Monatsarchive: Juli 2017

Gelungener EM-Auftakt für Kieler Crew Kohlhoff/Stuhlemmer

EM Nacra17, 49er und 49erFX: <p>
	Paul Kohlhoff/Alicia Stuhlemmer im neuen Nacra17</p>

Für das neu formierte Team war es ein Einstieg nach Wunsch: Vor Kiel liegen Paul Kohlhoff und Alicia Stuhlemmer im Nacra17 nach EM-Tag eins auf Platz vier

Und Offshore. Ein bisschen seekrank.

Sonnenschein und Performance Segeln

Aus Aaland wurde Estland. Wir haben eine frische Brise bestellt und mit neuem Antifouling läuft MARLIN im zweiten Reff mit Rumpfgeschwindigkeit. Immer wieder stehen 10 Knoten auf dem Tacho. Um die Seekrankheit im Griff zu behalten und das Seebeine kriegen zu beschleunigen, schlage ich vor Kurs Estland anzulegen. Also gleich mal eine Nachtfahrt zur Eingewöhnung. 110 Meilen ist ja nun keine große Strecke für uns, für unsere Gäste schon. Christina erkläre ich das Navigationsprogram und die ETA Berechnung. „Und dem kann man vertrauen? Wir kommen erst um 01:00 in der Nacht an?“ Ich nicke. An der Begeisterung muss Christina noch ein bisschen arbeiten. „Eigentlich bin ich ja nur für meinen Mann mitgekommen.“ Christina liest, ist vollkommen entspannt und zeigt keinerlei Anzeichen von Seekrankheit. „Du bist die perfekte Bootsfrau!“ Christina rümpft die Nase. No comment. Aber sie grinst dabei.

Zum Thema Seekrankheit habe ich die Crew gebrieft. Wenn einem schlecht wird. Nicht dagegen ankämpfen und bei den ersten Anzeichen wie Müdigkeit, Kälte und vielleicht Respekt vorm Meer nicht dagegen ankämpfen, sondern ab in die Koje. Da schlaft ihr eh sofort ein. Wenn ihr aufwacht ist es vorbei. Dann unverzüglich aus der Koje raus und an die frische Luft. Erst im Pilothaus anziehen, kein Computer, kein Smartphone, kein Buch. Alle nicken. Brigitte liegt seit ein paar Stunden in ihrer Leekoje und schläft selig. So ist das bei der christlichen Seefahrt. Ihr Mann Oliver befolgt auch meinen Rat. Axel ist Internist, der hat sich schon gestern ein Pflaster hinters Ohr geklebt, auch schläfrig, und unsere andere Birgit schläft im Sitzen ein. Kotzen muss keiner. Gut! Und wer kocht gleich? Na ja. Ich. Jan macht wichtiges von der ToDo Liste. Der Schwanenhals der Zuleitung gerät manchmal unter die Wasserlinie und die Schüssel läuft voll. Ein Absperrhahn wird das in Zukunft verhindern. Ich schreibe. Schön ist das ohne Internet. Kann ich mich endlich mal auf die wichtigen Dinge im Leben konzentrieren. Meinen Blog.

Im Moment sind es noch 60 Meilen. Durchschnittsgeschwindigkeit 9 Meilen. Das wäre ein Etmal von 216 Meilen. Aber Hallo! Nicht von schlechten Eltern. Die Sonne scheint. Alles gut.

 


 

Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com

 

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Mensch und Vorurteil: Vom teuren Essen in Kroatien.

Meine Frau sagt: Kroatien hätte keine Esskultur. Sie umschreibt damit die Tatsache, in einen kroatischen Supermarkt zu gehen, der mindestens so groß ist wie der bei uns und auch genauso attraktiv aussieht. Und dann drin zu stehen und keine Lust auf nichts zu haben. Immer dieselben drei Sorten Käse. Brot und der mit Käse gefüllte Burek sind schmecken zwar weit besser als bei uns, da strengt man sich. Beim Betrachten einer kroatischen Speisekarte ergeht es ihr ebenso. Weil mir in Kroatien meine Pasta mit Meeresfrüchten oder Parmesan ganz grundsätzlich fehlen, stimme ich ihr zu. Ganz weit bin ich also nicht weg von meiner Frau.

Tatsächlich scheint es kein kroatisches Gericht zu geben, das unsere Nation ähnlich umfassend durchsetzt hätte wie Pasta oder Hamburger oder Döner. Wir kennen Cevapcici oder Rasnici oder Djuvec-Reis oder Aiwar. Aber würde jemand in inneren Jubel ausbrechen bei dem Satz „Kommt doch heute Abend zum Essen. Ich mache uns einen großen Topf Rasnici“ so wie bei einer Spaghettata? Na bitte!

Zurückgekehrt gestern von meiner Reise einmal entlang die Küste Kroatiens stehe ich Abends in Korcula im größten Supermarkt. Er heißt KONZUM. Hat Marke, grüne-Wiese-Standort und Gebäudechic von den Brüdern und Schwestern im Western 1:1 übernommen. Von außen alles ok. Drinnen weiß ich nicht, was ich kaufen soll. Nichts lacht mich an. Und doch sehe ich die Dinge etwas anders. Vor allem die, die vor mir im großen Supermarkt liegen.

Die Tomaten oben, die da auf dem Foto so schön knallig rüberkommen, haben alle braune Flecken. Eindeutig B-Ware. Wieso haben Kroaten minderwertige Tomaten im Angebot?? In jedem kroatischen Vorgarten gedeihen mindestens drei Stauden und das ohne Wasser, weil es seit sechs Wochen keinen Tropfen geregnet hat. Und sehen auch noch prächtig aus. Warum also B-Ware, die außerdem genauso viel kostet wie bei uns.

Auch der Salat sieht oberflächlich betrachtet gut aus. Wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass es nur kleine Strünklein mit welken gelblichen Blättern. Das Stück für ein Euro. Das würde ich meinem Herrn EDEKA im heimatlichen Iffeldorf aber ganz schnell um die Ohren hauen. Irgendwas verstehe ich nicht.

Die Kochlöffel schwingende Hoteliersfrau, von der ich neulich berichtete, sagte mir: Niemand sei beim Essen so kritisch wie Kroaten. Fleisch? Nur vom Metzger, den man kennt. Essen gehen? Nur in Restaurants, wo man den Koch kennt. Noch ihre Eltern, erzählt Frau Skolic, hätten den Schinken nur frischgeschlachtet von einem bestimmten Bauern bezogen. Um ihn dann einem anderen zum Räuchern zu geben.

Tatsächlich zeugen die traditionellen steinernen Grillhäuschen, auf die man allerorten trifft wie in Griechenland auf die Gebetshäuschen am Straßenrand, dass Kroatien gerne isst und trinkt.




Und dann war die noch die Sache mit der NUTELLA. Vor wenigen Tagen erschien der slowakische Regierungschef vor der EU Kommission mit verschiedenen Dingen unterm Arm. Zwei Packungen IGLO Fischstäbchen. Zwei Plastikflaschen LENOR. Zwei JACOBS Kaffee. Je eine davon in Österreich gekauft. Die andere im eigenen Land. Hatten die IGLO Fischstäbchen in Österreich noch 65% Fisch (immerhin!), waren es in der Slowakei 7% weniger. Die Flasche LENOR hatte in der Slowakei 60 Milliliter weniger. Kostete dafür aber mehr. Und der JACOBS-Kaffee kostete gleichviel, enthielt aber weniger Kaffee. Die Tschechen, Polen und Ungarn stimmten ein. Letztere argumentierten, die NUTELLA schmecke in Österreich schokoladiger. Und wiesen das auch noch im Labor akribisch nach – laut SÜDDEUTSCHER ZEITUNG für NUTELLA. Und 22 weitere Marken.

 Der Knoblauch in dem riesigen Supermarkt sieht erbarmungswürdig aus. Kleine Knollen von der Größe eines Wachteleis. Hab ich was verpasst und winzige Knoblauchzehen sind Delikatesse wie Trüffel? Jedenfalls kosten 100 Gramm der Schrumpeldinger knapp 60 Cent. Wo doch an jeder Landstraße Leute stehen mit langen Zöpfen dicker Knoblauchknollen, dass Blutsauger längst einen weiten Bogen um die vier Millionen Kroaten machen.

Die Liste lässt sich fortsetzen. Die Bierdose umgerechnet 1,30 Euro. Nicht viel anders als bei uns. Was bitte kann an Bier so teuer sein??

Am schlimmsten trifft es mich beim Käse. Überall die gleichen Sorten gleich aussehenden Käses. Der rechts für zwei Euro 100 Gramm, der links gar für vier Euro.

Die Küste der Halbinsel Peljesac fuhr ich mehrfach entlang. Weinberge allenthalben. Trauben und Reben überall. In jedem Dorf drei lokale Winzer, die ihren Wein anbieten. Die Weintrauben in kroatischen Läden kommen aus Sizilien. Sind grün. Und schmecken auch so. Gibt es keine kroatischen Bauern mehr, die Weintrauben auf den Markt bringen? Ist ihnen der Zugang zum eigenen Markt versperrt? Und sie haben dichtgemacht?

Das ist schon teuer, denke ich mir. Ob ich vielleicht nicht mitbekommen habe, dass sich das kroatische Lohnniveau in den letzten Jahren versechsfacht hat? Weil ich es wissen will, frage ich einfach die stille Frau, die resigniert meine Sachen in die Kasse tippt. Sie schüttelt nur resigniert den Kopf. „This country is crazy. I don’t know where it will end.“, sagt sie. Sind es einfach nur die Konzerne, die aus der Tatsache, dass Kroatien weder SCHENGEN noch EURO beigetrat, mit einem cleveren Dreh maximale Rendite ziehen?

Es stimmt also einiges nicht. Im Land Kroatien nicht. Mit unserem Vorurteil nicht. Und irgendwie kann ich, während ich mir heute Abend etwas typisch Kroatisches koche, Blitva: Mangold im Kartoffelstampf verrührt, sogar verstehen: Warum Kroaten, Polen, Tschechen, Ungarn dieses Europa bescheuert finden. Werden ihnen doch jetzt Tag für Tag Tomaten mit braunen Flecken, kleine Knoblauchknollen und schlechteres NUTELLA zum hohen Preis angeboten.

Sie machen keine andere Erfahrungen wie wir. Wenn wir uns aus Umweltgründen für ein teureres Auto mit schadstoffarmem Diesel entschieden haben.

Mensch und Vorurteil: Vom teuren Essen in Kroatien.

Meine Frau sagt: Kroatien hätte keine Esskultur. Sie umschreibt damit die Tatsache, in einen kroatischen Supermarkt zu gehen, der mindestens so groß ist wie der bei uns und auch genauso attraktiv aussieht. Und dann drin zu stehen und keine Lust auf nichts zu haben. Immer dieselben drei Sorten Käse. Brot und der mit Käse gefüllte Burek sind schmecken zwar weit besser als bei uns, da strengt man sich. Beim Betrachten einer kroatischen Speisekarte ergeht es ihr ebenso. Weil mir in Kroatien meine Pasta mit Meeresfrüchten oder Parmesan ganz grundsätzlich fehlen, stimme ich ihr zu. Ganz weit bin ich also nicht weg von meiner Frau.

Tatsächlich scheint es kein kroatisches Gericht zu geben, das unsere Nation ähnlich umfassend durchsetzt hätte wie Pasta oder Hamburger oder Döner. Wir kennen Cevapcici oder Rasnici oder Djuvec-Reis oder Aiwar. Aber würde jemand in inneren Jubel ausbrechen bei dem Satz „Kommt doch heute Abend zum Essen. Ich mache uns einen großen Topf Rasnici“ so wie bei einer Spaghettata? Na bitte!

Zurückgekehrt gestern von meiner Reise einmal entlang die Küste Kroatiens stehe ich Abends in Korcula im größten Supermarkt. Er heißt KONZUM. Hat Marke, grüne-Wiese-Standort und Gebäudechic von den Brüdern und Schwestern im Western 1:1 übernommen. Von außen alles ok. Drinnen weiß ich nicht, was ich kaufen soll. Nichts lacht mich an. Und doch sehe ich die Dinge etwas anders. Vor allem die, die vor mir im großen Supermarkt liegen.

Die Tomaten oben, die da auf dem Foto so schön knallig rüberkommen, haben alle braune Flecken. Eindeutig B-Ware. Wieso haben Kroaten minderwertige Tomaten im Angebot?? In jedem kroatischen Vorgarten gedeihen mindestens drei Stauden und das ohne Wasser, weil es seit sechs Wochen keinen Tropfen geregnet hat. Und sehen auch noch prächtig aus. Warum also B-Ware, die außerdem genauso viel kostet wie bei uns.

Auch der Salat sieht oberflächlich betrachtet gut aus. Wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass es nur kleine Strünklein mit welken gelblichen Blättern. Das Stück für ein Euro. Das würde ich meinem Herrn EDEKA im heimatlichen Iffeldorf aber ganz schnell um die Ohren hauen. Irgendwas verstehe ich nicht.

Die Kochlöffel schwingende Hoteliersfrau, von der ich neulich berichtete, sagte mir: Niemand sei beim Essen so kritisch wie Kroaten. Fleisch? Nur vom Metzger, den man kennt. Essen gehen? Nur in Restaurants, wo man den Koch kennt. Noch ihre Eltern, erzählt Frau Skolic, hätten den Schinken nur frischgeschlachtet von einem bestimmten Bauern bezogen. Um ihn dann einem anderen zum Räuchern zu geben.

Tatsächlich zeugen die traditionellen steinernen Grillhäuschen, auf die man allerorten trifft wie in Griechenland auf die Gebetshäuschen am Straßenrand, dass Kroatien gerne isst und trinkt.




Und dann war die noch die Sache mit der NUTELLA. Vor wenigen Tagen erschien der slowakische Regierungschef vor der EU Kommission mit verschiedenen Dingen unterm Arm. Zwei Packungen IGLO Fischstäbchen. Zwei Plastikflaschen LENOR. Zwei JACOBS Kaffee. Je eine davon in Österreich gekauft. Die andere im eigenen Land. Hatten die IGLO Fischstäbchen in Österreich noch 65% Fisch (immerhin!), waren es in der Slowakei 7% weniger. Die Flasche LENOR hatte in der Slowakei 60 Milliliter weniger. Kostete dafür aber mehr. Und der JACOBS-Kaffee kostete gleichviel, enthielt aber weniger Kaffee. Die Tschechen, Polen und Ungarn stimmten ein. Letztere argumentierten, die NUTELLA schmecke in Österreich schokoladiger. Und wiesen das auch noch im Labor akribisch nach – laut SÜDDEUTSCHER ZEITUNG für NUTELLA. Und 22 weitere Marken.

 Der Knoblauch in dem riesigen Supermarkt sieht erbarmungswürdig aus. Kleine Knollen von der Größe eines Wachteleis. Hab ich was verpasst und winzige Knoblauchzehen sind Delikatesse wie Trüffel? Jedenfalls kosten 100 Gramm der Schrumpeldinger knapp 60 Cent. Wo doch an jeder Landstraße Leute stehen mit langen Zöpfen dicker Knoblauchknollen, dass Blutsauger längst einen weiten Bogen um die vier Millionen Kroaten machen.

Die Liste lässt sich fortsetzen. Die Bierdose umgerechnet 1,30 Euro. Nicht viel anders als bei uns. Was bitte kann an Bier so teuer sein??

Am schlimmsten trifft es mich beim Käse. Überall die gleichen Sorten gleich aussehenden Käses. Der rechts für zwei Euro 100 Gramm, der links gar für vier Euro.

Das ist schon teuer, denke ich mir. Ob ich vielleicht nicht mitbekommen habe, dass sich das kroatische Lohnniveau in den letzten Jahren versechsfacht hat? Weil ich es wissen will, frage ich einfach die stille Frau, die resigniert meine Sachen in die Kasse tippt. Sie schüttelt nur resigniert den Kopf. „This country is crazy. I don’t know where it will end.“, sagt sie. Sind es einfach nur die Konzerne, die aus der Tatsache, dass Kroatien weder SCHENGEN noch EURO beigetrat, mit einem cleveren Dreh maximale Rendite ziehen?

Es stimmt also einiges nicht. Im Land Kroatien nicht. Mit unserem Vorurteil nicht. Und irgendwie kann ich, während ich mir heute Abend etwas typisch Kroatisches koche, Blitva: Mangold im Kartoffelstampf verrührt, sogar verstehen: Warum Kroaten, Polen, Tschechen, Ungarn dieses Europa bescheuert finden. Werden ihnen doch jetzt Tag für Tag Tomaten mit braunen Flecken, kleine Knoblauchknollen und schlechteres NUTELLA zum hohen Preis angeboten.

Sie machen nicht andere Erfahrungen wie wir. Wenn wir uns aus Umweltgründen für ein teureres Auto mit schadstoffarmem Diesel entschieden haben.

America’s Cup: Team-New-Zealand-Steuermann Peter Burling hofft auf Foiling Katamarane

Peter Burling

Am Rande der Moth WM hat sich der Peter Burling zur Zukunft des America’s Cups geäußert. An traditionellen Einrümpfern ist er nicht interessiert. Weiterlesen

Sommertour Tage 3,4 und 5 – Eckernförde und Laboe

Das Video zum Blogbeitrag

Heute war für mich zunächst Hafentag, dann der Auftritt im Spieker in Eckernförde geplant. So vergammelte ich dann auch den Tag an Bord, schrieb das Programm für den Abend und ging noch einmal einige der neuen Songs durch. Um 1600h liefen dann Andreas und Stefanie von meinem Label woold records ein. Sie sind ja drei Tage zuvor aus Boltenhagen weggesegelt, damit wir gemeinsam die Tour mit zwei Booten entlang der Ostseeküste fahren. Nach einem großen Hallo, gingen wir dann in den Spieker, denn Dara und meine Frau Merih waren aus Hamburg eingetroffen. Dara war den Tag zuvor noch so erkältet, dass der Auftritt fraglich war, hatte sich aber zum Glück in der Nacht einigermaßen erholt. Nach dem üblichen Aufbau und Soundcheck ließen wir es uns noch bei einer Runde Fischbrötchen gut gehen, während sich die Location füllte. Ich freute mich sehr über ein paar bekannte Gesichter, die ich im Laufe meiner Segelkarriere so kennengelernt habe. Dann fing auch schon der Auftritt an, und es war einer der schönsten Auftritte, die ich mit meinem Programm hatte. Das Publikum saugte meine Geschichten und die Musik förmlich auf, hörte sehr aufmerksam zu und sang am Ende auch bei einigen Songs mit. Diese Nähe zum Publikum hat man nur in diesen kleinen Clubs und ich wünsche dem Spieker weiterhin so großartige Gäste, damit ich dort noch weitere Auftritte machen kann. Nach dem Ende des Konzertes stellte der Wirt Thomas noch einmal leckere Brote auf den Tisch und wir klönten noch eine ganze Weile, bevor es zum Feierabendwein auf Andis Boot ging. Schon praktisch so eine Hafentournee.

Auftritt im Spieker (danke an Jock für die Bilder)

Am nächsten Morgen brachen wir dann nach einem entspannten Frühstück gegen Mittag auf um die paar Meilen nach Laboe zu segeln. Mit achterlichem Wind von 3 Bft., Sonne nach einem Regenschauer und einem Butterfly wurde es ein sehr schöner Törn. 

Auf dem Weg nach Laboe

In Laboe war eine 18 Meter Box extra für mich reserviert. Die Vorteile des „Ruhms“. Ich hatte zum Glück meine Achterleinen schon verlängert und konnte mein im Verhältnis zur Box winziges Boot gut vertäuen. Im Hafen warteten schon Freund und Trommler Basti mit Familie, sowie mein Kumpel Michel. Doch vor der Begrüßung wurde ich schon auf das Nachbarboot gerufen. Es bestand Interesse an meiner CD und ich verkaufte direkt zwei Exemplare gefolgt von einer Besichtigung eines großen Katamarans. Sofort entstanden Reisepläne in die Karibik, bis mich am Steg die Realität wieder einholte. Danach erst einmal gemeinsames Mittagessen beim schön gelegenen Italiener in der Marina. Danach begrüßten wir dann Irma und Lutz vom Skippers Place Laboe, unsere Gastgeber der morgigen Sommerparty.
Eingang mit Tourplakat :-)

Zwei wahre Wirbelwinde und supernette Menschen. Sie haben Ostern in Laboe einen Zubehörshop eröffnet. Es gibt hier aber nicht nur Schäkel und Sika, sondern jede Menge Mode, Getränke und einige Lebensmittel. Alles was das Skipperherz begehrt. Sie führen den Laden mit echter Leidenschaft und besorgen beinahe rund um die Uhr, alles was man als Segler so brauchen könnte. Sie hatten uns für ihre Sommerparty gebucht und waren gerade beim Aufbau der Bühne und Zelte. Es verspricht ein toller Abend zu werden. Michels Frau lieh mir dann noch zum Einkaufen ihr Auto und ich konnte endlich meine Vorräte auffüllen. Der Abend klang dann wieder in fröhlicher Runde beim Italiener aus und um Mitternacht lag ich dann in der Koje. 

Sonnenuntergang in Laboe
Der nächste Tag verlief mit in Ruhe frühstücken und Auftrittsvorbereitungen. Wir spielten ja abends in großer Besetzung mit BiggsBSonic und Tilman, also musste ich mir noch ein passendes Programm überlegen. Und es fing an zu regnen und zu stürmen. Unser als Bühne vorgesehener Pavillion soff ab und wir bauten noch einmal konsequent um. Geschützt von Zeltdach und Seitenwänden konnte uns und der Technik nun nichts mehr passieren. Lutz behielt dabei super die Nerven, da gibt es ganz andere Veranstalter, die der Realität nicht ins Auge sehen können und wollen. Es sollte ja eine Sommerparty werden und Regen und Sturm könnten einen da schon bervös machen. Aber wie sagt man im Norden?
Das bisherige Motto unser Tour
Dann trudelten auch schon unser Transporter mit Dara und meiner Frau ein und wir begannen mit dem Aufbau der heute recht großen Technik. Später kamen dann Karsten und Basi sowie Tilman hinzu und wir machten Soundcheck bis kurz nach 1600h. Da wir keinen Techniker haben, mache ich das dann als halbwegs erfahrener Tontechniker immer selbst. Bei der Menge an Musikern und den Wetterverhältnissen war ich dann danach auch schwer gestresst und maulig. Aber der Sound war gut und wir gingen alle zusammen wieder zu dem Italiener am Wasser. Und hier geschah etwas Magisches. Eben noch müde und genervt, schaue ich in die Runde und sehe MEINE Band. Ohne mein Album, meine Reise und die Single „Ich geh segeln“ säßen wir alle jetzt nicht hier. Ich bin glücklich das ich so tolle Freunde und Mitmusiker habe und das mein Label das alles aus dem Boden gestampft hat. Ein sehr schönes Gefühl!! Die Restaurantrunde geht dann auf mich, als kleines Dankeschön für alle. Um 1800h beginnt das Konzert, der Regen hat sich verzogen und die Sonne scheint wunderbar vom Himmel. Wie bei bisher allen Auftritte. Dankeschön nach dort oben! Die Show kommt so gut an, das Lutz uns direkt überredet noch eine Stunde länger zu spielen. Angesichts unserer Nachtfahrtpläne und dem kranken Dara keine leichte Entscheidung, aber wir machen mit. Bombenstimmung bis zum Ende. Und Irma und Lutz sind dabei keine Gastronomen sondern verkaufen Zubehör und Mode. Da kann sich bestimmt der eine oder andere Shop mal eine Scheibe von abschneiden.
Auslaufen in die sinkende Sonne
Um ca. 2200h heißt es dann für uns Leinen los, obwohl Irma uns in bester Feierlaune nicht gehen lassen wollte, in eine sehr abenteuerliche Nachtfahrt nach Heiligenhafen, die bis in die frühen Morgenstunden dauern wird. Doch davon in der nächsten Folge.