Kategorie: Blogs

Coming soon!

Schon nach wenigen Wochen als Bordhund hat Çingene bereits weit über 1000 Seemeilen auf ihrem Salzbuckel. Der kleine Trotzkopf schlägt sich wacker als Leichtmatrose.
Na gut, die meiste Zeit pennt die türkische Promenadenmischung an Deck und träumt von ihrem Lieblingshobby: Fressen. Am liebsten aus Mülltonnen. Und das hat mit ihrer Vergangenheit zu tun.
Çingene war einmal ein Straßenhund, eine Rumtreiberin. Daher kommt auch ihr Name. Politisch korrekt übersetzt müsste sie heute „nach ungarischer Art“ heißen. Aber damals, vor elf Jahren, war
‚Zigeuner‘ noch kein Schmähwort. 

Das Buch erzählt die wahre Geschichte der kleinen Rumtreiberin, die zum Bordhund wurde, aus zwei Perspektiven. Einerseits als Comic aus der Sicht von Çingene und
einmal aus der neutralen Erzählerperspektive. Sie beginnt in ihrer schweren Jugend und endet – natürlich – mit ihrer glanzvollen Karriere auf See.

Çingene liebt das Meer, obwohl sie Wasser hasst. Aber dann kommt Oğluş an Bord, ein grummeliger Siamkater, mit dem Çingene eine Hassliebe verbindet. Wer macht sich
besser an Bord? Hund oder Katze?

Schon nach wenigen Wochen als Bordhund hat Çingene bereits weit über 1000 Seemeilen auf ihrem Salzbuckel. Der kleine Trotzkopf schlägt sich wacker als Leichtmatrose.
Na gut, die meiste Zeit pennt die türkische Promenadenmischung an Deck und träumt von ihrem Lieblingshobby: Fressen. Am liebsten aus Mülltonnen. Und das hat mit ihrer Vergangenheit zu tun.
Çingene war einmal ein Straßenhund, eine Rumtreiberin. Daher kommt auch ihr Name. Politisch korrekt übersetzt müsste sie heute „nach ungarischer Art“ heißen. Aber damals, vor elf Jahren, war
‚Zigeuner‘ noch kein Schmähwort. 

Das Buch erzählt die wahre Geschichte der kleinen Rumtreiberin, die zum Bordhund wurde, aus zwei Perspektiven. Einerseits als
Comic aus der Sicht von Çingene und einmal aus der neutralen Erzählerperspektive. Sie beginnt in ihrer schweren Jugend und endet – natürlich – mit ihrer glanzvollen Karriere auf See.

Çingene liebt das Meer, obwohl sie Wasser hasst. Aber dann kommt Oğluş an Bord, ein grummeliger Siamkater, mit dem Çingene eine Hassliebe verbindet. Wer macht sich
besser an Bord? Hund oder Katze?

Der Winter kann kommen!

Der Februar des vergangenen Jahres war ein sehr guter Monat. Zumindest
für den Segelmacher in unserem Hafen an der türkischen Südküste. Ein Sturm der Windstärke 12 hatte die Marina überfallen. Heftige Fallböen mit Spitzen bis über 70 Knoten Geschwindigkeit zerrten
an den Booten. Nicht alle überstanden das unbeschadet. Angeschlagene Segel wurden zerfetzt, Biminis mutierten zu fliegenden Teppichen, Sprayhoods zerlegten sich in Einzelteile. Auch Festmacher
knallten wie Sektkorken unter der Last des Windes.Der Februar des vergangenen Jahres war ein
sehr guter Monat. Zumindest für den Segelmacher in unserem Hafen an der türkischen Südküste. Ein Sturm der Windstärke 12 hatte die Marina überfallen. Heftige Fallböen mit Spitzen bis über 70
Knoten Geschwindigkeit zerrten an den Booten. Nicht alle überstanden das unbeschadet. Angeschlagene Segel wurden zerfetzt, Biminis mutierten zu fliegenden Teppichen, Sprayhoods zerlegten sich in
Einzelteile. Auch Festmacher knallten wie Sektkorken unter der Last des Windes.

Stürme wie dieser sind eher die Ausnahme an der türkischen Südküste,
die 50-Knoten-Marke wird aber des öfteren im Winter geknackt. Wohl dem, der sein Boot auf die Wintersaison vorbereitet hat. Gerade, wenn er oder sie nicht an Bord ist. Stürme wie dieser sind eher die Ausnahme an der türkischen Südküste, die 50-Knoten-Marke wird aber des öfteren im
Winter geknackt. Wohl dem, der sein Boot auf die Wintersaison vorbereitet hat. Gerade, wenn er oder sie nicht an Bord ist. 

 

Für das Magazin float habe ich zehn Tipps
zusammengestellt, was man mindestens tun sollte, bevor man sein Boot Wind und Wetter überlässt.

 

Hier geht es zum Text.

 

Diverse Sperrungen in Zeeland

Wegen Arbeiten an der Schleuse ist die Roompotsluis am 27. und 30.11. jeweils von 7 bis 17 Uhr gesperrt.

Die Zandkreeksluis ist vom 8.-11. und 14.-15. Dezember jeweils von 7 bis 17 Uhr gesperrt. Der Grund: Wartungsarbeiten.

Die Grevelingensluis ist vom 16.-20. und am 23. November jeweils von 7 bis 17 Uhr gesperrt. Hier sind Inspektionsarbeiten die Ursache. Weiterhin wird die Schleuse ab dem 13. November bis auf Weiteres ohnehin nur um 10, 14, 20 und 23 Uhr geöffnet. Der Grund: Ein Schaden an der Brücke, die dauerhaft offen steht. Der Straßenverkehr wird über den Bypass geleitet.

Bereits seit dem 22. Oktober ist die nördliche Kammer der Krammerjachtensluis gesperrt. Die südliche Kammer ist in Betrieb.

Die Sloebrug in Vlissingen bleibt ebenfalls bis auf Weiteres geschlossen. Bereits im September wurde dort bei einer Routineinspektion festgestellt, dass eine Verankerung der Brücke aus dem Betonfundament gerissen ist. Wie lange die Reparatur dauewrn wird, ist bislang unklar, die Gemeinde Vlissingen hofft jedoch, Mitte November mit den Arbeiten fertig zu sein. Klugerweise hat man in der Zwischenzeit weitere Wartungsarbeiten ausgeführt, die sonst zu einem anderen Zeitpunkt für eine Sperrung gesorgt hätten.

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Regierung stimuliert Baggern im IJsselmeergebiet

Um besser auf Klimaveränderungen reagieren zu können, wurde im Jahr 2018 der sogenannte Peilbesluit, der Pegelbeschluss, angepasst. Bis zu diesem Zeitpunkt sank der Pegel des IJsselmeers immer erst ab Mitte September auf seinen Winterstand. Der ist 10-20 Zentimeter niedriger als der Pegel im Sommer. So will man im Winter leichter Wasser aus dem neidriger gelegenen Friesland pumpen können. Auch dient das IJsselmeergebiet als Aufnahmedepot bei Hochwasser von den Flüssen. Das geht besser, wenn der Pegel niedriger ist.

Umgekehrt wird der Pegel im Frühjahr erhöht, um genügend Süsswassererserve für trockene Sommer zu haben.

Diese Flexibilisierung des Wasserstands führte zu Problemen bei Häfen. Sank der Pegel schon im August, so  konnten einige Häfen mitten in der Urlaubszeit nicht angefagren werden. Dem wirkt man nun entgegen. Häfen, die baggern oder gebaggert haben, aber auch Gemeinden und Waterschappen (Wassergenossenschaften) können Geld aus dem Topf erhalten. Es handele sich um rund 242 Häfen mit insgesamt 36.000 Liegeplätzen, die in Frage kommen. Immerhin stehen damit pro Hafen, wenn alle das Geld abrufen, rund 30.000 Euro zur Verfügung. Da meist im Winter gebaggert wird, sind die Auswirkungen auf die Wassersportler gering, außer, dass die Häfen und Zufahrten wieder tiefer werden. Das Programm endet 2025. Genaugenommen am 30. September um 17 Uhr. Kein Witz, so steht es in der öffentlichen Verlautbarung.

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"Ein Boot schlägt quer": Wie kann man "querschlagen" vermeiden?

Mein letzter Post über das Querschlagen und die darin analysierten Videoaufnahmen einer havarierten Segelyacht warfen bei Lesern die Frage auf, ob und wie man das „Querschlagen“ eines Bootes im Sturm vermeiden kann.

Darauf gibt es nur eine Antwort: Dass es keine kurze Antwort gibt. Ich versuche trotzdem, einen kurzen Überblick zu geben und tue dies als Herausgeber des HANDBUCHS STURMTAKTIK von Lin & Larry Pardey, an dessen Übersetzung ich über vier Monate arbeitete und das Ende kommender Woche erscheinen wird. 

Häufigste Ursache des „Querschlagens“ ist der Verlust der Ruderwirkung, beispielsweise durch eine Welle, die im Heck eines Schiffes bricht oder einfach nur brachial das Heck herumdrückt. Beides sieht man sehr gut im Video. Die Gewalt der Welle drückt einfach das Heck herum, die Yacht schlägt quer zur Welle. 

Nicht nur die ältere Literatur empfiehlt vor allem das Nachschleppen eines Treibankers, um die Fahrt eines Schiffes zu verlangsamen. Aber vor allem, um durch den Bremseffekt eines geschleppten Gegenstands im Wasser das Heck stets im Wind zu halten und dadurch ein Querschlagen zu verhindern. Hierzu gibt es konventionelle Treibanker zu kaufen, wer das Stichwort „Treibanker“ googelt und sich die Ergebnisse als Bilder anzeigen lässt, bekommt schnell einen guten Eindruck über Aussehen und Funktion solcher Tools. Allerdings sind die dort gezeigten eher ältere Kegelanker (und weniger neue Konstruktionen), deren Wirkung im Sturm zu gering ist.

Vor allem Moitessier und nachfolgend andere improvisierten im Sturm und brachten über Heck Festmacher aus. Manche von ihnen sind bis zu 180 Meter (so der Text!) lange Schlaufen aus Festmachern. Solche extremen Längen von geschleppten Leinen erwähnen Lin & Larry Pardey im Buch mehrfach, z.B. Kapitel 16. Beeindruckend ist auch die im Buch enthaltene Geschichte von Sir Peter Blake, der mit Robin Knox-Johnston als Co-Skipper mit acht Mann auf Rekordfahrt um die Welt auf dem Maxi-Katamaran Enza eine lange Schlaufe aus Festmachern bilden ließ. An dieser befestigten sie Anker plus Kette des Maxi-Katamarans und umwickelten beides mit allen Leinen, die an Bord zur Verfügung standen, um durch das ständiges Einholen und Ausbringen die optimale Steuerfähigkeit seines 85-Fuß-Katamarans bei Windspitzen bis 120 Knoten (so der Text, auf Nachfrage auch von Lin Pardey bestätigt!) in der Biskaya zu erreichen. Nachgeschleppte Leine als zusätzliches Sturm-Notruder, sozusagen.

Weitere Möglichkeit und von den Autoren des Handbuchs Sturm Taktik favorisierte und auf fast allen Meeren erprobte Sturmtaktik ist Beidrehen. Von vielen wird es irrtümlich als „leichtes“ Manöver beschrieben, doch kann es einer weniger erfahrenen Crew schon bei 5-6 Beuafort gehörig „Cojones“ abverlangen. Warum Beidrehen nicht auf jedem Schiff und unter allen Bedingungen leicht ist, und deshalb aber bei allen Bedingungen trainiert werden sollte, diese Frage wird im HANDBUCH STURM TAKTIK wirklich erschöpfend beantwortet. Ich werde darauf in den nächsten Posts intensiver eingehen.

In unseren Breiten ist „Querschlagen“ tatsächlich eine reale Gefahr. In Küstennähe bei auflandigem Wind kann man diese Gefahr nicht ernst genug nehmen. Im Buch IN SEENOT wird die Rettung einer vor Norderney quergeschlagenen und auf Grund gelaufenen Hallberg-Rassy samt Crew vor drei Jahren beschrieben. Egal ob vor den Seegatten in der Nordsee oder vor Ostseehäfen, der Nordküste der Adria bei Jugo oder den Flusshäfen an den europäischen Atlantikküsten: Bei auflandigem Starkwind werden sie zur tückischen Gefahr für jede Crew, die erschöpft nach langen Stunden im Starkwind den sicheren Hafen zum Greifen nah vor sich hat. Wegen der abnehmenden Wassertiefen im Küstenbereich brechen die Wogen vor Hafeneinfahrten und Flussmündungen überraschend heftiger als draußen. Auch im Wellental stark abnehmende Wassertiefen können in Einfahrten zu kurzzeitiger Grundberührung und dem nachfolgend unvermeidbaren Querschlagen einer Yacht führen. Um Querschlagen in dieser Situation zu vermeiden, hilft bloß eins: Draußen bleiben. Sturm auf See abwettern. Versuchen, Seeraum zu gewinnen. Oder wie Lin & Larry Pardey schreiben: 

„Gute Seemannschaft bedeutet, die schwierigere Entscheidung gerade dann zu treffen,                                wenn man am müdesten ist.“

Mein eigenes Erlebnis: Bei Starkwind aus SW vor der Südküste Irlands auf einer fast 20stündigen Einhand-Passage über Nacht von den Scilly-Isles entschied ich mich am Vormittag bei 6-7 bft. zum Einlaufen in die Mündung des südirischen River Suir mit dem Südwest. Bei Wassertiefen in der breiten Flussmündung von 30 abnehmend auf 10-15 Metern wähnte ich mich vor Querschlagen im auflandigen Wind sicher. Ich ließ aber trotzdem unter Segel den Motor in der fast 3 Kilometer breiten Flussmündung mitlaufen. Darüber war ich froh: Selbst bei diesen moderaten Bedingungen erwischte mich eine brechende See im Heck so böse, dass ich durchs Cockpit flog. Wie heftig die Bootsbewegung war, zeigte sich erst später unter Deck, wo ein mit Suppe gefüllter Schnellkochtopf über zwei Meter vom kardanisch aufgehängten Herd quer durch den Salon katapultiert wurde. Wer weiß, was ohne Motorantrieb in dieser Situation passiert wäre.

Zur weiteren Beschäftigung mit dem Thema „Querschlagen“ und vor allem dem Thema „Beidrehen“ empfehle ich guten Gewissens das HANDBUCH STURMTAKTIK von Lin & Larry Pardey, das am 16.11.20 erscheint.

 

"Ein Boot schlägt quer": Wie kann man "querschlagen" vermeiden?

Mein letzter Post über das Querschlagen und die darin analysierten Videoaufnahmen einer havarierten Segelyacht warfen bei Lesern die Frage auf, ob und wie man das „Querschlagen“ eines Bootes im Sturm vermeiden kann.

Darauf gibt es nur eine Antwort: Dass es keine kurze Antwort gibt. Ich versuche trotzdem, einen kurzen Überblick zu geben und tue dies als Herausgeber des HANDBUCHS STURMTAKTIK von Lin & Larry Pardey, an dessen Übersetzung ich über vier Monate arbeitete und das Ende kommender Woche erscheinen wird. 

Häufigste Ursache des „Querschlagens“ ist der Verlust der Ruderwirkung, beispielsweise durch eine Welle, die im Heck eines Schiffes bricht oder einfach nur brachial das Heck herumdrückt. Beides sieht man sehr gut im Video. Die Gewalt der Welle drückt einfach das Heck herum, die Yacht schlägt quer zur Welle. 

Nicht nur die ältere Literatur empfiehlt vor allem das Nachschleppen eines Treibankers, um die Fahrt eines Schiffes zu verlangsamen. Aber vor allem, um durch den Bremseffekt eines geschleppten Gegenstands im Wasser das Heck stets im Wind zu halten und dadurch ein Querschlagen zu verhindern. Hierzu gibt es konventionelle Treibanker zu kaufen, wer das Stichwort „Treibanker“ googelt und sich die Ergebnisse als Bilder anzeigen lässt, bekommt schnell einen guten Eindruck über Aussehen und Funktion solcher Tools. Allerdings sind die dort gezeigten eher ältere Kegelanker (und weniger neue Konstruktionen), deren Wirkung im Sturm zu gering ist.

Vor allem Moitessier und nachfolgend andere improvisierten im Sturm und brachten über Heck Festmacher aus. Manche von ihnen sind bis zu 180 Meter (so der Text!) lange Schlaufen aus Festmachern. Solche extremen Längen von geschleppten Leinen erwähnen Lin & Larry Pardey im Buch mehrfach, z.B. Kapitel 16. Beeindruckend ist auch die im Buch enthaltene Geschichte von Sir Peter Blake, der mit Robin Knox-Johnston als Co-Skipper mit acht Mann auf Rekordfahrt um die Welt auf dem Maxi-Katamaran Enza eine lange Schlaufe aus Festmachern bilden ließ. An dieser befestigten sie Anker plus Kette des Maxi-Katamarans und umwickelten beides mit allen Leinen, die an Bord zur Verfügung standen, um durch das ständiges Einholen und Ausbringen die optimale Steuerfähigkeit seines 85-Fuß-Katamarans bei Windspitzen bis 120 Knoten (so der Text, auf Nachfrage auch von Lin Pardey bestätigt!) in der Biskaya zu erreichen. Nachgeschleppte Leine als zusätzliches Sturm-Notruder, sozusagen.

Weitere Möglichkeit und von den Autoren des Handbuchs Sturm Taktik favorisierte und auf fast allen Meeren erprobte Sturmtaktik ist Beidrehen. Von vielen wird es irrtümlich als „leichtes“ Manöver beschrieben, doch kann es einer weniger erfahrenen Crew schon bei 5-6 Beuafort gehörig „Cojones“ abverlangen. Warum Beidrehen nicht auf jedem Schiff und unter allen Bedingungen leicht ist, und deshalb aber bei allen Bedingungen trainiert werden sollte, diese Frage wird im HANDBUCH STURM TAKTIK wirklich erschöpfend beantwortet. Ich werde darauf in den nächsten Posts intensiver eingehen.

In unseren Breiten ist „Querschlagen“ tatsächlich eine reale Gefahr. In Küstennähe bei auflandigem Wind kann man diese Gefahr nicht ernst genug nehmen. Im Buch IN SEENOT wird die Rettung einer vor Norderney quergeschlagenen und auf Grund gelaufenen Hallberg-Rassy samt Crew vor drei Jahren beschrieben. Egal ob vor den Seegatten in der Nordsee oder vor Ostseehäfen, der Nordküste der Adria bei Jugo oder den Flusshäfen an den europäischen Atlantikküsten: Bei auflandigem Starkwind werden sie zur tückischen Gefahr für jede Crew, die erschöpft nach langen Stunden im Starkwind den sicheren Hafen zum Greifen nah vor sich hat. Wegen der abnehmenden Wassertiefen im Küstenbereich brechen die Wogen vor Hafeneinfahrten und Flussmündungen überraschend heftiger als draußen. Auch im Wellental stark abnehmende Wassertiefen können in Einfahrten zu kurzzeitiger Grundberührung und dem nachfolgend unvermeidbaren Querschlagen einer Yacht führen. Um Querschlagen in dieser Situation zu vermeiden, hilft bloß eins: Draußen bleiben. Sturm auf See abwettern. Versuchen, Seeraum zu gewinnen. Oder wie Lin & Larry Pardey schreiben: 

„Gute Seemannschaft bedeutet, die schwierigere Entscheidung gerade dann zu treffen,                                wenn man am müdesten ist.“

Mein eigenes Erlebnis: Bei Starkwind aus SW vor der Südküste Irlands auf einer fast 20stündigen Einhand-Passage über Nacht von den Scilly-Isles entschied ich mich am Vormittag bei 6-7 bft. zum Einlaufen in die Mündung des südirischen River Suir mit dem Südwest. Bei Wassertiefen in der breiten Flussmündung von 30 abnehmend auf 10-15 Metern wähnte ich mich vor Querschlagen im auflandigen Wind sicher. Ich ließ aber trotzdem unter Segel den Motor in der fast 3 Kilometer breiten Flussmündung mitlaufen. Darüber war ich froh: Selbst bei diesen moderaten Bedingungen erwischte mich eine brechende See im Heck so böse, dass ich durchs Cockpit flog. Wie heftig die Bootsbewegung war, zeigte sich erst später unter Deck, wo ein mit Suppe gefüllter Schnellkochtopf über zwei Meter vom kardanisch aufgehängten Herd quer durch den Salon katapultiert wurde. Wer weiß, was ohne Motorantrieb in dieser Situation passiert wäre.

Zur weiteren Beschäftigung mit dem Thema „Querschlagen“ und vor allem dem Thema „Beidrehen“ empfehle ich guten Gewissens das HANDBUCH STURMTAKTIK von Lin & Larry Pardey, das am 16.11.20 erscheint.

 

Recht-Kolumne: Aufgepasst beim Einwintern!

Frits Hommersom ist seit 20 Jahren als Rechtsanwalt spezialisiert auf alle Themen rund um die Freizeitschifffahrt. Denn leider geht auch beim liebsten Hobby nicht immer alles reibungslos vonstatten. In seiner Kolumne bearbeitet er für Stegfunk.de heute das Thema Frostschäden auf.

Wichtig: Für den Inhalt ist Frits Hommersom verantwortlich. Meinungen und Auslegungen müssen nicht zwangsläufig den Ansichten von Stegfunk.de entsprechen. Diese Kolumne erstellt Frits Hommersom für Stegfunk.de kostenlos im Austausch für die Sichtbarkeit auf der Seite.

Hier der Text von Frits Hommersom:

Winterklar machen? Glattes Eis!

Die Wintersaison hat bereits begonnen, als dieser Artikel erscheint, und der begeisterte (Motor-)Bootsbesitzer wird ausreichende Vorkehrungen getroffen haben, um Schäden, etwa durch Frost, zu verhindern. Besonders, wenn das Schiff nicht an Land sondern im Wasser überwintert.

Wie selbständig, praktisch und technisch begabt der durchschnittliche Bootsbesitzer auch sein mag, das winterklar machen verlangt besondere Umsicht. Die folgenden Geschichten skizzieren eine Reihe von Fallstricken, auf die Sie stoßen können und die Sie nach der Lektüre dieses Artikels vermeiden können.

Selbst Hand angelegt

Herr De Wit besaß eine Luxusschaluppe, die er jedes Jahr selbst für den Winter präparierte. Er entlüftete die Schläuche, leerte die Kühlsysteme, alles war in bester Ordnung. Er war schockiert, als er im Frühjahr feststellte, dass der Motor einen Frostschaden erlitten hatte und dass die Reparatur mehr als sechstausend Euro kosten sollte. De Wit meldete den Schaden seiner Versicherung, die kühl reagierte: „Die Wintervorbereitung muss von einer anerkannten Firma durchgeführt werden, in Ermangelung dessen ist eine Frostschadensdeckung ausgeschlossen“. De Wit konnte sich noch so ärgern, gezahlt wurde nicht.

Auftrag immer schriftlich

Herr De Hond hatte seine Versicherungsbedingungen sorgfältig gelesen. Als er sein Schiff am Ende der Segelsaison einer Werft für einige Wartungsarbeiten übergab, stimmte er mündlich zu, dass die Werft das Schiff auch wintertauglich machen würde. Im Frühling gab der Motor seiner Yacht nur ein paar Töne ab, erbrach etwas schwarzen Rauch und gab dann den Geist auf. Ein Schaden von vielen tausend Euro. „Keine Panik“, dachte De Hond, „schließlich habe ich das Boot von einem Profi winterfest machen lassen“. Der Versicherer verlangte daraufhin einen Nachweis dafür, woraufhin De Hond seine Rechnung hervorkramte. Es stellte sich heraus, dass die konkrete Stelle nicht darauf angegeben war. Auf Nachfrage bestritt die Werft kategorisch (wie überraschend), dass man sich darauf geeinigt habe, dass die Überwinterung Teil der Vereinbarung sei. De Hond konnte daher nicht nachweisen, dass ein Profi sein Boot winterfest gemacht hatte und konnte daher auf eine Entschädigung pfeifen.

Trotzdem: Sorgfaltspflicht!

Schließlich die Geschichte von Herrn Van Lochem. Er hatte für den Winter alles richtig gemacht: Eine professionelle Firma hatte sich um die Überwinterung gekümmert, und er hatte eine ordentliche Rechnung, auf der alles klar beschrieben war. Er ließ sein Schiff, eine schöne halboffene Vlet, im Winter draußen liegen. Das Schiff war mit einer Persenning ausgerüstet. Auch hier ging Van Lochem im Frühling gut gelaunt in den Jachthafen und stellte fest, dass das Schiff halb voll mit Wasser stand, mit katastrophalen Folgen für einen Teil des Hausrats und den Motor. Eine Rekonstruktion zeigte, dass viel Schnee gefallen war und dass die Plane unter dem Druck der vielen Zentimeter Schnee zusammengebrochen war. Nach dem Frost hatte sich der Schnee in Wasser verwandelt und sein verheerendes Werk getan. Der Anspruch an den Versicherer wurde unterkühlt repliziert, mit der Begründung, er sei wegen „unzureichender Versorgung“ abgelehnt worden. Nach Angaben des Versicherers hatte Van Lochem das Schiff zwar professionell und korrekt winterfest machen lassen, aber er hatte auch die Sorgfaltspflicht, das Schiff in der Zwischenzeit zu inspizieren, sicherlich unter Berücksichtigung der extremen Wetterbedingungen. Selbst der Autor konnte in diesem Fall keinen besseren Ausgang für den Mandanten erreichen. Obwohl der Versicherer am Ende immer noch eine teilweise Kulanz-Zahlung leistete, blieb der größte Teil des Schadens auf Rechnung von Herrn Van Lochem.

Kleingedrucktes lesen!

In einem in diesem Jahr ergangenen Urteil versuchte ein Versicherter, seine Frostschäden von seinem Versicherer gerichtlich einzutreiben, wobei er argumentierte, dass die Vertragsbedingung des Ausschlusses von Schäden durch Einfrieren zu weit gefasst gewesen wäre, aber das Gericht entschied, dass die Bestimmung klar formuliert sei und dass es einem Versicherer grundsätzlich freistehe, die Einschränkung des Deckungsumfangs zu bestimmen.

Der Versicherte warf dem Versicherer auch vor, ihn nicht über die Risiken von Frostschäden oder zumindest über die Notwendigkeit, Maßnahmen zu ergreifen, informiert zu haben, aber das Gericht entschied, dass ein Versicherer eine solche Sorgfaltspflicht nach dem Versicherungsvertrag nicht hat.

Das Gericht befand: Es liegt in der Verantwortung des Eigners, zu prüfen, was dafür notwendig ist. Wenn er nicht über ausreichende Fachkenntnisse in der Angelegenheit verfügt, ist er verpflichtet, dabei Hilfe zu suchen oder Informationen darüber einzuholen.

In diesem Zusammenhang vertrat das Gericht auch die Auffassung, dass ein Versicherter im Allgemeinen verpflichtet ist, seinen Schaden so weit wie möglich zu begrenzen.

Was lernen wir aus diesen Vorfällen?

(Fast) alle Versicherer in den Niederlanden haben eine „Entlastungsklausel“ für Frostschäden. Als Versicherter müssen Sie in jedem Einzelfall nachweisen können, dass Sie ausreichende Vorkehrungen getroffen haben, so dass der Schaden nicht Ihnen angelastet werden kann. Wenn Sie die Wintervorbereitung nicht von einem professionellen Unternehmen haben durchführen lassen, ist der Nachweis, dass Sie ausreichende Vorkehrungen getroffen haben, eigentlich unmöglich.

Egal, wie gut, handwerklich begabt und vorsichtig Sie sind, lassen Sie es einen Profi machen! Stellen Sie sicher, dass Sie auch eine Rechnung haben, aus der diese Arbeit hervorgeht. Dies hilft Ihnen nicht nur bei der Geltendmachung Ihres Anspruchs, sondern hält Ihnen auch den Weg frei, das betreffende Unternehmen haftbar zu machen.

Und schließlich: Glauben Sie nicht, dass Sie sich zurücklehnen können, wenn Sie das Schiff winterfest gemacht haben. Wie auf dem Wasser besteht auch im Winter die Sorgfaltspflicht, Ihr Schiff regelmäßig zu überprüfen (oder überprüfen zu lassen) und es vor Schäden zu schützen.

Wenn es aufgrund von (Corona-)Umständen schwierig oder beschwerlich ist, Ihr Schiff persönlich zu besuchen, kann aus der Not eine Tugend gemacht werden, indem die Arbeiten und die erforderliche Inspektion von einer Firma im Hafen durchgeführt werden.

https://hommersomadvocatuur.nl/

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Bilderrätsel KW 46 – Wo ist es?

Wir sahen in der letzten Woche die Zufahrt zur Schleuse Bruinisse von der Oosterschelde aus gesehen. Klar, viele Stegfunk.de Leser haben es gewusst. Glückwunsch. Das Grevelinger Meer ist ein herrliches Urlaubszuhause. Schöne Städtchen, klares Wasser und viele Inseln, an denen es allerdings im Sommer recht voll wird. Das war auch in diesem Jahr so. Einen Platz hat die Redaktion dort jedoch immer gefunden. Wichtig: Wer an einer der Inseln anlegen mag, muss vorher eine „Vergunning“, eine Erlaubnis dafür kaufen. Die gilt für 7 Tage (12,50 Euro) oder die ganze Saison (49 Euro). Liegen darf man maximal drei Tage am Stück, danach muss man mindestens für fünf Tage 1000 Meter weiter ziehen. Das gilt übrigens auch fürs Ankern und wird vom Staatsbosheer, der Waldverwaltung, auch wirklich kontrolliert.

Also weiter: Wo wurde dieses Foto aufgenommen? Wenn Sie es wissen, schreiben Sie uns! [email protected] Und jetzt viel Spaß beim Raten!

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Familienzuwachs

Erinnert sich hier noch jemand an die Zeit, als ich Filou auf einem Haufen Müll in einer Werft in Kilada, Griechenland gefunden habe?
Fast 4 Jahre ist das nun mittlerweile her, als aus dem einst ausgemergelten Straßenhund innerhalb ganz kurzer Zeit unser bester Freund geworden ist.
Der Anfang war damals nicht leicht für mich, da ich mitten im Winter allein dort unten in dem kleinen Fischerdorf an unserem Schiff geschraubt habe und eigentlich nicht einmal genügend Zeit dafür hatte. Und dann auch noch ein Streuner…
In der ersten Nacht an Bord bin ich Nachts aufgestanden, um nach dem Streuner zu schauen und am zweiten Tag wurde das Schiff zur Nebensache und der Straßenhund zum Hauptthema, während ich mit Sabrina telefoniert habe. Sabrina hatte dann von Deutschland aus den Kontakt zu Stefan hergestellt, der im Nachbarort in einer Werft als Mechaniker gearbeitet und sich in seiner Freizeit, zusammen mit seiner Frau Jutta, um die Straßentiere in der Gegend gekümmert hat.
Ich habe Stefan als jemanden kennengelernt, der lieber selber verzichtet, bevor es einem seiner Schützlinge schlecht geht.
Stefan hat mir damals gute Ratschläge gegeben und über den Verein der ihn unterstützt, ist seinerzeit der Kontakt zu Yanna zustande gekommen, zu der ich Filou dann für ein paar Wochen gebracht habe. Denn ich hätte ihn damals wegen diverser Bestimmungen nicht sofort mit nach Deutschland nehmen können.
Der Kontakt zu Stefan besteht bis heute und die Arbeit, die er in der Gegend um Porto Cheli leistet ist nicht weniger geworden, im Gegenteil. Mittlerweile hat er zusammen mit Unterstützern aus Deutschland eine richtige Auffangstation für Streuner aufgebaut. Kein überfülltes Endlager, sondern eine Arche, die ihren Namen wirklich verdient hat.
Wir verfolgen und unterstützen das ganze Projekt also nach wie vor und seit wir Filou haben, wurden hin und wieder auch Menschen aus unserer Umgebung auf die Streuner aus dem kleinen Dorf in Griechenland aufmerksam. Unter anderem auch meine Schwester.
Sie ist da im Laufe der Zeit sogar aktiver als ich geworden und hat hin und wieder dafür gesorgt, dass zumindest finanzielle Unterstützung erfolgt.
Irgendwann im Sommer war sie dann zusammen mit meinem Schwager und meiner Nichte bei uns zu Besuch und wir waren nach kurzer Zeit mal wieder beim Thema Hund. Eigentlich besuchen sie ja auch nicht uns. Sie besuchen Filou! Sabrina und ich sind halt auch da.
Meine Schwester meinte schließlich irgendwann zu mir, dass Stefan in Griechenland vor einer Weile eine Hündin gefunden hat, die jetzt in der Arche untergebracht ist. Es ergab sich dann etwa folgendes Gespräch:

Nico: „Was für eine Hündin?“
Nicole: „Eine dreifarbige, etwas kleiner als Filou.“
Nico: „Und wo hat Stefan sie gefunden?“
Nicole: „Auf der Straße, kurz vor Kilada.“
Nico; „Ohh … kay.“
Nicole: „Ja, und du weist ja, wir wollen schon seit langem… Was musstet ihr nochmal alles machen, bei Filou?“

Das es nach diesem Satz bereits um sie geschehen war, wusste ich sofort! Aber ich war auch ziemlich überrascht. Ich wusste zwar, dass meine Schwester und mein Schwager schon seit Jahren über einen Hund nachdenken und langsam aber sicher alles in die Richtung einstielen, aber als es plötzlich um eine Streunerin aus dem kleinen Griechischen Dorf auf der östlichen Peloponnes Halbinsel ging, war ich echt baff. Damit hätte ich nicht gerechnet.

Kilada in Griechenland.

Es folgten einige Wochen der Vorbereitung und Organisation. Vor allem Silke und Oliver, die Stefan seit Jahren intensiv unterstützen, haben sehr viel getan um Agapi ein endgültiges Zuhause zu ermöglichen. Danke euch beiden dafür!

Anfang Oktober waren Nicole und ich schließlich auf dem Weg nach Frankfurt. Auf der Rücksitzbank stand die Transportbox von Filou bereit. Die Box, die ich seinerzeit im Nachbarort von Kilada beim Tierarzt besorgt hatte.
In Frankfurt haben wir Agapi dann zum ersten Mal gesehen. Agapi, den Namen hat Stefan ihr gegeben, nachdem er sie gefunden hat und diesen Namen wird sie auch behalten!
Ich hatte dann die Ehre, die Strecke von Frankfurt nach Voerde zu fahren. Ganz sachte, ohne Ruckler, um Agapi die Heimfahrt so angenehm wie möglich zu machen.
Am späten Abend waren wir schließlich da. Agapi haben wir zuerst in den Garten gelassen. Meine Nichte stand dabei hinter der Glastüre, ganz ruhig, aber mit Freudentränen in den Augen. Dann das erste Futter, schnuppern lassen, ankommen lassen, alles gut!

Und wie ist sie so, die Streunerin aus Kilada?

Es gibt viele Parallelen zu Filou, auch wenn sie natürlich ein völlig anderer Hund ist. Aber sie hat die gleiche, erkundende, liebe Art an sich. Und sie ist ziemlich schlau. Sie durchblickt Zusammenhänge sehr schnell, genau wie Filou. Eine echte Streunerin eben.
Am meisten waren wir natürlich gespannt, was passiert, wenn sich zwei Streuner aus Kilada zum ersten Mal treffen.
Was soll ich sagen, sie sprechen die gleiche Sprache und ohne zu übertreiben: Liebe auf den ersten Blick!
Ich glaube, Filou hat Agapi auch ein klein wenig mit seiner Gelassenheit beim ankommen geholfen.
Wenn die beiden wüssten, dass sie eine ganze Weile in dem selben kleinen Dorf auf der Peloponnes in Griechenland ums überleben gekämpft haben…
Oder wissen sie es vielleicht?

Ohne Stefan, Jutta und all die Unterstützer des Vereins Fellnasen im Glück e. V. wäre das alles nicht möglich gewesen und Agapi heute noch eine Streunerin, oder (was wahrscheinlicher ist) nicht mehr am leben.

Ich weiß, dass Stefan der Abschied von Agapi nicht leicht gefallen ist, aber ich weiß auch, dass er pragmatisch denkt. Das Agapi nicht mehr in der Arche ist, bedeutet: Ein Platz frei für die nächste Streunerin!
Und eines ist sicher, es wird nicht lange dauern bis er den nächsten Hund findet, der kein zu Hause hat.

Vielleicht deinen!?

Link zu Stefans Facebook Seite: Strays of Porto Heli

Link zum Unterstützer-Verein in Deutschland: Fellnasen im Glück e.V.

Link zur Facebook Seite von Fellnasen im Glück e.V.: Fellnasen im Glück

SV Alexandra – Patrick Bouvier FR

OVNI 345 – MERCI A VOUS
Nous avons traversé 3 fois le golfe de Gascogne depuis l’installation, le windpilot a barré tout le long sans aucun problème, et les traversées on été un réel plaisir.

La dernière s’est faite avec 25 à 30 nœuds de vent au grand largue quasiment sans avoir à toucher aux réglages. Je vous joints quelques photos en PJ.
Encore merci à vous, cordialement
Patrick Bouvier

Regenzeit

Sa., 07.Nov.20, Franz.Polynesien/Tahiti/Papeete, Tag 2351, 21.218 sm von HH

Die Regenzeit hat begonnen. Das ist nicht schlimm – es regnet nicht jeden Tag und meistens auch nicht den ganzen Tag. Und irgendwo muss das üppige Grün ja schließlich herkommen. Wenn es regnet, dann regnet es allerdings tropisch anständig in Sturzbächen. Der unangenehme Teil an diesem Regen ist, dass es bei uns rein regnet.
Das macht es schon länger. Daher hatte ich bereits vor zwei Jahren Sika (Dichtungsmasse fürs die Teakdeck-Fugen) aus Deutschland mitbringen wollen. Das Zeug wurde mir zu Unrecht von den Sicherheits-Kontroll-Dödels aus dem Koffer genommen. Achim hatte damals in der Not die schlimmsten Undichtigkeiten mit dem Sika abgedichtet, was wir in Ecuador bekommen konnten. Das hatte nicht die richtige Spezifikation und funktionierte damit leidlich gut (es gibt ungefähr eine Milliarde verschiedene Typen Sika – für jeden Zweck eine andere Sorte. Verwirrend für den Laien, aber der Hersteller denkt sich was dabei, denn die falsche Sorte am falschen Ort eingesetzt, macht die Arbeit nicht leichter und das Ergebnis nicht besser).

Dann, bereits auf Gambier, fing es an in die Eignerkoje zu tropfen. Nichts erzeugt mehr Druck auf einen Skipper tätig zu werden als wenn es ins eigene Bett tropft. Aber was kann er tun ohne Sika? Nichts, keine Chance. Und es waren ja auch nur ein paar Tropfen. Dann kam die Trockenzeit und es wuchs ‚Vergessen‘ über die Sache. Solange bis vor vier Wochen die ersten Regengüsse in Papeete nieder gingen. Tropf, tropf, tropf ins Bett. Pladder, pladder, pladder im Salon: zwei Rinnsale – einer am Fenster und einer direkt an der Maststütze.

Also Ärmel aufgekrempelt und als erstes die Deckenverkleidungen abgebaut. Heijeijei, da steht aber viel Feuchtigkeit. Kein Wunder, wenn man sich die kaputten Fugen an Deck betrachtet. Achim radelt durch ganz Papeete und kauft den Inselbestand an Sika-Tuben auf: fünf Stück! Wollte man es richtig reparieren, bräuchten wir fünf Kartons. Wir haben keine Wahl, wir können nur pfuschen und notreparieren, soweit der Vorrat reicht. Dort wo es verdächtig aussieht, schneidet Achim die alte Fugenmasse raus. Die Teakplanken haben noch eine gute Dicke von fünf bis sieben Millimeter. Allerdings splittert altersbedingt an einigen Stellen das Holz längs der Fugen ab. Ein, zwei Millimeter vielleicht. Oft ist das Holz dort aufgeweicht und muss in jedem Fall entfernt werden. Das macht die Fugen breiter – eine Tube Sika reicht somit für noch weniger Strecke.

Jetzt sind die fünf Tuben leer und die schlimmsten Stellen auf dem Vorschiff und achtern beseitigt. Es ist natürlich nur eine Frage der Zeit, wann andere Fugen nachfolgen werden. Wir können uns verrenken wie wir wollen, wir bräuchten eine Werft und ein anständiges Deck-Refit, wie es für Neuseeland geplant gewesen wäre.
Achim hat noch fünf Tuben Sika mit einer nicht so geeigneten Spezifikation gekauft. Für eine Schnell-Reparatur in den nächsten Monaten sollte das reichen, falls es uns wieder auf den Kopf tropfen sollte.

An die tiefsten Stellen kommt vor der Fugenmasse noch etwas Epoxi rein vor dem Sika

Vor dem Sika wird abgeklebt – blöd nur dass man hier nur zu breites Klebeband bekommt

Noch hat er Freude

Fugen wieder zu – nur noch schleifen

Sika alle – für mehr Fläche hat es nicht gereicht

Stress-Test für die neuen Fugen – alle dicht