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Segeln meets Hockey: Warmlaufen für das Bundesliga-Finale

Beim sportartenübergreifenden Wettkampf traten die Meister im Hockey (1. Damen vom Der Club an der Alster) in gemischten Teams mit den Meistern im Segeln (Norddeutscher Regatta Verein) und Journalisten gegeneinander an.

Auf diese Weise konnte nicht nur das Verständnis der unterschiedlichen Sportarten füreinander gestärkt werden, auch die Journalisten bekamen einen direkten Einblick in die Herausforderungen beim Segeln. Zwar meinte es Rasmus mit dem Wind nicht wirklich gut mit den Akteuren, denn die Alster lag den ganzen Tag über spiegelblank da. Doch damit war der Wettkampf umso mehr angefacht. In der ersten Wettfahrt des Tages gestattete Oliver Schwall, Geschäftsführer des Bundesliga-Vermarktes Konzeptwerft, das Pumpen und konnte so miterleben, mit welch körperlichem Einsatz sich Hockeyspieler und Journalisten für ihre segelerfahrenen Steuerleute in die Wanten warfen. In der zweiten Wettfahrt war dann Fingerspitzengefühl gefragt. Denn ohne besondere Vortriebsmittel mussten die Crews ihre J/70-Yachten über den Kurs navigieren und dabei den leichtesten Hauch erspüren.

Bei extrem leichten Winden war der Blick für die Böen gefordert.

Der sportliche Wettkampf war vor dem Hintergrund des 150-jährigen Jubiläums des NRV ein Höhepunkt in der Verbindung des traditionsreichen Segelclubs an der Alster und dem Hockeyverein, Der Club an der Alster (DCADA), der einst aus dem NRV hervorgegangen war und im kommenden Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. 1919 gründeten Mitglieder der „Alsterpiraten“ (ein Zusammenschluss jugendlicher Mitglieder des NRV) den Club an der Alster. Der NRV gründete somit den DCADA und beide Hamburger Clubs sind viel mehr als nur die Deutschen Meister ihrer Sportarten. Beide Clubs haben mittlerweile mehrere tausend Mitglieder und fördern neben dem Breitensport auch den Leistungssport.

„Hockey und Segeln sind wirklich sehr unterschiedliche Sportarten, aber wenn man mit anderen Sportlern zusammenkommt, hat man immer gleich einen guten Draht zueinander. Auch wenn wir heute nur wenig Wind hatten, sind wir doch ein paar gute Rennen gefahren. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, und ich würde es sofort wieder tun. Ich freue mich jetzt schon, wenn wir den Seglern das Hockeyspielen ,beibringen‘. Die Gegeneinladung steht“, sagte Friedrich Gröpper, Kapitän der 1. Herren vom Der Club an der Alster, nach der Siegerehrung. Oliver Schwall nahm diese Einladung für den NRV gerne an: „Wir freuen uns darauf, wenn wir uns im kommenden Jahr auf dem Hockeyplatz treffen. Heute war es seglerisch sehr schwierig. Das ist ein klarer Vorteil beim Hockey, denn da wird es kaum Spielausfälle wegen des Wetters geben.“

Generalprobe für das Podium: Die Teilnehmer der geselligen Regatta wurden mit Urkunde, Medaille und Pokal auf dem Originalpodest der Bundesliga geehrt.

Spaß beiseite, jetzt wird es ernst, heißt es nun in den kommenden drei Tagen in der Segel-Bundesliga. Mit dem Finale der Ersten Liga entscheidet sich, wer 2018 die Meisterschale entgegennehmen darf. Beste Voraussetzungen hat der dreimalige Meister vom NRV. Der Titelverteidiger führt die Tabelle souverän an und kann bereits mit einem Mittelfeldplatz seinen vierten Titel gewinnen.

Alle Interessierten sind daher in den Norddeutschen Regatta Verein (Schöne Aussicht 37) eingeladen, um den Meisterschafts-Thriller in geselliger Public-Viewing-Atmosphäre zu erleben. Neben einer großen Leinwand stehen Snacks, Getränke und kleine Überraschungen bereit.

Wer nicht vor Ort sein kann, für den werden die Rennen am Freitag ab 12.00 Uhr und Samstag ab 11.00 Uhr live auf segelbundesliga.de übertragen. Ergänzend ermöglichen die SAP Sailing Analytics mit einem Live Leaderboard, 2D-Visualisierungen und GPS-Tracking Seglern, Fans und allen Interessierten das Renngeschehen jeder Zeit und überall zu verfolgen. Alle Ergebnisse ab Donnerstag auf sapsailing.com.

Winterlager: Richtig aufgebockt

Wer plant, das Schiff aus dem Wasser zu nehmen, aber statt geschützter Winterhalle den günstigeren Bock im Außenlager auserkoren hat, liegt im Herbst und Winter nicht gefahrenfrei vor Wind und Wetter. Im Gegenteil: Da sich die Yacht im Sturm so nicht wiegen kann, sondern sich ihm starr aufgebockt entgegenstellt, zerrt er in besonderem Maße an Rigg und Rumpf. Folgende Präventions-Maßnahmen helfen hier, Schäden zu vermeiden, bevor sie entstehen.

1. Die richtige Platzwahl

Wer die Möglichkeit dazu hat, sollte sich seinen Liegeplatz im Außenlager selbst wählen. Orkantief ‚Christian‘ hat gezeigt: Stellplätze direkt an hohen Hallenwänden sind relativ sicher – durch den jeweiligen Lee- oder Luvstau, der bei Wind an ihnen entsteht. Dicht beieinander gestellte Yachten auf ‚freiem Feld‘ fielen hingegen vielerorten nach bekanntem Domino-Effekt um. Nicht allein der Wind entscheidet dann über die Sicherheit, sondern auch die Sorgfalt des Nachbarn. Hat er seinen Bock zu klein gewählt, kippt er eher und reißt Nachbarboote meist mit ins waagerechte Elend.

2. Der richtige Lagerbock

Wesentliche Ursache für frühzeitiges Kippen bei brachialem Seitenwind sind zu unterdimensioniert gewählte Böcke. Wind- und Bootslasten, die auf einen Bock einwirken, lassen sich von Werften auf Normalverhältnisse berechnen, sodass man Sicherheitsreserven einplanen kann. Ein sicherer Lagerbock sollte mindestens 75 besser 80 Prozent der maximalen Schiffsbreite aufweisen, um auch bei stärkeren Seitenwinden standhaft zu bleiben. Straßentrailer sind, wie der Name schon sagt, für die Straße und wegen ihrer geringen Breite von maximal 2,55 m bei besonders hohem Schwerpunkt für ein Winterlager in Reihe draußen ungeeignet.

3. Richtig stabilisiert?

Auch Lagerböcke lassen sich zusätzlich stabilisieren: durch Pallhölzer, die angewinkelt im 45 Gradwinkel, die Auflage vergrößern und damit die Gefahr zu kippen verkleinern. Ob auf Rasen, Schotter oder Teer – situatives Handeln zum Arretieren der Hölzer ist gefragt. Mitunter können bei kleineren Yachten auch luvseitig eingepflockte Leinen helfen.

4. Richtig – wenig Fläche auch an Land

Abdeckplanen sollten bei heranziehenden Stürmen entfernt – und gegen starke Winde zumindest gut abgesichert werden: Am besten sitzen Planen flush an Deck, wo sie durch die Süll-Lochleiste stramm fixiert werden. Sie an der Reling zu fixieren, ist keine gute Idee, will man auch im nächsten Jahr mit Seezaun segeln. Überlappende Planen straff nach unten zum Rasen ziehen. Beschwerende Beton-Eimer, die zusätzlich in Ösen der Plane eingehängt werden, pendeln im Wind und verringern ruckartiges Ziehen an der Plane.

5. Richtig – ohne Rigg

Vielerorten sieht man Yachten im Außenlager auch geriggt stehen. Macht man aus Bequemlichkeit, aber natürlich setzt das den Schwerpunkt nach oben. Hinzu kommt, dass der Wind in das Rigg einweht, ohne dass die Yacht diese Kräfte – anders als im Wasser, wo das Schiff schwoien kann – auffangen kann. Die Kräfte, die dadurch auf die Püttinge, Salingsaufnahmen, Stagen, Wanten und letztlich auch auf die Auflagepunkte am Rumpf wirken, sind so ungleich größer und direkter. Materialschonend ist das nicht.

Der NRV hat schon eine Hand an der Meisterschale

Bundesliga 2018: <p>
	Vor dem Gipfel in Hamburg: der Bayerische Yacht-Club im Liga-Einsatz</p>

Der Norddeutsche Regatta Verein steht vor dem vierten Sieg in sechs Jahren Bundesliga-Geschichte. Kann der Bayerische Yacht-Club die Hamburger noch stoppen?

Wetter: Ganz nah dran – Wie eine Wasserhose wirbelt

Mike will einfach nicht auf seine Frau hören. „Komm jetzt rein“, ruft sie ein wenig panisch. Aber er hat den Wasser-Wirbel im Sucher. So nah sieht man dieses schaurige Naturschauspiel selten. Weiterlesen

Offizieller Neustart bei Bavaria

Der 17. Oktober 2018 dürfte ein weiteres historisches Datum in der 40jährigen Geschichte von Bavaria sein. Heute wurde offiziell der Neustart der fränkischen Werft für Segel- und Motoryachten mit einem symbolischen Druck auf den Startknopf in Giebelstadt gefeiert. Dr. Tobias Brinkmann, von der Kanzlei Brinkmann & Partner, übergab die Werft mit seinen 550 Mitarbeitern in Giebelstadt und seinen 250 Bootsbauern in Rochefort/Frankreich an Kai Brandes und Dr. Ralph Kudla, als Vertreter der neuen Investoren CMP, sowie an die weiteren Geschäftsführer von Bavaria, Erik Appel für Produktion, Stefan Klaassen für Vertrieb und Peter Rindler für Finanzen. Brinkmann hatte Ende April, nach dem überraschenden Insolvenzantrag von Bavaria, die Leitung der Werft übernommen und bis Mitte September nach einem neuen Investor gesucht.

 

Sicherheit für alle Beteiligten

„Bavaria hat wieder Wasser unter dem Kiel und kann nun wieder Fahrt aufnehmen“, so fasste Kai Brandes, Geschäftsführender Gesellschafter von CMP Capital ManagementPartners aus Berlin, auf einer Pressekonferenz bei Bavaria in Giebelstadt die neue Zukunft der fränkischen Werft zusammen. „Wir freuen uns über den erfolgreichen Abschluss der Transaktion: Der Kaufvertrag ist unterzeichnet, die Freigabe des Bundeskartellamts liegt vor und das Closing, also die Erfüllung aller vertraglichen Bedingungen, hat gerade stattgefunden. Das bedeutet Sicherheit für die Mitarbeiter, für die Kunden und Händler sowie für die Lieferanten“, führte Brandes weiter aus. Doch bei CMP liegt die größte Arbeit nun bei Dr. Ralph Kudla, der als Geschäftsführer oder genauer gesagt Chief Restructuring Officer (CRO), Bavaria nun in ertragreichere Fahrwasser führen soll. Rund vier bis sechs Monate rechnet der erfahrene Sanierer bis Bavaria wirklich auf neuem Kurs ist. Für das nun verkürzte Geschäftsjahr bis 31. Juli 2019 werden noch rote Zahlen die Bilanz prägen. Im darauffolgenden Geschäftsjahr bis Ende Juli 2020 soll schon eine schwarze Null erreicht werden. Im laufenden Geschäftsjahr sollen noch 400 bis 500 Segel- und Motoryachten gebaut werden.

 

In Eigenregie entwickeln und bauen

Kern der neuen Strategie ist es, sich wieder auf traditionelle Markenwerte von Bavaria wie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu besinnen. Und man will sich in der Konstruktion wieder stärker auf das eigene Team an Ingenieuren besinnen, statt Baupläne nur von außen einzukaufen. „Wir wollen, dass unsere hervorragend ausgebildeten und engagierten Mitarbeiter vorrangig alle Yachten in eigener Regie entwickeln und bauen. Die Belegschaft identifiziert sich sehr mit Bavaria Yachtbau, sie ist der Kern unseres Unternehmens“, sagte Geschäftsführer Erik Appel, seit Dezember 2017 Chief Operating Officer von Bavaria Yachtbau. „Deshalb wollen wir das Stammpersonal weiter aufbauen und gleichzeitig das Verhältnis der Leiharbeitnehmer verringern. Das hilft erheblich, Produktionskosten zu senken. Um die Leistungsfähigkeit der Werft zu erhöhen, werden wir das eigene Engineering, also die technische Entwicklung von Yachten, wieder bei Bavaria Yachtbau konzentrieren, interdisziplinäre Teams sind bereits gebildet. So werden wir die Übergabe neu entwickelter Modelle vom Engineering in die Produktion besser organisieren und Kosten senken. Das Engineering und der Möbelbau werden als Kernkompetenzen im eigenen Haus fortgeführt.“

 

Modellpalette umstrukturieren

Erste Ergebnisse für die Neustrukturierung wurden bereits umgesetzt. Die Motoryachten E40 und E34, die in den letzten zwei Jahren zahlreiche Preise und Awards gewannen, werden nicht mehr produziert. Das Flaggschiff Bavaria C65, das bisher auf einer Werft in Kroatien gebaut wurde, ist ebenfalls nicht mehr im Programm. Die Motoryacht R55, die ebenfalls in Kroatien gebaut wurde, wird ab Frühjahr 2019 nun von der Bavaria Stammmannschaft in Giebelstadt gefertigt. Und auch die neue Bavaria C50, die dieses Jahr auf der boot in Düsseldorf ihre Weltpremiere feierte, wurde wieder vom Band in den Prototypenbau gebracht. Nach erfolgreichem Re-Engineering wird die C50 ab November 2018 wieder in die Serienproduktion gehen. Die Erkenntnisse daraus werden nun auf die C57 und die kleine Schwester C45 übertragen. Der neue COO hat die Machbarkeit des größten Segelschiffs für das Werk Giebelstadt sichergestellt. Inzwischen ist die C57 im Band, parallel werden die Erkenntnisse aus der C50 in die laufende Produktion der C57 umgesetzt.

Die Modellpalette mit zurzeit 26 Modellen soll in Zukunft auf zehn bis zwölf Kernmodelle fokussiert werden. Man will die Modellpalette attraktiver und gleichzeitig qualitativ hoch verlässlich gestalten, betont die neue Geschäftsführung von Bavaria. Neuentwicklungen sind ab dem 2019 geplant und sollen auf der boot 2020 vorgestellt werden.

 

Rückkehr auf den Wachstumspfad

Dr. Ralph Kudla, Partner bei CMP, ist seit einer Woche auch Geschäftsführer von Bavaria Yachtbau und folgt damit auf Dr. Tobias Brinkmann. Seine Aufgabe als Chief Restructuring Officer (CRO) sowie Verantwortlichkeit für Personal, Recht, Einkauf und die Beteiligung Bavaria Catamarans in Frankreich skizziert er so: „Um nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit wiederzuerlangen, braucht es ein Höchstmaß an Erfahrung in Veränderungsprozessen und Konsequenz im operativen Handeln. Für die Realisierung der Maßnahmen zur Neuausrichtung des Unternehmens stellt CMP über die von ihr beratenen Fonds daher nicht nur finanzielle Mittel bereit, sondern unterstützt bei Bedarf das Management vor Ort. Stabilisierung, Weiterentwicklung und Rückkehr auf den Wachstumspfad sind Kernthemen der Restrukturierung. Darüber hinaus gilt es, die zukünftige Modellpalette festzulegen. Das stellt die größte Herausforderung dar, und wir werden uns hierfür sicher ein gutes halbes Jahr Zeit nehmen, um erste Entscheidungen zu treffen und Impulse zu setzen.“

 

Bavaria Catamarans wird wieder Nautitech

Die französische Beteiligung „Bavaria Catamarans“ wird künftig wieder unter ihrem bewährten Markennamen „Nautitech“ auftreten und vermarktet. Dr. Ralph Kudla weiß: „Bavaria steht für Yachten, Nautitech für Katamarane. Es ist uns wichtig, dass beide Unternehmen ihre jeweilige Identität in Zukunft noch stärker herausstellen können. Fachlich werden beide eng zusammenarbeiten und die Partnerschaft zwischen Deutschland und Frankreich lebendig ausbauen.“

 

Auf die Kunden hören

Dr. Ralph Kudla blickt voraus: „Wir wollen verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen: Versprechen und Liefertermine von Bavaria wollen wir einhalten, die Qualität soll wieder besser werden. Und wir wollen unsere Händler enger in die Strategie- und Produktentwicklung einbeziehen. Hierzu wird unter anderem ein Händler-Beirat eingeführt. So werden wir Kunden-Feedback hören, aufgreifen und möglichst schnell in Verbesserungen am Produkt umsetzen.“

Big Picture: Tropischer Wirbelsturm “Leslie” – Opti-Wettfahrtleiter zeigt keine Gnade

Optimist, Sturm

„Verantwortungslos“ mag es Kritikern bei der Ansicht des Optimist-Bildes auf in der Welle vor Cadiz entfahren. Andere preisen das gestiegene Selbstbewustsein des Kindes nach einem solchen ultimativen Abenteuer-Erlebnis. Weiterlesen

Küche für unterwegs: Destination Kitchen Set 24

Gerade auf Kleinkreuzern bietet die Pantry nicht genügend Platz für Kochutensilien. GSI Outdoors hat jetzt eine praktische Tasche vorgestellt, die alles Notwendige enthält: Allzweckmesser, Reibe, Schneidebrett, Pfannenwender, Schöpflöffel, Schneebesen, Gewürzstreuer, Beutelchen für Essig, Öl oder Saucen. Außerdem vier komplette Besteck-Sets, Geschirrtuch und Spülschwamm. Das Kitchen Set 24 findet in dem 30 mal 29 Zentimeter großen Softcase platz. So ist das Set auch ausreichend mobil, um die Küche mal schnell aus dem Boot auf den Steg oder auf das Hafengelände zu verteilen. Alle Utensilien sind so gefertigt, dass sie entweder klapp- oder ausziehbar sind. Das Gewicht von 800 Gramm fällt da kaum auf. Auch für Regatta­einsätze durchaus tauglich.
www.gsioutdoors.com

Junioren-Liga: Starkes Talsperren-Finale – Jahrhundert-Sommer problematisch für NRW-Segler

Biggesee

Das Finale der Deutsche Junioren Segel-Liga sorgt am leeren Biggesee für interessante Perspektiven. Flensburg vor München und Kiel. Bayern gewinnt die Gesamtwertung. Weiterlesen

100 Wochen später: Die Dehlya 25 auf der Boat Show

Dehlya 25 Refit: <p>
	Die Dehlya 25 auf der Hamburg Boat Show</p>

Knapp zwei Jahre Refit-Dauer, tausende Arbeitsstunden – das vorläufige Ergebnis ist auf der Hamburg Boat Show zu sehen

Das Cockpit als Klassenzimmer

Zwei Sabbatjahre für fünf Ringe

Ringe haben sein Leben maßgeblich mitbestimmt. Zwei Kampagnen im Zeichen der olympischen Ringe (2008 im Tornado und 2012 im Star) hat er schon auf dem Buckel. Dazu gesellen sich zehn Jahre im Dienste seines Arbeitgebers mit den vier Ringen, der AUDI AG in Ingolstadt. Jetzt rücken die olympischen Ringe wieder in den Fokus. Johannes Polgar legt bei Audi zwei Sabbatjahre ein, um sich ganz und gar auf seine dritte Olympia-Kampagne konzentrieren zu können. „Ich bin wirklich froh, dass alle mitspielen und mir das ermöglichen. Meine Frau hat Verständnis für meine sportlichen Ambitionen, mein Arbeitgeber ermöglich mir zwei Sabbatjahre, und Caro hat sich ausgerechnet mich für dieses Unternehmen ausgesucht“, so der 41-jährge Vollblutsegler, der seit der Kieler Woche 2017 zusammen mit Carolina Werner (Surendorf) im olympischen Nacra 17 segelt.

„Auf dem olympischen Revier vor Enoshima (Japan) ist mir klar geworden, dass ich unbedingt hier an den Spielen teilnehmen will und dafür alles tue“, so Polgar. Ganze 76 Kilo bringt der 183-Meter-Mann noch auf die Waage. Mit dem mobilen Telefon aus dem Büro am Ohr und dem Handy zum gleichzeitigen Simsen in der Hand empfängt mich Polgar in seinem Büro in Ingolstadt. Die Doppelbelastung der Kampagne und des aufreibenden, aber geliebten Berufs als zuständiger Mann für Event- und Sportmarketing bei Audi hinterlassen Spuren. „Wir haben an einigen Schrauben gedreht. Ich werde im operativen Geschäft entlastet und muss daher seltener bei Veranstaltungen vor Ort sein“, so Polgar vor einem Jahr. Doch jetzt geht der olympische Zyklus in die entscheidende Phase und auch bei der  Idee einer  neuen Kampagne im mittleren sportlichen Alter in Verbindung mit dem Fulltimejob muss nun priorisiert werden. „Aber es ist eine riesige Chance, mir diesen Traum noch einmal zu erfüllen“, weiß Polgar, dass olympisches Segeln kaum noch etwas mit Amateurdasein zu tun hat.

Ehefrau Kathrin unterstützt ihren Mann dabei voll und ganz, schließlich kennt sie das Gefühl, an den Spielen teilzunehmen, aus eigener Erfahrung. Kathrin Kadelbach war 2012 vor London mit Vorschoterin Friederike Belcher im 470er Olympiateilnehmerin. Auch Kathrins Vater Achim Kadelbach (Bronze 1960) und Großvater Hans Kadelbach nahmen als Segler an Olympischen Spielen teil. Kein Wunder also, dass bei Katrin und Johannes Polgar der olympische Geist zuhause ist.

Einen großen Unterstützer bei der Verwirklichung seines Traums fand Johannes Polgar auch im Hause Audi. Marc Lichte, Chefdesigner von Audi, ist selbst ambitionierter Segler – ob auf einem Laser in seinem Heimatverein, dem Bayerischer Yacht- Club, oder auf einer X-Yacht auf der Ostsee. Lichte trainiert nicht nur seine Bauchmuskeln, sondern er bekommt an Bord den Kopf frei, um Kraft und Kreativität für seinen Beruf zu tanken. Auf seiner „Heima“ – finnisch für „zuhause“ – ist er genau das. Und so war es dann auch Lichte, der Polgar darin bestärkte, nach Lösungen zu suchen, um sein ambitioniertes Ziel zu erreichen. Und die wurden gefunden. Die Audi AG gewährt Polgar ein doppeltes Sabbatjahr und bleibt als Partner an Bord seines Nacra 17. „Ich bin für die Unterstützung zuhause und bei Audi extrem dankbar“, strahlt Johannes „Jojo“ Polgar dann auch über das ganze Gesicht, wenn es um das Thema Nacra 17 und die Olympischen Spiele geht.

„Den letzten Ausschlag, alles auf die olympische Karte zu setzen, gab der World Cup vor Enoshima“, erklärt Polgar. Es sei ein absolut tolles Revier. Welle, Wind, ablaufend, drehend – alles wie in Kiel auf Bahn Hotel, schwärmt der 41-Jährige wie ein Jugendlicher vom zukünftigen Olympiarevier. Auch ein Crash mit den Österreichern Thomas Zajac/Barbara Matz konnte das Wohlfühlgefühl nicht beeinträchtigen. „Das mussten wir verdrängen, genau wie das Wissen um einen nur geflickten Rumpf“, so der Vollblutsegler, der weiß, dass auch Rückschläge und deren Verarbeitung zu den Vorteilen von Routine gehören. In einer Nachtschicht wurde der Rumpf repariert, und zwei neunte Plätze zum Abschluss und der 6.Platz bei der Enoshima Olympic Week zeigen, was möglich gewesen wäre.

Für Carolina Werner, Polgars 24-jährige Vorschoterin, ist es auch schon die zweite olympische Kampagne. Sie und ihr ehemaliger Steuermann Paul Kohlhoff galtenals „Wonderkids“ vor Rio, wo das Team Platz 13 belegte. Es folgte die überraschende Trennung. Beide schlugen unterschiedliche Wege ein. Caro Werner segelte in der TP52 Super Serie unter Profibedingungen mit, ohne jedoch den olympischen Segelsport ganz aus den Augen zu verlieren. Jojo bringe viel Erfahrung mit, und es passe auch menschlich, so Werner über ihren neuen Steuermann Polgar. Und der macht klare Ansagen: Das Ziel sei nicht nur die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Japan, das Ziel sei eine Medaille, so Polgar, der sein olympisches Segeln als bislang noch unvollendet betrachtet.

Der Weg dorthin ist harte Arbeit. Wie professionell die beiden deutschen Crews Polgar/Werner und Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer (Kiel) sich vorbereiten, zeigt allein die Tatsache, dass sie durchweg zusammen trainieren und sich gegenseitig stärker machen. Der Zwist nach der Trennung Kohlhoff/Werner ist Geschichte, es gibt nur ein Ziel. „Wir gehören zu den wenigen Nationen, die zwei starke Teams haben, die sich gegenseitig fordern und stärken“, so Polgar. Im Oktober ging es zehn Tage nach Weymouth (England), um mit den Briten zu trainieren, es folgten Tage in Aarhus (Dänemark), um sich mit den Dänen  auszutauschen und zu messen, danach fast Schlag auf Schlag Trainingseinheiten und Regatten – und natürlich steht auch die Kieler Woche 2019 fest im Regattaplan.

Ende des Jahres 2019 gilt es dann, bei der WM vor Auckland (Neuseeland) das deutsche Nationen-Ticket im Nacra 17 zu lösen, bevor die beiden deutschen Teams bei der WM 2020 im Februar vor Melbourne (Australien) zu Konkurrenten werden. Denn dort entscheidet sich, wer die deutschen Farben bei den Olympischen Spielen 2020 vor Enoshima (Japan) vertreten wird.

„Wer verliert, muss Sparringspartner für den Gewinner werden“, so Polgar, der alles daran setzt, sein unvollendetes Werk im Zeichen der fünf olympischen Ringe zu vollenden, bevor er sich als Marketing-Mann wieder ganz auf die vier Ringe in Ingolstadt konzentriert. – Hermann Hell

Olympic Youth Games: Nachklapp zum bösen Spiel um Alina Kornelli

Das Kitesurf-Finale der Frauen bei den Olympic Youth Games war noch dramatischer, als es sich aus der Entfernung dargestellt hat. Der Vater beschreibt das Drama. Weiterlesen