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Vanuatu ==> Australien – Tag 10  – Einfach der Natur ihren Lauf lassen

25.10.2026; Pazifik / Coral Sea; Tag 4.530; 31.314 sm total

Um 23:00 Uhr beginnt der Spaß. Ich höre Geschnatter von Achtern. Zwei Tölpel sitzen bereits auf den Solarpanelen. Drei weitere sind im Anflug. Verpassen ihr Ziel oder werden von den Erstbesetzern unter Geschrei vertrieben.
Ich zögere. Es ist mir unter Androhung der Todesstrafe verboten, das Cockpit zu verlassen, während Achim schläft. Andererseits: Es ist ruhig. Ich bin schon groß. Was soll passieren?
Ich schnappe mir den Wanderstock und klettere aus dem Cockpit. Das erste Mal, dass ich unsere eiserne Regel missachte. Mit Erfolg, es ist ganz einfach, die inzwischen auf sieben angewachsene Menge von Tölpeln zu verjagen. Schacka!

Ich hangle mich ins Cockpit zurück. Keiner hat was gemerkt.
Es herrscht Ruhe für zehn Minuten. Da sehe ich im Mondschein die Vögel zurückkommen. Man soll sein Schicksal nicht herausfordern (wobei ich vor der [berechtigten] Mecker mehr Schiss habe als vor dem Überbordfallen). Unmöglich kann ich die halbe Nacht mit meinem Stock nach hinten klettern.
Ich lasse der Natur ihren Lauf.

Als ob die Vögel das ahnen. Es werden mehr und mehr. Die ersten weichen schon auf den benachbarten Kran aus. Äugen zu mir runter. „Rache ist Blutwurst“, lese ich in ihren Gesichtern.
Das Solarpanel ist jetzt rappelvoll. Einzeln gucken Hälse oben raus oder Bürzel hängen über. Wenn Atanga etwas mehr überholt, kommen die Tölpel ins Glitschen. Sie leiten Notstarts ein. Zwei Runden Orientierung. Happy Landing!

 

Tölpel auf dem Kran. Auf dem Panel ist schon kein Platz mehr.

Neuankömmlinge entdecken das freie seitliche Panel. Zwei Tiere nehmen Platz. Die kann ich mit meinem Stock verscheuchen. Sie kommen wieder.
Ich gebe auf, einfach der Natur ihren Lauf lassen.

Auf den Paneelen kein Platz mehr? Kein Problem, es gibt noch Restplätze am Boden.

Nach zwei Stunden ist Ruhe. Keine Neuankömmlinge mehr im Anflug. Alle Tölpel sind in die Hocke gegangen. Einige haben den Kopf im Gefieder. Sie schlafen den Schlaf der Gerechten. Als Achims Wache beginnt, könnten wir sie verscheuchen. Das bringt dann auch wieder keiner übers Herz.
Wir bekommen die Verdienstmedaille ‚Tölpelfreund‘ am gefiederten Band verliehen.

Die Putzkolonne am nächsten Morgen.

Viel Natur fällt aus so einem Vogel.

Dünnflüssig verteilt es seine Spritzer überall hin.

Tag 10
92 sm etmal
69 sm Rest
1.185 sm bereits gesegelt
Windstärke: 3+
Wellen: 1,0 Meter
Essen: Hühnersuppe – die letzte ihrer Art. Alles aufgefuttert
Position: 16°24,4 S / 147°05,6 E

Vanuatu ==> Australien – Tag 9  – Tierisch was los

24.10.2026; Pazifik / Coral Sea; Tag 4.529; 31.222 sm total

Zum Frühstück bekommen wir Besuch. Erst sehe ich nur einen schwarzen Schatten und denke, ich habe mich geirrt. Dann hören wir es prusten. Weitere Schatten tauchen auf. Sie sind bereits dicht neben Atanga, schwimmen nach vorn zum Bug. Von hinten rückt eine Armada nach. Ein Fiepen schwirrt in der Luft.
Es sind bestimmt hundert Tiere. Der Strom der Nachrücker will nicht abreißen. Am Bug herrscht schon Gedränge. Es sieht für uns nach beinahe Zusammenstößen aus. Aber die knapp drei Meter langen Tiere sind natürlich viel zu geschickt.

Wahrscheinlich sind es Melonenkopfwale. Die sind für große Schulen bekannt. Über tausend Tiere in einer Gruppe sollen belegt sein. Und dass sie gerne sehr dicht neben Booten schwimmen. Das können wir bestätigen. Einzelne Wale an der Seite lassen sich doch den Rücken von Atanga kratzen, so scheint es.

Fast eine Stunde bleiben sie bei uns. Unter Deck hört man ihre Unterhaltungen besonders gut. Lebhaft wird durcheinander gefiept. Einzelne Tiere drehen um und kommen zu Atanga zurück. Es gibt einen Wal mit verkrüppelter Finne, den sehen wir mehrfach.
Was für ein prächtiger Start in den Tag. Wir haben ein Dauergrinsen ins Gesicht getackert.

 Wer nah an der Reeling steht, darf mit Wal-Schnodder rechnen.

Größe, Optik und Verhalten lässt Melonenkopfwale vermuten.

Die letzten zwei Nächte hatten ebenfalls Besuch: Tölpel-Alarm. Nicht jeder tierische Besuch ist gleichwertig willkommen. Wie ungerecht. So niedlich, wie ich es finde, wenn sie mit uns reisen, sie hinterlassen eine riesige Sauerei.

Drei Vögel haben es sich auf dem Solarpanel am Heck gemütlich gemacht. Ohne die Rechnung mit Achim zu machen. „Morgen früh ist das Panel zugekleistert und ich bekomme keinen Strom. Kommt nicht in Frage, ihr dürft wieder ausziehen.“ Mit einer Blumenspritze zielt er auf die Tölpel. Genervt geben die Vögel nach mehreren Rückkehrversuchen auf.

Letzte Nacht höre ich eine angeregte Tölpel-Unterhaltung. Ich schaue zum Solarpanel. Das ist leer. Aber ich höre doch Tölpel-Gequake. Dann kann ich es orten. Einer hockt direkt über mir auf dem Bimini. Der bekommt von unten einen Stoß gegen die Füße. Erschrocken fliegt er davon. Einen dicken Fleck Vogeldreck hat er bereits fabriziert.
Der zweite Tölpel sitzt auf dem Großbaum. Guckt mich herausfordernd an: „Hehe, bis hierher kommst du nicht.“ Da hat er Recht. Aber dann fällt mir mein Wanderstock ein. Damit hat Herr Tölpel nicht gerechnet. Er macht die Biege, versucht es wieder, gibt schließlich gegen meinen Stock auf. Auch er hinterlässt einen kleinen Gruß.

Der Wind ist weiterhin schwach. Inzwischen mussten wir den Kurs um zwanzig Grad südlicher korrigieren. Einige Riffe gilt es zu umschiffen. Erwartet hatten wir, dass der Wind dann seitlicher kommt und die Rollerei weniger wird. Aber so wie, wir den Kurs drehen, dreht auch der Wind nördlicher. Er kommt weiterhin platsch von hinten. Neun bis dreizehn Knoten schätzen wir. Tapfer schaffen wir trotzdem einen 4er-Schnitt mit unserem Schmetterling.

Die Wellendichtung
Es gab da ein paar Anmerkungen zur Wellen-Thematik. Daher hier eine Entwarnung: Wegen der undichten Welle braucht sich keiner Sorgen zu machen! Machen wir tatsächlich auch nicht. Es liegen Plan B und C in der Schublade.
Die Pumpe pumpt zuverlässig. Auf Automatik gestellt, springt sie an, sobald ihr Schacht in der Bilge entsprechend gefüllt ist. Hören wir die Pumpe nicht, ist entweder die Welle wieder dicht oder die Pumpe ausgefallen. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied, den wir erst merken, wenn die Bodenbretter aufschwimmen. :mrgreen:
An Bord liegt eine Ersatzpumpe, noch original verpackt. Baugleich und „zügig“ ausgetauscht. Außerdem gibt es das Modell noch als gebrauchtes Ersatzteil. Und zusätzlich eine Gartenteichpumpe.
Bleibt nur, und man weiß nie, was kommt, dass der Strom an Bord ausfällt. Für diesen Fall haben wir zwei Eimer und eine manuelle Handpumpe.
Aber so weit soll es nicht kommen. Noch 162 Meilen.

Tag 9
101 sm etmal
162 sm Rest
1.093 sm bereits gesegelt
Windstärke: 3 – 4
Wellen: 1,50 Meter
Essen: Bratkartoffeln mit „Brathähnchen“ und Salat
Position: 15°58,6 S / 148°33,6 E

Vanuatu ==> Australien – Tag 7+8 – Bilgepumpe

22.+23.10.2026; Pazifik / Coral Sea; Tag 4.527+8; 31.121 sm total

Die Bilgepumpe springt an. Regelmäßig. Inzwischen alle acht bis fünfzehn Minuten. Geschätzte Menge Wasser, die gepumpt wird: Zehn bis zwanzig Liter in der Stunde. ***

Wo kommt das Wasser her? Alle Ventile sind trocken. Welle und Ruder-Koker kommen als weitere Übeltäter in Frage. Außerdem fällt uns auf, dass die Pumpe immer dann anspringt, wenn Atanga stark auf die Seite geworfen wird von den drei besoffenen Schwestern. Das spricht für Druck auf Propeller und somit Druck auf Welle als Auslöser.

Um einen Blick auf die Wellendichtung zu werfen, muss Achim einen Schrank ausräumen. Schmier- und Betriebsstoffe lagern dort. Auf dem rollenden Schiff ein Logistikthema. Als Gimmick oben drauf, greift Achim in ausgelaufenes Öl. Ein Kanister Motoröl hat durch den nie geöffneten Deckel eine Schnapsglas-Menge Öl in den Schrank gepresst. Wie das geht? Wir rätseln noch.
Also erstmal die Sauerei beseitigen, bevor die Wellendichtung frei liegt. Wenigstens ist das Öl sauber.

Alles aus dem Schrank bekommt eine Zwischenlösung.

Achim hält unsere Action Cam in das Wartungsloch für die Dichtung. Warten, warten und dann, jawohl, ihm gelingt eine Bilderbuchaufnahme. In einer kleinen Fontaine spritzt Salzwasser in Schiff.

Wir haben eine PSS-Wellendichtung. Zwischen dem Graphit und dem Edelstahl-Rotor hat offensichtlich der Anpressdruck nachgelassen.
Die Anbaueinleitung weiß Rat: „Sollte es nach der Installation der Wellendichtung zu „Nebel“-Austritt kommen, einfach die Schrauben vom Edelstahl-Rotor lösen und den Balg um weitere drei Millimeter komprimieren, um mehr Anpressdruck zu erzeugen.“ Das Leben kann so einfach sein.

Wasser spritzt in kleinen Fontänen.

Achim beschreibt das Szenario wie folgt: „Ich müsste im engen Wartungsloch mit langem Arm vier Madenschrauben lösen, an die ich im normalen Leben schon nicht herankomme, ohne den Schrank zu zerlegen. Dann müsste ich den Rotor zu mir heranziehen. Um drei Millimeter. Der Kahn macht einen Satz und es werden dreißig Millimeter daraus! Vergiss es!
Das versuche ich nur, wenn wir sinken. Die Pumpe pumpt ja.“

Dass wir sinken werden, schließt er kategorisch aus. Immerhin.

Ansonsten Segler-Dreikampf: Essen, schlafen, lesen – lesen, schlafen, essen.
Der Wind wird immer schwächer. Zeitweise bekommen wir nur noch 3,5 Knoten auf die Schiene, dann läuft es wieder etwas besser.
Im Prinzip Genusssegeln, wären da nicht die zwei Dünungen, die uns weiterhin zum Kippen bringen.

Küchengymnastik.

Tag 7+8
112+ 107 sm etmal
258 sm Rest
992 sm bereits gesegelt
Windstärke: 4, zeitweise 3+
Wellen: 1,50 Meter
Essen: Hackbällchen mit Sahnesauce und Möhren
Position: 15°36,4 S / 150°13,5 E

 

*** Auf unserer Fahrt von Australien nach Neukaledonien hatten wir auch schon eine anspringende Bilgepumpe. Da war der Übertäter ein vergammelter Kabelkanal im Ankerkasten. Das hat Achim mit Epoxid repariert. Diese Ursache scheidet aus.

Vanuatu ==> Australien – Tag 6 – Schmetterling unterwegs

21.10.2026; Pazifik / Coral Sea; Tag 4.526; 30.901 sm total

Premiere auf Atanga: Wir segeln mit zwei ausgebaumten Vorsegeln. Den sogenannten Schmetterling. Wir sind schon mit Großsegel und Vorsegel als Schmetterling unterwegs gewesen. Das ist nicht so beliebt an Bord. Den Großbaum auszustellen birgt bei Dünung – auch mit Bullenstander, einer Sicherung – immer ein Restrisiko, dass der Baum doch überkommt.
Auf dem Atlantik haben wir es mit der ausgebaumten Genua plus freifliegender Fock versucht. Das ging recht gut, aber das ungesicherte Segel fällt dann auch gerne ein. Damals fehlte uns noch der zweite Spibaum. Den haben wir in Neuseeland geschenkt bekommen. Danke und Grüße nach Österreich an die Crew der Seven Seas.

Hätten wir einen Beamer könnten wir heute Abend „Meuterei auf der Bounty‘ schauen.

Jetzt also als Panzerkreuzer mit Gestänge wie auf einem Krabbenkutter unterwegs. Tolle Sache. Und wir können uns einbilden, dass die Schaukelei etwas nachgelassen hat.
Manövrieren können wir allerdings nicht mehr. Müssen wir auch nicht, hier draußen ist niemand außer uns. Und die Wale sind schon wieder auf dem Weg zurück in die Antarktis.
Unser Kurs: Strich West. Noch für weitere 200 Meilen. Dann kommen Riffe, die dem Great Barrier Reef vorgelagert sind. Dort müssen wir einen Haken schlagen.

Die Bedingungen sind super ruhig. Heute Ausflug aufs Vorschiff..

Der Wind ist deutlich schwächer geworden und kommt genau von hinten. Der fehlende Windanzeiger wird vermisst. Die beiden Baumwollfäden hängen schlapp herunter. An Bord kommt nur noch ein laues Lüftchen an. „Wer braucht schon elektronische Windmesser“, lästern alte Salzbuckel gerne, „du fühlst doch den Wind auf der Haut.“ Nee, bei acht bis zehn Knoten im Cockpit fehlt uns die Sensorik. Wir lassen also den Kurs von der Windsteueranlage bestimmen und eiern etwas um unsere Kurslinie herum.
Macht nichts, der Traum, am Freitag anzukommen, ist eh schon ausgeträumt.

Tag 6
124 sm etmal
475 sm Rest
773 sm bereits gesegelt
Windstärke: schwache 4
Wellen: kleiner 2,0 Meter
Essen: eingekochte Hühnersuppe, asiatisch mit Austernsauce und Mais
Position: 15°53,30 S / 153°58,4 E

Vanuatu ==> Australien – Tag 5 – 28.880 Kipper

20.10.2026; Pazifik / Coral Sea; Tag 4.525; 30.778 sm total

Bergfest ist durch. Wir kommen gut voran, die Sonne scheint, alles bestens. Wären da nicht Wind und Welle genau von hinten. Atanga rollt. Wir kippen nach rechts, drei Sekunden später kippen wir nach links. Keine besonders hohen Ausschläge, es ist die schiere Zahl: 28.880 Kipper an einem Tag.

Das Gehirn ist erstaunlich anpassungsfähig. Nach ein paar Tagen hat es verstanden: Das Schiff rollt. Der gesamte Körper korrigiert automatisch. Verlagert beim Liegen und Sitzen das Gewicht von rechts nach links. Die Beine korrigieren, der Oberkörper schwingt mit, die Hand sucht Halt. Die Lernkurve ist steil. Bei den meisten Menschen verschwinden Seekrankheit und Lethargie nach drei Tagen. Wir bewegen uns inzwischen halbwegs souverän durchs Schiff, tragen Kaffee durch die Gegend und bilden uns ein, wir haben die Lage im Griff.

Würde nicht jeder fünfzigste Kipper aus dem Rahmen fallen. Wellen aus unterschiedlichen Richtungen tun sich zusammen. Meistens sind die drei Schwestern mit im Spiel. Ein Phänomen, dass überdurchschnittlich hohe Wellen häufig im Dreierpack auftauchen. Die erste Schwester schubst Atanga deutlich auf die Seite. Die wehrt sich. Kommt mit Schwung zurück. Die nächsten Wellen warten schon. Die Situation eskaliert. Schubsen und Zurückschwingen schaukeln sich auf.
Das Gehirn kommt nicht hinterher. Die Hand greift ins Leere. Man stößt mit der Schulter gegen den Schrank. Der Kaffee schwappt aus dem Becher.
Eine regelmäßige Ermahnung, wer hier das Sagen hat.

Bergfest. Wenn es gut läuft nur noch 144.000 Kipper.

Familienausflug aufs Achterschiff. Tolle Bedingungen mit ausgebaumter Genua.

Tag 5
137 sm etmal
596 sm Rest
649 sm bereits gesegelt
Windstärke: 4
Wellen: 2,0 Meter
Essen: Gulasch und Salat
Position: 16°00,08 S / 156°05,9 E

Vanuatu è Australien – Tag 4 – Alles wieder normal

19.10.2026; Pazifik / Coral Sea; Tag 4.524; 30.641 sm total

Die Wellen sind wieder normal. Check.
Die Genua ausgerollt. Check.
Die Windsteueranlage arbeitet fehlerfrei. Check.
Nachtwachen-Rhythmus wieder hergestellt. Check.
Seebeine sind gewachsen. Check.
Ein Leben an Bord ist möglich. Check.
Stimmung hervorragend. Check.

Arbeiten in der Pantry ist nicht ganz einfach. Nicht nur, dass wir mit dem achterlichen Wind ganz schön rollen, wir liegen auch noch auf der falschen Backe. Unsere L-förmige Pantry bietet nach Steuerbord wenige Stützmöglichkeiten. Menschen und Material können dann schon mal bis zum Kartentisch fliegen. Salat schnippeln mit einer Hand: schwierig. Also Balance halten und aufpassen. Eine Salat-Schüssel hat heute das Zeitliche gesegnet. Die liegt nun auf dem Meeresgrund.
Das Hamburg-Wappen im Sinkflug.

Hamburg Schüssel seit über 12 Jahren an Bord.

 

Tag 4
135 sm
727 sm Rest
Windstärke: 5
Wellen: 2,5 Meter
Essen: Bratnudeln mit Ei und Salat
Position: 16°04,60 S / 158°27,2 E

SV Lady Jane – Jürgen Mayer GER

CONTEST 48 MIT PACIFIC UM DIE WELT
Moin Peter, hoffe du bist noch aktiv?!? Ich hab vor ca. 6 Jahren ein Pacific bei dir gekauft. Was soll ich sagen, vermutlich das best investierte Geld unserer gesamten Reise. Hat uns jedenfalls um die ganze Welt gebracht. Hierfür schon mal vielen Dank für deinen innovativen, visionären Geist.
Wir sind zurück im Mittelmeer und würden die Windsteuerung gerne veräußern.
Gibt es dafür einen Gebrauchtmarkt? Falls jemand Interesse hat meld dich einfach.
Dank dir und beste Grüße
Jürgen

Moin Jürgen,
das ist Honig für einen alten Kopf, der mit 79 immer noch nicht die Tür zum Notausgang gefunden hat …
Der Markt für gebrauchte Windpiloten ist heiss, Du wirst das System schnell verkaufen können über Kleinanzeigen oder andere Foren.
herzlich
Peter

SV ByTheWind – Silvia Schwarz + Hendrik Wagner GER

ATLANTIK RUNDE UND ANKUNFT ZUHAUSE
Guten Tag lieber Peter Foerthmann, vielen Dank für den freundlichen Empfang in Eurer Wirkungsstätte. Es war sehr inspirierend, Euch persönlich kennen zu lernen und die Dynamik zu erleben, die Euch antreibt, wie der Wind die Segelnden. Endlich komme ich dazu, ein paar Fotos zu schicken, die für uns das Segeln mit dem Windpiloten ausmachen. Der Windpilot bedeutet für uns: Viel Meer, Augen frei zum Staunen, Hände frei zum Fotografieren. Ob windzerzaust, wie in Deinen Comics, im Squall, mit Containerschiff oder auf freier See, wir hatten die Chance und haben dies BoatLifeFeeling genossen, gemeinsam mit Blick nach vorn, auf unserer Dehler 31 über den Atlantik durch die Karibik und zurück zu segeln.
Silvia + Hendrik …by the winD (pilot)

SV Blue Haven – Ian and Trina Brooks UK

PACIFIC ON SERVICE ON PETREL 32 FOR MANY DECADES
Good morning. Our Pacific system has been ravaged by the sun. After 35 years of superb helming our 10m steel boat.
Are you able to supply spare parts ?
regards
Ian and Trina

Please provide delivery adress and also some picts of your vessel as my electronic records started in 2000

with kind regards from Hamburg
Peter Foerthmann

SV Twilight – Arie Baartman NED – for sale € 12.500

WINDPILOT PACIFIC CROSS ATLANTIC ON FAST SAILING TRIMARAN
Solo Sailing Trimaran Twilight across the Atlantic Ocean the winds are a bit off, this time and in the night I listen with some worries to the hard working electric autopilot an old but good working Autohelm 2000. a lot of work has been done to hang a Windpilot on Twilights stern and I decide to make some temporary solutions to get it to work.
and test the stories that a windpilot would not work wel on a multihull. all I can say now. i wish i had done this much earlier.
We named her „Giny“ its mesmerizing to watch her work and its quit.
A windpilot on a Ocean Sailing Trimaran is a great succes for Tentmaran Twilight.
We are Arie Baartman and Cheryl Hudson.
and our dog Camino
YT Video about installation of Windpilot Pacific
Windpilot Pacific sailing cross Atlantic
SV Twilight is for sale

Vanuatu ==> Australien – Tag 3 – der Ritt auf den Wellen

18.10.2026; Pazifik / Coral Sea; Tag 4.523; 30.506 sm total

Der dritte Tag beginnt mit kontinuierlich zunehmendem Wind. Zu früh, wir sind noch nicht ganz fest auf den Beinen. Sobald ich unter Deck etwas mache, außer sinnentleerte Spiele auf dem Handy zu daddeln, wird mir übel. Achim hält sich wie immer gut, ist aber ebenfalls antriebslos.
Gegen Abend werden die Wellen höher. Der Wind kommt 10 Grad von hinten. Atanga geigt. Der Wind legt weiter zu. Wir reffen mehrmals die ausgebaumte Genua, halten trotzdem unsere Geschwindigkeit: 6 Knoten, 7 Knoten, 8 Knoten.

Der erste Squall

Wenig Tuch und trotzdem halten wir über viele Stunden einen 6er Schnitt

Um 23:00 Uhr geht der Tanz richtig los. Der Mond ist untergegangen, Sterneleuchten fehlt. Es ist stockdunkel. Atanga läuft aus dem Ruder, luvt hart an, das Vorsegel flattert. Ich sprinte ins Cockpit, korrigiere den Kurs. Alles ist in Ordnung. Ohne Windanzeiger fühlt sich das Rudergehen an, wie Autofahren im Dunkeln ohne Licht. Den Wind kann ich nur erraten. Den Hightech-Baumwollfäden hätten wir das Leuchten beibringen sollen.
Die Windstärke beträgt geschätzte 20 Knoten, gar nicht so arg. Die Wellen kann ich kaum ausmachen, höre aber ihr Rauschen und Gurgeln. Wir donnern die Wellenberge runter. 9 Knoten, 10 Knoten. Puh, muss nicht sein!

Atanga läuft erneut aus dem Ruder. Diesmal kann ich es nicht alleine beheben, die Windsteueranlage ist „ausgehebelt“. Achim krabbelt aus dem Bett, geht nach hinten, kuppelt die Anlage wieder ein, während ich das Schiff auf Kurs halte. Eine Stunde später das gleiche Spiel.
Um 2:30 Uhr gehe ich ins Bett. Viel Schlaf bekomme ich nicht. Alle ein, zwei Stunden spinnt unsere treue Herta und klingt sich aus. Wir haben die lebensverlängernde Regel, dass keiner das Cockpit verlassen darf, während der andere schläft. Also muss ich aufstehen, das Ruder übernehmen, während Achim nach hinten geht.

Im Morgengrauen sehen wir, was los ist. Solche Wellen sind neu für uns. So was haben wir noch nicht erlebt. Geschätzte vier Meter alle sieben Sekunden. Steile Biester. Der Wahnsinn. Atanga surft die Berge runter – 11,9 Knoten beträgt die Spitzengeschwindigkeit, die wir sehen.
Natürlich geigen wir beim Surf, es ist unbequem an Bord. Nicht beängstigend, aber sehr beeindruckend. Und anstrengend. Was vor allem nervt, ist die weiterhin aussteigende Windsteueranlage. Keiner von uns hat die Möglichkeit, etwas Schlaf nachholen. Die Fehler-Ursache dürfte an unserer hohen Geschwindigkeit liegen. Das Heck wird aufs Wasser gesogen. Die Badeplattform ist bereits untergetaucht. Wahrscheinlich bekommt das Pendelruder durch den unglücklichen Winkel zu viel Druck und mag nicht mehr. Das Ausklinken ist in den letzten Jahren durchaus schon mal vorgekommen, aber in Summe seltener als an diesem besonderen Wellen-Tag.

Wer mal versucht hat, Wellen zu fotografieren, weiß, dass das nicht geht. Ich hab es endlos versucht. Der beste Schnappschuss ist Achim gelungen mit der Welle, die mir über die Schulter guckt. Ich sitze mit dem Kopf in 2,5 Meter über der Wasserlinie.

Zum Ende von Tag drei haben sich die Brecher etwas beruhigt und dürften mit der Windy-Angabe von 3,30 Metern übereinstimmen. Der Wind ist ebenfalls schwächer geworden. Wir sind jetzt langsamer und Herta arbeitet wieder ohne Mullen und Knullen. Wir atmen auf und spielen Schnick-Schnack-Schnuck, wer als Erster eine Runde schlafen darf.

Tag 3
130 sm
862 sm Rest
Windstärke: 5, in Böen 6
Wellen: Vorsichtige Schätzungen vermuten 4 Meter plus
Essen: Nudeln mit Pesto – für mehr fehlt die Kraft
Position: 16°07,60 S / 160°47,5 E

Vanuatu ==> Australien – Tag 2

17.10.2026; Pazifik/Coral Sea; Tag 4.522; 30.376 sm total

In der zweiten Nacht schlafen wir schon etwas besser. Die Wellenhöhe ist zurück gegangen und passt jetzt besser zur Windstärke. Gleichmäßige Dünung im zwölf Sekunden Rhythmus wird allerdings noch gesucht. Mehr als 14 Knoten Wind sehen wir nicht.
Der Wind kommt wieder achterlicher. Wir haben auf die Genua mit kleinem Groß als Stütze zurück gewechselt. Vereinzelt ziehen Regenwolken ohne viel Wind vorbei.

Wir haben zwei Windanzeiger an den Wanten montiert. Einen für Starkwind aus schwerem T-Shirt-Stoff. Der rührt sich erst richtig bei über 15 Knoten. Der andere Windanzeiger besteht aus feinem Blusenstoff. Der zappelt schon bei einer leichten Briese. Hochpräzisionsmessgeräte!

Der Leichtwindmesser. Der hat auch schon mal einen Totalausfall, wenn er sich verheddert. Der könnte von Raymarine sein.

Viel geleistet wurde nicht. Wir liegen auf den Sofas und warten, dass uns Seebeine wachsen.

Tag 2
115 sm
993 sm Rest
Windstärke: 4
Wellen: schräg von hinten, deutlich flacher, wir rollen trotzdem.
Essen: Zweite Portion Kartoffelsalat, Krautsalat und kalte gebratene Hühnchenbrust.
Position: 16°06,15 S / 163°01,4 E