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Kirchentag

Fr., 17.Mai 19, Franz.Polyn./Tuamotu/Insel Hao/d’Optea, Tag 1811, 17.889 sm von HH

Zufällig kommen wir an der Kirche der Mormonen vorbei, einem schlichten Gebäude mit betoniertem Basketball-Platz davor. Frauen schmücken den Platz mit Palmenwedeln und Stühle werden aufgestellt. Sofort kommt jemand auf uns zu: „Heute Abend um 18:00 Uhr geht es los“.

Wir wissen zwar nicht, was passieren wird, sind aber pünktlich zur Stelle. Wir vertrauen darauf, dass es keine langatmige Gebets-Mühle wird. Die Dekoration spricht dagegen.
Einer der Kirchen-Zugehörigen heißt uns herzlich willkommen. In gutem Englisch wird uns ein Platz zugeteilt. „Heute Abend führen alle Glaubensgemeinschaften der Insel Tanz und Gesang vor“, erklärt er uns. „Wir mormonische Gemeinde haben die anderen eingeladen, um die verschiedenen Religions-Gemeinschaften zusammen zu bringen.“
Ein ökumenischer Kirchentag auf polynesisch sozusagen. :-)

Die Kostüme sind heute nur angedeutet. Etwas Farnkraut über der Jeans, ein dicker Blumenkranz auf dem Kopf, fertig. Einige der kurzen Auftritte sind etwas laienhaft, werden aber immer mit viel Freude und Leidenschaft vorgebracht. Aber auch „Profis“ sind dabei, wir erkennen alte Bekannte aus Gambier wieder. Einige der Tänzerinnen und Sängerinnen haben wir dort beim großen Festival bereits gesehen. Ganz besonders entzückend fällt die Mädchentruppe der Protestanten aus. Zuckersüß schwingen die kleinen Prinzessinnen ihre Hüften. Freitagabendunterhaltung für das Dorf.

Schwer zu tragen am Blumenkranz haben die Kleinsten

Die Sängerin der Katholiken kennen wir bereits aus Gambier

Vier Glaubensgemeinschaften gibt es auf Hao. Man mag es bei tausend Einwohnern gar nicht glauben: Katholiken, Protestanten, Siebenten-Tag-Adventisten und die Mormonen. Alles christliche Gemeinschaften. Allerdings gehören die Mormonen von Hao der Untergruppe ‚Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage‘ an, die von den Katholiken und Protestanten nicht als christliche Religion anerkannt wird. Der Grund ist nicht die berüchtigte Polygamie, die die Mormonen, bis auf einige Splittergruppen in den USA, längst abgelegt haben. Sondern, dass die Mormonen nicht an die Dreifaltigkeit von Gott, Jesus Christus und Heiligem Geist glauben, sondern dass in ihrem Glauben drei verschiedene Personen nebeneinander stehen und dass Gott einst ein Mensch gewesen sei.

An diesem Abend spielte Religion keine Rolle. Außer einem kurzen Gebet zu Beginn und am Ende war es nur ein gelungene Abwechslung für die Dorfbewohner. Die Ansprache vom Moderator wurde viel belacht, seine Scherze kamen gut an beim Publikum. Den meisten Applaus bekamen übrigens die Damen, die am schnellsten die Hüften kreisen lassen konnten.

Wenn der Vater mit dem Sohne einmal ausgeht

Neue Mitsegler an Bord

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{TempWater:28°}
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{Title:Neue Mitsegler an Bord}

Windzauber

Nach fünf Wochen besten Kite Konditionen tritt nun, als ich keine Gäste mehr an Bord und Zeit für meine eigenen Interessen habe, eine No Wind Phase ein. Ich habe fast schon das Gefühl das ich ein Garant für Flauten bin. Trotzdem zieht es mich aufs Wasser der Lagune. Da ich alleine bin und sowieso grade die Off Season beginnt, brauche ich Hilfe von Piere von der lokalen Kite Schule. Ich habe Kite Fun für zwei Stunden auf der Lagune. Alles gut. Mit dem neuen Kite habe ich viel Spass und viel Erfolg. Ich fahre gleitend schnell in die richtige Richtung und komme fast sogar an der Stelle an, wo ich losgedonnert bin. Es wird Zeit so langsam mal an einer vernünftigen, eleganten Wende zu arbeiten. Wenn da nicht immer Windlöcher wären, die meinen Kite einfach vom Himmel fallen lassen… Shit happens. Ich schiele auf Los Roques. Da ist Wind. Warum bin ich hier? Doch darüber brauche ich seit gestern nicht mehr nachdenken. Ich habe ein neues Problem. Ich habe 2.845 neue Mitsegler in Form eines Bienenvolkes, dass sich unter den Solarpanels eingenistet hat um Hand gegen Koje mitzusegeln. Kenne ich ja schon. Ob das an dem roten Boot liegt? Die nützlichen Tierchen sind nicht aggressiv. Nun. Ich halte aber auch respektvoll Abstand.

Der Anruf mit der Pest Control, alias Rudolf ist zwar nett. „Mach viel Licht an heute Nacht und laute Musik mit viel Bass. Das mögen die Bienen nicht! Morgen früh um 10 Uhr sind sie weg. Die sind nur auf der Durchreise. Wenn wir rauskommen kostet das 180 Euro.“ Upsi, denke ich mir, spiele viel und laut ACDC, nehme das Bimini ab. Doch auch laute Musik, LED Strahler, Regen und Wind… Das Bienenvolk fühlt sich pudelwohl auf der MARLIN. Geht ja den meisten Gästen so. MARLIN ist halt ein beliebter Ausflugsdampfer. Um 10 Uhr sind die Bienen immer noch da. Und nun?


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 56 Sint Maarten over the Los Roques to Curacao ABC Islands
CREW 57 Nike Steiger segelt die MARLIN gegen den Wind ins Paradies

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Keiner ist wie Rene

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Ankommen in Saint Martin

Rene & Marion nehmen sich den Samstag Zeit um mir und Akeem die Insel zu zeigen. Es geht kreuz und quer über die Insel. Ich bin einfach nur glücklich, dass mein Freund Rene in meiner Nähe ist. Der Tag vergeht im Flug und ich bekomme einen Eindruck von dieser Touristeninsel. Nun. Mit 40qkm ist sie nicht besonders groß. Es gibt diverse Stellen wo man anhalten kann und sich ein erfrischendes Getränk gönnen kann. Prost Rene. Dabei fliegen die Touristenbomber der KLM zum Anfassen nah direkt über einem auf die Landebahn. Wer Curacao kennt, der kann sich auch vorstellen wie Sint Maarten aussieht. Schon sehr holländisch das Ganze.

Eigentlich hatte ich schon geplant in die Lagune zu verlegen. Aber da taucht in meiner Hurrican App „Andreas“ auf. Der erste tropische Sturm mit Namen. Gegen Schäden durch Stürme bin ich nicht versichert. Einmal drin in der Lagune kommt man so schnell nicht mehr heraus. Das kenne ich schon aus Südafrika. Damals waren es knappe drei Jahre, die die IRON LADY in Knysna gelegen hat. Das muss nicht noch mal sein und wenn Andreas nicht zu den Bermudas zieht, so wie geplant, dann hab ich ein Problem. Also bleibe ich in der Marigot Bay. Auf türkisen Sand ankern ist ja auch prima. Akeem verläßt am Sonntag das Schiff und fliegt nach Antiqua. Kaum ist er weg kommt sentimentales über WA. Er wird die Zeit mit mir nie vergessen, er ist unendlich dankbar für den Schlag und er vermisst am meisten meine Küche. Dabei hab ich einfach in den Topf gespuckt, so wie ich das immer tue.


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Peter Foerthmann – der Zwilling

PETER ALS HOLZLEICHE IM EIGENEN KOFFERRAUM UNTERWEGS

Holzkopf Peter

SV Maselle Gabrielle Heggli + Thomas Guerra CH

STRANDUNG IN DEN BAHAMAS – KEINEN HAT´S INTERESSIERT

Lieber Peter, Nachdem wir Kuba fast umrundet hatten, legten wir einen Stop in Fort Lauderdale ein, ein guter Ort um die Schapps und den Kühlschrank mit Lebensmittel zu füllen und Teile für Maselle zu kaufen. Gabrielles Schwester kam an Bord und wie segelten mit ihr zu den Abacos.
Viviane brachte ausser Schweizer Schokolade und Käse auch Zeitungsartikel mit. So erfuhr ich, dass das GGR zu Ende ist, gewonnen von einem alten französische Seebären mit holländischem Namen. 

Wir haben in der Nacht vom Montag auf den Dienstag (13.5/14.5) ein seglerisches worst case szenario mit glimpflichem Ausgang erlebt und ich bitte dich, unseren Bericht auf deinem Blog zu veröffentlichen.

Am Montag Nachmittag ankerten wir ca. 3 Seemeilen östlich von Marsh Harbour in der Nähe des Mermaid Reefs. Wir schnorchelten, assen unser Nachtessen im Cockpit und genossen den lauen Abend. Ein schwaches Windchen blies aus Südwest, in der Ferne sahen wir Wetterleuchten.
 
Wir spüren einige Regentropfen und hoffen, obwohl das Gewitter so weit von uns entfernt ist, dass wir weder Blitze sehen, noch Donner hören, Regenwasser sammeln zu können. Wir versuchen eine Blache aufzuspannen und geben gleich wieder auf, da uns starke Böen das Teil fast aus den Händen reissen. Der Wind erreicht Sturmstärke und ist auflandig. Wir lassen den Motor an und versuchen, den Anker hochzuholen. Gabrielle ruft mir zu, dass die Ankerwinsch nicht gehe. Ich checke den Schütz, alles ok. Zurück an der Pinne gebe ich Vollschub, während sich meine Frau weiter mit Winsch und Anker abmüht. 

Wir driften. Schon berühren wir das erste Mal den Grund, dann ein zweites Mal, wir holpern weiter, Maselle legt sich auf die Seite, es rumpelt und schüttelt und wir bleiben etwa 20 Meter quer vor dem Ufer liegen. 

Der Wind ist so schnell wieder weg, wie er gekommen ist. Kein Häuchlein weht mehr, das Meer ist glatt, der Mond scheint. Das Ganze hat wenige Minuten gedauert, aber ein seglerischer Albtraum wird wahr, wir sind gestrandet. Neben uns liegt ein Katamaran auf den Steinen, wir haben Glück, denn hinter uns ist statt dessen Sandstrand. Zwei Teile, wir vermuten die ausgeschäumte Kiele des Kats, driften an uns vorbei. Es herrscht Ebbe.

Was tun? Wir setzen ein Pan Pan ab. Keine Reaktion. Wir hören, wie der Katamaran mit einem anderen Boot in Funkkontakt steht. Bestandesaufnahme: Niemand ist verletzt, kein Wasser dringt ins Schiff (Gabrielle hat schnell das Ventil der Spüle geschlossen), das Rigg ist unbeschadet.
Wir packen unsere Ausweise, Wertsachen und elektronische Geräte in wasserdichte Säcke. Dann bringen wir einen Zweitanker mit dem Dinghy aus. 
Wir versuchen weiter Funkkontakt herzustellen. Endlich meldet sich ein Segler, geankert in Marsh Harbour. Er fragt, ob wir und das Boot ok seien. Er könne aber leider nicht helfen, da er nur ein Segelschiff habe.

Wir sind auf uns alleine gestellt, Hilfe ist nicht in Sicht. Es gelingt uns mit der Genuawinsch, die Ankerwinsch hat sich verabschiedet, den Bug zum Meer zu drehen. 

Die nächsten Stunden verbringen wir mit funken, das Dinghy mit Wasser zu füllen und mit dem Spifall zu heben, damit die Auflagefläche des Kiels verringert wird, Anker ausbringen und winschen. Es gelingt uns nicht, trotz steigender Tide, Masellle auch nur einen weiteren Zentimeter zu bewegen. 

Nach Mitternacht kommt der Kat frei. Wir funken ihn an und bitten ihn, uns zu helfen oder es zumindest zu versuchen. Er antwortet, dass er ein Leck habe und sich zuerst darum kümmern müsse. Wir sehen, wie er ankert. Nach einer Weile gehen seine Lichter aus. Gute Nacht!

Um viertel vor vier in der Früh, kurz vor Hochwasser, nach sechs Stunden Abmühen, meldet sich Lucky Strike auf unseren wiederholten Hilferuf. 35 Minuten später ist Truman mit seinem Sportfischerboot da. Zwei starke Dieselmotoren ziehen uns sanft zurück ins tiefe Wasser. Die Bergung kostet uns 400$, die wir gerne bezahlen.

Wir hatten Glück, wir sind auf Sand und nicht auf Felsen gelandet, die Nacht war warm und windlos. Maselles tiefgehender Kiel verhinderte, dass wir noch weiter ans Ufer geschoben wurden. Deshalb berührte der Rumpf nur kurz den Grund. Eine kleine Schürfung auf Höhe der Wasserlinie ist leicht zu reparieren. Der Kiel ist auf den untersten 30cm backbordseits bis aufs Eisen abgeschmiergelt. Da wir den Kiel sowieso sanieren wollten, machen wir das nun in diesem Sommer und nicht erst in zwei Jahren. Die Entlüftung des Dieseltanks ist steuerbords, wir sind backbordseits aufgelegen, also blieb sie hoch über dem Wasser. Ausser einer Yogamatte ging nichts verloren. Nichts ging zu Bruch.

Wir, nur wir sind verantwortlich und haben einen Fehler gemacht, der nicht passieren darf und trotzdem geschah.

Was uns aber noch vielmehr ärgert, ja gerade zu in Rage bringt, ist die ausgeblieben Hilfe der anderen Cruisers. Für uns ist Hilfe eine Selbstverständlichkeit. Zum Glück beschränkte sie sich bis jetzt aufs Abschleppen oder aufs Hochtauchen über Bord gefallener Gegenstände. An unserem Ankerplatz lagen zwei Motorboote, etwa 45-50 ft. lang. Einer hat uns etwa anderthalb Stunden mit seinen zwei starken Suchscheinwerfern angestrahlt, dann wurde es ihm wohl zu langweilig und er löschte die Lichter.

Am nächsten Morgen kam der andere Motorbootfahrer mit seinem Beiboot vorbei und fragte, ob alles ok sei. 

Meine Schwägerin anterworte ihm, ja schon. Sie fragte ihn, ob er unsere Hilferufe nicht gehört hätte. Darauf folgte Schweigen. Er habe uns wohl gehört, sagte er dann, aber uns sei doch geholfen worden. Sicher doch, nach über sechs Stunden. Ich war im Schiff und wollte dieses Arschloch (das muss nun einfach gesagt werden) nicht sehen. Wäre ich rausgegangen, hätte ich ihn vielleicht verprügelt. 

In Umkreis von 15 Seemeilen hatte es sicher 100 bis 200 amerikanische Schiffe. Jeden Morgen um acht wird übers Cruisers Net geplaudert, wo man die besten Conch fritters isst und an welchem Strand Yoga unterrichtet wird. Wenn aber Not am Mann ist, meldet sich keine Sau. Wir wissen, dass viele Amis das Funkerät im Dauerbetrieb haben und haben zwischen durch einen Funkspruch mitbekommen, dass „there is a boat in trouble“. Aber niemand ist vorbei gekommen. Eine warme Suppe, Kaffee oder Tee, physische Präsenz hätte uns aufgemuntert.

Es schockiert uns, dass niemand bereit war, sein warmes Bett, seine Komfortzone zu verlassen und uns zu helfen.

Zum Schluss ein weiterer (vergeblicher?) Aufruf.
Shit happens. Wer sich aufs Wasser begiebt, dem sollte klar sein, dass er vielleicht mal Hilfe braucht oder Hilfe leisten kann/muss. 
Versicherungen decken viel ab, schlussendlich aber zählt der Mensch.

Du siehst oder liest, Peter, dass es uns nicht langweilig wird.
Für Gabrielle und mich war es klar, während wir uns mit der gestrandeten Maselle abmühten, dem Katamaran zu helfen, falls wir vor ihm frei gekommen wären. 

Wir möchten unser Erlebnis, diesen Bericht!, als Denkanstoss verstanden wissen.

Wir sind nun im Norden von Eleuthera, werden zu den Berries, eventuell nach Bimini und sicher nach Beaufort NC weiter segeln, wo wir Maselle in der Bock Marine auswassern werden.

Die nächste Mail wird hoffentlich wieder etwas erfreulicher.

Liebe Grüsse 
Thomas und Gabrielle
SV Maselle aus den Bahamas

Hao

Do., 16.Mai 19, Franz.Polyn./Tuamotu/Insel Hao/d’Optea, Tag 1810, 17.889 sm von HH

Atanga hat eine Leinenverbindung zum Land. Das erste Mal seit 13 Monaten, dass wir einfach von Bord gehen können. Das erste Mal seit 13 Monaten, dass Atanga wirklich ruhig liegt. Auch mal schön, nicht erst ins Dinghy klettern zu müssen.
Wir liegen in einem alten Hafenbecken, das vom französischen Militär errichtet wurde. Hao diente den Franzosen als Stützpunkt, um zu den beiden Atollen für ihre Atombomben-Tests zu gelangen. Vor knapp 20 Jahren zogen die Soldaten ab. Hao sind eine Landepiste, ein Krankenhaus und eben diese kleine Hafenanlage geblieben. Natürlich haben wir keinen Strom- oder Wasseranschluss, aber überdimensionale Poller zum festmachen.
Hinter uns liegt ein Franzose, draußen vor Anker noch ein kanadischer Segler. Das war’s an Touristen auf Hao. Der mitteljunge Mann ist alleine unterwegs; mag mit uns aber nicht wirklich sprechen. Er versteht Englisch, aber wie bei fast allen Franzosen hat seine Muttersprache den so Gaumen verformt, dass er nicht in der Lage ist, eine andere Sprache zu sprechen. :lol:

Atanga und der Franzose

Atanga und der Franzose

Altes Hafenbecken vom französischen Militär zurück gelassen

Altes Hafenbecken vom französischen Militär zurück gelassen

Der Hafen liegt etwas außerhalb vom Dorf, nur noch ein paar Familien wohnen uns gegenüber. Zu Fuß brauchen wir wohl 20 Minuten in den Ort. Sofort sind unsere Räder am Start . Hao ist ein Fahrradparadies. Auf Betonpisten oder festgetrampeltem Korallenschutt ohne die Spur eines Hügels kommen wir bequem voran.
Ungefähr tausend Einwohner leben auf Hao. Es geht deutlich beschaulicher zu als auf Mangareva. Dort stand vor jedem Haus ein dickes Auto, hier geht man zu Fuß oder ist mit dem Rad unterwegs. Die Perlen-Zucht bringt den Gambiers ein gutes Einkommen. Auf den Tuamotus verdienen die Menschen nur Geld durch Kobra-Produktion. Kobra ist das getrocknete Fruchtfleisch der Kokos-Nuss. Auf den unbewohnten Inseln des Atolls erfolgt die Ernte.

Das Dorf ist mindestens genauso adrett und sauber, wie auf Mangareva. Nirgends liegt Müll, den ganzen Tag sieht man jemanden harken oder fegen. Und die Menschen sind zauberhaft. Anders kann man es nicht nennen. Es wird gewunken, gegrüßt und gelächelt. Ein Opa gabelt uns im Dorf auf und zeigt uns die Geschäfte. Dass er kein Englisch kann, stört ihn nicht. Er hält eine dicke Frau in einem Auto an und gibt uns an sie weiter. Er weiß, dass sie Englisch sprechen kann.

 

Auf dem Weg zurück zum Schiff finden wir eine Kokosnuss, die ich mir unter den Arm klemme. Da werden wir von drei junge Frauen angerufen. Aufgeregt winken sie, dass wir zu ihnen rüber kommen sollen. Die drei hocken unter einem Baum und sind dabei Kokosnüsse zu schlachten. Die jungen, grünen Trinknüsse. Meine Nuss wird mir weggenommen. Die drei schütteln fachkundig ihren Kopf, die ist nix. Sie kichern über unsere Dummheit. Ein paar Brocken Englisch helfen bei der Verständigung. Anders als unser französischer Mitsegler scheuen die jungen Frauen sich nicht alles herzu kramen, was sie können.
Sofort haben wir jeder eine geöffnete Nuss in der Hand, die sollen wir probieren. Ein Viertelliter Flüssigkeit steckt in einer unreifen Nuss. Leicht süßliches, etwas kokos-parfümiertes Wasser. Köstlich. Für uns werden mehr und mehr Nüsse geöffnet. Eine weitere sollen wir mit zum Schiff nehmen. Ich laufe schnell zu Atanga, um uns mit ein paar Pampelmusen zu revangieren, während Achim die Mädels unterhält und sich die Tricks zum Öffnen der Nuss zeigen lässt.
Als wir am nächsten Tag Dorothe im Supermarkt wieder treffen, werden wir mit Küsschen rechts und links begrüßt, so als kennen wir uns Jahrzehnte.

Bermudas – Azoren: Achter Tag auf See

Die letzten Tage waren recht ereignislos. Mal abgesehen von einem dicken Tief, das am vergangenen Mittwoch über uns hinweg gezogen ist und der Crew ein paar Sorgesfalten auf die Stirn gebracht hat. Der Wind war gar nicht so schlimm, nur…

Alte Freunde

{Time:16:22:00}
{Date:20190517}
{Position:18°04.1161’N, 063°05.6828’W}
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{Target:Curacao}
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{TempWater:28°}
{Wind:10-15kn/E}
{Wave:0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190517}
{Title:Alte Freunde}

Ankommen in Saint Martin

Die Insel ist zweigeteilt. Die holländische Seite und die französische Seite. Eine Grenze gibt es nicht. Viel mehr weiß ich eigentlich noch nicht. Die Marigot Bay ist groß mit super Ankergrund und kristallklarem Wasser. Schildkröten schwimmen um die MARLIN herum. Ein sicheres Zeichen, dass das Wasser hier sauber ist. Ich fahre zur Marina. Hätte mein Freund Rene ein Telefon, so hätte er mich zu Island Waterworld geschickt. Da steht auch ein Einklarierungscomputer. Das kostet dort 5 Euro. In dem Marina Office zahle ich 30 Euro. Hmm. Hinterher weißt Du eben immer mehr. Saint Martin, so wie die Franzosen die Insel nennen ist nicht besonders groß. Vielleicht grade 9×9 Meilen ist die Insel groß. Bei den Holländern heißt die Insel Sint Maarten. Sint Maarten ist ein autonomes Land innerhalb des Königreiches der Niederlande. Mehr weiß ich auch noch nicht. Akeen und ich säubern das Schiff von der Salzkruste und machen den großen Aussenborder drauf. Tankstelle. Ein kurze Runde in die Lagune. Dort ist es traurig. Hunderte von Wracks liegen verstreut in der Lagune und den Mangroven und an Land. Hurrican Irma war der stärkste seit Menschengedenken mit 297 km/h. Upsi. Kein Wunder dass die Lagune so aussieht. Seit Irma ist es schwierig und teuer in Deutschland eine Schiffsversicherung zu bekommen. Mit Hurricanschutz schon mal gar nicht. Die Dinger kommen aber erst später im Jahr.

“Ist Micha da?“, fragt Rene Akeen. Schon steht Rene von der MIRA an Bord und wir können uns nach fünf Jahren? endlich wieder mal in den Arm nehmen. Tiefe Freundschaft rostet nicht. Für Stunden sitzen wir mit einem eiskalten Six Pack Caribe Beer im Cockpit und erzählen und erzählen. Rene ist der Grund warum ich hierher gesegelt bin. Heute klappt alles nach Plan. Wurde ja auch mal Zeit.


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Tag 5 ==> Hao – Eine Punktlandung

Di., 14.Mai 19, Franz.Polyn./Tuamotu/Insel Hao/d’Optea, Tag 1808, 17.889 sm von HH
Der Skipper sagt, um 10:00 Uhr müssen wir da sein, also sind wir um 10:00 Uhr da. Wie am Lineal gezogen verläuft unsere Kurslinie bis vor die Pass-Haustür von Hao. Ein hipphipphurra auf die Steuerfrau und Bestimmerin der Segelführung. :-) Blöd nur, dass der Skipper in der letzten Nacht seine Berechnungen (noch einmal) umgeworfen hat. Sollankunft nun um 12:15 Uhr. So kann ich nicht arbeiten.
Der Pass von Hao ist gut betont. Zwei riesige Tonnen zeigen das Tor durch das wir fahren müssen. Das Tor hat eine Breite von ungefähr 150 Meter. Das sollte man treffen. Die komplette Einfahrt etwa doppelt so breit. Ich steh am Ruder. Einparken darf ich Atanga nicht, aber wenn’s heikel wird, muss ein Depp ans Rohr, der die Schuld bekommt, wenn was schief geht. Achim hält Ausguck. Schon von weitem können wir die stehende Welle hinter den Tonnen erkennen. Hebel auf den Tisch, Augen zu und durch. Die Strömung ist mit uns (sämtliche Literatur berichtet davon, dass es in Hao nur ausgehende Strömungen gibt). Mitlaufende Strömung gilt als kritischer als entgegensetzender Strom, da man bei zu viel Speed die Manövrierfähigkeit verlieren kann. Unsere Strömung bleibt harmlos. Erst zwei Knoten, dann drei Knoten. Aber das Wasser in der Einfahrt kocht. Eine hässliche Hacksee steht vor uns. Es wackelt, wir tauchen mit dem Bug ordentlich ein, das war’s. Schon spuckt uns das Alien-Wasser in die Lagune. Ruhe im Schiff. Ich muss mir die feuchten Handflächen an der Hose abwischen. Nochmal hipphipphurra. Der erste Pass (Gambier zählt nicht, die Pässe dort sind Kilometer breit und warten nicht mit solchen Effekten auf) in der Südsee ist geschafft.
Ob wir nun zur rechten Zeit am Pass-Eingang waren, bleibt im Dunkeln. Auf unserem Weg zum Dorf -sechs Meilen in die Lagune hinein- kommt uns ein Segler entgegen. Als wir auf dem AIS sehen, dass er durch den Ausgang ist, fragen wir ihn über Funk, wie die Bedingungen bei seiner Ausfahrt waren. Er berichtet von 4,5 Knoten Strömung, die ihm entgegen kam. 90 Minuten nach unserer Durchfahrt. Somit war 10:00 Uhr schon mal besser als 12:15 Uhr. Aber was wir daraus lernen, wissen wir noch nicht. Und wie, und wann, wir hier wieder raus kommen, ebenfalls nicht. :mrgreen:

Akeen und ich

{Time:16:22:00}
{Date:20190515}
{Position:17°37.5880’N, 062°39.2979’W}
{Direction/Speed:305°/ 5.8kn}
{Place:Atlantik}
{Target:Sint Maartn}
{Temp Air/Pressure:28°C}
{TempWater:28°}
{Wind:10-15kn/E}
{Wave:2,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190515}
{Title:Akeen und ich}

Underway to Saint Martin

Akeen habe ich auf Antigua kennengelernt. Schon vor fünf Wochen. Hauptsächlich ist Akeen cool. Dreissig Jahre alt und arbeitet neben dem Cool sein auf einem Kümo. Mit Akeen kann man prima schweigen und limen. Ich frage Akeen ob er mitsegeln will nach Saint Maarten. Akeen denkt nach, spricht mit seinem Chef und der stellt ihn von der Arbeit frei. Allein schon wegen der Erfahrung. Ich sehe es als Entwicklungshilfe und ich bin nicht so alleine auf der Überfahrt. Ich lasse mich von meinem Gefühl leiten.

Wir treffen uns an der Tankstelle. Komisch. Ich merke das der Schlüssel vom Dinghy weg ist. Hmm. „Komm Akeen. Wir gehen erst mal ausklarieren.“ Alles problemlos. Zurück am Dock besorge ich mir einen Lift zur MARLIN, um den Ersatzschlüssel zu holen. Aber im Vorhängeschloss der Türe der MARLIN steckt der abgebrochene Schlüssel, den ich an Land verloren habe. Da hilft mir auch der Ersatzschlüssel nicht. Mit dem hydraulischen Bolzenschneider ist das Schloß schnell auf. Aber komisch ist das ja schon. Ich entscheide das mal als gegeben hinzunehmen. Karibik halt. Man muss aufpassen wie sonst was. Akeen hat damit nix zu tun.

Heute morgen noch vor Sonnenaufgang heben wir den Anker. Sicherheitseinweisung hat Akeen schon hinter sich. Die Nacht war ruhig. Das Aufregendste ist es das Großsegel zu setzen. Danach ist MARLIN auf Kurs und segelt einfach mit Trade Wind nach Sint Maarten. Blauer Himmel. Dank Akeen kann ich mich nochmal hinlegen bis Akeen aufschreit. Ich falle quasi in meine Rettungsweste und an Deck. Akeen hat die Angel entdeck und einen ausgewachsenen Barrakuda am Haken. Igitt, denke ich mir und mir fällt ein Stein vom Herzen, als Akeen vorschlägt ihn wieder frei zu lassen.

Zweimal bimmelt das VHF. Mann over Bord. Position: Fünf Meilen von Antigua Richtung Süd. Da können wir nicht mehr helfen. Nix zu machen. Ich erkläre Akeen den Umstand und seit dem sehe ich Akeen nicht mehr ohne Rettungsweste.

Der Wind schwächelt und wir werden wohl die ganze Nacht brauchen um in die Marigot Bay einzulaufen. Egal. Uns geht es gut, schön wäre ein Wahoo, statt einem Barrakuda an der Angel zu haben.


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Tag 4 ==> Hao

So., 12.Mai 19, Pazifik, Tag 1806, 17.768 sm von HH
Der Törn bleibt angenehm. Halber Wind, zwischen 3 und 4 Windstärken. Sonne und Schafwolken. Das Schiff wackelt nicht, die Luken sind geöffnet – schöner kann Segeln nicht sein. Noch 83 Meilen to go. Eine letzte Nacht auf See liegt vor uns. Wir segeln bereits mit Vollzeug, mehr Speed ist also nicht raus zu holen aus unserem alten Mädchen. Allerdings droht nachts schwächerer Wind.
Damit ist das Ankunfts-Roulette eröffnet: Bei Tageslicht anzukommen, reicht diesmal nicht als Aufgabe. Wie schon beschrieben, soll die Einfahrt in den Pass möglichst bei Stillwasser – bei slack water- erfolgen, damit man nicht im Pass gegen eine unmögliche Strömung stecken bleibt. Stillwasser ist Morgen früh um 10:00 Uhr. Soll sein, muss ich sagen. So genau weiß man es nicht. Es gibt verschiedene Regeln, um slack water time zu schätzen: Fünf Stunden nach Mondaufgang. Oder vier Stunden vor Monduntergang. Oder auch drei Stunden nach Durchgang des Mondes über den Meridian. Aha. Uns stehen drei Quellen mit Angaben zum Mondaufgang zur Verfügung. Alle drei nennen andere Zeiten. Das schränkt die Auswahl an Stillwasser-Möglichkeiten schon mal auf drei ein. Eine weitere Regel klingt simpel: Stillwasser ist eine Stunde nach Hoch- oder Niedrigwasser. ‚Navionics‘ und ‚wxtide‘ -seriöse Hilfsmittel für jeden Segler- sind sich leider nicht einig. Die Abweichungen für Hoch- und Niedrigwasser betragen mehrere Stunden. Ergibt zwei weitere Möglichkeiten.
Achim rechnet sich seit Tagen den Wolf. :mrgreen: Zettel mit Grafiken, Tabellen und Mond-Zeiten pflastern den Navi-Tisch. Der Taschenrechner glüht. Er sagt 10:00 Uhr. Mir kommt es wie eine Lottozahl vor. Also lautet die Devise wie immer – ankommen bei Tageslicht, der Rest ergibt sich.
Tag 4 Meilen: 108. Noch 83 Meilen bis Hao.

Bermuda – Azoren: Dritter Tag auf See

Wir haben eine anstrengende Nacht hinter uns. Dabei fing es so herrlich an: Achterlicher Wind von zehn Knoten schob uns unter Parasailor (125 qm) in die Nacht hinein. Nach den stockdunklen Nächten der Etappe nach Bermuda ist nun auch der…