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Holland: Der Wassersport-Überblick zum Wochenende 9.-11.10.20

Der Wochenüberblick über alles Relevante für den Wassersport in den Niederlanden zum Wochenende 9.-11.10.2020. Herbstferien und Corona. Da will keine echte Stimmung aufkommen. Wer dennoch hinreist, kann sich hier informieren

Corona: Bis auf Zeeland sind alle Provinzen vom Auswärtigen Amt als Risikogebiet deklariert. Die genauen Regelungen zur Ein- und Ausreise sowie zur Quarantäne- und Testpficht finden Sie hier. Es gibt kein Reiseverbot für die Niederlande, von keiner Seite. Lediglich eine Warnung. Das bedeutet, Deutsche müssen sich frühestens 48 Stunden vor der Rückreise oder unmittelbar danach testen lassen und sich bis das negative Testergebnis vorliegt in Quarantäne begeben. Testergebnisse aus den Niederlanden werden anerkannt. Restaurants müssen um 22 Uhr schließen. Yachthäfen sind ganz normal geöffnet. Wer sich an Test und/oder Quarantäne also nicht stört, kann einen ruhigen Herbsttörn verbringen. Natürlich zum Schutz von sich selbst und Anderer unter Einhaltung aller Regeln.

Wasserstrassen:  #Provinz Groningen: Delfzij: Sperrung der Zeesluis Farmsum vom 10.10. 20 Uhr bis 11.10. 3 Uhr #Groningen: Die Driebondsbrug wird am 13.10. nicht bedient #Die Provinz Friesland meldet: Sperrung der Brücke Baard in der Bolswardertrekvaart ab dem 5. Oktober bis zum 30. April  #Die Bauarbeiten für den Windpark Fryslan südlich des Aufsluitdijks haben begonnen. Dort ist in großes Werkgebiet ausgetonnt, das nicht befahren werden darf #Ab dem 1.10. ist Friesesluis in Lemmer gesperrt bis zum 20. Dezember  # Provinz Flevoland: In (oder auf) Urk ist die Arie de Witt Brücke gesperrt. Das dauert noch bis zum 19. Oktober. Auch die Tollebekerbrug ist gesperrt bis auf Weiteres #Die Ramspolbrug und die Eilandbrug bei Kampen wird gemäß diesem Plan bedient. #Provinz Noord Holland: Ankündigung: Die Stevinssluis in Den Oever ist ab dem 26.10. für etwa ein halbes Jahr voll gesperrt #Die Wilheminaschleuse in Zaandam ist bis auf weiteres für die Freizeitschiffahrt gesperrt.# Provinz Zuid Holland: Staande Mast Route: Die Woubrugsebrug ist täglich gesperrt von 7-9.30, 10-12.30 und 13-16.30 Uhr. #Provinz Zeeland: Die Zeelandbrug ist vom 12.-15.10. täglich von 7.30 bis 17.30 Uhr gesperrt #Die Zandkreeksluis ist seit dem 8.10. bis auf Weiteres (s.u.) gesperrt #Die Sloebrug im Kanaal door Walcheren ist seit dem 14.9. bis auf Weiteres (s.u.) gesperrt # Die Vlakebrug im Kanaal door Zuid Beveland ist am 15.10. von 7 bis 15 Uhr gesperrt #Provinz Brabant: Die Sluis Empel im Maximakanaal ist am 13.10. von 6 bis 18 Uhr gesperrt #Die Schleuse Schijndel in der Zuidwillemsvaart ist vom 5.-26.10. gesperrt. #Provinz Limburg: Die Sluis Sambeek ist am 13.10. von 8 bis 17 Uhr gesperrt

In eigener Sache: Was bedeutet „bis auf weiteres“ in den Meldungen? Das wissen wir leider auch nicht. Es kann alles heißen zwischen ein paar Minuten bis hin zu mehreren Monaten. Das geht aus den Meldungen auf Vaarweginformatie leider nicht hervor. Sollten wir dann lieber nicht melden? ->Was, wenn die Störung dann länger dauert? Melden? -> Was, wenn die Störung schon bald aufgehoben ist? Wir haben uns für „immer melden“ entscheiden. Denn das gibt Ihnen, liebe(r) LeserIn die Möglichkeit, genau hinzuschauen auf Vaarweginformatie. OK?

Sperrungen und besondere Behinderungen sind darüberhinaus bei Redaktionsschluss nicht gemeldet.

Allgemein: Es ist immer empfehlenswert, vor Fahrtantritt zu prüfen, ob die geplante Route Hindernisse enthält. Das geht am besten auf vaarweginformatie.nl

Straßen an Land:

A2: Gesperrt im Ekkerswijer vom 7. bis 9.10. täglich von 21 Uhr bis 5 Uhr

A4: Diverse Sperrungen rund um Schiphol vom 6. bis 12.10.

A7: Diverse Sperrungen Nachts zwischen Deutscher Grenze und Groningen und rund um Medemblik 9. bis 10.10.

A15: Diverse Sperrungen der Tunnel Nachts zwischen 9. und 12.10.

A28: Gesperrt von Dwingeloo bis Kreuz Hoogeveen vom 2.10. 21 Uhr bis 5.10. 5 Uhr

A 58 Breda nach Bergen op Zoom: Gesperrt von Kreuz Princeville bis Etten Leur vom 7. bis 9.10. täglich von 21.00 bis 5.00 Uhr

Den Gesamtüberblick zum Verkehr (Sperrungen und Staus) gibt es hier.

Wetter:Tief über Südnorwegen zieht langsam nach Osten. Das Tief sorgt für NW-liche Winde um die 10 Knoten (3 Bft) und Niederschlag, besonders in der nacht von Freitag auf Samstag, Temperaturen 8-12°C. Herbst…

Häfen: Alles entspannt melden die Häfen, Nachsaison eben. Bevor man auf die Watteninseln fährt, lohnt es sich, die dortige Lage unter waddenhavens.nl zu checken, obwohl dort derzet schon wieder viel „grün“ angezeigt wird.

Tide: Harlingen und Roompot binnen

Besonderheiten: Wer was weiß, immer her damit! [email protected]

Generell gilt:

– 1,5 Meter Abstand halten!

– Belebte Orte meiden!

– Bei Erkältungssymptomen zu Hause bleiben!

– Bei Fieber auch nur einer Person bleiben alle aus dem Hausstand zu Hause!

– Auf Schiffen gelten diese Regelungen

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Nachruf

Mo., 05.Okt.20, Franz.Polynesien/Tahiti/Papeete, Tag 2318, 21.218 sm von HH

Mein Vater ist gestorben. Gert lebt nicht mehr. Trotz einiger altersbedingter Krankheiten kam sein Tod überraschend. Sein Leben lang wird man darauf vorbereitet, dass die Eltern vor einem sterben und dann ist es doch ein Schock. Gerne hätte ich meinen Vater im Mai noch einmal gesehen, aber der Corona-Wahnsinn hat das vereitelt.  Mein Leben lang habe ich meinen Vater Gert genannt, wie das gekommen ist, weiß ich gar nicht. Und jetzt kann ich ihn nicht mehr fragen. Er nannte mich ‚Schietbüdel‘ – auch noch als erwachsene Frau. Woher das stammt, kann man ahnen.

Seebär und Brummbär. Als junger Mann, vor meiner Geburt, ist Gert zur See gefahren als Schiffszimmermann. Ich habe als Kind an seinen Lippen gehangen und gelauscht. Seinen Geschichten gelauscht von haushohen Wellen, von Abenteuern, Freiheit und Fernweh und wurde infiziert. Ich habe von Sydney und Westafrika gehört, bevor ich zur Schule kam. Und an Heiligabend lief bei uns immer ‚Gruß an Bord‘, eine Radiosendung, die Matrosen tränenfeuchte Grüße von Mutti übermittelt hat. „Das Schiff kenn ich noch, den Käpt’n auch“, hieß es in den ersten Jahren. Diese Sendung lief auch noch, nachdem Gert niemanden mehr erkannte. Er war Äquator getauft, seefest und standsicher – ein echter Seebär. Dem Meer verbunden und mit Bergen nichts am Hut.

Brummbär und Seebär. Was konnte Gert brummig sein – warum vererben Väter eigentlich nicht nur ihre guten Seiten weiter? Laut in der Stimme war er in der Lage die ganze Elbe zu beschallen. Laut auch sein herzliches Lachen. Laut seine Freude, wenn er auf Feiern das Leben als ‚tau schön, tau schön‘ beschrie. Brummig, aber niemals bösartig. Brummig, aber immer den Schalk im Nacken – oder warum wettet ein erwachsener Mann, dass er fünfzig Eier essen kann?
Stets hilfsbereit und mit handwerklichem Geschick gesegnet. Nichts, was Gert nicht aus Holz bauen konnte. Er hat ein Haus gebaut und er hat für sich einen alten Schiffskutter ausgebaut, Möbel gezimmert, alte Sachen repariert und neue Dinge erfunden. Er hat uns beim Deck-Refit für Atanga geholfen und Schwalben-Nester und andere Spielereien fürs Schiff entworfen.
Und er war mit der richtigen Prise zivilen Ungehorsams ausgezeichnet: „Meine Haare wachsen während der Freizeit und während der Arbeit – also gehe ich jedes zweite Mal während der Arbeitszeit zum Friseur“.

Seine Asche wird in der Elbmündung verstreut. Das ist schön, er folgt dann unserem Kielwasser und braucht sich bei der ersten Tide nur etwas zu beeilen und kann uns bald eingeholt haben. Gemeinsam können wir dann weiterschippern. Zusammen mit Gert, der sich über unsere Reise mehr als alle anderen gefreut hat.

Brummbär und Seebär. Seebär und Brummbär.
In Liebe, Deine Tochter.

Gert am Tag unser Abreise mit Atanga

Und manchmal mache ich einfach die Augen zu, damit ich Dich sehen kann.

SV Vesper – Marcus Ward US

SCHLAFEN BEIM SEGELN UNTER WINDPILOT UNMÖGLICH
Jedenfalls bei Marcus! Sein Segelrevier ist der Carter Lake Reservoir mitten in Colorado, ein Süsswasserreservoir, auf dem man segeln darf, wenn man ein paar Spielregeln befolgt, damit man vom Park Ranger nicht verfolgt und mit fines belegt werden kann. Das folgende Foto wurde im Juli 2020 geschossen, keiner mag das glauben.

Marcus hat in seinem Backyard seit langem eine Marieholm 261 geparkt, die er restauriert und für seinen grossen Traumtörn auf der grausamen See präpariert, wofür logisch eine Heckverzierung gehört, die wir ergo kürzlich vor seiner Tür haben abladen lassen … die auch tatsächlich funktioniert … wie Marcus mir versichert hat, wenn auch nur für ein paar hundert Meter. Ich schwöre, ich habe hier keinerlei Tricks angewendet, um Marcus zum Kauf zu überreden … er ist vollkommen von allein bei mir aufgeschlagen … um seinen Auftrag elektronisch zu plazieren. Ich konnte gar nix dagegen machen!

Hi Peter, Wind vane is finally mounted too.  I’m sure it’s going to be super useful here in Colorado. We were sailing in 20-30 with gusts well above that today.  We’re in the mountains approx 1750m above sea level so the wind doesn’t ‚push‘ as hard here . We had a gust to 40 but it felt like 30.  The WindPilot handled all of this fine, even 30′ shifts.  Mountain winds are very shifty and complicated and the WindPilot was amazing.  Thank you again.  I have some friends interested in the the Pacific.  Geoff from Seattle with an Ericson 32 may be contacting you soon.  🙂
Best regards,
Marcus

SV Vesper

Bilderrätsel KW 41 – Wo ist es?

Jede Woche stellen wir ein Bilderrätsel online. Irgendwo in den Niederlanden ist dieser Ort. Wer als erster rät wo, gibt sich als Revierkenner preis. Also los: Mitraten!

Oh, das war zu schwer. Genau eine richtige Antwort. Ist auch für echte Kenner. Der Speicher der Wittwe Joustra in Sneek. Dort kann man nach Herzenslust Beerenburg probieren und sich ins Leben der Witwe versetzen lassen. Ein Geheimtipp! Mehr Info gibt es hier. Und es geht weiter: Auch in dieser Woche sind wir natürlich wieder in den Niederlanden unterwegs. Aber wo? Wir erhöhen mal den Schwierigkeitsgrad ein wenig. Wenn Sie es erkennen, schreiben Sie uns unter [email protected] Viel Spaß beim raten.

EDIT: Wegen aktueller Info gestern kommt das Bilderrätsel ausnahmsweise einen Tag später.

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Herbsttörn mit Hindernissen

Eigentlich wollten wir zu Arzums und Cingenes Geburtstag in Bozburun sein. Ja, die beiden haben wirklich am gleichen Tag Geburtstag. Aber erst kamen Termine dazwischen, dann kräftiger Wind genau auf die Nase. Um die verlorene Zeit aufzuholen, starteten wir mit zwei langen Etappen um die 50 Seemeilen – entweder bei Flaute oder den Wind gegenan. Durch einen Zufall konnten wir dann doch noch spontan Geburtstag in Bozburun feiern – wenn auch nicht Arzums. Über den Golf von Fethiye waren wir erst nach Bozukkale gesegelt, dann nach Bozburun, Selimiye, Orhaniye und einige Buchten. Zum Zeitvertreib kreierten wir „Billionaire Bingo“ mit Megayachten. Eine Art Quartett in Real Time, denn diese Luxusdinger düsen an der türkischen Küste reihenweise herum. Meist mit Flagge von den Cayman Islands. Merkwürdig. Selbst auf dem Rückweg machte uns der Wind einen Strich durch die Rechnung. Statt eines schönen Westwindes herrschte Flaute oder aber Sturm. Doch das war nicht das Schlimmste. Mitten auf dem Meer zwischen der Türkei und Griechenland entdeckten wir ein gekentertes Flüchtlingsboot. Menschenleer. Nur noch ein Schwimmflügel und ein T-Shirt klebten am Wrack. Nachdem wir die Küstenwache verständigt hatten, setzten wir die Reise fort. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch. 

Die ganze Wahrheit – Teil 2

So., 04.Okt.20, Franz.Polynesien/Tahiti/Papeete, Tag 2317, 21.218 sm von HH

Natürlich hatten die anderen Recht. Natürlich stimmt die Aussage „hast du eine an Bord – wächst unter den Bodenbrettern garantiert eine Klon-Armee heran“. Die Rede ist von ‚Periplaneta americana‘ – der Amerikanischen Großschabe. wie alles begann
Im Januar hatten Achim und ich unter Einsatz von List und Tücke das vermeintlich letzte Exemplar an Bord weg gefangen. Wir wähnten uns bis zur Ankunft auf Gambier sicher.  Keine Amerikanischen Freunde mehr zu sehen.
Ungefähr vier Wochen später sah ich ein klitzekleines Insekt über die Kühlschrank-Klappe laufen. Zack, und Matsch! Drei Tage später wieder eines dieser Krabbelviecher. Eine genaue Untersuchung ergab keinen Zweifel:  eine Amerikanische Großschabe in Miniatur-Format. Auf Gambier gibt es keine Mittel gegen Kakerlaken zu kaufen, also blieb uns nichts anderes übrig als unsere letzten – seit 2017 abgelaufenen – Kakerlaken-Hotel-Fallen aufzustellen.  Erfolglos, unsere Kakerlaken lachten sich über das alte Gift kaputt und zeigten sich unbeeindruckt. Also konnten wir die sechs Monate auf Gambier prima den Entwicklungsfortschritt von Periplaneta verfolgen. Wie schnell die wachsen. Gru-se-lig! Hin und wieder konnte Achim eine erlegen und er wurde nicht müde zu betonen, dass ‚dies aber nun wirklich die letzte gewesen sei!‘ :mrgreen:
Natürlich hatten die anderen Recht. Natürlich war es nicht ‚die Letzte‘. Natürlich fand ich weiterhin Reste von ihren Panzern, mal einen Fühler oder ein Bein und natürlich ihren Dreck. Sechs Monate mussten wir uns in ungewollter Koexistenz Atangas Pantry teilen.

Damit ist nun Schluss. Natürlich hatten die anderen Recht, ‚das einzige, was hilft, was wirklich hilft, ist Borsäure‘! Das kann man in Papeete in der Apotheke in großen Mengen kaufen. Das Pulver mixe ich seit fünf Wochen mit Milchpulver (oder auch mal mit Kartoffel-Stampf) zu einem lecker Brei. Ein Schuss Zucker dazu, denn spätestens seit Edgar, der Schabe aus MIB, weiß man Bescheid – Kakerlaken lieben Zucker.
Damit unsere Amerikaner sich auch eingeladen fühlen von meinem Mix, habe ich ihnen aus Klopapier-Rollen kleine Hotels gebaut. Man möchte ja nicht unfreundlich erscheinen.

Ein Hotel für unsere Amerikanischen Freunde

Und was soll ich sagen? Hehehe, es wirkt. Vorzüglich! Nach vier Wochen tauchten die ersten Leichen auf. Mausetot auf dem Rücken liegend. Mal hier eine, mal dort eine. Inzwischen fast so groß herangewachsen wie ihre Eltern. Bäh! Es graust mich. Inzwischen habe ich alle Schränke auf den Kopf gedreht. Noch mehr Leichen. Hehehe. Über die Anzahl möchte ich kein Wort verlieren, natürlich hatten die anderen Recht, natürlich ist es eine Klon-Armee.
Noch etwas Geduld und noch mehr Brei für die Hotels und dann werden wir wohl hoffentlich bald komplett Kakerlaken frei sein.

Windpilot Books

SEENOT IN DER WAGENBURG

Windpilot Books

Ankersalat mit Wein und Käsekuchen

Wir haben es geahnt: Als am Abend in Bozburun eine Gulet ihren Anker quer durch das Feld der Ankerlieger legt, befürchten wir bereits, dass die Kette mindestens einen anderen Anker unter sich begräbt. Zum Glück ist es nicht unser. Dass sich Helfen statt Gaffen auszahlt, beweist der „gefangene“ österreichische Kat-Kapitän, der sich mit einem Weingelage und einem Abendessen bei uns revanchiert. Denn wie sich herausstellt, hat er an diesem Tag Geburtstag. Held des Tages ist aber unser Freund Burkhard, der sich sofort seine Tauchflasche umschnallte, um dem Ankersalat auf den Grund zu gehen. Auch, wenn ihm am Ende die Luft ausging und wir professionelle Taucher rufen mussten.

Flüchtlingsboot gesichtet – was tun?

Irgendetwas schwimmt im Meer. Erst als wir den Kurs ändern und direkt darauf zu steuern, erkennen wir, dass es ein gekentertes Flüchtlingsboot ist. Ein roter Schwimmflügel glänzt in der Sonne, ein schwarzes, nasses T-Shirt klebt noch an den Resten des Schlauchboots. Der Anblick ist schwer zu ertragen. Was sollen wir tun? 

 

Wie sich Skipper in einer solchen Situation verhalten sollen, habe ich. für das Floatmagazin aufgeschrieben. Hier geht es zum Text.

Neulich im Hafenkino

Das „Hafenkino“ hat seine Unschuld verloren. Schon immer wurde in Marinas geschaut, getuschelt und natürlich auch ein bisschen gelästert. Aber trotzdem geholfen. Seit missglückte Manöver im Internet zur Klickhure avancieren, ist das Hafenkino zum hämischen Gaffertum verkommen. Was heute zählt, sind Klicks statt Tipps. Besonders besserwissende Sofa-Kapitäne offenbaren ihre hässliche Fratze. Eine Abrechnung. 

 

Erschienen ist der Artikel bei Float. Hier geht es zum Text.

As Falls Wichita, So Falls Wichita Falls?

{Time:16:21:00}
{Date:20201002}
{Position:12°02.7467’N, 068°49.3466’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Curacao / Seru Boca Marina}
{Target:British Virgin Islands}
{Temp Air/Pressure:31°C}
{TempWater:28°}
{Wind:E 5kn / Fallwinde}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{YouTube:}
{Photo:20201002}
{Title:As Falls Wichita, So Falls Wichita Falls?}

Nun ist es vorbei.

Der schönste erste Augenblick in meinem Leben war meine Geburt. Dazwischen liegen, Millionen von Eindrücken, Bildern, Menschen, Erlebnissen. Genossen habe ich jeden Augenkontakt, flüchtige Berührung bis zur unzähligen vollkommenen Vereinigungen. Nun stehe ich stehe an heavens door und klopfe leise an. Gott schnarcht noch. Mein Leben zieht langsam an mir vorbei. Nun ist es ist so weit. Die Leukämie ist wieder zurück gekommen, will mich wieder mitnehmen. Diesmal wehre ich mich nicht mehr. Mein Entschluss mitzugehen steht. Ich habe mich von meinem Schiff verabschiedet. Von allen, die mir wichtig sind. Keiner hat Schuld daran, keiner sollte sich daran beteiligt fühlen. Verflucht sein die, die aus meinem Abschied Kapital schlagen wollen. Geliebt sein die, die mich nicht vergessen. Denn Tot bin ich erst, wenn keiner mehr an mich denkt. Der schönste letzte Augenblick wird sein, wenn ich meine Augen schliesse und sich ein Lächeln in meinem Gesicht breit machen wird.

Es gibt keine Abschiedsfeier, kein Grab, ich möchte, dass meine Asche über dem Meer verfliegt. Maya, Nathalie und Lena kommen morgen morgen auf Curacao an um sich von mir zu verabschieden. Wie schön.

Wer helfen will MARLIN und ihren Blog bestehen zu lassen hilft via PayPal am besten monatlich mit einem kleinen Betrag für den indischen Programmierer: [email protected]

Jan und Heiko freuen sich bestimmt über jeden Mitsegler, der die MARLIN in die richtige Richtung segeln will.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Sportlicher Segeltörn mitten durch die Karibische See
Endlich wieder Segelurlaub!

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Wie es sich schraubt

Der Getriebeflansch wird vermessen.

Seit ein paar Tagen hat unser Trabant keinen Motor mehr. Auch die Auspuffanlage fehlt, genauso wie die Kupplung, die Zündanlage, die Lichtmaschine, der Anlasser…
Alles ausgebaut und zum größten Teil bereits an andere Trabifreunde weitergegeben. Der nagelneue Original Reifen, den ich übrig hatte, ziert nun einen Trabant in Neuzustand mit exakt 14km Laufleistung auf dem Tacho. Der Motor unseres Trabant ist zum Spenderherz eines Oldtimers geworden, dessen Aggregat plötzlich das Zeitliche gesegnet hat und der Tank, den ich bereits restauriert hatte, wird gerade von der Post an den Ort geliefert, an dem er in den 80er Jahren in unseren Trabi eingebaut wurde, nach Zwickau. Ein Westpaket, sozusagen.
So haben die Bauteile, die ich in Zukunft nicht mehr benötige, noch einen sinnvollen Nutzen und der Kreis ist geschlossen.

Und wie schraubt es sich nun am Trabant?

Ganz anders, als ich das von jedem anderen Fahrzeug kenne. Der Trabant ist zwar nicht fundamental anders aufgebaut, als andere Autos, aber im Gegensatz zu Fahrzeugen, die dem kapitalistischen Markt entsprungen sind, wurde der Trabant in einer Gesellschaft entwickelt, in der es wenig kommerzielles Interesse an Wartungsaufträgen gab. Ziel der Ingenieure war es, dass jeder DDR Bürger in der Lage sein sollte, seinen Trabant selbst zu reparieren. Und genau dahingehend wurde er konstruiert.
Er ist in weiten Teilen unglaublich einfach zu reparieren. Viele Bauteile sind direkt zu erreichen, ohne dass Nebenaggregate oder andere Teile vorab entfernt werden müssen. Das kenne ich aus meiner Werkstattzeit praktisch überhaupt nicht. Ich kann mich noch gut an die Flüche erinnern, wenn du dir irgendwo fast die Finger gebrochen hast, weil alles verbastelt und sinnlos zusammengefriemelt war. Im übrigen bei praktisch jedem Hersteller!
Nicht so beim Trabant. Alles irgendwie einfach und gut durchdacht. Bis auf wenige Ausnahmen kein Spezialwerkzeug notwendig, das meiste mit einem 10er oder 13er Ringschlüssel zu demontieren.
So richtig bewusst wurde mir das erst vor kurzem, als jemand bei Instagram auf ein Foto einer Inbusschraube sinngemäß schrieb, dass diese Schraube seinerzeit unbeliebt war, weil sie im Trabant wegen des nötigen Inbusschlüssels eine Ausnahme bildet.

Es macht mir jedenfalls ziemlich viel Spaß, an dem kleinen Oldie zu schrauben. Mittlerweile habe ich auch den Getriebeflansch des Originalmotors vermessen und per CAD Software digitalisiert. Das ist notwendig, um einen neuen Flansch für den Elektromotor herzustellen.
In den nächsten Tagen werde ich den NC-Code für die Fräse schreiben und anschließend ein Probestück aus MDF fräsen. Danach werden sicherlich noch minimale Korrekturen und ein weiteres Probestück nötig sein. Wenn dann alles passt, wird meine CNC Fräse das Bauteil aus Aluminium liefern müssen.
Die Verbindung vom E-Motor zum Getriebe wird über die originale Keilwelle realisiert, allerdings ohne Kupplung, denn die wird beim E-Antrieb nicht mehr benötigt.
Diese Keilwelle hat mich Anfangs etwas Nerven gekostet, denn die Norm, nach der sie gefertigt ist, gibt es heute nicht mehr. Die modernen Profile der Flanken sind heute viel steiler als früher. Also blieb mir nichts anderes übrig, als die originale Kupplungsscheibe zu zerlegen und daraus das Gegenstück zur Trabant-Keilwelle zu gewinnen. Das Bauteil an den Elektromotor anzuflanschen ist zwar etwas aufwändiger, als wenn ich ein Normteil zur Verfügung hätte, aber es ist immerhin möglich.

Ansonsten schlage ich mich nach der ersten Euphorie derzeit mit ein paar Problemchen herum. Der bestellte Wechselrichter, den ich für die Garage brauche, um dort 230V Geräte zu betreiben, ist leider auf dem Versandweg verschollen und vieles verzögert sich dadurch nun.
Am Trabant selbst ist die hintere linke Achsmutter so festgegammelt, dass ich mir das Werkzeug daran zerbrochen habe. Der gekaufte Schlagschrauber, mit dem ich dem Biest nun zuleibe rücken wollte, war defekt!
Wenn es einmal läuft…

Aber es gibt auch Bereiche wo es zügig vorwärts geht. Alle 5 Räder sind mittlerweile komplett restauriert und neu bereift. Die vordere Stossstange und der Unterfahrschutz sind gerichtet und lackiert, das Zündlenkradschloss habe ich komplett überholt und mit vielen Neuteilen ausgestattet. Die Lenkstange, der Blinkerschalter und die Halterung sind ebenfalls fertig restauriert.
Auch die Scheinwerfergehäuse sehen nun wieder aus wie neu und die Scheinwerfer selbst habe ich gegen Nagelneue ausgetauscht.
Sabrina hat in der Zwischenzeit auch das erste Polster erneuert. Sie hat einen Stoffhersteller gefunden, der den Originalstoff von damals nachwebt. Davon hat sie etwas bestellt, das kaputte Stoffteil herausgetrennt, ein Schnittmuster erstellt, ausgeschnitten, mit der Pfaff abgesteppt und von Hand an die originalen Lederteile und Kedern genäht.
Daneben gab es noch einige weitere Miniprojekte, die ich nicht alle dokumentiert habe und die hier aufzuzählen auch langweilig wäre.

Reden wir deshalb lieber noch etwas übers Schiff!

Der erste Elektromotor für Morgenstern ist mittlerweile eingetroffen. Vom Hersteller genau so angefertigt, wie ich ihn haben wollte, mit hohem Kupfer-Füllgrad und Neodym Magneten. Ein Brushless-DC Motor mit einem Wirkungsgrad von 96% ist es geworden. Bis zu 20kW kann er maximal leisten.
Theoretisch würde bereits ein solcher Elektromotor ausreichen, um den Dieselmotor vollständig zu ersetzen. Aber er wäre dann oft am Limit. Deshalb wird der zukünftige Antrieb der Morgenstern aus zwei dieser Elektroantriebe bestehen. Mit Elektromotoren ist solch ein redundantes System, welches auf eine einzige Wellenanlage wirkt, überhaupt erst sinnvoll möglich.
Den zweiten Motor haben wir mittlerweile auch bestellt. Damit wollten wir zunächst warten, denn Brushless-DC Motoren in dieser Leistungsklasse sind derzeit noch überwiegend Kleinstserien oder Sonderanfertigungen und liegen nicht irgendwo in Massen auf Lager. Und damit sind sie natürlich auch ein bisschen ein Ü-Ei. Unser Ü-Ei hat sich beim Testlauf auf der Werkbank jedoch von seiner besten Seite gezeigt und alle Erwartungen erfüllt.
Leider hat sich der Hersteller beim mechanischen Teil des Motors nicht so ganz an Drehmomenttabellen und Toleranzen gehalten. Normalerweise fällt das niemandem auf, denn normalerweise baut ein Endkunde so einen Motor eigentlich nach dem Auspacken irgendwo ein.
Ich baue das Ding jedoch zunächst einmal komplett auseinander, um wirklich sicher zu sein, dass ich der Maschine vertrauen und sie unterwegs auch reparieren kann.
Genau das war eine gute Idee, denn die Zentralmutter wurde dermaßen angeknallt, wie ich das bisher noch nicht gesehen habe! Unterwegs wäre ein schneller Lagerwechsel in dem jetzigen Zustand unmöglich.
Am Ende sind mehrere Versuche des konventionellen lösens der Mutter gescheitert und ich habe sie ganz knapp am Gewinde aufgetrennt, um sie sprengen zu können.
Gesprengt hat es mir beim weiteren zerlegen des Motors dann schließlich auch meinen massiven Abzieher, beim Versuch die Riemenscheibe zu lösen. Trotz vorwärmen, trotz einiger anderer Tricks, trotz beten…
Nix zu machen! Muss ich morgen mit der Flex ran…

Läuft halt nicht immer alles rund.

Da fällt mir ein, unser überarbeitetes Cockpit haben wir euch doch hier auch noch nicht gezeigt! So sieht es nun aus: