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Schnelle Wechsel – aber ohne Ball

Anlass war das soeben beendete elfte Rennen, das bei den Frauencrews noch viel Platz nach oben ließ. Sie hatten mit Böen und dem aufgefrischten Wind zu kämpfen. Das sage allerdings nichts über die Güte der Bedingungen aus, denn es waren die Mannschaften der unteren Klassementhälfte am Start, erklärte Schadewaldt. „Die Top-Teams sind in dem anderen Flight. Bei denen sieht das anders aus.“

„Wir haben gut gearbeitet“, zeigte sich die Holländerin Milah Wouters vom International Yacht Club Amsterdam trotzdem zufrieden mit dem Rennen. Sie haben als Crew gut zusammengearbeitet und den Sieg im elften Rennen eingefahren. „Das geht nur mit allen“, betont sie die Bedeutung des Teamgedankens. „Mehr Wind bedeutet mehr Schwierigkeiten, mehr Kraft und mehr Geschwindigkeit.“

Das darauffolgende Rennen, in dem die Topplatzierten gegeneinander antraten, sicherte sich erneut der Royal Danish Yachtclub. Sie konnten fünf weitere Rennsiege einfachen und führen nach elf Flights weiterhin das Gesamtklassement an.

Ihre Landsfrauen vom Hellerup Sejlklub wechselten sich im Laufe des Tages mit dem Deutschen Touring Yacht-Clubs auf dem zweiten Rang ab. Die deutsche Crew konnte ordentlich zulegen und verbuchte nach elf Flights fünf Rennsiege – lag zu dem Zeitpunkt knapp hinter den beiden dänischen Teams. Auch in den direkten Duellen zwischen ihnen und den führenden Dänen gaben sich beide nichts.

Kontakt zur Spitze hält auch der Akademische Segelverein Warnemünde. Einen glatten Durchlauf hatten sie im 15. Rennen. Bereits am Start hatten sie die Bugspitze vorn und ließen sich die Führungsposition auch bis zum Zieleinlauf nicht mehr nehmen.

Zwischen elf und 16 Minuten geben die vier oder fünf Frauen auf den J/70 alles, dann ist bei den momentan vorherrschenden Bedingungen ein Rennen im Bundesliga-Format vorbei. Die Boote werden durchgetauscht und nach einem kurzen Durchatmen geht es Schlag auf Schlag weiter. Schnelle Wechsel – aber ohne Ball: Ebenso bleiben Abstiegskämpfe oder Abseitsregeln dem Fußball vorbehalten, zumindest noch.

Seeregatten für das pure Glück

Mit Rückenwind nach dem Start sorgte die Flotte der Yachten für einen prächtigen Anblick in der Eckernförder Bucht, bevor die Crews auf einen kurzen Schlag in Richtung Ziel am Kieler Leuchtturm abbogen. Noch vor 12 Uhr und damit in einer Segelzeit von weniger als zwei Stunden waren mit der „Itelligence“ der Brüder Sach und der dänischen „Black Marlin“ (Jan Andersen) die ersten Boote im Ziel.

Helge und Christian Sach konnten mit der schnellen Fahrt die erfolgreiche Nachwuchswerbung für den großen Regattasport fortsetzen. Denn an Bord waren die Opti-Segler Johann und Anton, die Söhne von Christian Sach. „Das ist super mit den beiden. Man muss nur einmal was erklären, schon haben sie es parat. Das gelingt mir sonst nicht mal bei Helge“, erzählte Christian mit einem Schmunzeln. Die Söhne bewegten sich völlig sicher auf dem Trampolin des M32-Katamarans, wussten, wie sie mit den Schoten, Fallen und Streckern umzugehen haben. Auf die Frage, wer an Bord das Kommando führt, mussten die jungen Sportler allerdings zugestehen: „Man kriegt schon ordentlich Order!“ Bei Spitzengeschwindigkeiten über 20 Knoten am Wochenende ist das aber wohl auch notwendig. Ein großes Lob gab es von Christian Sach für die Wettfahrtleitung: „Das hat wirklich alles reibungslos geklappt.“

Auch Oliver Schwall, Organisator des Nordsteam Race, das am kommenden Sonntag im Rahmen der Kieler Woche gestartet wird, freute sich über den gelungenen Auftakt zur Kieler Woche: „Wir haben uns mit den fünf Club-Swan 50 schon mal auf die nächsten Tage eingestimmt. Es war wirklich alles perfekt organisiert. Wir hatten viel Spaß und einen schönen Tag an Bord.“

Das Lob passte in das Bild, das Organisationsleiter Eckart Reinke von dem Geschehen hatte: „In Eckernförde war es schön voll und eine tolle Stimmung. Mit dem 180-Grad-Dreher des Windes über Nacht konnten wir am Samstag und am Sonntag jeweils lange Spi-Kurse bieten. Es schien, dass alle sehr glücklich waren.“

Christian Sach freute sich mit seinen Söhnen Anton und Johann segeln zu können. Foto: segel-bilder.de

Freude sprach jedenfalls auch aus dem Gesicht von Kirsten Harmstorf, der Steuerfrau auf der „Tutima“. Mit ihrer Frauen-Crew blieb sie bei der Hinregatta zwar etwas in einer Abdeckung hängen und musste sich mit Platz sechs in ihrer Klasse begnügen, bei der Rückregatta lief aber alles nach Plan: „Das war heute sehr gut. Der Spinnaker-Start ist zwar etwas ungewohnt, hat aber gut geklappt. Und auch sonst lief es trotz einiger Teamumstellungen rund“, berichtete Harmstorf. „Unser Fokus liegt allerdings mehr auf den Up-and-Down-Wettfahrten der nächsten Tage. Da wollen wir für die WM im Juli trainieren und würden gern auf das Treppchen segeln.“

Aus reiner Freude am Segeln ist der deutsch-polnische Profisegler Karol Jablonski am Start. Mit seinem Eissegel-Kumpel Bernd Zeiger ist er als Zweier-Crew den Kieler-Woche-Auftakt gesegelt. „Wir haben am Donnerstag spontan entschieden, hier mitzusegeln“, berichtete Jablonski. Und Bernd Zeiger ergänzte: „Eigentlich hätte ich für die Kieler Woche meinen Liegeplatz räumen müssen. Und wie verhindert man das? Man meldet einfach für die Regatta.“ Mit der taktischen Leistung waren beide sehr zufrieden. „Bei den Manövern fehlen aber ein paar Hände“, erklärte Jablonski, der die Arbeit auf dem Vorschiff zu erledigen hatte. „Ich habe in meiner Karriere schon alle Positionen besetzt. Warum also nicht?“ Von Steuermann Zeiger gab es jedenfalls Lob für die Arbeit am Spinnaker: „Wir haben die Halsen ohne jedes Chaos hinbekommen.“

Nach dem Ende der Fußball-Partie Deutschland und Mexiko durften sich die beiden wie die gesamte Flotte der Yachten zum Welcome-Race, Aalregatta und Rendezvous der Klassiker auf die Siegerehrung freuen.

Ergebnisse und Meldelisten finden Sie unter www.manage2sail.com

Maximale Wettfahrt-Ausbeute

Damit konnte auch Organisationsleiter Dirk Ramhorst ein zufriedenes Fazit des ersten Wochenendes ziehen: „Wir haben heute das Maximum rausgeholt und konnten einiges aufholen. Damit fällt der mäßige erste Tag nicht so ins Gewicht.“ Die Sportler wünschten sich nach diesem Tag allerdings auch etwas Ruhe. „Das war nicht einfach mit der kurzen steilen Welle“, so Ramhorst. An den Spitzen der Felder ergibt sich nach dem zweiten Regattatag ein buntes Feld mit Gesamtführenden aus vier Nationen. Naturgemäß haben die Deutschen in den meisten Klassen den Bug vorn.

29er: Ein skandinavisches Trio liegt bei den Nachwuchs-Skiffs nach vier Rennen vorn. Die Norweger Mathias Nerthet/Alexander Franks-Penty führen vor Oscar Engström/Hugo Westberg (Schweden) und den Dänen Frederik Fomsgaard/Mads Fuglbjerg. Die besten Deutschen, Ben Heinrich/Carolina Horlbeck (Kiel/Lübeck), haben auf Rang vier zwar einen Ausrutscher in der Liste, aber auch zwei Rennsiege.

505er: An der Spitze der Fiven rangiert nach vier Wettfahrten eine neue Kombination, aber auch ein alter Bekannter. Der Eckernförder Bootshändler Holger Jess zieht zur Kieler Woche im Vorschiff des Australiers Michael Quirk die Strippen – und das offenbar sehr erfolgreich. Auf dem Heimatrevier von Jess hat das Duo die Führung vor Stefan Köchlin/Andreas Achterberg übernommen. Für Holger Jess winkt nach dem Sieg von 2015 mit Meike Schomäker der nächste Erfolg vor Kiel. Es wäre der zehnte in seiner 505er-Karriere seit 1994.

Albin Express: Der Flensburger Jan Brink hat mit seiner Crew bei den Kielbooten der Albin Express die besten Karten in der Hand, um das Triple voll zu machen. Nach den Kieler-Woche-Siegen 2016 und 2017 führen Brink und Co auch jetzt wieder das Feld an – dicht gefolgt allerdings von Andreas Pinnow aus Kiel.

Contender: Nachdem der Bremer Christoph Homeier auf seinem ehemaligen Heimatrevier die erste Wettfahrt nicht ins Ziel gebracht hatte, legte er am zweiten Tag mächtig los. Mit zwei Siegen und zwei zweiten Plätzen setzte er sich an die Spitze des Felds vor dem dänischen Segelmacher und Dritten der WM 2017, Jesper Nielsen aus Dänemark.

Europe: Zweimal hat der Norweger Lars Johan Brodtkorb bereits die Kieler Woche gewonnen – zuletzt vor zwei Jahren. Jetzt schickt er sich an, den dritten Coup zu landen. Zumindest liegt er nach vier Rennen in der Führungsposition vor dem Tschechen Stephan Sivy und Fabian Kirchhoff (Dümmer). „Ich bin ganz gut in die Serie gestartet, auch wenn der fünfte Platz zum Ende heute das Streichresultat war. Die Konkurrenz ist sehr stark, da viele bereits für die WM in Deutschland im August trainieren wollen. Daher wäre ein Platz auf dem Treppchen schon ein starkes Ergebnis“, berichtete Kirchhoff, der eigentlich schon das Ende seiner Karriere ins Auge gefasst hatte. „Aber dann bin ich bei der WM vor zwei Jahren Fünfter geworden und wollte noch einmal mehr. Nach Platz drei im letzten Jahr dachte ich, ich sollte aufhören. Aber dann kam die Heim-WM um die Ecke. Und da will ich natürlich dabei sein. Und natürlich würde ich gern um eine Medaille mitsegeln“, so der Referendar, der in Flensburg Beruf und Sport gut kombinieren kann.

Flying Dutchman: In der ehemaligen Olympia-Klasse ist höchste Sportkompetenz am Start. Neben den elfmaligen Weltmeistern Szabolcs Majthenyi/András Domokos segeln auch der dänische Olympiasieger von 1988 Jörgen Bojsen-Möller und sein Bruder Jacob um den Sieg mit. Aktuell müssen die sich aber hinter den Gesamtführenden Kilian König/Johannes Brack (Hannover/Edersee) einreihen.

Folkeboot: Die Laboer Sönke Durst/Marc Rokicki/Ulrich Schäfer geben derzeit bei den Folkebooten das Tempo vor. Nach einem Tag ohne echten Ausrutscher führen sie das von Crews der Kieler Förde dominierte Feld an. Es folgen Jürgen Breitenbach aus der Innenförde und Walter Furthmann aus Strande.

Formula 18: Einem deprimierenden Auftakt ließen die Flensburger Martin Friedrichsen/Björn Wendel eine starke Serie folgen, um sich auf Platz eins zu setzen. „Im ersten Rennen hatten wir einen Blackout an der Luvtonne und haben die Offset-Tonne vergessen. Damit mussten wir aufgeben. Es ist natürlich blöd so anzufangen, aber das Boot lief gut, und das hat uns Sicherheit gegeben“, berichtete das Duo, das sich erst im letzten Jahr als Team zusammengefunden hat. Mit aktuellem Bootsmaterial sind sie schnell unterwegs und peilen nach gutem Saisonauftakt nun weitere Erfolge in diesem Jahr an.

Hobie 16: Ein buntes Wechselspiel gibt es in der Topposition der Hobie-Katamarane. Nachdem Jens Goritz/Kerstin Wichardt über Nacht Platz eins belegten, eroberte zwischenzeitlich der Klassenpräsident und Titelverteidiger Knud Jansen mit seiner Ehefrau Inis die Führung. Am Ende des zweiten Tages muss das Ehepaar durch einen Ausrutscher im letzten Rennen aber Lauritz Bockelmann/Anke Delius den Vortritt lassen.

J/24: Der Kieler-Woche-Titelverteidiger Mike Ingham wird sich mit seiner Crew in der J/24 wohl strecken müssen, um einen erneuten Erfolg auf der Außenförde zu landen. Denn die Berliner Weltmeister von 2016 um Daniel Frost segeln fast makellos. Nach vier Rennen haben sie drei Siege auf dem Konto, müssen allerdings einen fünften Platz streichen. Zwischen Frost und Ingham rangieren noch die Hamburger um Stefan Karsunke.

Die Laser bieten die größten Felder zur Kieler Woche auf. Foto: segel-bilder.de

Laser 4.7/Laser Radial: In den stattlichen Feldern der beiden Laser-Klassen musste nach den Gruppenrennen am Abend noch lange gerechnet werden, bis die Ergebnisse komplett waren. Bei den Laser 4.7 führte Cesare Barabino (Italien) die Flotte der 111 Konkurrenten an. Die über 170 Teilnehmer starke Flotte der Laser Radial wurde am Abend noch errechnet. Der Allgäuer Julian Hoffmann mischte mit einer beständig starken Serie aber im Vorderfeld mit.

OK-Jolle: Dass Finn-Segler den Umstieg auf die OK-Jolle ohne Probleme bewältigen, beweist Jan Kurfeld. Der Wismarer setzte mit vier Siegen in vier Rennen die Glanzpunkte dieser Klasse. Im vergangenen Jahr tauchte der ehemalige Olympia-Aspirant im Finn erstmals in der OK-Jolle auf und tritt damit nahtlos in die Fußstapfen von Andre Budzien, der diesen Weg bereits mit dem Gewinn des WM-Titels gekrönt hat. Budzien ist vor Kiel nicht am Start, und so führt Kurfeld vor den beiden Dänen Bo Petersen und Mads Bendix.

Vestas und Mapfre sind die Sieger von Göteborg

Volvo Ocean Race 2017/2018: <p>
	Charlie Enrights Team Vestas 11th Hour Racing hat das Hafenrennen vor G&ouml;teborg gewonnen</p>

Ausgerechnet am 55. Geburtstag von Bouwe Bekking kassierte Team Brunel einen kleinen Dämpfer. Das Hafenrennen gewann Vestas, die Inshore-Trophy ging an Mapfre

Von Ibiza zurück zum spanischen Festland. Ein unvergesslicher Morgen.

Auf meiner ersten Etappe für mein neues Buchprojekt 
bin ich auf Levje nach Menorca und Mallorca nun auf der westlichsten Balearen-Insel Ibiza angekommen. Und breche zurück zum spanischen Festland auf.

Anders als viele andere Gegenstände des täglichen Lebens kennt man sein Schiff auf vielerlei Arten. An seinem Äußeren, weil man sich bestimmte Stellen am Rumpf gemerkt hat, an denen der Lack weg ist. An den Geräuschen, die ein Schiff beim Segeln produziert, die einen nerven, wenn sie da sind. Oder besorgt dreinblicken lassen, wenn sie einmal nicht da sind. Ich kenne mein Schiff an seinem Mast, ertappe mich dabei, wenn ich irgendwo in der Stadt unterwegs war und mich dem Hafen wieder nähere, unwillkürlich nach dem einen Mast Ausschau halte, den ich unter hundert anderen im Hafen kenne. Levje II hat wie ihre Vorgängerin ein 7/8-Rigg, bei dem das Vorstag nicht im Masttopp, sondern 1/8 darunter angeschlagen ist.

Sein Schiff kennen heißt aber auch, die Signale zu kennen, die mein Schiff mir gibt, wenn ich in den Wellen zuviel gerefft habe und sie plötzlich zu stark zu geigen anfängt. Das Geklapper im Rigg zu deuten. Und auszureffen. Oder zu wissen, wenn ich ihm zuviel zugemutet habe.

Um halb sieben schlich ich mich auf leisen Sohlen aus dem Hafen von Sant Antoni de Portmany im Nordwesten Ibizas. Leise, weil alle meine Nachbarn noch schliefen und nur die Fischer auf der Pier gegenüber vor ihrer kleinen Hafenbar beim Auslaufen lärmten. Es war ein prächtiger Morgen. Tiefblauer Himmel. Absolute Windstille. Nur einmal die Ahnung einer Böe aus Nordwest, leicht, doch unmissverständlich. Sonst störte nichts die Schönheit und Majestät dieses Morgens auf dem Meer. Ich legte leise ab. Und sank hin beim leisen Tuckern von Levjes Motor und dem majestätischen Vorbeigleiten an den verschlafenen Hafenliegern nach dem Gröhlen und Lärmen in der Nacht.

Hätt ich nur mal ein bisschen die Augen aufgemacht. Wär ich nur aufmerksamer gewesen. Denn kaum hatte ich die Hafenmole hinter mir, kam uns arger Schwell aus Nordwest entgegen. Mein Schiff war nicht seeklar, ich hatte nichts aufgeräumt: Alle Fender noch draußen. Alle Leinen lagen an Deck, wie ich sie losgeworfen hatte. Unter Deck stand das Frühstücksgeschirr und die Thermoskanne noch neben der Spüle. Wenn mich etwas aus der Fassung bringt, dann sind es Leute, die ihr Schiff aus dem Hafen steuern, wenn es noch nicht seeklar ist.


Während ich überlegte, ob umdrehen und im Schutz der Hafenmole erstmal aufräumen nicht die bessere Lösung wäre, kam schon die unmissverständliche Antwort von unten. Das erste Poltern von Dingen, die nichts mehr an ihrem Platz hält und sich freudig über den Boden ergießen. Ein dumpfes Wumms als Abschluß. „Lieber Gott, lass es die Bücher sein. Und nicht die Kamera. Oder das Macbook. Oder die Thermoskanne.,“ denke ich, während ich die Fender am Seezaun staue. Levje jachtert schlimm in den Wellen, im Nu habe ich 17, 20 Knoten Wind auf dem Windmesser. 
„Jetzt mach aber fix, dass Du Deine Segel endlich hochkriegst.“ Starkwind, Böen, das Auf und Ab in den Wellen in der Bucht von Sant Antoni: Das ist alles so gar nichts für eine Ausfahrt unter Motor. Es ist mal wieder der Moment, wo man wie der hinduistische Gott Schiwa gerne viele Arme gleichzeitig hätte, um alles zu regeln und meine Welt im Gleichgewicht zu halten. 


Endlich stehen die Segel. Jetzt abfallen auf den richtigen Kurs, den die elektronische Seekarte vorgibt. Doch dann sehe ich, dass unser Kurs, den ich eingab, zwischen den westlich vorgelagerten Inseln hindurchführt. Ibiza ist anders als ihre Schwestern, die Insel der überspülten Riffe und Felsen, man findet viele hier, die man nur bei Wind erkennt, weil sich dann die Wellen daran brechen. Wo wir durch sollen, ist es gerade mal eine zwei Fußballfelder breite und nur 4 Meter tiefe Passage zwischen den Untiefen. Bei diesem Seegang und unseren 2 Metern Tiefgang scheint mir das ein unkalkulierbares Risiko – noch dazu, wo ich die Passage nicht kenne und selbst bei ruhigem Wetter noch durch bin. Also in den sauren Apfel beißen und die 4 Seemeilen Umweg um die Insel machen: Hoch an Wind, der Windmesser geht über 20 Knoten, und auch gleichzeitig das Vorsegel mit aller Kraft dicht ranholen und das Groß reffen. Shiva, der vielarmige Gott der Glückverheißung möchte ich gerade jetzt sein. Bei Windstille nehme ich mir vor, nachzulesen, wofür er sonst noch alles steht. 

Zwei Wenden, die mir so gotteslästerlich schlecht geraten, dass selbst die Riesen-Motoryacht, die wegen der Wellenhöhe ganz demütig nahe an meinem Bug verbeischleicht, irritiert dreinschaut. Naja, wir sind wohl nach zwei Hafentagen auf Ibiza etwas aus der Form. Doch dann haben wir die Nordumfahrung der Felsen von Sa Conillera erreicht. Ich halte gut Abstand – NAVIONICS sagt, dass eine halbe Seemeile vor den Felsen die Wassertiefe nur sieben Meter beträgt. Vorsichtshalber fahr ich also einen ganz großen Bogen. Kaum vorbei, muss ich feststellen, dass mein Tiefenmesser unverändert 79 Meter anzeigt und NAVIONICS halt von der Zahl „79“ mal eben die „9“ wegließ und nur die „7“ übrigblieb.


Mich darüber zu wundern, bleibt wenig Zeit. Mein Segeltrimm stimmt nicht. Ich rutsche im starken Seegang auf meinem Lieblingssitzplatz hinter dem Steuer einmal die Schiffsbreite entlang auf die andere Seite, wo die vorstehende Schotklemme mich schmerzhaft stoppt und mich an meine morgendliche Dämlichkeitkeit erinnert. 

Doch irgendwann sitzt alles. Die 20 Knoten Wind werden bei 8 Knoten zu purer Lust. Der Anblick der unbewohnten Felseninsel hinter den Wellenkämmen, das Schweben der Möwen über den Inseln: Meine Welt ist wieder in Ordnung. Ich bin wieder da, wo heute morgen alles begann: Was für ein schöner Morgen.

Wenn da nicht das Gefühl bliebe, die Dinge mal wieder alles andere als souverän angepackt zu haben. Ich denke in solchen Momenten oft an Gudrun Caligaro, die Einhandsegelerin, die mit Mitte 40 die Welt auf einem 8-Meter-Schiff umrundete und auf der ganzen Strecke nur sieben Mal anlegte, weils gar so schön war da draußen. In Ihrem Buch mag ich die Stellen, in denen sie streng mit sich ins Gericht geht und sinngemäß schreibt: „Nicht mein Schiff ist irgendwie unzulänglich. Oder das Meer. Ich allein bin es, dessen Unzulänglichkeit mir und meinem Schiff hier draußen immer wieder Probleme schafft.“

Sechs Stunden später. Es ist halb eins. Seit fast drei Stunden sehe ich das spanische Festland halbrechts vor mir. Ich habe jetzt die Hälfte der 68 Seemeilen bis nach Calpe geschafft. Nicht nur ich überlege, einzuschlafen, der Wind hat gerade die gleiche Idee. Mit einem kurzen Nickerchen wirds deshalb nichts, weil ich zur Sicherheit das Radar mit eingestelltem Alarm mitlaufen lasse. Alle zwei Minuten ertönt jetzt „Kolisionsalarm“, wenn ein Schiff in meine vor mir definierte „2-Meilenzone“ eindringt. Die Technik ist sinnreich und funktioniert. Doch sie ist nervig, wenn wie jetzt vor dem Festland der Schiffsverkehr deutlich zunimmt. Tatsächlich ist hier viel los. Segler, Fähren, Motoryachten – und Containerschiffe. Denn die Balearen-Inseln sind nur zum allerkleinsten Teil „Selbstversorgerer“. Jede Tüte Spaghetti, jede Tube Zahnpasta, jeder Kochtopf, jede Steckdose, jede Radmutter: Alles und jedes wurde und wird für die 875.000 Mallorquiner, die 95.000 Menorquiner, die 140.000 Ibithenk und 12.000 Formenteros  auf Containerschiffen. Und für die fast 14 Millionen jährlichen Besucher der Balearen auch. Die Inseln hängen am Tropf, was ihre Versorgung angeht, sind sie ausgesprochen fragile Existenzen. Oder maßlose Verschwender wertvoller Ressourcen – je nachdem. So wie wir alle.


So geht Levje die zweite Hälfte der Tagesetappe jämmerlich klappernd im alten Mistral-Schwell an. Meinem müdes Hirn malt erst eine Glühlampe, das Zeichen für „Idee“, und dann das große gelbe Blisterteil an die Innenwand seines Gehäuses. Aber Lust auf einen erneuten unfreiwilligen Tauchgang wegen „Schot-im-Propeller“ hab ich heute keine. Ich lasse das. Und freue mich lieber am Anblick des markanten, großartigen Felsens von Calpe, der am späten Nachmittag vor mir auftaucht und vor dem ich ankern und draußen die Nacht verbringen will. Vielleicht geh ich ja morgen da hoch? Wer weiß?

Elektrisch vom Fuhrpark bis zur Boje

Das Thema Nachhaltigkeit wurde auf vielfältige Art und Weise aufgegriffen, von Elektroantrieben für Fahrzeuge und Bojen bis hin zur Hafenreinigung.

„Viele haben von Foils gehört, aber sie noch nie gesehen“, erklärt Johannes Polgar, warum gerade ein Nacra den Eingangsbereich ziert. So könne sich jeder direkt vor Ort nicht nur ein Bild machen, sondern sich auch die Foiltechnik vom Olympiasegler erklären lassen. „Foiling ist ein großer Schritt in der Antriebstechnologie, ebenso wie das vollelektronische Auto“, zieht er den Vergleich zur Audi Produktmarke e-tron.

Der Shuttle- und Trailerservice ist mit e-tron Fahrzeugen bestückt. Im kommenden Jahr sollen diese bereits vollelektronisch sein. Ideen für nachhaltige Ansätze gab es reichlich: E-Boje, E-Foil, E-Scooter. Zwar könnten die Ansätze nicht bewirken, dass von heute auf morgen alles nachhaltiger werde, aber es werde ein Bewusstsein geschaffen. „Es ist eher ein Marathon als ein Sprint“, so Johannes Polgar. Ihn freue sehr, dass ökologische Ansätze in Kiel auf offene Ohren treffen.

Direkt für Wettfahrtleiter und Segler interessant ist die Elektroboje. Diese über GPS gesteuerte Boje mit Elektroantrieb werde über eine App bedient, könne ganz individuell in ihrer Position an die Windbedingungen angepasst werden und reduziere die Motorbooteinsätze. Denn somit müssten die Tonnen nicht mithilfe eines mit Kraftstoff betriebenen Bootes verlegt werden. „Wenn es funktioniert sind die Kurse viel akkurater. Wenn der Wind um zehn Grad nach rechts dreht, kann auch die Tonne zehn Grad nach rechts fahren.“

Auch für die letzte Meile bis zum anvisierten Ziel hat Audi elektronische Lösungen mitgebracht. Mit dem E-Scooter ist beispielsweise das Eventgelände schnell erreichbar, mit dem E-Foil vom Ankerplatz aus ohne Benzinmotor das Land. Somit könne beispielsweise ein Schiffseigner auf eine Art Surfbrett elektronisch an Land foilen. Den E-Scooter-Prototypen hat Johannes Polgar selbst ausprobiert. „Der erste Moment war ganz schön wackelig, aber nach zwei, drei Minuten hatte ich mich daran gewöhnt und dann fährt man ganz wie von selbst.“ Dass die Lenkbewegung aus dem Körper heraus kommen müsse und man nicht das Gefühl habe, dass man kutschiert werde, gefällt ihm.

Nicht nur neue Mobilitäts-Lösungen präsentiert Audi den Seglern. Der Automobilhersteller übernimmt auch Verantwortung für sauberes Wasser. Der Anblick von im Wasser treibenden Müllteppichen erfüllt Johannes Polgar mit Ärger. „Ich war schockiert und hätte das nie in der Art und Weise erwartet“, kommentiert Polgar seine Erlebnisse mit verschmutztem Wasser vor Palma und Miami. „Palma war vor zehn Jahren nicht mal ansatzweise so schlimm.“ Die Wasserverschmutzung ist ein Problem, dass die Segler immer mehr umtreibt. „Wir waren nicht nur angewidert, sondern hatten auch Angst um unsere Gesundheit“, berichtet er von den Bedingungen in Rio. Umso mehr genießt der Segler, wenn er zusammen mit seiner Vorschoterin Carolina Werner im Nacra 17 auf der Ostsee unterwegs ist. Die Wasserqualität sei Luxus. Trotzdem gibt es auch vor der heimischen Haustür Handlungsbedarf. Daher freut es ihn, dass Audi zur Kieler Woche im Hafenbecken von Schilksee einen Seabin, einen Wassermülleimer, angebracht hat. Dieser saugt das Wasser ein, filtert Plastik Müll heraus und entlässt das gefilterte Wasser wieder ins Hafenbecken. Da insbesondere die Slipanlagen zur Kieler Woche anfällig für Tape-Reste, Mülltüten oder Plastikflaschen sind und unter Berücksichtigung der meist vorherrschenden Wind- und Strömungsrichtung, wählten sie den Steg 1 aus. Dort schaukelt nun der Seabin im Hafenwasser und reinigt es vom Müll.

Durch dieses Loch im Wasser fließt der schwimmende Plastikmüll und wird ausgefiltert. Foto: Frederike Hiller

Nach sieben Kieler Wochen, die Johannes Polgar von Land aus verfolgt hat, freut er sich nun ab Mittwoch wieder auf heimischem Revier zu segeln. Da er und Carolina Werner bisher noch nicht so viel Rennpraxis haben, sei die Kieler Woche extrem wichtig. Sie wünschen sich eine große Bandbreite an Bedingungen. „Alles, was man ausprobieren kann.“ Und wenn ihnen dann auf der Ostsee Müll begegnet, wird die Vorschoterin diesen einsammeln. „Es ist toll, mit welcher Akribie sie dabei ist.“

Bevor die olympischen Klassen am Mittwoch in das Kieler-Woche-Geschehen eingreifen, haben 13 internationale Klassen und die Women’s Sailing Champions League am heutigen Sonntag ein volles Programm vor sich. „Wir haben in allen Klassen eine vierte Wettfahrt ansetzen, um etwas aufzuholen“, so der Oberste Wettfahrtleiter Fabian Bach. Die 29er-Skiffs segeln fünf Wettfahrten. Die Bigboats sind bereits auf der Rücktour aus Eckernförde.

Etappe 10: „Brunel“ wie im Rausch

Volvo Ocean Race, Etappe 10: <p>
	Packender Sprint vor G&ouml;teborg: &quot;Brunel&quot; gegen &quot;Mapfre&quot;</p>

So sanft die zehnte Etappe vor Cardiff begann, so furios endete sie vor Göteborg… „Brunel“ und „Mapfre“ liefern sich einen filmreifen Schlagabtausch

Windsuche zwischen den Wetterfronten

Lediglich den Hobie-16-Katamaranen und den Contendern gelang jeweils ein Rennen. Und auch die internationalen Frauen-Teams bei der Premiere der Women‘s Sailing Champions absolvierten erfolgreich einige Kurzwettfahrten. Alle anderen elf Klassen wurden unverrichteter Dinge wieder an Land geschickt.

„Das Motto hieß: ,Wir versuchen’s mal.‘“, berichtete Organisationsleiter Dirk Ramhorst von der schwierigen Aufgabe der Wettfahrtleitung, zwischen den Fronten segelbare Windbedingungen zu finden. „Eine Front hat uns draußen erwischt. Es gab auch ein bisschen Donner und Regen, aber in den Wolken steckte kein Gefahrenpotenzial. Vor der zweiten Front haben wir die Klassen dann an Land geschickt. Die sah aber heftiger aus, als sie schließlich war.“ Durch das schmale Programm sind die Segler nun an den Folgetagen stärker gefordert. Für Sonntag kündigte Ramhorst schon mal ein Rennen mehr an als geplant. Der erste Start ist für 11 Uhr angedacht.

Die 29er brachten zwar einen Start zustande, das Rennen aber letztlich nicht ins Ziel. Foto: segel-bilder.de

Mit gemischten Gefühlen kehrten die Sieger der einzigen Hobie-Wettfahrt, Jens Goritz und Kerstin Wichardt, an Land zurück. „Ich weiß nicht genau, warum wir an Land geschickt wurden. Ich denke, man hätte weiter segeln können“, sagte Goritz. „Allerdings waren wir ganz froh, dass wir nicht mehr durch die Schaukelwellen mussten“, fügte seine Vorschoterin an. Das Duo segelt nur sporadisch zusammen, fand aber sofort auf die Erfolgswelle. „Ich bin gar nicht die typische Vorschoterin, steuere sonst selbst“, so Kerstin Wichardt. Nach der Kieler Woche trennen sich auch die Wege der beiden wieder. Zur Europameisterschaft und Deutschen Meisterschaft, den Höhepunkten der Saison, werden sie wieder zu Konkurrenten. „Es gilt, Punkte für die Rangliste zu sammeln. Denn die sind entscheidend für die Qualifikation zur Weltmeisterschaft im kommenden Jahr“, so Goritz. Obwohl das Feld der Hobies nur klein ist, ist die Qualität mit der versammelten deutschen Spitze hoch. „Leider fehlen uns einige Jugendliche, die wegen Schule oder anderer Verpflichtungen, vielleicht auch wegen des Meldegeldes nicht dabei sind“, so Wichardt.

Bei den Contendern ist dagegen Klasse und Masse vertreten. 60 Starter aus sechs Nationen, gespickt mit diversen Weltmeistern der vergangenen Jahre, sind vor Kiel dabei. Im einzigen Rennen des Tages gelang es dem zweimaligen Deutschen Meister Volker Niediek, die Konkurrenz hinter sich zu lassen. „Dabei lief es beim Start gar nicht gut. Mir ist die Schot aus der Hand gerutscht. Die neuen Handschuhe waren etwas rutschig. Danach lag ich erst einmal im Luv vom Boot im Wasser“, berichtete Niediek. Dann aber setzte er auf der Kreuz entsprechend der Windvorhersage auf die rechte Seite, und hatte Recht. Als Vierter erreichte er die erste Tonne, erwischte nach der Regenfront eine Windkante optimal und fuhr an die Spitze. Trotz eines 180-Grad-Winddrehers konnte er sich schließlich ins Ziel retten. „Für mich lief es sehr gut, aber die Bedingungen waren schon schwierig.“

Dass die Klasse, sich so stark präsentiert, liegt laut Niediek an diversen Vorzügen des Contenders: „Das Boot ist günstig, lässt sich ohne großen Aufwand handhaben, macht Spaß und hat auch ein paar PS mehr als andere Klassen. Durch das Trapez hat es zwar einen gewissen Anspruch, ist aber nicht so kompliziert wie andere Skiffs. Und die Altersstruktur ist sehr gesund. Wir haben Jugendliche, aber auch Segler über 70 Jahren dabei.“

 

 

 

KiWo News 1 / 2018

Rokordflotte feiert 125 Jahre Aalregatta

Kieler Woche 2018: <p>
	<span style="caret-color: rgb(0, 0, 0); color: rgb(0, 0, 0); font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; font-size: 13px;">Bildsch&ouml;n: Die &quot;Germania VI&quot; startete mit den Klassikern auf Kurs Eckernf&ouml;rde</span></p>

Segeln satt zum Auftakt: Die 124. Kieler Woche startete mit dem Welcome Race, der 300 Boote starken Aalregatta und dem Klassiker-Rendezvous durch

Kieler-Woche-Auftakt bot ganze Palette des Segelsports

Und das bei schönen äußeren Umständen: „Wir hatten sehr schöne Bedingungen mit östlichen Winden, auch wenn es teilweise etwas dunkel wurde am Himmel“, berichtete Wettfahrtleiter Ralf Paulsen.

Mit einer leichten Brise, angenehmen Temperaturen unter einem bewölkten Himmel spielte auch der Wettergott den Organisatoren am frühen Samstagmorgen in die Karten. Und nach der Passage des Leuchtturms Friedrichsort briste es sogar auf vier bis fünf Beauforts auf. Beste Bedingungen für eine schnelle Reise der Crews auf der 28 Seemeilen (rund 50 Kilometer) langen Tour von der Kieler Innenförde über den Stollergrund nach Eckernförde. Die Schnellste auf dem Kurs war erwartungsgemäß die Crew um die Brüder Helge und Christian Sach (Zarnekau) auf dem M32-Katamaran „Itelligence“, die nach 2:17:28 Stunden das Ziel vor Eckernförde passierte.

Es war ein reges Treiben auf dem Wasser der Innenförde zum Auftakt der Kieler Woche. Aus Anlass des 125-jährigen Jubiläums hatten sich auch die Klassiker mit ihrem Rendezvous der großen Flotte angeschlossen und waren mit auf den Kurs nach Eckernförde gegangen. In den vergangenen Jahren waren sie lediglich in der Kieler Förde gesegelt. So reihten sich vor dem Olympiahafen für die Zuschauer an der Kiellinie diverse Starts der unterschiedlichen Wertungsgruppen über zwei Stunden aneinander.

Den Auftakt machten die 15 Tri- und Katamarane. Während die Fahrten-Tris vor allem ihr Glück auf der Ostuferseite der Förde suchten, starteten die Sach-Brüder, bei denen auch die Söhne von Christian Sach, Johann und Anton, sowie Miteigner Herbert Vogel an Bord waren, mit ihrem knapp zehn Meter langen Kat direkt vor der Mole des Düsternbrooker Hafens. Es war die taktisch richtige Entscheidung, denn mit freiem Wind zog die „Itelligence“ aus der Förde heraus und hatte dann jenseits des Friedrichsorter Leuchtturms richtig Spaß. „Toller Wind, hohe Welle. Es fuhr sich klasse“, berichtete Christian Sach, der mit seinen Söhnen für die Vorsegel zuständig war. Und da gab es ein bisschen was zu tun, denn vor Surendorf ging das kleine Vorsegel weg und der große Code Zero wurde ausgerollt. „Wir konnten schön die Wellen abfahren und mussten aufpassen, dass wir keinen Stecker fahren. Die letzten Meilen vor Eckernförde brach der Wind dann allerdings ein.“ So blieb das Team exakt eine halbe Stunde über dem Streckenrekord der „Musandam“-Crew aus Oman, die vor vier Jahren allerdings mit einem mehr als doppelt so großen Trimaran unterwegs war. „Für uns war das Rennen auch eine gute Gelegenheit, die Jungs mal mit an Bord zu nehmen und mit ihnen mal den Start zu fahren. Das übt auch für den Opti“, berichtete Christian Sach.

Rund 300 Yachten starteten zum Kieler-Woche-Auftakt.

Als nächstes Schiff kam die „Calypso“, der 82 Fuß-Renner (rund 25 Meter) von Gerhard Clausen, in Eckernförde an, bevor die fünf Boote starke Flotte der Club-Swan 50 im Ziel einlief. Die baugleichen Boote aus Russland segeln sich mit dem Kieler-Woche-Auftakt bereits für das Nordstream Race warm, dem Rennen von Kiel nach St. Petersburg mit Stationen in Dänemark, Schweden und Finnland, das am zweiten Kieler-Woche-Wochenende gestartet wird.

Während die ORC-Crews des Welcome-Race den Kurs sportlich ambitioniert absegelten, ging es bei den Mannschaften der Aalregatta und den Klassikern deutlich ruhiger und entspannter zu, so dass das Feld erst am Abend in Eckernförde komplettiert wurde, um nach einer gemeinsamen Nacht im engen Päckchen im Stadthafen am Sonntagvormittag wieder auf die Rückregatta nach Kiel zu gehen.

Das Triple im Visier: Burling vs. Tuke

Volvo Ocean Race 2017/2018: <p>
	Peter Burling: Vom Hochsee-Azubi zum Siegsteuermann auf See</p>

Auf der letzten Etappe kämpfen drei Teams – Brunel, Mapfre und Dongfeng – um den Gesamtsieg. Auf zwei Booten ringen zwei Freunde um eine ganz besondere Krone

Durch Wasser und Wälder …

  Liebe Leser, wer unseren Tracker bei Marinetraffic verfolgt, hat schon gesehen: Wir haben unser übliches Revier in den Bahamas verlassen und uns nach Norden bewegt. Von Nassau aus sind wir zunächst nach West Palm Beach in Florida gesegelt, um…