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Erste Ausfahrt mit neuen Segeln (Video)

Nach vier Wochen in Deutschland ist es toll, wieder auf der Dilly-Dally zu sein. Mein Vater begleitet mich für ein paar Tage. Ich hoffe, er will sich nicht dafür rächen, dass ich sein Boot als Jugendlicher ein paar Mal gecrasht habe. Heute haben wir die neuen Segel von Frog-Sails getestet. Es war ein Vergnügen. Auf dem kleinen Ausflug hat uns Jim Furness begleitet. Ein toller Tag mit viel Sonne und deutlich mehr Wind als angesagt. Laut Windvorhersage sollte es eigentlich Flaute sein und dafür regnen. Deutlich besser so.

Prioritäten setzen

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{Date:20190227}
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Steingedanken

Meine To Do Liste nährt sich von ganz alleine. Jeden Tag findet sich ein neue gefräßige Fresszelle, die mir Geld klauen will. Im Moment ist es das Finanzamt. Morgen ist es ein Kaputtschaden auf der MARLIN und überhaupt dreht sich alles um die Kohle. Und so muss ich Prioritäten setzen. Wie jeder von uns. Eigentlich dürfte ich nichts anderes, machen als den lieben langen Tag mindestens 12 Stunden am Rechner und am Telefon zu sitzen um die Kohle zu verdienen und vor allen Dingen zu behalten. Mir geht das schrecklich auf’n Zwirn in Moment. Am Morgen nehme ich mir Lars und fahre mit dem Fahrrad zum Ostseebad in Flensburg. Steinturm bauen hilft immer den eigenen Ruhepunkt wieder zu erreichen. Auf dem Weg in die Praxis zu meinem Freund und Hausarzt Pelle treffe ich selbigen auf der Straße. „Hey wie siehst Du den aus? Haben wir Sommer oder was?“ Mir ist grade echt heiß auf dem Fahrrad, denn die Praxis liegt oben auf dem Berg und der Weg mit dem Drahtesel ist steil. Da ziehe ich eben nur ein T-Shirt an und Jacke drüber. Einheizen tue ich mich selber. „Pelle. Ich hab Dich garnicht erkannt. Was los? Winter?“ Pelle steht mit Mütze und Schal im Flensburger Oktober bis April Modus vor mir. Es ist nebelig und knapp über null Grad hier im echten Norden. „Ich hab mit Deinem Krebs Doktor Menzel gesprochen wegen Deinem letzten Bluttest. Der ist ganz aus dem Häuschen, so gut sind deine DNA Werte.“ Sonnenschein fällt auf mein Gesicht. Seit vier Wochen warte ich schon auf die Ergebnisse der Genmolekularuntersuchung. Keine spaßige Angelegenheit in der Ungewissheit zu warten. Der Sonnenschein bleibt. „Für genaueres solltest Du aber noch mal hinfahren.“ In einer ruhigen Minute später am Tag wird mir mal wieder bewußt um was es eigentlich geht. Ums Überleben. Ums Leben. Scheint ja gar nicht so schlecht zu laufen.

Skipper Jan schippert mit seiner CREW heute nach Martinique. Die MARLIN in französischen Gewässern. Na dann. Ich wünsche Dir eine gute Überfahrt. Mit Bildern und Beschreibungen von den Fahrten die Jan so macht, verwöhnt uns weder Jan noch die Mitsegler. Habe ich nicht anders erwartet, vielleicht gehofft, deshalb bin ich nicht enttäuscht darüber. Hilft mir natürlich nicht neue Mitsegler für die MARLIN zu gewinnen. Mein Problem, denke ich mir. Das ist halt der Preis des SELBST und STÄNDIG Seins. Command+Tab. Ich vertiefe mich wieder auf der neuen MARLIN Website. Dies ist neben meinen Töchtern uvm. der Grund meines Aufenthalts in Flensburg. Diese baue ich grade weiter aus mit dem iPhone in meiner linken Hand auf. 70% der Aufrufe finden über Smartphone statt. Also muss ich mir das Ergebnis immer wieder dort anschauen und nicht auf dem MacBook. Die Welt dreht sich virtuell immer schneller. Macht mir manchmal richtig Angst. Ein deutliches Zeichen für die fortschreitenden Jahre.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 53 Antigua – Martinique
CREW 54 Martinique – Grenada
CREW 55 Grenada – Antigua
CREW 56 Kite & Sail Expedition Grenadines
CREW 57 Kite & Sail Expedition Los Roques

JOIN THE CREW:
www.marlin-expeditions.com

Tag 5 ==> Pitcairn – Flautenlieger

Sa., 02.Mrz.19, Pazifik, Tag 1735, 16.268 sm von HH
Wir fahren 3 Knoten, 2 Knoten, 1 Konten und stehen. Nach den Squalls kommt zum Abend die Flaute. Die Segel flappen, der Baum schlägt. Nichts geht mehr. Entnervt nehmen wir alle Segel runter, das halten wir nicht aus. Mit einem Resthauch von Wind treiben wir nach Süden in die falsche Richtung. Der Motor bleibt aus. Es ist sowieso zu weit, um unter Maschine fahrend anzukommen. Unseren Diesel brauchen wir noch in den nächsten Monaten für Riffeinfahrten. Ob wir immer überall Diesel nachkaufen können, ist fraglich. Und wie lange wollen wir den Motor laufen lassen? Eine Stunde, zwei Stunden oder fünfzig Meilen? Wir wissen nicht wo wir Wind finden. Also, der Motor bleibt aus.
Ohne Vortrieb rollen wir prächtig in der Dünung. Nach zwei Stunden wird es etwas besser. Achim findet als erster Schlaf. Wie zuckersüß verlockend wäre es, sich dazu zu legen. Aber wir behalten unsere Nachtschichten bei. Erstens wollen wir neuen Wind nicht verpassen und zweitens haben wir doch gestern tatsächlich einen Frachter gesehen. Der zog in fünf Meilen Abstand an uns vorbei. Ganz alleine sind wir also doch nicht. Ich sitze in stockdunkler Nacht im Cockpit und habe Phantasien: Wie klein wir doch auf diesem großen Gewässer sind. Kleiner als ein Fliegenschiss. Ich komme mir verletzlich vor, und verloren, ohne Fahrt im Schiff. Ein Fliegenschiss, der wie ein unsichtbarer Korken auf dem Wasser treibt.
Erst nach 7,5 Stunden, mitten in der Nacht, kommt der Wind zurück. Richtige Richtung, richtige Stärke. Mit fast fünf Knoten geht es wieder dem Ziel entgegen. Ich geh‘ jetzt ins Bett.
Tagesmeilen: 81 (immerhin!!!), noch 634 Meilen to go.

Tag 4 ==> Pitcairn – Alles im Lot

Fr., 01.Mrz.19, Pazifik, Tag 1734, 16.187 sm von HH
Unsere Rechnung ist aufgegangen. Wie vorhergesagt, hat der Wind auf Nord gedreht und wir haben schon 50 sm Richtung Nord ‚im Sack‘. Sehr gut. Die vierte Nacht ist ein Traum: Milchstraße von Horizont zu Horizont. Das Kreuz des Südens ist klar zwischen den anderen Sternen auszumachen (also von Achim, ich bin da untalentiert und sehe vor lauter Sternen die Sterne nicht). Die meterhohe Dünung aus Westen ist verschwunden. Sanfte Wogen kommen nun aus Nord. Es ist schon beachtlich, wie dieser Ozean hin und her schwappt. Ohne Schiffsbewegung ziehen uns die Segel durch die Sternennacht.
Am Vormittag gibt es eine Dusche auf dem Vorschiff, so ruhig und grade liegen wir. Und das bei einem ‚am Wind‘ Kurs. Eine willkommene Abwechslung. Wasser in unbegrenzter Menge. Achim kippt uns literweise Meerwasser über den Kopf. Ein bisschen Süßwasser zum Abspülen. Fertig. Sich mit drei Liter Süßwasser im Cockpit zu waschen, ist auf Dauer nicht befriedigend. Obwohl wir erst 400 Seemeilen voran gekommen sind, ist die Wassertemperatur schon um einen Grad gestiegen.
Ab Mittag geht der Wind hoch auf vier Windstärken. Im Zwei-Stundentakt kommen jetzt Squalls vorbei. Kleine, harmlose Regenfelder von 20 Minuten. Keine großen Winddreher oder Überraschungen drin. Es bleibt friedlich auf Atanga. Aber Kino fällt aus deswegen.
Tagesmeilen: 104, noch 714 Meilen to go.

SV Juliane – Andi Huerzeler CH

KLEINES BLOCK PROBLEM – SCHWÄCHEANFALL IN INDIEN

Moin Peter, kurze Frage, welche Grösse haben die Blöcke, die du mit der Pacific mitgeliefert hast? Muss unsere mal ersetzen und wir bekommen bald Besuch aus der ersten Welt.
Liebe Grüsse aus Kochi, Indien.
Andi

Meine Antwort kam Minuten später, weil ich – war das Zufall? – gerade am MAC zu tun hatte.

Moin Andi, Blöcke sind für 8 mm Leinen perfekt … bitte keine Blöcke mit Nadel oder Kugellager verwenden, denn die halten nur von Zwölf Uhr bis zur Mittagszeit… Alles keine Geheimnisse…. Alles Gute aus dem Winter, der bald zum Frühjahr wird.
Peter

Hallo Peter, vielen Dank für die prompte Antwort, im australischen Onlineshop (von dort kommt unser Freund angereist) habe ich etwas Vergleichbares gefunden, ich glaube das müsste passen. Unsere Barton Blöcke geben langsam den Geist auf und sollten vor der Reise ins Rote Meer noch ersetzt werden.
Ich werde dich in den nächsten Tagen evtl. nochmals kontaktieren. Ich will unsere Notpinne nochmals etwas optimieren. Die Umsetzung ist immer noch ziemlich bescheiden (ich weiss ich weiss wir hätten das Geld aufwerfen müssen und auf eine mechanische Steuerung umstellen müssen. Die Hydraulik macht nämlich auch faxen, weil der non-return Block nicht mehr richtig dichtet bzw. die Ventile, aber hoffentlich löst sich das Problem mit neuen Federn und Dichtungsringen).

Anyway auf jeden Fall werde ich versuchen eine Skizze auf Papier zu bringen und ein paar Fotos schicken um die Kraftumlenkung zu verbessern (ich habe noch Fotovorschläge von dir die du mir vor 4-5 Jahren geschickt hast).

Lieber Gruss und schönes Weekend!
Andi

Tja, das Thema Hydrauliksteuerung ist rund um den Globus ein Dauerthema für Segler, die hier keine Tabularasa Lösung ins Auge fassen. Wie es hier aber erkennbar wird, hat Andi das Thema geknackt … und seinen Weg gefunden.

Ein schneller Blick in die Records, Donnerwetter, die Blöcke haben aber tapfer lange gehalten. Immerhin ist die SV Juliane nun schon im vierten Jahr auf Rundreise um den Planeten. Wobei hier nicht untersucht werden soll, warum wieso weshalb Blöcke auch endlich sind, denn immerhin sind sie neben dem Rigg, den Segeln und den Nerven des Bordpersonals, vermutlich die am härtesten arbeitenden Komponenten, die dauerhaft dem Versuch zu widerstehen haben, von 8 mm Leinen zersägt zu werden.

Ich erinnere mich an dieser Stelle immer gern einer witzigen Unterhaltung mit Peter Frisch / Harken, vor Jahrzehnten auf den Stegen von Annapolis Maryland, der mich darauf hingewiesen hatte, dass kugelgelagerte Blöcke bei meiner Verwendung schon mal eckige Kugeln bekommen könnten – ergo ungeeignet sind – weil stets und ständig die süssen kleinen Plastik Kugeln tiefer gelegt werden würden. Der Grund, warum ich seitdem beim Deutschen Vertreter von BARTON Hardware, der Firma Lindemann vermutlich zu einem der grössten Abnehmer avanciert bin, was mir allerdings auch nach nunmehr Jahrzehnten der Geschäftsbeziehung mit geschätzt zehntausenden von Blöcken, immer noch kein Verdienstkreuz eingebracht hat. Gute ehrbare Hamburger Kaufleute eben, stets Stacheldraht in der eleganten Tageshose. Aber immer gut und wichtig, wenn man den Humor nicht verlieren kann. Ich kaufe, bezahle, leide und weine still in mich hinein, und kaufe doch weiter ein, will ein lieber Kunde sein, im Herzen des Lieferantilein.

Wo war ich stehen geblieben? Richtig, Andy hatte seine Windpilot Pacific in der Marina Rubicon Lanzarote montiert und ist seither mehr oder weniger geräuschlos bis nach Indien versegelt, hat unterwegs eine Menge erlebt, inklusive der Erfahrung, dass auch ein Stahlschiff mal Wasser machen kann. Ungewöhnlich?

Nach einem halben Jahrhundert darf auch ein Stahlschiff mal Schwäche zeigen! Australien war der ideal Platz zum Reparieren, Schweissen und Revidieren. Und so konnte die Reise dann weiter gehen über Indonesien, Malaysia, bis derzeit nach Indien.

Als Rückweg haben die beiden sich den Suezkanal avisiert, man darf gespannt sein, wie es dabei weiter geht.

Die SV Juliane, eine solide Stahlyacht vom Typ Albatross 43 aus der Feder von Alan Buchanan, wurde übrigens bereits im Jahr 1964 in Poole UK auf Kiel gelegt und ist nach unendlich vielen Reisen noch lange nicht am Ende ihres Schiffslebens.
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Bilderrätsel

🙂

Weltumsegelung: Die Atanga-Crew im Interview

Heute möchten wir Euch die beiden deutschen Blauwassersegler Sabine und Joachim Willner vorstellen, die sich nun schon seit fast 5 Jahren auf Weltumsegelung befinden. Und bis die beiden einmal rund um den Globus gesegelt sind und sie ihre eigene alte Kurslinie kreuzen, wird es wohl noch ein paar weitere Jahre …

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Tag 3 ==> Pitcairn – Kinotag

Do., 28.Feb.19, Pazifik, Tag 1733, 16.083 sm von HH Die Strecke nach Pitcairn hat nicht den besten Ruf. Winde in allen Stärken aus allen Richtungen sind keine Seltenheit. Wir befinden uns am südlichen Rand des Süd-Ost-Passats. Ein verlässlicher Wind aus Süd-Ost ist somit nicht garantiert. Das haben wir schon auf der Osterinsel gemerkt. Der Wind kam bestimmt 30% der Zeit aus Norden und Nordwesten. Von der Osterinsel nach Pitcairn sind es Luftlinie 1.120 Seemeilen Richtung Westen. Davon müssen wir 120 Seemeilen nach Norden gut machen. Die ersten beiden Tage schenkten uns einen Süd-Ost-Wind. Perfekt für unsere Richtung. Aber die Vorhersage sieht Nordwind ab Donnerstag. Wir entscheiden uns somit bereits vor der dritten Nacht auf den anderen Bug zu wechseln und uns mit dem kräftigen Wind Richtung Nord-Nord-West blasen zu lassen, um etwas Strecke gut nach Norden zu machen. Wir verschenken dann zwar Wegstrecke nach Westen, kommt dann aber wirklich der Nordwind könnten wir damit prima nach Westen segeln. Soweit die Theorie. Der neue Tag deutet an, dass die Entscheidung richtig war. Kontinuierlich dreht der Wind über Ost weiter auf Norden. Wir sind begeistert. Zumal die Bedingungen angenehm sind. Atanga liegt recht stabil und das Wetter spielt ebenfalls mit. Ab und an kommt ein dunkler Wolkenkragen vorbei ohne viel Wind und nur ein wenig Nieselregen. Somit haben wir eine Prämiere an Bord. Wir gucken am Nachmittag einen Film. Bildungsfernsehen für das nächste Ziel: ‚Die Bounty‘. Das ist die Neuverfilmung von dem Bounty-Klassiker mit Marlon Brando. Der Film fällt bei uns durch. Langweilig wird die bekannt Story der Meuterer runter geleiert. Morgen gibt es dann das Original. Tagesmeilen: 125, noch 818 Meilen to go.

Sonnensegler Suchprogramm Nr. 1 – Die Decksluke

Auf Morgenstern sind 3 große Decksluken verbaut. Diese Luken sind noch die ersten, also aktuell 44 Jahre alt und nach wie vor in einem erstklassigen Zustand. Lediglich die eingesetzten Scheiben sind mittlerweile altersbedingt verschlissen und werden demnächst gegen Neue ausgetauscht. Rahmen und Mechanik der Luken weisen praktisch keine Anzeichen von Korrosion oder Verschleiß auf.
Da Morgenstern irgendwann im Sommer ein Hardtop bekommen soll und wir in dieses eine Dachluke einbauen möchten, suchen wir nun nach genau dem Modell, welches auch an Deck verbaut wurde. Uns gefällt das Design und die Funktionalität einfach so gut, dass wir nach Möglichkeit nichts anderes verwenden möchten.
Da diese Luken seit langem nicht mehr hergestellt werden, gestaltet sich die Suche natürlich etwas schwieriger. Deshalb seid jetzt Ihr gefragt:

Wer hat eine solche Dachluke von Goiot in den Abmessungen 60x60cm und möchte sie abgeben? Oder wer kennt jemanden, der jemanden kennt…


Ich habe alte Dachluken auch schon in einer Werft auf einem Müllhaufen liegen sehen. Die sprichwörtliche Stecknadel war allerdings nicht dabei.
Wäre deshalb Klasse, wenn ihr die Augen offen haltet und uns beim Suchprogramm Nr. 1 etwas unterstützen könntet. Falls jemand einen konkreten Hinweis hat, würden wir uns über eine Nachricht freuen.

Tag 1+2 ==> Pitcairn – Go West

Mo./Di., 25./26.Feb.19, Pazifik, Tag 1730/1, 15.744 sm von HH Wir kommen erst am Nachmittag los. An Land, zum Ausklarieren, lassen wir uns von Tauchbooten bringen. Die Wellen im Hafen sind auch heute zu hoch für unser Dinghy. Noch ein wenig Obst und Gemüse gekauft, dann geht es los. Man merkt keinen Unterschied. Faktisch ist segeln wie ankern: Es liegt die gleiche Anzahl Antirutschmatten aus, alle Luken stehen offen, die Schiffsbewegungen bleiben gleich. Draußen sieht man wunderbar die Drei-Meter-Dünung anrollen. Der Horizont hat Buckel. Die See atmet. Jetzt wissen wir woher der Ausdruck stammt. Lange tiefe Lungenzüge macht der Pazifik. Wir kommen quälend langsam voran. Bis zum Dunkelwerden sehen wir noch die Osterinsel. Weniger als zehn Knoten Wind lassen uns mit 2 Knoten Geschwindigkeit dahin schleichen. Die Genua ist ausgebaumt. Das Großsegel steht als Stütze dazu. Die Segel schlagen unangenehm in den Wellentälern. Der Vorteil des ruppigen Ankerplatz der Osterinsel: Eingewöhnen auf See entfällt. Ich kann bereits am ersten Abend kochen. Die Seebeine sind am Ankerplatz gewachsen. Toll. Genuss-Segeln ab der ersten Minute. Tag 2 ist schon besser. Wir haben jetzt Windstärke 5, in Böen 6. Der Wind kommt etwas südlicher, so dass wir uns genau auf Kurs befinden. Die letzten acht Stunden hatten wir einen Schnitt von sechs Knoten. Dazu blauer Himmel. Besser geht es nicht. Obwohl die Wellen jetzt konfuser sind und sich auf die Dünung eine Windwelle legt, macht Atanga angenehme Bewegungen. Weich schaukeln wir mit Spitzengeschwindigkeiten auf Pitcairn zu. Nach 48 Stunden haben wir 214 sm geschafft. Noch 906 Meilen to go.

Videoupdate #45

Wie das war, als ich die Türkei im letzten Jahr wieder verlassen habe und übers Schwarze Meer nach Norden gesegelt bin, erfahrt ihr in Folge #45.
Premiere bei Youtube ist heute Abend 19:30 Uhr. Der Livechat wird dann ebenfalls wieder verfügbar sein.

Viel Spaß beim anschauen:

Der Himmelsjäger

Unterwegs mit dem „Spacetwingo“.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag habe ich die derzeitige Wetterlage genutzt, um seit langer Zeit mal wieder hinaus aufs Feld zu fahren und Sternenlicht zu sammeln.
Ich würde das am liebsten viel öfter machen, aber ihr kennt das sicherlich: Die Zeit, sie fehlt an allen Ecken und Enden…

An diesem Abend habe ich sie mir genommen und zum ersten Mal versucht, das Potential der Panasonic GH5 in Verbindung mit dem Leica Objektiv auszuloten. Eigentlich nutze ich diese Kamera fast ausschließlich für die Filmproduktion, das kann sie einfach am besten. Zum fotografieren verwende ich deshalb auch heute noch überwiegend meine mittlerweile fast 10 Jahre alte Canon 500D. Jenes kann die einfach immer noch ziemlich gut.
Am Stern sollte die GH5 aber an diesem Abend die Chance bekommen und die hat sie aus meiner Sicht mit Bravur gemeistert. Vor allem das Leica DG Vario-Elmarit 12-60mm bildet erstklassig ab. Viel besser noch, als ich es erwartet hätte. Selbst bei Offenblende sind die Sterne bis in die Ecken fast perfekt rund. Das kann kein anderes Objekiv in meinem Schrank so gut wie dieses Leica.

Bei der Motivwahl habe ich mich für Orion, den Himmelsjäger entschieden. Eins meiner Lieblingssternbilder, aber komischerweise habe ich ihn bisher noch nie als Ganzes fotografiert.
Bis die Montierung eingenordet und die GH5 fokussiert war, ist doch einige Zeit vergangen, mir fehlt mittlerweile einfach die Übung. Aber es hat schließlich geklappt und während die Hauptkamera fleißig Photonen gesammelt hat, durfte die alte Canon auch nochmal kurz ran:

GH5 sammelt Licht und Nico staunt.

Und nun das fertig bearbeitete Foto vom Himmelsjäger. Ein Klick auf das Bild öffnet die Datei in voller Größe. Mit „voller Größe“ ist hier eine 50% JPEG Version mit ganz leichter Kompression gemeint.