Monatsarchive: Juli 2017

Jetzt Häfen bewerten: ADAC Mitglieder teilen Erfahrungsschatz

ADAC Mitglieder und Inhaber des IBS vom ADAC können seit dieser Saison über 2600 Marinas und Sportboothäfen auf dem Marina-Portal online bewerten und damit Gleichgesinnten mit ihren wertvollen Erfahrungen bei der Auswahl des passenden Liegeplatzes helfen.

ADAC Mitglieder können Häfen bewerten.

ADAC Skipper können mit der Bewertung von Häfen anderen Skippern bei der Liegeplatzwahl eine wertvolle Hilfe sein und gleichzeitig selbst von den Erfahrungen der Gemeinschaft profitieren.

Was Skipper und Crews auf Törns über mehrere Wochen erleben, ist eine wichtige Ergänzung zu den regelmäßigen Berichten der geschulten ADAC Marina-Inspekteure und der Steuerradklassifikation.

Fünf Kriterien können die Skipper auf dem Marina-Portal bewerten: Hafenmeister/-büro Check-In/Check-Out, Serviceangebot für die Crew, Serviceangebot für das Schiff, Preis-Leistungs-Verhältnis und persönlicher Gesamteindruck. Zu jedem Kriterium können ein bis fünf Sterne vergeben werden. Aus den einzelnen Kriterien wird dann die persönliche Gesamtbewertung errechnet. Dabei werden alle Punkte gleich gewertet. Die Nutzer haben zusätzlich die Möglichkeit, ihre Bewertung zu kommentieren. Mit diesem neuen Angebot erweitert der ADAC seinen Service und bindet seine Mitglieder aktiv ein.

Das ADAC Marina-Portal wartet mit über 2600 Hafenbeschreibungen auf. ADAC Inspekteure haben bereits über 1600 Häfen besichtigt und klassifiziert. Zudem bietet er einen Revierführer, der kurz und prägnant alles Wissenswertes rund um die Planung eines sicheren Törns auflistet. Dazu gehören nautische Besonderheiten, Einreise-, Sicherheits- und Zulassungsregelungen und Informationen zu Sportbootführerscheinen in 20 europäischen Ländern. Ergänzt wird das Angebot durch elektronische Seekarten und einen Ratgeber, zum Beispiel mit Tipps zur Bootscharter, dem Gebrauchtbootkauf oder zum Bootstransport.

SV Honk – Bettina + Michael Plaisant GER

ENDLICH STEUERFREI

Hallo Herr Förthmann,
im Anhang die versprochenen Bilder. Die Anlage war schnell montiert….ohne Probleme 🙂  und arbeitet hervorragend! Wir sind bei böigen Wind bis 6 Beaufort auf allen Kursen gesegelt…einfach super.
Liebe Grüße
Tina und Michi Honk (Plaisant)

Moin an die Honk sailing crew,
Das Video ist plaisant und Sicherheits konform
like the crew, die in der Reling sitzt, allerdings fast ausserhalb der Norm,
die auf dem Foto fröhlich alle Hände hebt,
die erkennbar in Eintracht mit ihrem Namen lebt
die das Segeln nun auch liegend erleben dürfen,
ohne sich die Finger an der Pinne wund zu schürfen,
weil der windige Pilot jetzt den Sklavenjob erledigt
ohne Pennen, Meckern und ganz ohne Gardinen Predigt.
Aber Achtung:
Foerthmann steuert nur bis zur Hafenmauer
wo dann hoffentlich der Wecker klingelt,
weil sonst unter Wasser vorne ein grosses Aua lauert,
was das Hafen Publikum begeistert. zeitgleich kolossal bedauert,
zumal der Hafenmeister dann hart am Bugkorb rüttelt
bevor er den Kahn wieder von der Mole runter schüttelt.

Smooth sailing
Peter Foerthmann

SV Karimalykka – Petra Meyer GER

AUCH IN BÄRLIN KANN MAN IN SEENOT GERATEN

Lieber Herr Foerthmann,
ich hatte ihnen letzten Sommer mal geschrieben, als wir zu doof waren, Backbord und Steuerbord bei der Einstellung unserer geliebten Windfahne zu unterscheiden 😉 Das hatte sich dann  ja glücklicherweise mit einer Erleuchtung erledigt.

Jetzt haben wir eine anderes Problem und ich hoffe hier auf eine Ferndiagnose von Doktor Foerthmann: in einem Unwetter, das kürzlich über Berlin hinwegzog, wurde unser Bodenfeld neu gemischt. Unser Schiff ist samt Bojen Geschirr durch die Bucht gewandert und wurde dann von einem anderen Schiff in inniger Umarmung aufgehalten.

Wie das dabei dann so ist, das Heck trifft zuerst auf Hindernisse und meine Frage ist jetzt, ob wir uns auch um die Windfahne Sorgen machen müssen? Ob das schlimm oder nicht, mögen Sie selbst beurteilen.
Beste Grüße, 
Petra Meyer
SY Karimalykka 
Berlin

Liebe Frau Meyer,
Tränen trocknen – die Reste der Getriebekappe wegwerfen – tief Luft holen – und auf neue Stürme in Berlin warten! So eine Pacific kann mehr ab, als Sie denken – ein paar Kratzer an Windpilot und an Skippers Nerven gehören zum Leben, wie der Wind zum Segeln – Also: nicht in die Hose machen – Förthmann schickt Ihnen eine schicke neue Kappe – und denken Sie bei kommenden Manövern an den alten Norddeutschen Küstenspruch: Kernig gerammt ist besser als lahm angelegt – auch wenn es dies Mal anders herum gewesen ist. Immerhin lebt Ihre Pacific schon seit 25 Jahren … und wird noch unendlich viele Jahre treu ihren Dienst erweisen, solange Sie nicht mit Wucht rückwärts auf die Pier fahren… und das Bremsen vergessen.

Also: Prüfen Sie, ob die Anlage vom Kopf bis Fuss leichtgängig dreht – und weiter geht´s !
beste Grüsse
Peter Foerthmann

Moin,
na, das hat ja ein Lächeln in meinen Regentag hier gebracht 🙂 Danke für das Ersatzteil! :-))
Beste Grüße aus Bärlin
Petra Meyer

Korcula: Dieselpest und Lichtmaschine (Teil 2). Wie Segeln Menschen zusammenbringt.

Im vorigen Post schrieb ich, wie ungeahntes Leben in meinem Tank zu 35 Zentimeter langen organischen Gebilden führt, die unterwegs auf dem Meer LEVJEs Motor lahmlegten. Und was ich einer abgelegenen Bucht dagegen unternahm. 

Hier die Fortsetzung: 







Am nächsten Morgen steuere ich LEVJE in die kleine Marina Korcula. 158 Liegeplätze gibt es da, nach offizieller Zählung auf der ACI-Website. Aber für Transit stehen davon nur knapp die Hälfte zur Verfügung, also 70. Und davon wiederum sind 4/5 von Flotillen und Charter belegt.

Gleich in der Einfahrt in die Marina betreibt Angelo seine Bootsreparatur und einen Zubehörladen. Eigentlich heißt er Andelko, „Ansche:lko“ gesprochen. Aber weil es leichter zu merken ist, sagt er einfach „Angelo“. Seine Werkstatt brummt. Der Laden ist voll. Er kuckt aus neugierigen, wachen, etwas traurigen Augen in seiner Werkstatt, die nicht größer ist als die Küche einer Siebzigerjahre-Wohnung. Und ein Taubenschlag dazu: Junge Leute, die Außenborder zerlegen. Petar, der Mechaniker, der uns draußen vor der Stadtmauer rettete, schraubt an einem Teil. Einheimische und durchreisende Bootsbesitzer, die ständig mit bittendem Blick Angelos „Küche“ betreten. Es brummt. Es summt. Angelos Laden funktioniert. Mit einem Blick ist klar, dass Geldverdienen nicht Angelos Problem ist.“Wir sind die einzigen Mechaniker zwischen Split und Dubrovnik. Wer ein Problem mit seinem Schiff hat auf den 100 Seemeilen zwischen Split und Dubrovnik: Der kommt hierher.“, sagt Angelo. Er sagt es selbstbewusst und doch bescheiden. Als sei es Last und Verantwortung. Und kein Anlass, sich wie mancherorts in diesen Tagen in Kroatien die Hände über laufendes Geschäft zu reiben.

Ich weiß nicht, wann Andelko seine Werkstatt eröffnete. Irgendwann nach dem Balkankrieg, der hier in der Gegend schlimm wütete. Vielleicht, weil dies Kroatien nicht weit von hier an Bosnien und Montenegro stößt. Im Laden nebendran treffe ich seine Tochter Marina, auf der Suche nach einer 3 Ampere Röhrensicherung. „One Moment, please. I am the daughter of a mechanic, but still a woman. Sorry, Sir: I have to ask my father.“ Ich bin beeindruckt. Dass sich jemand entschuldigt. Weil er etwas nicht weiß.



Zehn Minuten später kommt Petar. Er pumpt 10, 20 Liter Diesel vom Grund meines Tanks, um ihn genau zu untersuchen. Er tut nichts anderes als das, was ich draußen in der verlassenen Bucht auf Lastovo tat: Einfach nachsehen. Ob sich weiterer Schleim, weitere lange Fadengebilde in meinem Tank finden (Siehe mein Post dazu). Petar findet genauso wenig wie ich im Tank. Er sei sauber. „Andelko hat drüben im Laden etwas. Das kippst Du rein. Und dann ist Ruh.“

Danach misst Petar meine zickende Lichtmaschine durch. Er braucht eine Weile. Aber dann kommt Präzises: „Die Lichtmaschine ist hin. Die Trenndiode auch. Wir schicken die Lichtmaschine mit der nächsten Fähre ins 100 Kilometer entfernte Split zur Diagnose und Reparatur. Morgen Abend, spätestens übermorgen, hast Du sie wieder.“

Während ich noch hadere, ob meine Lichtmaschine wirklich erwachsen genug ist, um allein auf einer Fähre in die große Stadt am Meer zu verreisen, treffe ich Marina, die meine Lichtmaschine zur Fähre hinüberfährt, die gleich nach Split abgeht. Ich bin beeindruckt. Zum zweiten und nicht zum letzten Mal an diesem Tag. Als ich Abends von meinen Streifzügen durch die Altstadt von Korcula komme, werkeln die drei immer zusammen mit den Lehrlingen immer noch in der Werkstadt. 

Sie fangen morgens um acht Uhr an zu arbeiten. Pause von eins bis drei. Dann arbeiten sie durch bis 21 Uhr, sagt Marina. Ein echter, harter 11-Stunden-Tag jetzt in den Sommermonaten. Inklusive Samstag. „Im Winter sehe ich meine Familie häufiger als jetzt im Sommer“, erzählt Petar. Er ist Vater einer siebenjährigen Tochter und wünscht sich ein zweites Kind. „Das ist mein Job. Im Sommer komme ich vor neun nicht heim. Im Winter hingegen bin ich oft schon am Nachmittag zuhause.“

Am nächsten Morgen frage ich Marina, die Tochter eines Mechanikers, warum sie eigentlich arbeitet.  Sie erzählt, dass sie nebenbei auch eine Ferienwohnung vermietet, ein zauberhaftes Ding am Meer. „I like to work. I cannot live without work. I worked for ten years on cruise ships: 9 months work without Sunday. 3 months holiday. Had to finish with breakdown. It has been a perfect job: Working together with 30 other nationalities and mentalities – and no problem.“ Ein Foto von ihr aus dieser Zeit hängt hinter dem Andelkos Schreibtisch an der Wand. Zwischen dem Bild ihres tödlich verunglückten Bruders. Und dem von Andelkos Mutter. Sie sind Menschen, die ihre Wurzeln, ihre Herkunft nicht vergessen haben.

Jeden Tag rühren mich Andelko, Marina, Petar ein wenig mehr, je näher ich sie in jeder Begegnung, in jedem kleinen Gespräch kennenlerne. Vielleicht musste es so sein in diesem Land, in dem es schwer ist, an die Menschen auf den Inseln heranzukommen, weil die Sprachbarriere, weil unterschiedliche Mentalität den Zugang zueinander erschweren. Und weil dieses Kroatien vor allem in seinen lokalen Communities denkt und ein Reisender nur jemand ist, der heute Geld bringt. Und morgen wieder weg ist. Nicht den Blick wert. Im Tourismus-Boom der letzten Jahre

Vielleicht brauchte es genau dies: LEVJEs streikenden Motor. Eine zickende Lichtmaschine. Um das Leben von drei Menschen, ihre Geschichte, ihre Sorgen, ihre Freude kennenzulernen. Um nicht einfach nur weiterzueilen, von Hafen zu Hafen.


Etwa fünf Mal muss Andelko mit der Werkstatt in Split telefonieren. Dann, nach eineinhalb Tagen, am Samstag Mittag, kommt meine Lichtmaschine mit der Fähre um 12 wieder angereist. Die verschmorte Platine ist durch eine neue ersetzt. Als er die Fähre vor dem Hafen anlegen sieht, setzt Petar sich auf seinen Roller. Und fährt hinüber zum Hafen, um sie zu holen. Insel-Business. Nach einer halben Stunde ist sie wieder eingebaut. Und produziert Strom. Ich hoffe, dass sie jetzt klaglos laufen wird. Wie LEVJEs Motor.

Ich? Bin froh, diese drei Menschen kennengelernt zu haben. Ich weiß, ich werde Andelko, Marina, Petar nicht vergessen. Es sind Menschen wie sie, warum ich an dieses Europa glaube. 

Vielleicht ist dies auch eine der wichtigen Erfahrungen des Alleinreisens. Ich bin meist allein unterwegs. Und brauche doch andere Menschen mehr als ich denke. Wieder fallen mir die Zeilen von Charles Darwin ein, die ich vor drei Jahren in dem Post „Warum ich segle“ schrieb und in denen Darwin, dreißig Jahre nach der Fahrt mit der BEAGLE, jedem Reisenden mit auf den Weg gibt:

„… gleichzeitig wird er entdecken: wie viele wahrhaft gutherzige Menschen es gibt, mit denen er nie zuvor Kontakt hatte und auch nie mehr wieder haben wird, und die dennoch bereit sind, ihm die uneigennützigste Hilfe zu gewähren.“


Hardfacts:

Werkstatt von Andelko Duzevic:
Tel. +385 (0)20 715 755
Mobile +385 (0)91 507 46 35

Marina Duzevic (Laden):
Tel. +385 (0)20 295 744
Mobile +385 (0)91 526 41 62


ACI Marina Korcula:
159 Landliegeplätze. 16 Dry Berths (laut offizielle Angaben auf der ACI-Korcula-Seite)
Preis für 37 Fuß: ca. 85€/Nacht
Für Transitgäste ca. 60-70 Liegeplätze, die regelmäßig Dienstag und Mittwoch 
durch Flottilen und Chartersegler voll belegt sind (Stand 7/2017). 
An den übrigen Tagen Reservierung ohne Probleme möglich.
Allerdings wird Buchung über das ACI-Buchungssystem (gegen Aufpreis/nicht unerhebliche Stornogebühr) gegenüber telefonischer Anmeldung bevorzugt.



[email protected]



Korcula: Dieselpest und Lichtmaschine (Teil 2). Wie Segeln Menschen zusammenbringt.

Im vorigen Post schrieb ich, wie ungeahntes Leben in meinem Tank zu 35 Zentimeter langen organischen Gebilden führt, die unterwegs auf dem Meer LEVJEs Motor lahmlegten. Und was ich einer abgelegenen Bucht dagegen unternahm. 

Hier die Fortsetzung: 







Am nächsten Morgen steuere ich LEVJE in die kleine Marina Korcula. 158 Liegeplätze gibt es da, nach offizieller Zählung auf der ACI-Website. Aber für Transit stehen davon nur knapp die Hälfte zur Verfügung, also 70. Und davon wiederum sind 4/5 von Flotillen und Charter belegt.

Gleich in der Einfahrt in die Marina betreibt Angelo seine Bootsreparatur und einen Zubehörladen. Eigentlich heißt er Andelko, „Ansche:lko“ gesprochen. Aber weil es leichter zu merken ist, sagt er einfach „Angelo“. Seine Werkstatt brummt. Der Laden ist voll. Er kuckt aus neugierigen, wachen, etwas traurigen Augen in seiner Werkstatt, die nicht größer ist als die Küche einer Siebzigerjahre-Wohnung. Und ein Taubenschlag dazu: Junge Leute, die Außenborder zerlegen. Petar, der Mechaniker, der uns draußen vor der Stadtmauer rettete, schraubt an einem Teil. Einheimische und durchreisende Bootsbesitzer, die ständig mit bittendem Blick Angelos „Küche“ betreten. Es brummt. Es summt. Angelos Laden funktioniert. Mit einem Blick ist klar, dass Geldverdienen nicht Angelos Problem ist.“Wir sind die einzigen Mechaniker zwischen Split und Dubrovnik. Wer ein Problem mit seinem Schiff hat auf den 100 Seemeilen zwischen Split und Dubrovnik: Der kommt hierher.“, sagt Angelo. Er sagt es selbstbewusst und doch bescheiden. Als sei es Last und Verantwortung. Und kein Anlass, sich wie mancherorts in diesen Tagen in Kroatien die Hände über laufendes Geschäft zu reiben.

Ich weiß nicht, wann Andelko seine Werkstatt eröffnete. Irgendwann nach dem Balkankrieg, der hier in der Gegend schlimm wütete. Vielleicht, weil dies Kroatien nicht weit von hier an Bosnien und Montenegro stößt. Im Laden nebendran treffe ich seine Tochter Marina, auf der Suche nach einer 3 Ampere Röhrensicherung. „One Moment, please. I am the daughter of a mechanic, but still a woman. Sorry, Sir: I have to ask my father.“ Ich bin beeindruckt. Dass sich jemand entschuldigt. Weil er etwas nicht weiß.



Zehn Minuten später kommt Petar. Er pumpt 10, 20 Liter Diesel vom Grund meines Tanks, um ihn genau zu untersuchen. Er tut nichts anderes als das, was ich draußen in der verlassenen Bucht auf Lastovo tat: Einfach nachsehen. Ob sich weiterer Schleim, weitere lange Fadengebilde in meinem Tank finden (Siehe mein Post dazu). Petar findet genauso wenig wie ich im Tank. Er sei sauber. „Andelko hat drüben im Laden etwas. Das kippst Du rein. Und dann ist Ruh.“

Danach misst Petar meine zickende Lichtmaschine durch. Er braucht eine Weile. Aber dann kommt Präzises: „Die Lichtmaschine ist hin. Die Trenndiode auch. Wir schicken die Lichtmaschine mit der nächsten Fähre ins 100 Kilometer entfernte Split zur Diagnose und Reparatur. Morgen Abend, spätestens übermorgen, hast Du sie wieder.“

Während ich noch hadere, ob meine Lichtmaschine wirklich erwachsen genug ist, um allein auf einer Fähre in die große Stadt am Meer zu verreisen, treffe ich Marina, die meine Lichtmaschine zur Fähre hinüberfährt, die gleich nach Split abgeht. Ich bin beeindruckt. Zum zweiten und nicht zum letzten Mal an diesem Tag. Als ich Abends von meinen Streifzügen durch die Altstadt von Korcula komme, werkeln die drei immer zusammen mit den Lehrlingen immer noch in der Werkstadt. 

Sie fangen morgens um acht Uhr an zu arbeiten. Pause von eins bis drei. Dann arbeiten sie durch bis 21 Uhr, sagt Marina. Ein echter, harter 11-Stunden-Tag jetzt in den Sommermonaten. Inklusive Samstag. „Im Winter sehe ich meine Familie häufiger als jetzt im Sommer“, erzählt Petar. Er ist Vater einer siebenjährigen Tochter und wünscht sich ein zweites Kind. „Das ist mein Job. Im Sommer komme ich vor neun nicht heim. Im Winter hingegen bin ich oft schon am Nachmittag zuhause.“

Am nächsten Morgen frage ich Marina, die Tochter eines Mechanikers, warum sie eigentlich arbeitet.  Sie erzählt, dass sie nebenbei auch eine Ferienwohnung vermietet, ein zauberhaftes Ding am Meer. „I like to work. I cannot live without work. I worked for ten years on cruise ships: 9 months work without Sunday. 3 months holiday. Had to finish with breakdown. It has been a perfect job: Working together with 30 other nationalities and mentalities – and no problem.“ Ein Foto von ihr aus dieser Zeit hängt hinter dem Andelkos Schreibtisch an der Wand. Zwischen dem Bild ihres tödlich verunglückten Bruders. Und dem von Andelkos Mutter. Sie sind Menschen, die ihre Wurzeln, ihre Herkunft nicht vergessen haben.

Jeden Tag rühren mich Andelko, Marina, Petar ein wenig mehr, je näher ich sie in jeder Begegnung, in jedem kleinen Gespräch kennenlerne. Vielleicht musste es so sein in diesem Land, in dem es schwer ist, an die Menschen auf den Inseln heranzukommen, weil die Sprachbarriere, weil unterschiedliche Mentalität den Zugang zueinander erschweren. Und weil dieses Kroatien vor allem in seinen lokalen Communities denkt und ein Reisender nur jemand ist, der heute Geld bringt. Und morgen wieder weg ist. Nicht den Blick wert. Im Tourismus-Boom der letzten Jahre

Vielleicht brauchte es genau dies: LEVJEs streikenden Motor. Eine zickende Lichtmaschine. Um das Leben von drei Menschen, ihre Geschichte, ihre Sorgen, ihre Freude kennenzulernen. Um nicht einfach nur weiterzueilen, von Hafen zu Hafen.


Etwa fünf Mal muss Andelko mit der Werkstatt in Split telefonieren. Dann, nach eineinhalb Tagen, am Samstag Mittag, kommt meine Lichtmaschine mit der Fähre um 12 wieder angereist. Die verschmorte Platine ist durch eine neue ersetzt. Als er die Fähre vor dem Hafen anlegen sieht, setzt Petar sich auf seinen Roller. Und fährt hinüber zum Hafen, um sie zu holen. Insel-Business. Nach einer halben Stunde ist sie wieder eingebaut. Und produziert Strom. Ich hoffe, dass sie jetzt klaglos laufen wird. Wie LEVJEs Motor.

Ich? Bin froh, diese drei Menschen kennengelernt zu haben. Ich weiß, ich werde Andelko, Marina, Petar nicht vergessen. Es sind Menschen wie sie, warum ich an dieses Europa glaube. 

Vielleicht ist dies auch eine der wichtigen Erfahrungen des Alleinreisens. Ich bin meist allein unterwegs. Und brauche doch andere Menschen mehr als ich denke. Wieder fallen mir die Zeilen von Charles Darwin ein, die ich vor drei Jahren in dem Post „Warum ich segle“ schrieb und in denen Darwin, dreißig Jahre nach der Fahrt mit der BEAGLE, jedem Reisenden mit auf den Weg gibt:

„… gleichzeitig wird er entdecken: wie viele wahrhaft gutherzige Menschen es gibt, mit denen er nie zuvor Kontakt hatte und auch nie mehr wieder haben wird, und die dennoch bereit sind, ihm die uneigennützigste Hilfe zu gewähren.“


Hardfacts:

Werkstatt von Andelko Duzevic:
Tel. +385 (0)20 715 755
Mobile +385 (0)91 507 46 35

Marina Duzevic (Laden):
Tel. +385 (0)20 295 744
Mobile +385 (0)91 526 41 62


ACI Marina Korcula:
159 Landliegeplätze. 16 Dry Berths (laut offizielle Angaben auf der ACI-Korcula-Seite)
Preis für 37 Fuß: ca. 85€/Nacht
Für Transitgäste ca. 60-70 Liegeplätze, die regelmäßig Dienstag und Mittwoch 
durch Flottilen und Chartersegler voll belegt sind (Stand 7/2017). 
An den übrigen Tagen Reservierung ohne Probleme möglich.
Allerdings wird Buchung über das ACI-Buchungssystem (gegen Aufpreis/nicht unerhebliche Stornogebühr) gegenüber telefonischer Anmeldung bevorzugt.



[email protected]



Schleuse 14

Da liegen wir gerade. Direkt hinter der 14. Schleuse an einer Riesen-Beton-Pier. Da die Poller ewig weit auseinander sind, haben wir alle Möglichkeiten ausgenutzt und getrickst. Mir andren Worten: Poller, Baggerschaufel und Tannenbaum; fertig. Ansonsten alles gut. Mal wieder völlig alleine heute Abend und gute 65 Kilometer im Kielwasser. Morgen noch fünf Schleusen, eine wichtige Hubbrūcke (wir sind angemeldet) und ein paar Kilometer. Dann sind wir in Belomorsk an weißen Meer. Yieeehaaaaw!

Von meinem iPhone gesendet

Mali Losinj: SeaHelp und Segler retten Schwimmer in letzter Sekunde

Da war wohl gleich ein ganzes Heer an Schutzengeln am Werk: Ein Schwimmer wurde in der circa 300 Meter breiten Passage zwischen den Inseln Zabodarski und Losinj von einem Motorboot überfahren und dabei lebensgefährlich verletzt.

Erstversorgung noch auf dem SeaHelp-Einsatzboot: Der lebensgefährlich Verletzte wird für den Abtransport per Rettungshubschrauber vorbereitet.

Erstversorgung noch auf dem SeaHelp-Einsatzboot: Der lebensgefährlich Verletzte wird für den Abtransport per Rettungshubschrauber vorbereitet.

Zufällig beobachtete die zweiköpfige Besatzung eines Segelbootes den Vorfall, eilte zur Hilfe und zog den stark blutenden Verletzten aus dem Wasser. Keine Sekunde zu früh, denn er war bereits in Begriff, unterzugehen.

Kurz darauf passierte zufällig das in Mali Losinj stationierte SeaHelp-Einsatzboot unter der erfahrenen Leitung von Stanko Kovacevic sowie seinen Mitarbeitern Kristian Nikolic und Leon Benvin den Havarieort auf dem Weg zu einem Schlepp-Einsatz das Segelboot mit dem Verletzten an Bord. Die Besatzung des Segelschiffes machte durch Gestikulieren und starke Hilferufe auf sich aufmerksam, Stanko Kovacevic dreht bei. An Bord des Seglers leisteten er und sein Partner zunächst erste Hilfe und versuchten, die heftigen Blutungen notdürftig zu stoppen. Da beiden sofort klar war, dass der lebensgefährlich Verletzte, der zu verbluten drohte, an Bord des Seglers nicht mehr rechtzeitig den Hafen erreichen würde, lagerten sie ihn auf das SeaHelp-Einsatzboot um und beförderten ihn zur Uferpromenade Mali Losinj. Im Wettlauf mit der Zeit machte sich die außerordentlich starke Motorisierung der SeaHelp-Einsatzboote ebenso bemerkbar wie das Hand-in-Hand-Arbeiten des Pannendienstes mit den zuständigen kroatischen Behörden und Institutionen wie auch SAR. An der Uferpromenade warteten bereits ein Notarzt sowie ein Rettungsteam und ein Rettungshubschrauber, der den Verletzten in Krankenhaus Rijeka transportierte, wo er sofort notoperiert wurde.

Wie das Krankenhaus mittlerweile bekannt gab, befindet sich der schwer verletzte Skipper nicht mehr in Lebensgefahr. Fest steht allerdings: Wäre SeaHelp nicht vor Ort gewesen und den Skipper nicht auf dem SeaHelp-Einsatzboot schnellstens nach Losinj transportiert, wäre er sicherlich an Bord des erstaufnehmenden Seglers verblutet. Nur durch das umsichtige, entschlossene Handeln von Stanko Kovacevic und seinem Team konnte das Leben gerettet werden.

Der Skipper des Motorbootes war nach ersten Aussagen viel zu schnell unterwegs. Im Kanal gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 5 Knoten, die er wohl erheblich überschritten hatte. Außerdem setzte er nach der Havarie seine Fahrt fort, ohne sich um das Opfer zu kümmern. Die Polizei ermittelt derzeit den genauen Unfallhergang und fahndet nach dem flüchtigen Skipper, dem eine empfindliche Strafe droht. SeaHelp weist in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hin, dass es unerlässlich ist, sich auf dem Wasser mit angepasster Geschwindigkeit zu bewegen und generell „auf Sicht“ zu fahren.

Mali Losinj: SeaHelp und Segler retten Schwimmer in letzter Sekunde

Da war wohl gleich ein ganzes Heer an Schutzengeln am Werk: Ein Schwimmer wurde in der circa 300 Meter breiten Passage zwischen den Inseln Zabodarski und Losinj von einem Motorboot überfahren und dabei lebensgefährlich verletzt.

Erstversorgung noch auf dem SeaHelp-Einsatzboot: Der lebensgefährlich Verletzte wird für den Abtransport per Rettungshubschrauber vorbereitet.

Erstversorgung noch auf dem SeaHelp-Einsatzboot: Der lebensgefährlich Verletzte wird für den Abtransport per Rettungshubschrauber vorbereitet.

Zufällig beobachtete die zweiköpfige Besatzung eines Segelbootes den Vorfall, eilte zur Hilfe und zog den stark blutenden Verletzten aus dem Wasser. Keine Sekunde zu früh, denn er war bereits in Begriff, unterzugehen.

Kurz darauf passierte zufällig das in Mali Losinj stationierte SeaHelp-Einsatzboot unter der erfahrenen Leitung von Stanko Kovacevic sowie seinen Mitarbeitern Kristian Nikolic und Leon Benvin den Havarieort auf dem Weg zu einem Schlepp-Einsatz das Segelboot mit dem Verletzten an Bord. Die Besatzung des Segelschiffes machte durch Gestikulieren und starke Hilferufe auf sich aufmerksam, Stanko Kovacevic dreht bei. An Bord des Seglers leisteten er und sein Partner zunächst erste Hilfe und versuchten, die heftigen Blutungen notdürftig zu stoppen. Da beiden sofort klar war, dass der lebensgefährlich Verletzte, der zu verbluten drohte, an Bord des Seglers nicht mehr rechtzeitig den Hafen erreichen würde, lagerten sie ihn auf das SeaHelp-Einsatzboot um und beförderten ihn zur Uferpromenade Mali Losinj. Im Wettlauf mit der Zeit machte sich die außerordentlich starke Motorisierung der SeaHelp-Einsatzboote ebenso bemerkbar wie das Hand-in-Hand-Arbeiten des Pannendienstes mit den zuständigen kroatischen Behörden und Institutionen wie auch SAR. An der Uferpromenade warteten bereits ein Notarzt sowie ein Rettungsteam und ein Rettungshubschrauber, der den Verletzten in Krankenhaus Rijeka transportierte, wo er sofort notoperiert wurde.

Wie das Krankenhaus mittlerweile bekannt gab, befindet sich der schwer verletzte Skipper nicht mehr in Lebensgefahr. Fest steht allerdings: Wäre SeaHelp nicht vor Ort gewesen und den Skipper nicht auf dem SeaHelp-Einsatzboot schnellstens nach Losinj transportiert, wäre er sicherlich an Bord des erstaufnehmenden Seglers verblutet. Nur durch das umsichtige, entschlossene Handeln von Stanko Kovacevic und seinem Team konnte das Leben gerettet werden.

Der Skipper des Motorbootes war nach ersten Aussagen viel zu schnell unterwegs. Im Kanal gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 5 Knoten, die er wohl erheblich überschritten hatte. Außerdem setzte er nach der Havarie seine Fahrt fort, ohne sich um das Opfer zu kümmern. Die Polizei ermittelt derzeit den genauen Unfallhergang und fahndet nach dem flüchtigen Skipper, dem eine empfindliche Strafe droht. SeaHelp weist in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hin, dass es unerlässlich ist, sich auf dem Wasser mit angepasster Geschwindigkeit zu bewegen und generell „auf Sicht“ zu fahren.

Nadvoizy + Video-Botschaft

Hallihallo, nach zwei Tagen im Nirvana und Funkloch sind wir wieder online. Aber nur seeeeehr langsam. Wir stehen nach gut 56 Seemeilen in Nadvoizy unmittelbar vor Schleuse 10. Heute war ein echt schöner Segeltag auf dem Vyg-See, der Teil des Belomorkanals ist. Übermorgen planen wir am Weißen Meer in Belomorsk einzutreffen. Bis dahn warten aber noch zwei lange Tage auf uns. Sorry, wenn gerade nicht viel kommt, aber wir sind hier echt weitab von der Zivilisation und froh wenn wir überhaupt mal Netz haben. Gleich gehts noch in die russische Sauna. Ich bin schon ganz gespannt.

Ja und dann gibts heute noch eine neue Video-Botschaft. Diese mal für Cord Tepelmann, der in der gleichen Sportbootschuikle wie ich damals seinen Segelschein gemacht hat. Also lieber Cord. Auch an dich vielen Dank für deine Unterstützung und viel Spaß mit dem Video. Ahoi !


SV Livingston – Corrie + Jan Steenmijer NED

BERMUDA DREIECK VOR DER NASE

Dear Peter,
Don’t worry, everyting is OK. Shouldn’t it be very nice to let you know now and than that everything is working very well. It is a miracle how nice and perfect the Windvane steers the Livingstone (better than the Simrad!!!) so we use her almost of the time.
met veel groet
Jan en Corrie from Norfolk Virginia WEITERLESEN

Das hatte sich Jan auch anders vorgestellt

Maler und Lackierer als Wahlberuf

Is ja nun anders als geplant gelaufen. So ganz glücklich ist Jan nicht. Dumm gelaufen, auch noch irgendwie seine eigene Schuld. Am nächsten Donnerstag ist er befreit und hat Heimaturlaub. Bis dahin gibt es Schulung beim Alten. Fraktion Schleifen, Spachteln und Lackieren ist angesagt. Ab Morgen Motorkunde, Aufräumen und To Do Liste abarbeiten. Gedacht war in Wasahamn Stockholm Center, stadtnah, tagsüber arbeiten und dann Stockholm erleben. Realisiert ist, auf der Baustelle in der Marina schuften.

Murphy ist auch wieder dabei. Gestern grade alles fertig gespritzt und gerollt, da ziehen Wolken auf und es fängt an zu schütten. Gut das wenigstens die Farbe, die ich am Hull gespritzt habe schon soweit trocken war, dass es keine kleinen Krater gegeben hat, die man wieder neu anschleifen und neu sprühen muss. Heute hat Jan grade die Scheuerleiste noch mal gerollt. Ich die Badeplattform, da kommt eine dicke Wolke und schüttet tonnenweise Wasser über unsere Gewerke. Folge: Arbeitsabruch. Jan hat eine Einweisung in Gebrauch des Druckkochtopfes bekommen. Wundert mich, dass dieser nicht explodiert ist. Hätte ja zum heutigen Tag noch prima gepasst. Gegeben hat es eine 1a Kürbissuppe. Kann er jetzt.

Inzwischen ist Jan heute weg ohne mich und ich trage mal mein Logbuch nach, halte Mittagsschlaf bis um 17:00. Dann quietscht unsere Wasserpumpe los und die Gardena Wassermachersteuerung will die Membranen der Entsalzungsanlage spülen. Was für ein Wecker.

 


 

Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com

 

Download Flyer

Chaguaramas – Trinidad

ALLSEITS BEKANNT – TROTZDEM UNGELIEBT