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Die Suche nach einem Platz für die Nacht. Diesmal: Ankern unterm Leuchtturm.

Anders als erwartet, ist die spanische Südküste nicht flach und brett-eben, sondern von Gebirgen geformt. Und mit großen Kaps. Etwa 200 Seemeilen vor Gibraltar liegt das Cabo de Palos.

Der Tag war lang gewesen. Ich war erst Mittags aus dem Hafen von Alicante fortgekommen, hatte mich an diesem Samstag zu lange oben auf der Festung und dann im Gewusel der winkeligen Altstadt auf der Suche nach einem Bäcker und frischem Brot herumgetrieben. Der Hafen von Alicante kann überdies Zeit kosten: Es ist eine lange Ausfahrt, vorbei an den Hunderten Seglern und Motoryachten im Real Club Nautico, wo vor einem halben Jahr eine Etappe des VOLVO OCEAN RACE startete. Vorbei an den alten Schleppern. Hindurch zwischen der modernen Fregatte CASTILLIA, die heute Tag der offenen Tür hat und vor der ein paar Leute auf der Pier stehen. Und ihrer 200 Jahre alten Vorgängerin, dem still vor sich hinrottenden Nachbau der SANTISSIMA TRINIDAD, dem alten spanischen Linienschiff, das größten Kampfschiff seiner Zeit, das in der Schlacht von Cabo de Trafalgar von den Schiffen Lord Nelsons so viele Treffer einstecken musste, dass sie einen Tag später beim Versuch der Sieger, sie als Prise zu bergen und in den britischen Heimathafen Gibraltar zu schleppen, noch an den Trossen sank. Mit 150 spanischen Verwundeten in den untersten der 11 Stockwerke an Bord.

Noch immer beeindruckend in seiner Größe, selbst mit fehlendem Bugspriet und geknicktem Fockmast:
Der verfallende Nachbau der SANTISSIMA TRINIDAD im Hafen von Alicante.



Noch im Hafen, ein paar Meter hinter der SANTISSIMA TRINIDAD, setzte ich die Segel, eine milde Brise trieb uns die Küste genau nach Süden. Keine Welle. Keine Rauschefahrt. Nur dies stille Gleiten, als wäre Levje ein Schiff in der Luft. Und ihre siebeneinhalb Tonnen wären nichts als das Gewicht einer Feder, als verlöre die Schwerkraft jede Macht über sie. Als die Küste zurücksprang, hielt ich meinen Kurs nach Süden. Der Wind nahm zu, jetzt wurde es eine Rauschefahrt. Das schwere Schiff rollte mit den Wellen, die backbord leicht von achtern kamen, sie wiegte sich einfach mit den Wellen. Beschleunigte, wenn eine Welle anrollte und unter ihr durchrollte, mitgerissen von den Wassermassen. Bremste ab, wenn die Welle vom Heck bis zum Kiel unter ihr durchgelaufen war, als wäre sie in das Kehrwasser einer Störmung geraten. Ich überließ das Schiff dem Autopiloten und beobachtete fasziniert das Spiel der Wellen und was sie mit meinem Schiff trieben. Sah zu, wie aus der glatten See zuerst Wellen wurden. Wie sich auf den Wellen die ersten weißen Katzenköpfe zeigten, Schaumkronen, die sagen, dass der Wind nun kraftvoll genug ist, ein Segelschiff schnell voranzutrieben. Ich freute mich, wie mein Schiff sich durch die Wellen bewegt, und wie die Küste langsam hinter mir am Horizont verschwand.



Als die Sonne im Westen so tief stand und das Land wie den Scherenschnitt eines thailändischen Schattenspiel erleuchtete, war ich immer noch nicht fertig mit dem Beobachten. Die Seekarte mahnte. Zeit, einen Platz für die Nacht zu suchen. Was die Seekarte zeigte, waren alles Flachwasserhäfen in und um das Mar Menor, das „Kleinere Meer, das sich irgendwo am Horizont hinter der feinen Kontur des Scherenschnitts verbarg. Kleine Häfen, allesamt nicht geeignet für Levjes 2 Meter Tiefgang. Also um Cabo Palos herum in der Dämmerung, dahinter verbarg sich eine windabgewandte Bucht, das wäre der richtige Platz zum Ankern. Doch vorsichtig navigieren. Die braunen Felsen vor dem Kap schieben ettliche flache Felsbuckel als Ausläufer ins Meer hinaus, also jetzt vorsichtig sein.


Ein Zweimaster näherte sich von links, hinter den Inseln. Er schaukelte gemächlich in der Dünung Richtung Kap und rundete es vor mir, als die Sonne hinter einer Wolkenbank verschwand. Ich folgte ihm, er nahm Kurs auf die Bucht, er war größer als LEVJE, und breiter, und nahm Kurs auf die Bucht, die ich mir für die Nacht ausgekuckt hatte.

Anders als erwartet, doch wieso oft, hatte der Wind ums Kap gedreht. Sie lag alles andere als geschützt, die Wellen liefen genau in die Bucht. An Ankern war hier nicht zu denken, es würde eine unruhige Nacht werden. Doch der Zweimaster nahm selbstbewusst Kurs auf die verwinkelte Hafeneinfahrt, die sich hinter den Felsen zeigte. Das war doch auch nur ein Flachwasserhafen? Die Seekarte sagte, dass hier maximal 2 Meter Wassertiefe wären? Der Zweimaster war größer und schwerer und breiter als Levje? Wenn der sich da hinein wagte, käme ich mit Levje da sicher auch hinein. Und hätte einen geschützten Platz für die Nacht. Schnell startete ich in der anbrechenden Dämmerung den Motor, reffte zwischen Untiefen die Segel, und folgte dem Segler, der hinter der Kaimauer verschwunden war und plötzlichen zwischen den anderen Masten wie vom Erdboden verschluckt war. Ich folgte ihm langsam in die Hafeneinfahrt. Erst acht Meter. Dann sechs. Dann 3,60 Meter. Und kaum hatte ich die Nase in der Einfahrt, zeigte der Tiefenmesser 2,0 Meter. Nein, so wurde das nichts. Ich rechnete jeden Moment damit, dass Levjes Kiel mit einem Rums gleich auf dem Felsen aufsetzen würde.

So wurde das nichts. Für dieses eine Mal hatte meine Taktik, „wo ein Dicker reinkommt, komm’ ich locker rein“ nicht funktioniert. Manche Häfen musste man eben selber kennenlernen und konnte nicht rotzfrech einfach hinterherfahren. Der Zweimaster hatte uns jedenfalls in seiner Hafeneinfahrt von seinem Rumpf abgestreift wie eine lästige Entenmuschel.

Ich stoppte Levje, und tastete mich sachte rückwärts aus dem Hafen, aus der Sicherheit wieder hinaus in die anbrandenden Wellen in der Dämmerung. Und jetzt?  

Es war halb neun geworden. Die Sonne war hinter dem Ort verschwunden. Ich drehte vor dem Hafen im Schwell ratlos meine Kreise, während von den Tavernen Licht und fröhliches Stimmengewirr herüberklang. Das würde heute nichts werden für mich. Niemand da, den ich hätte fragen können.

Weitersegeln bis zur nächsten Großstadt, nach Cartagena? Es würde Mitternacht werden. Einen anderen Ankerplatz suchen? Wer segelt, sieht Buchten mit anderen Augen. Vor dem Cap mit dem Leuchtturm hatte ich – wo eigentlich nur Schwell und Wellen sein sollten – beim Passieren in einem Winkel vor dem Strand aus dem Augenwinkel eine glatte Wasseroberfläche bemerkt, wo nach aller Logik gar keine sein konnte. Ich beschloss, die 20 Minuten in der anbrechenden Nacht zwischen den Felsbuckeln hindurch zurückzufahren und dort meinen Platz zu suchen.



Gleich unter dem Leuchtturm von Cabo Palos fand ich ihn. Ein kleiner Sandstrand. 6 Meter Wassertiefe davor. Rasch ließ ich Levjes 20-Kilo Anker vorne ins Wasser platschen. Gab 25 Meter Kette. Zog dann prüfend nach hinten unter Motor. Erst zaghaft. Dann mit Gas. Er hielt. Gab noch einmal fünf Meter Kette. Der Anker hielt. Nun konnte, selbst wenn der Wind es wollte, die Welle in die Bucht stehen. Der Anker würde so lange halten, bis ich wach war. Und ich Levje unter Motor selbst Nachts notfalls aus der Bucht steuern konnte.

Ich schaute mich um. Der kubische zweistöckige Sockel des Leuchtturms. Auf jeder Seite acht Fenster. Die meisten Leuchttürme, die ich sah, sind längst verlassen. Es gibt keine Leuchtturmwärter mehr, anders als früher werden Leuchttürme längst nicht mehr bewohnt. Elektronik regelt alles. Doch an der mir zugewandten Nordseite des Leuchtturms, im oberen Stockwerk des Kubus, gingen drei Lichter an.

Wer hier wohl lebte? Gibt es noch Leuchttürme, die nicht ihr Licht vollautomatisiert in die Nacht schicken? Existierte da noch ein alter Leuchtturmwärter, der sich ausbedungen hatte, seinen Lebensabend hier verbringen zu dürfen, weil er doch sein Leben den Leuchttürmen gewidmet hatte? Der hier mit seiner Tochter lebte? Oder konnte man sich einfach, wie es auf manchen Inseln der Fall ist, in der Wohnung des Leuchtturmwärters einmieten? Ob ein Schriftsteller hier sein Schreibdomizil hatte?

Ich weißes nicht. Niemand zeigte sich in den offenstehenden Fenstern. Es war, als würde hier, unterm Leuchtturm dauerhaft jemand leben, während oben an der Spitze des schlanken Minaretts ein gleichmässig kreisender Strahl sein Licht wie einen langen Finger kreisend in die Weite deuten ließ.

Ich schlief beruhigt ein.

Bahía de Caráquez

Do., 21.Juni 18, Ecuador/Bahía de Caráquez, Tag 1482, 13.337 sm von HH

Bahía hat, wie gesagt, keine touristischen Highlights.
Das Dollste, was man im Ort machen kann, ist auf den Hausberg zu steigen. Dort steht ein überdimensionales Kreuz mit einer Wendeltreppe im Inneren.
Die Stufen zum Aussichts-Kreuz verheißen schon nichts Gutes. Auch hier hat das Erbeben vor zwei Jahren große Schäden hinterlassen.

Treppe zum Aussichts-Kreuz

Treppe zum Aussichts-Kreuz

Viel Zutrauen entwickeln wir nicht zu dem Kreuz. Mit Gott-Vertrauen versuchen wir unser Glück, der Rundblick scheint verlockend. Auf den seitlichen Auslegern rufen wir uns ‚Verhalten im Falle eines Erdbebens‘ ins Gedächtnis. Die Risse in der gesamten Konstruktion sind alarmierend.
Beinahe täglich soll es draußen vor der Küste rumpeln, wie diese interessante Seite verrät. Meistens sind es nur kleine Stöße, die am Festland kaum mehr zu spüren sind.

Aussichts-Kreuz mit Tücken

Aussichts-Kreuz mit Tücken

Kleines Ankerfeld im Rio Chone

Kleines Ankerfeld im Rio Chone

Bahía macht trotz (oder gerade wegen) seiner Schlichtheit Spaß. Die Menschen sind ultra freundlich, rufen ihre Hunde zurück, damit die nicht so auf uns einbellen, wenn wir sie passieren. Jede der Hütten am Berg hat mindestens zwei Hunde. Manchmal sogar eine ganze Handvoll.
Die Leute grüßen und winken als wir durch ihr Viertel kommen. Die meisten sind Mestizen, eine Mischung aus Ureinwohnern und Europäern. Schwarze sieht man kaum in Bahía.

Die Kirche ist aus rosa und hellblauem Wellblech - gewagtes Design

Die Kirche ist aus rosa und hellblauem Wellblech – gewagtes Design

Nur ungefähr 70% der Einwohner Ecuadors sind katholisch

Nur ungefähr 70% der Einwohner Ecuadors sind katholisch

Der Ort ist auffällig sauber, es gibt kaum Schmuddel-Ecken und selbst der Gemüse-Markt sieht ständig frisch gefegt aus. Die Preise sind niedrig (Ein Kilo Tomaten gibt es für 50 Cent), die Auswahl ist groß: Neben Radieschen und Brokkoli liegen die Exoten wie Maracuja und Drachenfrucht. Leinsamen, Sesam und Hülsenfrüchte aller Art werden lose angeboten. Alles ist frisch und knackig. Nur fünf Minuten Fußweg und ich bin im Einkaufshimmel. Wir zahlen das gleiche wie die Einheimischen, einen Langnasen-Aufschlag gibt es nicht.
Auf der anderen Seite der Marina gibt es einen großen Supermarkt, der nicht die größte Auswahl hat, aber doch genug, um zufrieden zu sein.
Die Menschen sind närrisch nach Fotos. Sobald ich meinen Fotoapparat hebe, wird gewunken und sich in Pose geworfen. Wer zufällig vor der Kirche steht und meine Knipserei mitbekommt, bedankt sich, dass ich ein Foto von ihn (? okay, kann man so sehen) gemacht habe.

Man achte auf den sauberen Fußboden auf dem Markt. Das haben wir schon ganz anders gesehen.

Man achte auf den sauberen Fußboden auf dem Markt. Das haben wir schon ganz anders gesehen.

Erdbeeren, Bohnen, Melonen, Brokkoli, der Markt gibt alles her

Erdbeeren, Bohnen, Melonen, Brokkoli, der Markt gibt alles her

Fußball können wir in einer Sports-Bar gucken und beim Friseur war ich ebenfalls schon.
Open-Air-Buden meide ich seit Mexiko  Unvergessen: Mexiko und wähle einen richtigen Salon neben dem Supermarkt. Für 11,50 USD gibt es Waschen, Schneiden, Föhnen, wie ein Aushang verspricht. Alles sieht nach europäischem Standard aus. Trotzdem bekomme ich die Haare mit kaltem Wasser gewaschen. Mein Misstrauen wächst. Die Friseurin lacht mich an als ich meine Brille auf die Ablage lege: „Oh, meine Augen sind auch schlecht, in der Nähe sehe ich nix“. Warum trägt sie dann keine Brille als sie anfängt zu schneiden? Ich erwarte eine Katastrophe.
Zu Unrecht. Ich meine, ich habe den besten Schnitt seit Lissabon. Geht doch. Bahía, ich glaube wir werden dicke Freunde.

Der erste gute Haarschnitt in Übersee
Schöner Platz für unsere Räder in der Marina
Kindergeburtstag und sofort wird gewunken

 

Back to normal life.

Farbspritzer im Gesicht

Einigermassen erholt von meiner sechsmonatigen Skipperpassion lande ich in Hamburg und erreiche nach einer langen Fahrt mit einem dieser Flixbusse Flensburg. Das die sich noch trauen zu fragen, ob man mit der Fahrt zufrieden war. Schon etwas unverschämt. Die haben definitiv ein Toilettenproblem. Na ja. Kenne ich was von. Aber wir haben das auf der MARLIN definitiv besser im Griff. Schwamm drüber. Nicht meine Baustelle.

Zuhause angekommen holt mich MayaLena ab vom Bahnhof. Hehe! Da freut Papi sich aber mächtig „Seid ihr aber groß geworden.!“ Ne, dass war jetzt eher Spass. Erst mal haben wir ein kleines Problem zu lösen. Maya wollte mir bei der Office Renovierung helfen und ist nicht so ganz am Ziel angekommen. Nun. Wir einigen uns darauf dass wir das in eine Gemeinschaftsaktion bis Freitag Abend stemmen und den MARLIN / LUNATRONIC Aktionsraum fertig renovieren, damit die Maya Geburtstagsparty denn am Wochenende auch in frisch gestrichenen Räumen stattfinden kann. Lena macht auch mit und so sauen wir uns denn mal eben so richtig ein, wie sich das gehört. Eine große Fläche die mal feucht war muss verputzt werden. Das macht Papi. Auch die Decke streichen muss ich wohl selbst machen. Aber die ganzen Ecken, mit Pinsel und kleiner Rolle, dass machen meine Töchter. Spass haben. Das ist unsere Baustelle. Welcome Home.

Benidorm: Ankern zwischen Hochhäusern. Oder: Die Zukunft unserer Städte. Wie wollen wir leben?

Auf dem Weg von Sizilien in die Bretagne erreichte ich 
das spanische Festland. Mein zweiter Ankerplatz dort nach dem beeindruckenden Felsen von Calpe: Benidorm. Wo der moderne Hoteltourismus geboren wurde.

Das Meer ist stahlblau. Keine Welle kräuselt seine polierte Oberfläche. 

Sie stehen im Morgenlicht, als wären sie übrig geblieben. Ein Relikt aus einer anderen Zeit, die Zukunft hieß. Als wären sie Kulisse eines Films gewesen, der in einer nahen Zukunft spielt. Kuben. Hochkant aufgestellte Quader. Säuberlich entlang des Küstensaums aufgestellte Bauklötze – ihre Gesichter allesamt dem Meer zugewandt. Als würden sie den Betrachter, der sich an diesem Morgen allein auf dem Meer befindet, unverwandt anblicken. Kein Mensch weit und breit.
Wer das Glück hat, Benidorm an einem Sommermorgen vom windstillen Meer aus zu sehen, kann nicht anders, als erst einmal begeistert zu sein. Bei diesem Anblick schwinden alle Vorurteile über den Massentourismus. Ja, auch Hochhausarchitektur kann Ästhetik besitzen, das wissen wir nicht erst seit Mies van der Rohe’s Seagram Building in New York, einem Meilenstein der Hochhaus-Architektur der 50er Jahre, der heute vor dem, was danach um ihn herum entstand, ganz unscheinbar wirkt. Doch das Gebäude war epochal neu in seiner Ästhetik, es nahm vorweg, was danach kam, und wurde darum überholt von allem, was sich genau an seiner wohlproportionierten Schönheit orientierte und genau diese  ab den Siebzigern einfach auf drei bis siebenfache Höhe hochrechnete.

Ankern vor den Hochhäusern Benidorms: Vor den Bauten auf dem Punta del Pinet findet man in der Cala Xio Timo einen ungewöhnlichen Ankerplatz vor dem Sandstrand.
Besteht unsere Zukunft darin, dass das, was uns heute normal erscheint, einfach ins drei bis siebenfache hochgerechnet wird, denke ich an diesem Morgen? Gut möglich. Als ich auf die Welt kam, brauchte man von München nach Benidorm noch unaussprechlich lang unterwegs. Heute geht das entschieden schneller. Als ich geboren wurde, 1960, lebten 3,0 Milliarden Menschen auf der Erde. Heute sind es 7,5 Milliarden. München, Anfang der Sechziger stadtplanerisch gefangen zwischen Kriegsschäden-Beseitigung und hastiger Wohnraumschaffung, hatte gerade die Millionenmarke bei den Einwohnern überspungen. Es kratzt heute an der 1,5 Millionen Einwohner-Marke. Wer sich heute auf YOUTUBE, dem „alte-Leute-Netflix“, verflossene München-Serien aus den Siebzigern ansieht, kann nur staunen, wie sehr deutsche Großstädte wie München überwiegend aus desolatem Altbau bestand.
Benidorm war vor 1960 ein einfaches Fischernest an der Küste. Es gab einen aktiven Bürgermeister, Pedro Zaragoza Orts, der kurz zuvor begonnen hatte, die schlammigen Gassen des kleinen Fischerortes teeren zu lassen, wie es auch im fernen Deutschland in den Dörfern auf dem flachen Land geschah. Und wie sie Wasserleitungen und Abwasserkanäle zu den Häusern graben ließ. Und der sich Gedanken über die Zukunft seines kleinen Dorfes machte. Fischerei? Schon gut. Aber der Erfolg steckte doch im sichtbar aufblühenden Tourismus. Pedro Zaragossa Orts ließ in Benidorm, um die Touristen unterzubringen, die ersten Hotelhochhäuser in Spanien überhaupt errichten. Er störte sich nicht daran, dass Spanien unter Franco noch immer eine faschistische Diktatur war. Er störte sich aber daran, dass in diesem Land Touristen das Tragen von Bikinis per Gesetz verboten war und erklärte stattdessen Benidorms Strände zur Bikini-Zone. Was gerne genutzt wurde von fortschrittlichen Spanierinnen ebenso wie von Touristinnen. Bis die GUARDIA CIVIL, Spaniens Carabiniere-Truppe, die ersten Damen wegen des Gesetzesverstoßes „Tragens eines Bikinis“ vom Strand weg verhaftete – „BILD berichtete“.

Der Bikini hat sich, wie wir wissen, heute durchgesetzt. Oder ist schon wieder out. Die Geschichte hat mal wieder „weitergerechnet“ und die vorhandenen Sommer-Stofffetzchen bis 2018 einfach weiter verkleinert.



Doch ist es nur damit getan, einfach alles hochzurechnen? Auch München stieg Ende der Sechziger in die architektonische Zukunft ein – wie Pedro Zaragoza Orts in Benidorm ein paar Jahre früher. Das ARABELLA-Hochhaus war ein Meilenstein. Von den einen verachtet als ein das Stadtbild entstellender Klotz. Geliebt von den anderen, für die das Leben in dieser Communuty aus Künstlern, Eigenbrödlern noch heute ein Stück extravaganter Teilhabe an der Zukunft ist. Wie die meisten seiner Bewohner ist auch das ARABELLA-Haus jetzt in die Jahre gekommen. Sanierungen stehen an, nicht nur an der Fassade, sondern tief an der Baustubstanz. Der Geschäftsführer des Betreibers rechnet vor, dass Abriß und Neuerrichtung dieser Immobilie weit günstiger käme als eine anstehende Kernsanierung, bei der das Gebäude für die Dauer der Arbeiten ohnehin geräumt und leerstehen müsse. Für mindestens mehrere Jahre. Was man in den Sechzigern in aller Euphorie übersah, wie gut doch alles einst werden würde, wär es nur schon da: Wie alle Gebäude benötigen auch Hochhäuser Zuwendung. Er heißt bei bei ihnen Instandhaltungsaufwand. Doch anders als ein ererbtes schlichtes Zwei-Familienhaus besitzen Hochhäuser offensichtlich ein Verfalldatum – das sich wieder einmal aus der Rechnerei ergibt.. 


Denn für die Hochhäuser werden Summen fällig, die nur eine Gemeinschaft starker Kapitalgeber stemmen kann. Man nennt sie „Investoren“, ein Wort, das mittlerweile einen bitteren Beigeschmack hat, weil man es häufig mit „Heuschrecken“ gleichsetzt. Doch selbst wenn man die Dinge einfach nur finanzmathematisch nüchtern betrachtet, ist klar, dass auch das einfache „Hochrechnen“ der Finanzierung gesellschaftlich Folgen haben wird, Gesellschaften verändern wird. Nicht mehr wer Menschen, sondern wer Geld für sich arbeiten lassen kann, hat den Schlüssel in der Hand, um zu den Gewinnern der Zukunft zu gehören. 

Doch nun brummt mir der Schädel an diesem Morgen von all der Rechnerei. Sagen wir einfach: Die Hochhäuser von Benidorm sehen an diesem windstillen Morgen vom Meer betrachtet wunderschön aus. Ob der Fischer, der auf seinem alten Kahn in aller Frühe seinem altehrwürdigen Handwerk nachgeht, das auch findet? Ich würde ihn gerne fragen, was er über die Zukunft denkt. Doch es ist nicht der rechte Ort und nicht die rechte Stunde dafür. Verschieben wir es also einstweilen.

Warum Bahía de Caráquez?

Di., 19.Juni 18, Ecuador/Bahía de Caráquez, Tag 1480, 13.337 sm von HH

Bahía ist ein 15.000-Seelen-Kaff ohne besondere Highlights.
Vor zwei Jahren hat ein schweres Erdbeben 70% aller Häuser in Mitleidenschaft gezogen. Sämtliche Hochhäuser -achtstöckig gilt hier schon als Hochhaus- sind unbewohnbar zerstört.
Das Beben hat einen kleinen lokalen Tourismus zum Erliegen gebracht. Die Wunden des Erdbebens sind lange nicht verheilt und an vielen Fassaden deutlich sichtbar.
Mit einem Ausschlag von 7,8 ereignete sich das Beben direkt vor der Küste im Norden Ecuadors und richtete in der gesamten Küstenregion große Schäden an. Ein befürchteter Tsunami blieb aus.

Bei der Anfahrt auf Bahía de Caráquez

Bei der Anfahrt auf Bahía de Caráquez

Erbebenschäden
Unbewohnbare Hochhäuser werden abgerissen und neue sind im Aufbau
Jedes Haus weißt solche Schäden auf

Ecuador gilt als eines der Erdbeben gefährdetsten Länder der Erde. Vor der Küste drängt sich die Nazca-Platte mit einer Geschwindigkeit von acht Zentimetern im Jahr unter die Südamerikanische Platte. Zusätzlich sorgen noch neun aktive Vulkane für seismographische Erschütterungen.
Die Verschiebung der Nazca-Platte ist verantwortlich für die Auffaltung der Anden, die sich nur 200 Kilometer hinter uns bis auf fast 7.000 Meter erheben.

Warum Bahía de Caràquez? Die Antwort ist einfach: weil es der einzig bezahlbare Ort für uns in Ecuador ist. Ein paar Kilometer südlich gibt es eine Marina mit der Option, die Einrichtungen eines angeschlossenen Resorts zu nutzen. Zu teuer. Über 900 USD möchte man dort monatlich sehen. Für eine kurze Zeit ist das okay, für ein halbes Jahr deutlich zu viel.

Ein Segler-Paradies ist Ecuador nicht. Vorgelagerte Inseln oder eine Küstenlinie mit sicheren Buchten gibt es kaum. Die Küste Ecuadors wird von dem ungebremsten Pazifik überrollt. Im Süden gibt es gar einen berühmten Wellenreiter-Hotspot.
Die Küstenorte bieten Seglern keinen Unterschlupf. In Manta ist die Fischerei-Flotte von Ecuador stationiert. Fünftausend Boote sind dort registriert. Schwimmende Hightech-Fischfabriken, Kutter und kleine Motorboote strömen von dort auf den Pazifik. Im Ort wird in Fischfabriken der Fang verarbeitet. Manta ist Industrie dominiert und sicherlich keine attraktiver Standort auf Dauer.
Guayquil, noch südlicher, ist eine 3,5 Millionen Stadt, deren geschützte Bucht alle Nachteile einer Großstadt mit sich bringt: schmutziges Wasser und große Distanzen.

Daher haben wir uns für Bahía entschieden. Mit 300 USD monatlich sind die Mooring-Bojen auch kein Schnäppchen. Dafür liegen wir mit einer Bug-und Heckmooring vertäut, die ein Wechsel unserer Lage bei Ebbe und Flut verhindern. Die Strömungen sind beträchtlich, in beide Richtungen fließt das Wasser zeitweise mit 2,5 Knoten.

Für 300 USD gibt es ein prima Internet, heiße Duschen, einen vernünftigen Dinghy-Steg und Wäsche-Service gegen Gebühr. Am Steg dürfen wir kostenlos Brauchwasser in Kanistern holen (unseren Wassermacher haben wir still gelegt. Wie üblich bringt auch der Chone eine Menge Sediment aus den Bergen mit und die Filter wären schnell verstopft. Außerdem gehen wir bald auf Tour und dann muss er sowieso eingemottet werden).

Ein Platz für unsere Fahrräder zum Unterstellen hat sich auch schon gefunden. Das Restaurant bietet zu guten Preisen Hamburger mit Pommes und Artverwantes. Und am Wochenende soll es sogar richtiges Essen geben, was gut schmeckt. Gene, ein ehemaliger US-Soldat und jetzt Besitzer der Marina ist ausgesprochen hilfsbereit und freundlich.

Beschauliches Bahía

Beschauliches Bahía

Touristen gibt es keine mehr auf der Promenade nach dem letzten Beben trotz kilometerlagem Flussstrand - im Hintergrund - vor der Brücke- die Marina

Touristen gibt es keine mehr auf der Promenade nach dem letzten Beben trotz kilometerlagem Flussstrand – im Hintergrund – vor der Brücke- die Marina

Marina Amistad in Bahía de Caráquez

Marina Amistad in Bahía de Caráquez

Eine Bergtour am Meer.

Auf dem Weg von Sizilien in die Bretagne erreichte ich 
das spanische Festland bei einem markanten Felsklotz, dem Penyal d’Ifac.

Wer das Meer liebt, ist ebenso gern in den Bergen. Vielleicht, weil beides Natur pur ist, ungeschminkt und rauh. Vielleicht, weil beides Erdgeschichte ist. Vielleicht, weil mich hier nichts anderes mehr ablenkt. Von mir selbst. Von dem, wo ich jetzt gerade sein will. Ich spüre mich dort am meisten, wo jede Ablenkung verschwunden ist. Nichts, was meine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Kein Verkehr, der meine Aufmerksamkeit voll und ganz gefangen nimmt. Kein Telefonklingeln, das sie aufsaugt. Kein Geräusch, kein grellbunter Anblick, der sich meiner Gedanken unerlaubt bemächtigt, sie wegsaugt wie Radiowerbung, sie beim Schopf packt und sie willenlos hinter sich herschleift irgendwohin, wo ich gar nicht sein will. Das Meer, die Berge sind der Ort, an dem ich ich mich selber finde.

Da liegt er vor mir, der Penyal d’Ilhac, der unübersehbare Klotz, vor dem ich gestern Abend Levjes Anker fallen ließ. Ein unübersehbarer Klotz ragt der Penyal d’Ifac vor dem Ort Calpe aus dem Meer. Ein einziger Stein, 2 Kilometer lang und einen halben breit, 337 Meter hoch. Grau. Breit. Unübersehbar. Vollgesogen mit alten Geschichten. Ich lasse Levje am Morgen in der Bucht zurück rudere in meinem Dinghi hinüber und lasse es einfach an einem groben schmalen Kiesstrand zwischen zwei Felsvorsprüngen zurück wie die Häuser des Ortes, der hier endet. Eine breiter Schotterweg führt hinauf, niederes Gestrüpp, die mittelalterliche Siedlung Pobla d’Ilfac, die zu Füßen der mächtigen Steilwand liegt, muss hier irgendwo sein. Wieviel Angst um sein Leben muss, Sorge vor dem Morgen muss man haben, um sich sein Haus an einem solchen Ort zu wählen? Der Penyal d’Ilhac erinnert mich an andere Felsen, an denen ich war. Die letzte Katharerfestung in Südfrankreich, der Montsegur. Der Felsen von Monemvasia im Osten des Peloponnes. Die Klippen von Moher an der Westküste Irlands, die wiederzusehen mein heimlicher Antrieb ist, auf diese Reise um die Westküste Europas herum zu gehen.

Noch vor einem halben Jahrhundert endete vor dieser Steilwand der Weg auf den Felsen. An der senkrecht aufragenden Wand gabs kein Vorbei, kein Drüber, kein Drumherum. Vom Meer her ist der Felsen von allen Seiten unzugänglich – zu steil ragen die Klippen aus dem Meer, und so sehr sich mancher Krieger bei seinem Anblick ausgemalt haben mag, wie unbezwingbar die eigene Festung auf dem Gipfel des Penyal d’Ilhac wäre: Es gab keinen Weg, dort oben eine zu errichten. Die Felswand sperrte die Insel, die nur von kreischenden Möwen und einer Handvoll Turmfalken besiedelt wird, gegen die Welt ab.


Um 1960 herum kam man auf die Idee, für die Besucher eine Attraktion zu schaffen. Man grub an der Ostseite, wo die Steilwand am schmalsten ist, einen mannshohen knapp hundert Meter lange Höhle mit einem Ausgang auf der anderen Seite der Steilwand. Langsam klettere ich in den Tunneleingang, gewöhne meine Augen ans Licht. Der Boden ist holprig, keine Treppenstufen, doch grob gemeisselte ruppig rutschige Erhebungen im Boden. Zwei Ketten an der Wand, an der sich ein Pärchen, das mir von oben entgegenkommt, langsam über die den marmorglatten Boden in Turnschuhen zum unteren Ausgang bewegt.


Dann bin ich durch. Unter mir das Meer. Über mir die Möwen. Der Weg ist gut, ein gut ausgebauter Gebirgspfad, an Engstellen oder über Abgründen geben Ketten sicheren Halt. Auf meinen ersten Segelreisen nach Griechenland oder in Türkei habe ich mir angewöhnt, solche Touren in Flipflops zu machen. Das klingt zunächst verrückt – ist es aber nicht. Ungeeignetes Schuhwerk wie Flipflops zwingt zu einer ganz anderen Art des Gehens. Ich begann, im felsigen Gelände auf jeden meiner Schritte zu achten, nirgendwo meinen Fuß unbewusst aufzusetzen. Flipflops zwingen zur Achtsamkeit bei jedem Schritt. War ich nicht konzentriert, schlug ich mir die ersten Male ganz schnell den Zeh blutig. Das passiert mir nur die ersten Male. Danach wusste ich, dass ich meinen Fuß erst aufsetzen konnte, wenn ich genau wusste, wohin ich ihn aufsetzte. Richtig in Bergen gehen, den Boden nutzen, nicht gegen den Boden zu gehen, habe ich erst in Flipflops gelernt. Nicht in Bergschuhen, mit denen man den Fuß im sicheren Gefühl guter Ausrüstung einfach gedankenlos überall hinsetzt.


Der Penyal d’Ilhac ist gerade mal 337 Meter hoch. Keine große Sache, möchte man denken, doch der Klotz kann es in sich haben. Der Weg wurde nun schwieriger. Glattgeschliffene rutschige Buckel mit tiefen Furchen darin, es war ein ums andere Mal schwierig, für den Fuß den richtigen Ort zu finden. Diesmal war ich froh um die Zustiegsschuhe, die ich mir vor wenigen Wochen für Touren wie diese geleistet hatte. Doch selbst mit fester Sohle war es nicht einfach, guten Tritt zu finden, selbst wenn das ganze nur ein ansteigender Weg und keinesfalls Kletterei war. Die meisten der Pärchen, denen ich begegnete, trugen einfache Sniker oder Ausgeh-Sandalen. Mit Bergschuhen oder Zustiegsschuhen waren die wenigsten unterwegs.

Gegen Mittag gabelte sich der Weg geradeaus ging es weiter zum südlichen Aussichtspunkt. Nach rechts zum Gipfel, wo die Möwen kreischten. Jetzt war ich schon soweit oben – die halbe Stunde schaffe ich jetzt auch noch da hoch. Ein Schild warnte: „Muy peligro“ – so schwierig kann das doch nicht werden. Doch der Weg verschwand. Er war jetzt nur noch eine gedachte Linie roter Punkte, die in den steil abfallenden Karen über zerfurchte Felsplatten, glatt geschliffene Buckel, senkrecht aufstehende Felsklingen führte. Das war nicht ohne – eben nicht klettern. Aber ein Weg, der den Namen nicht unbedingt verdiente, mühsam war. Wege: Noch vor dreihundert Jahren waren selbst in unseren Breiten Wege anders als heute nicht gepflegt, sondern ungewartet. Und ohne Nutzung.

Das tückische an solchen Wegen ist: Hoch kommt man meistens. Der Abstieg ist bei solchen Wegen die Schwierigkeit. Ich bin nie geklettert. Doch die wenigen Male, die ich es versucht hatte, hatte sich mir tief eingeprägt: Hoch kommt man immer – weil man die Schwieirgkeit, den richtigen Tritt, den Halt zu finden, auf Augenhöhe vor sich hat. Der Abstieg ist stets das Schwierigere, weil man das Problem nicht mehr auf Augenhöhe hat.

Dann der Gipfel. Ganz oben auf dem Berg. Ein Plateau. Ein weiter Blick in die Ferne. Möwengeschrei. Klippeneinsamkeit.  

Levje in der Bucht vor dem Strand von Calpe.

Als ich von meiner Bergwanderung zurückkomme, steht der Wind in die Ostbucht, Levje hängt unter vollen Zug an ihrem Anker und wippt in den Wellen. Zeit, loszurudern. Ich habe Mühe, in „Peanuts“, meinem kleinen 1,60m großen Dinghi zu Levje gegen den Wind zurückzurudern. Immer wieder vertreibt mich der Wind, schwappen Wellen ins Dinghi. Ich muss kraftvoll rudern. Und überhöre fast das Knattern eines Rettungshubschraubers, der über dem Penyal d’Ifac steht. Kurz oben am Grat niedergeht. Und lange 10 Minuten braucht, um zwei Menschen am Drahtseil abzubergen.

Er kann es in sich haben. Der Penyal d’Ifac.

Einklarieren in Ecuador

Di., 12.Juni 18, Ecuador/Bahía de Caráquez, Tag 1472, 13.337 sm von HH

Am Tag nach unserer Ankunft kommen die Offiziellen an Bord: Vier Mann und eine Frau werden mit einem kleinen Kahn zu uns gebracht. Eine wilde Fragerei prasselt auf uns ein. Die Dame von ‚Gesundheit‘ lässt sich unsere Medikamente zeigen und erkundigt sich, wogegen sie sind. Ein Schapp mit Vorratsdosen wird inspiziert und tatsächlich das Haltbarkeitsdatum kontrolliert.
Sie geht allerdings nicht selbständig an Schränke, sondern ist zufrieden mit dem, von mir präparierten, Fach. Dass wir im großen Stil preiswertes Bier und Wein aus Panama ins Land schmuggeln, kümmert keinen.

Gonzo hält ebenfalls den Kopf flach und zeigt sich nicht. Von den drei zugelaufenen Geckos ist er der einzige der noch bei uns ist. Die anderen haben wir vermutlich in der Shelter Bay Marina mit unserer letzten Schlauch-Putz-Aktion von Bord gespült.

Unsere Gelbfieberimpfung kontrolliert die Gesundheits-Tante ebenfalls. Die ist elf Jahre alt und wird von ihr anstandslos akzeptiert. In den letzten Jahren hat sich die Auffassung der WHO wohl herumgesprochen, dass eine Gelbfieberimpfung ein Leben lang hält (und nicht nur zehn Jahre, wie mal angenommen).

Viele Formulare und Fragen später, über unsere Seenot-Rettungs-Signale, unser Notruder, der frisch gewarteten Feuerlöscher und anderer Kleinigkeiten, sind wir fertig und bekommen einen Stempel für drei Monate. Alle sind ausgesprochen höflich und korrekt. Von uns angebotene Cola Dosen werden ‚für später‘ mit von Bord genommen.

Das Cockpit voll mit Immigration- und Gesundheits-Inspektoren

Das Cockpit voll mit Immigration- und Gesundheits-Inspektoren

Wir sind nicht die einzigen Segler in der Marina: die ‚Kokopelli‘ aus USA und die ‚Alrisha‘ aus Österreich kennen wir bereits. Neu dazu kommt die ‚Taitonga‘ aus Frankfurt.
Somit wird der erste Abend gleich ein buntes Treffen alter und neuer Mitsegler. Allerdings sind fast in Aufbruchsstimmung. In drei Wochen werden wir wohl recht einsam sein, wenn nicht Frischfleisch nachrückt und sich die ‚Alrisha‘ noch auf Landreise in Peru befindet.

Die Alrisha bei unserer Ankunft

Die Alrisha bei unserer Ankunft

Das Mooringfeld mit einer Handvoll Gast-Yachten - Hinter den Segelbooten tauchen die Sandbänke bei Ebbe auf

Das Mooringfeld mit einer Handvoll Gast-Yachten – Hinter den Segelbooten tauchen die Sandbänke bei Ebbe auf

Von Ibiza zurück zum spanischen Festland. Ein unvergesslicher Morgen.

Auf meiner ersten Etappe für mein neues Buchprojekt 
bin ich auf Levje nach Menorca und Mallorca nun auf der westlichsten Balearen-Insel Ibiza angekommen. Und breche zurück zum spanischen Festland auf.

Anders als viele andere Gegenstände des täglichen Lebens kennt man sein Schiff auf vielerlei Arten. An seinem Äußeren, weil man sich bestimmte Stellen am Rumpf gemerkt hat, an denen der Lack weg ist. An den Geräuschen, die ein Schiff beim Segeln produziert, die einen nerven, wenn sie da sind. Oder besorgt dreinblicken lassen, wenn sie einmal nicht da sind. Ich kenne mein Schiff an seinem Mast, ertappe mich dabei, wenn ich irgendwo in der Stadt unterwegs war und mich dem Hafen wieder nähere, unwillkürlich nach dem einen Mast Ausschau halte, den ich unter hundert anderen im Hafen kenne. Levje II hat wie ihre Vorgängerin ein 7/8-Rigg, bei dem das Vorstag nicht im Masttopp, sondern 1/8 darunter angeschlagen ist.

Sein Schiff kennen heißt aber auch, die Signale zu kennen, die mein Schiff mir gibt, wenn ich in den Wellen zuviel gerefft habe und sie plötzlich zu stark zu geigen anfängt. Das Geklapper im Rigg zu deuten. Und auszureffen. Oder zu wissen, wenn ich ihm zuviel zugemutet habe.

Um halb sieben schlich ich mich auf leisen Sohlen aus dem Hafen von Sant Antoni de Portmany im Nordwesten Ibizas. Leise, weil alle meine Nachbarn noch schliefen und nur die Fischer auf der Pier gegenüber vor ihrer kleinen Hafenbar beim Auslaufen lärmten. Es war ein prächtiger Morgen. Tiefblauer Himmel. Absolute Windstille. Nur einmal die Ahnung einer Böe aus Nordwest, leicht, doch unmissverständlich. Sonst störte nichts die Schönheit und Majestät dieses Morgens auf dem Meer. Ich legte leise ab. Und sank hin beim leisen Tuckern von Levjes Motor und dem majestätischen Vorbeigleiten an den verschlafenen Hafenliegern nach dem Gröhlen und Lärmen in der Nacht.

Hätt ich nur mal ein bisschen die Augen aufgemacht. Wär ich nur aufmerksamer gewesen. Denn kaum hatte ich die Hafenmole hinter mir, kam uns arger Schwell aus Nordwest entgegen. Mein Schiff war nicht seeklar, ich hatte nichts aufgeräumt: Alle Fender noch draußen. Alle Leinen lagen an Deck, wie ich sie losgeworfen hatte. Unter Deck stand das Frühstücksgeschirr und die Thermoskanne noch neben der Spüle. Wenn mich etwas aus der Fassung bringt, dann sind es Leute, die ihr Schiff aus dem Hafen steuern, wenn es noch nicht seeklar ist.


Während ich überlegte, ob umdrehen und im Schutz der Hafenmole erstmal aufräumen nicht die bessere Lösung wäre, kam schon die unmissverständliche Antwort von unten. Das erste Poltern von Dingen, die nichts mehr an ihrem Platz hält und sich freudig über den Boden ergießen. Ein dumpfes Wumms als Abschluß. „Lieber Gott, lass es die Bücher sein. Und nicht die Kamera. Oder das Macbook. Oder die Thermoskanne.,“ denke ich, während ich die Fender am Seezaun staue. Levje jachtert schlimm in den Wellen, im Nu habe ich 17, 20 Knoten Wind auf dem Windmesser. 
„Jetzt mach aber fix, dass Du Deine Segel endlich hochkriegst.“ Starkwind, Böen, das Auf und Ab in den Wellen in der Bucht von Sant Antoni: Das ist alles so gar nichts für eine Ausfahrt unter Motor. Es ist mal wieder der Moment, wo man wie der hinduistische Gott Schiwa gerne viele Arme gleichzeitig hätte, um alles zu regeln und meine Welt im Gleichgewicht zu halten. 


Endlich stehen die Segel. Jetzt abfallen auf den richtigen Kurs, den die elektronische Seekarte vorgibt. Doch dann sehe ich, dass unser Kurs, den ich eingab, zwischen den westlich vorgelagerten Inseln hindurchführt. Ibiza ist anders als ihre Schwestern, die Insel der überspülten Riffe und Felsen, man findet viele hier, die man nur bei Wind erkennt, weil sich dann die Wellen daran brechen. Wo wir durch sollen, ist es gerade mal eine zwei Fußballfelder breite und nur 4 Meter tiefe Passage zwischen den Untiefen. Bei diesem Seegang und unseren 2 Metern Tiefgang scheint mir das ein unkalkulierbares Risiko – noch dazu, wo ich die Passage nicht kenne und selbst bei ruhigem Wetter noch durch bin. Also in den sauren Apfel beißen und die 4 Seemeilen Umweg um die Insel machen: Hoch an Wind, der Windmesser geht über 20 Knoten, und auch gleichzeitig das Vorsegel mit aller Kraft dicht ranholen und das Groß reffen. Shiva, der vielarmige Gott der Glückverheißung möchte ich gerade jetzt sein. Bei Windstille nehme ich mir vor, nachzulesen, wofür er sonst noch alles steht. 

Zwei Wenden, die mir so gotteslästerlich schlecht geraten, dass selbst die Riesen-Motoryacht, die wegen der Wellenhöhe ganz demütig nahe an meinem Bug verbeischleicht, irritiert dreinschaut. Naja, wir sind wohl nach zwei Hafentagen auf Ibiza etwas aus der Form. Doch dann haben wir die Nordumfahrung der Felsen von Sa Conillera erreicht. Ich halte gut Abstand – NAVIONICS sagt, dass eine halbe Seemeile vor den Felsen die Wassertiefe nur sieben Meter beträgt. Vorsichtshalber fahr ich also einen ganz großen Bogen. Kaum vorbei, muss ich feststellen, dass mein Tiefenmesser unverändert 79 Meter anzeigt und NAVIONICS halt von der Zahl „79“ mal eben die „9“ wegließ und nur die „7“ übrigblieb.


Mich darüber zu wundern, bleibt wenig Zeit. Mein Segeltrimm stimmt nicht. Ich rutsche im starken Seegang auf meinem Lieblingssitzplatz hinter dem Steuer einmal die Schiffsbreite entlang auf die andere Seite, wo die vorstehende Schotklemme mich schmerzhaft stoppt und mich an meine morgendliche Dämlichkeitkeit erinnert. 

Doch irgendwann sitzt alles. Die 20 Knoten Wind werden bei 8 Knoten zu purer Lust. Der Anblick der unbewohnten Felseninsel hinter den Wellenkämmen, das Schweben der Möwen über den Inseln: Meine Welt ist wieder in Ordnung. Ich bin wieder da, wo heute morgen alles begann: Was für ein schöner Morgen.

Wenn da nicht das Gefühl bliebe, die Dinge mal wieder alles andere als souverän angepackt zu haben. Ich denke in solchen Momenten oft an Gudrun Caligaro, die Einhandsegelerin, die mit Mitte 40 die Welt auf einem 8-Meter-Schiff umrundete und auf der ganzen Strecke nur sieben Mal anlegte, weils gar so schön war da draußen. In Ihrem Buch mag ich die Stellen, in denen sie streng mit sich ins Gericht geht und sinngemäß schreibt: „Nicht mein Schiff ist irgendwie unzulänglich. Oder das Meer. Ich allein bin es, dessen Unzulänglichkeit mir und meinem Schiff hier draußen immer wieder Probleme schafft.“

Sechs Stunden später. Es ist halb eins. Seit fast drei Stunden sehe ich das spanische Festland halbrechts vor mir. Ich habe jetzt die Hälfte der 68 Seemeilen bis nach Calpe geschafft. Nicht nur ich überlege, einzuschlafen, der Wind hat gerade die gleiche Idee. Mit einem kurzen Nickerchen wirds deshalb nichts, weil ich zur Sicherheit das Radar mit eingestelltem Alarm mitlaufen lasse. Alle zwei Minuten ertönt jetzt „Kolisionsalarm“, wenn ein Schiff in meine vor mir definierte „2-Meilenzone“ eindringt. Die Technik ist sinnreich und funktioniert. Doch sie ist nervig, wenn wie jetzt vor dem Festland der Schiffsverkehr deutlich zunimmt. Tatsächlich ist hier viel los. Segler, Fähren, Motoryachten – und Containerschiffe. Denn die Balearen-Inseln sind nur zum allerkleinsten Teil „Selbstversorgerer“. Jede Tüte Spaghetti, jede Tube Zahnpasta, jeder Kochtopf, jede Steckdose, jede Radmutter: Alles und jedes wurde und wird für die 875.000 Mallorquiner, die 95.000 Menorquiner, die 140.000 Ibithenk und 12.000 Formenteros  auf Containerschiffen. Und für die fast 14 Millionen jährlichen Besucher der Balearen auch. Die Inseln hängen am Tropf, was ihre Versorgung angeht, sind sie ausgesprochen fragile Existenzen. Oder maßlose Verschwender wertvoller Ressourcen – je nachdem. So wie wir alle.


So geht Levje die zweite Hälfte der Tagesetappe jämmerlich klappernd im alten Mistral-Schwell an. Meinem müdes Hirn malt erst eine Glühlampe, das Zeichen für „Idee“, und dann das große gelbe Blisterteil an die Innenwand seines Gehäuses. Aber Lust auf einen erneuten unfreiwilligen Tauchgang wegen „Schot-im-Propeller“ hab ich heute keine. Ich lasse das. Und freue mich lieber am Anblick des markanten, großartigen Felsens von Calpe, der am späten Nachmittag vor mir auftaucht und vor dem ich ankern und draußen die Nacht verbringen will. Vielleicht geh ich ja morgen da hoch? Wer weiß?

Durch Wasser und Wälder …

  Liebe Leser, wer unseren Tracker bei Marinetraffic verfolgt, hat schon gesehen: Wir haben unser übliches Revier in den Bahamas verlassen und uns nach Norden bewegt. Von Nassau aus sind wir zunächst nach West Palm Beach in Florida gesegelt, um…

Schmutzige Wäsche waschen

Am Anker, an der Wunschposition

Fast pünktlich kommt Taxi Boot Monika um sieben längsseits um meine Gäste abzuholen und nach Olaho an Land zu bringen. Bestimmt trockener und komfortabler als mit our Red-Dinghy MAYALENA. Nur Hana fliegt zwei Stunden später mit mir übers Wasser in die „Stadt“. Es wäre gelogen zu sagen, dass es schade ist, dass meine Gäste njach diesem insgeamt tollen Törn gegangen sind. Das liegt aber in der Natur der Sache: Weil Alleinsein, mein Ziel ist. Einfach nur alleine sein. Das Ziel habe ich erreicht und geniesse es in vollen Zügen. Ab morgen werde ich dann alle ganz schrecklich vermissen. So ist das.

Der erste Amtsakt nach vollzogenem Abschied ist Wäsche waschen. Früher als noch alles anders und besser war, hat man sich eine Emilia gesucht, die das für einen erledigt hat. Heute hat man eine Waschmaschine an Bord. Wir auch, aber einen defekten Wassermacher. Also dann eben doch: Wie früher. Ich frage den Tankwart nach Emilia und der sagt nur Inter Marche. Nach langem Suchen finde ich Emilia in Form von Emilio, der mich voll versägt. „Nur waschen machen wir nicht.“ Hier wird, gebügelt und gedampft und gereinigt. Ein Reinigungsinstitut. Ein abschätzender Blick in meine Wäschetasche. „Nächste Woche!“ „Teuer!“ „Geh zu Intermache. Die haben einen Waschsalon!“ Also doch was der Tankwart gesagt hat und ich mit den beiden Ikeataschen voll mit dreckiger Wäsche am Lenker des Bordfahrads zu Intermarche. Nix Waschsalon. Auf dem Parkplatz findet sich ein futuristischen Automat, an dem man direkt mit seinem Auto ranfahren kann. Eine Riesen Waschmaschine. So g roß, dass es ein Warnschild gibt, das davor warnt, dass man seine Kleinkinder nicht mitwaschen soll. Hallo? 18 kg bis 90 Grad für 8 Euro. Meine Emilia. Entspannt gehe ich dann einkaufen, Kaffee trinken, das freie WiFi geniessen. Umladen in den Trockner und ich stöbere schon mal im Baumarkt was es so gibt. Es gibt alles in Olaho. Alles was das Herz begehrt. Ich fühle mich nach langer, langer Zeit mal wieder als Fahrtensegler und nicht als Eigner eines Charterschiffes. Rechtzeitig komme ich zum Trockner zurück und der restliche Tag ist meiner. Eine Runde mit dem Bordrad. Durch die Stadt. Passt. Passt einfach. Alles da was man braucht. Der nächste Törn ist im September. Ich gebe erst einmal Halbgas.

Der Ankerplatz vor Culatra ist sicher wie Abrahams Schoß für die MARLIN. 40 Meter Kette auf 4 Meter Wassertiefe. Rundrum Sandbänke. Dutzende von anderen Schiffen mit netten Salty Dogs. Culatra. Da kann ich entspannt nächste Woche nach Flensburg fliegen. Ein Ticket habe ich nach Hamburg. 19 Euro mit Handgepäck. Das Taxi zum Flughafen kostet das Doppelte. Der Zug von Hamburg nach Flensburg auch. Der Plan scheint aufzugehen. So. Jetzt aber mal hurtig. Vier Betten habe ich schon frisch bezogen. Zwei fehlen noch.

 

Über die Barre in den Rio Chone

Mo., 11.Juni 18, Ecuador/Bahía de Caráquez, Tag 1471, 13.337 sm von HH

Die Nacht verbringen wir im sogenannten ‚waiting room‘ am Anker. Bereits nach wenigen Minuten ist klar, warum der ‚waiting room‘ nicht Ankerplatz genannt wird. Es ist nämlich gar kein Ankerplatz – die Dünung vom Pazifik rollt ungebremst auf uns zu. Wir haben mehr Seegang als auf der gesamten Tour. Bei Ebbe kommt die Strömung aus dem Fluss und wir liegen unglücklich mit dem Heck gegen die Wellen. Der Druck ist so enorm, dass ein 16 mm Tampen wie ein Bindfaden reißt. Dieser Tampen hält unsere Ankerkralle, besser gesagt, hielt unser Ankerkralle, denn nun liegt sie auf dem Meeresboden (Eine Ankerkralle dient dazu, den Zug der Kette von der Winsch zu nehmen und sie somit zu entlasten. Die Kralle wird in ein Kettenglied eingehengt und der Tampen am Bug des Schiffes belegt. Nun wird ein Stück Kette herausgelassen, so dass die Kette in einer Bucht lose und ohne Zug auf der Ankerwinsch liegt).

Über Funk melden wir uns in der Marina ‚Puerto Amistad‘. Dort haben wir eine Boje reserviert. Gene, der Chef der Marina schickt uns Ariostos als Lotsen. Eine Stunde vor Hochwasser können wir in den Chone rein. Aber Ariostos ist nicht zufrieden: „Heute stehen ungewöhnlich hohe Wellen vor der Flussmündung. Ihr müsst bis Hochwasser warten.“ Über Handy steht er in Kontakt mit seinen Kollegen in einem kleinen Motorboot. „Wie hoch sind die Wellen? Okay, jetzt soll es los gehen.“

Ariostos übernimmt das Ruder. Die Wellen werden durch abnehmende Wassertiefe immer steiler. Sie heben uns sacht an und nehmen uns im Surf mit auf ihren Weg. 6 Knoten, 7 Knoten, fast 8 Knoten Speed bekommen wir auf die Logge. Ariostos tut cool: „Alles gut!“
Als wir die flachste Stelle passieren, ist er dann aber auch sichtlich erleichtert: „Perfecto! Todo es perfecto“! Beim Skipper ist eher nichts perfekt, der wischt sich heimlich die feuchten Hände an der Hose ab.

Wir tuckern dann noch eine Meile flussaufwärts. Hinter einer Kurve des Chone liegt Bahia de Caraquez. Eine Marina mit Stegen ist ‚Puerto Amistad‘ nicht. Es gibt Mooringbojen, die als sicher gelten und offensichtlich auch gewartet werden. Hier können wir Atanga beruhigt alleine lassen, wenn wir Landausflüge unternehmen.

Hier noch ein paar Bilder unserer düsteren, sonnenlosen, aber ruhigen Überfahrt:

Blick nach hinten
Blick nach vorn
Wenn du weißt, gleich geht es wieder los
Und wieder eine Walze in der blauen Stunde

Hoffnung für eine Stunde, es zieht wieder zu

Hoffnung für eine Stunde, es zieht wieder zu

Fischer kommen morgens zum 'hallo' sagen vorbei

Fischer kommen morgens zum ‚hallo‘ sagen vorbei

Tramper

Tramper

Schietwetter
Pechschwarze Nacht und dann auch noch Regen
Schnittchen vom Käpt'n geschmiert
Jede Sonnen-Minute ist ein Geschenk

Dusche bei fast Flaute am ersten Tag

Dusche bei fast Flaute am ersten Tag

Musikalische Videobotschaft für die Glüxpiraten

 Video
Meine musikalische Videobotschaft für Babs und Eric von den https://gluexpiraten.de/
Mit Bordmitteln komponiert, produziert & gefilmt. Man verzeihe mir die Textunsicherheit. Gleichzeitig Filmen, Spielen, Singen und Segeln überstieg etwas meine Multitaskingfähigkeiten für diesen nagelneuen Song.