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Für alle, denen es Zuhause zu eng wird: MEIN BOOT IST MEIN ZUHAUSE.

Ich kenne Yachten mit eingebauter Sauna. Und solche mit Hubkiel. Ich kenne aber nur eine Yacht mit eingebauter Badewanne.
Lesen Sie, wo obige Badewanne steht.

Es muss nicht gleich die Badewanne sein, die es braucht, um ein Boot zu einem richtigen Zuhause zu machen. Oder doch? Autor Holger Peterson hat sie stilecht in seine knapp 12 Meter FUCHUR verbaut. Aber er liess sich auch 12 Jahre Zeit, bis er sich mit viel Liebe zum Detail sein Haus auf dem Wasser so umgebaut hatte, dass es von der Technik über die Sicherheit bis zum Komfort seinen Wünschen 

So gemütlich kann Boot sein: Eine Februarnacht bei starkem Schneefall auf Holger Petersons FUCHUR in einem Bremer Hafen.

entspricht. Gesegelt ist er trotzdem viel. Aber die Liebe zum Detail führte ihn zu einem Detailwissen, das seinesgleichen sucht, und das er für die 4. Auflage seines Handbuches MEIN BOOT IST MEIN ZUHAUSE nun noch einmal vertieft und erweitert hat.

12 Jahre müssen Sie also nicht warten auf ein gemütliches Boot. Holger Petersons Buch liegt vor. Und der Traum vom Leben an Bord ist einfach. Aber die wenigsten haben ihn sich erfüllt – und das nicht einmal zeitweise und vorübergehend. Dabei ist auf dem Boot leben und arbeiten heute einfacher denn je – Homeoffice und Melderecht sind nicht nur nervige Gängelei, sondern in der Krise echte Chancen-Öffner und Verbündete für ungeahnte Veränderungen und Abenteuer im Leben, und sei es nur, dass man sein Leben mal ausnahmsweise ein halbes Jahr aufs Wasser verlegt statt immer nur davon zu träumen.

Also rein ins kalte Wasser jetzt im Frühjahr! Ein bisschen Know-How darf sein, und Holger Peterson kann ihnen helfen, die größten Fallgruben auf dem Weg zum Zuhause auf dem Meer zu vermeiden. Die vier Jahreszeiten durch die Fenster des eigenen Schiffes zu erleben ist klasse. Kalte Füsse und eine nächtliche

Tropfsteinhöhle wegen Kondenswasser von der Decke kann man mit etwas Anleitung vermeiden. Holger Petersons MEIN BOOT IST MEIN ZUHAUSE ist neu in 4. Auflage erschienen – und liefert den Stoff, aus dem Träume wahr werden. Von der Suche nach dem idealen Boot über das Leben an Bord zu jeder Jahreszeit mit eigenem Trinkwasser und behaglicher Wärme bis hin zum Leben und Arbeiten auf dem Boot. 

Und wenns denn wirklich die Badewanne sein soll: Fragen Sie den Autor. Er hilft Ihnen gerne weiter – er weiß auch ganz sicher, wie der richtige Duschkopf für Ihr Boot aussieht ;-)


MEIN BOOT IST MEIN ZUHAUSE als ebook, als Paperback -> will ich mehr drüber wissen.

Ein Boot kaufen in Holland Teil: Die Übernahme Powered by 4Beaufort

Stegfunk.de erstellt diese Serie zusammen mit Jelle Eveleens. Jelle ist seit seiner Geburt auf dem Wasser unterwegs und seit vielen Jahren als Yachtmakler bei 4Beaufort Jachtmakelaars tätig. Als vereidigter EMCI-Makler kennt er alle Ecken und Kanten des Geschäfts mit Booten und Yachten. Wir finden: Ein idealer Fachmann um uns da weiterzuhelfen, wo wir nicht genug über das Thema wissen. 4Beaufort zahlt an Stegfunk.de um an diesem Artikel mitarbeiten zu können. Wir legen größten Wert darauf, dass die gebotenen Informationen dennoch korrekt und unabhängig sind.

Es war ein langer Prozess: Der Wunsch, ein neues Schiff zu kaufen. Dann die Auswahl, die Suche, der Kaufprozess, ein Gutachten, die finalen Verhandlungen und zu guter Letzt noch einige Arbeiten, die umgesetzt werden mussten. Das alles ist nun erledigt. Also: Aufsteigen und wegfahren? Fast, denn zuerst gibt es Einiges zu klären. Und dann kommt die erste Fahrt, die sicher für einige Nervosität sorgt. Das muss aber nicht sein. Denn: Der neue Eigner hat es nicht eilig!

Die Schiffsübernahme – alles dokumentieren

Da liegt sie also, die neue Errungenschaft. Doch bevor es losgeht, muss noch das Übernahmeprotokoll unterzeichnet werden. „Wir fassen darin nochmal alles zusammen: Käufer, Verkäufer, Kaufsumme und dass das Schiff ohne Rechte Dritter verkauft wird und dass der Kaufbetrag vollständig bezahlt wurde“, berichtet Jelle. Oftmals wird auch erst bei Übergabe die letzte Zahlung fällig, dann muss auch die noch abgewickelt werden.

Zudem müsse man nochmal schauen, ob das Schiff in dem Zustand verkehrt, wie es gekauft wurde. „Bis zur Übergabe ist der Verkäufer für den Zustand verantwortlich, er muss das Schiff auch versichern. Da können manchmal mehrere Monate vergehen“, so Jelle. Ist alles an Bord, was vereinbart wurde? Sind die beauftragten Arbeiten korrekt und vollumfänglich ausgeführt worden? Sind alle Bedienungsanleitungen an Bord? Liegen alle Dokumente vor? Nachweis der EU-Mehrwertsteuer (Ab Baujahr nach 1.1. 1985), CE-Konformitätserklärung (ab In-Verkehr-Bringung nach dem 16.6.1998)? Das alles gilt es zu prüfen. Erst dann kann die Übergabe unterzeichnet werden. Die ist dann bindend, spätere Forderungen sind kaum mehr durchsetzbar. Es ist mithin sinnvoll, sich bei der Übernahme viel Zeit zu lassen.

Die Übernahme ist also ein wichtiger Moment. Schon im Vorfeld sollte der neue Eigner einige Dinge klären: Die Versicherung gilt es ebenso zu regeln, wie die Beantragung der Freuquenzzuteilung der Funkanlage bei der RegTP. Ist das Schiff in einem Kataster oder Schiffsregister eingetragen, muss die Austragung daraus zur Übergabe bestätigt werden. Das dauert in der Regel einige Tage bis Wochen, sodass damit frühzeitig begonnen werden sollte. Ein guter Makler wird diesen Prozess begleiten und Tipps geben. Wer von privat kauft, muss sich selbst kümmern. Eine Checkliste ist dabei sinnvoll. Daher hier nochmal eine Übersicht, worauf es zu achten gilt (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Eigentumsnachweis des Verkäufers
  • Nachweis der EU-Versteuerung
  • CE-Konformitätserklärung
  • Schäden am Schiff die bei Abschluss des Kaufvertrags nicht vorlagen?
  • Alle vereinbarte Ausrüstung vorhanden?
  • Austragung aus dem Kataster/Schiffsregister
  • Versicherung durch den neuen Eigner (Kasko und Haftpflicht)
  • Frequenzzuteilungsurkunde
  • Ist Signalmunition an Bord? Benötigt man eine Waffenbesitzkarte? Einen Sach- und Fachkundenachweis?
  • Wartung von Rettungsinseln/Westen
  • Füllstand der Tanks?
  • Sind alle beauftragten Arbeiten ordnungsgemäß durchgeführt?
  • Weitere Punkte die vereinbart wurden

Die erste Fahrt: Nur die Ruhe!

Dann ist er da, der Moment: Das erste Mal alleine an Bord der neuen, eigenen Yacht. Keiner um einen herum, aller Papierkram ist erledigt, einfach nur an Bord sein und das Schiff für sich in Besitz nehmen. Herrlich. Ganz in Ruhe geht es dann an die erste Fahrt. Das Schiff auch auf dem Wasser kennenlernen. Wenn man sich unsicher ist, kann man Jemanden mitnehmen, der hilft und unterstützt. Die ersten Manöver fahren, ein wenig üben. Dazu am besten zuerst mal an einer ruhigen Stelle probieren. Wie reagiert das Schiff achteraus? Gibt es einen starken Radeffekt? Wie kräftig ist die Bugschraube? Bei Segelschiffen: Welche Leine tut was? Wie lassen sich die Segel setzen? Das alles muss nicht gleich bei viel Wind und Verkehr geschehen. Besser, man probiert in Ruhe aus. Dann wird einem das Schiff langsam zu eigen, man kommt an an Bord der neuen eigenen Yacht. Und ist am Ziel der Träume: Ebendieser eigenen Yacht. Herzlichen Glückwunsch! Und allzeit gute Fahrt und eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und Rotwein in de Bilge!

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Der Stein des Anstoßes

Do.,05. Apr. 2021, Franz.Polynesien/Bora Bora/Yacht Club, Tag 2503, 21.389 sm von HH

Die erste Kolik überfällt Achim eine Woche vor Ostern. Doktor Google lässt keinen Diagnose-Zweifel: ein Nierenstein! Wenn dieser sich bewegt, kommt es zu „abartigen“ Schmerzen (O-Ton Skipper). Viel machen kann man nicht, große Mengen trinken, Bewegung und Schmerzmittel schlucken. Wir haben zwei Hämmer an Bord – wobei das seit 2018 abgelaufene Präparat besser wirkt. ;-)

Dann hat Achim für drei Tage Ruhe. Doktor Google weiß auch hier Bescheid: in achtzig Prozent aller Fälle gehen solche Steine auf natürlichem Weg verloren.
Wir fahren also hoffnungsschwanger in die Lagune zum Motu Tapu.
Gleich den ersten Abend im Türkis überfällt Achim eine neue Kolik. Aber jetzt ist Karfreitag, machen können wir nichts. Auch auf Bora Bora ist Feiertag. Es folgen drei gute Tage, dann eine erneute Kolik. Der Chef leidet. Die Internetbeschreibungen geben dem sterbenden Schwan absolut Recht. Eine Geburt soll ein Spaziergang dagegen sein.

Ein Arztbesuch muss her. Also macht Achim sich am Oster-Dienstag auf den Weg ins Dorf. Im Medical-Center schickt man ihn zu einer Arzt-Praxis auf der anderen Straßenseite. Die Ärztin kommt zur gleichen Diagnose wie wir. Misst den Blutdruck und erzählt Achim etwas von zwei Sorten Steinen. Die eine Sorte sieht man auf beim Röntgen, die andere im Ultraschall. Die Behandlung sei unterschiedlich, also müsse zuerst die Art des Steines abgeklärt werden. Sie schickt ihn zur Radiologie einen Kilometer entfernt. „Meister Röntgen persönlich hat diese Geräte noch benutzt“, lautet Achims Urteil. Keine Bleischürze zum Schutz – zum Glück ist die Familienplanung bereits abgeschlossen. Zur Ultraschall-Untersuchung kommt es dann leider nicht mehr: „Die entsprechende Ärztin ist nicht da, sie kommt sowieso nur einmal in der Woche und ist außerdem ausgebucht bis Ende April.“ Die Röntgenaufnahme (Wert 150 USD) würde man zur behandelnden Ärztin schicken.
Achim stiefelt am Nachmittag erneut zur Praxis. „Ich habe kein Bild bekommen und es ist nicht meine Verantwortung“, blafft Frau Doktor Achim an. Wann die Aufnahme käme, wüsste sie nicht. Danke für nichts.

Die medizinische Tagung auf Atanga fällt den Beschluss – wir müssen nach Tahiti. Hier hat das keinen Sinn. Direkte Strecke sind es 150 Seemeilen. Direkte Strecke geht nicht, weil wir gegen den Wind zurück müssen. Somit werden es wohl 250 Meilen – drei Tage. Mit etwas Glück kommt der Wind nicht genau aus Ost, sondern etwas nördlich. Wir werden sehen, wie hoch am Wind wir segeln müssen. Die Rückreise kommt jetzt etwas verfrüht, aber im Mai sollte es sowieso zurück nach Tahiti gehen. Auf Achim wartet ja noch ein Zahnarzt-Termin wegen des zweiten Teils seines begonnenen Implantats aus November (du weißt, dass du alt bist, wenn die Arzt-Termine sich die Klinke in die Hand geben … :mrgreen:  ). Wir verpassen jetzt Maupiti, die letzte Insel in der Kette der Gesellschaftsinseln. Das ist nicht schlimm. Alles kann man sowieso nicht sehen und außerdem soll Maupiti so sein wie Bora Bora, nur schöner.

Dem Patienten geht es, seit er beim Arzt gewesen ist, gut. Keine weiteren Koliken mehr. Das Röntgenbild ist inzwischen auch eingetroffen. Kein Stein-Befund, so die Info der Radiologie. Die Ärtzin hat sich nicht wieder gemeldet. Der fehlende Stein kann mehrere Gründe haben. Erist bereits im Klo verschwunden, der Stein ist ein Ultraschall sichtbar Stein oder die Röntgenaufnahme ist schlecht.
Morgen früh starten wir und ich hoffe, dass Achim weiterhin verschont bleibt. Für ihn natürlich. Und auch ein bisschen für mich – während so eines Anfalls ist der Mann absolut zu nichts zu gebrauchen. Nicht, dass ich noch als Einhand-Wunder-Seglerin in die Geschichte von Atanga eingehe.

Zurück nach Tahiti




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Wassersport in den Niederlanden auf einen Blick – KW 15

Die Woche nach Ostern und irgendwie geht nicht viel: Schnee und Corona stören den Wassersportfreund bei seinem Tun. Dennoch: Wie immer Donnerstags gibt es während der Saison die wichtigste Info über das schönste Revier der Welt. Natürlich auf Stegfunk.de

Corona: Alle aktuellen Infos zu Corona finden sich hier. Die Niederlande sind seit dem 6.4.2021 Hochinzidenzgebiet. Das bedeutet, wer aus NL einreist, muss je nach Bundesland besondere Regeln einhalten. Für NRW gilt: Bei Einreise muss ein negativer, anerkannter Test vorliegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Dann muss man nicht in Quarantäne.

Wichtige Info zu den Wasserstraßen

Groningen: Die Slochtersluis ist am 15.4. von 8 bis 17 Uhr gesperrt. Die Driebondsbrug in der Staande Mast Route wird bis zum 30. Juni jeweils zur halben und ganzen Stunde geöffnet von 9 bis 16 und von 18 bis 20 Uhr. Am Sonntag von 9 bis 19 Uhr // Bis zum 23. April wird die Herman Coleniusbrug in der Staande Mast Route nur Dienstag, Donnerstag und Freitag jeweils um 13 Uhr nach vorheriger Anmeldung (24 h im Voraus) bei der gemeinde Groningen. Direkt daneben in der SMR ist die ACM-Fietsbrug. Sie wird seit dem 6.4. bis auf Weiteres (s.u.) nicht bedient.

Friesland: Die Follegabrug zwischen Prinses Magriet Kanaal und Tjeukemeer wird bis zum 14. April nicht bedient // Die Brug Spannenburg im PMK wird am 10. April nur jeweils um 9.30, 12, 15 und 17 Uhr geöffnet // Die Brücke in Kornwerderzand kann wegen Reparaturen bis auf Weiteres (s.u.) für Verzögerungen sorgen // Der Jachthaven Ameland ist bis zum 12. Mai gesperrt. Er wird erneuert // Brücken in der Provinz Friesland können teilwiese per App geöffnet werden

Overijssel: Für die Brücke Ossenzijl gelten maximale Abmessungen von 20×4,5 Meter. Auch hier muss bis auf Weiteres mit Verzögerungen gerechnet werden

Flevoland: Die Zwolsebrug wird an Werktagen zwischen 7 und 9 Uhr und zwischen 16 und 18 Uhr nicht bedient // Die Reevesluis wird an Werktagen zwischen 9 und 12 Uhr nicht bedient // Die Brücke in Elburg wird am 4., 10. und 11. April gar nicht bedient. Sonst nur täglich um 11 Uhr. Dies gilt bis zum 23. April

Noord Holland: Die Stevinssluis in Den Oever ist noch bis zum 20 Mai gesperrt // Die Wilhelminasluis in Zaandam wird täglich nur von 13 bis 15 Uhr bedient // Der bewegliche Teil der Coenbrug in der Zaan ist bis zum 16. April gesperrt

Zuid Holland: Die Eisenbahnbrücke Gouda ist von Sonntag 4. April 01:15 Uhr bis Montag 12. April 5:15 Uhr gesperrt

Zeeland: Die Grevelingen Sluis wird in den nächsten Wochen nach einem besonderen Dienstplan bedient. Die Brücke ist seit dem 5. April wegen des Wetters bis auf Weiteres (s.u.) gesperrt

Brabant/Limburg: Die Schleuse Sint Andries ist bis auf Weiteres gesperrt // Im Wilheminakanaal ist die Schleuse II gesperrt vom 9. bis 11. April, Schleuse I wird nach einem besonderen Dienstplan bedient // Die den Dungensebrug in der Zuidwillemsvaart wird vom 12. bis 16.4. nur um 7, 13 und 16 Uhr bedient

In eigener Sache: Was bedeutet „bis auf Weiteres“ in den Meldungen? Das wissen wir leider auch nicht. Es kann alles heißen zwischen ein paar Minuten bis hin zu mehreren Monaten. Das geht aus den Meldungen auf Vaarweginformatie leider nicht hervor. Sollten wir dann lieber nicht melden? ->Was, wenn die Störung dann länger dauert? Melden? -> Was, wenn die Störung schon bald aufgehoben ist? Wir haben uns für „immer melden“ entscheiden. Denn das gibt Ihnen, liebe(r) LeserIn die Möglichkeit, genau hinzuschauen auf Vaarweginformatie. OK?

Sperrungen und besondere Behinderungen sind darüberhinaus bei Redaktionsschluss nicht gemeldet.

Allgemein: Es ist immer empfehlenswert, vor Fahrtantritt zu prüfen, ob die geplante Route Hindernisse enthält. Das geht am besten auf vaarweginformatie.nl

Sperrungen auf Autobahnen

– A 4: Zwischen Belgischer Grenze/Antwerpen und Kreuz Markiezaat gesperrt vom 9. April 21 Uhr bis 13. April 5 Uhr

– A 6: Zwischen lelystad Noord und Urk gesperrt vom 9. April 21 Uhr bis 13. April 5 Uhr

– A 13: Zwischen Kleinpolderplein und Delft gesperrt vom 9. April 22 Uhr bis 12. April 5 Uhr

– A 29: Zwischen Kreuz Sabina und Hellegatsplein gesperrt vom 9. April 22 Uhr bis 12. April 5 Uhr

– A 67: Venlo – Eindhoven, gesperrt zwischen Kreuz Leenderheide und Someren gesperrt vom 9. April 21 Uhr bis 12. April 5 Uhr

– N7: In Groningen gesperrt von 2. April 22 Uhr bis 5. April 5 Uhr

– N57: Zwischen Middelburg und Ouddorp immer wieder nächtliche Sperrungen bis zum 19. April

Alle Meldungen im Überblick auf ANWB.nl

Das Wetter in Holland zu Ostern

Brrrr. Schnee. Das hatte man irgendwie nicht mehr auf dem Plan. Derzeit bestimmen ein Hoch über dem Nordatlantik und ein Tief südlich der Lofoten unser Wetter. Das ist unbeständig. Kalte Luft aus Norden sorgt immer wieder für Niederschlag. Es ist kalt. Sasmtag beginnt es zu regnen, Nachts wird Schnee draus. Der Sonntag ist komplett verregnet. Der Wind kommt aus nordöstlichen Richtungen Stärke 12-14 kts (4 Bft), in Böen bis 20 Kts (5 Bft).

Tide

Die Tide in Stavenisse (Oosterschelde) und Harlingen

Sonstiges

  • Die gemeinde Veere hat die Parkgebühren kräftig erhöht und weitere Gebiete, vorallem am Meer, ausgewiesen, in denen man fürs Parken fortan bezahlen muss. Also aufpassen, wenn Sie in der gemeinde parken. Es wird teuer (bezahlen) oder sehr teuer (nicht bezahlen und erwischt werden)
  • Bleiben Sie gesund!

In eigener Sache: Hat Ihnen die Info geholfen? Dann können Sie, wenn Sie wollen, natürlich ganz freiwillig der Redaktion hier eine Tasse koffie verkeerd spendieren. Auf „senden“ klicken. Van harte bedankt! En blijf gezond!

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Bilderrätsel KW 14 – Wo ist es?

Urk. Das war wohl zu leicht. Das Fischerstädtchen am IJsselmeer, das mal eine Insel war, scheint ganz oben auf dem Törnplan unserer Leser zu stehen. Gut so, denn der Fisch ist so frisch wie sonst kaum irgendwo. Im Gewerbegebiet gibt es angeblich eine Fischbude, die die Beste ist. Für sachdienliche Hinweise sind wir sehr dankbar!

Auch in dieser Woche sind wir wieder in den Niederlanden unterwegs. Bloß wo? Auch dieses Bild hat uns ein Leser zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Sie wissen, wo es ist und wie dieser Ort heißt? Dann schreiben Sie uns an [email protected] Viel Spaß beim Raten!

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Frohe Ostern auf Tapu

Mo.,05. Apr. 2021, Franz.Polynesien/Bora Bora/Motu Tapu, Tag 2500, 21.387 sm von HH

Wir haben noch ein paar Tage übrig von unserem Monats-Mooring-Benutzung-Arrangement, daher wollen wir Ostern noch einmal in der Lagune verbringen. Wir fahren nur zwei Meilen auf die Süd-Westseite von Bora Bora. Die Anzahl der Mooringfelder, die wir nutzen dürfen, ist beschränkt. Ankern nur an einer Stelle erlaubt – für 36 Stunden.

In den grünen Zonen befinden sich die Mooring-Felder für uns Segelboote – die dicken blauen Kreise sind für Kreuzfahrtschiffe reserviert, die zur Zeit ja nicht kommen

Wir haben die ganze Lagune für uns alleine, keine anderen Segelboote in Sicht. Direkt vor unserer Haustür liegt das ‚Conrad Bora Bora Nui‘ Hotel.  Eine Fünf-Sterne-Herberge, die mit ‚eleganten Wasservillen mit Blick aufs offene Meer‘ wirbt. Das günstigste Angebot zur Zeit 750 Euro die Nacht. Die Anlage ist riesig, wie Krakenarme reichen die Bungalows auf die Lagune hinaus. Über hundert Villen sind es, sagt die Homepage.
Bei zwei Bungalows stehen die Gardinen offen.  Hat das Hotel tatsächlich Gäste? Nein, wahrscheinlich nur eine Nachlässigkeit beim Aufräumen. Die Werbung verspricht einen Privatstrand. Aber wir verstehen es nicht. Selbst den Strand hat man mit Wasserbungalows vollgepflastert. Wer hier am (kurzen) Strand spazieren geht oder als armer Schlucker nur in einer Garten-Villa wohnt kann, der schaut auf die Betonstelzen der Bungalows.

Conrad Bora Bora Nui – zu viele Wasserbungalows für unseren Geschmack

Wasserbungalows sogar vor den einzigen Strand gebaut

Atanga vor Conrad Bora Bora Nui

Jede Villa hat ihre eigene Badeleiter ins Meer. Schwimmen zwischen Betonstelzen fällt mir als erstes ein. Schön sieht es von außen nicht aus. Daher gibt es auch Bungalows mit Privatpool. Am Ende vom Steg stehen zwei Luxus-Bungalows mit freistehender Badewanne mit Blick in den Sonnenuntergang. Diese Villen kosten knapp 5000 Euro für eine Nacht – nur mit Frühstück. :mrgreen: Etwas überzogen, finden wir. Aber! Wären denn Gäste da, hätten die exklusiv für ein paar Tage den Blick in den Sonnenuntergang plus Atanga! Da muss man die Spendierhosen schon mal ausziehen.

Luxus-Bungalows mit Badewanne zum Sonnenuntergang

Der fünftausend Euro Sonnenuntergang

Wir wenden dem Luxus den Rücken zu und steuern das nördlich gelegene, kleine Motu an. Am Steg dann die Ernüchterung – betreten verboten. Privatbesitz von Conrad Bora Bora Nui. Wir tun so als hätten wir das nicht gelesen und steuern die Insel seitlich an. Landen am Sandstrand ohne Verboten-Schild. Es sind ja keine Hotel-Gäste da, also, wen sollte es stören. Wir haben die Rechnung ohne ‚Conrad Security‘ gemacht. Der ältere, etwas fuß-lahme Wachmann braucht allerdings eine Zeit bis er uns erreicht, da sind wir schon halb um die Insel rum. Goldbuchstaben auf seinem Shirt weisen ihn als Conrad-Mitarbeiter aus. Und nein, wir dürfen nicht bleiben. Freundlich macht er uns klar, betreten verboten, auch dann wenn keiner da ist. Okay, wir drehen noch eine Runde um das Inselchen mit dem Dinghy und hauen dann ab.

Leider im Privatbesitz vom Hotel Conrad

Motu Tapu – mit Liegegestellen für exklusive Gäste des Conrad Hotels

Verbotener Rundgang um die halbe Insel

Als Boot-Tourist hat man es nicht so einfach an Land zu kommen. Die Einheimischen, die neben dem Hotel wohnen, möchten uns auch nicht sehen. Schilder an Palmen und Stegen machen uns das deutlich klar. Das im Deutschen benutze Wort ‚tabu‘ ist übrigens polynesischen Ursprungs. Tapu – verboten. Dafür haben wir als Boot-Tourist immer unser Dinghy dabei und können nach Herzenslust über die Lagune brausen.

Frohe Ostern in die Heimat, wir senden Euch die besten Grüße.




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Die Reife(n)prüfung

„Ostersonntag?!? Echt jetzt?“ Langsam habe ich den Eindruck, alle meine offiziellen Termine in der Türkei werden auf christliche Feiertage gelegt. An
Weihnachten, am 25. Dezember, musste ich zur Immigrationsbehörde, um meine Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern. Und jetzt, an Ostersonntag, findet also die lang ersehnte Fahrprüfung für meinen
Motorradführerschein statt. Nun gut, ist ja nicht so, dass ich etwas Besseres vorgehabt hätte. Außerdem sind nun mal Weihnachten und Ostern in muslimisch geprägten Ländern genauso wenig Feiertage
wie das Fastenbrechen nach Ramadan in Deutschland.

 

Dass ich einen Motorradführerschein in der Türkei mache, lag an einem netten Polizisten, der bei einer Verkehrskontrolle einen kleinen Strich hinter
dem Symbol für ein Motorrad auf meinem Führerschein entdeckte – und mir augenblicklich einen selbigen durch meine Karriere als Rollerfahrer machte. Darüber habe ich ja bereits berichtet (hier geht es zum Text).

 

Nach der äußerst interessanten, weil äußerst kreativen Theorie, stand nun der Praxisteil an. Zwölf Pflichtstunden beinhaltet die Ausbildung. Anders
als in Deutschland finden die für den Motorradführerschein allerdings nicht im fließenden Verkehr statt, sondern auf einem Übungsplatz. In Ermangelung eines solchen Übungsplatzes in Kaş, tut es
aber auch ein Seitenstreifen an einer befahrenen Straße – zum Glück direkt gegenüber der Marina. So musste ich nicht mit dem Roller dahin fahren. So, wie es die meisten meiner Fahrschulkameraden
machten. 

 

Und so verwundert es auch nicht, dass die zehn Fahrschüler insgesamt sicherlich rund 200 Jahre Erfahrung auf dem Roller oder Motorrad mitbrachten
und eher gelangweilt um den Parcours aus Pylonen, Achten und Hindernissen düsten. Nur eine junge Frau schien wirklich Novizin auf zwei Rädern zu sein. Sie hatte gut zu kämpfen mit den eng
gesteckten Hütchen. 

 

Viele Jahre schienen Roller und Motorräder in der Türkei eher in die Kategorie Fahrrad zu fallen. Fahren ohne Führerschein war ein Kavaliersdelikt.
Ich erinnere mich an diverse Chartertörns in der Vergangenheit. Meistens mieteten wir für einen Tag Roller, um die Umgebung zu erkunden. Dass jemals jemand nach einem entsprechenden Führerschein
gefragt hätte, daran kann ich mich nicht erinnern. Wer sich jedoch einmal motorisiert auf die türkischen Straßen begeben hat, der weiß, dass das Fahrverhalten – nennen wir es vorsichtig einmal –
„anders“ ist als wir es von Deutschland gewöhnt sind. So erklärt sich wahrscheinlich auch, warum es in der Türkei 5,49 mal mehr tödliche Verkehrsunfälle gibt als in Deutschland (im
Verhältnis zur Anzahl der Fahrzeuge). Seit etwa zwei Jahren kämpft die Polizei gegen den traurigen Trend an, in dem sie spezielle Verkehrskontrollen für Zweiräder durchführt. Und so kommt es,
dass die Fahrschüler nicht eine Schar pickeliger Teenager sind, sondern gestandene Männer und Frauen mit einer gewissen Routine, deren Ausflüge jäh von einer Polizeikontrolle und saftigen Strafen
beendet wurden.

 

Während ich nur den kleinen Motorradführerschein mache, wagt sich Arzum an den großen. Mir fehlt einerseits die Liebe zum richtigen Motorradfahren,
andererseits die Koordinationsfähigkeit für eine Fußschaltung. Der automatische Roller ist dagegen selbst für mich überschaubar. Doch es gibt es Problem. Und das hat viele Umlaute. Der erste Teil
der praktischen Fahrprüfung ist nämlich die Vorstellung und Erklärung des Rollers. Welcher Schalter ist wofür? Was muss man vor Fahrtbeginn überprüfen? Wo befinden sich Luftfilter, Batterie und
Ölmessstab? Das ganze natürlich auf Türkisch! Wahlweise könnte ich auch einen Dolmetscher zu der Fahrprüfung bestellen, aber das kostet. Also pauke ich lieber Vokabeln. 

 

Mit 30 Jahren Rollerfahrung (allerdings 50ccm) sollte der Parcours keine große Hürde für mich darstellen, wohl aber meine leichte
Rechts-Links-Schwäche. Der Fahrlehrer erklärt, dass schon ein kleiner Fehler zum Durchfallen reicht. In der kleinen Acht den Fuß absetzen – raus! Einmal vergessen zu blinken – durchgefallen! Die
Pylonen falsch anfahren – Ende der Prüfung! Alles kein Problem, denke ich noch, als ich bei der ersten Testfahrt losdüse, beschwingt wende, um den Slalomkurs in Angriff zu nehmen. Als ich auf den
ersten Pylonen zu fahre, überlege ich noch, was der Fahrlehrer noch gesagt hat: „Links“, da bin ich mir sicher. Aber meinte er, den Pylonen links liegen zu lassen oder links um den Pylonen zu
fahren? Elegant umkreise ich die orangenen Hindernisse, blinke an den richtigen Stellen, fahre eine Acht, so schön, wie ich sie nie mit einem Stift malen könnte. Zufrieden stoppe ich an der
Ziellinie. Durchgefallen. Natürlich habe ich die Pylonen falsch angefahren. Links, höre ich den Fahrlehrer wieder sagen! Ich vergewissere mich nochmal: Links fahren oder links liegen lassen? Ach
so, links liegen lassen. Jetzt habe ich es verstanden. Ich soll den Parcours aber wiederholen. Kein Problem. Wieder düse ich zum Anfang, wende und steuere auf die Hindernissen zu. Interessant,
denke ich noch, als ich mich dem ersten Hütchen wieder nähere. Es ist keine zwei Minuten her, da hat der Fahrlehrer es mir noch erklärt. Doch alles, was ich noch weiß, ist „links“. Wahrscheinlich
soll ich links um das Hindernis fahren. In der Ferne erkenne ich Arzum, die sich an die Stirn fasst. Der Fahrlehrer kratzt sich am Hinterkopf. Als ich den Roller kurz darauf vor ihm stoppe,
lächele ich. „Wieder falsch, oder?“ Er nickt und schickt mich erneut auf die Strecke. Nun denn, trotz 48 Lenzen bin ich ja lernfähig. Und tatsächlich, die beiden nächsten Versuche fahre ich
tatsächlich richtig an. Ob des großartigen Erfolges schwänze ich die nächsten drei Termine und segele lieber nach Marmaris. Die Fahrschule findet das „geht so“ und bittet darum, definitiv bei der
Generalprobe aufzutauchen. Denn die findet nicht in Kaş statt, sondern 50 Kilometer entfernt, auf einem offiziellen Übungsplatz irgendwo im Nirgendwo auf einem kleinen Hochplateau. Hier wird auch
die Prüfung abgenommen. 

 

Der Übungsplatz ist eine Schotterpiste mit wenigen Metern Asphalt und vielen wild lebenden Hunden, die neben der offiziellen Ausweichübung weitere
Hindernisse bilden, weil sie mitten auf dem Parcours ihren Mittagsschlaf halten. Der Parcours ist eng gesteckt, gar nicht mal so einfach zu bewältigen, tückischerweise stehen hier und da ein paar
Stoppschilder in der Walachai. Während der Prüfung werden wir einen Knopf im Ohr haben, über den der Prüfer zu uns spricht. Wenn wir halten sollen, müssen wir den Blinker setzen, ein Accessoire
am Lenker, der im täglichen Straßenverkehr kaum Anwendung findet. Ganz anders als die Hupe, die ein wesentlicher  Bestandteil einer jeden Fahrt ist, allerdings laut Theorie wirklich nur zu
Warnzwecken eingesetzt werden soll und nicht zum Grüßen von Cousins und Cousinen dritten, vierten und fünften Grades, deren Familien, Freunden der Familien und allen anderen, die den Weg zufällig
kreuzen. 

 

Den Abschluss des Parcours bildet eine Vollbremsung auf Schotter auf wenigen Metern. Wer über das Ziel hinausschießt, katapultiert sich ins Abseits
und damit in weite Ferne von der Lizenz zum Cruisen. Wichtig bei der Bremsung ist, dass Schotter fliegt. Das mag der Prüfer. Zu meiner Überraschung bleibt es aber bei der Prüfung nicht bei dem
Parcours. Anschließend folgt eine kleine Überlandfahrt – 13 Kilometer lang. Mit einem Auto fahren wir die Strecke ab, der Fahrlehrer gibt Hinweise. Nicht rasen, ganz viel blinken, Schulterblicke
in Minutentakt, blinken, stoppen, fertig. Ach ja, vor dem Stoppen noch mal blinken. Machbar, denke ich. Die Strecke ist einfach, aber es lauern unberechenbare Gefahren.
Verkehrsteilnehmer! 

 

 

Die Generalprobe ähnelt einem Bikertreffen. Nur wenige Fahranfänger unter vielen Routiniers. Ein ergrauter Mann mit dem obligatorischen Schnäuzer stolzer Anatolen
zirkelt gelangweilt um die Hindernisse, Rauchwaden steigen auf wie bei einer Dampflokomotive, allerdings nicht aus dem Auspuff, sondern aus seinem Mund. Der Mann puffelt genüsslich eine
Zigarette bei der Fahrt. Den Fahrlehrer stört das wenig, trotzdem, sagt er dem überraschten Mann, wäre er durchgefallen. Er tippt sich an den Kopf. Der Grauschopf lacht. „Ach, der Helm!“

 

Ein jüngerer Mann, reich an Pfunden, sitzt stolz auf dem Motorrad wie Bauer auf einem altersschwachen Esel, den er aber zum Rennpferd treiben will. Auf der kleinen
geraden Strecke reißt er am Lenker, dreht am Gas und düst ein paar Meter auf dem Hinterrad. Komischerweise gibt es vom Fahrlehrer keine Anerkennung, sondern einen saftigen Anschiss.

 

Ostersonntag, 9.30 Uhr. Wir sitzen im Leihwagen, auf dem Weg zur Fahrprüfung. Arzum, am Steuer, versucht sich mental auf die Prüfung vorzubereiten, ich wiederhole
die Vorstellung des Rollers auf Türkisch. Mit der Akribie eines Deutschen stelle ich noch tausend Fragen, zum Beispiel zu Genitivverbindungen und kleinen und großen Vokalharmonien, de Tücken der
türkischen Sprache, wie in „hız göstergesi“ (Geschwindigkeitsanzeige). Auch frage ich, ob es nicht „sinyal lambası“ (Blinker) heißen müsse, wie das Lexikon es ausspuckte, der Fahrlehrer aber nur
„sinyal“ sagte. Kurz lasse ich mich belehren, dass „boynuz“ zwar Horn heißt, aber im Sinne von Geweih, die Hupe wiederum „korna“ sei. „Karna?“ „KORNA!!!“ Den Rest der Fahrt schweige ich lieber.
Ich übe lieber im Stillen. 

 

Trotz der wochenendlichen Ausgangssperre sind die Straßen gut bevölkert. Einkaufen ist schließlich erlaubt. Zudem tummeln sich einige Traktoren und Lkw im Verkehr.
Es wird viel gehupt und wenig geblinkt, gerast und getrödelt. Auch das Prüfungsgelände ist überfüllt. Etliche Herren in orangenen Westen, die Prüfer, wuseln emsig über das Plateau,
dazwischen einige gelbe Westen für die Prüflinge. Hunde dösen in der Sonne, Fahrschüler kauen aufgeregt an Fingernägeln. Die Organisation, man kann es nicht anders sagen, ist tipptopp. Meine
Prüfung ist für 11 Uhr angesetzt, sie dauert 35 Minuten, fünf Minuten später ist Arzum an der Reihe. Es gibt nicht eine Minute Verspätung. Neben den Motorradfahrern ist auch Testtag für den
Autoführerschein. 

 

Wir sind eine halbe Stunde zu früh da. Und so bekommen wir mit, wie Träume zerplatzen. Eine junge Frau, die wir von den Fahrstunden kennen, kämpft sich gerade auf
dem Motorrad durch die Acht, verschaltet sich, der Motor stockt. Sie muss den Fuß absetzen. Augenblicklich ist die Prüfung beendet. Ein Rollerfahrer bringt sein Gefährt bei der Vollbremsung nicht
vor der vorgegebenen Linie zum Stehen. Der Vorderreifen ragt über die Markierung. Durchgefallen. Eine zweite Chance? Fehlanzeige. Eine junge Frau ringt mit den Tränen, sie ist bei der Prüfung mit
dem Auto durchgefallen. Bislang hatte ich gedacht, die Prüfung sei Peanuts. Doch nicht einer der Prüflinge hat in dieser halben Stunde bestanden. 

 

Die Leiterin unserer Fahrschule bittet mich zum Gespräch. Sie hatte sich mehrmals bei Arzum vergewissert, ob ich auch wirklich in der Lage sei, den Roller auf
Türkisch zu erklären. Das soll ich ihr nun beweisen. Nach meiner kurzen Erklärung reckt sie mir den Daumen entgegen. Nur einen Begriff korrigiert sie. Den Kickstarter hatte ich „marş pedalı“
genannt. Besser sei: „ayak pedalı“ – das Fußpedal. Kein Problem, kann ich mir merken. Ich werde eingekleidet mit Warnweste sowie Knie- und Ellbogenschützer und verkabelt. Dann kommt auch schon
der Prüfer. Und verwirrt mich sogleich. Er spricht etwas Englisch. Dafür habe ich also die Vokabeln gepaukt? Nicht mit mir! Und so fragt der Prüfer auf Englisch, ich antworte auf Türkisch. Er
lächelt.

 

Der Parcours ist kein Problem. Hin und wieder kommen Instruktionen über den Knopf im Ohr. Ich blinke und halte und blinke und fahre. Bei der Vollbremsung spritzt
Schotter. Alles gut. Ich darf in den Verkehr, die Prüfer folgen mir im Auto. Kaum auf der Straße folgt die erste Ermahnung: „yavaş, yavaş“. Langsam, langsam. Ich bin irritiert. 50 km/h darf ich
fahren, ich hatte maximal 45 km/h auf dem Tacho. Nach der ersten Kreuzung das gleiche Spiel: „yavaş, yavaş!“ Wieder gehe ich vom Gas. Meine Geschwindigkeitsanzeige muss falsch sein. Na toll! Also
trödele ich mit angezeigten 40 km/h über die Landstraße, weiche einem Traktor aus, der nicht so recht weiß, wo er hin will, ansonsten sind die ersten sieben Kilometer sehr, sehr langweilig. Ich
summe ein Lied. Ehrlich gesagt wird es auch nicht viel interessanter. Das Highlight auf den nächsten Kilometern durch den Ort sind einige geparkte Autos, die ich geschickt im Schleichtempo
umkurve, nicht ohne jedesmal den Blinker zu setzen und übertrieben den Blick über die Schulter werfe. Kurz überlegt ein schwarzer Hund vor mir die Straße zu queren, aber er bleibt gähnend auf dem
Fußweg stehen. Noch zweimal abbiegen, dann bin ich wieder kurz vor dem Übungsplatz. Fast geschafft. Aber dann ist da wieder diese Stimme im Kopf: „yavaş, yavaş!“ Ich fahre nicht einmal 40 km/h,
50 sind erlaubt. Wenn ich jetzt durchgefallen sein sollte, weil der Fahrschulroller die Geschwindigkeit falsch anzeigt, bin ich echt sauer. Kaum angehalten, weise ich den Fahrlehrer auf die
kaputte Anzeige hin. Doch der lacht nur. „Nein, nein, alles gut! Die Prüfung, so ist es vorgeschrieben, muss 35 Minuten dauern“, sagt er. Ich war einfach im Parcours zu schnell, also musste ich
auf der Straße trödeln. Bestanden!

 

Kurz vor Arzum startet ein weiterer gestandener Rollerfahrer zur Prüfung. Nach nicht einmal einer Minute ist er zurück. Durchgefallen! Arzum hingegen zirkelt das
große Motorrad durch die Hindernisse, düst dann davon auf die Straße. Nach einer halben Stunde ist zurück. „Das wird knapp“, sagt sie. Die Prüfer beraten noch, der Fahrlehrer kommt mit ernster
Miene auf sie zu. Ein Tomaten-Lkw hatte sich vor sie gesetzt und das gemacht, was man nicht erwarten kann: Er hat geblinkt. Allerdings nicht in die Richtung, in die er abbiegen wollte. Arzum
hielt kurz an. Die Prüfer hatten die Konfusion zunächst nicht mitbekommen, sich dann aber besonnen. 

 

Und so hat uns beiden der Osterhase ein schönes Geschenk gemacht: den Führerschein. Nach zweieinhalb Jahren darf ich jetzt endlich offiziell Roller fahren. Die alte
Honda hat noch ein Jahr TÜV, Steuer und Versicherung sind bezahlt, ich habe den Führerschein. Ich denke, in den nächsten Wochen wird sie dann den Geist aufgeben. Irgendwas ist ja immer.

 

Ein Boot kaufen in Holland Teil 6: Arbeiten beauftragen Powered by 4Beaufort

Stegfunk.de erstellt diese Serie zusammen mit Jelle Eveleens. Jelle ist seit seiner Geburt auf dem Wasser unterwegs und seit vielen Jahren als Yachtmakler bei 4Beaufort Jachtmakelaars tätig. Als vereidigter EMCI-Makler kennt er alle Ecken und Kanten des Geschäfts mit Booten und Yachten. Wir finden: Ein idealer Fachmann um uns da weiterzuhelfen, wo wir nicht genug über das Thema wissen. 4Beaufort zahlt an Stegfunk.de um an diesem Artikel mitarbeiten zu können. Wir legen größten Wert darauf, dass die gebotenen Informationen dennoch korrekt und unabhängig sind.

Ein neues Verdeck, andere Polster, neue Elektronik oder eine Lackierung des Rumpfes. Die Liste von Wünschen kann lang sein, bevor man rundum zufrieden mit dem neuen Boot oder der neuen Yacht in ein gemeinsames Leben startet. Und lang darf die Liste unter Umständen auch sein, denn -wie empfohlen- sollte man das eigene Budget beim Kauf nicht voll ausgeschöpft haben. Dann ist noch Luft für Anpassungen aller Art vorhanden.

Arbeiten über den Makler beauftragen oder direkt?

Wer von privat kauft, hat gar keine andere Wahl, als seine Aufträge selbst zu vergeben. Wenn man jedoch beim Makler kauft, dann ist auch der mitunter bereit, die Aufträge zu verantworten und zu überwachen. Dafür wird er einen Aufschlag verlangen, der allerdings gerechtfertigt ist, denn die Begleitung des Auftrags vor Ort ist unter Umständen viel wert aber eben auch viel Arbeit. Der Makler vergibt obendrein sehr viele Aufträge für seine diversen Kunden an die jeweiligen Firmen. Für ihn geben sich die Auftragnehmer extra viel Mühe, sind termintreuer. „Wir kennen unsere Pappenheimer natürlich, wissen nach vielen Jahren, mit wem man gut und zuverlässig zusammenarbeiten kann. Das hilft dann auch dem Kunden“, berichtet Jelle aus der Praxis. Solch eine Zusammenarbeit wird ein Serviceunternehmen nicht leichtfertig aufs Spiel setzen und somit immer versuchen, ordentliche Arbeit abzuliefern. Ob das bei Geschäften mit privaten Auftraggebern immer der Fall ist, bleibt fraglich. Der Makler kümmert sich mit seinem Know-How, seinen Kontakten und seiner Erfahrung also um die termin- und fachgerechte Ausführung der beauftragten Arbeiten und verlangt dafür einen Aufschlag. Was einem diese Arbeit wert ist, kann man letztlich nur selbst entscheiden. Es gilt jedoch immer darauf zu achten, wer der Vertragspartner bei den Arbeiten ist. Das sollte auch tatsächlich der Makler sein, denn so hat man bei mehreren Gewerken nur einen Ansprechpartner und durch das größere Volumen der Arbeiten auch eine bessere Handhabe bei Problemen.

Jelle Eveleens: „Wenn alles schriftlich erfolgt, ist maximale Transparenz gegeben!“

Einen Auftrag erteilen, wie geht das?

In jedem Fall gilt: Alles immer schriftlich fixieren und immer nur gegen Angebot beauftragen, alle Änderungen und Ergänzungen bedürfen einer schriftlichen Einverständnis durch den Kunden. Liegt die nicht vor, wird auch nicht gezahlt. „Darauf legen wir größten Wert, denn so bleibt die Zusammenarbeit für den Kunden bis zum Schluss transparent und angenehm. Es gibt ja nichts Ärgerlicheres, als eine unerwartet hohe Rechnung ganz am Ende“, so Jelle weiter. Wenn sich die Auftragnehmer darauf einlassen, sollte als Erfüllungsort „An Bord“ vereinbart werden. Denn dann muss das Schiff bei Reklamationen nicht zurück an den Erfüllungsort gebracht werden, sondern muss der Auftragnehmer für die Nachbesserung, die er ja schließlich zu verantworten hat, an Bord erscheinen. Das kann sinnvollerweise auf ein Land oder eine Provinz begrenzt werden, wenn der Auftragnehmer sich nicht auf „An Bord“ alleine einlassen mag. Allgemeine Lieferbedingungen, die angeblich Anderes vorschreiben, sind dabei nur ein vorgeschobenes Argument. Im Privatrecht kann alles vereinbart werden, worauf sich die Parteien einigen. Die explizite Vereinbarung ist dabei vorrangig zu den allgemeinen Bedingungen.

Die Vertragssprache sollte von beiden Parteien verstanden werden. Im Zweifel gilt die Sprache des Auftragnehmers. Seien Sie sich also sicher, dass Sie verstehen, was im Angebot steht. Fragen Sie nach, am besten schriftlich, bis alles glasklar ist.

Oftmals ist der Liefertermin kritisch, damit die Saison beginnen kann zum Beispiel. Auch der genaue (!!!!) Liefertermin ist Teil des Vertrages. Eine Konventionalstrafe ist gemeinhin nicht üblich, der Versuch eine solche durchzusetzen ist aber nicht strafbar.

Die Zahlung sollte Zug um Zug erfolgen, oder nach Abschluss aller Arbeiten. Auch das ist Bestandteil eines Vertrags, der durch Annahme des Angebotes zu Stande kommt. Bei umfangreichen Arbeiten sollte eine schriftliche Endabnahme vereinbart werden. Erst wenn diese vom Auftragnehmer unterzeichnet wurde, ist die Schlusszahlung fällig. So bleibt der Auftragnehmer bis zum Ende am Ball. Die letzten drei Prozent des Auftrags sind immer die schwierigsten. Wer aber 100% des Geldes haben will, muss auch 100% der vereinbarten Arbeit abliefern. Ganz einfach. Eigentlich.

Wie findet man einen gute Firmen?

Egal wie genau alles vereinbart wurde, ist man doch, wenn man nicht den Komfort eines Maklers als Zwischeninstanz nutzen kann, auf gute Geschäftspartner angewiesen. Denn alles was nicht klappt, ist zumindest einmal lästig. Ist das Unternehmen einer Vereinigung angeschlossen? Etwa der Hiswa? Hat es Referenzen, bei denen man nachfragen kann? Was sagt das Internet über die Firma? Einzelne schlechte Bewertungen sind dabei nicht relevant. Manchmal gehen Geschäfte einfach schief, das ist normal. Wenn sich das aber häuft, ist Vorsicht geboten. Was sagen Foren? Gibt es in einer Eignervereinigung Erfahrungen mit dem einen oder anderen Unternehmen? Wie flexibel ist das Gegenüber bei den Verhandlungen? Und letztlich: Klappt der persönliche Kontakt mit dem Ansprechpartner? Wenn das Gefühl also passt und sich auch sonst die wichtigsten Punkte finden, dann steht einer Auftragserteilung nichts im Wege. Übrigens: Es gilt immer, einen Mittelweg zu finden zwischen allzu viel Druck und Vereinbarungen im Vorfeld und zu viel Laissez Faire in der Hoffnung, dass der Auftragnehmer seine Sache schon gut macht. Es ist also etwas Fingerspitzengefühl gefragt. So aber sollte, wenn alles gut läuft, am Ende der Moment kommen, auf den man lange sehnsüchtig gewartet hat: Die Übergabe. Worauf es dabei zu achten gilt, steht im nächsten Teil unserer Serie: Ein Boot kaufen in den Niederlanden, powered bei 4Beaufort Jachtmakelaars.

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