Kategorie: Mare Più

millemari.’s 45. Neuerscheinung im Januar 2023: Das Rätsel der Orcas. Warum sie Segelyachten angreifen.

millemari.’s 45. Neuerscheinung sucht nach einer Antwort auf die Frage,
warum bislang 

Seit Sommer 2020 stoppen Orcas vor der iberischen Halbinsel Boote, rammen und drehen sie um 360 Grad, um zuletzt deren Ruder zerstören. Etwa 400 Boote wurden zum Teil schwer beschädigt, mindestens zwei Boote sanken infolge der Orca-Attacken. Forschern und Naturschützern fehlt jede Erklärung für das Verhalten der Schwertwale. 

Hunderte solcher Vorfälle sind dokumentiert. Und die Zahlen werden auch in 2023 weiter steigen. Die letzte Orca-Attacke auf eine Segelyacht wurde erst gestern 7.1.23 um 03.00 Uhr vor dem Hafen von Tanger vor der marokkanischen Küste auf Position 35° 52′ 29.6″N  5° 48‘  58.0″W gemeldet (Quelle: OrcasLocationPT/SPCoast auf WhatsApp, 8.1.23, 12.39 Uhr).

Was steckt hinter den Orca-Interaktionen mit Segelyachten?
Es gibt unzählige Theorien über die Ursachen. Die einen denken an Rache für die Verletzung eines Orca-Babies durch Fischer oder Segler. Verschiedene Meeresbiologen halten eine Erkrankung im Gehirn einzelner Tiere für wahrscheinlich, die auch beim Menschen weit verbreitet ist und ihr Verhalten in Risikosituationen verändert. Oder ist das Echolot von Booten schuld? Oder erhöht die Farbe des Antifoulings die Wahrscheinlichkeit, dass Schwertwale ein Ruder zerstören?

Letztlich bleibt die Frage, ob Lärm, Kampf um Nahrung, die Verschmutzung der Meere, die Verdrängung durch menschliche Aktivitäten wie Fischer, Fähren und Freizeitboote die Gegenwehr der Schwertwale weckten und sie aggressiv gegen Boote vorgehen lässt. Das Buch DAS RÄTSEL DER ORCAS folgt jeder dieser Theorien und recherchiert ihre Plausibilität.

Was steht im Buch über die Orca-Interaktionen?

Niemand kennt mehr Details über Orcas und ihre Interaktionen als die Menschen, die eine Orca-Attacke erlebten sowie die Forscher und Walschützer, die seit vielen Jahren das Verhalten der Schwertwale erforschen. Für dieses Buch interviewte ich 25 Augenzeugen, die auf ihren Booten teilweise über Stunden Attacken von Orcas ausgesetzt waren. Einer von ihnen erlebte den Untergang seines Schiffes. 

Diese Augenzeugenberichte bilden die Grundlage, um die gängigsten 15 Theorien wie Krankheit, Verletzung, Rache, Lärm, Kampf um knappe Nahrung, Training, Jagd oder Spiel zu untersuchen. In zahllosen Gesprächen mit Wissenschaftlern, Meeresbiologen und Walschützern suche ich nach einer plausiblen Erklärung für die Orca-Interaktionen zu suchen, bis am Ende des Buches eine Theorie als wahrscheinlichste Ursache übrig bleibt.

Die betroffenen Augenzeugen haben (fast) alle Arten von Gegenwehr unternommen. Meine Recherchen dokumentieren ihre Wirksamkeit oder Unwirksamkeit. Manche von ihnen sind selbst Meeresbiologen – und wurden überrascht, wie die Tiere reagierten.

Aktuelle Lesermeinungen zu Buch und Hörbuch:

„Ich hatte Gänsehaut beim Lesen. Die ideale Verbindung zwischen Abenteuer und wissenschaftlicher Recherche, wie sich die Orcas das Meer zurückholen.“

„Faszinierend, die Hypothesen über die Killerwale und ihr Verhalten. 
Am meisten faszinierten mich die beiden Kapitel über Orca-Jagdtechniken und den Thunfischfang.“ 

„Thomas Käsbohrer führt seine Leser von Orca-Attacke zu Orca-Attacke, 
von Theorie zu Theorie, warum die Orcas Boote angreifen. 
Ich folgte jeder Theorie. Dann rätselte ich mit, was hinter den Attacken stecken könnte, 
bis ich am Ende meine eigene Theorie entwickelt habe.“

„Ich fand die vielen plausiblen Theorien spannend – und vor allem, wie
wie jeder der Augenzeugen eine ganz andere Wahrnehmung von Orca-Attacken hat.“ 

„… es gibt tatsächlich etwas wie im Roman ‚DER SCHWARM‘,
das uns auf dem Meer bedroht.“


Jetzt neu überall, wo es Bücher gibt:
Als Hardcover-Geschenkausgabe: 39,95€
Als gebundenes Buch für 24,95€
Als eBook für 19,99€

Bis Sonntag, 15.1.23: 
Das sechsstündiges Audiobook zum Einführungspreis 9,99€ statt 16,99€
Download nur auf millemari.de

Mehr erfahren? Beim Onlinevortrag des YACHT CLUB AUSTRIA
DAS RÄTSEL DER ORCAS
am Donnerstag, 19.1.2023 um 19.30 Uhr
Anmeldung erforderlich unter diesem Link. 

 

8 Last-Minute-Geschenke für leidenschaftliche Segler.

Im Gegensatz zu meiner Frau bin ich kein guter Schenker. Ihr fällt immer etwas Tolles ein, was sie mir schenkt – aber mein Gehirn ist dafür irgendwie zu doof.

Wenn es Ihnen geht wie mir, habe ich hier 8 Last-Minute-Ideen, was einem leidenschaftlichen Segler sicher Freude macht. Und das auch an Weihnachten*:

Bücher
Sie sind was für die stillen Tage, um sich nach dem Vor-Weihnachtsstress endlich 
wieder raus aufs Meer zu träumen. Zum Beispiel damit:


Vom Sofa aus mit Lin und Larry Pardey bei Windstärke 9 und 10 zu den wilden Ecken segeln.
Über Stürme kann man ja nie genug wissen. Und wie man am besten damit zurechtkommt ebenso. Lin und Larry haben jeden Seemeile dieses Buches ersegelt – und berichten spannend aus Ostsee, Atlantik und Pazifik, wie sie auf ihren kleinen Holzbooten die heftigsten Stürme abgewettert haben.


Oder lieber  heimischen Stürme auf der Adria oder der Ostsee unterwegs sein? 
Man lernt eine Menge, wenn 22 Segler über ihre Fehler im Sturm erzählen.


Ab Januar wird wieder vom nächsten Kroatien-Törn geträumt. Und damit man schon mal konkret weiß, wo man hin fährt und Neues im altbekannten Kroatien entdecken kann, hilft es immer, im Revier Kompass Kroatien zu schmökern.

Hörbücher

Manche lesen nicht gern, hören aber umso lieber. Ein Hörbuch als CD ist das Richtige, um den Weg zur Arbeit oder die lange Autofahrt zu versüßen.

Als CD oder im Download bestellbar sind:

Lehrreich und spannend, gelesen von Dominic Kolb.

Das Hörbuch, um endlich mal wieder ausführlich den Traum von der Auszeit neu zu befeuern. 
Wie ist das eigentlich, wenn man nach Jahren aussteigt? 
Wenn die Ferne plötzlich Alltag ist und der jahrzehntelange Schreibtisch hinterm Horizont verschwindet? Eins kann ich sagen: Es ist, als hätte man das freie Meer für immer vor sich…


                                   

Das größte Abenteuer ist es immer noch, draußen auf dem Meer oder in den Bergen unterwegs zu sein. Warum kluge Menschen dumme Dinge machen und welche Rolle dabei unser Gehirn spielt, erzählt AM BERG mit über 20 Geschichten aus den Bergen.

*Alle Bücher und Hörbücher erhalten Sie rechtzeitig, wenn Sie bis Sonntag, 18. Dezember bestellen.

Und wenn der Beschenkte weder liest noch hört: 

Das Seglermesser

Das Victorinox Seglermesser gibt’s in verschiedenen Ausführungen. Es macht mir seit Jahren in seiner einfachsten Form mehr Freude als alle Leathermans, die auf meinen Booten unbenutzt vor sich hinrosteten. Clou Nummer eins an dem Teil ist die Wellenschliff-Klinge, die sekundenschnell durch noch so dicke Leinen schneidet, wo man mit jedem Küchenmesser eine halbe Stunde hinsäbelt. Clou Nummer 2 ist der Marlspieker unten, in den zwei Schäkelöffner integriert sind. Die Stechahle oben ist ideal zum Durchstechen von Leinen für Taklinge oder dicken Segelnähten.

Das Teil hängt bei mir im Niedergang – und ist ständig in Gebrauch. Beim Verschenken müssen Sie nur auf Folgendes aufpassen: Ein richtiger Seemann ist abergläubisch, ein Messer verschenken zerschneide die Freundschaft. Wenn’s so ist: Dann doch lieber ein Buch. Oder ein Hörbuch. ;-))

Die neue Podcast-Folge auf SEGELN IST MEER: "Seekrank? Werden doch bloß Segelanfänger?"

In der 36. Folge diskutierten Ümit und ich auf unserem Segelmythen-Podcast SEGELN IST MEER über ein Thema, das so alt ist wie die Seefahrt selbst: Seekrankheit.

Gibt es eine Art von Früherkennung der Seekrankheit? Weiß man vor dem Törn, ob man möglicherweise seekrank wird? Ich behaupte, die meisten Menschen wissen das meist vor den ersten Schritten an Deck.

Warum? Viele machen lange vor einem ersten Segeltörn ihre ersten unvergesslichen Erfahrungen in dieser Hinsicht. Auf einer kurzen Dampferfahrt auf dem See. Auf einem Ausflug nach Helgoland. Und Manchem reicht schon der Anblick eines Bootes am Strand, damit ihm leicht flau im Magen wird.

Einem Freund, der mich vor vielen Jahren begleiten wollte, reichte bereits der Anblick eines der nachfolgenden beiden Videos, um seine Teilnahme abzusagen. Im Folgenden also wie in unserer Podcast-Folge angekündigt ein allererster simplerer Test, ob man möglicherweise ein leichtes Opfer der Seekrankheit wird oder nicht:

TEST 1:
Lassen Sie das Video auf sich wirken.

TEST 2:
Sehen Sie sich auch dieses Video an.

Falls Sie Anzeichen von Übelkeit spüren, sollten sie die Möglichkeit von Seekrankheit nicht ausschließen. 

Beide Videos wurden gedreht in der Adria auf meiner Reise einhand nach Antalya im Sommer 2014. Video 1 auf der Route vom süditalienischen Brindisi zur nördlichsten griechischen Insel Othonoi.
Video 2 auf der Route von Mola di Bari nach Brindisi.

Und wer nicht der Seekrankheit, sondern der Krankheit „Meersucht“ verfallen ist, für den ist dieses Video wie geschaffen:  

Es ist der Trailer meines Kinofilms über meine Reise nach Antalya. Er ist auf millemari.de downloadbar.
Kann man auch jemandem verschenken. Er oder sie müssen dazu keinesfalls SEEFEST sein.

Lohnt sich im Herbst eine Drei-Tages-Charter? Nach Pula?

Der Herbst ist die Zeit für Kurztrips und Städtetouren. Drei Tages-Charter-Trips werden immer beliebter. In loser Folge stellen wir beliebte Kurztrip-Ziele in Kroatien vor, 

die beim großen Sommertörn „links liegen“ blieben.

Der Naturpark Kamenjak und die Hafenstadt Pula im Hintergrund: Hier liegen Charter-Ort, Städtetour und Natur nah beieinander. Ein ideales Ziel für einen Kroatien Kurztrip auf dem Meer? Das Wimmelbild ist dem Band REVIER KOMPASS KROATIEN NORD entnommen, der neben Pula und Kap Kamenjak/Medulin auch 30 weitere lohnende Ziele im Norden Kroatiens beschreibt.

Ein letztes Mal kurz aufs Meer – ein Drei-Tagestörn ist ideal, um Segeltörn mit Städtetour zu verbinden. Schauen wir uns das mal am Beispiel Pula an:

An der istrischen Hafenstadt segelt man im Sommer häufig vorbei – möglichst schnell die Inseln im Süden  erreichen; und die 3 Seemeilen lange Einfahrt durch den Fjord und die Inseln zu abseits vom Weg. Lohnt Pula wirklich den Besuch?

Die Stadt ist auf den ersten Blick eine Werft- und Stahlbaustadt. Schon von weitem sieht man die schweren Schiffbaukräne der Uljanik-Werft, die auf der gleichnamigen Insel vor der Stadt schweren Schiffbau betreibt. Wer langsam mit Kindern um die Werftinsel tuckert, kann einiges entdecken: Fähren im Bau. Turmhohe Bohrinseln, an denen geschweißt wird. Spezialfrachter, die gerade auf Kiel gelegt werden. Und nicht zuletzt das Lichterspektakel der „Lighting Giants“, wenn die Werftkräne nachts hell beleuchtet werden.

Pula ist aber nicht nur stählerne Hardware. Unmittelbar neben der ACI-Marina liegt eines der besterhaltenen römischen Amphittheater, ein Prachtbau, in dem heute noch Führungen zu Gladiatorenkämpfen und Konzerte stattfinden. Und wer gut essen gehen will, findet um die Markthallen des Stadtmarkt Pula immer etwas.

Wer nach dem Stadtbesuch in Buchten abhängt: Gleich südlich von Pula liegen die Waldbucht von Fraskeric. Oder die sturmsichere Bucht Paltana. Und nicht zuletzt der große Naturpark Kamenjak rund um den Ort Medulin.

Lohnt sich also ein Tages-Bootstrip rund um Pula? Wir meinen: Ja. Denn Stadt und Umland bieten mit kurzen Schlägen lohnende Ziele.

Wer vorher wissen will, ob sich ein Besuch von Pula lohnt, schaut am besten in den REVIER KOMPASS KROATIEN NORD. Die hier erwähnten Ziele wie Pula, Medullin und Kamenjak sind für Bootsreisende ausführlich beschrieben.

Geeignete Charterhäfen: Veruda (9sm nach Pula), Pomer (15sm nach Pula), Medulin (13sm nach Pula), Pula.

Charteragentur für drei-Tages-Touren: CHARTERBAR-YACHTING meines Freundes Ümit Uzun, der mit mir den gemeinsamen Segelmythen-Podcast Segeln ist Meer betreibt. (Nein, ich bekomme für diese Empfehlung von Ümit keine Provision).

Törnvorschlag: 

Tag 1: Anreise und Übernahme des Schiffes in einer der drei (!) Marinas von Pula. Kennenlernen und Abendessen in der Stadt.

Tag 2:  Ein 3-4 Stundenschlag zum Baden nach Süden zum Kap Kamenjak in die Medulin-Bucht. Die Nacht vor Anker oder in einer der beiden Marinas.

Tag 3: Langsame Rückkehr in den Ausgangshafen mit Badestop in der Bucht Fraskeric.

Alles Weitere im Revier Kompass Kroatien: 

     Von Slowenien bis Kornaten:         Von der Krka bis Kotor:

https://millemari.de/shop-kategorie/buecher/   

Beide REVIER-KOMPASSE sind nicht nur als Print, sondern auch als eBook erhältlich. Das Ebook ist allerdings ausschließlich über millemari.de erhältlich. Es wird – um beste Bildqualität bei den Wimmelbildern zu bieten – persönlich für jeden Nutzer auf Anfrage erstellt.

Lesermeinungen in 2022:

„Der Revier-Kompass Kroatien – jeden einzelnen Cent wert!

…ein hochwertiges Werk,das einerseits durch die hochwertige grafische Gestaltung und andererseits durch viele Hintergrundinformationen hervorsticht.“

www.kristian-antic.com 22.8.22

„Nicht nur die genialen Wimmelbilder, die auf einen Blick einen hervorragenden Überblick über alles Wissenswerte geben, auch die vielen auf den Punkt gebrachten Informationen halfen uns bei der Törnplanung und gaben uns täglich wertvolle Orientierung.“

„Vielen Dank für die beiden Revier Kompasse.

UND für die vielen angenehmen Stunden mit Ihren Büchern.

Ihre Art zu Beschreiben mag ich sehr und macht Lust auf Meer, und mehr!“

„Der Revier-Kompass Kroatien war auf unserem Chartertörn ständig in Gebrauch.“

„Außer den inzwischen verfügbaren, recht brauchbaren Apps mit Revierinformationen und diesem Führer haben wir keine weiteren Revierhandbücher verwendet und auch nicht vermisst.“

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Noch mehr über Kroatien erfahren? Jetzt auch im Podcast SEGELN IST MEER! hören:

„Das Gewitter kam unverhofft und aus heiterem Himmel“
Wie man nicht nur in Kroatien Gewitter frühzeitig erkennt. Und vermeidet.

Kroatien 2022: Günstiger Urlaub oder teures Pflaster?

Die 65 kroatischen Marinas erhöhen aktuell die Preise für Kurzzeit-Liegeplätze um 9%. Thomas und Ümit gehen dem Mythos „Kroatien ist teuer!“ auf den Grund. Klären auf, wo Kroatien teuer ist, wie man um teure Ecken auf der Reise meidet – und kommen zu einem überraschenden Schluss…

Kroatien? Ist doch ein Einsteigerrevier!

Für viele – und vor allem die, die noch nicht da waren, ist Kroatien gleichbedeutend mit Badehosensegeln. Was ist dran am Mythos? Und warum ist Kroatien kein Einsteigerrevier? Wieso gelten für Nordkroatien andere Regeln als für Südkroatien? Warum sollte man besonders im Juli und August in Kroatien die Augen beim Wetter offenhalten? Thomas und Ümit fragen nach und legen offen, worauf man in Kroatien unbedingt achten sollte…

 

Sommertörn 22: Von Irland nach Kroatien (6): Unterwegs nach Gibraltar. Orcas!

In meinen vorangegangenen Posts über meine Reise von Irland nach Kroatien erzählte ich                        von Irland und den Scilly-Inseln, von Nordspanien und den hohen Wellen vor Portugal. Über meine Sorgen vor einer Begegnung mit den Orcas, die mich von Irland bis kurz vor Gibraltar begleitete, sprach ich bislang nicht.

Hier ein Bericht über meine glimpfliche Begegnung mit einem Orca vor Gibraltar.

Die Orcas.

Seit Dublin waren wir gewarnt. Dort hatte uns ein junger irischer Skipper erzählt, wie er eines Morgens auf der Heimreise hinter Gibraltar plötzlich einen schwarzen Brocken zwischen die Schwimmer seines großen Katamarans bekommen hatte. Im ersten Schreck dachte er an einen Felsen, bis sich der Fels, der 3/4 der Länge des Katamarans hatte, plötzlich zwischen den Schwimmern bewegte. 

Im Internet studierten wir Berichte, wie kleine Crews nah an der Küste der Begegnung mehreren Orcas ausgesetzt waren. Sie rammten mehrfach das Boot, bissen Teile des Ruders ab und spielten von den Augen des entsetzten Skipper-Paares mit den Bruchstücken. Wäre es nicht so ernst gewesen, man hätte es für jugendliches Rowdytum gehalten.

Während unserer Reise von Irland entlang der Küsten Nordspaniens und Portugals rufen Sven und ich immer wieder die empfehlenswerten Seiten  orcaiberica.org oder der Deutschen Stiftung Meeresschutz auf. Wir versuchen, ein Muster in den Attacken zu erkennen, die die spanischen Tierschützer „Interaktionen“ nennen – als gäbe es keinen Unterschied zwischen einem Händeschütteln und einem Kinnhaken. 

Fünf Dinge zeichneten sich ab: 

• Die meisten „Interaktionen“ fanden zwischen Cabo Trafalgar und Gibraltar statt. Vor dem Ort Barbate. Und meist im Frühsommer. Weshalb die spanischen Behörden das Gebiet mit den häufigsten „Interaktionen“ zur „Exclusion Zone“ erklärt hatten.

• Bevorzugtes Ziel der „Interaktionen“: Segelboote bis 15 Meter Länge mit Spatenruder. Also sowas wie meine LEVJE. 

• Nur 50% aller „Interaktionen“ enden mit Schäden am Boot. Wie hoch der Prozentsatz aller Boote war, die vor oder nach dem Passieren der Meerenge des Nachts oder tagsüber „Interaktionen“ erlebten, ist nicht klar. Als grobe Schätzung gingen wir von 3%-10% aller Boote aus. Eine geringe Zahl. Aber im Angesicht der Gefahr ist Statistik kein wirklicher Trost.

• Die beste Taktik, um „Interaktionen“ zu vermeiden: Nicht Nachts fahren. Bei „Interaktion“ den Motor inklusive aller Bordgeräte abstellen. 

Ich kann mir nur schlecht vorstellen, stillzuhalten wie Buddha, während 7 Meter lange Orca-Bullen sich in mein Ruder verbeissen und aus Leibeskräften mein Boot rammen. Aber das war graue Theorie.

Als wir in  Ferragudo den Anker aufholen, gewittert es über der Algarve-Küste. Durch die ersten Böen motoren wir hinaus auf den Atlantik, wo alles ruhig und regnerisch ist und der Wind erst in der Abenddämmerung zunimmt. 

Die Nacht ist, als wolle der Atlantik uns verabschieden. Mit 25-30 Knoten bläst ein Nordwest von der Algarve südostwärts auf das schmale Nadelör namens Gibraltar zu, eine rasche Fahrt, die mich in meiner Koje unruhig macht und kaum Schlaf finden lässt, bis Sven in der Dunkelheit an meine Tür klopft, damit  ich ihn ablöse.

Schon viele Seemeilen vor Gibraltar spürt man die Nähe der großen Engstelle. Früh am Morgen – 80 Seemeilen westlich – nimmt die Großschiffahrt zu. Alle Arten von Frachtern, Containerschiffen, Tankern, Spezialtransportern, die eines gemeinsam haben: Kurs 270°. Amerika. Schon 40 Seemeilen fühlt man den großen Sog, mit dem das Mittelmeer uns anzieht. Wir nähern uns der „Exclusion Zone“, für die die Tierschützer die bislang meisten „Interaktionen“ registrierten. Unser schlichter Plan, eine „Interaktion“ zu vermeiden: Am helllichten Mittag und weit südlich fernab der Exclusion Zone am äußersten Rand auf die Meerenge zuhalten. Viel mehr ist nicht zu machen.

Am späten Mittag beschäftigen mich mehr die Flottenmanöver, die die spanische Kriegsschiffe gerade eineinhalb Seemeilen hinter und neben uns abhalten. Hubschrauber-Landungen auf Achterdecks. In Linie fahren. Sich unsichtbar machen. Ich beobachte gerade die Fregatte hinter uns, als plötzlich schräg hinter uns ein massiger schwarzer Körper mit der charakteristischen Rückenflosse in 300 Meter Entfernung aus dem Wasser auftaucht und auf uns zuhält. Ein Orca! 

Anders als ich erwartet hatte, bin ich nicht ängstlich, sondern beobachte das Tier eher neugierig. Vor allem wegen seines ausgeprägten Schwimmstils, der am ehesten dem des sogenannten Delphin-Stils gleicht: Kurz auftauchen, kurz untertauchen. Ein bucklig Auftauchen, ein bucklig Untertauchen in schnellem Wechsel, ein fesselnder Anblick. Das Tier hält zielstrebig auf Levje zu. 

Dann überlegt es sich doch anders. Ändert die Richtung schnurstracks auf das Heck der spanischen Fregatte zu, als hätte es heute Appetit auf ein herzhafteres Ruder als das von Levje. Eine Weile sehe ich dem Orca noch zu, wie er Richtung Kriegsschiff durch die Wellen buckelt. Dann ist er verschwunden. 

Nachtrag.
Wir hatten Glück. Mehr Glück als die portugiesische Segelyacht, die wenige Wochen nach uns die Meerenge ansteuerte und vor dem portugiesischen Hafen Sines am 31.7.22 bei einer „Interaktion“ durch Orcas versenkt wurde.

Berichte über die „Interaktionen“ begleiteten mich auf dem Rest meiner Reise von Gibraltar über die Balearen, Sizilien, Westgriechenland bis nach Kroatien. 

Es scheint klar zu sein: 

• Die „Interaktionen“ die seit Mai 2020 stattfinden, ebben nicht ab, sondern werden immer mehr zur erlernten Methode der intelligenten Groß-Delphine, mit Segelyachten umzugehen.

• Laut www.orcaiberica.org verlagert sich der Schwerpunkt der „Interaktionen“ vom ersten Halbjahr 2022 von der Straße von Gibraltar auf die portugiesische und spanische Küste. Siehe die registrierten aktuellen „Interaktionen“ auf orcaiberica.org.

• Ob die Tiere ihr aggressives Verhalten noch einmal ablegen werden? Es erscheint mir unwahrscheinlich, auch wenn die Zahl der „Interaktionen“ überschaubar ist.

Ich würde zu gerne noch einmal die Route aus dem Mittelmeer heraus nach Irland befahren. Sie gehört mit zu reizvollsten, was ich seglerisch je unternommen habe. Ich habe dieser Route ein Buch gewidmet. Ob ich das wirklich einhand tun werde wie 2018, steht vor allem wegen der Orcas in den Sternen.

Im nächsten Post kommende Woche: Gibraltar. Über die Stromschnellen. Den Felsen. Und die Affen.

Unterwegs in Kroatien 2022: Die heimlichen Elaphiten-Inseln.

Vor wenigen Tagen bin ich auf meiner Reise von Irland nach Kroatien in Dubrovnik angekommen         und gestern weiter nach Norden zu den Elaphiten gesegelt. Hier ein kurzes Porträt dieser Inselgruppe, die zwischen Mljet und Dubrovnik liegt und wenig bekannt ist. Zu Unrecht.

Die einzigen Nachbarn in der weiten Bucht Ende August…

Wo sind die Elaphiten?

Berge. Burgen. Einsame Buchten. So erlebe ich Ende August die  Inseln der Elaphiten, die man auch nach dem griechischen Wort „Elaphos“ die Hirschinseln nennt. Warum weiß keiner. Die Handvoll Inseln beginnt am Südende Mljets mit der einsamen Insel Olipa und endet wenige Seemeilen vor Dubrovnik. Gemessen an den bekannten „Stars“ unter den Inseln wie Hvar oder Brac kennt die Elaphiten-Inseln kaum jemand. Die Inseln Olipa, Jakljan,  Sipan, Lopud und Kolocep kennen nur wenige mit Namen, meist will man schnell weiter auf dem Weg von Split nach Dubrovnik. Oder sucht die etwa 5 Seemeilen entfernte ACI-Marina Slano auf, die vor den Elaphiten liegt. 

Eine Überraschung ist für mich, wieviele versteckte und anscheinend einsame Buchten es auf den Elaphiten gibt. Als ich gestern Abend bei strammem Nordwest bis 22kn von Dubrovnik her aufkreuzte und nach einem geschützten Unterschlupf für die Nacht suchte, stieß ich auf die Bucht Stipisce. Sie liegt zwischen dem Südende der Halbinsel Ston im Norden und dem unbewohnten nördlichsten Elaphiten-Inselchen Olipa. Die Ankerlichter zweier Yachten führten mich in der Dunkelheit in die weite Bucht. Ankermanöver in einer mir unbekannten finsteren Felsbucht sind nicht mein Favorit, in windigen Nächten sehe ich schon gerne, auf was für Grund mein Anker fällt. Doch meine Sorge war unberechtigt. Beim zweiten Mal hielt der Anker den Fallböen stand, die von den 200 Meter hohen Hängen Stons herunter pfeifen. Wenn man sich etwas ans Ufer quetscht, findet man auf 6 Meter Wassertiefe krautigen Lehm und Sand, der den Anker gut hält. Aber das sah ich erst am Morgen.

… Stupisce am Morgen Richtung Festland und Sonnenaufgang.

Eigentlich ist die Bucht Stipisce nur als Tagesankerplatz beschrieben. Aber da die Nacht hier sehr angenehm war und bei Nordwest ausgezeichneten Schutz bot, gehört sie zu meinen Lieblingen unter den kroatischen Buchten. Sämtliche Fotos dieses Posts habe ich heute morgen aufgenommen. Schade ist nur,

dass man nicht mit Fotos eine Dosis der typischen Inselgeräusche und Inselgerüche hinzufügen kann. Das Lärmen der Zikaden. Das Uferplätschern. Den Duft nach sonnenbeschienenen Wildkräutern und harzigen Kiefernnadeln wären als Charakteristika der Uvala Stipisce es wert.

Und wer es noch romantischer liebt: Auf jeder der drei größeren Elaphiten-Inseln Lopud, Kolocep und Sipan gibt es eine geschützte Bucht, in der der Insel-Hauptort samt Burg liegt, die einst die Partrizier Dubroviks zum Schutz ihrer dortigen Sommersitze gegen Piratenüberfälle hier errichteten. 

Wo kann ich mehr über die Elaphiten als Segelrevier erfahren?

Wer mehr wissen will: Im REVIER KOMPASS KROATIEN SÜD habe ich den Elaphiten ein Kapitel gewidmet, das die schönsten Buchten und Liegeplätze der Inselgruppe und in Dubrovnik vorstellt.

Insiderwissen für deinen Traumtörn in Kroatien: 

     Von Slowenien bis Kornaten:         Von der Krka bis Kotor:

https://millemari.de/shop-kategorie/buecher/   

Beide REVIER-KOMPASSE sind nicht nur als Print, sondern auch als eBook erhältlich. Das Ebook ist allerdings ausschließlich über millemari.de erhältlich. Es wird – um beste Bildqualität bei den Wimmelbildern zu bieten – persönlich für jeden Nutzer auf Anfrage erstellt.

Echte Lesermeinungen in 2022:

„Der Revier-Kompass Kroatien – jeden einzelnen Cent wert!

…ein hochwertiges Werk,das einerseits durch die hochwertige grafische Gestaltung und andererseits durch viele Hintergrundinformationen hervorsticht.“

www.kristian-antic.com 22.8.22

„Nicht nur die genialen Wimmelbilder, die auf einen Blick einen hervorragenden Überblick über alles Wissenswerte geben, auch die vielen auf den Punkt gebrachten Informationen halfen uns bei der Törnplanung und gaben uns täglich wertvolle Orientierung.“

„Vielen Dank für die beiden Revier Kompasse.

UND für die vielen angenehmen Stunden mit Ihren Büchern.

Ihre Art zu Beschreiben mag ich sehr und macht Lust auf Meer, und mehr!“

„Der Revier-Kompass Kroatien war auf unserem Chartertörn ständig in Gebrauch.“

„Außer den inzwischen verfügbaren, recht brauchbaren Apps mit Revierinformationen und diesem Führer haben wir keine weiteren Revierhandbücher verwendet und auch nicht vermisst.“

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Noch mehr über Kroatien erfahren? Jetzt auch im Podcast SEGELN IST MEER! hören:

„Das Gewitter kam unverhofft und aus heiterem Himmel“
Wie man nicht nur in Kroatien Gewitter frühzeitig erkennt. Und vermeidet.

Kroatien 2022: Günstiger Urlaub oder teures Pflaster?

Die 65 kroatischen Marinas erhöhen aktuell die Preise für Kurzzeit-Liegeplätze um 9%. Thomas und Ümit gehen dem Mythos „Kroatien ist teuer!“ auf den Grund. Klären auf, wo Kroatien teuer ist, wie man um teure Ecken auf der Reise meidet – und kommen zu einem überraschenden Schluss…

Kroatien? Ist doch ein Einsteigerrevier!

Für viele – und vor allem die, die noch nicht da waren, ist Kroatien gleichbedeutend mit Badehosensegeln. Was ist dran am Mythos? Und warum ist Kroatien kein Einsteigerrevier? Wieso gelten für Nordkroatien andere Regeln als für Südkroatien? Warum sollte man besonders im Juli und August in Kroatien die Augen beim Wetter offenhalten? Thomas und Ümit fragen nach und legen offen, worauf man in Kroatien unbedingt achten sollte…

Schwere Unwetter auf See über Korsika – ist das auch in Kroatien möglich?

Das schwere Unwetter über Korsika und Italien zeigt die Gefahren, die für Yachten von Gewittern ausgehen. Sind Wetterextreme wie auf Korsika auch in Kroatien möglich? Und wie verhält man sich im Fall von aufziehenden Gewittern? Ein Grund, Mythen über Stürme und Gewitter auf See näher zu betrachten.

1. „Das Unwetter über Korsika kam unversehens und aus heiterem Himmel.“

Heftige Unwetter auf See kommen niemals überraschend. Drohende Gewitter sind bereits am Vormittag für einen aufmerksamen Beobachter anhand einfacher Wolkenformationen erkennbar.

Selbst die allgemeinen Wetterdienste wie www.wetteronline.de weisen auch im Ausland 24-48 Stunden zuvor zuverlässig auf mögliche Gewitterlagen hin. Große Gewitterfronten in Deutschland kündigen sich manchmal auch Tage vorher durch schwere Unwetterschäden in Frankreich an.

www.windy.de oder www.windfinder.de sind weniger zu empfehlen und für Gewittervorhersagen nicht ausreichend. Sie sind eher reine Windvorhersageseiten und weniger Wetterseiten. In windy sind Gewitterlagen in einem eigenen Untermenü „versteckt“, und zweitens finde ich die grafische Aufbereitung – anders als bei den windy-Windvorhersagen – unbefriedigend und wenig aussagefähig. Doch dazu unten mehr.

2. „Die Böen trafen uns vollkommen unvorbereitet.“
Die Seite www.blitzortung.org empfahl ich bereits in der ersten Ausgabe meines Buches GewitterSegeln. Ich nutze die Seite, die vergangene Woche auch auf SPON empfohlen wurde, seit fast 10 Jahren konsequent in Gebieten mit Gewittergefahr. Warum? Blitzortung.de zeigt zuverlässig nicht nur ein Gewitter an, sondern vor allem dessen Ausmaße und Zugrichtung.

Das obige Foto zeigt einen Screenshot des Unwetters über Korsika vom 18. August Stunden vor dem Einsetzen der ersten Böen. Erstens ist daran die schiere Größe der Gewitterfront beeindruckend. Sie reicht praktisch von Menorca bis Genua, was in etwa der Distanz München – Hamburg entspricht. Was am 18.8.  aufzog, war eine Riesenfront und kein Regenschauer.

blitzortung.org zeigt auch klar die Zugrichtung eines Gewitters, nämlich nach Nordwesten. blitzortung.org registriert weltweit jeden einzelnen Blitz. Und markiert ihn in der Grafik mit einer Art Zeitstempel:
• roter Kreis: aktueller Blitz
• weiße Punkte: neueste Blitze innerhalb der letzten 20 Minuten
• gelbe Punkte: mittelalte Blitze innerhalb der letzten 40 Minuten
• rote Punkte: alte Blitze innerhalb der letzten 100 Minuten

Ein Unwetter zieht immer in Richtung der neuesten Blitze – also stets von „rot“ nach „weiß“.

3. Ist ein derartiges Unwetter auch in Kroatien möglich?
Ja. Und es gibt sie auch jedes Jahr. Vor allem im August und September. 

Warum? 

Im Monat August erreicht das gesamte Mittelmeer traditionell seine höchsten Wassertemperaturen. In diesem Jahr werden vor allem am Enstehungsort des Korsika-Unwetters sehr hohe Wassertemperaturen gemessen: Zwischen Mallorca und Barcelona aktuell weiterhin fast 30°, nördlich von Sizilien ebenso. Ebenfalls sehr hohe Wassertemperaturen herrschen zur Zeit im östlichen Mittelmeer. Dies sind ungewöhnlich hohe Temperaturen – aber sie passen ins Bild der laufenden Klimaveränderung. 

Das Mittelmeer und seine Teilmeere sind wie ein riesiger Solarspeicher, der die Sonnenenergie in sich aufnimmt und speichert. Jagt ein Tiefdruckgebiet größere Kaltluftmengen über die erwärmte See, beginnt die Wetterküche. Heftige Unwetter sind nur eine Frage der Zeit.

Die aktuellen Wassertemperaturen in der Adria liegen aktuell niedriger als die genannten Rekordwerte. Beispielsweise heute in Hvar bei 24 ° oder Cres bei 25°. Für heftige lokale Unwetter reicht das allemal. Eine gute Quelle für Wassertemperaturen ist ebenfalls www.wetteronline.de oder seatemperature.org/mediterranean-sea.

Bei den hohen Wassertemperaturen um die Balearen, im Tyrrhenischen Meer und im östlichen Mittelmeer dürften Gewitter und Unwetter bis weit in den Herbst wahrscheinlich sein. „Medicane„- und weitere sogenannte heftige „Derecho„-Ereignisse (große Gewitterfronten mit stärksten Sturmböen) sind dort wahrscheinlich.

4. Wie verhalte ich mich in Kroatien richtig?
Neben vielen Tipps von Versicherungs- und Gewitterschadensexperten im Buch Gewittersegeln sind vor allem drei Dinge wichtig:

1. Auch während Schönwetterperioden: Konsequent morgens Wetterberichte aufrufen. Selbst allgemeine Webseiten wie www.wetteronline.de kündigen wirksam bereits Tage vorher Gewitter an – und zwar effizienter als die bevorzugten Seewetterseiten wie www.windy.com oder www.windfinder.de, in dessen einfacher Version zwar Niederschläge, aber keine Gewitter erwähnt werden. Im Auge des Seglers, der diese Seiten nutzt, entsteht so ein „blinder Fleck“.

2. Jeden Vormittag und Nachmittag in www.blitzortung.org nachsehen, ob sich wie im Foto oben Gewitterfronten ausbilden auf den Standort zubewegen.

3. Einheimische fragen. Niemand kennt das Wetter über dem Kvarner besser als die Hafenmeister von Mali Losinj oder Cres.

Ist ein Unwetter unausweichlich, Schiff und Crew gewissenhaft auf Schwerwetter vorbereiten.

5. Wo ist man im Gewitter sicherer: Im Hafen? Auf See? Oder in einer Bucht?
Klingt einfach. Ist es aber nicht. Die meisten Gewitterschäden ereignen sich nach Auskunft der befragten Seeversicherer im Hafen (Quelle: Gewittersegeln, aktuelle Ausgabe). Der einzige, aber wichtige Unterschied sei, dass im Hafen im Notfall schneller Hilfe verfügbar sei, so teilt PANTAENIUS im Buch mit.

Und in der Bucht? Nach vielerlei Gewitter- und Unwettererfahrungen in kroatischen Buchten, die ich auch im Revier Kompass Kroatien geschildert habe, halte ich Buchten – sofern sie nicht über ein gut gewartetes Bojenfeld verfügen – für die schlechteste Alternative. Hier muss man sich seines Ankers schon sehr, sehr sicher sein. 
Denn: „In einem Gewitter ist alles möglich.“ Vor allem im August und September.

Insiderwissen für deinen Traumtörn in Kroatien: 

     Von Slowenien bis Kornaten:         Von der Krka bis Kotor:

https://millemari.de/shop-kategorie/buecher/   

Beide REVIER-KOMPASSE sind nicht nur als Print, sondern auch als eBook erhältlich. Das Ebook ist allerdings ausschließlich über millemari.de erhältlich. Es wird – um beste Bildqualität bei den Wimmelbildern zu bieten – persönlich für jeden Nutzer auf Anfrage erstellt.

Echte Lesermeinungen in 2022:

„Der Revier-Kompass Kroatien – jeden einzelnen Cent wert!

…ein hochwertiges Werk,das einerseits durch die hochwertige grafische Gestaltung und andererseits durch viele Hintergrundinformationen hervorsticht.“

www.kristian-antic.com 22.8.22

„Nicht nur die genialen Wimmelbilder, die auf einen Blick einen hervorragenden Überblick über alles Wissenswerte geben, auch die vielen auf den Punkt gebrachten Informationen halfen uns bei der Törnplanung und gaben uns täglich wertvolle Orientierung.“

„Vielen Dank für die beiden Revier Kompasse.

UND für die vielen angenehmen Stunden mit Ihren Büchern.

Ihre Art zu Beschreiben mag ich sehr und macht Lust auf Meer, und mehr!“

„Der Revier-Kompass Kroatien war auf unserem Chartertörn ständig in Gebrauch.“

„Außer den inzwischen verfügbaren, recht brauchbaren Apps mit Revierinformationen und diesem Führer haben wir keine weiteren Revierhandbücher verwendet und auch nicht vermisst.“

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Noch mehr über Kroatien erfahren? Jetzt auch im Podcast SEGELN IST MEER! hören:

Kroatien 2022: Günstiger Urlaub oder teures Pflaster?

Die 65 kroatischen Marinas erhöhen aktuell die Preise für Kurzzeit-Liegeplätze um 9%. Thomas und Ümit gehen dem Mythos „Kroatien ist teuer!“ auf den Grund. Klären auf, wo Kroatien teuer ist, wie man um teure Ecken auf der Reise meidet – und kommen zu einem überraschenden Schluss…

Kroatien? Ist doch ein Einsteigerrevier!

Für viele – und vor allem die, die noch nicht da waren, ist Kroatien gleichbedeutend mit Badehosensegeln. Was ist dran am Mythos? Und warum ist Kroatien kein Einsteigerrevier? Wieso gelten für Nordkroatien andere Regeln als für Südkroatien? Warum sollte man besonders im Juli und August in Kroatien die Augen beim Wetter offenhalten? Thomas und Ümit fragen nach und legen offen, worauf man in Kroatien unbedingt achten sollte…

Sommertörn 2022: Von Irland nach Kroatien (5). Portugal. Wie man mit einer alten Motorradkette ein Leck abdichtet.

In meinen vorangegangenen vier Posts über meine Reise von Irland nach Kroatien erzählte ich von Irland und den Scilly-Inseln. Von Nordspanien und den hohen Wellen vor Portugal. Doch eines habe ich verschwiegen: Dass ausgerechnet in den hohen Wellen plötzlich Wasser aus einem undichten Ruderlager ins Schiff lief. Sollten wir das Boot aus dem Wasser nehmen? Oder gab es andere Möglichkeiten? Hier mein Bericht, wie wir gleich nach unserer Ankunft im Süden Portugals in Portimao am Fluss Arade eine Lösung fanden.

Der Abendhimmel über Portimao an der Algarve, zwischen Faro und Lagos. Schon einmal hat mich dieser Ort fasziniert auf meinem Weg von Sizilien nach England vor vier Jahren. Auch diesmal ist es ein defektes Teil, was mich den Menschen näher bringt.

„Wir brauchen eine Motorradkette“, sagte Sven. „Eine alte Motorradkette. Denk Dir was aus, wo wir eine herkriegen. Ich denk mir was aus, wie wir damit das Leck am Ruderlager abdichten.“ Wir lagen vor Anker im Fluss und dachten über das Problem unseres Lecks nach. So ist es immer, wenn wir gemeinsam segeln. Sven, Maschinenbauer und einsamer Kämpfer gegen den Zerfall aller technischen Dinge dieser Welt, den wir Laien „kaputtgehen“ nennen, ersinnt eine Lösung. Ich bin für die Beschaffung zuständig. 

Diese Arbeitsteilung ist nicht zufällig. Sven ist für Machen und Ausdenken verantwortlich, sein Hirn ist voller Zahlen und Koeffizienten. Meins ist voller Sprache. Mein Werkzeug ist Reden. Und darum dachte ich jetzt darüber nach, wo ich mitten auf dem Fluss im Süden Portugals fragen könnte, um an eine alte Motorradkette heranzukommen. 

Es konnte nicht so schwer sein. Portugal ist ein Mittelmeerland, schreibt man mit M wie Moped. Die gibts hier reihenweise – also muss es hier auch irgendwo eine Motorradwerkstatt geben. Also Google gefragt. Zu zweit an Land gerudert. Und unter dem eifrigen Geklapper der Störche, die das Flussdelta des Arade 

zu Hunderten bevölkern und auf allem und jedem nisten, was irgend in die Höhe ragt und sich für den Nestbau eignet, in der feuchten Hitze des Flusses. Wir pilgern unter den klappernden Störchen durch die Werkstätten von Portimaos Vorstädten. Dann bin ich dran. Rein in die Motorradwerkstatt. Der Händler hat nur eine neue Kette. 25€. „Das gilt nicht“, denke ich mir. „Wenn schon, denn schon. Ausgemacht ist: es muss eine alte Kette sein…“

Einen Kilometer weiter. Segeln hat, wenn man sein Boot selber repariert, unglaublich viel mit Laufen zu tun. Laufen in feuchter Hitze. Wer Geld hat, lässt reparieren. Oder lässt sich per Taxi chauffieren. Wir laufen lieber. Die nächste Werkstatt. „Klar“, sagt der Chef, als er von einem Moped-Motor aufblickte, „hab ich. Da in dem Eimer in der Ecke.“ Er grinst. In dem Blecheimer liegen mindestens fünf Altöl-besudelte Ketten.  Ich schaue kurz auf meine sauberen Hände. „Darf ich mir eine nehmen?“, spiele ich sein Spiel mit. „Aber

Eine alte Motorradkette? Aber gern. Sowas treiben wir täglich auf… aber was will Sven damit? Und wie kann man sie verwenden, um ein leckes Ruderlager abzudichten?

gern“, sagt der Mann und hat sichtlich Spaß bei dem Gedanken, wie ich mich gleich einsauen würde. Ich gehe zum Papierhalter an der Wand, reiße mir drei Blätter herunter, fische mir damit eine Kette aus dem Eimer, die Sven nach strengem Blick für gut befindet. Dann trollen wir uns, nicht ohne dem grinsenden Motorradmann 10€ in die schmutzige Hand zu drücken – „Eis für seine Kinder“.

Svens Werkzeug zum Ruderlager abdichten.

Es kommt nun Svens Stunde. Und die der Menschen von Portimao. Für einen Segler mit Reparaturbedarf ist Portimao ein Paradies, wie es auf den 3.000 Seemeilen zwischen Dublin und Triest nur wenige gibt. Hier ist nicht nur eine Werft zuhause, hier gibt es ein Dutzend Shops, vom Ersatzteilhändler über Segelmacher und YANMAR-Mechaniker bis zum Teakdeck-Schreiner ist alles da. Eine Männerwelt, die ich schon auf meiner ersten Reise nach Norden in meinem Buch AUF DEM MEER ZUHAUSE beschrieb und die sich zum Mittagessen unter dem Baum neben dem Fast-Food-Wohnwagen des tätowierten Kochs versammelt, mit dem jeder, ausnahmslos jeder auf der Werft gut Freund zu sein scheint. 

Hier hatte Sven am Vormittag bei unseren Streifzügen nach Ersatzteilen einen Edelstahlschlosser entdeckt, der – wie unter Technikern üblich – wortlos verstanden hatte, was Sven da im Sinn hatte. Joao hatte einen Griff gefertigt, und während Sven und Joao wortlos darüber diskutierten, wie man am besten die 

Joao, der Schlosser, in seiner Werkstatt im Werftgelände und Sven.

Kettenglieder aufbekommen könnte, erhebt sich in der Ecke eine junge Frau. Großgewachsen, gertenschlank, lange rot lackierte Fingernägel, die jedem Star zur Ehre gereicht hätten und mit denen ich in der Männerwelt von Portimao am allerwenigsten gerechnet hatte. 

Bestimmt Joaos Enkelin auf Besuch, denke ich. Aber gelegentlich bin sogar ich helle genug und begreife: Nur Klappe-halten ist noch besser als Reden. „Ich bin Joaos Tochter“, sagt sie. „Bin Schlosserin und helfe meinem nach meiner Gesellenprüfung hier in der Werkstatt, bis ich weiß, was ich weiter machen will.“ Sie streift sich eng sitzende Handschuhe über ihre makellosen Hände mit dem makellosen roten Nagellack. Dann setzt sie sich an den großen Bohrständer, schraubt gekonnt den Bohrer ein und bringt die Bohrungen an, wie ihr Vater es ihr mit zwei Worten beschrieb. Die Menschen hier am Arade: Sie verblüffen mich.

Svens Werkzeug ist fertig. Statt einer großen Rohrzange, um die große Mutter oben am Ruderlager anzuziehen, hat Sven aus der Kette einen Schlüssel gebaut, der sich nahtlos um die Mutter auf der Ruderwelle legt. Als wir zu

zweit in meiner Koje liegend mit Kraft anziehen, bewegt sich die Mutter am Ruderlagerkopf etwa 1,5cm im Uhrzeigersinn. Vielleicht reicht das ja schon? Wir werden es auf dem nächsten Schlag herausfinden, der uns weiter nach Süden bis zu den Orcas vor Gibraltar führen wird, vor denen mir schon jetzt etwas mulmig ist. 

Ein Abend am Fluss Arade. 

Unser Ankerplatz am Rio Arade, vom Restaurant aus gesehen.

Ein lauer Abend unter dem Vollmond, den es hinter dem diesigen Schleier nur in einem Flussdelta wie dem Arade geben kann. Ein Kellner, klein und krummbeinig wie ein Jockey, schenkt Wasser ein, er tut es achtsam, als wäre es kostbarer Wein.

Eine junge Frau, fast noch ein Mädchen, bringt Brot. Auf die Frage, was wir unter freiem Himmel essen sollen, legt sie den Kopf in den Nacken und blickt lange hinauf, als müsste sie den Himmel bemühen, um ein Gericht für uns zu finden. Der Wein, den sie bringt und vorsichtig öffnet, ist süß und trocken und rätselhaft wie die Nacht. Die Gerichte, die sie vorschlägt, sind einfach und nicht auf der Karte. Berberecho-Muscheln in weißen Bohnen. Polenta mit Muscheln. Noch einmal Muscheln in scharfer Sauce. Ein heißer Eintopf von Fischen, von denen wir nie hörten. Essen aus einem anderen Jahrhundert als diesem. Essen der einfachen, hart arbeitenden Tagelöhnern am Fluß, das sie einst mit groben Holzlöffeln in schwieligen Händen löffelten. Gerichte, die keiner mehr bestellt. Einstiges Arme-Leute-Essen wie Pasta Bolognese oder Spaghetti allo Scoglio aus Resten vom Markt, heute Luxus. Wie erriet die junge Frau, die in den Himmel schaute, dass es war, was wir suchten?

Der Wirt kommt zwei mal mit besorgtem Gesicht, wir hätten zu viel bestellt. An einem einfachen Grill auf der anderen Straßenseite am Fluss zwei Weissbärtige in schwarzem Ornat, die Fische aus den Restaurants kunstvoll aufs qualmende Holzkohlenfeuer legen. Ein Abend unter dem dunstigen Vollmond, den so nur ein Flussdelta am Meer hervorbringen kann. Ein Ort von Werden und Vergehen, ein Abend wie eine Mahnung daran, wie reich unser Leben ist. Wie vieles in uns ungelebt ist, ungeahnt und dürstet, gelebt zu werden. 

Der krummbeinige Kellner, der berichtet, dass er hier in Ferragudo lebt sein Leben lang. Dass er das ganze Jahr arbeitet, Sommer und Winter, Sonntag und Werktag, nur den Januar habe er frei, in dem er sein Häuschen reparieren würde. Nirgendwo anders wolle er leben als hier in Ferragudo, wo er sein Leben lang war. Denn hier, in Ferragudo, gingen sie achtsam um miteinander. 

Ich glaube ihm, was er sagt. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen.

millemaris 44. Neuerscheinung. Weltumsegelung: Traum? Oder Alptraum? Oder beides?

Soeben als 44. Titel bei millemari erscheinen:
Almut Laings spannender Band über Traum und Wirklichkeit einer Weltumsegelung.

Almut fasst einen ungewöhnlichen Entschluss, als ihr Mann nach einem arbeitsreichen Leben seine Firma verkauft und plötzlich ohne Perspektive dasitzt: Sie lässt sich ihm zuliebe auf das große Abenteuer Weltumsegelung ein, auch wenn sie alles andere als eine leidenschaftliche Seglerin ist. 

Ihre Begründung: Die große Chance, endlich all ihren Ängsten zu trotzen – vor allem der einen, großen von der Unumkehrbarkeit ihrer Entscheidungen. Denn nichts anderes ist für sie bereits die Überquerung des Atlantik von Teneriffa bis Barbados – was immer dort geschehen wird: Umkehr, ein Zurück gibt es nicht.

Auf ihrer Reise folgt Almut eisern ihrem Vorsatz. Lernt allein an Bord den frisch erworbenen Weltumsegeler-Katamarans Fat Cat in engen Hafenbecken zu wenden. Lernt tauchen, auch wenn sie die lauernde Tiefe unter sich fürchtet. Sie erlebt die Weltumsegelung zunächst nicht als Erfüllung eines Traums, der nie der ihre war, sondern vor allem als scheinbar nüchterne Analytikerin und kluge Beobachterin, die nach zahllosen Lektionen nicht umhin kommt, festzustellen: Nichts ist so heilsam wie der Ozean.

Ein verblüffendes Buch zum Thema Auszeit auf See und darüber, was eine Weltumsegelung bringt. Die Geschichte einer Heilung, die bis heute nachwirkt und von Träumen, die unser Leben bestimmen – bis das Leben selbst mit Macht die Dinge in die Hand nimmt.

Mehr Infos? Hier klicken!

Meine fünf Highlights im Norden Kroatiens. Und Deine?

Man könnte mich morgens um zwei aus dem Tiefschlaf rütteln, und ich könnte eine Liste meiner fünf schönsten Highlights im Norden Kroatiens herunterbeten. Meine Reihenfolge:

1. Cres-Stadt. Da fängt alles an!

Der schielende Engel an einer Kapellenwand von Cres auf dem Weg von der Marina in die Stadt. Wobei das „Schielen“ keine Schlamperei des vermutlich venetianischen Steinmetzes war, sondern ein Zeichen von Heiligkeit, mit dem er das Engelsgesicht ausstattete. Wer aufmerksam durch Cres schlendert, wird viele weitere steinerne Gesichter entdecken. Wo man in Cres ankert oder alternativ zur Marina anlegen kann, steht im REVIER KOMPASS KROATIEN NORD.

Warum? Ich kann kommen, woher ich will: Im alten Stadthafen beginnt für mich jedes Mal wieder der Sommer. Obs an den blauen Markisen der Lokale um den alten Stadthafen liegt? Oder am Weg entlang der Badestrände Cres? Oder an den Gesichtern, die von den Kirchtürmen und Hauswänden in Cres herabschauen?

2. Krka-Wasserfälle. Der größte natürliche Aquapark der Welt.

Sommerhitze und kühles Süßwasser – die Krka-Wasserfälle sind ein faszinierendes und gigantisches Zusammenspiel von beidem. Wie man hinkommt, ob mit Fahrrad, Dampfer oder zu Fuß, und was es kostet, steht im REVIER KOMPASS KROATIEN NORD.

Weil mich nach Tagen Salzwasser die Überfülle an sprudelndem Süßwasser jedes Mal von neuem überrascht und berauscht.

3. Kornaten. Die spröde Schönheit einer menschenleeren Mondlandschaft.

Von der alten Festung in der Mitte der Insel Kornat hat man den besten Rundblick über die faszinierende Landschaft der Kornaten. Wo man die besten Buchtrestaurants auf den Kornaten findet, steht im REVIER KOMPASS KROATIEN NORD.

Es ist diese vollkommen abweisende, abgelegene Mondlandschaft, die mich immer wieder angezogen hat. Am liebsten erlebe ich sie in einer einsamen Bucht von Kornat. Oder ganz oben von der alten Festung aus dem 6. Jahrhundert auf der Insel Kornat, von wo man rundum den besten Fernblick hat.

4. Insel Susak – Paradies auf feinstem Sand.

Deutlich erkennt man auf dem Foto die vor ewigen Zeiten auf einer Kalkplatte angewehte meterdicke Schicht aus feinstem Sand. Die Highlights auf der eine Segelstunde westlich von Mali Losinj gelegenen Inseln Susak findet man im REVIER KOMPASS KROATIEN NORD.

Ihre geologische Beschaffenheit – eine 5 Meter dicke Schicht angewehten Lössands macht die abgelegen Insel und kleine Wanderungen immer wieder so reizvoll. Und ihren Bewuchs viel grüner als den aller anderen Inseln. 
5. Über den Quarner.

Wenn man vom Norden kommt, ist die Wasserfläche des Quarner immer wieder eine nette erste Herausforderung auf dem Weg in den Süden. Warum man vor dem Quarner tatsächlich Respekt haben sollte, habe ich in meinem Buch beschrieben.

Das sind meine Highlights im Norden. Ich bin neugierig, was die Highlights meiner Leser im Norden Kroatiens sind.  Schreib einfach Deine drei wichtigsten Highlights an [email protected] Ich hoffe, möglichts viele machen mit. Das Ergebnis der Umfrage wird in einem der nächsten Posts vorgestellt.

 

Sommertörn 2022: Von Irland nach Kroatien (4). Die "Don’t-look back"-Welle. Von Nordspanien nach Südportugal.

Von Irland nach Kroatien: In meinen früheren Beiträgen schilderte ich unsere Taktik, auf guten Wind zu warten und lange Strecken in einem Stück zurückzulegen. Und die Bedingungen, die wir dabei auf dem Weg von Irland über die irische See zu Scilly-Isles sowie auf der 440 Seemeilen-Reise über die Biskaya erlebten. Auf unserer 3-tägigen Fahrt vom nordspanischen Muros an der galizischen Küste bis nach Portimao an der Algarve sollte es uns nicht ganz so friedlich ergehen. 

Der Blick beim Wachwechsel im Morgengrauen nach hinten verheißt, was die Tage entlang der portugiesischen Küste uns bringen würden. Wind. Und jede Menge Wellen.

Freitag, 5 Uhr früh, ca. 25 Seemeilen vor Nazaré/Portugal:

Sven weckt mich. Es ist Zeit, meine Wache anzutreten. Eigentlich hätte ich ihn schon vor 3 Stunden ablösen lösen, aber seit wir dahinter kamen, dass 5 Stunden Schlaf weit erholsamer sind als 2, quält sich jeder von uns beiden durch längere Nachtwachen.

Durch die Fenster meiner Heckkoje erkenne ich die erste Helligkeit. Und den Gischtstreifen, den LEVJE als weiß leuchtende Spur auf dem Wasser hinterlässt. Ich stehe auf, wasche mich im schwanken Schiff, streife mir im Gewackel Hemd und Hose über und klettere den Niedergang hinauf. „Nichts los“, sagt Sven. „Ein paar Frachter, kaum Segler. Konntest Du schlafen?“

Nein, schlafen kann man das nicht nennen. Wir laufen platt vor dem Wind, mit ausgestellten Segeln nach beiden Seiten. „Schmetterling“ nennt man das, wenn das Rigg aus Flügeln zu bestehen scheint und man abends damit über den See gleitet. Aber hier ist nicht der See. Hier ist die See. Und es ist keine gemütliche Abendbrise, sondern 22-25 Knoten schräg von hinten und fast aus Nord, die uns kraftvoll durch die Wellen südwärts drücken, was LEVJE mal mit sanften Wiegen, meist mit heftigem Geigen von links nach rechts quittiert.

Ja, die Wellen. Die Vorhersage für unser Gebiet lautete eigentlich „Wellenhöhe 3 Meter“. Das ist viel, wenn die 2-Meter-Welle, die eben das Heck steuerbord traf, vollkommen reichte, um LEVJE aus ihrer Bahn zu werfen. 2 Meter Wellenhöhe waren es gestern Nachmittag auch schon. Genug, um meiner behäbigen LEVJE Spitzengeschwindigkeiten von 12 Knoten zu verpassen, wenn eine der von hinten anrollenden Wellen sie mitten in ihrer Fahrt ganz einfach mit sich riss.

Doch am späten Nachmittag überlagerten sich zwei Wellensysteme: Ein kurzes, hackiges mit steilen Wellen aus dem Norden. Und eine längere, rollende Welle von Nordwesten. Ich habe Jahre gebraucht, um zu verinnerlichen, dass „Welle“ im Mittelmeer nur selten aus einer Richtung kommt und „Kreuzsee“ (wie man sich kreuzende Wellenrichtungen nennt) eigentlich fast der Normalzustand ist. Wer sich auf Windy ins entsprechende Untermenü „Wellen“ klickt und sich die Grafik für einen bestimmten Punkt ansieht, wird erstaunt sein, was sich da an einem Standort so alles kreuzt.

Jetzt gerade drücken die Wellen aus beiden Richtungen LEVJE aus ihrem Kurs, indem sie das Heck, das sie als erstes treffen, einfach beiseite schieben, mal mehr, mal weniger. LEVJE neigt sich dann gefährlich zur Seite, bis der wirbelnde Autopilot die Situation wieder im Griff hat.

„Waltzing Matilda“ nenne ich LEVJEs Bewegungen nach dem Song von Tom Waits. Es ist, als wäre meine LEVJE eine behäbige Bäuerin, die sich schwer ächzend unter erheblicher Geräuschentwicklung südwärts waltzert. „Waltzing Matilda“: Soviel Humor war mir nach meinen wachfreien fünf Stunden noch geblieben, dass ich leise jene gegrölte Version des späten Tom Waits vor mich hin summe und meinem Boot eher fasziniert als müde zusehe, wie es die chaotisch von vielen Seiten einwirkenden physikalischen Kräfte in eine halbwegs geregelte Fahrt mit Kurs 180 Grad übersetzt. Wieder einmal steigt meine Achtung für die Menschen, die Yachten wie LEVJE bauten.

9 Uhr:

Eigentlich Zeit für ein zweites Frühstück für mich. Aber der Wind weiß nicht recht, was er will, ob 15 oder 25 Knoten. Die Wellen wissens aber schon. Sie sind höher als noch vor vier Stunden und treffen das Heck nun wuchtiger. Schwächelnder Wind und zunehmende Wellenhöhen: Jeder, der das kennt, weiß, es ist keine verlockende Kombination. Naja, wir sind vor Nazaré. Jawoll, das Nazaré-Surferparadies, zu dem Surfer aus aller Welt pilgern, einmal im Leben vor dem Strand die 9 Meter Welle zu erwischen. Irgendwie unvorstellbar. Mir auf LEVJE reichen gerade schon die 2,50 Meter, die den Horizont hinter uns verbergen

Eine Yacht an jenem ungemütlich faszinierenden Morgen vor Nazaré. Das Foto erzählt viel vom Segeln in rauer See.

Vier Stunden nach dem Morgen Espresso kehrt die Müdigkeit mit voller Wucht zurück. Ich könnte mich jetzt gerade hinlegen und einfach die Augen schließen. Aber das wäre fahrlässig. Ich muss aufpassen. Nicht nur auf mein Boot, sondern auf das, was ringsum geschieht. Kurz nach Sonnenaufgang krauchten nacheinander drei Segelyachten vor unserem Bug herum, mal Kurs aufs Land, mal kurz hinaus auf die See. Mal an Steuerbord, mal an Backbord. Zumindest einer von ihnen schien mit dem Wind nicht sonderlich gut zurechtzukommen. Ich lauschte andächtig auf dem Funkgerät dem französischen Skipper, der sich bestimmt 10 Minuten auf Kanal 16 mit dem Wachhabenden auf dem Frachter unterhielt, dass der

seinen Kurs bitte im Heck und nicht vor dem Bug kreuzen möge. Auch eine Möglichkeit, mit einem der vorbei schippernden Berufsseeleute in Kontakt zu kommen. Und für mich eine willkommene Ablenkung von der Müdigkeit. Denn die hält mich weiter im Griff. Um mich abzulenken, hole ich die Kamera von unten und klettere nach hinten auf den „Smoker-Seat“ im Heckkorb. Da hat man den besten Blick auf das Spiel der Wellen und die Seevögel auf der Jagd hier in ihrem Lebensraum the middle of Nowhere.

15 Uhr: Die „Don’t-look-back“-Welle

Wellenhöhen von 3 Metern sind ehrfurcht gebietende Gebilde, wenn sie so knapp hinter dem Boot auftauchen.

Jetzt am Nachmittag wachsen die Wellen noch einmal. Die 3 Meter Wellenhöhe, die auf Windy prognostiziert wurden, sind jetzt da. „Das ist enorm“, muss selbst Sven zugeben, wenn er auf Wache kurz von seinem Buch mit American Short Stories aufschaut und in die anrollenden Berge nach hinten blickt. In seinen Worten schwingt Respekt, doch gleich wendet er sich wieder den Short Stories zu, als gäbe es gerade nichts weiter zu tun oder zu sagen. Würde ich ihn nicht seit zweieinhalb Jahrzehnten kennen, würde ich denken, er markiert den coolen Hund. Aber das ist nicht so. Sven ist Maschinenbauer. Er sieht die Welt komplett anders als ich, und ich würde was drum geben, wenn ich die Welt nur einen Augenblick sehen könnte wie er. Ein Dauer-Analytiker, der in seinem nimmer endenden Kampf gegen die kaputtgehenden Dinge unserer Welt immer wieder seine schärfste Waffe zum Einsatz bringt. Er schaut einfach genau hin. Er beobachtet und analysiert exakt das Spiel von Kraft und Gegenkraft. Wo ich in Schönheit oder Scheusslichkeit der Welt schwelge, ist er mit dem messerscharfen Lineal seines analysieren Verstandes am Werk. Und wenn er jetzt wieder zurück zu seinen Short Stories kehrt, dann hat der Analyse-Apparat hinter seinen Techniker-Augenbrauen ihm als Ergebnis mitgeteilt, dass das Spiel der Kräfte im Lot ist und keine Gefahr besteht. Während Tommy, der Emotionspinsel, versucht, mit seinen Gefühlen zu denken und beim Anblick jeder Welle innerlich „Ui ui ui“ sagt, und: „Wenn dett mal jut jeht.“

Doch auch Svens ruhig dahingesagter Bemerkung „Das ist enorm.“ drückt wahrscheinlich dieselben Emotionen aus. Respekt. Sich klein Fühlen in den Elementen. Ehrfurcht, ein altes Wort. Ich jedenfalls lerne an diesem Tag zweierlei:

• So wichtig wie die Windprognose ist auf langen Fahrten auch die Wellenprognose. 

• Ich sagte es bereits: 2-3 Meter Wellenhöhe klingt nach wenig. Aber es reicht, damit man in einem Wellental den Blick deutlich nach oben richten muss, um zum gischtenden Kamm einer Welle hinaufzuschauen.

Fataler Weise haben die ersten dieser Welle die unangenehme Eigenschaft, genau am Heck zu brechen. Weil sie höher sind als wir, weht ihre Gischt jetzt ins Cockpit. Sven schaut nun von seinen Short Stories auf, sein Beobachtungsapparat analysiert, was da gerade hinter uns vor sich geht, während ich das Ganze mit einer Mischung aus Faszination und Grusel beobachte und darüber nachdenke, die Kamera zu holen, um als Zeitzeuge die gläsernen Berge hinter uns zu fotografieren. Die Freude überwiegt, wo tatsächlich das Bangen angesagt wäre. Und ich reagieren sollte.

Es gibt – wie ich ich in meinem Buch über Unfallursachen in den Bergen immer wieder feststellte – drei psychische Grundmuster; oder besser: aus unserer Psyche resultierende Fehleinschätzungen, die Ursache für viele Rettungseinsätze in den Bergen sind und sich 1:1 auf die See übertragen lassen:

• Menschen, die im Angesicht einer Gefahr wie solcher Wellen ausrufen: „Oh, die sind aber toll!“, weil sie es nicht besser wissen und ihnen jeglicher Sinn für die möglichen Gefahren einer solchen Situation fehlt.

• Menschen, die erfahren genug sind, die konkret drohende Gefahr bewusst zu sehen, aber sagen: „Das geht schon noch!“

• Menschen, die die Gefahr sehen, aber sich ihr aus irgendeinem Gefühl von Sicherheit überlegen fühlen.

Wohin ich in diese Kategorie gehöre? Vor Nazaré gehöre ich sicher zu den letzten beiden Kategorien. „Es sehen, aber nicht reagieren.“ Als Sven sanft sagt: „Du solltest jetzt das Skylight Deiner Heckkoje schließen, das einen Spalt offensteht. Wenn die Gischt hier ins Cockpit weht, wird gleich eine Welle hinten am Deck einsteigen.“

Darauf antworte ich fröhlich, dass das noch nie passiert sei, weil das Skylight nicht an Deck, sondern 30 Zentimeter darüber angebracht ist.“ Sven blinzelt. Ich sehe nicht, was gleich passieren wird. Dass eine Welle höher als die anderen gleich am Heck brechen, über das Achterdeck spülen und selbst die 30 Zentimeter Barriere und das hintere Süll des Cockpits erklimmen wird. Dass derfingerbreit geöffnete Spalt meines Skylights reicht, damit in Sekundenbruchteilen 1,5 Liter Seewasser ihren Weg ins Bootsinnere finden und auf meine Matratze, Betdecke, Kissen, Leintuch zu spülen.

Anfängerfehler. Ich Idiot habe des Skylight nicht ganz geschlossen.

Ich verschwinde unter Deck. Und bin eine Stunde beschäftigt, bis ich in der schwankenden Kammer die nassen Sachen separiert und die Matratzen sofort mit Lagen von Papiertüchern trockenzulegen versuche. 

Samstag, 16 Uhr:

Eine Stunde später haben die Wellenhöhen weiter zugenommen. „Mehr sollte es jetzt nicht werden“, lautet  meine gemurmelte Gebets-Formel ans Universum, dass es doch nun allmählich gut ist mit „Mal sehen, was das putzige Kerlchen da aushält.“ Sven ich diskutieren, was wir tun können. Ob die brechenden Wellen eine Gefahr für Boot und Besatzung bedeuten. Ob die Möglichkeit besteht, dass eine von ihnen das Boot querschlagen lässt und überrollt. Aber noch ist der Autopilot wachsam und bekommt das  ausbrechende Boot jedes mal wieder in den Griff.

Wir erreichen die Berlengas-Inseln vor Peniche. Auf meiner Reise nach Norden vor vier Jahren mochte ich den kleinen Sardinenfischer-Hafen und das lustige Völkchen von Langfahrern, die sich dort herumtreiben und habe es in meinem Buch AUF DEM MEER ZU HAUSE beschrieben. Ich weiß, dass wir den Hafen von Peniche sicher ansteuern könnten, selbst bei den augenblicklich ungünstigen Bedingungen. Dass hinter der Halbinsel von Peniche das Meer glatt sein würde. Dass wir raus wären aus den Wellen. Der Hafen wäre leicht erreichbar selbst bei Starkwind, was man von den Häfen entlang des Tejo vor Lissabon aufgrund der starken Strömung des Flusses nicht behaupten kann. Auch das habe ich am eigenen Leib erlebt.

Wir verwerfen den Gedanken, unsere schnelle Fahrt abzubrechen. Wir wollen den guten Wind weiter nutzen und lassen Peniche links liegen. Alleine wäre ich wahrscheinlich schwach geworden, schon allein um den Ort ein zweites Mal zu erleben, der mir damals so vertraut wurde.

23.00 Uhr: Vor Lissabon. Nachts über die Tejo-Mündung. Und ein Rekord.

Kurz vor der Tejo-Mündung weckt Sven mich. Meine Wache. Unsere Entscheidung, nicht den Hafen von Peniche anzulaufen, war richtig. Die Berlengas-Inseln wirkten wie ein Wind- und Wellenbrecher, kurz danach beruhigte sich die See und der Wind wurde zahmer.

Als ich meine Wache vor dem Tejo antrete, zeigt sich, dass meine Sorge nicht unberechtigt war. Kaum bin ich im Cockpit, frischt der Nordwest auf 30-35 Knoten auf. Nach einer mitternächtlichen Reff-Aktion ist auch das ausgestanden und der Spaß überwiegt in der Dunkelheit. Die großen Wellen kommen jetzt nicht mehr steil, sondern als majestätische Roller in weiten Abständen aus Nordwesten. Als eine von ihnen LEVJEs Heck in der Dunkelheit anhebt, halte ich für einen Moment den Atem an. Es sieht es so, als würde sich der Bugkorb, der jetzt vorne schräg unter mir liegt, gleich ins Wasser bohren. Aber die Welle reisst an ihrer Vorderseite LEVJE mit. LEVJE lässt sich das nicht zweimal sagen und surft rauschend den plötzlich sich bietenden Abhang hinunter. Als ich ich aus dem Augenwinkel auf die Logge schaue, zeigt sie im Surf 14,9 Knoten an. Fast 30 km/h. Das schnellste, was ich auf einem Dickschiff je erlebte. Nur gut, dass ich in der mondlosen Nacht nicht nach hinten sah.

Samstag, 11.6.22: Ein ruhiger Schluss.

Am Nachmittag ändert sich am Kap Sagres, dem Cabo Finisterra von König Heinrich der Seefahrer nennt,  das Klima. Unser Kurs führt nun nicht mehr nach Süd, sondern nach Ost. 

10 Tage sind wir jetzt seit Dublin unterwegs. Und zum ersten Mal in diesen 10 Tagen ist die Kühle und Frische Irlands und des Atlantik verschwunden und das Mittelmeer schickt uns heißen Hitzeschwälle entgegen. Meine Morgenwache war noch kühl und nass vom Tau. Salz und Nässe hängen in meiner dicken Hose und meinen Sachen, aber hinter Kap Sagres ist die Hitze mit einem Schlag da.

Ich schäle mich aus den dicken Fleece-Sachen, bis nur noch T-Shirt und Short übrig sind. Weil es in der Sonne so heiß ist, beschließen wir, das Bimini aus seinem vierjährigen Winterschlaf zu wecken und über dem Cockpit aufzubauen. Es muss irgendwo hier an der Küste Portugals gewesen sein, dass ich es vor vier Jahren wegpackte und nicht wieder auspackte.

Der Wind schläft ein. Und wenn mich jemand fragte. warum ich an diesem Morgen wieder einmal Traurigkeit empfinde, von Irland wegzugehen und mich nun auch vom Atlantik zu verabschieden, dann hat das nicht nur emotionale Gründe. Der Wind dort wehte konstanter als in der Kleinräumigkeit des Mittelmeers, in der sich mindestens einmal am Tag das Wetter ändert. Sehe ich mein Logbuch durch, dann lief seit unserer Abreise aus Howth bei Dublin vor 14 Tagen der Motor gerade mal 20% der Zeit, die wir auf See verbrachten. 80% der Zeit liefen wir unter Segel. In jenen 14 Tagen haben wir – Hafentage mit eingerechnet, 1.200 Seemeilen zurückgelegt.

Etwa 20 Stunden später, am Samstag gegen 21 Uhr fällt nach einer überwiegend windlosen weiteren Fahrt unser Anker in der Bucht von Portimao nahe Faro an der Algarve. Das Schiff hat bei der harten Überfahrt gelitten. Zeit, um sich während der darauffolgenden Schwachwind-Tage in den dortigen Werkstätten  ums Schiff zu kümmern. Und vor allem: Um einfach mal wieder auszuschlafen.

Portimao unter dem Abendhimmel, kurz vor dem Ankern. Rechts die Marina Portimao – aber wer sich durch die Wildnis bewegt, der will immer mehr davon. Also blieben wir draußen vor Anker.

PS: Im letzten Post kündigten wir die Verlosung meines Buches AUF DEM MEER ZU HAUSE an. Danke an Alle, die mir schrieben. Die Gewinner werden von Susanne Guidera aus dem Verlag direkt benachrichtigt.
Ich freue mich auch für diesen Post auf Euer Feedback an [email protected]

PPS: Noch ein Termin: Die nächste Folge unseres Podcasts SEGELN IST MEER! – Segelmythen auf den Grund gegangen
dreht sich ums Thema ALLEINSEGELN AUF LÄNGEREN STRECKEN – TRAUM ODER ALPTRAUM?
Ab Montag, 18.7.22 online.

Törnziele in Kroatien (7): Die Stadt Hvar. Warum man buchstäblich nicht drum herum kommt.



„Beliebt. Belebt. Begehrt.“ überschrieb ich das Kapitel über Hvar-Stadt in meinem Buch REVIER-KOMPASS KROATIEN SÜD, aus dem auch das obige Wimmelbild entnommen ist. Es enthält alle wichtigen Angaben zu Anlegemöglichkeiten, Ankerplätzen, der tricky Zufahrt zur Tankstelle und vielem mehr. 

Regelmäßig stellt Mare Piu die interessantesten Ziele im Norden und Süden Kroatiens vor, die man mit dem Boot erreichen kann. Die bisherigen Folgen brachten die wichtigsten Infos über Krka und Kornaten, über Telascica- und Biokovo-Nationalpark sowie über die Städte Trogir und Mljet.

Wieso nach Hvar?

Ob Hvar Stadt wirklich „Beliebt. Belebt. Begehrt“ ist? Da gehen die Meinungen auseinander. „In der Saison nicht nach Hvar!“, beschreibt SEA-HELP-Chef Wolfgang Dauser seine Urlaubsziele. Andere schwören auf einen Besuch in der bemerkenswerten, historisch und von ihrem Nachtleben her reichen Urlaubsmetropole.

Dass Hvar in der Hochsaison beliebtes Törnziel ist, hat viel mit seiner geografischen Lage zu tun. Man kommt schlecht drum herum. Von den großen Charter-Ausgangshäfen Trogir und Split sind es (wie man auf dem Google Maps-Link in der Überschrift erkennt) nur wenige Seemeilen. Und weil Hvar eine lange Insel ist, die wie ein Verkehrshindernis auf dem Weg nach Süden liegt, kommt man von Trogir und Split automatisch hier vorbei – die West-Ecke zwischen Hvar Stadt und den vorgelagerten Pakleni-Inseln gehört in der Saison zu den meistbesuchten. Und wer hierher kommt, kann kroatisches Sumer-Nightlife in vollen Zügen genießen.

Doch jenseits allen bunten Trubels bietet Hvar echte Sightseeing-Highlights. Eine venezianische Altstadt, die nicht nur mit dem Arsenal genannten Bau an Hvars Hoch-Zeit als venezianischer Flotten-Stützpunkt erinnert. Badestrände mit teuren Badeetablissements. Eine Festung hoch über der Stadt, die einen atemberaubenden Rundblick über die südlich gelegenen Pakleni-Inseln bietet.

Kein Zweifel: Die Stadt ist reich an Gründen, warum man hierher kommen soll. Nur mit einem geizt Hvar: Mit guten und sicheren Anlege- und Ankermöglichkeiten. 

Wo Anlegen in Hvar?

Marina gibt es in Hvar keine. Ein häufig belegter Stadtkai mitten im Nightlife, ein paar Bojen – man sollte früh aufstehen, um in Hvar anzukommen. Und spät Nachts ins Bett gehen, um ruhig einschlafen zu können. Und die kleine Tankstelle Hvars – Lage siehe das Wimmelbild – ist eine echte Herausforderung für jeden gestandenen Skipper. 

An den wenigen Ankerplätzen Hvars sollte man seinen Anker stets sicher einfahren – vor allem, wenn Gewitter droht. Auch darüber kann SEA-HELP Chef Wolfgang Dauser und viele Kroatien Skipper ein Lied singen.

Alle Anlege- und Ankermöglichkeiten sind im REVIER-KOMPASS KROATIEN SÜD samt Ausweichmöglichkeiten und Alternativen beschrieben und bewertet.

Das solltest Du über Hvar wissen.

Hvar sollte man – Törnplanung hin oder her – wie die Pakleni-Inseln eher an Wochenenden besuchen. Der Grund: Crewwechsel, zwischen Freitag und Sonntag sind die meisten Boote in ihre Ausgangshäfen um Trogir und Split zurückgekehrt. Oder noch nicht wieder ausgelaufen.

Wie Trogir lebt auch Hvar vom Zauber der Enge und von verwinkelten Gassen. Und wie Trogir ist es nicht nur begehrtes Ziel des Boots-, sondern auch des Landtourismus. Wer früh am Morgen durch die  Altstadt streift, hat am meisten von der „beliebten. belebten. begehrten“ Stadt Hvar. Bilden sie sich ein Urteil, obs wahr ist. Mit den drei B’s.

PS: Der REVIER-KOMPASS KROATIEN schreibt unabhängig. Wir nehmen Marinas, Restaurants und touristische Angebote kritisch unter die Lupe und nehmen dabei keinerlei Sachleistungen der Betreiber an. Wir schreiben offen darüber, wenn Leistungen unterdurchschnittlich oder im Preis unangemessen sind. Unsere unabhängige Meinung gefällt nicht jedem, der dort besprochen wird, es bringt uns gelegentlich 1-Stern-Rezensionen ein. Man erkennt solche „Bewertungen“ daran, dass sie anonym und ohne nähere Begründung abgegeben werden.

Wir stehen zu jeder unserer Aussagen im REVIER-KOMPASS KROATIEN, insbesondere zu jeder Empfehlung und jeder Kritik. Sollten unsere Informationen Dir nicht weitergeholfen oder sich ein Fehler eingeschlichen haben, was bei der Fülle an Daten möglich ist, sind wir für formlose Hinweise an [email protected] dankbar.

Insiderwissen für deinen Traumtörn in Kroatien: 

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Beide REVIER-KOMPASSE sind nicht nur als Print, sondern auch als eBook erhältlich. Das Ebook ist allerdings ausschließlich über millemari.de erhältlich. Es wird – um beste Bildqualität bei den Wimmelbildern zu bieten – persönlich für jeden Nutzer auf Anfrage erstellt.

Echte Lesermeinungen in 2022:

„Nicht nur die genialen Wimmelbilder, die auf einen Blick einen hervorragenden Überblick über alles Wissenswerte geben, auch die vielen auf den Punkt gebrachten Informationen halfen uns bei der Törnplanung und gaben uns täglich wertvolle Orientierung.“

„Vielen Dank für die beiden Revier Kompasse.

UND für die vielen angenehmen Stunden mit Ihren Büchern.

Ihre Art zu Beschreiben mag ich sehr und macht Lust auf Meer, und mehr!“

„Der Revier-Kompass Kroatien war auf unserem Chartertörn ständig in Gebrauch.“

„Außer den inzwischen verfügbaren, recht brauchbaren Apps mit Revierinformationen und diesem Führer haben wir keine weiteren Revierhandbücher verwendet und auch nicht vermisst.“

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