Archiv der Kategorie: Blogs

Freiheit

{Time:22:00:00}
{Date:20191024}
{Position:54°47.5541’N, 009°25.2186’E}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Flensburg}
{Target:Cuba}
{Temp Air/Pressure:10°C}
{TempWater:-°}
{Wind:VAR Kn/E}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20191024}
{Title:Freiheit}

In den Fängen der Versicherungen

Heute war Herr Otten da. Sachverständiger der Hausratversicherung. Durch den Einbruchdiebstahl in unserem Kellerraum sind meine kompletten Kite Ausrüstungen und die von Lena und alles an Elektrowerkzeug abhanden gekommen. Die Liste über den Wiederbeschaffungswert beläuft sich auf 4.800 Euro. Für so etwas hat man ja eine Hausratversicherung denkt man sich. Doch weit gefehlt. Die Versicherung will das nicht einfach so bezahlen, sondern schickt Herrn Otten. Der ist quasi Detektiv und Meister der Wortverdreherei. Profi halt. Erst mal wird also anhand eines Formulars ermittelt ob wir denn überhaupt ausreichend versichert sind. Denn haben wir mehr Hausrat, mal angenommen 150.000 Euro und nur eine Versicherung von 75.000, sind wir unterversichert und der Schaden wird nur zur Hälfte bezahlt. Das habe ich vorher aber schon gegoogelt und Nathalie hat die Liste über den Hausrat gemacht, ich die Elektronik hinzugefügt und natürlich die Sportgeräte im Keller. Herr Otten nickt die Liste ab. Unterversicherung besteht nicht. Dann erzählt mir Herr Otten ausführlich von anderen Fällen um zu sehen, ob ggf. ein Versicherungsbetrug vorliegt. Wir gehen in den Keller. Ja. Es sind keine Einbruchspuren zu sehen. Wieder am Küchentisch klärt mich Herr Otten auf, dass die Versicherung mir einen Vergleich von unter 1.000 Euro anbietet. Ich wackle mit dem Kopf und erzähle ihm von unserem guten Anwalt Herrn Heinrich und schlage vor die Angelegenheit mit 4.000 Euro oder einem Gerichtsverfahren zu regeln. Er schreib das auf und sagt freundlich, dass er es so der Versicherung mitteilen wird. „Ohne Einbruchsspuren ist das nämlich lediglich ein Diebstahl und der ist gar nicht mitversichert.“ Immer das gleiche mit den Versicherungen. Da macht man einen kleinen Fehler bei der Beschreibung und schon war es das. Jetzt sind wir doch mal gespannt was die Versicherung in den nächsten Tagen so schreibt. Einen Tag Verwaltungsaufwand hatte ich ja nun schon mit dem ganzen Fall.

Wie man merkt bin ich im vollen Leben. Ich fresse tonnenweise Tabletten um keine Infektion zu bekommen und kämpfe mich durch die Voruntersuchungen für meine Knochenmarktransplantation. Heute dann beim Zahnarzt. Nächste Woche HNO, MRT von den Nebenhöhlen und diverses anderes. Ich bin zwar fit, aber nicht wie ein Turnschuh. Am liebsten würde ich weglaufen und irgendwo den Kopf in den Sand stecken. „Papa. Mach doch mal die Heizungen aus. Du hast die alle auf volle Pulle gedreht.“ Nun. Mir ist kalt.

Ich schicke Herrn Otten noch ein Foto aus guten Zeiten, als der 14er Slingshot noch meiner war. Ob’s hilft? Warum können die nicht einfach den Schaden ersetzen, den ich hab. Warum muss man immer Stress mit Versicherungen haben? Dafür hat man sie doch eigentlich. Oder?


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 58-63 MARLIN’s Cubatörns 2019-2020. Sichere Dir Deinen Platz.

JOIN THE CREW:
lin-expeditions.com/” target=”_blank” rel=„noopener”>www.marlin-expeditions.com

Adieu Moorea!

Di., 22.Okt.19, Franz.Polyn./Moorea/Cook’s Bay, Tag 1969, 18.981 sm von HH

Wenn wir nicht Wale jagen, sind wir zu Fuß unterwegs. Direkt hinter der Bucht beginnen herrliche Wanderwege. Für jede Kondition ist was dabei. Wir sind lange nicht gewandert, also entscheiden wir uns für eine Strecke ohne Höhenmeter. Einmal rund um den Mount Rotui. Am Ende latschen wir zwölf Kilometer und wir haben rund gelaufene Füße.
Zunächst führt der Weg durch bescheidene Landwirtschaft: Moorea hat sich auf Ananas und ein wenig Vanille spezialisiert. Die berühmte Tahiti-Vanille stammt also von Moorea und der Nachbarinsel im Westen: Huahine. Genau wie die berühmten Tahiti-Perlen zum größten Teil aus Gambier stammen. ;-)

Dorfstraße auf Moorea

Dann wird es wilder. Hinter jeder Biegung sehen die Berge besser aus. Die Landschaft ist außerordentlich. Üppig. Gewaltig. Und vor allem Grün. Die zackigen Berge sind die Überreste eines eingebrochenen Vulkankraters und bis zur letzten Wand bewachsen. Überreichlich bewachsen. Regelmäßige Niederschläge machen das möglich.

Mount Rotui

Baumriesen aus Luftwurzeln gewachsen

Groß wie eine Kokos-Nuss – die Porzellan-Rose

Die Polynesier haben für jeden Berg eine eigene Legende: In einigen der steil aufragenden Gipfel befinden sich kreisrunde Löcher von beträchtlichem Durchmesser. Die Erklärung für die Löcher ist einfach: Hiro, der Gott der Diebe wollte Moorea für sich alleine haben und überlegte, die Insel zu stehlen. Mit ein paar Jungs spannte er Seile um die Bergspitze des Gipfel vom Berg Rotui. An diesen Seilen sollte die Insel weggeschleppt werden. Aber Göttervater Taaroa erfuhr von dem geplanten Diebstahl und beauftrage einen kräftigen Krieger, den Plan zu vereiteln. Der Krieger schnappte sich Speere und kappte mit kräftigen Würfen die Seile, die Diebe suchten das Weite. Die Speerwürfe waren so gewaltig, dass er die Bergegipfel durchbohrte.

Das Loch stammt von einem Speer – ist doch klar

Die strandlosen (tja, auch das Paradies hat seine Schönheitsflecken) Ufer der Bucht sind mit Privatgrundstücken und Hotels zugepflastert. Anlanden mit dem Dinghy funktioniert nur an der Tankstelle und beim Supermarkt. Das ist etwas lästig. Denn der Marsch zum Internet ist lang. Drei Kilometer an der staubigen und schattenlosen Landstraße entlang. Eine Tour. Das muss man wollen.
So schwierig war es mit Internet noch nie. Es gibt wohl lokale Prepaid-Sim-Karten, aber die gelten nur auf Tahiti und Moorea, haben eine kurze Laufzeit und nützen uns auf den Austral-Inseln nichts. Daneben unterhält die Post noch sogenannte ‚Vini-Spots‘. Man kauft eine Rubbel-Karte mit 5, 10, 50 oder 100 Stunden Internet-Zugang ohne Volumen-Beschränkung. Entgegen der üblichen Praxis in Französisch Polynesien wird der Preis pro Stunde bei den großen Karten günstiger und ist bezahlbar (1 Std – 1,30 USD).
Wir haben seit Papeete eine 100er-Karte. Gültig für drei Monate. Der Haken an der Sache, man muss zur Post laufen. Nur dort funktioniert der Zugang mit den Rubbelkarten. Aktuell ist die Post die besagten drei Kilometer entfernt. Der Zugang funktioniert aber zufriedenstellend schnell. Den Wal-Film hochzuladen hat „nur“ 45 Minuten gedauert. :roll:
Auf unserem kleinen Notebook hat Achim ‚connectfy‘ installiert (nochmal großen Dank für den Tipp, lieber Blog-Leser), so dass wir beide zeitgleich surfen können. Das verdoppelt die Surfzeit mal eben auf 200 Stunden.
Ab Morgen erwartet uns allerdings eine Internet-Zwangspause. Jetzt brechen wir nun wirklich nach Tubuai auf. 350 Internet freie Meilen.
Die Wale nehmen wir mit. Die brechen nämlich auch Richtung Süden auf. Auf ihren langen Weg in die Kälte, um sich mal wieder satt zu fressen. Adieu, Moorea, mal sehen, ob wir uns auf dem Rückweg wiedersehen.

Mal richtig bequem sitzen und im Internet surfen

Wale bei der Menschen-Beobachtung

Mo., 21.Okt.19, Franz.Polyn./Moorea/Cook’s Bay, Tag 1968, 18.981 sm von HH

„Ihr könnt da nicht so dicht bleiben!“, hören wir den Polynesier hinter uns rufen. „Kommt da raus!“ Ob zu unserem Schutz oder dem der Wale bleibt er uns schuldig. Der junge Mann sitzt in seinem Kanu ein gutes Stück entfernt und hat leicht reden. Achim rudert mal hierhin, mal dorthin. Sie kommen trotzdem dichter.
Wir treiben mit unserem Dinghy am Ausgang der Bucht. Hier tummeln sich den ganzen Tag die Wale. Whale Watching mit Garantie. Der Außenborder ist aus. Wir hocken schon eine ganze Zeit in unserem winzigen Schlauchboot und warten. Zunächst tauchen in angemessener Entfernung Rücken auf und hinter uns bläst es. Man soll nicht auf die Wale zufahren, soll einen Sicherheitsabstand einhalten. Wenn Boote Kurs auf die Wale nehmen, drehen sie meistens sowieso ab.
Wir hocken und beobachten. Eine Mutter und Kalb spielen Fangen. Sie kommen immer näher. Da scheint das Kalb unser Dinghy zu sehen. „Mama, bitte heute mal ‚People Watching‘.“ Mutter Wal gibt nach, die beiden kommen direkt auf uns zu. Zum Anfassen nah. Achim muss das Paddel vom Dinghy zur Seite nehmen, um Platz zu machen. Uns klopft das Herz bis zum Hals. Die sind einfach nur groß! Keine falsche Bewegung jetzt, nicht dass die Mutter nervös wird.

In den letzten Wochen sind die Kälber hier im warmen Wasser geboren worden. Vier Meter lange Brocken mit 800 Kilo Gewicht. Die Mutter ist zwischen elf bis fünfzehn Meter lang. In der Spitze wird ein Buckelwal auch schon mal achtzehn Meter.
Manchmal werden die Tiere übermütig, hauen mit ihren Flippern um sich oder schlagen mit ihrer Fluke aufs Wasser ein. Sie können ihren tonnenschweren Körper komplett aus dem Wasser schrauben, sich in der Luft drehen und klatschen wie eine Bombe ins Meer zurück.
Unsere beiden haben damit nichts im Sinn. Das Kalb guckt einmal freundlich in unsere GoPro und dann drehen beide ab.

 

Wal-Kalb, schau mir in die Augen, Kleines

Wal-Kalb, schau mir in die Augen, Kleines

Tag 18: Entlassung

{Time:22:00:00}
{Date:20191021}
{Position:54°47.5541’N, 009°25.2186’E}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Flensburg}
{Target:Cuba}
{Temp Air/Pressure:10°C}
{TempWater:-°}
{Wind:VAR Kn/E}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20191021}
{Title:Tag 18: Entlassung}

Keimfreier Sauerstoff

“Hey Guido. Das ist ja nett, dass Du mal so eben die 600 km aus Düsseldorf kommst, um mich abzuholen!“ Ich grinse. Aber eigentlich ist mir zum Heulen zu Mute. Hinter mir liegen 18 Tage Hammerchemo und Einzelhaft. Ich habe die Zähne zusammengebissen. An manchen Tage war ich bestimmt der Schwesternschreck aus Zimmer 33, so schlechte Laune hatte ich. Und jetzt? Jetzt soll alles wieder vorbei sein? Nun. Ich bin noch sehr benommen. Meine Blutwerte sind noch so, dass ich Munschutz und Latexhandschuhe trage. Aber erst mal raus. Es geht nach Haus, der Seesack voll mit Sachen, die sich auf meinem Zimmer angesammelt haben. „Trägst Du den?“ Mir ist ein bisschen schwindelig. Kurz bevor ich rausgekommen bin, schnell noch eine rote Blutkonserve mitbekommen. Dracula lässt Grüßen.

Zu Hause ist alles rein und geputzt, Hund Lars ist in der Hundepension. Alles auf das Leuko 2.0 Monster Skipper Micha eingestellt. Nathalie mach Huhn in Weißwein Sauce. Guido und Gudrun sind da und versuchen nicht über meine Krankheit zu reden. Gelingt aber nicht so. Ist ja auch schwierig. Guido ist Weinhändler. Er hat natürlich einen guten Tropfen mitgebracht. Da kann ich nicht nein sagen. Guidos Wein schmeckt köstlich, Nathalies Essen ebenso und ohne eigenes Zimmer, ziehe ich erst mal bei Lena ein, die ist grade auf Klassenfahrt.

Wie es weitergeht? Mitte November werde ich transplantiert. Mindestens vier Wochen wieder Krankenhaus. Stefan Morsch Station. Bis dahin habe ich viel zu erledigen.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 58-63 MARLIN’s Cubatörns 2019-2020. Sichere Dir Deinen Platz.

JOIN THE CREW:
lin-expeditions.com/” target=”_blank” rel=„noopener”>www.marlin-expeditions.com

Wal-Tag

Fr., 18.Okt.19, Franz.Polyn./Moorea/Cook’s Bay, Tag 1965, 18.981 sm von HH

Ein Tag wie aus dem Segel-Märchenbuch: Wind aus der richtigen Richtung, in der richtigen Stärke. Keine Welle, Schafwolken am Himmel. Es ist so schön, dass ich die knapp zwanzig Meilen nach Moorea mit der Hand steuere (oder war es, weil Achim keinen Bock hatte, die Windsteueranlage scharf zu schalten?). Solche Tage waren es, die Erinnerung kommt zurück, warum Segeln mal richtig toll war. Nach knapp drei Stunden erreichen wir die Cook’s Bay, eine der meistfotografierten Buchten der Welt. Steil richten sich in der schmalen Bucht die Berge auf, grün bewachsen. Bizarre Formationen, die malerische Namen wie ‚Tigerzahn‘ tragen.

Ansteuerung auf Cook’s Bay auf Moorea

Hinter dem Pass – hinter dem Riff – erblicken wir den ersten Wal-Rücken. Wir zweifeln noch. Könnte auch ein großes Stück Treibholz sein. Es folgt ein Blas. Dann ein zweiter. Kein Zweifel mehr: zwei Buckelwale direkt vor dem Bug. Mutter mit Kalb. Hinter uns schnauft es. Ein richtig Dicker zeigt seinen Rücken. Dieser Wal ist bestimmt so groß wie Atanga. Wir können es nur schätzen, mehr als einen Teil vom Rücken bekommen wir nicht zu sehen. Uns geht das Herz auf – wir freuen uns wie Bolle. Was für ein Empafng.
Die Wale ziehen ihre Kreise, wir tuckern langsam an ihnen vorbei. Dann machen sie sich krumm, man erkennt noch kurz einen Katzenbuckel und sie sind verschwunden. Dieses Verhalten, einen Buckel zu machen, bevor sie abtauchen, gab den Buckelwalen ihren Namen. Häufig stecken sie dabei noch ihre Fluke in die Höhe.

Ein Wal oder zwei Wale?

 

Definitiv zwei Wale

Wir fahren bis zum Ende in die Bucht. Zu unserer großen Überraschung ist dieser weltberühmte Ankerplatz fast leer. Mit sechs weiten Seglern und einem Motorboot teilen wir uns das atemraubende Panorama. James Cook, der Namensgeber der Bucht, hat hier nachweislich nie geankert. Er war zwar auf Moorea, aber zwei Meilen weiter westlich.

Wale und Traum-Kulisse, warum nochmal wollten wir auf die Austral-Inseln? :mrgreen: Wir sind dankbar für die schlechte Windprognose, die uns nach Moorea hat ausweichen lassen. Einen besseren Plan B hatten wir noch nie. Morgen gehen wir noch einmal Whale-Watching.

Cook’s Bay auf Moorea

zu jeder Seite ein Augenschmaus

Mitsegler vor den Bergen

Der Kaminofen – Teil 1

Fast ein ganzes Jahr ist nun mittlerweile am Schiff vorbeigezogen, seitdem wir uns beim Heizkonzept auf Morgenstern für die Kanadische Lösung entschieden haben.
Der Ofen selbst war seinerzeit schnell in Übersee bestellt und auch schnell geliefert. Der Einbau wurde allerdings immer wieder durch andere Baustellen, mit höherer Prioritätsstufe, vereitelt.
Bis zum diesjährigen Sommer hat es schließlich gedauert, dass ich mich endlich damit befassen konnte, den Kaminofen einzubauen, den sich Sabrina immer gewünscht hat.

Warum überhaupt einen Kaminofen und nicht einfach eine Diesel-Standheizung oder einen Dieselofen einbauen, könnte man jetzt fragen!?
Nun, es gibt wie bei jedem Konzept Gründe, die dafür sprechen und Argumente dagegen. Jedes System hat seine Berechtigung und auch bei uns wird der Kaminofen langfristig nicht die einzige Heizung an Bord bleiben. Eine Dieselheizung liegt bereits im Schiff, muss allerdings noch eingebaut werden.
Für uns war am Ende hauptsächlich ein Argument ausschlaggebend für den Kaminofen und das ist die Ausfallsicherheit. Es gibt Gegenden, dort ist die Heizung an Bord nicht komfortables Beiwerk, sondern überlebenswichtig! In solchen Gebieten kann es fatal sein, von einer Heizung abhängig zu sein, die eine gewisse Menge Strom zum Betrieb benötigt. Auch ein Ölofen, mit komplizierter Mechanik in der Kraftstoffzufuhr, kann ausfallen und nicht immer mit Bordmitteln repariert werden.
Der einzige Ofen, der praktisch immer funktioniert, ist der Kaminofen und aus genau diesem Grund wird er in vielen kalten Gegenden für Boote und Motorhomes auch heute noch, oder wieder, bevorzugt.
Allerdings ist das Konzept moderner Kaminöfen für Boote nicht mehr dasselbe, wie vor X Jahrzehnten. Zumindest in Kanada bekommt man heute Öfen, die sich technisch auf dem Level eines modernen Systems für Häuser befinden, nur sind sie eben viel kleiner und für einen Einbau an Bord optimiert, wo wir auch schon beim Hauptthema dieses Beitrags angekommen sind:

Der Einbau

Das Holz ist für das neue Furnier vorbereitet.

Er gestaltete sich als sehr langwieriges und kostenintensives Projekt. Über die Decksdurchführung hatte ich bereits in diesem Beitrag berichtet.
Im Gegensatz zu einer Standheizung oder den Ölöfen, wie sie hierzulande häufig benutzt werden, ist so ein eingebauter Kaminofen, mit allem was dazugehört, praktisch eine Sonderanfertigung. Es gibt nur wenige Serienteile im Abgasstrang, auf die man zurückgreifen könnte und die sind dann auch wieder für viele Yachten suboptimal.
Nachdem ich mich also fast ein halbes Jahr immer wieder mit dem Einbauort, Isolationsmaterialien und dem Konzept der Abgasführung beschäftigt hatte, stand am Ende der langen Recherche fest, dass für ein ideales System alles, wirklich alles (außer dem Ofen) selbst gebaut werden muss!
Es setzte also ein langer Prozess ein, während dem ich jede Menge CAD-Zeichnungen angefertigt und lange herumexperimentiert habe. Material beschaffen, schweißen, testen, optimieren…

Ziel war es, ein Gesamtsystem ins Schiff zu implantieren, welches möglichst effektiv die Wärme verteilt, sicher in der Handhabung ist, maximalen Zug im Kamin gewährleistet, auch bei Krängung und Sturm funktioniert und noch dazu die Nachbarn im Hafen nicht belästigt.

Das ganze hat viel Zeit, Nerven und auch Geld gekostet, das Ergebnis kann sich allerdings sehen lassen und noch wichtiger: Es funktioniert erstklassig!

Das Trapez und die Haube in der Dämmerung. Als Windfahne der drehbaren Kaminhaube dient ein Teil unseres zukünftigen Schiffslogos. Die Haube ist drehbar auf einer Welle aus Aluminiumbronze gelagert. Sie ist im Gegensatz zu den Hauben für Hauskamine ausgewuchtet, was sehr wichtig ist, um auch bei Krängung zu funktionieren. Die Haube wirkt zugverstärkend und ist fallwindsicher.

Eine meiner größten Sorgen während all der Planung war die Geruchsbelästigung fürs eigene Schiff und die Nachbarn, was mit ein Grund für die starke Überhöhung des Schornsteins war. Nachdem der Kaminofen nun über einen Zeitraum von 2 Wochen intensiv befeuert wurde, kann ich jedoch sagen, dass diese Sorge absolut unbegründet war. Im Gegenteil, der Ofen verbrennt das Holz so effektiv, dass man an Deck des Nachbarschiffs praktisch kaum einen Geruch wahrnehmen kann, wenn der Wind direkt in die Richtung weht. Und wenn man doch mal etwas riecht, dann ist der Geruch für die meisten Menschen nicht unangenehm. Subjektiv betrachtet, empfinde ich persönlich den Abgasgeruch einer Dieselheizung als etwas unangenehmer in der Nase. Um noch einen weiteren Vergleich heran zu ziehen: Selbst eine einzige Petroleumlampe, die mit nicht ganz so sauberem Lampenöl in der Kajüte betrieben wird, riecht penetranter als die Abgasfahne des Kaminofens wenige Meter neben der Abgashaube. Aber da jede Nase anders riecht, wird es sicherlich auch Menschen geben, die den Geruch von verbranntem Holz als unangenehm empfinden. Deshalb befindet sich unsere Kaminhaube 2,25m über Deck, beziehungsweise 3,65m über der Wasserlinie. Die Abgase werden also über die meisten Schiffe hinweg geweht.
Sehen kann man die Abgasfahne übrigens nur während der Anzündphase. Wenige Minuten nach dem Anzünden sind die Abgase absolut farblos.
Das war allerdings nicht von Anfang an so. Dem Hinweis aus der Bedienungsanleitung, den Kamin besser im Freien einzubrennen, haben wir keine große Bedeutung geschenkt. „Dünstet ungiftige Dämpfe während der ersten halben Stunde aus.“ – stand da sinngemäß.
Was soll ich sagen, wir waren froh, dass es bereits dunkel war und niemand mehr im Hafen unterwegs, sonst hätte vielleicht jemand die Feuerwehr gerufen. Es zogen Rauchschwaden aus dem Kaminrohr UND den geöffneten Decksluken des Schiffs. Atmen war unter Deck kaum noch möglich und diese halbe Stunde fühlte sich irgendwie viel länger an.
Sabrina war mit Filou während der Einbrennphase an Deck und ich habe, nachdem ich alle Rauchmelder und Kohlenmonoxidwarner von Wänden und Decken gerissen habe, hustend auf dem Bauch liegend an den Reglern des Ofens herumgespielt, in der Hoffnung, die Verbrennung irgendwie etwas reduzieren zu können, um nicht ganz so viel Qualm zu erzeugen.

„Hoffentlich ruft niemand die Feuerwehr!“ – Ging mir die ganze Zeit durch den Kopf…

Und immer wieder die Frage nach oben zu Sabrina an Deck: „Qualmt es jetzt mehr oder weniger?“
„Mehr!“
„Und jetzt?“
„Mehr!“

Immer wieder hat Sabrina kurz mit der Taschenlampe in Richtung Kaminhaube geleuchtet, um zu schauen, ob der Qualm weniger wird, aber irgendwie tat sich da nichts. Es sah aus, wie bei einer alten Dampflokomotive, die sich schnaubend eine Gebirgsstrecke hochschiebt!

Irgendwann kam dann von Deck der Hinweis: „Du, Nico, ich glaube, ich kann das andere Ufer nicht mehr erkennen!“
Nico: „Waaas!?“
Sabrina: „Naja, die Lichter von den Anglern sehe ich zumindest jetzt nicht mehr.“

Aber irgendwann war auch diese halbe Stunde überstanden und der sogenannte Einbrennlack eingebrannt. Ein Prozess, durch den man eben durch muss.
Weitere ca. 20 Stunden Brennzeit hat es danach noch gedauert, bis der Lack vollständig ausgedünstet war und nun funktioniert alles ohne Qualm und ohne Gestank.
Die Wärme, die der Kaminofen in der Kajüte verbreitet, ist ein echter Segen. Kein Vergleich zu einem Heizlüfter, bei dem nur die Luft erwärmt wird und mit dem die Umgebung eher kühl bleibt. Der Kaminofen gibt einen Großteil seiner Wärmeleistung in Form von IR-Strahlung ab, so wie man es zum Beispiel von einem Refleks Ölofen kennt. Diese Strahlungswärme fühlt sich ziemlich gut an. Selbst wenn die Luft in der Kajüte noch eher kühl ist, wird man bereits gewärmt. Der Einbauort ist deshalb so gewählt, dass der Ofen fast jede Ecke des Salons erreicht. Auch die Bugkabine und später das Bad bekommen bei geöffneten Türen direkt Strahlungswärme ab.
In der Achterkajüte kommt es nur über Konvektion zu einer Erwärmung, was aber für einen Schlafraum völlig ausreichend ist.

Endlich warm!

Was die Effizienz angeht, so sind wir äußert positiv überrascht. Moderne Kaminöfen mit Sekundärluftzufuhr erreichen einen Wirkungsgrad von 80%, also kein Vergleich mit einem offenen Kamin „von Früher“, bei dem ein Großteil der erzeugten Wärmeenergie durch den Schornstein entweicht.

Unser Cubic Mini ist so ein moderner Kaminofen mit Sekundärluft, Schamottauskleidung und geschlossener Brennkammer, ohne den Ascherost, wie er bei den alten Holzöfen verbaut wurde. Der hohe Wirkungsgrad des Cubic Mini ist unter anderem ein Grund, warum der Schornstein über Deck doppelwandig ausgeführt werden sollte, aber dazu mehr in Teil 2, dann reden wir über Holzverbrauch, Abgastemperaturen und Strahlungswärme.

Tag 17: Einzelzimmer

{Time:22:00:00}
{Date:20191020}
{Position:54°47.5541’N, 009°25.2186’E}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Flensburg}
{Target:Cuba}
{Temp Air/Pressure:10°C}
{TempWater:-°}
{Wind:VAR Kn/E}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20191020}
{Title:Tag 17: Einzelzimmer}

Krankenhausalltag

Es gibt Erinnerungen die bleiben. Für Immer. Mein Provinzfreund Ralf Kapalla, lag monatelang im BG Krankenhaus in Buchholz. Motorradverletzung. Wir haben ihn so oft wie möglich besucht. Die eigentlich einfache OP hatte sich entzündet. Gar nicht gut. Mit Fixtateur, Metallstangen im Knochen. Ich kann mich erinnern, als wenn es gestern gewesen wäre. Ist dreißig Jahre her. Hat ewig gedauert bis er da raus war. Was hat er geflucht. Jetzt bin ich wieder selber in der Krankenhausmühle. Mein Tag fängt an mit einem Ei, einer Tasse Tee, einem Brötchen und einer Scheibe Wurst. Reicht ja auch aus. Morgen werde ich wahrscheinlich entlassen. Remission. Gesund auf Zeit. Drei Wochen darf ich raus um dann wieder rein zu kommen, für meine geplanten Transplantation. Irgendwie werde ich es vermissen, das Krankenhaus. Ich werde ja gut versorgt hier. Einzelzimmer mit Fördeblick, nette Schwestern, jeden Tag ein frisch bezogenes Bett und sterile Handtücher, jeden Tag wird geputzt, schnelles Internet und einen Tisch an dem ich arbeiten kann. Pünktlich Mittagessen. Ab dem Abendessen wird es ruhiger auf der Station. Ein bisschen goldener Käfig.

Meine Haare sind immer noch dran. Eigentlich sehe ich noch gar nicht wie ein Leukogespenst aus. Hmm. Ob die Chemo nicht richtig angeschlagen hat? Mir geht so viel durch den Kopf. Es ist Sonntag Abend. Schaue ich jetzt einen Tatort oder Netflixmüll?


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 58-63 MARLIN’s Cubatörns 2019-2020. Sichere Dir Deinen Platz.

JOIN THE CREW:
lin-expeditions.com/” target=”_blank” rel=„noopener”>www.marlin-expeditions.com

Tag 16: Unter Geiern

{Time:22:00:00}
{Date:20191019}
{Position:54°47.5541’N, 009°25.2186’E}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Flensburg}
{Target:Cuba}
{Temp Air/Pressure:10°C}
{TempWater:-°}
{Wind:VAR Kn/E}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20191019}
{Title:Tag 16: Unter Geiern}

So ein Arsc…

Kaum ist man definitiv ernst krank, kommen die schwarzen Geier um zu sehen, ob es was zu holen gibt. Da stirbt man vielleicht in naher Zukunft und schon kreisen die Aasgeier über einem. In meinem Fall Peter Pfaff aus Darmstadt. Schon 2015 trat dieser extrem unangenehme Mensch kurzzeitig in mein Leben als Anwärter um auf der MARLIN mitzusegeln. Nach einem kurzen Telefonat wusste ich schon, dass das nicht gut gehen wird und schnell war ein Grund gefunden, dass sich unsere Wege auch ganz schnell wieder trennen. Heute nun kommt ein unverschämtes Mail, dass ich ja nun ernsthaft und mit Todesgedanken krank bin und bestimmt auch die MARLIN verkaufen will. „WHAT?“ Ich traue meinen Augen nicht, schaue auf die Uhrzeit wann Peter dieses Mail geschrieben hat. Spät Nachts. Na. Klar ist die MARLIN zu verkaufen. Jedes Schiff ist übrigens zu verkaufen Peter. MARLIN ist schon seit Jahren in den Händen eines professionellen Maklers aus England. Das ist auch nichts Unbekanntes und auch nichts Geheimes. Ich frage pro forma Peter, was ihm die MARLIN den wert wäre. Er antwortet 120k. Da wird mir klar, dass Peter denkt, dass er sich aus meiner schwierigen Situation als Krebskranker seinen privaten geldwerten Vorteil schöpfen will. Unerschrocken. Unverschämt. Unmöglich. So ein Arsc… In diesem Falle kann man es nicht anders formulieren. Das ist eine Aberkennung unserer MARLIN und eine Beleidigung meiner seglerischen Professionalität weit unter der Gürtellinie. Peter enttäusch mich nicht nur, sondern mach mich für den ganzen Tag auch sehr traurig und nachdenklich. Warum sind Menschen so? Warum gibt es solche Menschen. Peters email landet im SPAM Filter. Antworten werde ich auf so eine Unverschämtheit bestimmt nicht. Mittelfinger und Go.

0.4-0.6-0.8 Das sind meine Leukos der letzten drei Tage. Die springen die Treppe hoch und Richtung Entlassung vom Krankenhaus. Das ist gut und was macht Wnuk. Der plant schon wieder Richtung Karibik. Ich erstehe ein günstiges Ticket für Anfang November, um für eine Woche auf die MARLIN zu fahren und um Skipper Rene zu treffen. Es gibt doch eine ganze Liste an Sachen zu besprechen und Skipper Rene bekommt von mir noch eine Einweisung, die unsere Freundschaft erhalten wird, er mit meinen Gästen sicher und glücklich in Cuba ankommen wird. Vorsichtshalber habe ich ein Flexticket gebucht. Sicher ist Sicher. Mit einem Ticket in meiner Tasche geht es mir auch schlagartig besser. Wnuk halt. Immer in Bewegung.

Mein Gemüt schwankt wie die Amplitude eines Erdbebens dieser Tage. Ich fühle mich gut in der Remission und fühlle das die erste Chemo der letzten 16 Tage erfolgreich war. Um so weniger Blasten die überlebt haben um so besser sind die Chanchen für eine erfolgreiche Transplantation, die mir in drei Wochen bevorsteht. Mit Krebs leben. Kenne ich ja schon.

Wie verfahre ich mit meinen Mitmenschen? Das ich meinen sehr offenen und direkten Blog schreibe, ist die eine Seite, meine Art und Weise mit meiner Krankheit zu leben. Keiner ist genötigt diesen Blog zu lesen. Kommentare unerwünscht. Ansonsten rede ich sehr ungerne über meine Krankheit. Ausser mit anderen, die auch mit dieser Krankheit leben. Ich hasse Mitleid. Am meisten hasse ich es wenn ich merke, dass andere Kapital aus meiner Krankheit schlagen wollen. Es gab sogar schon den Fall, dass ein Mitsegler am Kojenpreis bei einer Überführung von den Azoren nach Flensburg drehen wollte, weil ich ja mit meiner Krankheit die MARLIN nicht selber segeln könnte. Geht garnicht wie manche Menschen so drauf sind. Nach dem ersten Jahr meiner ersten Behandlung wussten die meisten Mitsegler gar nicht, dass ich Krebs in meinem Körper mit mir herumtrage und so soll es auch in Zukunft sein. Mit einem Spenderknochenmark werde ich für immer geheilt sein. Meine Krankheit ist nicht Krebszellen im Blut zu haben, das hat jeder, sondern ein Immunsystem zu haben, dass diese Zellen nicht bekämpfen kann.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 58-63 MARLIN’s Cubatörns 2019-2020. Sichere Dir Deinen Platz.

JOIN THE CREW:
lin-expeditions.com/” target=”_blank” rel=„noopener”>www.marlin-expeditions.com

SV Toto – David Arlot FRA

LA LONGUE ROUTE EN 223 JOURS AU CROUESTY FRANCE

David has used a Windpilot Pacific Plus of 1995 on his Garcia Brefort of 1988 and has successfully finished La Longue Route after 223 days at sea.
WEITERLESEN

SV Mairin – Leszek Wolnik IRE

ARTIC CIRCLE WITH VANCOUVER 32

I believe you sold the Pacific vane to The Netherlands sometime in 1999. I bought it from the next owner in Sweden. The boat is a Vancouver 32 and I love using the Pacific windvane on it, its absolutely fantastic. I singlehanded to the Arctic circle last year and the Pacific was wonderful and very precise in use.
best from Ireland
Leszek Wolnik

Tag 15:

{Time:22:00:00}
{Date:20191018}
{Position:54°47.5541’N, 009°25.2186’E}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Flensburg}
{Target:Cuba}
{Temp Air/Pressure:10°C}
{TempWater:-°}
{Wind:VAR Kn/E}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20191018}
{Title:Tag 15:}

Hin

Mein Körper hat mir ein deutliches Zeichen gegeben, dass ich keineswegs gesund bin. Dementsprechend werde ich heute oft gefragt, was denn da gestern los gewesen sei? Ich habe ein schlechtes Gewissen und klappe das MacBook zu, lege mich ins Bett, auch wenn mir gar nicht nach Bett ist. Meine Blutwerte erholen sich weiter. Das neue MacBook ist angekommen und mit einem Restore aus meiner Time Machine bekommt es in ca. 45 Minuten das Leben, alle Programme, Daten und emails unter dem Betriebssystem Mojave 10.14.6. Unter Catalina 10.15 gibt es keine Unterstützung für 32bit Programme mehr. Das kann ich zumindest zum derzeitigen Zeitpunkt wirklich nicht gebrauchen, sondern erst wenn die Softwarehersteller nachgezogen sind. MacBook Transplantation geglückt. Ich kann das alte durch Salzwasser geschädigte Macbook verkaufen. Über ebay Kleinanzeigen, geht das nicht mit gutem Gewissen. Aber ich finde eine Plattform, wo ich keine Person schädige. Das Unternehmen beschäftigt sich ausschliesslich mit dem Aufkauf von gebrauchten Geräten. Na, dann bin ich ja mal gespannt ob sie mir wirklich die 1.200 Euro bezahlen, die sie mir aufgrund ihres Fragebogens avisiert haben. Gut Aussehen tut meine altes Macbook Pro ja. Hat zwei Jahre immer brav in der Plemo Tasche gewohnt. Bildschirm und Deckel sind vor einigen Wochen ausgetauscht worden.

Ragnar kommt vorbei. Ragnar kommt immer gut. Wir waren lange Bootsnachbarn, als die MARLIN 2016/17 in Flensburg lag und ich zwischen den sechs Chemos aus dem Krankenhaus raus durfte. Mensch was hatte ich damals viel Hoffnung, dass ich nach so viel Chemie und so viel Scheiß und einer so langen Behandlung für immer und ewig gesund sein würde. Dieser Überzeugung bin ich heute nicht mehr. Wen wundert’s?

Ragnar ist nicht ohne Grund da. Wir reden über Cooperation. Tobias und ich könnten Hilfe gebrauchen mit LUNATRONIC. Da ist Ragnar genau der richtige Mann. Segler und Schiffseigner, technisch hervorragend geeignet, menschlich hervorragend geeignet, jemand dem man zu Kunden schicken kann und motiviert. Was will man mehr? Nun. Nächste Woche will Ragnar eine Aussage treffen. Da bin ich mal gespannt. Ansonsten will er genau wie ich Drohne fliegen lernen. Falls das mit dem zusammen Arbeiten nicht klappt, setzen wir uns zusammen auf die Wiese und trinken Bier. Die Drohne ist bestellt für die MARLIN, aber immer noch nicht da. Der französische Lieferant hat logistische Probleme, wie ich letztlich ein neues Wort gelernt habe.

Auf jeden Fall nimmt mich Ragnar mit in die Freiheit. Ich frage keinen, sondern gehe einfach. Würde ich fragen, würde man es mir verbieten. Wegen dem ZVK, wegen irgendeinem Blutwert. Ich ziehe mir einen Mundschutz auf, Handschuhe an und los.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 58-63 MARLIN’s Cubatörns 2019-2020. Sichere Dir Deinen Platz.

JOIN THE CREW:
lin-expeditions.com/” target=”_blank” rel=„noopener”>www.marlin-expeditions.com

Tag 14: Blackout

{Time:22:00:00}
{Date:20191017}
{Position:54°47.5541’N, 009°25.2186’E}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Flensburg}
{Target:Cuba}
{Temp Air/Pressure:10°C}
{TempWater:-°}
{Wind:VAR Kn/E}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20191017}
{Title:Tag 14: Blackout}

Hinter den Bergen mit den sieben Zwergen

Mein Hämoglobinspiegel aus der Konserve verleiht mir den ganzen Tag Flügel. Ich benehme mich einfach, als wenn ich gesund bin. Schaffe am Macbook. Bekomme Besuch. Sitze wieder vor der Kiste. Merke gar nicht wie es es später und später und später wird. Mein Bett ist seit dem Morgen frisch bezogen und steht unbenutzt da. Ich laufe herum im meinem goldenen Käfig und meine Gedanken kreisen in wilden Ellipsen um das Chaos in meinem Hirn. Es muss gegen zwei Uhr am frühen morgen sein, ich sitze am Tisch vorm dem Bildschirm, als mir plötzlich ganz komisch wird und mein Bewusstsein meinen Körper verlässt, ich das Gefühl habe, mich selbst von aussen zu betrachten und mich wie eine Drohne, selbst von mir selbst zu entfernen. Ich erinnere mich genau an dieses Gefühl, als ich vor ca. acht Wochen am Heck auf der Badeplattform der THALASSA stand, mir schwarz vor den Augen wurde und ich kopfüber ins Wasser gefallen bin. Ich sehe Maya und Lena aus einigen Metern Höhe, wie sie zu mir eilen und ich selbst sitze an einem See oder Meer, als die Drohne mit meinem Bewusstsein wieder zu mir kommt. Ich stehe auf, schliesse das Notebook in den Schrank und lege mich schnell ins Bett, drücke den roten Knopf.

“Kannst Du bitte kommen?“ Ich habe Nathalie in Form meines iPhones auf Laut auf meinem Bauch, als Schwester Josina auf der Bildfläche erscheint. „Was ist los?“ „Keine Ahnung. Mir ist das vor ein paar Wochen schon mal passiert…“ ich stottere vor mich hin. Atme langsam tief ein und aus und hoffe mein Bewusstsein wieder in Richtung normal zu bekommen, stattdessen werde ich nun schlagartig panisch und meine Gliedmaßen fangen an zu zittern. Diensthabende Ärztin Wiebke erscheint auf der Bildfläche. „Blutdruck?“ „200 zu neunzig.“ „Schluck das mal.“ Josina verabreicht mir einen Saft und legt mir fast zeitgleich eine Beruhigungstablette unter die Zunge. „Das wirkt in ein paar Minuten! Dann geht es Dir wieder besser.“ Wiebke telefoniert und die die Beiden wollen mich in die Intensivstation fahren. Nathalie ist zwischenzeitlich auf der Bühne erschienen. An der Tür stoppen sie. „Umkehrisolation. Mist. Wir können ihn mit 0.2 Leukos doch nicht mit anderen Kranken zusammen bringen. Eine Infektion jetzt ist lebensgefährlich.“ Ein Einzelzimmer auf der Intensivstation ist nicht frei. Großes Rätselraten. Die Medikamente schlagen an und ich werden langsam ruhiger. Der Blutdruck ist wieder auf Normalwert. Die Rettung erschein aus der Stefan Morsch Station. Schwester Anna hat noch ein Bett mit Monitor, einem Gerät das automatisch meinen Blutdruck alle paar Minuten misst und Alarm ins Schwesternzimmer gibt, frei bis zum nächsten Morgen. Nathalie kann wieder nach Hause, das Personal seinen Aufgaben hinterher, ich kann Schlafen.

Mein Fehler. Ich habe mich überlastet, nicht ausgeruht. Für Josina war es der letzte Abend auf Station. Sie wechselt zum in die Stammzellentransplantation des UKE Hamburg. Sorry Josina. War keine Absicht. Danke das Du so schnell reagiert hast. Danke an Wiebke und Nathalie. Ich werde mal nen Gang runter schalten.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 58-63 MARLIN’s Cubatörns 2019-2020. Sichere Dir Deinen Platz.

JOIN THE CREW:
lin-expeditions.com/ ” target=”_blank” rel=„noopener”>www.marlin-expeditions.com