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MERLIN Zauber

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Ich komm nicht mehr mit

Wenn ich Fahrrad fahre geht es, da wird mir warm. Toosbüystraße rauf und runter. Man glaubt gar nicht, wieviel Berg so ein kleines Flensburg zu bieten hat. Sitze ich, wie meist, am Rechner vor der MAC-Glotze, habe ich ein Unterhemd, lange dicke Segelunterwäsche, ein dicken MARLIN Hoody darüber an. Ich bin kurz vor der langen Ski-Unterhose. Echt. Es wird spät hell und früh dunkel. Dazwischen ist Zauberei angesagt. Erst einmal zaubert Allen, der Lackierer in Trinidad. „Mach die MARLIN sauber und poliert sie auf. Ich hab die Kohle für einen neuen Lack nicht. Hat er mal wieder gut hinbekommen. Neues Antifouling ist auch drauf. Also Skipper Jan. Dann mal los. Auch der nächste Törn ist dann plötzlich doch ausgebucht. Da kommt Freude bei mir auf. Ne, nicht wegen der Kohle. Ich hab quasi eine Verlängerung bekommen. Heimaturlaub. Na ja. Was man so Urlaub nennt.

Morgen am 29. Januar soll MARLIN wieder is Wasser, bevor die Werft die Pier für den Travellift auseinander nimmt. Daniella, die gute Fee von Peake hat Stress. Über ein Dutzend Schiffe wollen noch ins Wasser, bevor die Baustelle losgeht. Kann ich verstehen. Wer zappelt schon gerne auf dem Trockenen. Skipper Jan kommt erst am 9.ten Februar nach Trinidad. Ich sitze entspannt in Flensburg, die Füße auf der Heizung. „Da stimmt doch was nicht“, meinte die imaginäre Stimme aus dem fluoreszierenden Himmel über dem Atlantik. „Wer bringt denn nun die MARLIN morgen ins Wasser?“ Die Lösung des Rätsels ist Martin und mein bekannter Spürsinn für wie man Unmögliches, möglich macht. Martin ist schon ein paar Wochen mit seiner Romina und seinem Boot der FLOW in Trinidad. „Ich sehe euch grade an mir vorbeireiten. Micha? Bist Du das?“ Das Mail erreicht mich, als ich grade den Bug der MARLIN in die Schlingen des Peake Lifts fahre. „Ne. Jetzt grad nicht“, ich stecke das iPhone wieder in die Hosentasche. „Wenn Du Hilfe brauchst. Meld Dich.“ Erst in Deutschland komme ich dazu mir den Blog der beiden Segler anzuschauen. Ich muss schmunzeln. „MOUNT IRVINE & HOCHZEIT“ Darunter steht mein Geburtstag. Die beiden haben Träume von denen ich inzwischen träume. Cool.

Morgen bringt Martin MARLIN ins Wasser. Allen, hat sich entschieden, zu entscheiden, den Prop mit spezieller Antifouling Farbe zu spritzen, eine neue Anode zu montieren und mit dem speziellen Fett zu versorgen, den der MAXPROP eben braucht. Alles ohne Aufforderung. Versteh einer die Trinidadiesen. „Gut gemacht. Jan bringt dir Cash mit“, maile ich, als Lena von oben postet: „Papa ich habe Hunger.“

Also dann morgen. Viel Glück MARLIN. Gibt bestimmt nen paar Fotos von Martin.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019. Zwei Plätze frei.
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019. Drei Plätze frei.
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019. Drei Plätze frei.
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019. Zwei Plätze frei.

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www.marlin-expeditions.com

Aus Alt mach Neu

Videoupdate #14 in 360p. Das geht auch besser…

Heute geht es nicht um die Restauration des Schiffs, sondern um die Restauration der alten Videoupdates und das Drumherum, welches dazu geführt hat, nämlich Patreon.
Ich versuche mal auf ein paar Fragen einzugehen, die nach dem letzten Beitrag dazu aufgetaucht sind und das Prinzip ein wenig zu beschreiben. Eigentlich ist es nämlich gar nicht so kompliziert.

Patreon ist eine Online-Plattform, mit der sich ein wirtschaftliches Grundprinzip in Musik, Literatur, Unterhaltungsangeboten und Kunst im Allgemeinen verändern lässt und das dem Künstler oder Creator, wie man so schön sagt, das Fortführen seiner Arbeit ermöglicht.
Zwei Grundprinzipien, die man so aus dem Alltag kennt, gehen so:

1. Du bezahlst für etwas und bekommst im Anschluss die Gegenleistung. Das kann eine DVD sein, ein Bild, ein Downloadlink zu Musik oder Film und so weiter.
2. Du bekommst alles kostenlos und wirst dafür mit Werbung zugeballert.

Prinzip Nummer 2 mag ich persönlich nicht besonders und versuche es zu vermeiden, wo es nur geht. Denn unterm Strich zahlen wir alle, auch wenn man es nicht unmittelbar in der Brieftasche spürt. Wir zahlen am Ende sogar mehr als beim 1. Prinzip, weil Werbeagenturen und ein paar andere innerhalb der langen Kette natürlich ebenfalls etwas vom Kuchen abbekommen wollen.

Künstler, die bei Patreon sind, verfolgen ein anderes Prinzip, nennen wir es das 3. Prinzip. Und das geht so:

3. Du bekommst alles kostenlos, darfst aber, wenn dir die Unterhaltung gefällt, gerne etwas in den Hut werfen.

Genau das ist Patreon, nichts anderes als eine Art digitaler Hut. Und so wie der Straßenmusiker für alle spielt, egal ob jemand etwas in den Hut wirft, oder nicht, so veröffentlichen die Leute bei Patreon ihre Arbeit ebenfalls kostenlos für alle, egal ob jemand etwas dafür rausrückt, oder eben nicht.
Auf der Straße funktioniert dieses Prinzip seit Jahrhunderten und in der digitalen Welt scheint sich ebenfalls langsam etwas zu ändern.
Als wir dieses Prinzip vor etwa 4 Jahren mal eine Weile ausprobiert haben, hat das zu nicht viel geführt. Kaum jemand konnte etwas damit anfangen.
Aber Patreon hat sich im Laufe der Zeit etabliert und ist gewachsen. Im deutschsprachigen Raum zwar noch nicht so sehr, wie in Übersee, aber auch hier gibt es mehr und mehr Leute die umdenken.

Uns gefällt dieses Prinzip von allen am besten. Sozial gerechter kann man Unterhaltung aus unserer Sicht nicht anbieten. Ob es langfristig funktioniert, wird man sehen. Wir waren allerdings überrascht, dass unmittelbar nach dem letzten Beitrag gleich 4 Leser und Zuschauer mitgemacht haben, ohne dass zu diesem Zeitpunkt irgendein echter Anreiz bestand. Ich hatte da noch nicht einmal die Beschreibung auf der Seite richtig fertig, noch irgendwelche „Tiers“ (auf Deutsch: Stufen) hinzugefügt.
„Tiers“ sind festgelegte Stufen, ab denen ein Patron eine Art Dankeschön bekommt.
Da wir uns tierisch über das erste Feedback gefreut haben, dachten wir uns, wir nehmen einen Teil der Unterstützung gleich mal in die Hand und reaktivieren damit einen kostenpflichtigen Vimeo Account. Auf diesem Account werden in Zukunft die Videoupdates für Patrons erscheinen, die dieses „Tier“ (kein Tier, sondern ein Tier, ach, ihr wisst schon…) gewählt haben. Die Videos können dort werbefrei und in bester Qualität gestreamt und auch gedownloadet werden. Alle alten Videos lade ich nach und nach ebenfalls dort hoch und einige werde ich auch komplett überarbeiten.
Als wir 2014 mit Eos unterwegs waren, sind nämlich ein paar Folgen in geringer Auflösung erschienen, weil es zu der Zeit noch nicht überall so einfach möglich war, große Datenmengen kostengünstig ins Netz zu bekommen. Videoupdate #14 zum Beispiel, das konnte ich damals sogar nur in 360p und stark komprimiert über eine dünne Mobilfunkverbindung hochladen. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich ich zwei oder drei Volumenpakete verheizt habe, bis es endlich geklappt hat.
Wir sind deshalb selbst gespannt auf #14 in FullHD, weil wir es so auch noch nicht gesehen haben.

Die Videos werden also jetzt Stück für Stück restauriert und landen anschließend auf dem Vimeo Server. Aktuell sind die ersten 10 bereits online und pro Woche kommen weitere 3 bis 5 alte, remasterte Videos dazu.

Youtube wird es übrigens weiterhin für alle parallel zu Vimeo geben, keine Angst. Wir finden nur, dass Patrons, die dieses Unterhaltungsangebot freiwillig mit finanzieren auch etwas dafür bekommen sollten. Wäre sonst irgendwie nicht fair.

Ansonsten? Achso, das Modell welches wir bei Patreon gewählt haben ist das: „Unterstützen pro Video“
Damit entsteht für uns kein Druck liefern zu müssen und für Patrons nicht die Situation, in der man sich veräppelt vorkommt, was bei dem Modell „Unterstützen pro Monat“ leicht passieren kann.
Man kann uns also ausschließlich für fertiggestellte (zukünftige) Videoupdates unterstützen und die vorher festgelegte Summe wird dem Unterstützer erst nach Erscheinen eines Videoupdates auf seinem Patreon-Konto belastet. Sprich: Erst nach Veröffentlichung von Videoupdate #44 bekommen wir etwas gutgeschrieben.
Patrons können die Höhe ihrer Unterstützung übrigens auch jederzeit ändern oder auch unkompliziert wieder aussteigen.

Wer einsteigen möchte, kann das hier tun: PATREON

So, ich bin dann mal wieder in der Werkstatt: Lexan schneiden, Carbon laminieren, Alu drehen…
Dazu bald mehr!

Moai

Mo., 21.Jan.19, Chile/Osterinsel/Hanga Roa, Tag 1695, 15.744 sm von HH

Moai satt
Moai satt

Endlich Moai. Den ganzen Tag Moai. Moai satt. Die berühmten Stein-Statuen der Osterinsel. Moai in Reihe, Moai am Hang, Moai mit dem Gesicht im Dreck. Kleine Moai, große Moai.
Um zu den Moai zu gelangen, mieten wir uns ein Auto für 60 EUR. Nicht ganz preiswert, aber mit einer organisierten Tour, die einen über die Insel hetzt, wollen wir nicht fahren. Es gibt praktisch nur eine Straße auf der relativ kleinen Osterinsel (27 Kilometer in der längsten Ausdehnung). Wer abends mehr als 80 Kilometer auf der Uhr hat, macht etwas falsch.

Rano Raraku

Wir steuern direkt den Höhepunkt der Insel an: den Krater Rano Raraku. Dieser Krater ist die Geburtsstätte der Moai. Schon bei der Anfahrt sieht man die Statuen im Hang stehen. Die Faszination dieses Ortes springt sofort auf uns über. Die Anzahl der fertigen und halbfertigen Moai ist überwältigend. 397 Moai sind hier registriert. Und zweifellos sind noch weitere verschüttet.

Der Krater Rano Raraku wo die Moais entstanden

Der Ort gleicht einer Geisterstadt in der Arbeiter eines Tages alles stehen und liegen gelassen haben und nie zurück kehrten. Sogar ihre Arbeitswerkzeuge, einfache Keile aus härterem Gestein, fand man neben den halbfertigen Moai einfach fallen gelassen, so als sollte Morgen die Arbeit weiter gehen. Aber am nächsten Tag kehrte niemand in den Steinbruch zurück. Von ungefähr 250 Jahren hörte von einem Tag auf den anderen die exzessive Produktion der Moai einfach auf …

Im Hintergrund sieht man die eckigen Nischen aus denen die Moai heraus geschlagen wurden

Die Moai wurden auf dem Rücken liegend aus dem weichen Tuffgestein gemeißelt. Liegend erhielt er seine Gesichtszüge, die Details des Torsos und seine Arme. Lediglich die Einzelheiten der Augen fehlten. Die bekam ein Moai erst an seinem Bestimmungsort eingemeißelt.

Hier zwei unfertige Kameraden
Dieser ist noch mit dem Rückrat mit dem Stein verbunden – der größte Moai von allen 22 Meter lang

Am Ende schlug man den Rücken keilförmig aus der Felswand heraus und ließ den Moai mit einem System von Seilen und Rollen den Abhang hinunter gleiten. Dort wurde er in vorher ausgehobene Gruben gestellt, damit der Rücken fertig bearbeitet werden konnte.
Die Moai im Hang sind weder restauriert, noch wurden sie hier von Archäologen aufgestellt. Sie stehen so, wie die Steinmetze sie zurück gelassen haben. Nachdem der Steinbruch verlassen wurde, rutschen Erdreich und das Geröll der Meißel-Arbeit ab und begruben die weiter unten stehenden Moai. Die Köpfe, die heute zu sehen sind, haben alle einen Körper. Thor Heyerdal grub einen der Moai aus, um diese Theorie zu beweisen.

Sie sind zum Teil wirklich riesig. Die andere Hälfte ist im Erdreich begraben
Beeindruckende Moai

Die offensichtliche Besessenheit immer mehr und immer größere Moais zu bauen, führte zu einem Moai-Stau am Kraterhang. An Steinen und Baumeistern mangelte es nicht. Die Verknappung von Holz auf der Insel machte es zunehmend schwieriger, die Moai aus dem Steinbruch abzutransportieren.

Vom Fuß des Kraters traten die Moai ihren Weg über die Insel auf sogenannten ‚Moai-Straßen‘ an. Sie wurden zu ihrem Ahu gebracht. Einem Steinpodest auf dem die Moai aufgerichtet wurden. Ob sie auf einer Art Schlitten liegend oder auf Rollen stehend transportiert wurden, darüber herrscht unter Wissenschaftlern Uneinigkeit. Alles ist möglich. Sämtliche Theorien konnten mit den Mitteln, die den Insulanern damals zur Verfügung standen, erfolgreich nachgestellt werden.
Der Transport war für den frisch geborenen Moai lebensgefährlich. Stein-Leichen pflastern die Straßen. Über die weite Ebene verstreut, liegen alle hundert Meter zerbrochene Moai. Ein zerbrochener Moai war wertlos, da er sein Mana (Kraft, Energie, Spiritualität) ausgehaucht hatte. Er wurde achtlos liegen gelassen und man wandte sich dem nächten Koloss zum Transport zu. Die Arbeit von ein, zwei Jahren war dahin.

Gefallener und zerbrochener Gigant

Angesichts dieser unglaublichen Ressourcen-Verschwendung scheint es nicht verwunderlich, dass diese Kultur unter gegangen ist. Als 1722 die Osterinseln von Europäern entdeckt wurde, schien die Moai-Welt noch in Ordnung. Aber bereits 50 Jahre später, als Thomas Cook die Osterinsel besuchte, berichtete er von umgestoßenen Statuen. Weitere 60 Jahre später stand kein einziger Moai mehr auf seinem Ahu und es ist ein körperlich schlechter Zustand der Insulaner überliefert.

Tongariki

Nur ein paar Kilometer weiter befindet sich Tongariki. Wenn man mit dem Auto um die Ecke biegt, macht einen der Anblick sprachlos. Mit heruntergeklappter Kinnlade betreten wir das Gelände.

Tongariki ist unglaublich – der größte Moai ist fast 10 Meter hoch

Fünfzehn Moai stehen auf ihrem Ahu. Wie auf allen Ahu waren auch hier die Moai umgekippt worden. Dabei hat man sorgfältig darauf geachtet, dass die Moai mit dem Gesicht im Dreck landen. Warum? Es ist nicht überliefert. Uns erscheint die Theorie am wahrscheinlichsten, dass die Rapa Nui merkten, dass sich trotz des besessenen Baus von Moais ihre Lage kontinuierlich verschlechterte. Dabei sollten die Moai doch ‚Mana‘ auf ihre Erbauer abgeben. Als man merkte, dass dies nicht funktionierte, gab man die Moai auf und wandte sich dem Vogelmann-Kult zu. Vielleicht war es aber auch ganz anders. Vielleicht gab es Stammes-Fehden, die zum Umsturz der Moai führten. In den 90er Jahren konnten in Tongariki – mit Hilfe eines gesponserten Krans einer japanischen Baufirma – alle 15 Moai wieder aufgerichtet werden. Und bieten heute diesen spektakulären Anblick.

15 Moai in Tongariki
15 Moai in Tongariki
Auf allen Ahu schauen die Moai nicht aufs Meer sondern senden ihr Mana in Richtung Land
Auf allen Ahu schauen die Moai nicht aufs Meer sondern senden ihr Mana in Richtung Land

Die fünfzehn Moai in Tongariki stammen aus unterschiedlichen Perioden, wahrscheinlich mehrere Jahrhunderte. Die Gestalt ist ähnlich. Nur in Größe und bei den Details finden sich Variationen.

Der Pikierte
Der Pikierte
Der Saure
Der Saure
Der Skeptische
Der Skeptische
Der Moderne
Der Moderne

Ich brauch ’ne neue Tastatur

Erinnert sich hier noch jemand an Patreon? Hatten wir 2015 mal für ein paar Tage ausprobiert und ziemlich schnell wieder abgeschaltet, weil es zwei oder drei Leuten nicht gefallen hat. Also weg damit und weitermachen wie bisher, war anschließend die Devise.
Im Laufe der Zeit hat „weitermachen wie bisher“ zu einem kontinuierlichen Wachstum dieses Unterhaltungsangebots und der damit verbundenen Kosten geführt. Und darum soll es heute ausnahmsweise einmal gehen.
Ich versuche es auch kurz zu machen und werde Patreon heute ganz bewusst noch weniger erklären, als ich es damals getan habe.

Das Projekt Sonnensegler.net ist seit mittlerweile etwas mehr als 6 Jahren online und dient der Unterhaltung. Da es kontinuierlich wächst und das Feedback durchweg gut ist, gehe ich mal davon aus, dass sich die meisten von euch auch gut unterhalten fühlen. Allein im letzten Jahr waren es knapp 300.000 Besucher, die sich hier auf der Webseite getummelt haben.
In den letzten 6 Jahren sind hier, neben unzähligen Videoupdates und ein paar Tausend Fotos, auch 385 Artikel erschienen, die zusammen 573 standardisierte Buchseiten füllen würden. Eine gute Übung für das Buch, an dem ich seit einer Weile arbeite, aber auch ein wenig erschreckend, wenn man bedenkt wie viel Lebenszeit dafür draufgegangen ist.
Im Gegensatz zu vielen anderen Unterhaltungsangeboten, ist Sonnensegler.net komplett kostenlos. Sprich, Sabrina und ich sind (mit zwei Ausnahmen) die einzigen, die alle laufenden Kosten von Sonnensegler.net tragen und wir sind mittlerweile im mittleren 4-stelligen Bereich angekommen, wenn ich das mal grob überschlage. Genau will ich es lieber gar nicht wissen…
Startnext hatten wir mal probiert und sind gescheitert. Das Experiment, den zweiten Film hier im kleinen Rahmen zu verkaufen und damit einen Teil der laufenden Kosten zu decken, ist beendet. Nur zur Info, für alle die denken, ich hätte mich mit diesem Film dumm und dusselig verdient: Es wurden im letzten Jahr exakt 11 (in Worten: Elf) Filme verkauft.

Meine Motivation, hier so weiterzumachen wie bisher ist deshalb aktuell im Keller. Vorgestern habe ich seit langer Zeit mal wieder ein Videoupdate produziert, aber ich habe keine Lust es hochzuladen, einzubetten, den Text dafür zu schreiben und es zu posten.

Letztes Jahr haben sich überraschend zwei Menschen unabhängig voneinander zu verschiedenen Zeitpunkten bei uns gemeldet und Unterstützung angeboten. Das ehrt die beiden, aber es macht auch deutlich, dass der überwiegende Teil unserer Leser ein verkehrtes Bild von uns hat.
Wir haben uns natürlich tierisch gefreut, dass uns jemand unter die Arme gegriffen hat. Aber es stört mich auch, dass es damit letztendlich 4 Menschen (mit Sabrina und mir) sind, die mit hohem persönlichen und finanziellen Aufwand für die Unterhaltung von 300.000 anderen sorgen.

Wäre es nicht fair, wenn viele von euch mit sehr kleinen Beträgen in Zukunft dafür sorgen würden, dass die Kosten, um Sonnensegler.net am laufen zu halten, gedeckt sind und ich weiterhin für lau schreibe und Videoupdates mache?

Ok, wirklich fair wäre auch das nicht, aber zumindest fairer als es bisher war.

Ich denke, ich bin jetzt an dem Punkt, an dem ich mich entscheiden muss, ob ich fürs Schiff und für die Reise arbeiten will, oder weiterhin kostenlos für Sonnensegler.net und ob ich die Kohle, die ich hier für Server, Technik und Kameras raus haue nicht besser an Tierschutzorganisationen in Griechenland oder Rumänien überweise…

Das soll übrigens nirgendwo ein Vorwurf an euch, unsere Leser und Zuschauer, sein. Ich bin ja selbst Schuld, dass ich nie darauf hingearbeitet habe, die Kosten für eure Unterhaltung an euch abzutreten. Und darüber ärgere ich mich gerade. Sprich, ich ärgere mich über mich selbst!

Also, der Creator von Sonnensegler.net braucht mal wieder ’ne neue Tastatur für die nächsten Beiträge. Nicht, dass er sie sich nicht leisten könnte, ganz so schlimm ist es zum Glück noch nicht. Der Punkt ist der: Er will sie sich nicht mehr leisten!

Deswegen, kurz und knapp, letzter Versuch: Hier geht’s zu Patreon

Und hier der „Soundtrack“ zu diesem Beitrag: ;-)

Rano Kau und Orongo

Rano Kau und Orongo Fr., 18.Jan.19, Chile/Osterinsel/Hanga Roa, Tag 1692, 15.744 sm von HH

Wie läuft das hier auf der Osterinsel? Die Kult-Stätten mit den Moais, Petroglyphen, Höhlen und Kratern sind über die gesamte Insel verteilt. Daher hat man praktischer Weise die gesamte (fast die gesamte) Osterinsel zum Nationalpark erklärt. Man kauft einmalig eine Eintrittskarte für üppige 72 EUR pro Person und diese Karte wird an den einzelnen Sehenswürdigkeiten abgestempelt. Die drei Mega-Highlights darf man nur einmal besuchen mit einem bezahlten Eintritt. Außerdem hat die Karte nur eine Gültigkeit von 10 Tagen. Für Touristen, die mit dem Flugzeug kommen, kein Problem. Für Touristen auf ihren Segelbooten mit gesperrtem Hafen tickt die Uhr.

Öffentliche Verkehrsmittel gibt es nicht. Wer zu den Stätten möchte, muss eine organisierte Tour buchen oder sich ein Auto mieten. Außer Rano Kau. Den nahe an Hanga Roa liegenden Krater erreicht man über eine Wanderung von sechs Stunden (hin- und zurück) auch zu Fuß.

Wir wählen den Marsch statt Touristenbus. Unser Weg führt uns an der Nordwest-Flanke des Krater hoch auf 300 Meter. Wir stoßen auf einen zaghaften Versuch der Wiederaufforstung der komplett entwaldeten Osterinsel. Eukalyptus, Zypressen und ein paar Palmen bilden einen lichten Wald. Der Rest der Strecke ist baumlos. Der wiesenartige Bewuchs erinnert an Europa: Klee, Binsen, Diesteln, Lupinen und etwas Bärenklau. Die angeblich dreitausend halbverwilderten Pferde auf der Osterinsel sorgen für einen flachen Bewuchs.

Blick zurück auf Hanga Roa
Blick zurück auf Hanga Roa

Der perfekt kreisrunde Kessel des Kraters Rano Kau ist zweihundert Meter tief und hat einen Durchmesser von einem Kilometer. Wie ein Flickenmuster wirken die Schilf-Inseln im Kratersee. Interessanter Weise ist es das gleiche Schilf, was am Titicacasee in Bolivien wächst. Dies führte Thor Heyerdal irrtümlich zu der Annahme, dass die Ureinwohner der Osterinsel aus Südamerika stammen und dass sie mit Schilfbooten, wie seine Kontiki, auf die Insel gelangt sein mussten. Diese Theorie ist heute durch Gentests widerlegt. Dier ersten Bewohner kamen aus Westen. Sie kamen aus Polynesien in ihren Kanus auf der Insel an. Das Schilf muss seinen Weg auf natürliche Weise gefunden haben.

Krater Rano Kau
Krater Rano Kau
Schilfinseln im Kratersee Rano Kau
Schilfinseln im Kratersee Rano Kau

An der Krater-Flanke zum Meer klebt das Dorf Orongo auf schmalem Grat. Vierhundert Meter fallen die Felswände ins Meer hinab. Orongo umfasst 48 ovale Gebäude, die ohne Mörtel aus schmalen Steinplatten aufgeschichtet sind. Die Eingänge bilden schmale Tunnel, durch die sich grade eine Person quetschen kann. In die Steine an der Klippe sind ‚Vogelmänner‘ gemeißelt. Menschliche Körper mit Vogelköpfen, von denen einige ein Ei in der Hand halten.

Die flachen Wohnhäuser in Orongo
Die flachen Wohnhäuser in Orongo
sind direkt an die Klippen gebaut
sind direkt an die Klippen gebaut
mit ihren kleinen Eingängen
mit ihren kleinen Eingängen
Vogelmann-Petroglyphen
Vogelmann-Petroglyphen

Diese Häuser wurden nur während der Vogel-Mann Zeremonie im Frühjahr genutzt. Bis 1862 war Orongo Mittelpunkt für diesen Kult. Die Zeremonie ehrt den höchsten Inselgott Makemake, der jahrhundertelang den einzigen Boten der Außenwelt auf die Insel brachte: die schwarze Seeschwalbe. Möglicherweise diente das Vogelmann-Ritual auch dem friedlichen Versuch die Stammes-Fehden auf der Insel zu beenden, denn das Ritual kam erst zu Beginn der Streitigkeiten auf der Insel so richtig in Mode.

Überliefert ist jedoch, dass im August jeder Stamm einen auserwählten Diener, einen Hopu, zur größten Insel vor der Küste schickte. Bis zu einem Monat mussten die Hopu auf der Insel ausharren bis einer von ihnen das erste Ei einer Seeschwalbe fand. Der Hopu band sich das Ei vor den Kopf und brachte es schwimmend seinem Häuptling. Der entsprechende Häuptling wurde zum Vogelmann des Jahres gekrönt. Ihm wurden Haare, Wimpern und Augenbrauen abrasiert. Als „Belohnung“ für den Erfolg seines Hopu wurde der Vogelmann das ganze Jahr in Einsamkeit eines der Häuser auf den Klippen von Orongo gesperrt.

Vielleicht symbolisiert der Vogelmann auch nur den geheimen Wunsch der Insulaner ihrer zum Alptraum gewordenen Enge und Abgeschiedenheit auf Vogelschwingen entfliehen zu können?

Reise Reise…

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Wieder mal: Richtungswechsel

Es war einmal meine Stadt: Düsseldorf. Sie wird es nie wieder werden. Auch nicht Deutschland. Ich laufe über die Königsallee. Komisches Feeling hier zu sein.

In Flensburg reden Nathalie und ich meist über die Kinder, ihre Arbeit, meine Arbeit und überhaupt der Alltag und die Bewältigung dieses Alltags. Eine Einladung zum achten Autorentreffen des Delius Klasing Verlages liegt auf dem virtuellen Internettisch und wir sind eingeladen. Stimmt. Wir haben ja mal zwei Bücher geschrieben über 10 Jahre 24/7/356/10. Mächtig viel Zeit ist das und zwei Kinder voller Energie sind daraus entstanden. „Wollt ihr nicht noch einmal lossegeln? Als Familie?“ grinsen Nadja Kneissler und unsere Lektorin Birgit Radebold uns an und es funkelt merkwürdig in den Augen. „Noch ein Buch?“ „Ich schon“, grinse ich. „Nathalie wohl weniger“, ich blicke in Nathalies Augen – Ich kenne ihre Gedanken. Wir müssen nicht reden. Wir entschuldigen uns wegen Schule, Arbeit, Verantwortung und natürlich von Geld. Es sind Ausreden. Natürlich wissen wir das es gehen würde. Wer sonst? Es geht alles was man wirklich will. „Wenn Maya ihr Abitur gemacht hat, kann Tochter & Vater den logischen Weg von Bernard Moitessier mit der MARLIN verfolgen. Wenn sie es will…“, Nadias Augen leuchten auf. Natürlich ist das jährliche Autorentreffen auch eine Motivationsveranstaltung. Die Zeit schreitet voran und leider haben wir viel zu wenig Zeit mit allen zu reden. Es ist ein bisschen wie ein Familientreffen. Der alte und der neue Erdmann sind da, nebst Astrid und Cati. Mareike Guhr und natürlich Sönke Roever, viele andere. Mit Meno Schrader fachsimpel ich zum Abschluss des Abends über Wettermodelle. Das war es auch schon. Da zieht mich Nathalie am Ärmel. „Komm. Wir gehen. Ich bin müde.“ Ich schlafe bei meinem Freund Guido. „Der Schlüssel zur Wohnungstür liegt auf dem Reifen des Autos. Fahrerseite. Sei nicht so laut wenn Du kommst.“ Also ziehe ich mir meine Dockers Stiefel aus, als ich Guidos Wohnung enter.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019

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BOOT 2019: Chartern im Mittelmeer – bloß wo? Wie sich die Buchungen in den Revieren entwickeln.

Wie auf den Gängen von Halle 13 so geredet wird, sieht es aus wie folgt:

Die Nummer 1:
Bei den Buchungen liegt erneut Kroatien vorne. Doch die Leichtfüßigkeit des Geschäfts sei dahin. Bereits im letzten Jahr waren trotz moderater Kosten für die Charter die kroatischen Charterflotten häufig nicht ausgebucht. Ungenutzt in Marinas liegende Schiffe produzieren den Vercharterern Kosten. Manche blicken mit Fragezeichen auf die kommende Kroatien-Saison 2019 – und mancherorts ist das Fragezeichen auch einem angespannten Gesichtsausdruck gewichen. Das Preisniveau bei der Kroatiencharter ist nach wie vor stabil, Überkapazitäten könnten die Preise sogar noch drücken. „Teuer“ sei in Kroatien nicht die Charter, sagt man, sondern das „Drumherum“: Marinas, Permits & Kurtaxen, Nationalparktickets und Gastronomie.
Buchstäblich weiterhin krachen wird in Kroatien das lärmende Geschäft der YACHTWEEK- und MEDSAILOR-Flotten, die unter dem Motto „Sail the Day. Dance the Night“ vor allem jüngere Gäste aus Übersee für eine laute Party-Woche unter lauen Nächten nach Dalmatien ziehen. Am Stand der ACI-Marinas reagiert man etwas gereizt auf die Nachfrage, ob es denn wochentags in deren berüchtigten Hotspots wie Palmizana, Hvar und Vis etwas ruhiger zugehen würde und die Bootsdiscos vor 4 Uhr morgens schließen würden. „Auch in Düsseldorf ginge es während der BOOT in Restaurants laut her“, ist die schmallippige Antwort. Na denn…
Also lieber vorm Ablegen den geplanten Törn mit auf Kollisionskurs liegenden Partyflotten abgleichen: Auf yachtweek.com und medsailor.com stehen deren geplante Routen.
Die Nummer 2:
Griechenland wird wie schon im vergangenen Jahr weiter zulegen. Eingespannt zwischen „Over-Tourism“ in Kroatien und touristisch darbender Türkei scheint Griechenland aktuell der lachende Dritte. Nach den schweren Krisenjahren 2016 und 2017 kehren die Kunden zurück. Was das einstige Familien-Urlaubsparadies Kroatien häufig verlor, hat Griechenland vielerorts unverändert zu bieten: „Für ein Abendessen mit Familie in Kroatien gehe ich dreimal mit Familie in Griechenland essen“, drückte es ein segelnder Familienvater vorsichtig auf der Messe aus. Die ewige Wahrheit: „Zum Golde drängt/am Golde hängt/doch alles. Ach…“ 
Die Nummer 3:
Italien mit seinen Charterspots um Elba und Sardinien hält sich stabil. Daneben entwickeln sich auch kleinere Destinationen wie Sizilien vorsichtig – vor allem um die 

Der Bestseller auf amazon. Vor dem Törn lesen! Hier!

liparischen Inseln wird es interessant. Aus eigener Erfahrung füge ich hinzu: Italien immer wieder gerne. Bloß nicht in den ersten drei Augustwochen! Vor allem die Inseln nicht.

Die „Underdogs“ im Chartergeschäft 2019:
Die Türkei kommt auf leisen Sohlen. Vor allem in den letzten drei Monaten hätte die Nachfrage deutlich zugenommen – positive Berichte von Vorjahres-Charterern über das ausgezeichnete Preis-Leistungsverzeichnis vor allem an Land hätten zur Nachfrage geführt. 
Einen Haken hat die Türkei-Buchung: In der ganzen Türkei ständen aktuell keine 300 Charterschiffe zur Verfügung – der schale Rest der einst so riesigen Charterflotte, die vor Jahren dem Land wegen seiner politischen Verhältnisse den Rücken kehrte. 
Dem Vernehmen nach sind etliche Vercharterer in vorsichtiger Überlegung, Schiffe in die Türkei zurückzubeordern. Aber dort hat sich auch die Infrastruktur etwas verändert: Die verlassenen Plätze der Charterflotten wurden mittlerweile oft von türkischen Eignern belegt – zu günstigsten Konditionen.

Montenegro kommt stärker. Aus eigener Erfahrung ist die Bucht von Kotor immer noch landschaftlich reizvollsten Reviere des einstigen Jugoslavien, keine zwei Segelstunden südlich von Dubrovnik. Und mit attraktiven Häfen und moderatem Preisniveau in Euro. 
Bei den Fernreisezielen liegen die Seychellen im Aufwind, die Karibik stagniert. „Immer noch Ausläufer von Sturm Irma“ wird gemutmaßt. Und wie so oft im Tourismus trifft es wieder mal die Falschen. Die YACHT berichtete in ihrer Ausgabe über die ungeheuren Anstrengungen auf den von Irma hart getroffenen British Virgin Islands, Strände und Inseln wieder so schön erstehen zu lassen wie vor Irma.



BOOT 2019: Wie teuer wird Kroatien? Marinapreise 2019

Noch kein klares Bild über die Preise bekommt man auf der BOOT 2019, wenn man zu den Ständen kroatischer Marinabetreiber pilgert und sich nach aktuellen Preisen erkundigt. Zwar wird zum Beispiel am Stand der ACI-Marinas freundlich versichert, dass die Preise der Marinas in diesem Jahr gleich bleiben – „von einigen Ausnahmen nach oben oder unten abgesehen“. Aber die neue Preisliste, die sonst für die 22 ACI Marinas pünktlich zur BOOT auslag, hat man diesmal lieber nicht mitgebracht. „Preisauskunft derzeit nicht möglich“.

Gemunkelt wird, dass die Vorjahres-Preiserhöhungen von über 8% zusammen mit der Kurtaxe und Permit doch vielleicht zu heftig waren und die Kunden nicht wirklich begeisterten. Von einem Rückgang um mehr als 10% des Chartergeschäfts in Kroatien ist inoffiziell zu hören. Von Abwanderung vor allem italienischer Skipper, die nach Einführung der Luxussteuer in 2011/12 ihre Heimathäfen fluchtartig ostwärts über die Adria verlegt hatten und jetzt wieder in heimatliche Gefilde oder gleich nach Griechenland verschwanden. Obs wahr ist?

Was an Marina-Preisen jetzt schon erkennbar ist, ergibt kein klares Bild.

Tagespreise für 37ft:
Die beiden Zadar-Marinas SUKOSAN (um 8% auf 77€) und bei BORIK  (gleich auf 85€/Nacht) erhöhen – hier lässt man sich den aufwändigen Neubau des Sanitärbereichs bezahlen. In Pula wird die bislang brave TEHNOMONT VERUDA scheinbar deutlich teurer: Vor Jahren noch beim Tagespreis mit 55€/37ft ein Schnäppchen für den Pula-Besuch, kostet die Nacht im Hafen dort jetzt 80€ – allerdings gibts darauf 25% Rabatt laut offiziellem Prospekt?! Ob da die Ankündigung der neuen Marina in Pula (siehe unten) schon ihre Schatten vorauswirft? Und für verwirrende Preispolitik sorgt?
Um Murter bleiben Marina FRAPA und HRAMINA preislich gleich. Sicherheitshalber erhöht die wegen Genehmigungsproblemen immer noch nicht eröffnete MARINA FRAPA in DUBROVNIK um 4% auf 170€/Nacht. Sie ist – ebenso wie die Neueröffnung ACI ROVINJ – ohnehin die teuerste Marina Kroatiens – auch im geschlossenen Zustand ;-))

Jahresliegeplätze für 37ft:
Zadar erhöht auch hier – vor allem in MARINA BORIK um 10%. HRAMINA MURTER und TEHNOMONT VERUDA belieben praktisch unverändert.

Neue Häfen:
In ACI ROVINJ soll es nun im April 2019 „mit den erforderlichen technischen Genehmigungen“ (O-Ton ACI am Stand) soweit sein – und die teure Schöne, die längst fertig ist, eröffnen. Zeitgleich für April 2019 ist auch die Eröffnung der MARINA FRAPA Dubrovnik angekündigt. Man darf gespannt sein.
In Pula will Betreiber SCT-MARINAS, bislang in Trogir neben der ältlichen ACI-Marina gelegen, der alten, viel zu kleinen ACI-MARINA Konkurrenz mit einer neuen Marina machen. 2022 soll es soweit sein – schräg gegenüber wsetlich der Stadt auf dem alten Kasernengelände.

Was die Preise angeht, sollte sich bis zur AUSTRIA BOATSHOW in Tulln Anfang März einiges geklärt haben. Aber schon jetzt steht fest: Nur brav wirds bei den Preisen in Kroatien auch 2019 nicht zugehen. Wir berichten weiter.

Neue Episode Lebenswert

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Focus MARLIN. Home. Sweet Home.

Wenigen Stunden nur habe ich noch mit Mitsegler Harald, als uns dann nach realen 4 Wochen unsere Weg am Frankfurter Flughafen trennen. Ich komme mir wie gewohnt in Deutschland erstmal deplatziert vor. Zehn mal Atlantiküberquerung sind mit der herzlichen Verabschiedung erfolgreich beendet. Ich bin nun wieder alleine. Auch schön. Die Weiterreise nach Flensburg ist kurzweilig. Ich genieße das Datennetz. Ich genieße ernsthaft die kühlen Temperaturen. Es schneit als meine Tochter Lena vor dem Flensburger Bahnhof auf mich zugelaufen kommt, ihre Arme um Papa wirft und ganz fest zudrückt. Auch Nathalie und Maya schlingen sich dazu. Seemannsglück ist die Heimkehr von einer langen Seereise. Zumindest wenn da jemand ist der sich so sehr freut wie meine Kinder.

Die Sorgen um MARLIN sind schnell vergessen, als ich am nächsten Morgen im Malteser Krankenhaus sitze. Mein behandelnder Arzt Helge fühlt sich schwer vernachlässigt. Klar was die wollen. Mein rotes Blut wollen die. Blutsauger. Helge ist sehr nett und zumindest oberflächlich hat der Kontrollbesuch keine neuen Erkenntnisse zu Tage gebracht. „Aber wenn man richtig sucht wird man was bestimmt was finden“, grinst mich Helge an. Als das Thema sich vorerst erledigt hat, freut sich Tobias vom MARLIN Büro als ich die Toosbüstr. runterwackel. „Siehste Tobias. Es klart auf.“ Es soll kalt, aber klar werden in den nächsten Tagen. Tobias aus dem kleinen LUNATRONIC / MARLIN Team ist übrig geblieben und Eike hat uns verlassen und hat schon einen neuen Job in Kiel. „Kiel ist ja auch schön“, meint Tobias trocken. Wir haben viel zu tun. Mal schauen, wie sich das mit dem Büro in Flensburg so entwickelt. Schon stehen neue Mitsegler und Kunden und klopfen an der virtuellen Tür im Internet. Gut so. „Jan. Deine Crew ist vollständig. Buch Dir bitte mal nen Flug in die Karibik. Ich werde grade dringend in Flensburg gebraucht. Per mail einige ich mich mit Allen, dem Lackierer in Trinidad. Reinigung, Spotlackierung und Polishing bekommt MARLIN. Unser Dornröschen muss mal wieder wachgeküsst werden und zu neuen Taten geschmückt werden. Ich entscheide erst einmal mehr an Aufgaben zu tolerieren. Trotzdem bleibt immer noch eine ordentliche Liste zu tun für Jan. „Besser Du fährst eine Woche vor Törnbeginn auf’s Schiff.“ Jan freut sich sehr auf Schiff zu kommen. Ich freue mich sehr Zeit für meine Familie und für mich zu haben.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019

JOIN THE CREW:
www.marlin-expeditions.com

Jahrestag

Der 20. Januar ist für uns ein besonderer Tag. Dieses Foto von einem Straßenhund habe ich am 20. Januar 2017 in dem kleinen griechischen Dorf Kilada gemacht:

20. Januar 2017

Es ist das allererste Foto von einem Hund, dem wir später den Namen Filou gegeben haben.
Ich habe nie vergessen woher er kommt und denke fast jeden Tag daran, wie schwer er es in diesem, seinem zweiten Winter auf der Straße hatte.
Und ich werde nie vergessen, wie er seinen Kopf ängstlich weggezogen hat, als ich zum ersten mal versucht habe, ihn anzufassen. Wie er an den Mülltonnen am Hafen nach etwas Essbarem gesucht hat und nach den kalten Nächten am Morgen lange gebraucht hat, um wieder auf die Beine zu kommen.
Wer Filou nicht kennt und ihn heute sieht, glaubt uns oft gar nicht, dass er mal ein Streuner gewesen ist, der glücklich war, wenn er ein paar Reiskörner aus einer der Mülltonnen lecken konnte.

Es war reines Glück, dass Filou und ich für ein paar Tage zur gleichen Zeit am gleichen Ort waren. Glück für einen von ungefähr 3,5 Millionen Straßenhunden, die es aktuell in Griechenland gibt und Glück für uns, so einen dankbaren und unkomplizierten Hund gefunden zu haben.

20. Januar 2019

SV Alani – Sarah Schelbert GER

TOUGH – TOUGHER – SARAH

Sarah Schelbert


Was ist ein ROV?

Das unser Planet zu einem Großteil von Wasser bedeckt ist, weiß wahrscheinlich fast jeder. Genau gesagt sind es 71% der Erdoberfläche, die von den Weltmeeren und ihren Nebengewässern eingenommen werden. Die feste Oberfläche der Kontinente macht somit also gerade einmal 29% aus. Ziemlich wenig im Verhältnis zur riesigen Wasseroberfläche, die unserer Erde ihren Beinamen gegeben hat: Der blaue Planet.
Dieser blaue Planet ist an Land so gut erforscht, dass wir mittlerweile praktisch jeden Quadratzentimeter kennen, kartografiert haben und unter fast jedem ungewöhnlichen Stein einmal jemand nachgesehen hat, was sich darunter verbirgt. Den bei weitem größten Teil unseres Planeten haben wir dabei allerdings außer Acht gelassen, denn gerade einmal 5% der Weltmeere sind gut erkundet. Von diesem geringen Anteil entfällt wiederum der Löwenanteil auf die seichten Zonen des Meeres. Über die tieferen Bereiche wissen wir daher fast nichts! Selbst die Mondoberfläche ist aktuell besser erforscht als die Tiefsee.
Wo genau die Tiefsee beginnt, ist bis heute nicht einmal eindeutig definiert. Die einen Wissenschaftler sagen, dass die Tiefsee bei etwa 200m beginnt, weil ab dieser Wassertiefe aufgrund des Lichtmangels keine Photosynthese mehr stattfinden kann, andere sind der Meinung sie beginnt bei ca. 800m, weil es ab hier wirklich stockfinster ist und wiederum andere meinen: „Roundabout 4000m“
Alles in allem weiß also keiner so richtig Bescheid.
Mich hat dieser Umstand bereits als Kind fasziniert und ich habe Bücher und Dokus über die Tiefsee und ihre Geheimnisse geliebt. Besonders die Geschichte der Trieste fasziniert mich bis heute. Die Trieste ist ein U-Boot, mit dem am 23. Januar 1960 die beiden Forscher Don Walsh und Jacques Piccard bis in eine Tiefe von 10.910m unter dem Meeresspiegel hinab getaucht sind. Bis heute ist es nur ein weiteres Mal gelungen, einen Menschen dort runter zu bringen, als James Cameron am 26. März 2012 mit der Deepsea Challenger als dritter Mensch in einer Tiefe von 10.908m den Grund des Challengertiefs erreichte.
Immerhin hat sich aber in der Zwischenzeit trotzdem etwas getan, denn seit ein paar Jahrzehnten haben wir Menschen sogenannte ROVs und sie werden immer besser.
Ein ROV (Remotely Operated Vehicle) ist ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug, welches unbemannt an einem Kabel hängend zur Erforschung der Unterwasserwelt oder für Arbeitszwecke eingesetzt wird.
Mit der Technik habe ich mich vor mittlerweile fast 20 Jahren mal eine Weile aus reiner Neugier befasst und auch ein paar Entwürfe für ein ROV gezeichnet. Bei Zeichnungen ist es allerdings immer geblieben. Ich hatte damals nie genau nachgerechnet und auch nicht ernsthaft in Erwägung gezogen, so ein Ding jemals zu bauen. Ich hatte schließlich gar kein Mutterschiff und auch keine Ahnung von der Seefahrt. Reine Träumerei war das. So wie andere Astronaut werden wollten, wollte ich mal Tiefseeforscher werden. Wobei, Astronaut wollte ich auch mal werden und Lokomotivführer und…
Naja, jedenfalls fiel mir 2014, kurz bevor wir mit Eos los sind, wieder ein, dass ich ja mal von einem ROV träumte. Also habe ich wieder gezeichnet und schließlich festgestellt: Zu teuer, zu kompliziert, zu wenig Zeit!
Das ganze geriet für Jahre wieder in Vergessenheit, bis ich nach der letzten Fahrt mit Morgenstern so langsam anfing wieder darüber nachzudenken. Ich habe gezeichnet, gerechnet, ein wenig kalkuliert und Sabrina schließlich vor einer Weile damit konfrontiert.
Denn immer wenn ich eine neue Idee habe, so ist Sabrina meine wichtigste Kritikerin und erdet mich, wenn ich mal übers Ziel hinaus schieße.
Beim ROV hat sie mich vor allem bei der Baugröße geerdet. Nicht viel größer als ein Schuhkarton soll das erste werden!
Ich hätte schon gerne gleich ein wenig größer gebaut, aber es macht natürlich absolut keinen Sinn bei soviel Neuland zu viel zu riskieren. Umso größer (und teurer) das Projekt, umso anfälliger und umso schmerzhafter wäre es bei einem Totalverlust. Und da ich mich bei diesem Projekt nur auf sehr wenig Erfahrungen anderer stützen kann, rechne ich fest mit Rückschlägen.

Meistens zeige ich meine Projekte ja erst wenn sie fertiggestellt sind, oder zumindest bereits gut funktionieren. Diesmal mache ich das etwas anders und nehme euch mit auf die Entstehungsreise. Heute zeige ich zumindest mal eine Skizze des derzeitigen Entwurfs:

Der Druckkörper selbst ist für eine maximale Tauchtiefe von 1982m berechnet, könnte allerdings mit der derzeitigen Frontscheibenkonfiguration nur bis maximal 397m verwendet werden, was zunächst mehr als ausreichend ist.
Für die ersten Versuche werde ich mit 100m Kabel arbeiten, was bereits eine Herausforderung darstellt. Das Kabel ist eines der teuersten und aufwändigsten Komponenten eines ROV. Es überträgt die Steuersignale vom Mutterschiff zum Roboter und das Videosignal vom Roboter zum Schiff. Dabei muss es flexibel und robust sein und ein ganz bestimmtes Auftriebsverhalten erfüllen.
Beim Thema Kabel wird sich der ein oder andere wahrscheinlich die Frage stellen: Und warum wird nicht per Funk gesteuert?
Ganz einfach: Wasser dämpft Radiowellen enorm gut. So gut, dass zum Beispiel ein 2,4Ghz Signal nach wenigen Zentimetern nicht mehr brauchbar ist.
Militärische U-Boote müssen deshalb zur umfangreichen Kommunikation auftauchen. Unter Wasser ist nur mit sehr viel Aufwand und viel Energie eine Datenübertragung möglich. Die nutzbare Bandbreite ist dabei extrem gering und die nachgeschleppten Antennen aufgrund der eingesetzten Längstwellen mehrere Hundert Meter lang. Funk scheidet deshalb für ein ROV aus und wir bleiben deshalb ganz klassich beim Kabel.

Und so sehen die ersten Rohteile aus, mit denen demnächst der Druckkörper gebaut wird: