Archiv der Kategorie: Blogs

Status quo bei Windpilot

GEDANKEN ZUR ZEITENWENDE

Grosse kleine Welt

SV Wahkeena – Albert Lankhorst GER

PACIFIC AUS 1990 – IMMER NOCH NICHT IN RENTE

Hallo Herr Förthmann, habe eine noch handgefertigte Pazifik von Ihnen. Zuerst einmal 1000 Dank für dieses Gerät, das uns 5 mal Karibik und zurück gesteuert hat, und schon davor auf einer LM 30 gute Dienste geleistet hat. Jetzt ist sie auf unserer Reinke Euro montiert, eines der wenigen Ausrüstungsteile, die immer (!) ihren Dienst getan hat und noch tut. Bei Flaute und Motorfahrt sind wir allerdings auf unseren schwachen Raymarine Pinnenpiloten (ST 4000) angewiesen. Vier von dessen Antrieben haben wir schon verschlissen, und nur von Hand zu steuern geht es, wenn wir mal gegen Wind und See steuern müssen.


Unsere Reinke Euro wiegt 7,5 to, ist pinnengesteuert, hat diese Twinkiele und einen nach steuerbord aus der Mittellinie versetzten Saildrive. Der Propeller strömt also das große Spatenruder schräg an, was kein Problem ist; aber was wäre, wenn ich den kleinen Tillerpiloten an die Windfahne setzen würde und ihn steuern ließe? Wie würde sich das Hilfsruder – schräg vom kräftigen Motor angeströmt – verhalten? Halten Flansch und Hilfsruder das aus und ist die Reaktion schnell genug?
Ich sah kürzlich einen Kunden von Ihnen hier bei der Vorbereitung einer Atlantikquerung so einen Pinnenpiloten an die Pazifik montieren. Es war Damir Wendthardt, aber seine Carribean 40 hat einen Mittelkiel und mittigen Propeller.
Für ihre fachkundige Meinung wäre ich dankbar, vielleicht kann ich mir dann die Umrüstung auf einen Pelagic Pinnenpiloten o.ä. sparen.
Liebe Grüße aus Santa Cruz de Tenerife
Albert Lankhorst

Meine Antwort vom gleichen Tage:
Moin in die Sonne, Danke für den netten Schnack, ca 60% aller Windpilot Segler fahren einen kleinen Tillerpiloten auf die Windfahne, eine prima Sache, funzt auch bei Ihnen – garantiert. Hier die Bilder:

Pacific


Allerbest
Peter Foerthmann

SV Orfeo – Antoine Florell + Olivier Péray FRA

MARACUJA 42 AFTER ATLANTIC CROSSING
Dear Peter, after having crossed the Atlantic, I can say that your Windpilot is perfect. I found some difficulties in light winds windwards but, usually, I used it more often and more comfortably than the automatic pilot.
Best regards, Olivier

SV Molly – Alexandra + Uwe Kramer GER

MIT WINFRIED ÜBER DEN GROSSEN TEICH
Hallo Herr Foerthmann, wenn nur alles immer so einfach wäre ….
Wir sind mit einem Stopp auf den Kap Verden am 02. Januar in Richtung St. Lucia aufgebrochen. Unser Windpilot „Windfried“ ist ein treues Crewmitglied und steuert nun schon über mehrere Tage, gar Wochen zuverlässig. Wir schreiben einen Blog mit Bilder, können sie gerne mal rein schauen.
Schönen Gruss aus dem Westen
Uwe Kramer SY Molly

SV Long John Silver – Stef Vermeij NED

OVNI 435 UNDER WINDPILOT SINCE TEN YEARS

Dear Peter, after >20000 nm and some ocean crossings our Windpilot Pacific needs some repacements. Specialy the moving parts made of plastic and the protection cap. We are in Martinique now, in feb we are in Guadeloupe for two weeks, is there any supplier here for spare parts or is it better to have them taken by somebody from holland? The parts I am looking for are upper / lower cardanic joints and the red cap 320. Can you send me an offer and advise for delivery? Thank you for your respons!
Mobiele groet, Kind regards,
Stef Vermeij
SY Long John Silver

SV Hedas – Uwe Sandhoff GER

TRAUMPAAR NORDBORG 38 UND WINDPILOT

Moin Herr Foerthmann, es war mitten in der Nacht auf der Biskaya: plötzlich ein lauter Knall und dann Geklapper am Mast. Was war los? Im Licht des Scheinwerfers wurde es schnell klar. Ein Zwischenwant war gebrochen. Direkt oberhalb der ersten Saling. Nun knallte es immer und immer wieder gegen den Mast. Ich barg das Großsegel, sicherte den Mast durch Fallen und versuchte, mit dem Spifall das Want einzufangen. Das gelang dann irgendwann.


Während der ganzen Zeit steuerte die Pazifik unser Boot. Wir segelten nun nur noch mit der Genua. Am nächsten Tag schlief der Wind weiter ein. Nur noch ein Hauch war zu spüren, so dass die Genua immer häufiger einfiel. Wir wechselten auf den elektrischen Autopiloten, denn keiner wollte das Schiff noch die 200sm bis La Coruna von Hand steuern. Im Laufe des Tages stieg dann auch die Elektrik aus. Fast alle Instrumente waren ausgefallen und natürlich ging auch der Autopilot nicht mehr seinen Pflichten nach. Was tun? Wir setzten die Genua, starten den Motor und fuhren mit leichter Motorunterstützung unserem Ziel entgegen. Dadurch erzeugten wir einen gut spürbaren Wind an Bord, den auch unser Windpilot nutzen konnte. Wunderbar. Niemand musste von Hand steuern, die Freiwachen wurden wieder länger, man bekam mehr Schlaf. Danke Windpilot Pazifik!
Schönen Gruss von Uwe Sandhoff

SV Tiki – Heiner Risthaus GER

HILFERUF AUS MAROKKO

Moin Herr Foerthmann, ich will mich demnächst auf den Weg von Tanger nach Porto Santo machen und habe nun ein Problem mit meiner Pacific light. Die Fahne dreht schwer um die Mittellage, was ist der Grund?
Viele Grüße aus Tanger,
Heiner Risthaus, SV Tiki

EINDRÜCKE AUS EINER FREMDEN WELT

SALZ WAR DAS PROBLEM

Moin Herr Risthaus, eigentlich nix zum Hexen, alles recht einfach,
vermutlich Dreck oder Salz im Kegelradgetriebe, einfach mal Teflon Spray unter den roten Getriebe deckel, bzw. zwischen Kegelrad und Lagerbuchse … und schon ist das Problem behoben.
Gruss
Peter Foerthmann

Segeln, Corona und das Leben der Anderen: Ein Winken aus Norditalien.

In den vergangenen Jahren habe ich auf meinen Segelreisen viele Menschen kennengelernt.
Wie geht es diesen Menschen in ihren Ländern heute, das habe ich mich die vergangenen Wochen immer wieder gefragt. Heute ein Bericht aus der Marina Sant‘ Andrea in der Lagune von Grado.


Letzte Woche schickte mir Fortunato ein Winken aus Norditalien. Das Winken kam per WhatsApp. Fortunato ist Chef der Marina Sant’Andrea in San Giorgio di Nogaro, einer von 22 Marinas im Friaul nahe Triest. In Fortunatos Marina lag ich mit Levje ein halbes Jahr, von Sant‘ Andrea aus bin ich vor drei Jahren zu meiner Reise um Westeuropa nach England aufgebrochen.

Das Friaul ist zwar nicht das Epizentrum der Corona-Infektion in Italien, aber es liegt nicht weit von Venedig und den großen Städten des Nordens. Friaul hat nicht mal 10% der Einwohner Bayerns, hat aber bereits eineinhalb mal soviele Todesopfer zu beklagen.

Als ich Fortunato, Familienvater, fragte, wie es ihm ginge, stachen mir trotz all dem Optimismus seiner Zeilen die Worte ins Auge: „Lo spirito e molto basso“ – die Moral sei am Boden. Dabei ist Fortunato kein Weichei. Er war Offizier in der italienischen Marine, kam in Uniform weiter auf den Weltmeeren herum als ich es im T-Shirt je schaffen werde. Hat erlebt, was Krieg ist. Als er mir das Foto mit seinem Winken schickte, versuchte er noch, mit einigen Mitarbeitern den Betrieb der Marina aufrechtzuerhalten. Er begründete das mit einem knurrigen „Ein Kapitän gehört nun mal an Deck, vor allem in Krisenzeiten“ – Norditaliener, das lerne ich in diesen Tagen, sind uns näher, sie denken kantiger als die Sizilianer, mit denen ich in diesen Tagen in Kontakt bin. 


Trotzdem gibt es in der Marina am Fluss gerade nicht viel zu tun. Jetzt im März müsste es dort gerade brummen und summen wie jedes Jahr im späten Winter: Pausenlos müsste der Kran Boote aus dem Winterlager holen und ins Wasser setzen. Überall der Lärm der Schleifmaschinen, von Bohrern, von Arbeitern, die an Bootsrümpfen werkeln und Eignern, die mit Antifouling-Eimern rumhantieren. Jetzt gerade: Nichts. Stille. Fortunato geht nur noch sporadisch ins Büro, zwei Leute passen auf die Marina und die Schiffe auf.

Aus Fortunatos Foto oben mit seinem Winken grinst mich auch Giorgio im Hintergrund an. Ich kenne Giorgio und seine Frau Betta, weil ich mit den Dreien auf Giorgios Yacht MATCHLESS vor drei Jahren auf der Barcolana mitsegeln durfte. Die Fahrt auf Giorgios 22 Meter langem und 30 Tonnen schwerem Boot kam mir zwischen den 1.700 anderen Winzlings-Booten auf der Barcolana vor wie der Ritt auf einer Abrissbirne. Es hatte Wind damals, eine pfeiffende November-Bora in die Bucht von Triest, und tatsächlich räumte Giorgio ein Schlauchboot mit Presseleuten einfach zur Seite, die der herandonnernden Abrissbirne nicht schnell genug aus dem Weg gehen wollten, als wäre das stark motorisierte Schlauchboot ein Stück Treibholz. Betta erbleichte. „Coglioni“, knurrte Giorgio wie ein Raubtier, ein nicht kindgerechtes Schimpfwort. Italiener halt, wie ich sie liebe. 


Auf einem von Fortunatos Fotos entdecke ich auch die MATCHLESS. Giorgios Wäsche flattert zum Trocknen an Deck im eisigen Wind. Fortunato erzählt, dass Giorgio wie immer unter der Woche auf seiner MATCHLESS lebt und nur am Wochenende zu seiner Frau nach Treviso fährt. Ob denn auch andere Skipper derzeit auf ihren Booten die Epidemie in der Marina aussitzen? Ja, sagt Fortunato – drei Italiener und ein Spanier würden derzeit auf ihren Booten in der Marina leben. Kommod sei das ja: Die Seeluft ein praktisch virenfreier Raum, an Bord alles, was man zum Leben braucht. Nur Einkaufen ist schwierig. Der Supermarkt im 7 Kilometer entfernten Städtchen San Giorgio sei zwar geöffnet, aber unregelmäßig. Und zu Fuß wären es eineinhalb Stunden, der einfache Weg.

Und was würde heute passieren, wenn ich wie damals von Kroatien oder einer meiner Venedig-Touren vom Meer her käme, den Fluss hinaufführe, an dem die Marina liegt? Würde ich von der Küstenwache gestoppt? Bekäme ich überhaupt einen Liegeplatz in der Marina? „Du würdest natürlich einen Liegeplatz in der Marina bekommen. Ein Wachmann ist da. Aber nach den derzeitigen Vorschriften müsstest Du auf Deiner Levje für 14 Tage in Quarantäne und dürftest das Schiff nicht verlassen. Aber es ist gut möglich, dass die GUARDIA COSTIERA Dich schon vor dem Fluss anhalten würde. Es herrscht das übliche Wirrwarr: Die einen Behörden sagen, dass man überhaupt nicht mehr auslaufen und auf dem Schiff unterwegs sein dürfte. Die anderen wissen davon nichts.“

„Das Meer kennt keine Grenzen. Man kann keine Linie hineinritzen“, schrieb ich in meinem Buch über meine Reise von Sizilien nach England, das Anfang Mai erscheinen wird. Das stimmt. Aber selbst ich, der diese Zeilen so optimistisch niederschrieb und heute noch daran glaube, bin überrascht, wie schnell das Meer, die Nordadria zu einem Raum werden kann, auf dem man sich eben nicht mehr überall frei hinbewegen kann, wie man möchte.

Vor ein paar Tagen sagte Fortunato: „Wenn wir es nicht mal in dieser Situation schaffen, irgendwie zusammenzuhalten, dann können wir Europa wirklich vergessen.“ Viel mehr gibts zu dem Thema nicht zu sagen. Ob Sie Fortunato nun kennen oder nicht: Wenn Sie mögen: Dann schicken Sie ihm und seinen Leuten einfach ein Foto mit Ihrem Winken zurück. Ein paar Worte, ein Lächeln können viel ausrichten in einem Land, das schon nach wenigen Wochen über 8.000 Tote zu beklagen hat. Auf die Facebook-Seite der Marina (hier clicken)  oder deren Website (hier clicken). Danke! 

Ich berichte in den nächsten Tagen weiter von Menschen in Häfen, die ich auf meinen Reisen kennenlernte.





Fluch der Karibik

In Zeiten von Corona rücken alle näher zusammen – natürlich nicht näher als 1,5 Meter. Besonders betroffen sind die Segler in der Karibik. Aus ihrem Traum wurde ein Albtraum. Sie sitzen fest im Paradies. Lockdown, Ausgangssperre, Quarantäne. Das Inselparadies wird zur Falle. Kein Proviant, kein Wasser, kein Diesel. Kaum eine Insel ist noch anzulaufen. Aber das größte Problem ist die Hurrikansaison, die immer näher rückt.  Erst eine Petition an das Auswärtige Amt verschafft ihnen Gehör.

 

Für das Floatmagazin habe ich über die Situation in der Karibik geschrieben. Hier geht es zum Text.

Second Life: Tag 68.

{Time:23:00:00}
{Date:20200325}
{Position:54°47.4405’N, 009°25.7622’E}
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{Temp Air/Pressure:9°C}
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{Photo:}
{Title:Second Life: Tag 68.}

Maya legt nach und wird ebenfalls Drohnenpilot

Natürlich. Nur unter Papas Aufsicht. So eine Drohne ist kein Spielzeug. Oder doch? Für große Jungs und Mädels? Nun. Es ist Technik, die begeistert und die vom tristen Alltag ablenkt. Vor allen Dingen wenn die Sonne scheint. Den ersten Film, den Maya zusammengeschnitten hat, finde ich wirklich bemerkenswert. Weitere Übungen werden sicherlich folgen und nächste Woche wollen wir unser Familienwissen und unsere gemeinsame Kreativität dann in einem Ferienprojekt ausleben. Nächste Woche beginnen hier in SH nämlich die Schulferien und es gibt keinen Online Unterricht mehr. Eine Ersatzbeschäftigung macht also Sinn.

Entfliehe dem Virus und geh doch mit der MARLIN segeln!

Der Plan zu den Azoren zu segeln, bekommt heute wieder starken Aufwind. Auf condor.de werden ab dem 20. April Flüge in die DomRep angeboten. Das wäre natürlich die Lösung für die MARLIN. Wir könnten Crew aus Deutschland aufnehmen und die MARLIN, Corona-frei, mit einer tollen Crew Richtung Bermudas und Azoren aufbrechen lassen. Erste Interessenten haben sich auch direkt gemeldet und ihr Interesse mitzusegeln angemeldet. „Besser mit der MARLIN sorglos auf See, als im Ausnahmezustand in Europa zu verbringen“, meint Walter zu mir am Telefon. Dazu gehört im Moment sicherlich etwas Abenteuerlust. Wer nach einer Alternative sucht, schaut jetzt nach, ob er vom DomRep – Bermudas 25.04.2020 – 07.05.2020 Zeit und Lust zum Segeln hat. Die Flüge gehen ab Berlin, Hamburg und Frankfurt für unter 400 Euro One Way. Mir selbst kribbelt es unter den Fingern, mir ein Ticket zu buchen. „Das ist zu früh für Dich !“, stoppt mich Nathalie am Telefon. Sie kennt mich und meine Gedanken.


Mitsegeln auf der MARLIN!

Atlantiküberquerung West – Ost 2020. Sichere Dir Deinen Platz.

CREW 64 Atlantik Crossing Leg 1 DomRep – Bermudas 25.04.2020 – 07.05.2020
CREW 65 Atlantik Crossing Leg 2 Bermudas – Azoren 09.05.2020 – 28.05.2020
CREW 66 Atlantik Crossing Leg 3 Azoren – Europa 01.08.20 – 20.08.2020

JOIN THE CREW

Corona-Update in French Polynesia

Mi., 25.Mrz.20, Franz.Polyn./Gambier/Insel Mangareva, Tag 2124, 20.254 sm von HH

Vorgestern, am Montag, kam die Gendarmerie durchs Ankerfeld gefahren und hat die Ausgangsregeln noch etwas verschärft. Wir dürfen nunmehr nur noch alleine an Land gehen. Sie haben Zettel verteilt, die man ausfüllen soll mit Namen usw. und man soll den Grund für einen Landgang ankreuzen (Medizinisches, Familiäres oder Einkauf oder alleine Sport). Ob das an Land kontrolliert wird, wissen wir nicht – wir sind seit dem zu Hause geblieben.

Am Sonntag konnten wir noch Gemüse im Supermarkt kaufen, das mit dem Versorgungs-Schiff am SSamstag geliefert wurde. Es werden nur noch vier Personen gleichzeitig in den Shop gelassen und mittlerweile tragen fast alle, Kunden und Personal, Gesichtsmasken. Mangels medizinischer Masken, benutzen wir unsere Staubmasken. Geht auch. Wir wurden freundlich wie immer bedient und in der Schlange vor dem Supermarkt durften wir uns normal einreihen ohne Gedrängel oder böse Blicke.
seit gestern ist der Verkauf von Alkohol in gesamt Französisch Polynesien bis zum 8. April verboten worden.

Tahiti hat ebenfalls die Regeln verschärft: Das Schiff zu bewegen, ist verboten! Zwei Segelboote, die in Papeete Anker auf gegangen sind, sollen von der Gendarmerie angehalten worden sein. Die Segler sollen folgende Ansprache erhalten haben: „Entweder ihr fahrt auf euren Platz zurück oder ihr verlasst das Land. Ein neue Einreise gibt es dann für euch nicht mehr.“ Bei uns vor Ort haben die Gendarmen ebenfalls ein Verbot ausgesprochen, dass die Schiffe innerhalb des Atolls nicht bewegt werden dürfen. Leider halten sich nicht alle Segler daran. Wir hoffen, dass dies keine Sanktionen für alle nach sich zieht. Das Gebilde an Genehmigungen ist fragil, schnell können sich Bestimmungen ändern.
Wir sind zu Gast. Ihr Land, ihre Regeln!

In den letzten Tagen sind noch vier neue Segler von der Osterinsel und aus Panama in Gambier angekommen. Diese Boote haben eine strikte Quarantäne von 14 Tagen erhalten – dürfen nicht von Bord. Der letzte ankommende Segler wurde von der Gendarmerie per Funk aufgefordert, nicht ins Atoll zu fahren, sondern nach Tahiti weiter zu segeln. Erst nachdem die Crew sagte, dass sie Diesel und Essen benötigt, bekamen sie die Erlaubnis zum Ankern.
Die letzten drei Neuankömmlinge werden im Augenblick hier geduldet. Offiziell einklariert wurden sie noch nicht. Alle warten auf eine Genehmigung aus Tahiti.

Die Stimmung am Ankerplatz ist gekippt. Wurde sich sonst getroffen, hin- und hergedüst, ein Schwätzchen gehalten, hockt jetzt jede Crew allein auf ihrem Boot. Wir sind trotzdem zu unseren Schwedischen Nachbarn gepaddelt, die neu angekommen sind, haben gefragt, ob sie etwas benötigen. Andere Segler haben Pampelmusen vorbei gebracht. Kontakt nur von Bordwand zu Dinghy, mehr ist nicht erlaubt, mehr traut sich keiner. Niemand will eine Quarantäne von zwei Wochen riskieren oder Schlimmeres.
Schwimmen und Wassersport aller Art soll deswegen verboten sein, so eine Erklärung, dass die Einheimischen, die das Haus nur eingeschränkt verlassen dürfen, nicht denken, die Yachties hätten Urlaub und Spaß. Hat Sinn.

Uns geht es gut, wir haben nicht auszustehen. Der Blick in den Vorgarten ist nach wie vor paradiesisch. Mit unserem Ankerplatz haben wir vor drei Wochen das große Los gezogen: Wir haben fast den ganzen Tag Internet an Bord! Nicht immer schnell, aber schnell genug, wir haben ja sonst nichts vor. Davon gibt es im gesamten Ankerfeld nur drei oder vier Plätze. Mit steigender Anzahl an Corona-Meldungen war uns schnell klar, den geben wir so schnell nicht auf. Hamstern auf seemännisch sozusagen. ;-)
Kontakt zur Familie und Freunden und Informationen über das Weltgeschehen und neue Regeln in Französisch Polynesien sind uns zur Zeit schon wichtig. Obwohl man über das Weltgeschehen eigentlich nichts hören möchte. Was wird werden, wenn das Virus Afrika, Indien und Südamerika richtig erreicht hat? Wie viele Opfer wird es geben? Was passiert mit den Gesundheitssystemen, was mit der Weltwirtschaft? Achim als mein persönlicher Schwarzseher an meiner Seite hat fast alle Horror-Szenarien durch. Er ist ein wahrer Quell der Freude. :mrgreen: Ob ich ihn in Quarantäne stecken darf?

P.S. Während ich das schreibe, kommt ein Funkspruch von der Gendarmerie: Da wir in ein paar Stunden stärkeren Wind erwarten, dürfen die Boote, die wollen, sich für eine Nacht einen anderen Ankerplatz suchen.
Die nicht einklarierten Segler dürfen zunächst bleiben bis das nächste Versorgungs-Schiff kommt. Dieses soll extra für Segler bestellten Diesel und Benzin mitbringen. Diesel und Benzin wird im Augenblick nicht an Segler verkauft (wir brauchen nichts, wir sind zum Glück voll). Wie ich schon mal schrieb, wir hängen am Ende der Nahrungskette.

Schlange vorm Supermarkt

Second Life: Tag 67.

{Time:23:00:00}
{Date:20200324}
{Position:54°47.4405’N, 009°25.7622’E}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Flensburg}
{Target:Second Life}
{Temp Air/Pressure:9°C}
{TempWater:-°}
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{Title:Second Life: Tag 67.}

Lena wird Drohnenpilot

Heute Abend lese ich einen Artikel in der Süddeutschen über unsere Zukunft und will eigentlich direkt sterben. Das sind ja prima Aussichten für uns alle. Mal ganz abgesehen von meiner Vorerkrankung und der Ansicht der Experten, dass sich Millionen von Deutschen an Corona anstecken sollen, gehöre ich auf die Liste der Intensivstationspatienten. Genau das, was ich im November schon hatte, was ich garantiert nicht noch einmal brauche, vor allen Dingen nicht mit Tausenden von anderen. Die Hoffnung, dass der ganze Spuk Ende April ein Ende hat, ist ein schöner Wunschtraum. In meiner Verzweiflung habe ich schon vor einigen Tagen an die Investitionsbank Schleswig-Holstein einen Soforthilfe Antrag für die MARLIN gestellt. Eine automatisierte Antwort informiert mich darüber, dass der Kleinunternehmer in Schleswig Holstein von den Milliarden Soforthilfe der Bundesregierung erst einmal kein Stück abbekommt. „Vielen Dank für Ihre Mail. Aufgrund der aktuellen Situation um den Coronavirus können wir Ihre Anfrage derzeit leider nicht persönlich beantworten und auch nicht als Antrag auf Soforthilfe annehmen. Zeitnahe und unbürokratische Hilfen für Freiberufler, Selbständige, Kulturschaffende und Unternehmen – die Landesregierung hat am Freitag einen umfangreichen Schutzschirm zur Abmilderung wirtschaftlicher Folgen der Corona-Pandemie gespannt. Ziel sei es, möglichst vielen zu helfen, die durch die Krise in existenzieller Not geraten sind. Auf Bundes- und Landesebene arbeiten wir gemeinsam mit der Politik und den Förderinstituten mit Hochdruck daran, den Corona-Schutzschirm des Landes Schleswig-Holstein für Unternehmen schnell auf den Weg zu bringen. Wir bitten Sie noch um etwas Geduld und um Ihr Verständnis. Wir informieren laufend über aktuelle Entwicklungen auf unserer Website.“ BlaBlaBla… Muß ich jetzt keinen Kommentar zu abgeben. Meine Altersversorgung, in Form der MARLIN, liegt mit Stefan in der DormRep. Ich hatte mich auf vieles Vorbereitet, aber nicht auf Leukämie und Corona gleichzeitig. Lunatronic bedient Endkunden. Segler, deren Boote in Deutschland an Land stehen und weltweit in den Häfen gefangen sind. Es gibt keine Genehmigungen die Häfen anzulaufen oder zu verlassen. Die Versorgungslage spitzt sich überall zu. Deutschland schafft es noch nicht einmal mehr seine Bewohner flächendeckend mit Klopapier zu versorgen. Wie soll das in ein paar Wochen aussehen? Gesunde und Immune Leute werden auf die Straße gehen demonstrieren und plündern? Ein paar Wochen wird das alles gehen, dann werden uns die Kapazitäten, die Kraft, das Geld und die Reserven ausgehen.

Die Drohne war eigentlich gedacht, die MARLIN in den nächsten Monaten auf ihren tollen Wegen, mit netten Gästen, mit Familie und Freunden auf türkisem Wasser zu begleiten, eindrucksvolle Videos ins Netz zu stellen und neue Mitsegler zu gewinnen. Fehlanzeige. Neben der Schulaufgaben der Kinder, setze ich nun die Drohne ein, um meine Kinder zu motivieren einen Film über unsere Zeit vor Ort zu produzieren. Erst mal geht es darum, die Technik des Fliegens und der Kamera zu erlernen, was ihnen, gewohnt im Umgang mit mutimedialer Technik, einfacher fällt als mir. Ich versuche RTFM in den Vordergrund zu bringen. Danach, gleich dem Prinzip: Vormachen, Nachmachen, Selber Machen. Ohne das die die Drohne im Bach landet, der durch unseren Garten fliesst. Heute war erst einmal Lena dran, die sich schon mal die acht Tutorial Videos angesehen und verstanden hat. Meine Nachfragen zeigen mir das. Also, ab in den Garten und die erste Flugstunde beginnt. Erfolg. Es entsteht ein kleiner Test Film, den sie selbst am Mac schneidet. Am späten Abend zeichnet und schreib sie ein kleines Storyboard. Wir werden berichten.

Das Volvo Ersatzteil ist problemlos innerhalb von 24h geliefert worden und die Schleuder schon bei einem neuen Schrauber hier in Gelting. Jetzt heißt es Daumen drücken, dass alles passt und wir bald wieder mobil sind. MayaLena holen ihre Inliner aus den Taschen und gemeinsam mit mir und Lars geht es über die kleinen Straßen, zwischen den Feldern. Ich bin froh, nicht alleine zu sein. Die Kinder halten die Stimmung hoch. In machen Momenten bin ich unsäglich traurig, dass die beiden dieses Corana Zeit erleben müssen. Haben sie es verdient? Oft diskutieren wir bei unseren langen Spaziergängen die Frage: Wo kommt das überhaupt her? Ist das Virus aus einem menschlichen Labor entwischt? War es als biologische Waffe geplant? Hat ein Verrückter es entwickelt oder hat die Natur es uns geschickt, um einfach die Menschheit zu reduzieren und die Schwachen und Alten zu reduzieren oder uns Menschen zu zeigen, dass die Natur sich sehr wohl gegen unseren schrecklichen Umgang mit Mutter Erde wehren kann? Spekulationen. Ich hoffe so sehr für meine Kinder, dass sich die Lage wieder normalisiert und nicht in naher Zukunft wiederholt und wiederholt. Sie haben das nicht verdient. Während all dessen, schuftet Nathalie im Krankenhaus, wo alle in Alarmstellung den Ansturm an Patienten erwarten. Wahnsinn. Alles Wahnsinn. Siehe auch.


Mitsegeln auf der MARLIN!

Atlantiküberquerung West – Ost 2020. Sichere Dir Deinen Platz.

CREW 64 Atlantik Crossing Leg 1 DomRep – Bermudas 11.04.2020 – 30.04.2020
CREW 65 Atlantik Crossing Leg 2 Bermudas – Azoren 09.05.2020 – 28.05.2020
CREW 66 Atlantik Crossing Leg 3 Azoren – Europa 01.08.20 – 20.08.2020

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