemark, Westschweden und Südnorwegen bewährt und uns viel mühsames Steuern von Hand mit kleiner Crew (meist nur zu zweit und einhand) abgenommen.

Während sie anfangs auf einem schweren Colin Archer Nachbau mit 8,7 m Länge bei allen Bedingungen gut lief, zeigte sie auf der zweiten Yacht ein leichtes und schnelles Dix Design mit knapp 12 m Länge Schwächen bei Raumschotskursen. Bald kam ein kräftiger Autopilot an Bord und die Pacific diente dann weitgehend nur noch als Redundanz zum Autopiloten und wurde entsprechend vernachlässigt. Rückblickend hätten wir die Pacific vor der Montage an das Dix Design gründlich warten sollen.

Für einen geplanten längeren Skandinavientörn nach dem näher rückenden Ruhestand haben wir die 28 Jahre alte Pacific jetzt erstmalig überholt. Die Pacific zeigte keine Korrosion an Alu oder Edelstahlteilen und keinen sichtbaren Verschleiß an den Kegelzahnrädern. Wegen der Schwergängigkeit aller drehenden Teile wollten wir alle Delrin Lager erneuern und sonstigen UV geschädigten Kunststoffteile ersetzen. Das Ersetzen der Lager erwies sich leider als nicht machbar ohne die Gefahr einen größeren Schaden anzurichten. Obwohl sich alle mit Wollwachs eingesetzten Schrauben gut lösen ließen, konnten die Achsen der Zahnräder und des Pendelarms nicht demontiert und die Lager damit nicht erneuert werden. Ein Anruf bei Herrn Förthmann von Windpilot beruhigte dann wieder die Gemütslage. Alle Lager seien sicherlich noch in Ordnung und müssten nur mit Teflon Spray gespült werden um die Verschmutzungen herauszubekommen und die Lager wieder leichtgängig zu machen. Jetzt laufen alle Lager von der Windfahne bis zum Ruderschaft wieder wie vor 28 Jahren. Die Lager vom Pendelarm sind auch schon deutlich besser geworden. Da arbeiten wir noch dran. Letztlich haben wir nur die durch UV-Strahlung geschädigten Kardanteile an der Schubstange (vielen Dank für die kostenlose Lieferung) erneuert. In Zukunft werden wir die Pacific bei Nichtgebrauch durch einen Segeltuchsack abdecken um sie vor UV-Strahlung und Verschmutzung der Lager zu schützen. Mit der erfolgreichen Überholung unsere „Oldtimer“ Pacific können wir auf dem geplanten Skandinavientörn wieder geräuschlos „steuern lassen“ ohne Strom zu verbrauchen.
Gruß
Günter Grabe

Moin Herr Grabe,
danke für den sensiblen Bericht … und in der Tat haben Sie die sensiblen Bereiche wohl erkannt … und bemerkt, wo wir Verbesserungen vorgenommen haben.

Allerdings: gegen 29 Jahre mit geringem – oder gar ganz ohne! – Serviceaufwand ist man am Ende machtlos, weil dann wirklich jedes Bauteil zuverlässig fest sitzt.

Noch zwei Improvement Tipps:
– wenn Sie das Ruder in Lift Up parken, egal ob mit Tasche oder nicht: vorher am Schaft ein wenig Teflon / Silikon Spray „ am Schaft herunterlaufen lassen“ es wird dann die Kegelradachse fuer das grosse Kegelrad leichtgängiger machen, weil Spray dann Wirkung auf Salz zeigt.

– fuer bessere Performance hilft der Umbau auf die neuen Ruder samt Rudergabel, siehe Bauteile 430 / 440 / 445 / 450, ist recht einfach um zubauen. Dann werden Sie auch bei leichtesten Winden downwind segeln können. Lesen Sie mal hier

RendevousRendsburg

Allerbest aus Hamburg
Peter Foerthmann

SV Manxman – Gary Cain DK

PHANTOM 44 ROUND THE WORLD DURING 15 YEARS

Hello Peter, pleasure to talk to you earlier today, last time was 16 years ago. Here a couple of pictures with ‚Ellen‘ ( after Ellen McArthur) as we named our windvane.
I have been totally satisfied with my Windplot which just steered us faithfully the way back from New Zealand to Denmark.
Kind regards Gary, SY Manxman

SV Ruth – Claudia Vorwerk + Bertil Molander SE

ERSATZTEILE NOTWENDIG NACH 11 JAHREN?

Lieber Peter, wir sind seit 11 Jahren mit unserer Ovni 445 unterwegs, nun die zweite Saison im Pazifik. Auch während der 3-wöchigen Passage von Galapagos nach Fatu Hiva hat unser Windpilot wieder ohne zu murren tolle Arbeit geleistet, trotz z.T. ruppiger Kreuzsee und 3-4 m Welle. Wir würden ihn nicht mehr hergeben wollen!
Bertil & Claudia
SY Ruth, Sweden

Vorträge von YACHT-POOL auf der Austrian Boat Show – BOOT TULLN 2020

Nutzt die Gelegenheit, um Euch mit dem Gründer von YACHT-POOL, Herrn Dr. Friedrich Schöchl und seinen Yacht- und Charterversicherungsspezialisten zu treffen. Austrian Boat Show – BOOT TULLN 2020 von Do. 05.03. bis So. 08.03.2020 täglich geöffnet von 10:00 bis 18:00 Uhr An allen vier Messetagen stehen Euch Dr. Schöchl und Frau …

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Mangareva rund

Di., 11.Feb.20, Franz.Polyn./Gambier/Insel Mangareva/Rikitea, Tag 2081, 20.238 sm von HH

Was wir bei unserem ersten Aufenthalt ausgelassen haben, wollen wir diesmal unbedingt nachholen: einmal rund Mangareva mit dem Rad. Die Sache hat nur den Haken mit dem Pass zur anderen Inselseite. Zwischen den beiden höchsten Bergen (knapp 400 Meter hoch) im Süden und der Hügelkette im Norden führt eine befestigte Straße zur windabgewandten Seite. Unmöglich zu radeln. Wir fügen uns in unser Schicksal und schieben die Räder den guten Kilometer den Pass hinauf.

Sieht auf dem Foto gar nicht so steil aus

Danach wird es besser. Mal Betonstraße, mal hartgestampfter Sandboden. Die Besiedelung wird dünn. Nur noch ein paar Perlenzüchter wohnen auf der Westseite. Manchmal führt der Weg am Ufer entlang, zeitweise führt er in die Berge. Das sind bissige Abschnitte, die in die Wade gehen oder ein Stück Rad schieben erfordern.

Dunkler Strand an der windabgewandten Seite von Mangareva

Super Fahrradweg einmal um die Insel

Aus dem Nichts taucht eine gut renovierte Kirche vor uns auf. Mit idyllischer Bank unter einem großen Mango-Baum. Der perfekte Picknick-Platz für unseren Nudelsalat. Angegliedert befindet sich ein winziger Friedhof. Komisch, so weit ist es in den Hauptort dann ja auch wieder nicht. Und wer nutzt diese Kirche? Der Rasen ist frisch gemäht, die Bank in einem top Zustand. Alles macht den Eindruck als käme gleich jemand vorbei, um ‚hallo‘ zu sagen. Abe die drei Häuser nebenbei stehen leer, es lässt sich niemand blicken.
Leider werden wir zum Mückenfutter, so dass wir bald fliehen müssen.
Nach zwanzig Kilometern sind wir rum. Ein absolut lohnenswerter Ausflug, der viel Gelegenheit bietet Früchte zu sammeln.

Idyllischer Picknick-Platz auf der dünn besiedelten Westseite

 

Ein Schrein mitten im Wald

Zwanzig Kilometer einmal rum um Mangareva

Second Life: Tag 24. Den Kopf aus der Schlinge gezogen?

{Time:20:00:00}
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{Title:Second Life: Tag 24. Den Kopf aus der Schlinge gezogen?}

Erste Kontroll Knochenmarkspunktion

Als Guido mich im Oktober 2019 aus dem Krankenhaus geholt hat, ich grade eine Chemo hinter mir, hörte sich alles so einfach an. „Ich fahr mal kurz auf die MARLIN. Wenn ich zurück komme in einer Woche gibt es einen Spender und nach einer Stammzellentransplantation bin ich für Jahre wieder der Alte. Das war vor vier Monaten und die Zeit dazwischen war die einer der schrecklichsten Zeiten meines Lebens. Heute, am Tag 24 nach meiner Transplantation, bohrt Dr. Helge, unter Betäubung, eine Hohlnadel in meinen Hüftknochen, auf der Suche nach dem neuen Knochenmark, dass dort in den letzten 24 Tage angewachsen sein soll. Die Probe landet bei Frau Prof. Basara unter dem Mikroskop. „Keine krebsähnlichen Blasten!“, übermitteln mir beide am Nachmittag die guten Nachrichten, nach Stunden Warterei, bei der mir Nathalie zur Seite steht. Zuerst rufe ich Lena und Maya an und übermittel ihnen die lang erwartete Nachricht. „Also bist Du jetzt gesund?“ Die richtige Antwort spreche ich nicht aus. Lena, ich bin gesund, aber die Krebszellen werden irgendwann wieder kommen. Nur keiner weiß wann und ob. Jeder der sich in der Materie auskennt, wie denkt, spricht anders darüber. „Ja Lena. Ich bin gesund!“

Ich fühle mich alles andere als gesund. Mir ist seit Wochen ständig kotzübel etc. Ich weiß inzwischen viel zu viel über meine eigene Krankheit und die fast vier Monate, größtenteils im Isolierzimmer der Stefan Morsch Station haben deutliche Wandmalereien an meine innerlichen Psyche gelassen. Am Donnerstag werde ich „mein Umkehrisolations-Zimmer“ senkrecht verlassen und Wochen brauchen, um wieder „normal“ zu werden. Wöchentlich wird Dr. Helge mir Blut abnehmen und statt nur zu hoffen, mit der Realität versorgen, meine Medikamente einstellen. Bis zur nächsten Knochenmarkspunktion. „Ja. Ich hab Schiss“ Ich ab so viel Schiss meinen Töchtern eines Tages, das Gegenteil von heute mitteilen zu müssen. Das kann sich gar keiner vorstellen. Deshalb genieße ich jetzt jede Minuten gesundsein mit Ihnen, mit Nathalie, mit dem Leben, was mir heute die Ärzte und das Pflegteam der Stefan Morsch Station geschenkt haben. DANKE.


Mitsegeln auf der MARLIN!

Atlantiküberquerung West – Ost 2020. Sichere Dir Deinen Platz.

CREW 63 Cienfuegos Cuba – St. Martin 22.02.2020 – 17.03.2020
CREW 64 Atlantik Crossing Leg 1 St. Martin – Bermudas 11.04.2020 – 30.04.2020
CREW 65 Atlantik Crossing Leg 2 Bermudas – Azoren 09.05.2020 – 28.05.2020
CREW 66 Atlantik Crossing Leg 3 Azoren – Europa 01.08.20 – 20.08.2020

JOIN THE CREW

Kommando Arbeitsdienst

So., 09.Feb.20, Franz.Polyn./Gambier/Insel Mangareva/Rikitea, Tag 2079, 20.238 sm von HH

‚Wenn du denkst, du hast keine Arbeit mehr – kommt irgendwo eine geplatzte Naht daher‘. In unserem Fall ist das Bimini aufgeplatzt. Im Prinzip über die gesamt Breite und an drei verschiedenen Stellen. Da müssen großzügige Pflaster drauf genäht werden. Der Stoff aus Kolumbien ist grade mal etwas über zwei Jahre alt, die sind Nähte morsch, der Stoff ist dünn. Es taugt einfach alles nichts.
Die (gepolsterten) Säcke für unsere Fahrräder haben ebenfalls geplatzte Nähte. Die Reparatur ist schon schwieriger, weil der Stoff aus grob gewobenem Flechtwerk besteht, der sofort an den Stellen ausfranst, wo er ausgerissen ist. Der einzige Vorteil: hier braucht die Reparatur nicht gut auszusehen – am Bimini sollte sie es schon.
Und dann brauchen wir neue Kopfkissenbezüge, eine Jeans hat eine geplatzte Naht (ah, noch eine), das Dinghy-Cover braucht einen neuen Flicken und und und. Die Nähmaschine ist tagelang im Einsatz. Ein Ausrüstungsgegenstand auf den wir nicht verzichten wollten.

Morsche und geplatzte Nähte über die gesamte Bimini-Breite

Außerdem sind uns unsere letzten drei Kilo Vollkornmehl ranzig geworden. Bäh, das Brot war ekelig. Zum Glück habe ich Körner gebunkert (ungemahlenes Getreide hält sich praktisch ‚unbegrenzt‘). Zu Glück ist das so. Vor das Brot hat der Bäcker allerdings den Schweiß gesetzt. Mit unserer manuellen Getreidemühle brauchen wir eine Stunde für ein Kilo Mehl. Im Wechsel drehen wir an der Kurbel. Man verbraucht mehr Kalorien als man einfährt. Es sieht so locker aus: „Komm, lass mich mal, kann ja nicht so schwierig sein.“ Nach fünfzehn Minuten brennen die Arme. Immerhin ist das Ganze eine gute Übung gegen das Hühner-Geschladder am Oberarm.
Und nein, man kann keine Bohrmaschine anschließen. :roll: Weil die Kurbel nicht gerade ist, sondern sofort in eine Biegung übergeht. So denn, also kurbeln wir.

Sieht easy aus – nach dreißig Minuten kann man nicht mehr Kurbel vor lauter Schweiß auf der Stirn

Frondienste auf Gambier, statt Inselhopping und Fahrradtouren.

Sonnenaufgang über Gambier

Grüne Gambier Islands

Mit dem Internet an Bord währte die Freude auch nur kurz. Beim JoJo ist dauerhaft kein Netz mehr zu bekommen. Bei der Post können wir mit unserer Prepaid-Karte surfen. Dort ist eine Nachricht allerdings schneller mit einem berittenen Boten versendet als mit der Verbindung.
Wir haben jetzt Philip gefunden. Dort kann man für 2 USD vormittags zwei Stunden Internet bekommen.

Unser Blick nach hinten – wir ankern direkt vor der Riffkante – Reaktionszeit gleich Null

SV Helena – Peter Koetsier NED

KOOPMANS 47 FROM CABO VERDE TO SURINAM

Hi Peter, we had a very successful oceancrossing with your windpilot. We used it 95% of the time. This video shows Helena in a choppy sea, downwind with 28 knots of wind – our boat sails very stable.
Greeting from the sun
Peter Koetsier
SY Helena