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KNRM erneuert die gesamte Flotte

Die ältesten Mitglieder der Flotte sind aus dem Jahr 1991 und werden damit 2021 30 Jahre alt. Da die Schiffe bei schwierigsten Bedingungen sicher operieren müssen, werden sie regelmäßig gewartet. Das wurde zuletzt immer teurer, auch sank die Zuverlässigkeit der Boote. Allerdings wolle man die Sicherheit der Besatzungen zu keiner Zeit in Frage stellen, so der KNRM-Direktor Jacob Tas. Daher nun die Entscheidung, die Flotte zu erneuern.

Das bedeutet eine finanzielle Belastung von rund 5,5 Millionen Euro pro Jahr über die nächsten 15 Jahre. Das alles wird ausschließlich aus Spenden bewerkstelligt, Zuwendungen vom Staat erhält die KNRM nicht. Man ist jedoch zuversichtlich, die Beträge stemmen zu können. Die ersten Rettungsboote seien bereits finanziert.

Eine der ersten Stationen die ein neues Einsatzmittel erhält ist Lemmer. Die dortige Anna-Dorothea, ein Schiff der Valentijn-Klasse wird 2022, nach 22 Jahren Dienst bei den Friesen, ersetzt durch die neue Van-Wijk-Klasse. Sie entspricht in vielen ihrem Vorgänger. Mit einer Länge von 11,40 Metern ist sie jedoch knapp einen Meter länger. Die Klassen werden nach dem jeweils ersten Schiff ihrer Art benannt.

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Auf dem Ananas-Weg

So., 13.Dez.20, Franz.Polynesien/Moorea/Cooks Bay, Tag 2387, 21.237 sm von HH

Als ‚Route des ananas‘ wird das Hinterland am Scheitelpunkt der Cooks Bay bezeichnet. Der Ananas-Weg. Ananas-Labyrinth ist zutreffender, würde ich sagen. Folgerichtig werden wir von einem netten Erntehelfer gleich am Anfang der Ananas-Felder aufgeklärt: „Passt auf, dass ihr nicht verloren geht. Hier verirren sich regelmäßig Touristen. Aber wenn ihr auf Kollegen von mir trefft, die helfen euch aus dem Gewirr der Wege wieder raus.“

Nette Bekanntschaft unterwegs – der Angst hat, dass wir uns verlaufen

Na prima, hoffentlich geht das gut. Es gibt Hinweis-Schilder für einen ‚Trail‘, aber die verschiedenen Farben der Pfeile sind ohne Legende eher verwirrend als aufklärend. Prompt landen wir in der ein oder anderen Sackgasse und müssen umdrehen. Viele der Ananas sind bereits tiefgelb und erntefertig. Ein betörender Duft liegt über den Feldern. Lecker, da läuft einem das Wasser im Mund zusammen.

Eine Netz aus Wegen zieht sich durch die Ananas-Plantagen

Wunderschöne Kulturlandschaft

Mitten in den Plantagen – und es duftet intensiv nach Ananas

Mo’orea hat die süßesten Ananas der Welt, so verspricht der Export-Slogan. Aber Französisch Polynesien spielt keine Rolle in der Weltproduktion in Ananas. Die meisten Früchte werden in Costa Rica, Brasilien und auf den Philippinen angebaut. Dicke Dinger mit bis zu 4 Kilogramm Gewicht. Die Früchte in unserem Labyrinth sind relativ klein, wiegen vielleicht 500 Gramm bis zu einem Kilo. Die Blätter sind übel mit Dornen besetzt, die Erntehelfer tragen dicke Gummihandschuhe und feste, lange Hosen oder Chaps, um sich bei der Arbeit zu schützen. Eine fiese Handarbeit ohne Maschineneinsatz. Die Felder vor Ort sind zu klein dafür und sie liegen eingebettet zwischen kleinen Wäldchen, mal einem Maisfeld oder Bananenhain. Das macht diese Kultur-Landschaft zu einem hübschen Anblick, eingerahmt von dramatischen Bergen.

Über allem trohnt der Rotui mit über 800 Metern

Die geernteten Ananas auf dem Wagen, der uns entgegen rumpelt, sehen überreif aus. Aber sie sind perfekt. Als wir nach dem Weg fragen, bekommen wir vier Stück geschenkt. Die Polynesier sind wie immer überwältigend freundlich. Ananas reifen nicht nach. Das wusste ich nicht, erklärt aber, warum die noch grünlichen Früchte aus deutschen Supermärkten fast immer eine Enttäuschung sind. Die großen Ernte-Konzerne lassen die Ananas zu früh ernten, weil dann zum Transport mehr Zeit bleibt, bevor die Früchte vergammeln. Wer Bio-Ananas kauft, soll von diesem Trick verschont bleiben.

Überreife Ananas? – nein, sie sind perfekt

Eine Ananas-Pflanze benötigt bis zu 18 Monate bis zur ersten Ernte. Die zweite Reife erfolgt schneller – nur ein gutes Jahr – aber der Ertrag fällt deutlich niedriger aus. Nach der dritten Ernte lohnt es sich kaum noch und es müssen neue Pflanzen gesteckt werden. Auf Mo’orea kostet eine Ananas übrigens 1,50 bis 2,50 USD – direkt vom Straßenstand – hundert Meter vom ersten Feld entfernt. Keine Zwischenhändler, direkt vom Erzeuger. Bedenkt man die harten Bedingungen und lange Wartezeit bis zur Ernte, erscheint der Preis angemessen.
Yummi sind sie auf jeden Fall. Vielleicht sogar die süßesten Ananas der Welt.

De Zeeuwse Hemel in Zierikzee – Himmlisch genießen

Oranje Hemel – wer denkt da an ein Getränk? Möhren-, Ingwer-, Apfelsaft. Oder so: Sanddornlimonade, natürlich selbstgemacht. Es wird also etwas alternativ. Das allerdings sollte sofort klar sein, wenn man in de Zeeuwse Hemel eintritt. Egal ob innen mit Backsteinwänden und massiven Holzmöbeln. Oder im Garten, mit allerlei großen und kleinen Bäumen, Schuppen, Treppen und hier und dort einem Tisch mit Stühlen für Gäste. Kinder rennen rum, spielen, lachen. Die Atmosphäre ist sehr gelöst. Hier ist nichts clean oder mainstream oder langweilig. Hier ist gemütlich und anders. Dieses Kleinod liegt mitten in der Stadt. Ringsum altes Gemäuer. Einzigartig! Ein perfekter Ort für einen Borrel!

Borrelen, eine tolle Sache!

Auch essen kann man hier: Eine Auswahl an Bitterballen zum Beispiel. Mit Black Angus, Kaas, und Kreeft (Krebs/Hummer). Toll. Pizza mit Trüffelcarpaccio, Libanesische Linsensuppe, vegetarisches Curry oder auch: Steak. Alles irgendwie mit einem Öko-Touch und irgendwie lecker. Außergewöhnlich. Die Portionen passen zum Body-Mass-Index der Kellnerinnen, aber dafür gibt es ja noch leckeren Nachtisch. Birnenstreusel mit Birnen aus dem Garten oder Schokoladen-Lava-Cake. Fein. Aber Achtung: Die Karte ändert sich regelmäßig.

Ein Ort der Ruhe zum genießen: Der Garten Eden…

Drinnen sitzt es sich prima, wie in einer alten Apotheke, ein Tresen, eine Waage, viele Ablagen, denn viele Sachen kann man auch kaufen und mitnehmen. Da ist immer Leben drin. Das Highlight ist aber klar: Draußen sitzen! Die Clou dabei: Die Küche ist im ersten Stock und die die bedauernwerten Servicekräfte müssen eine Treppe (oder ist es eine Leiter?) besteigen, mitsamt der Teller voll mit Essen. Mit einer leicht sadistischen Ader ist das amüsant anzusehen. Und es bleibt die Frage: Würde sowas in Deutschland genehmigungsfähig sein? Egal. Wer dem Spiel auf der Teppe nicht folgen mag, lässt den Blick schweifen: Auf andere Gäste, aufs eigene Essen, auf die Gebäude rund um den Zeeuwse Hemel. Und schließlich bleibt man einfach noch etwas im Himmel. Auf ein anderes Getränk. Gin Tonic zum Beispiel…

www.dezeeuwsehemel.nl

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Ankern kann ja so doof sein

Do., 10.Dez.20, Franz.Polynesien/Moorea/Cooks Bay, Tag 2384, 21.237 sm von HH

Tagelang liegt die Cooks Bay friedlich vor sich hin; ein romantisches Idyll, eingerahmt von den Bergen, geschützt vor den Elementen durch das Riff. Abends treiben Hibiskus-Blüten auf der glatten Oberfläche und die Boote treiben schwerelos an ihrem Anker. Verträumte Perfektion. Schön, schöner, traumhaftschön.

Tausende Hibiskus-Blüten treiben über die Bucht

Damit ist es seit ein paar Tagen vorbei: Erst ziehen nur graue Wolken auf. Es wird windig und ungemütlich, wir hocken im Trockenen unter Deck. Dann kommen schwarze Wolken, entladen ihre Fracht über uns. Stundenlang. Tagelang. Literweise. Tonnenweise. Später lesen wir von dreißig bis hundert Liter auf den Quadratmeter – in vierundzwanzig Stunden. Die Berge verschwinden im Regen. Graues Meer – graue Berge. Innerhalb einer halben Stunde entstehen Wasserfälle, wo vorher blanker Felsen zu sehen war. Keine Rinnsale, nein, ausgewachsene Wasserfälle. Wir sind Tropenregen ja inzwischen gewöhnt, aber dieser Regen beeindruckt uns. Zum Glück regnet es nur und stürmt nicht auch noch dabei.

Ein neuer Wasserfall wird geboren – nach dreißig Minuten Regen

Die erste heftige Schlechtwetter-Welle mit Wind trifft nachts auf uns. Natürlich nachts, möchte man sagen. Der Wind kommt aus dem Nichts als wir einen Film anschauen. Wir hören den D-Zug anbrausen und da knallt und rappelt es auch schon an Deck. Unser Dinghy, an der Bordwand hochgezogen, damit es nicht im Wasser schwimmt, ist senkrecht hoch geklappt. Wir kriegen das schnell wieder in den Griff und lassen es ab. Nichts passiert. Aber das Bimini hat sich ebenfalls losgerissen und klappert wild vor sich hin. Wir müssen gleichzeitig drei Dinge auf einmal machen: Decksbeleuchtung anschalten, Bimini retten, Badeklamotten anhängen, Navigation und Motor starten.  Rutschen wir? Nein, der Anker hält. Auf anderen Booten erkennen wir auch viel Licht, aber alle Boote bleiben an ihrem Platz, keiner rutscht. Nach zwei Stunden beruhigt es sich und wir können schlafen gehen.

Die nächste Front kommt am Tag. Während des Frühstücks kann man das Unheil kommen sehen. Wir lassen schnell das Dinghy ins Wasser, es schwimmt jetzt sicher längsseits neben Atanga. Schnell alles zusammensuchen, was fliegen könnte und zu Ende frühstücken. Es geht los. Die Boote tanzen am Anker. Der Wind dreht mal hierhin, mal dorthin. Fallböen donnern die Berghänge herunter. Zerren an den Ankerketten. Dreißig Knoten, vierzig Knoten. Über Funk hören wir etwas von neunundvierzig Knoten. Wir können die Böe kommen sehen. Sie trägt eine meterhohe Gischtwolke vor sich her. Trifft auf ein Boot zwei Reihen vor uns. Das ist ein großer Katamaran, der nicht mal etwas davon merkt. Wir starren nur. An Deck ist alles gut verzurrt, die Luken sind zu, wir fühlen uns gut vorbereitet. Nur noch wenige Meter, dann ist die Böe bei uns und trifft Atanga volle Breitseite. Unser gutes Mädchen legt sich schwer auf die Backe und dann scheppert es unten. Es haut Gläser, Bücher und Ladekabel vom Tisch. In den Schränken rappelt es. Wow! Das Dinghy unseres Nachbarn hängt senkrecht an seiner Bordwand. Der Windstoß hat das Schlauchboot einfach hochgeklappt. Willkommen im Club. Er kämpft gegen den Wind um sein Dinghy. Nach einer Weile hat er zum Glück die Lage im Griff. Helfen kann ihm leider keiner, bei so einem Wind bleibt man besser Stand-by auf dem eigenen Kahn mit der Hand am Zündschlüssel.
Wiederum nach zwei Stunden ist das Schlimmste vorbei. Die Vorhersage meint, dass das Wetter ab Morgen wieder besser sein soll – hoffentlich weiß das Wetter das auch. :-)

Wolke mit ein büschen Wind

Schietwetter am Ankerplatz

Bauarbeiten am Afsluitdijk: Was passiert da gerade?

Die Stevinsschleuse in Den Oever ist bs Ende April gesperrt. Das haben viele Wassersportler zur Kenntnis genommen, nur der Grund ist nicht jedem klar. Der Afsluitdijk wird zukunftssicher gemacht. Das geschieht in mehreren Projekten. Als da wären:

  • Verstärkung des gesamten Deiches
  • Wartung der bestehenden Spuisluizen
  • Anlegen weiterer Spuisluizen in Den Oever
  • Anbringen von Hochwasserschutztoren vor den Schleusen in Kornwerderzand und Den Oever
  • Anlegen eines großen Pumpwerks in Den Oever
  • Anlegen eines Fischmigrationsflusses in Kornwerderzand

Verstärkung des Deiches

Der Deichkörper wird bis zu zwei Meter erhöht. Wattenseeseitig werden 75.000 Betonblöcke auf den Deichfuss gelegt. Diese sind jeder rund 6,5 Tonnen schwer und speziell geformt. Wie Legoblöcke verhaken sie sich ineinander. In Harlingen werden davon 100 Stück am Tag in einer eigens gebauten Fabrik gefertigt und per Schiff an den Deich gebracht. Fertigstellung: 2023

Wartung der bestehenden Spuisluizen

Spuien ist das ablaufenlassen von Wasser aus dem IJsselmeer ins Watt bei Niedrigwasser. Eine ausreichende „Spuikapazität“ ist sehr wichtig für den Wasserhaushalt. Darum müssen die bestehenden Spuisluizen gut funktionieren. Sie erhalten neue Tore und der Beton wird wo nötig repariert. Auch die Schleusen für die Schifffahrt werden bei der Gelegenheit renoviert. Fertigstellung: April 2021

Anlegen weiterer Spuisluizen

In Zukunft rechnen die Experten im Winter mit mehr Zufuhr von Wasser über die IJssel und aus Niederschlägen. Das Niederschlagswasser aus den nördlichen Provinzen wird zu großen Teilen ebenfalls über das IJsselmeer abgeführt (siehe Woudagemaal in Lemmer oder Pumpwerk in Stavoren). Darum musste die Spuikapazität erhöht werden. Hierzu werden in Den Oever acht weitere Tore eingebaut, durch die bei Niedrigwasser auf dem Watt Wasser aus dem IJsselmeer abgelassen werden kann. Achtung: Wer Den Oever vom Watt aus anläuft, muss auch bei auflaufendem Wasser mit Gegenstrom rechnen. Fertigstellung: Mitte 2021

Anbringen von Hochwasserschutztoren vor den Schleusen in Kornwerderzand und Den Oever

Um die eigentlichen Schleusentore vor der Last bei extremen Hochwasser besser zu schützen, werden außerhalb der Schleusen weitere schwere Schutztore angebracht. In Den Oever geschieht das direkt vor der Schleuse. Das Schutztor wird Teil des Komplexes. Es kann in zwei Minuten geschlossen werden. In Kornwerderzand ging das nicht, da das Dorf denkmalgeschützt ist. Hier wanderte das Schutztor vor den Brücken der A 7. Es wird dadurch 53 Meter lang. Zum schließen braucht es sieben Minuten. Fertigstellung: Beginn 2022

Anlegen eines Pumpwerks in Den Oever

Das Konzept des Spuiens ist an sich prima, solange das Wasser an der Wattenseeseite niedrig genug ist. Bei Sturm aus West oder Nordwest bleibt das Wasser jedoch auch bei Niedrigwasser im Watt hoch stehen. Die Folge: Spuien ist unmöglich. Daher baut man nun ein Pumpwerk in Den Oever. Seine drei Pumpen können pro Sekunde 235.000 Liter Wasser ins Watt befördern, egal wie hoch dort die Tide steht. Das Pumpwerk ist von der Kapazität etwa doppelt so groß wie das in Stavoren. Die für das Pumpen erforderliche Energie wird vor Ort aus Solarzellen gewonnen. Fertigstellung: April 2021

Anlegen eines Fischmigrationsflusses in Kornwerderzand

Viele Fische wandern zum Laichen vom Salz- ins Süsswasser. Ein Deich verhindert das jedoch. Und auch wenn die Spuisluizen offen stehen, ist die Strömung für manche Fischarten zu Stark, um hinein zu schwimmen. Die Artenvielfalt in den Gewässern stromaufwärts hat stark abgenommen. Dem will man mit dem neuen Bauwerk entgegenwirken. Natürlich ist solch ein innovatives Projekt auch ein Aushängeschild für den Niederländischen Wasserbausektor. Der Fluss besteht aus einem Einlass mit Vogelinsel wattseitig, einem Durchlass im Deich, sowie einem vier Kilometer langen, mäanderndem Delta ijsselmeerseitig. Dort wird es auch einen Steg geben, an dem Yachten anlegen können, die das Bauwerk besuchen wollen. Dort werden neben einem Besucherzentrum auch Wanderwege zur Verfügung stehen. Fertigstellung: 2023

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Bilderrätsel KW 50 – Wo ist es?

Mit einer ungewöhnlichen Perspektive kann man Stegfunk.de – Leser nicht in die Irre führen. Das Starteiland im Sneeker Meer haben viele von Euch erkannt. Glückwunsch! Im Sommer ist es immer trubelig dort, auf der einen Seite dampfen die Frachter lang, auf der anderen laufen oft Regatten. Eine Frittenbude gibt es, ebenso ein kaltes Bier und Duschen wie Toiletten. Kurzum: Eine tolle Destination. Übrigens ganz besonders zur Sneeker Woche, falls man es sehr, also wirklich sehr trubelig mag und einen Platz ergattern kann.

Auch in dieser Woche sind wir wieder in den Niederlanden unterwegs. Diesmal im Nebel. Wer dennoch erkennt, wo sich das Motiv befindet, der schreibt an [email protected] Viel Spaß!

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Wenn auf See ein Boot auseinanderbricht. Und warum es so schwierig ist, Besatzung abzubergen.

Wenn ein Schiff auseinanderbricht: Im Vordergrund das Heck des Open 60-Bootes, oben links der abgerissene Bug, der als „Auftriebskörper“ das Sinken des Rumpfes verhindert. ©Image Marine National „Am Abend des 23. Dezember lag der Wind bei 47 bis 48 Knoten, wobei wir Böen mit 55 Knoten registrierten. Dies entsprach den Prognosen. Die See ging schwer, die Wellen begannen an einigen Stellen zu brechen. Es war gegen 18.30 UTC. Ich diskutierte mit Damien vor dem Kartentisch gerade die Navigations- und Wetterdaten, als das Boot in einem Wellental plötzlich Fahrt verlor und von irgendeinem Wasserwiderstand gebremst zum Stehen kam. Im gleichen Moment hörten wir das Geräusch berstender Composit-Teile. Reflexartig rief Damien, der Mast wäre gebrochen, aber von dort, wo die Geräusche herkamen, konnte es nicht der Mast gewesen sein, das wusste ich instinktiv. Damien war dem Niedergang am nächsten. Er rannte raus, um Nachzusehen. Er sah mit einem Blick, dass nicht der Mast, sondern ein Teil des Rumpfes abgebrochen war.“ So schildert der Schweizer Regatta Profi Bernard Stamm das Auseinanderbrechen seines OPEN 60-Bootes mitten auf dem Atlantik vor genau 7 Jahren. In seinem knapp 20-seitigen Bericht über das Unglück, den er uns für das Buch IN SEENOT zur Verfügung stellte, schildert er nicht nur den Hergang der Havarie, sondern auch die Schwierigkeiten seiner Bergung von den Trümmern seines Schiffes. Die Umstände des „Schiff-Bruches“ von Bernard Stamm, der zeitliche Ablauf sind in ihren Details durchaus denen von Kevin Escoffier vergangene Woche vergleichbar. Von einem plötzlichen „Wasserwiderstand“ schreibt Bernard Stamm, in den sein Boot bei schwierigen Windverhältnissen hineinsegelte, gefolgt vom Geräusch berstender Teile. „Vom Mastschott an bis nach vorne war nichts mehr da, bis auf die Fender in der Segellast… Ich sah den Bug unseres Bootes, er war vor den Schwertern abgerissen und stand nun in einem Winkel von 45° vom Bug ab.“, schreibt Bernard Stamm. Der Bruch erfolgte also am Schott unterhalb des Mastes – einer erhöht belasteten Stelle nicht nur wegen des Mastdrucks von oben. An dieser Stelle kommt im Rumpf einiges an Kräften zusammen: Der Zug der Wanten, deren Püttings die Kräfte an dieser Stelle in den Bootskörper einleiten. Die „Schwerter“ oder der seitliche Druck der Kielwurzel. Läuft dann noch das Boot mit hoher Geschwindigkeit in einen Wellenberg in seitlicher Bewegung, könnte das bei den gewichtsoptimierten Hochleistungs-Rennyachten an dieser Stelle zum Bruch führen. Tatsächlich kann man die Stelle des Abrisses „vor den Schwertern“ bei der Bergung von Bernard Stamms Boot gut erkennen:

Vor allem die Bergung von Bernard Stamm und seines Begleiters Damien Guillou gestaltete sich in der Nacht auf Weihnachten dramatisch. Da sich das Boot im Nordatlantik etwa 40 Seemeilen nordwestlich der Bretagne befand, konnte Bernard Stamm sowohl seine französische Flottenbasis als auch die zuständige englische Seenotrettung in Falmouth per Telefon verständigen. Um Mitternacht erreicht sie ein Flugzeug, während die beiden versuchten, die Trümmer der Takelage loszuwerden, die ein Abbergen aus der Luft erschweren. Doch sie schaffen es nicht, durch Drahtstagen, Trümmer und Aluprofile vorbei zur Rettungsinsel zu schwimmen. Als ein Hubschrauber eintrifft, misslingt wegen des“Jojos“ der Rumpftrümmer, des heftigen Auf- und Abs in den Wellen, der Bergungsversuch von oben. Von einem Rettungsflugzeug abgeworfene Life Rafts, der Versuch, vom Boot wegzuschwimmen – nichts klappt. Erst als Rettung auf dem konventionellsten Weg naht, schaffen sie es nach 12 langen Stunden, vom Boot in Sicherheit zu gelangen – mit Prellungen und gebrochenen Rippen. Was von Bernard Stamms Boot noch übrig war, erreichte 14 Tage später auf einem Frachter die Küste der Bretagne. Bernard Stamms Geschichte und 22 weitere finden Sie in IN SEENOT. „Segeln und Corona haben eins gemeinsam: Man sollte jedes Manöver im Kopf einmal durchgespielt haben. Besonders die Unangenehmsten.“



Mit Beiträgen von: Bernard Stamm Loick Peyron  Boris Herrmann … über die Ängste des Profiseglers auf See und vielen Anderen 10% des Erlöses gehen an die Seenotretter, bei denen das Buch auch bestellt werden kann. „Geh nicht raus,  ohne dieses Buch gelesen zu haben!“

Es gibt nicht mehr als eine Handvoll Taktiken, um durch einen Sturm zu kommen. Aber welche ist die Richtige?
Mit Ostsee-Erfahrungen der Autoren, soeben erschienen. Soeben erschienen:


Was neue Impfstoffe leisten. Was nicht. Warum Corona übler ist, als wir dachten.
Mit Beiträgen von: Eckhart von Hirschhausen Michael Mayer-Hermann Jonas Schmidt-Chanasit Johannes B. Kerner und vielen anderen. millemari.-Bücher gibts überall im Buchhandel. Oder direkt auf millemari.de

SV Jollity – Jonas Räber CH

HUISMAN 43 UNTERWEGS IN DIE KARIBIK
Vor drei Wochen kannten wir uns noch nicht, aber mit wenigen Mails haben wir das nachgeholt, haben in der vorigen Woche eine Pacific zum Airport expediert, die sodann in Windeseile montiert worden ist. Die Zeit war knapp, der Fahrplan drängte. Soeben erreicht mich über Iridium diese Mail … die Spannung legt sich: endlich mal ein Windpilot. der tatsaechlich funktioniert!

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Hallo Peter, wir sind bereits seit zwei Tagen unterwegs in Richtung Karibik. Unser Windpilot hat schon 300 Meilen im Kielwasser, er macht seine Arbeit sehr zuverlaessig. Ich bin erstaunt, wie unkompliziert er das Schiff steuert. Hatten wir uns doch von verschiedenen Seiten sagen lassen, dass wir die Segel anders einzustellen haetten. Dies scheint mir bis jetzt jedoch nicht anders zu sein als wenn wir von hand steuern.
Anekdoten haben wir nicht viele. Die Montage in Las Palmas war so unkompliziert dass nichts schief gehen konnte. Unser Vertrauen in dein Produkt war so gross, dass wir ohne ihn auch nur ein einziges mal zu testen, unsere Atlantikueberquerung in Angriff genommen haben. Ah ja, er heisst „Fred“ und ist eine Giraffe… Und weil Giraffen keine guten Seefahrer sind, ist ihm so richtig Uebel.
Beste Seglergruesse
Jonas und die Crew der Jollity
P.S. Gestern hat er uns schon zwei Kiwis gefangen die uns aus dem Fruchtnetz gefallen sind.

Drohnen-Alarm auf Atanga

So., 06.Dez.20, Franz.Polynesien/Moorea/Cooks Bay, Tag 2380, 21.237 sm von HH

Ein neues Spielzeug ist an Bord: eine Drohne! Neulich hatten sie im Supermarkt eine Mavick Air im Angebot und wenn hier ein technisches Teil genauso viel kostet wie in Deutschland, dann nennt man es einen Schnapper! Nicht das neuste Model, aber diese Drohne erntet gute Kritiken. 

Jetzt müssen wir erst mal fliegen lernen. Möglichst mit gutem Sicherheitsabstand zum Wasser. :mrgreen: Achim ist nicht bange: „Ich bin Hubschrauber-Pilot“, lautet seine Ansage. Ich erinnere mich. Wir hatten mal kleine, ferngesteuerte Indoor-Hubschrauber, die Achim im Wohnzimmer fliegen lassen hat. Es dauerte einige Zeit bis Abstürze und Wand-Klatscher aufhörten und er die Hubis sicher auf dem Esstisch landen konnte ohne, dass sie dabei die Tulpen in der Vase geköpft haben.

Nicht weit vom Dinghy‐Dock finden wir eine Wiese, die geeignet erscheint. Wir bauen alles auf und zusammen. So eine Drohne hat zwar eine Fernsteuerung, aber nur zusammen mit einem Handy kann die Drohne geflogen werden. Das Handy ist der Monitor und übernimmt ein einige weitere Funktionen. Da passt es gut, dass wir neue Handys haben, so wird mein altes Handy umfunktioniert. Die benötige Flug-App läuft gerade eben noch auf Android 5.0 – Glück gehabt.

„Denk an die Geschichte mit dem Hubschrauber-Total-Verlust“, grinse ich Achim an. Er lacht zurück: „Wie könnte ich das vergessen :lol: :lol: :lol: , das war die beste Geschichte aller Zeiten.“ Ein naher Verwandter von Achim (gleiche Mutter, gleicher Vater), den wir aus Wahrung der Persönlichkeitsrechte nur J. aus R. nennen wollen, hatte auch so einen ferngesteuerten Hubschrauber. Deutlich eine Nummer größer als der von Achim. Mit stolz geschwellter Brust präsentiert J. aus R. bei einem Besuch das brandneue Teil. Größer, schneller, besser! Wir sind beeindruckt. J. aus R. lässt von seiner Terrasse aus den Hubi zum Jungfernflug steigen. Das macht Eindruck und geht gut bis zum Gartenzaun. Statt ihn heim zu holen, schickt J. aus R. ihn weiter Richtung Nachbarn. Der Hubi steigt und steigt und steigt, hektisches Kurbeln an der Fernsteuerung setzt ein, dann, eine Böe ergreift den Hubschrauber und schon ist er über den nachbarlichen Tannen verschwunden. Das Gesicht von J. aus R., wir werden es nicht vergessen. Eine groß angelegte Suchaktion in den Nachbargärten bleibt erfolglos. Wir lachen heute noch …

Mit dieser Geschichte im Gepäck startet Achim im Anfänger-Modus unsere Drohne. In diesem Modus kann sie nicht weiter weg als dreißig Meter und auch nicht höher als dreißig steigen. Das ist dann aber auf einmal doch ganz schön hoch. Aber Achims Piloten-Ausbildung macht sich bezahlt. Souverän fliegt er die Drohne im Viereck, schafft problemlos Kreise und eine acht. Ich darf dann auch und bin überrascht, gar nicht soo schwer – und es gelingen ein paar erste Fotos. :-) Aber bei jeder Böe kommt das Zittern, geht das gut? Ja, es geht. Bis 40 km/h sollen moderne Drohnen Kurs halten können – so eine Quadrocopter ist kein Mini-Hubschrauber, den man draußen nicht fliegen lassen kann.

Da stehen wir nun auf der Wiese – einer lenkt, der andere behält die Drohne im Auge

Konzentrierter ehemaliger Hubschrauber-Pilot

Kleine Drohne vor großer Kulisse

Leider war bei unserer Drohne kein Ersatz-Akku dabei. Den hätten wir gerne. Die Flugzeit ist rg begrenzt, nach maximal 23 Minuten (normal) ist Schluss. Schade, wir hatten uns gerade warm gelaufen. Zurück zum Schiff, Fotomaterial sichten und Filme anschauen während der  Akku lädt und dann schnell zurück zur Wiese. Ein neues Spielzeug ist an Bord. 

Atanga in der Cooks Bay – das erste Fern-Guck-Foto

Erster Stopp: Mo’orea

Do., 03.Dez.20, Franz.Polynesien/Tahiti/Papeete, Tag 2377, 21.237 sm von HH

Nur ein paar Meilen westlich von Tahiti liegt Mo’orea. Eine schnelle Überfahrt mit halbem Wind – so macht Segeln nach über drei Monaten Pause richtig Spaß.  Auf Mo’orea waren wir schon, aber es ist keine Strafe ein zweites Mal in die Cooks Bay zu segeln. Der Pass durchs Riff ist gut betont und ohne Strömung. Letztes Jahr waren wir etwas früher im Jahr hier und wurden von Walen begrüßt, aber die sind jetzt bereits auf ihrem kalten Weg in die Antarktis, um sich mal wieder satt zu fressen.

Anfahrt auf die Cooks Bay

Rechts und links hinter der Passeinfahrt durchs Saumriff leuchtet es schon von weitem in türkis. Der Ankerplatz im flachen, klaren Wasser ist voll (die Zahl der Boote wurde vor einigen Monaten limitiert), so dass wir tief in die Bucht hinein fahren. Nur eine Handvoll Boote liegt hier vor Anker. Der Ankergrund tief und schlammig, daher ist das Wasser etwas trüb. Dafür ist die Aussicht auf die bühnengerechten Berge besser. Uns gefällt es hier ebenso gut. Der Anker fällt auf vierzehn Meter und hält sofort.

Unser neuer Hinterhof

ist aus dem Bilderbuch

Man darf in der Cooks Bay nur eine Woche ankern, dann muss man sich einen neuen Platz suchen. Diese Regel gibt es schon länger, aber in der Vergangenheit wurde das wenig bis gar nicht kontrolliert. Das soll sich geändert haben. Oben, am Eingang der Bucht, im Türkisenen darf man sogar nur 48 Stunden bleiben. Wir sind jetzt 48 Stunden hier und es macht nicht den Anschein, dass sich auch nur ein Segler dort weg bewegt. Die Regel führt auch nicht zu einer verbesserten Situation, sondern generiert maximal eine unsinnige Rotation der Boote.

Seit ungefähr achtzehn Monaten regt sich Widerstand gegen die Segler-Gemeinde: sie bringen Französisch Polynesien keinen finanziellen Nutzen; sie zerstören die Korallen; sie kacken unsere Buchten voll; sie hinterlassen nur Müll und versperren die Aussicht, wenn wir aufs Wasser gucken wollen. Zum Teil sind die Vorwürfe gerechtfertigt, zum Teil sind sie aus der Luft gegriffen.
Das sind die Geister, die ich rief. Erst vor ein paar Jahren hat man Seglern erlaubt, dass sie ihr Boot drei Jahre ohne Verzollung nach Französisch Polynesien bringen dürfen. Nach drei Jahren muss man einmal mit dem Schiff aus dem Land und bekam neue drei Jahre. Das klang verlockend und hat durchaus Dauerlieger erzeugt, die seit vielen Jahren hier umher kreuzen. So eine Regel ist ziemlich einmalig auf der Welt – abgesehen von Europa für Europäer. Vor ein paar Monaten hat man die Frist auf zwei Jahre verkürzt und das Schiff muss ein halbes Jahr aus dem Land.

Auf Tahiti ist der Unwille am größten, hier liegen mit Abstand auch die meisten Boote. Man wollte bereits im Frühjahr einen Ankerplatz komplett geräumt haben, aber dann kam Corona. Kein Segler wusste wo er hin sollte, man ließ die Situation so wie sie war. Aber jetzt ist das Thema wieder auf dem Tisch. Es sollen Moorings gesetzt werden, das berüchtigte Ankerfeld auf Tahiti soll geräumt werden. Moorings sind eine gute Sache, daher kann man das nur begrüßen. Auf den weiteren Gesellschaftsinseln, die auf unserem Weg liegen, hat man schon vor längerer Zeit gehandelt und vielfach ist ankern komplett verboten und man muss eine Mooring mieten. Mo’orea möchte das auch, aber aus welchen Gründen auch immer schafft die Insel es nicht ein paar Betonklötze zu versenken und Mooringfelder auszuweisen. Wir sind gespannt, wie das weiter geht, wo wir bleiben dürfen, wo wir ankern können und wo wir Moorings finden.

Die Ankersituation auf Tahiti

Wenn man sich das Bild anschaut, wie die Wand aus Segelbooten (viele unbewohnt und nahe an der Wrack-Grenze) von Land betrachtet aussieht, dann kann man den Unwillen gegen Segler verstehen.