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Tag 8 =>Osterinsel – Wechselhaft

So., 16.Dez.18, Süd-Pazifik, Tag 1659, 14.204 sm von HH
Der Himmel über uns muss gestreift sein. Schmale Streifen blauer Himmel – bedeckter Himmel. Halb-bewölkte Streifen gibt es nicht. Seit zwei Tagen erscheinen vor uns, scharf abgegrenzt, die Wolkenkanten. Alle paar Stunden ändert sich das Bild. Der Wind passt sich dem Streifenmuster an. Letzte Nacht gab es wieder eine windlose Phase von vier Stunden, dümpelige sechs Knoten Wind waren noch übrig. Kurz davor, dass die Segel in der Dünung anfingen zu schlagen. Dann kam erneut Wind. Von jetzt auf eben geht die Windmaschine auf 18 Knoten hoch. Das ist dann feines Segeln für eine kurze Zeit. Glattgezogenes Meer und dadurch viel Speed.
Seit zwölf Stunden weht es jetzt kräftig und eine recht imposante Dünung hat sich aufgebaut und rollt uns entgegen. Die kommt schräg von vorne und nervt schon etwas. Das ist dann nicht mehr ganz so feines Segeln. Wir haben die Fock wieder gerefft, um die Schräglage etwas zu mildern. Das nimmt leider sofort einen Knoten Geschwindigkeit raus. Unter Deck ist es mächtig laut. Einzelne Wellen klatschen scheppernd an den Bug, und fließen gurgelnd rechts und links am Schiff vorbei. Manchmal wird der Bug in die Höhe gehoben und wir fallen donnernd ins nächste Wellental. Das Deck ist jetzt dauer- geflutet. Gischt fliegt übers halbe Schiff. Im Cockpit bleiben wir trocken und wir sind einmal mehr glücklich über unser Mittel-Cockpit. Hoch und trocken thronen wir über dem Geschehen (Bei vielen Schiffen mit achterlichem Cockpit müsste man jetzt schon Gummistiefel anziehen): Jetzt nach acht Tagen mit Wind von vorne, wünschen wir uns langsam, dass der Wind auf Osten dreht. Halber Wind wäre mal was.
Essen: Abendessen: Spaghetti mit Champignon-Sahne-Sauce Frühstück: Frisches Brot aus der Bordbäckerei mit Schinken, Käse, Salami Mittag: Brat-Nudeln (Rest von gestern Abend) mit Ei
Meilen: Tagesmeilen 114 , Rest 1.512 sm auf direktem Weg

Ein fast normaler Tag (Video)

Eine der häufigsten Fragen, die ich höre: „Ist Dir denn nicht langweilig?“ Die
Kurzversion der Antwort hat vier Buchstaben: NEIN! Die etwas längere Version dauert vier Minuten (siehe Video). Mal hilft man Freunden, denen ein Sturm in der Nacht zugesetzt hat, mal trifft man
sich einfach zum Frühstück oder Abendessen. Einkaufen gehört dazu und ein bisschen mit dem Roller düsen. Ganz ausgelassen habe ich die Stunden vor dem Laptop (sind auch eher langweilig). Und wenn
man wirklich mal denkt, es sei nichts zu tun, dann findet sich mit Sicherheit etwas an Bord, das zu reparieren ist. Wie eine defekte Wasserpumpe, die immer mal wieder muckt. Also, ab in den
Maschinenraum – und schrauben. Eine gute Idee? Hm, ein studierter Arabist und Islamwissenschaftler, der als Autor arbeitet. Kann das gutgehen?

SV Comino – Attila Vedo HU

KAUM ZU GLAUBEN – MIT EINER HURLEY 22 UM DIE WELT

Als Christoph Vougessis mich vor ein paar Tagen besuchte und von Attila berichtete, erinnerte ich mich an diesen jungen Ungarn, dem ich vor einigen Jahren eine Pacific Light nach Irland ausgeliefert hatte.

Ich habe nie wieder von diesem jungen Mann gehört, was ja eigentlich nix Schlechtes ist.

In der Zwischenzeit weiss ich nun, dass er mit seiner Nussschale zunächst Irland umrundet und nun die ganze Welt in Angriff genommen hat.

Seit 24 Monaten ist Attila unterwegs und vor kurzem auf den Marquesas eingetroffen, wo er etliche Monate verbringen will. Sein Reiseblog mit vielen Videos ist ist hier verlinkt.

New friends arriving

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Die Jubiläumscrew

Nachdem ich nun mit beiden Beinen im wirklichen Leben, also auf dem Kitebord stehe, fehlt zum derzeitigen Glück eigentlich nur noch Andreas. Ich bin pragmatisch. Meine Zuneigung ist sehr direkt, denn Andreas bringt etwas mit, was sehr, sehr wichtig ist im Moment. Zwei neue Membranen für unseren Wassermacher. Der, genannt Moses, wegen Osmose und weil Moses das Meer teilt, sprudelt nämlich eher nur noch Brackwasser aus seinem Herzen in die Tanks der MARLIN. „So fahren wir nicht über den Atlantik“, verkünde ich im Cafe Mindelo, wo ich Andreas schon gestern getroffen habe. Heute ist es dann soweit: Einchecken auf der MARLIN. Für Andreas ein ganz neues Erlebnis. Er muss sich direkt mit unserer Seekuh anfreunden und macht den kapverdianischen Seekuhführerschein im Handumdrehen. Kurz darauf sitzt er mit mir im Cockpit, der Rest der neuen CREW 50 lässt noch auf sich warten, und ich beschliesse: „Dann lasse uns mal eben die neuen Membranen einsetzten.“ Gesagt getan. Ist jetzt nach vier Jahren das erste Mal, dass ich das machen muss und ich mache das, was ich beim Skippertraining selbst gepredigt habe: „Ich lese erst einmal die entsprechende Seite im Manual. RTFM. Read the Fucking Manual.“

Die OP verläuft schnell und erfolgreich. Mittendrin kommt der Rest der CREW, also Lena, Harald und Gerd an. Harald, springt wie zu erwarten erst mal ins Wasser. Er hat jetzt Apnoe Flossen. Oha! „Hier hast Du den Malerspachtel. Kannst ja schon mal das Grünzeug am Bauch der MARLIN abspachteln. Nicht ohne Grund hat MARLIN am 15.1.19 schon einen Termin in Trinidad in der Werft. Ist aber auch dringend mal notwendig. In der Zwischenzeit sprudelt Moses wieder MARLIN Tafelwasser, so wie es sich gehört. „Morgen alle extra lange duschen, damit das Brackwasser aus den Tanks rauskommt.“

Es gibt frischen Wahoo. „Micha machst Du immer so viel Chaos in der Küche?“ Ich grinse. „Ne Gerd. Beim Segeln nicht. Hat es Dir denn geschmeckt?“ „Super!“ Meer morgen. Nach der Sicherheitseinweisung. Skipper Micha ist wieder in seinem Element. „Blablabal…“Die CREW 50 auf der MARLIN und Michas zehnte Atlantiküberquerung. Das spornt doch an.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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” target=”_blank” rel=”noopener”>www.marlin-expeditions.com

Tag 7 => Alles Tutti

Sa., 15.Dez.18, Süd-Pazifik, Tag 1658, 14.090 sm von HH
Um 20:00 Uhr ist die Flaute nach ein paar Stunden verschwunden. Es geht mit der üblichen Windstärke 4 normal weiter. Segelstellung unverändert. Da wir noch immer am Wind segeln, bleiben wir bei Fock und Groß. Um es komfortabel zu halten, reffen wir das Vorsegel bei etwas mehr Wind ein, in den schwächeren Phasen lassen wir das Reff wieder raus. Das war’s. Mehr haben wir nicht zu tun. Essen, Schlafen, Lesen und Wasser gucken. Wir sind sehr zufrieden, wie es läuft.
Wetter: Mal strahlend blauer Himmel, mal dicht bewölkt und noch immer „kalt“.
Essen: Abendessen: Veggie-Tortillas mit Möhre, Gurke, Paprika, Tomate und Zwiebeln und zweierlei Saucen-Dips. Frühstück: Die zweite Hälfte der Schwarzbrot-Packung mit Schinken, Käse, Salami Mittag: Tortillas mit dem restlichen Fijoles Bohnenmus, Tomate und Zwiebeln. Die letzte Mango wird geschlachtet.
Meilen: Tagesmeilen 107 , Rest 1.622 sm auf direktem Weg

Tag 6 =>Osterinsel – Schönes Segeln

Fr., 14.Dez.18, Süd-Pazifik, Tag 1657, 13.983 sm von HH
Noch vor Mitternacht ist er da, der Süd-Ost-Passat. Wir können Kurs Osterinsel anlegen. Mit 14 bis 18 Knoten Wind (Windstärke 4, Anfang 5) plus einem Knoten Strom kommen wir gut voran. Zeitweise sind wir 7,5 Knoten schnell. Aus ‚hoch am Wind‘ ist ‚am Wind‘ geworden. Die Bedingungen sind optimal. Kaum Welle, viel Sonnenschein. Der Plotter rechnet mit: in 14 Tagen seid ihr da! Dort wo der Passat laut Literatur anfangen soll, ist er zur Stelle. Wir sind inzwischen auf der Länge von den Galapagosinseln, allerdings 250 sm südlicher. Und wir stecken noch immer im Humboldtstrom. Die Wassertemperatur ist nochmals zurück gegangen – auf 22 Grad. Entsprechend kalt ist die Luft. Wir sind Warmduscher und mischen uns heißes Wasser in unsere Duschflaschen. Der Wind hinter der Deckung der Sprayhood ist „eisig“. Wir befinden uns 4 Grad südlich vom Äquator und frieren in der Nacht. Kaum zu glauben.
Die Freude über die tollen Bedingungen währt 16 Stunden, dann erfolgt die Vollbremsung. Im Augenblick haben wir grade noch 8 Knoten Wind und dümpeln noch mit 3 Knoten (dank Strömung) vorwärts. Immerhin halbwegs in die richtige Richtung. In zwei Stunden wird es dunkel, daher verzichten wir auf den Blister. Noch 33 Tage klugscheißt der Plotter.
Essen: Abendessen: Alle Bananen sind gleichzeitig reif, daher gibt es ein Curry mit Banane und Kokosmilch an Reis. Da immer noch kein frischer Fisch an Bord ist, mache ich ein Glas eingekochte Hühnchenbrust dazu auf. Frühstück: Wir machen die letzte Packung Dauer-Schwarzbrot (made in Germany) auf, die es in Panama überall zu kaufen gab. Das Brot ist natürlich etwas trocken, aber durchaus gut essbar. Mittag: Den Rest vom Curry wird warm gemacht. Zum Nachtisch Grapefruit-Passions-Frucht-Salat.
Meilen: Tagesmeilen 115 (das Windloch verdirbt den Schnitt ) , Rest 1.727 sm auf direktem Weg

Better find Saul

Lange nichts mehr geschrieben? Oh, doch! Sogar ziemlich viel. Der vierte Teil der kleinen „Anleitung zum Glücklichsein“, die auf floatmagazin.de erscheint, ist
abgeliefert. Dazu kamen noch ein paar Texte für andere Webseiten. Und dann hat mich die letzten Tage eine ganze besondere Geschichte gefesselt. Die von vier Seglern, die auf den Kap Verden
im Knast sitzen, verurteilt zu zehn Jahren. Der Vorwurf: Drogenschmuggel im großen Stil. Das Gericht hat in erster Instanz die vier Segler, drei Brasilianer und einen Franzosen, schuldig
gesprochen. Ich habe die Urteilsbegründung ausgegraben und die Ermittlungsberichte der brasilianischen Polizei. Zusammen knapp 300 Seiten feinster Krimi-Stoff. Das Ergebnis der Rekonstruktion
könnt Ihr hier lesen: Better find Saul

 

I just did it

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Und das an einem Dreizehnten

Das ist der letzte kitelastige Eintrag für dieses Jahr. Mein Kite Mentor und Trainer Jair hat mich mit den Worten entlassen: „Du bist jetzt ein Kiter. Du kannst jetzt ohne mich los. Jetzt musst Du üben, üben, üben.“ Jair strahlt über das ganze Gesicht. Er ist sichtbar stolz. Ich bin der zweite über 50, über 90, über 190, den er auf’s Brett gestellt hat. Der andere ist ein Schweitzer im letzten Jahr gewesen. Am Morgen noch wollte ich all mein Kite Kram verkaufen, habe mich dann selbst gezwungen an einem Dreizehnten doch zum Spot zu fahren. Tiago wartet am Markt. Es pustet schon die ganze Nacht und MARLIN tanzt mit 30 Knoten Böen am Ankerplatz. Gruselig, die Vorstellung an dem Minispot „Das Gatas“ auf den Steinen zu landen. Jair lacht. Na denn. „Das ist dein Wind Micha. 22 Knoten!“, meint er und steckt den nassen Finger in die Höhe. Es läuft wie immer. Ich ride ein paar Meter und falle ins Wasser. „Iii“: Irgendwas ist immer. Es scheint ein ganz normaler Tag zu werden der mit einer Voltaren gegen den allgemeinen Körperschmerz endet. Nach zwei Sessions, ich wieder vollkommen am Ende meiner Kräfte vom Zurücklaufen mit Kite in der Hand durch das hüfttiefe Wasser, meint Tiago: „Komm. Einmal schaffst Du noch.“ Er schubst mich quasi ins Wasser. Doch plötzlich macht es Klick. Irgendwo. Ich starte, stehe, lege mich in das Trapez, fahre mit dem achterlichen Fuß steuernd in die Richtung in die ich schaue, wende, und komme wieder vor Jair zum Stehen. Das wiederhole ich solange bis ich der Meinung bin, dass das Ergebnis für heute so gut ist, dass man das jetzt einfach so lassen soll. Endlich mal bin ich nicht aus dem Atem und mit Puls 120. Wenn es läuft wie es laufen soll, kann dieser Sport eine entspannte Leichtigkeit sein. Es war ein langer, langer und schmerzhafter Weg bis zum heutigen Tag. Aber es hat sich wirklich gelohnt. Danke an Nathalie, die mir die erste Kite-Schnupperstunde 2014 auf den Los Roques in Venezuela geschenkt hat.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
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Tag 5 =>Osterinsel – Tölpel-Alarm

Do., 13.Dez.18, Süd-Pazifik, Tag 1656, 13.868 sm von HH
„Ach du Schreck, wir haben einen Tölpel im Cockpit und der hat uns drei Fische ins Cockpit gekotzt“, ruft Achim mir hinterher. Es ist 2:00 Uhr morgens, wir haben Wachwechsel und ich bin grade dabei ins Bett zu krabbeln. Tatsächlich, direkt am Niedergang liegen die halbverdauten Fische. Ist das jetzt eine tote Maus auf der Fußmatte, wie Katzen sie liebevoll vor die Tür legen? Und wo kommt dieser Vogel her?
Ich kümmere mich um die noch magenwarmen Fische. Buh, das stinkt. Wie Fisch von letzter Woche. Achim nimmt sich den Tölpel vor. Alleine kommt er aus dem Cockpit nicht wieder raus. Panisch breitet er die Flügel aus, versucht zu entkommen. Aber mit zwei Meter Spannweite eckt er immer wieder irgendwo an. Er sitzt in der Falle. Als Achim ihn mit großen Lederhandschuhen greifen will, wird er grantig. Laut fauchend und krächztend reißt er den Schnabel auf und hackt nach seinem Retter. Ein echter Killer! Da will sich jemand nicht helfen lassen, eindeutig. „Wie fängt man so einen Tölpel?“ „Du musst nur beherzt zugreifen“, weiß ich aus sicherer Entfernung. Ob er einen Widerhaken im Schnabel hat, überlege ich noch so, behalte das aber lieber für mich. Da kriegt Achim ihn zu fassen. Etwas unglücklich am Flügel. Der Bursche entwischt ihm an der Bordkante, verheddert sich noch kurz in der Reffleine, dann ist er frei und fällt ins Wasser. Gerettet. Höchstwahrscheinlich. Diese Tölpel können ja schwimmen und verletzt hat er sich nicht. Schnell ist er in der Dunkelheit verschwunden. Zurück bleibt eine Feder und eine riesige Sauerei. Vor lauter Angst hat er nicht nur seine Fische verloren. Das ganze Cockpit ist vollgekackt. Putzen um halb drei Uhr morgens, super.
Im Hellen sehen wir dann, dass einer der Tölpel, die es sich auch in der zweiten Nacht am Bugkorb bequem gemacht haben, fehlt. Wir vermuten, dass er nachts abgerutscht ist und bei einem Wieder-Anflug, abgelenkt durch den Lichtschein aus dem Salon, versehentlich im Cockpit gelandet ist. Seinen Kumpel juckt das nicht weiter. Den ganzen Tag bleibt er noch bei uns. Geht zwischendurch Fische fangen und kommt wieder. Ob sie sich vermissen?
Die Segelbedingungen sind gleichbleibend angenehm. Dazu scheint heute endlich die Sonne. Ein perfekter Segeltag. Die Richtung passt noch immer nicht ganz (wir fahren 240 bis 250 Grad, statt gewünschte 220 Grad, aber das wird schon noch).
Und am Nachmittag dann unsere erste Walsichtung. :-) Ein Trupp Pilot-Wale zieht keine zehn Meter an uns vorbei. Toll. Die Tiere interessieren sich allerdings kein Stück für uns, schade.
Essen: Abendessen: Paprika-Hack-Pfanne mediterran mit Zwiebeln, Knoblauch, dazu Reis. Frühstück: Noch immer das Brot. Mit Schinken und Salami. Jetzt schon recht kauintensiv. Soll ja bekömmlicher sein. :mrgreen: Mittag: Den Rest der Paprikapfanne für mich. Achim bekommt zwei Tortillas mit einer Frijoles-Füllung (das mexikanische Bohnenmus, allerdings aus hellen Bohnen und nicht aus den Schwarzen) plus Zwiebeln und Tomatenwürfel.
Meilen: Tagesmeilen 123 (wir sind etwas schneller geworden, was aber am Schiebe-Strom liegen muss. Segelstellung und Wind haben sich nicht geändert), Rest 1.834 sm auf direktem Weg

New Friends

{Time:21:00:00}
{Date:20181212}
{Position:16°53.1165’N, 024°59.5856’W}
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{Place:Mindelo, Cabo Verde Islands} 
{Target:Cabo Verde Islands}
{Temp Air/Pressure:1015/28°C}
{TempWater:23,0°}
{Wind:20kn/NE}
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{Photo:20181212}
{Title:New Friends}

Mindelo Life Style

Früher war nicht alles besser. Aber anders. Früher hat man ständig andere Segler kennengelernt. Das geht aber nicht mehr, denn alle sitzen in der Flaoating Bar der Marina Mindelo, jeder ein Smart Phone vor dem Gesicht. Manche telefonieren. Keiner redet mit keinem. Also das ganz normale Leben. Trifft man man dann doch mal jemanden, der nicht grade mit mit seinem Smartphone in einer tiefgehenden Unterhaltung ist, so spricht man, das war früher schon so, meist über Solarzellen, Windgenerator und Wassermacher etc. Dann gibt es noch die Segler-Familien, die, wenn nicht grade mit der Erziehung ihrer Kinder beschäftigt sind, gerne mit anderen Segler-Familien über Kinder an Bord reden. Ich bin gemein nicht? Nö, ich bin ehrlich.

Ich habe den Portugiesen Tiago kennengelernt, der sich über meine Kite-Fähigkeits-Entwicklung permanent lustig macht. „Du bist viel zu zimperlich. Du musst die Bar richtig runterreissen. Gib mal Gas. Nicht immer so ziemperlich.“ So toll ich gestern war, um so schlechter war ich heute. Und schon bekomme ich einen neuen Spruch von Tiago… Ich finde Tiago echt nett. Wir haben auch Gemeinsamkeiten. Wir fahren beide für unser Leben gerne mit dem Collectivo, mit dem Bus. Wir laufen gerne mit unseren Kitebords durch die Straßen von Mindelo und Salamansa. In Salamansa sitzt selten einer mit dem Smartphone in der Hand. Meins ist im Flugmodus. Passend. Das gefällt mir auch so an dem Extremsport. Man trifft immer neue Leute an allen Orten der Welt, die alle alles andere als normal sind und einen nicht komisch anschauen, wenn man sie anspricht. Vielleicht wird es mich auch irgendwann langweilen immer übers Kiten zu sprechen. Wahrscheinlich sogar. Aber da ich mir ja mit dem Lernen echt Zeit lasse wird das noch dauern. Ansonsten bleibt ja noch Gleitschirm.


Mitsegeln auf der MARLIN!

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CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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{end}

Tag 4 =>Osterinsel – Alles gemütlich

Mi., 12.Dez.18, Süd-Pazifik, Tag 1655, 13.745 sm von HH
Grad hatte ich gestern mein Gemecker über schräge Schiffe geschrieben, da geht der Wind zurück. Zeitweise unter zehn Knoten, dann hoch auf angenehme 15 Knoten. So pendelt es jetzt seit 24 Stunden hin und her. Die Wellen sind flacher, der Kahn schön grade und die Pipi-Fontaine im Bad ist verschwunden. So muss segeln. Da bleibt mir nur noch über das Wetter zu meckern. Freunde der Sonne kommen zu kurz. Klärchen glänzt weiterhin durch Abwesenheit. Um die Mittagszeit wird die Wolkendecke etwas dünner, das war’s aber auch schon. Wir stecken noch mitten im Humboldtstrom, der 23 Grad kaltes Wasser mit sich bringt. Die Nächte sind regelrecht kalt. Im Morgengrauen muss ich unter die Decke kriechen bei meiner Wache. Ob der Humboldtstrom an den Wolken Schuld hat und wir noch immer unter dem Wolkenband vom Kontinent segeln? Oder handelt es sich um örtlich schlechtes Wetter? Fürs Ergebnis ist es egal, vom vielgepriesenen ‚Blau‘ des Pazifik haben wir noch nichts mitbekommen.
Und wo stecken wir? Auf halber Strecke zwischen Festland und Galapagos, jedoch 150sm südlicher. Der Wind kommt weiterhin aus Süd, so dass wir unseren Kurs Osterinsel noch nicht anlegen können. Das macht aber nichts, da wir ja sowieso noch weiter westlich müssen. In zwei Tagen sollten wir aber den Süd-Ost-Passat finden und mit Halbwind auf Kurs gehen können.
Und seit gestern Abend sitzen wieder mal zwei Tölpel auf unserem Bugkorb und lassen sich kutschieren. Leider nicht die Blaufußtölpel der Galapagos Inseln, aber die zwei sind auch eine nette Begleitung. Stundenlang sitzen sie auf die Rohre gekrallt und putzen sich. Jedes auf und ab wird tapfer ausgeritten. Ein perfekter Gleichgewichts-Sinn. Essen: Abendessen: Kartoffelstampf mit Tomatensalat, in Ermangelung von frischem Fisch mit Rührei statt Fischfilet Frühstück: Brot von Vorvorvorgestern. Um das Brot auch noch für Morgen zu strecken, gibt es für jeden einen Tortilla (Wraps aus der Packung, die man in der Pfanne aufbacken kann) mit kaltem Rührei vom Vorabend Mittag: Gebratener Kartoffelmus vom Vorabend mit Röstzwiebeln und Spiegelei plus Nachmittag-Snack: Obstsalat (Mango, Passionsfrucht, Banane und Limette – noch ist alles da. Die Ananas musste über Bord, die war leider faul von innen)
Meilen: Tagesmeilen 107, Rest 1.945 auf direktem Weg

SV Esmeralda – Igor Zaretskiy RU

IGOR´S SEGELNDE MUSCHELFARM

Always fine having some cruising sailors living around the play ball, taking care for some interesting events. These are the pictures taken in ALBANY WA, just some hours ago. Ian Leggett a sailor of Windpilot on his traditional wooden carvel vessel is being located in Darren Russell´s Emu Point Shipwrights since decades – the place where Igor just arrived some hours ago.

SV Esmeralda