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Laura Dekker Foundation

BORA BORA TO VANUATU

Holland: Der Wassersport-Überblick zu Pfingsten

Das sollte von Anfang an zentraler Bestandteil von Stegfunk.de sein: Ein wöchentlicher Überblick über alle nautischen Aktivitäten in den Niederlanden. Corona hat diesen Plan etwas durcheinander gewirbelt. Jetzt aber beginnen wir endlich mit normalem Wassersport und somit auch mit dem Überblick

Wasserstrassen: Es gelten die coronabedingten Einschränkungen, etwa in der Provinz Groningen (bis 31.5.). In Noord Holland gilt weiterhin der Winterfahrplan. In Friesland wird wie im Sommer üblich geschleust und und werden die Brücken bedient. In Zeeland wird am Montag der Kanaal door Walcheren weiter für die Freizeitschifffahrt geöffnet. Die Passage war nur 2x täglich an Werktagen nach Voranmeldung möglich. Fortan sind 4 Passagen an Werktagen möglich. Auch nur nach Voranmeldung, Telefon: +31 6-55484448. Die Schleusen in Veere und Vlissingen sind weiter 24 Stunden in Betrieb. Die Zeelandbrücke öffnet einmal in der Stunde. Besondere Behinderungen sind darüberhinaus nicht gemeldet.

Allgemein: Es gelten allerorten Sonderregelungen und Abweichungen. Der Almanak ist nicht mehr aktuell, da diese Sonderregelungen dort nicht berücksichtigt werden können. Daher ist es empfehenswert, vor Fahrtantritt zu prüfen, ob die geplante Route Hindernisse enthält. Das geht am besten auf vaarweginformatie.nl

Wetter:Hoch über der Nordsee. Sehr stabil. Dadurch das ganze Wochenende Wind aus NO-O um 3-4 Bft. Das ganze Wochenende sonnig (außer Nachts…)! Kaiserwetter…

Häfen:Welche Häfen für Passanten geöffnet sind, findet man hier. Die Häfen sollen offiziell bis zum 1.7. ihre WCs und Duschen geschlossen halten. In einigen Provinzen wird diese Regelung jedoch gelockert. So etwa in Flevoland, in Friesland und in Noord Holland. Dort werden WCs teils tagsüber geöffnet oder auch ganz. Es lohnt sich daher, sich bei einem als Ziel auserkorenen Hafen, diesen zu kontaktieren, mit der Frage nach den jeweils gültigen Regelungen, da jeder Hafen das anders handhabt. An Bord übernachten darf nur, wer eigene sanitäre Einrichtungen an Bord hat. Also fließendes Wasser und ein WC mit Fäkalientank. Päckchenliegen in Stadthäfen, wie in Lemmer, Veere, Zierikzee oder Medemblik üblich, ist nicht erlaubt. Besucher müssen sich darauf einstellen, eventuell keinen Platz zu bekommen. Alternative dann: Ankern. Die Häfen der Watteninsel sind nur sehr eingeschränkt erreichbar. 50-100 Plätze stehen je nach Insel für Passanten zur Verfügung, das ist wenig. Voranmelden ist Pflicht, außer auf Vlieland, eine Resrevierung wird jedoch nicht entgegen genommen.

Besonderheiten: Am 1.6. um 12 Uhr öffnen die Terrssen und Restaurants wieder unter besonderen Vorkehrungen. Es werden Gesundheitsgespräche beim Einlass geführt, die Abstände müssen zu allen Zeiten eingehalten werden und in Restaurants drinnen dürfen maximal 30 Personen sein. Bitte haben Sie Verständnis, wenn das zu Wartezeiten und unklaren Situationen führt. Die Restaurantbesitzer müssen selbst zunächst mit den neuen Regelungen umzugehen lernen. Reservieren ist unbedingt zu empfehlen.

Generell gilt:

– 1,5 Meter Abstand halten!

– Belebte Orte meiden!

– Bei Erkältungssymptomen zu Hause bleiben!

– Bei Fieber auch nur einer Person bleiben alle aus dem Hausstand zu Hause!

– Auf Schiffen dürfen maximal zwei Leute nicht aus dem selben Hausstand sein!

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Segeln im Juni in Kroatien? Ein Update mit Karl-Heinz Beständig.

Inmitten der CORONA-Krise im April des Jahres befragte ich Karl-Heinz Beständig, 
den Autor der 888 HÄFEN UND BUCHTEN, über die Situation in Kroatien.
Nachfolgend ein Update zur aktuellen Situation für Segler und Motorbootfahrer in Kroatien.


tk: Guten Tag, Herr Beständig. Kann ich ab Anfang Juni in Kroatien wieder aufs Wasser?

Karl-Heinz Beständig: Die ersten Chartergäste sind jetzt am vorletzten Maiwochenende auf eigenes Risiko losgefahren. Da war ja noch alles unklar – auch Kroatien war vorsichtig, man wollte die EU nicht verärgern, indem man einseitig vorprescht. Aber die ersten Charterreisenden berichteten mir, dass man an der kroatischen Grenze für die Einreise zwei Dinge braucht:
• eine Buchungsbestätigung einer Charter, eines Hotels, einer Pension oder Campingplatzes.
• oder den Nachweis, dass man Eigner eines Bootes mit Liegeplatz in Kroatien ist.
• sowie eine Mobilfunknummer, unter man ständig erreichbar ist und die man beim Grenzübertritt hinterlegen muss.

tk: Aber kommt man denn überhaupt bis Kroatien? Wer mit dem Wagen aus Deutschland anreist, für den führt der Weg ja erst mal nach Österreich. Und von dort nach Slowenien. Und erst dann ist man an der kroatischen Grenze…

Karl-Heinz Beständig: Im Moment ist ja alles noch etwas in der Schwebe. Aber es funktioniert wie folgt:
• in Österreich gilt offiziell derzeit noch für alle Einreisenden die 14tägige Quarantäne.
• Allerdings darf man Österreich durchfahren, wenn man an der Grenze ein Formular unterschreibt und versichert, Österreich auf dem kürzesten Weg zu durchqueren und unverzüglich nach Slowenien auszureisen.
• In Slowenien gilt momentan dieselbe Regelung wie in Österreich: An der Grenze einen Passierschein unterschreiben und Slowenien auf kürzestem Weg durchqueren.

tk: Pfingsten war ja immer Hochsaison auf der Strecke Deutschland – Kroatien. Staus vor Baustellen, Blockabfertigung vor den Alpen-Tunneln. Wie wirds denn dieses Jahr sein?

Karl-Heinz Beständig: Ich rechne tatsächlich zu Pfingsten mit Staus. Zu den Feiertagen wird einiges los sein, zumal auch am einen oder anderen Tunnel Bauarbeiten im Gang sind.

tk: Ist denn das CORONA-Virus also schon Vergangenheit?

Karl-Heinz Beständig: Die Ansteckungsgefahr ist keinesfalls erloschen. Kroatien kam dank harter Maßnahmen noch besser durch die Krise als Deutschland. Aktuell sind in Kroatien noch 93 Menschen infiziert. Insgesamt hatte das Land nur 101 Tote zu beklagen.

tk: Sind so niedrige Zahlen denn glaubwürdig?

Karl-Heinz Beständig: Ich denke schon. Gerade in den letzten Wochen berichteten die kroatischen Medien sehr offen über die jüngsten CORONA-Ausbrüche. Diese waren lokal begrenzt, und sie zeigen gut, wie sowas aus reiner Sorglosigkeit entsteht. Und wie die kroatischen Behörden sehr schnell agierten.

tk: War das an der Küste?



Karl-Heinz Beständig: Auf der Insel Brac war ein älterer Pateint mit Herz-Kreislaufproblemen aus dem Krankenhaus entlassen worden und feierte seine Rückkehr mit Nachbarn und Freunden. Das war leichtsinnig. Eine Nachbarin zeigte als erste Symptome, der Mann selber keine. Nach der Feier waren plötzlich 23 Menschen infiziert. Das Krankenhaus stritt heftig ab, Ursache zu sein. Die Insel Brac wurde kurzerhand isoliert.

Der zweite Fall betraf einen Flug der Croatian Airlines, in dessen Folge man 18 Infizierte feststellte. 16 Passagiere – und die beiden Piloten.

tk: Wie kam das?

Karl-Heinz Beständig: Das war zunächst rätselhaft, weil die Piloten während des Fluges die Türen des Cockpits nicht geöffnet hatten und merkwürdigerweise die Flugbegleiter nicht infiziert waren. Man vermutet, dass es kroatische Mechaniker waren, die aus Schweden von einem Auftrag zurückkehrten.

tk: Wie hoch schätzen Sie denn die Ansteckungsgefahr in Kroatien?

Karl-Heinz Beständig: Aufgrund der vorliegenden und schon genannten Zahlen dürfte die Wahrscheinlichkeit, sich in Kroatien zu infizieren, derzeit fünfmal niedriger sein als in Deutschland.

Allerdings wird die Maskenpflicht zum Beispiel nicht so streng gehandhabt wie in Deutschland. In kroatischen Supermärkten gibt es keine Maskenpflicht. Oder nur, wenn der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann… Hotels und Campingplätze haben hohe Auflagen, was Reinigung und Desinfektion angeht.

tk: Wo sehen Sie denn die Hauptquelle im Urlaub für Ansteckung?

Karl-Heinz Beständig: Wenn man leichtsinnig wird, wie im Beispiel Brac. Entsprechend sehe ich das Hauptrisiko in den Restaurants. Die Kellner haben Maskenpflicht – aber wenn der Alkohol fließt, fallen die Vorsichtsmaßnahmen unter den Tisch.

tk: Das Ischgl-Phänomen der Sorglosigkeit?

Karl-Heinz Beständig: Die kroatischen Behörden werden strengstens kontrollieren. Wenn Wirte Selbst in abgelegenen Inselkonoben können Strafen bis 5.000€ verhängt werden, wenn Vorschriften nicht eingehalten werden. Zudem wurde ein großer Vorrat an Testmaterial geschaffen, um wie in Brac oder Split sehr schnell vor Ort testen zu können.

tk: Würden Sie selbst denn augenblicklich Urlaub in Kroatien machen?

Karl-Heinz Beständig: Ich würde runterfahren. Ich hätte keine Bedenken. Wenn man sich vernünftig verhält, die Mindestabstände einhält und Masken trägt, sollte eigentlich nichts passieren.



tk: Wie stellen Sie sich den Worst Case vor?

Karl-Heinz Beständig: Es ist schon möglich, dass es den einen oder anderen Ausbruch gibt. Dass man das eine oder andere Restaurant oder auch eine Marina dichtgemacht wird. Die Abgabe der Mobilfunknummer bei der Einreise dient dazu, in einem solchen Fall sehr schnell zentral zu informieren und eventuell sogar zu testen. Ich bin zuversichtlich, dass da nicht allzuviel passiert.

tk: Könnte ich denn aktuell mit meinem Boot von Italien aus in Koratien einklarieren?

Karl-Heinz Beständig: Noch sind die Seegrenzstellen geschlossen. Derzeit dürfen nur Yachten über 24 Meter Länge einreisen, die einen Werfttermin oder ähnliches schriftlich vorweisen können. Auch slowenische Skipper dürfen einreisen, weil Kroatien und Slowenien Sonderabkommen unterzeichneten. Es ist derzeit alles etwas chaotisch, aber ich gehe davon aus, dass parallel zur Grenzöffnung Italiens ab dem 3. oder 4. Juni auch die Seegrenzstellen wieder offnen und man von Italien aus per Schiff in Kroatien einreisen kann. Aber aktuell weiß niemand, was gerade vor sich geht – eventuell machen die Seegrenzstellen schon übermorgen auf.

tk: Und wie sehen Sie den Sommer in Kroatien?

Karl-Heinz Beständig: Die YACHTWEEK-Flotten mit Partywütigen starten vermutlich ab nächster Woche, allerdings werden nur wenige junge Leute kommen zunächst.

Ab Juli und August wird auch auf dem Wasser wieder einiges los. Ich schätze, dass insgesamt ein Drittel weniger Gäste nach Kroatien kommen wird – vor allem Pauschalreisende werden wegen des erst nach und nach wieder anlaufenden Flugverkehrsausbleiben. Und Kreuzfahrttouristen sowieso. Aber das betrifft ausschließlich Dubrovnik.


Soeben erschienen:
Mein Page-Turner über meine Reise
unter Segeln entlang der europäischen Küste 
von Sizilien nach Südengland:


https://www.amazon.de/Auf-dem-Meer-Hause-Segeltörn/dp/3328104755/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&crid=1DJIAXN1STIHV&dchild=1&keywords=käsbohrer&qid=1590615172&s=books&sprefix=Käsbohrer%2Caps%2C255&sr=1-1

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Wieder Stewards auf den Schleusen in Holland

Auch 2020 werden auf stark befahrenen Schleusen in den Niederlanden die freundlichen Helfer eingesetzt. Sie regeln die optimale Belegung der Kammern, helfen beim An- und Ablegen und geben Tipps. Damit soll der Verkehrsfluss optimiert werden

Befragungen durch den Rijkswaterstaat, dem Betreiber der Schleusen, haben ergeben, dass besonders Wassersportler die Stewards sehr schätzen. Sie vermitteln ein Gefühl von Sicherheit und kümmern sich nach Kräften um die richtige Reihenfolge, wenn es voll wird an der Schleuse. Einen Schleusenknigge für die Niederlande finden Sie hier.

Die Übersichtskarte zeigt, wo und wann die Stewards eingesetzt werden

Die Stewards stehen für Fragen bereit, hören den Funk, können selbst auch mit der Handfunke eingreifen teilweise und nehmen die Leinen an. Sie sind so eine positive Bereicherung für den Wassersport in den Niederlanden. Wegen der vielen „Im-eigenen-Land“- Urlauber wird es erwartungsgemäß in diesem Sommer extra voll auf dem Wasser.

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Bilderrätsel KW 22: Wo ist es?

Jede Woche stellen wir ein Bilderrätsel online. Irgendwo in den Niederlanden ist dieser Ort. Wer als erster rät wo, gibt sich als Revierkenner preis. Also los: Mitraten!

Amsterdam, da waren sich alle Teilnehmer einig. Und es stimmt. Der Blick vom Sixhaven auf das Kreuzfahrtterminal. Glückwunsch an alle, die mit geraten haben.

Natürlich gibt es auch in dieser Woche wieder ein Bilderrätsel. Diesmal wird es ein wenig schwieriger, schließlich sind auf stegfunk.de echte Holland-Kenner unterwegs. Also: Wo ist es? Mitraten geht am betsen per Mail an [email protected] Viel Spaß!

 

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Kleinteile

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Skipper Stefan zerlegt das Schiff

Ob es wirklich mal warm wird in Flensburg? Ich kann es kaum glauben. Mein heutiger Versuch kiten zu gehen ist gescheitert. Der Spot Schausende ist schon von der Parkplatzsituation mehr als verstopft. Die drei oder vier, den Kitern zugewiesenen Parkplätzen stehen ungefähr 70 Kiter gegenüber. Es weht und jeder will auf’s Wasser. Also stelle ich mich mit auf den Seitenstreifen zwischen die Vans und Caravans, schulter meinen Kitekram und laufe über das Gelände der Marina zum Strand. Der Himmel ist voller Kites, an der Wiese der Stadt Glücksburg, die den Kitern zugewiesen wurde, kein Platz um seinen Kite auszublasen. No way. Wildes Getummel. Ich lasse mich etwas abseits ins Gras fallen, um dem Treiben zuzuschauen. Schausende ist böig und die Wolken hängen tief und bringen noch mehr böigen Wind. Landende und startende Kites haben sichtlich Probleme. Backstallen nennt man das. Der Kite steht im Zenit, ein Windloch, der Kite fällt herunter, die nächste Böe erwischt ihn mit Wucht und fliegt unkontrollierbar in die Powerzone. Solange der Kiter im Wasser steht, kann nicht viel passieren. Beim Start an Land wird es gefährlich. Die ganze Situation gefällt mir nicht. Nach einer halben Stunde steht ein junges Mädchen im Wasser und der Starthelfer am Strand. Alles sieht gut aus, geht aber ordentlich schief. Kaum ist der Kite auf dem Weg nach oben ergreift eine Böe den Kite mit dem Mädchen im Wasser und schleudert sie in einem meterhohen Bogen an Land. Der Kite schleift sie weiter, sie löst den Sicherheitsverschluss und bleibt bewegungslos liegen. Ihre Freunde eilen ihr zu.

“Micha. Haben wir vielleicht einen neuen Dreiwegehahn für den Wassermacher an Bord?“ Skipper Stefan weiß, dass ich ein Ersatzteilfreak bin und alle Ersatzteile gleich doppelt kaufe und unters Kopfkissen lege. Heute muss ich ihn leider enttäuschen. Also Plan „B“. „Schick mir mal nen Foto von der Rückseite. Vielleicht kannst Du den Hahn demontieren und mit Vaseline wieder gängig machen?“ Das Foto von oben schickt mir Stefan mit dem Subjekt: „Problem gelöst.“ Na. Da haben wir aber noch mal Glück gehabt. Denn die Versorgung mit Ersatzteilen ist genauso schwierig, wie die Versorgung mit JanCrew. Der hat schon eine ganze Kiste für die MARLIN in Berlin.

Am Kiteplatz spitzt sich die Lage zu. Es erscheint ein Rettungswagen an der Pferdekoppel. Bis zum Kiteplatz geht der Weg aber nicht. Notarzt und Sanitäter untersuchen das Mädchen. Mir wird jetzt irgendwie unwohl. Das ist nicht mein Tag und auch nicht der Ort an dem ich heute Kiten will. Ich erinnere mich an meinen eigenen, baugleichen Kiteunfall 2016 mit gebrochener Schulter, an Nike im letzten Jahr und an Pablo vor einer Woche und entscheide mich ein Weichei zu sein. Kitebag schultern, Board untern Arm. Danke. Da geh ich lieber ein Eis in Glücksburg essen. Mein Bedarf an Krankenhaus ist eh ausreichend gedeckt. Kaum am Auto angekommen kreist auch schon der Rettungshubschrauber über meinem Kopf, um das junge Mädchen abzuholen. Am Montag wird mir Nathalie aus dem Krankenhaus verraten, dass es hoffentlich nur ein blaues Auge ist.

Der Tag endet damit, dass mir am Abend plötzlich kotzübel ist. Vom Eis von Janny’s oder von den selbstgebackenen Keksen von Lena oder von den Erlebnissen des Nachmittags? Mir ist so schlecht, dass ich die Kloschüssel umarmen muss. Danach geht es besser. Viel besser. Ich schlafe ein. Morgen ist ein besserer Tag.


Mitsegeln auf der MARLIN!

Atlantiküberquerung West – Ost 2020. Im Moment sind wir komplett.

CREW 65 Atlantik Crossing DomRep – Azoren 23.05.2020 – 31.07.2020. Warteliste.

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Speiseplan-Erweiterung

Sa.,23.Mai.20, Franz.Polyn./Gambier/Insel Mangareva, Tag 2183, 20.254 sm von HH

Das Versorgungs-Schiff kommt alle drei Wochen und bringt Möhren und Kohl. Kohl und Möhren. Kartoffeln (übrigens 250 USD der Zentner :lol: – das erzähl mal den Deutschen Bauern) sind dabei, Zwiebeln und Knoblauch. Das war’s an frischem Gemüse. Das Schiff bringt Äpfel (2 USD/Stück) und manchmal Birnen oder Orangen. Das war’s an frischem Obst.
Das mit dem Obst ist nicht so schlimm. Die Pampelmusen-Bäume haben Saison und die Bäume hängen bis zum Überfluss voll. Ein kleiner Spaziergang und man findet garantiert einen Baum, der niemandem gehört. Verfaulte Früchte unterm Baum sind das sichere Zeichen. Bananen gehören immer jemandem, aber wir können ganze Stauden kaufen. Für zehn Dollar bekommen wir eine „kleine“ Staude, mit 80 bis 100 Bananen. Natürlich sind alle zur gleichen Zeit reif, so dass nur eine Woche bleibt zum Vertilgen. Unmöglich zu schaffen, also teilen wir uns neuerdings immer eine Staude mit anderen Schiffen.

Das fehlende Gemüse ist schön etwas blöder. Die Einheimischen legen nicht viel Wert auf Grünkram. Nur in wenigen Gärten sieht man, dass überhaupt Gemüse angebaut wird – mal ein wenig Salat oder auch ein paar Kohlköppe. Wir ziehen also unsere Kreise über die Insel auf der Suche nach Essbarem. Keinen Weg, den wir noch nicht gegangen sind. Und wir werden fündig: Kürbis, Chili, Papaya und Sternfrüchte wandern in die Pantry. Außerhalb vom Dorf braucht man sich nur bücken und einsammeln.

Selten hängen Papayas in Pflück-Höhe

Da wusste Achim nicht, dass Kammerad Tausendfüßler auf ihn wartet- er dürfte so 15 Zentimeter lang sein

Unsere Kreise werden größer. Je weiter wir uns vom Dorf entfernen, desto freundlicher werden die Menschen. Wir treffen auf die legendäre polynesische Gastfreundschaft. „Hallo“, werden wir angerufen, „kommt mal her. Wollt ihr Zitronen?“ Klar wollen wir – sehr gerne. Während der älteste Sohn vom Papa zum Pflücken abgeordert wird, reicht uns die Hausfrau einen kalten Saft zur Erfrischung. Wir werden gebeten auf der Terrasse hinter dem Haus Platz zu nehmen. Woher wir kommen, wer wir sind, möchte man von uns wissen. Ach, irgendwie klappt es doch immer mit der Verständigung. Mit Zitronen und Gurken (sabber – die ersten Gurken seit fünf Monaten) beladen, ziehen wir weiter. Für so viel Freundlichkeit wollen wir uns revanchieren. Wir bringen ein paar Tage später einen selbstgebackenen Kuchen zur Familie. Man freut sich, posiert gerne fürs Foto und eine weitere Gurke wandert in unseren Rucksack.

 

Großzügige Gastgeber

Auf jeder Wanderung fällt uns etwas zu: Ein Opa schenkt uns Spinat, eine Mutter Passionsfrüchte. Manchmal finden wir selber einen herrenlosen Zitronenbaum. Dutzende Früchte liegen duftend unter dem Baum. Ein Typ, der uns Picknick machen sieht, verschwindet im Wald und erscheint mit einer langen Stange mit der wir Papaya vom Baum stoßen dürfen. „Bedient euch“!

Zum Teil schwer beladen kommen wir von unseren Streifzügen heim. Okay, manchmal verbrauchen wir wahrscheinlich mehr Kalorien auf zehn Kilometer Wanderung als wir nach Hause tragen. Die besten Sachen wachsen nicht eben um die Ecke, meistens müssen wir die Berge hoch und wieder runter auf die andere Seite der Insel. Aber für die Abwechslung in der Küche ist es allemal gut. Das sind die wirklich schönen Momente auf unserer Insel.

Oh, süße Südsee

Tag 1 – Passionsfrucht Minze Sternfrucht Zitronen Papaya

 

Tag 2: Kürbis, Gurken und Chili

Wer ist der bessere Matrose – Hund oder Katze?

Direkt als es erstmals seit Wochen wieder möglich war, etwas längere Schläge an der Südküste zu machen, sind wir Richtung Göcek aufgebrochen. Eigentlich wollten wir zu ein paar Bootsausrüstern, aber dann durften wir doch nicht in Göcek an Land. Zumindest nicht mit dem Dinghy. Um die Einreise zu kontrollieren, müssen Yachten derzeit die D-Marin anlaufen, wo überprüft wird, woher man kommt. Also haben wir die Zeit in den herrlichen Buchten verbracht. Gerade rechtzeitig vor der ersten Hitzewelle. Und langweilig wird es mit Hund und Katze an Bord sicherlich nicht. 

New Friends

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Da wohnen, wo Skipper Micha gerne sein würde.

Das ist Skipper Stefan und Sven. Sven ist zu Gast auf der MARLIN. Sven brauchte kein Flugzeug. Sven ist eh schon in der DomRep. Gut haben es die Beiden. Voller Neid schaue ich mir das Foto an. „Ich nicke Sven zu. „Herzlich willkommen auf der MARLIN!“ Ob er es merkt? Wahrscheinlich nicht. Das Foto ist auch schon ein paar Tage alt. Stefan & Sven verstehen sich auf Anhieb verdammt gut, schreibt Sven. Tja. Die Regierung der DomRep hat einen Vier Stufen Plan zur Rückkehr in die Normalität veröffentlicht. Mitte July soll wieder alles normal sein und auch die Flughäfen wieder voll in Betrieb sein. „Machse Nix!“ JanCrew buchen mal wieder einen Flug. Diesmal für den 6. Juni. Ob der Flug stattfindet? Ansonsten um eine Woche verschieben. Es ist einfach grausam. Verhältnisse wie im Krieg.

Ein treuer Leser, Burkhard, bedankt sich statt Spende mit Vertrauen. Er braucht für sein neues Traumschiff Rat und Tat und bestellt das dann nicht bei Internet, sondern bei Lunatronic. „Ich lese Deinen Blog seit Jahren, da war es doch klar, wem ich vertraue.“ Sein Vertrauen wird mich busy halten in der kommenden Woche. Ich rufe Leser Achim zurück, der mir per email geschrieben hat und auch hier einigen wir uns zum Thema: Das wollte ich schon immer mal bei Lunatronic bestellen. Ich lehne mich zurück. Doch eine gute Idee, meinen Blog sturköpfig weiter zu schreiben. Gestern hatte ich darüber anders gedacht. Die Vatertagsbilder, die auf dem Frühstückstisch für mich lagen, darf ich nicht im Blog veröffentlichen. Also eigentlich gar nichts mehr, was MayaLena betrifft. „Papa. Das ist der MARLIN Blog. Damit haben wir nichts zu tun.“ „Ich sehe das anders. Das ist der MICHA Blog und ihr seid Teil meines Lebens.“ Eine Diskussion sparen wir uns. Eine Entscheidung, die ich respektieren werde. Aber ungern. Versteht sich.


Mitsegeln auf der MARLIN!

Atlantiküberquerung West – Ost 2020. Im Moment sind wir komplett.

CREW 65 Atlantik Crossing DomRep – Azoren 23.05.2020 – 31.07.2020. Warteliste.

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Da leben, wo andere Urlaub machen II

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Gemalt

“Polizeikontrolle!“ „Nein. Als Tagestouristen ist für Sie St. Peter Ording heute leider gespeert!“ Ich weiß nicht was dieser nette Polizist dem Auto vor uns geraten hat. „Fahren sie besser nach Westerheversand. Sie werden sehen.“ Er hatte Recht. Westerheversand war es zwar gut besucht, tausendmal weniger Touristen als in St. Peter Ording. In dem Strand Sektor wo wir waren, war es eher einsam. Ich hatte mir St. Peter Ording gewünscht zum Vatertag, wo ich doch noch nie dort war. Weder zum Kiten, noch einfach zu Besuch. Kann ich dann ja noch mal an einem der nächsten Tage machen, bis endlich wieder die dänische Grenze aufmacht. Westerheversand hat uns alle glücklich gemacht. MayaLenaNathalie und der Micha, alle sind voll auf ihre Kosten gekommen. Von der Wattwanderung, der Autofahrt über die Dörfer und einfach Seele baumeln lassen. Jetzt schauen die Kinder Germany’s Next Topmodel (kurz: GNTM), was mir grade nicht so wichtig ist. Ich mache Nudelsalat für Samstag. Da gibt es Kite Wind.


Mitsegeln auf der MARLIN!

Atlantiküberquerung West – Ost 2020. Im Moment sind wir komplett.

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Production method – manufaktur – industrial

THREAD IN CRUISERS FORUM

Production method

Winter

Etwas spät, ich weiß. Verspätet, wie vieles in diesem Jahr, aber wir müssen unbedingt noch kurz über den Winter reden, bevor wir uns dem Frühling zuwenden.
Denn eins fehlt noch und ich weiß, dass einige darauf warten. Es geht um die Heizungsanlage, an Bord der Morgenstern und die Frage, wie das ganze System denn nun den ersten Winter überstanden hat.
Über die Bilanz reden wir weiter unten in diesem Artikel, widmen wir uns zunächst dem Grundsätzlichen und da kann ich mich ziemlich kurz fassen, denn:

Der Cubic-Mini Kaminofen hat alle unsere Erwartungen erfüllt, oder übertroffen. Schwachstellen haben wir keine gefunden und was die Wohlfühlatmosphäre angeht, so gibt es aus unserer Sicht nichts schöneres, als mit selbst gesammeltem Holz ein Schiff zu beheizen.
Damit das Sammeln, bzw. sägen zügig von statten geht, haben wir uns zwischenzeitlich noch eine zweite Säge zugelegt. Die Handsäge, mit der wir anfangs gearbeitet haben, funktioniert zwar erstklassig, aber wenn man irgendwo die Gelegenheit bekommt, eine größere Menge Brennholz zu verwerten, dann ist so eine japanische Handsäge selbst in der großen Ausführung, wie wir sie haben, zu mühselig.
Also musste eine Kettensäge her. Wenn schon CO² neutral heizen, dann richtig, haben wir uns gedacht, also ist es eine Akkusäge von Stihl geworden.


Wahnsinn, was sich da in den letzten Jahren an der Technik zum positiven geändert hat. Ich wusste zwar vorab, dass die Elektrosäge, für die wir uns entschieden haben, einer Säge mit Verbrennungsmotor in nichts nachsteht, aber trotzdem ist man irgendwie skeptisch, vor allem, wenn man die schmale Kette und das schlanke Profil zum ersten Mal sieht und ein Leben lang mit ner Knatterkiste gesägt hat.
Das Gerät macht aber so viel Spaß, dass ich ab sofort keine Verbrennersäge mehr haben will. Das Gefühl, den Akku mit Solarstrom an Bord geladen zu haben und in gewisser Weise völlig unabhängig zu sein, hat was.
Leider hat das Ganze auch seinen Preis, denn zur Zeit sind Akkusägen noch deutlich teurer als gleich starke Verbrenner. Das ist dann aber auch schon der einzige Nachteil.

Ganz ohne fossile Brennstoffe kommen wir trotz Kaminofen und Akkusäge aber auch nicht aus, denn im letzten Dezember haben wir die neue Dieselheizung zum ersten Mal in Betrieb genommen. Wir versuchen zwar, soviel wie möglich mit Holz zu heizen, trotzdem gibt es immer mal wieder Szenarien, bei denen man um die Dieselheizung nicht herum kommt.
Wir sind mit beiden Systemen rundum zufrieden und haben endlich ein warmes und trockenes Schiff, ohne auf Landstrom angewiesen zu sein.

Was den Brennstoffverbrauch angeht, so haben wir über den gesamten Winter alles verheizte Material permanent notiert. Eigentlich sträube ich mich immer gegen Buchführung und alles was in diese Richtung geht, aber in dem Fall war es für die Törnplanung wichtig, sollte es eines Tages für eine Weile in den Norden gehen. Dann müssen wir wissen, bei welcher Witterung wir wie viel Brennstoff benötigen.
Also wurde alles Holz vor dem verheizen gewogen, der Dieseltank immer mit kleinen Kanistern aufgefüllt und alle vollen Tage mit Übernachtung an Bord aufgeschrieben. Waren wir nur tagsüber an Bord, wurden nur halbe Tage aufgeschrieben.

Wir haben vom 1. Oktober 2019 bis 31. März 2020 insgesamt 57 Tage (und Nächte) an Bord verbracht und in dieser Zeit insgesamt 121kg Brennholz, sowie 34l Diesel verbraucht.
Die Übernachtungen verteilen sich einigermaßen gleichmäßig über die 6 Monate, der Winter am Niederrhein selbst entspricht einem durchschnittlichen, wenn man berücksichtigt, dass wir einige eher kalte Phasen mit erwischt haben.
Im Durchschnitt haben wir an einem Tag also 2,1kg Brennholz und 0,6l Diesel verbraucht, um das Schiff mollig warm zu halten.
Wir finden, das ist ziemlich wenig für ein Schiff dieser Größe.
Warum das so wenig ist, liegt an zwei Dingen. Zum einen ist vor allem der Kaminofen, mit dem wir am meisten heizen, ziemlich effizient. Er erreicht mit Sekundärluftverbrennung einen Wirkungsgrad von ca. 80%, wenn er optimal betrieben wird.
Auf der anderen Seite ist Morgenstern schon werftseitig sehr gut isoliert und wir haben darüber hinaus viele Bereiche weiter verbessert..
Die zusätzlichen Winterscheiben für alle Fenster und der Umbau der Achterkajüte mit 60mm PU/Styrodur Sandwich haben eine spürbare und messbare Verbesserung gebracht.
Trotzdem gibt es nach wie vor Bereiche, die man optimieren kann. Da geht also noch was, in Sachen Brennstoffverbrauch.