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Hao Nordtour

Sa., 18.Mai 19, Franz.Polyn./Tuamotu/Insel Hao/d’Otepa, Tag 1812, 17.889 sm von HH

Hao ist ein schmaler Schlauch. Durchgehend nur 200 Meter breit und über 16 Kilometer lang. Auf der Höhe des Dorfes wurde aus Korallen-Geröll ein flacher Deich gebaut, um den Ort vor Überflutung bei heftigen Südwinden zu schützen.

Die wilde Außenriffseite mit Korallen-Geröll und Deich

In unserem kleinen Hafen hören wir die Brandung vom Außenriff rauschen, in zwei Minuten sind wir zu Fuß auf der anderen Seite. Auf dem Riffdach tummeln sich Schwarzspitzen-Riffhaie. Egal wo, egal wann wir anhalten und Ausschau halten, sehen wir einen dieser Riff-Rocker. Im Hafenbecken zieht ein Ammenhai seine Kreise. Haibesuch im Badezimmer sozusagen. Silberfischchen in XXL-Format.

 

 

Ammenhai im Badezimmer

Unser privater Ammenhai

Die raue Außenriffseite ist nicht zum Baden geeignet, aber auf der Lagunenseite lädt türkis Wasser zum Reinspringen ein. Ein Riff liegt direkt neben dem Hafen. Die Sicht zum Schnorcheln ist allerdings noch ausbaufähig.

Wir radeln Richtung Norden. Vier lange Kilometer an der Landepiste des kleinen Flughafens vorbei. Die Landebahn hat Überlänge, da sie zu Zeiten der Space-Shuttle-Missionen als Notlandebahn diente. Auf der Osterinsel sind wir auf die erste Notlandebahn gestoßen, die eine Mindestlänge von 2,3 Kilometer haben müssen. Köln/Bonn hat übrigens ebenfalls eine solche Notlandebahn.
Viermal in der Woche kann man von hier nach Tahiti fliegen.

Gestern in Dänemark

Im Norden hören die Palmen auf und Nadelbäume überwiegen. Es mutet wie ein Ausflug in die Lüneburger Heide an. Wären da nicht die Haie hinter den Kiefern. An der Nordspitze von Hao befindet sich der Pass durch den wir rein gekommen sind. Heute strömt das Wasser aus der Lagune raus. Und es strömt schnell. Die Berichte über zwanzig Knoten Strömung zu Spitzenzeiten mehren sich. Selbst die Versorgungs-Schiffe kommen dann nicht mehr rein. Der Pass von Hao soll der heftigste in den Tuamotus sein. Heute hat sich das Feld mit dem Kabbel-Wasser außerhalb der Lagune verschoben. Eine dreiviertel Meile zieht sich die Strömung auf die See hinaus.

Aufgespülte Landzunge am Pass-Eingang

Die Passdurchfahrt

 

Die stehenden Wellen vor der Pass-Einfahrt

Wir sind jetzt dreihundert Meilen nördlicher, also näher am Äquator, als auf den Gambier Inseln, und die Temperaturen sind deutlich gestiegen. Dass Wasser ist zwei Grad wärmer, hat jetzt 27,4 Grad und eine jederzeit Wohlfühl-Temperatur. Die Tage sind sehr warm, die Nächte mild.
Alle paar Tage kommt ein Regenschauer vorbei, aber schnell scheint wieder die Sonne.
Aber es geht eindeutig auf Winter zu. Die Sonne steht bereits um 15:00 Uhr sehr tief, verliert dann sofort an Kraft. Um 17:00 Uhr geht die Sonne unter, um 18:30 Uhr ist es zappenduster.
Wir halten es wie die Einwohner: früh schlafen gehen, denn um 5:00 Uhr geht die Sonne auf und die herrlich kühlen, ersten zwei Stunden des neuen Tags warten auf uns.

Lagunen-Strand in Hao Dorf

Auf de nach oben offenen Skala für Traumstrände ist auf Hao noch Luft nach oben. Aber das macht nichts. Es wäre ja schlimm, wenn wir jetzt schon im optischen Paradies angekommen wären.

Küstengedanken

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{TempWater:28°}
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{Title:Küstengedanken}

Fish & Chips

Wenn man sich mit den Einheimischen unterhält kommt auf kurz oder lang immer wieder das Thema auf IRMA. Der stärkste Hurrican sein dem die Menschen sie aufgezeichnet haben im 18 Jahrhundert. Wie sie damals die Windgeschwindigkeiten gemessen haben ist Rene und mir unklar. Auch wir unterhalten uns immer wieder über IRMA. Es gibt die Zeit vor Irma und die Zeit nach Irma. Das gehört einfach zu der Insel Sint Maarten. Relikte von Irmas Wucht findet man überall. Da wo die Touristen hinkommen, haben die Inselaner schnell alles wieder hergerichtet. Der Ex-holländische Teil der Insel ist definitiv besser wiederhergestellt. Die Franzosen sind da nicht so schnell. Der Fish & Chips Wagen steht am Oststrand der Insel. Bestimmt günstig zu haben. Er hat 285km/h Wind über 36 Stunden überstanden. Nicht ganz. Er wird nicht mehr benutzt. Wir stehen auf der Aussichtsplattform. Der süßliche Geruch vom verfaulenden Seegras, dass tonnenweise an Land gespült wird zieht an uns vorbei. Der Mensch wird es noch schaffen, die Erde zumindest für ein paar hundert Jahre unbewohnbar zu machen, dann macht er sich selbst kaputt und es kommen andere Kreaturen an die Macht. Ich bin überzeugt, es werden die Kakerlaken sein. Die sollen ja sogar gegen Radioaktivität immun sein.

Kiten am Freitag war wieder erste Sahne. Jetzt ist der Wind wieder weg. Ich schiele auf die Orient Bay. Da kann man auch kiten und die Bucht ist offen nach Osten, so dass der Wind nicht so böig ist. In der Lagune ist es zwar schöner weil da Rene in meiner Nähe ist. Hmm. Ich bin hin- und hergerissen. Na ja. Ist eh egal. Ist ja kein Wind da.


Mitsegeln auf der MARLIN!

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Ich weiß wieder wo es lang geht

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{Title:Ich weiß wieder wo es lang geht}

Windzauber II

Manchmal verliert man ja etwas die Orientierung. Zumindestens ich. Da muss man schon mal Freund Rene bitten einen in den Masttop zu ziehen. Das kann Rene am besten. Klar mit Vollgas. Was sonst. Der Windsensor steht seit Wochen. Kein Wunder das das mit dem Kitewind nix wird. Wieder auf dem Deck der MARLIN bekommt der Sensor eine Einheit WD40 und dreht sich wieder. So soll es sein. Rene zieht mich mit der E-Winsch wieder hoch. Alles gut. Kann jetzt wieder losgehen.

“2.845 neue Mitsegler mal 2.965 Euro die Woche macht 8.435.425 Euro. Du bist ein gemachter Mann!“, meint Johann per What’s App. Da hat er Recht. Seit zwei Tagen warte ich darauf, dass die Bienen freiwillig die MARLIN verlassen. Nix da! Denen gefällt’s weiterhin. Mir gefällt’s gar nicht. Ich traue mich nicht in die Hängematte und auch nicht zu schwimmen.

“Bonjure. I need your help…“, ich habe bei der Polizei aufgeschlagen. Wieder einmal. Ich erkläre dem Officer den Ernst der Lage. Der wichtige Mann, mit dem doppelten Gewicht vom Skipper, also quasi doppelt so wichtig, hört zu. Dann greift er zu seinem Handy und führt ein paar Telefonate. „In drei Minuten kommt der Sohn von meinem Kollegen. Der ist Imker und holt die Bienen ab.“ Na. So was. Schon wieder die französische Polizei, meine Freunde und Helfer. Ich darf in dem klimatisierten Raum warten, was ich geniesse. Nhataki schüttelt 30 Minuten später meine Hand. Er hat eine Holzkiste und diverse Tools dabei. Gemeinsam geht es auf die MARLIN. Ich verstecke mich im Innenraum und ziehe mir schon mal ne lange Hose, Schuhe, dicke Socken und nen Pulli an. Drei Minuten später kollabiere ich schon fast bei der Hitze. Nhataki ist vermummt in seine Imker-Kleidung und packt die Traube mit der Königin in der Mitte in ihr neues Heim. Klappe zu. Ich schaue von innen aus
dem Pilothaus zu. Danach sprüht er die Umgebung mit Chlorox ab. Jetzt darf ich raus und bekomme seinen Kopfschutz. Ich bin nämlich allergisch gegen Bienenstiche und wollte heute eigentlich nicht noch ins Krankenhaus. Ich muss ja die Kiste mit dem Bienenvolk, Nhataki wieder an Land fahren. Ich geb Gas, damit die anderen Arbeiterbienen nicht folgen können. Alle klappt und die vereinbarten 50 $US wechseln ihren Besitzer. Das Bienenvolk hat jetzt einen Arbeitsvertrag mit Nhataki und ich habe mein Schiff wieder für mich alleine.

{Photo:20190523a}

Am Nachmittag schauen noch mal diverse Bienen vorbei, die von der Arbeit an Land zurückkommen. Ich wehre mich aber gegen eine neue Siedlung mit Chlorox, so wie Nhataki mir das gesagt hat. Da entdecke ich sogar einen Pulk von Hooligan Bees, die erneut ein Nest bauen wollen. Auch das verhindere ich und am späteren Nachmittag hören die Besuche dann komplett auf. Das Problem scheint gelöst zu sein.


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Kirchentag

Fr., 17.Mai 19, Franz.Polyn./Tuamotu/Insel Hao/d’Optea, Tag 1811, 17.889 sm von HH

Zufällig kommen wir an der Kirche der Mormonen vorbei, einem schlichten Gebäude mit betoniertem Basketball-Platz davor. Frauen schmücken den Platz mit Palmenwedeln und Stühle werden aufgestellt. Sofort kommt jemand auf uns zu: „Heute Abend um 18:00 Uhr geht es los“.

Wir wissen zwar nicht, was passieren wird, sind aber pünktlich zur Stelle. Wir vertrauen darauf, dass es keine langatmige Gebets-Mühle wird. Die Dekoration spricht dagegen.
Einer der Kirchen-Zugehörigen heißt uns herzlich willkommen. In gutem Englisch wird uns ein Platz zugeteilt. „Heute Abend führen alle Glaubensgemeinschaften der Insel Tanz und Gesang vor“, erklärt er uns. „Wir mormonische Gemeinde haben die anderen eingeladen, um die verschiedenen Religions-Gemeinschaften zusammen zu bringen.“
Ein ökumenischer Kirchentag auf polynesisch sozusagen. :-)

Die Kostüme sind heute nur angedeutet. Etwas Farnkraut über der Jeans, ein dicker Blumenkranz auf dem Kopf, fertig. Einige der kurzen Auftritte sind etwas laienhaft, werden aber immer mit viel Freude und Leidenschaft vorgebracht. Aber auch „Profis“ sind dabei, wir erkennen alte Bekannte aus Gambier wieder. Einige der Tänzerinnen und Sängerinnen haben wir dort beim großen Festival bereits gesehen. Ganz besonders entzückend fällt die Mädchentruppe der Protestanten aus. Zuckersüß schwingen die kleinen Prinzessinnen ihre Hüften. Freitagabendunterhaltung für das Dorf.

Schwer zu tragen am Blumenkranz haben die Kleinsten

Die Sängerin der Katholiken kennen wir bereits aus Gambier

Vier Glaubensgemeinschaften gibt es auf Hao. Man mag es bei tausend Einwohnern gar nicht glauben: Katholiken, Protestanten, Siebenten-Tag-Adventisten und die Mormonen. Alles christliche Gemeinschaften. Allerdings gehören die Mormonen von Hao der Untergruppe ‚Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage‘ an, die von den Katholiken und Protestanten nicht als christliche Religion anerkannt wird. Der Grund ist nicht die berüchtigte Polygamie, die die Mormonen, bis auf einige Splittergruppen in den USA, längst abgelegt haben. Sondern, dass die Mormonen nicht an die Dreifaltigkeit von Gott, Jesus Christus und Heiligem Geist glauben, sondern dass in ihrem Glauben drei verschiedene Personen nebeneinander stehen und dass Gott einst ein Mensch gewesen sei.

An diesem Abend spielte Religion keine Rolle. Außer einem kurzen Gebet zu Beginn und am Ende war es nur ein gelungene Abwechslung für die Dorfbewohner. Die Ansprache vom Moderator wurde viel belacht, seine Scherze kamen gut an beim Publikum. Den meisten Applaus bekamen übrigens die Damen, die am schnellsten die Hüften kreisen lassen konnten.

Wenn der Vater mit dem Sohne einmal ausgeht

Neue Mitsegler an Bord

{Time:22:22:00}
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{Title:Neue Mitsegler an Bord}

Windzauber

Nach fünf Wochen besten Kite Konditionen tritt nun, als ich keine Gäste mehr an Bord und Zeit für meine eigenen Interessen habe, eine No Wind Phase ein. Ich habe fast schon das Gefühl das ich ein Garant für Flauten bin. Trotzdem zieht es mich aufs Wasser der Lagune. Da ich alleine bin und sowieso grade die Off Season beginnt, brauche ich Hilfe von Piere von der lokalen Kite Schule. Ich habe Kite Fun für zwei Stunden auf der Lagune. Alles gut. Mit dem neuen Kite habe ich viel Spass und viel Erfolg. Ich fahre gleitend schnell in die richtige Richtung und komme fast sogar an der Stelle an, wo ich losgedonnert bin. Es wird Zeit so langsam mal an einer vernünftigen, eleganten Wende zu arbeiten. Wenn da nicht immer Windlöcher wären, die meinen Kite einfach vom Himmel fallen lassen… Shit happens. Ich schiele auf Los Roques. Da ist Wind. Warum bin ich hier? Doch darüber brauche ich seit gestern nicht mehr nachdenken. Ich habe ein neues Problem. Ich habe 2.845 neue Mitsegler in Form eines Bienenvolkes, dass sich unter den Solarpanels eingenistet hat um Hand gegen Koje mitzusegeln. Kenne ich ja schon. Ob das an dem roten Boot liegt? Die nützlichen Tierchen sind nicht aggressiv. Nun. Ich halte aber auch respektvoll Abstand.

Der Anruf mit der Pest Control, alias Rudolf ist zwar nett. „Mach viel Licht an heute Nacht und laute Musik mit viel Bass. Das mögen die Bienen nicht! Morgen früh um 10 Uhr sind sie weg. Die sind nur auf der Durchreise. Wenn wir rauskommen kostet das 180 Euro.“ Upsi, denke ich mir, spiele viel und laut ACDC, nehme das Bimini ab. Doch auch laute Musik, LED Strahler, Regen und Wind… Das Bienenvolk fühlt sich pudelwohl auf der MARLIN. Geht ja den meisten Gästen so. MARLIN ist halt ein beliebter Ausflugsdampfer. Um 10 Uhr sind die Bienen immer noch da. Und nun?


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Keiner ist wie Rene

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{Title:Keiner ist wie Rene}

Ankommen in Saint Martin

Rene & Marion nehmen sich den Samstag Zeit um mir und Akeem die Insel zu zeigen. Es geht kreuz und quer über die Insel. Ich bin einfach nur glücklich, dass mein Freund Rene in meiner Nähe ist. Der Tag vergeht im Flug und ich bekomme einen Eindruck von dieser Touristeninsel. Nun. Mit 40qkm ist sie nicht besonders groß. Es gibt diverse Stellen wo man anhalten kann und sich ein erfrischendes Getränk gönnen kann. Prost Rene. Dabei fliegen die Touristenbomber der KLM zum Anfassen nah direkt über einem auf die Landebahn. Wer Curacao kennt, der kann sich auch vorstellen wie Sint Maarten aussieht. Schon sehr holländisch das Ganze.

Eigentlich hatte ich schon geplant in die Lagune zu verlegen. Aber da taucht in meiner Hurrican App „Andreas“ auf. Der erste tropische Sturm mit Namen. Gegen Schäden durch Stürme bin ich nicht versichert. Einmal drin in der Lagune kommt man so schnell nicht mehr heraus. Das kenne ich schon aus Südafrika. Damals waren es knappe drei Jahre, die die IRON LADY in Knysna gelegen hat. Das muss nicht noch mal sein und wenn Andreas nicht zu den Bermudas zieht, so wie geplant, dann hab ich ein Problem. Also bleibe ich in der Marigot Bay. Auf türkisen Sand ankern ist ja auch prima. Akeem verläßt am Sonntag das Schiff und fliegt nach Antiqua. Kaum ist er weg kommt sentimentales über WA. Er wird die Zeit mit mir nie vergessen, er ist unendlich dankbar für den Schlag und er vermisst am meisten meine Küche. Dabei hab ich einfach in den Topf gespuckt, so wie ich das immer tue.


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Peter Foerthmann – der Zwilling

PETER ALS HOLZLEICHE IM EIGENEN KOFFERRAUM UNTERWEGS

Holzkopf Peter

SV Maselle Gabrielle Heggli + Thomas Guerra CH

STRANDUNG IN DEN BAHAMAS – KEINEN HAT´S INTERESSIERT

Lieber Peter, Nachdem wir Kuba fast umrundet hatten, legten wir einen Stop in Fort Lauderdale ein, ein guter Ort um die Schapps und den Kühlschrank mit Lebensmittel zu füllen und Teile für Maselle zu kaufen. Gabrielles Schwester kam an Bord und wie segelten mit ihr zu den Abacos.
Viviane brachte ausser Schweizer Schokolade und Käse auch Zeitungsartikel mit. So erfuhr ich, dass das GGR zu Ende ist, gewonnen von einem alten französische Seebären mit holländischem Namen. 

Wir haben in der Nacht vom Montag auf den Dienstag (13.5/14.5) ein seglerisches worst case szenario mit glimpflichem Ausgang erlebt und ich bitte dich, unseren Bericht auf deinem Blog zu veröffentlichen.

Am Montag Nachmittag ankerten wir ca. 3 Seemeilen östlich von Marsh Harbour in der Nähe des Mermaid Reefs. Wir schnorchelten, assen unser Nachtessen im Cockpit und genossen den lauen Abend. Ein schwaches Windchen blies aus Südwest, in der Ferne sahen wir Wetterleuchten.
 
Wir spüren einige Regentropfen und hoffen, obwohl das Gewitter so weit von uns entfernt ist, dass wir weder Blitze sehen, noch Donner hören, Regenwasser sammeln zu können. Wir versuchen eine Blache aufzuspannen und geben gleich wieder auf, da uns starke Böen das Teil fast aus den Händen reissen. Der Wind erreicht Sturmstärke und ist auflandig. Wir lassen den Motor an und versuchen, den Anker hochzuholen. Gabrielle ruft mir zu, dass die Ankerwinsch nicht gehe. Ich checke den Schütz, alles ok. Zurück an der Pinne gebe ich Vollschub, während sich meine Frau weiter mit Winsch und Anker abmüht. 

Wir driften. Schon berühren wir das erste Mal den Grund, dann ein zweites Mal, wir holpern weiter, Maselle legt sich auf die Seite, es rumpelt und schüttelt und wir bleiben etwa 20 Meter quer vor dem Ufer liegen. 

Der Wind ist so schnell wieder weg, wie er gekommen ist. Kein Häuchlein weht mehr, das Meer ist glatt, der Mond scheint. Das Ganze hat wenige Minuten gedauert, aber ein seglerischer Albtraum wird wahr, wir sind gestrandet. Neben uns liegt ein Katamaran auf den Steinen, wir haben Glück, denn hinter uns ist statt dessen Sandstrand. Zwei Teile, wir vermuten die ausgeschäumte Kiele des Kats, driften an uns vorbei. Es herrscht Ebbe.

Was tun? Wir setzen ein Pan Pan ab. Keine Reaktion. Wir hören, wie der Katamaran mit einem anderen Boot in Funkkontakt steht. Bestandesaufnahme: Niemand ist verletzt, kein Wasser dringt ins Schiff (Gabrielle hat schnell das Ventil der Spüle geschlossen), das Rigg ist unbeschadet.
Wir packen unsere Ausweise, Wertsachen und elektronische Geräte in wasserdichte Säcke. Dann bringen wir einen Zweitanker mit dem Dinghy aus. 
Wir versuchen weiter Funkkontakt herzustellen. Endlich meldet sich ein Segler, geankert in Marsh Harbour. Er fragt, ob wir und das Boot ok seien. Er könne aber leider nicht helfen, da er nur ein Segelschiff habe.

Wir sind auf uns alleine gestellt, Hilfe ist nicht in Sicht. Es gelingt uns mit der Genuawinsch, die Ankerwinsch hat sich verabschiedet, den Bug zum Meer zu drehen. 

Die nächsten Stunden verbringen wir mit funken, das Dinghy mit Wasser zu füllen und mit dem Spifall zu heben, damit die Auflagefläche des Kiels verringert wird, Anker ausbringen und winschen. Es gelingt uns nicht, trotz steigender Tide, Masellle auch nur einen weiteren Zentimeter zu bewegen. 

Nach Mitternacht kommt der Kat frei. Wir funken ihn an und bitten ihn, uns zu helfen oder es zumindest zu versuchen. Er antwortet, dass er ein Leck habe und sich zuerst darum kümmern müsse. Wir sehen, wie er ankert. Nach einer Weile gehen seine Lichter aus. Gute Nacht!

Um viertel vor vier in der Früh, kurz vor Hochwasser, nach sechs Stunden Abmühen, meldet sich Lucky Strike auf unseren wiederholten Hilferuf. 35 Minuten später ist Truman mit seinem Sportfischerboot da. Zwei starke Dieselmotoren ziehen uns sanft zurück ins tiefe Wasser. Die Bergung kostet uns 400$, die wir gerne bezahlen.

Wir hatten Glück, wir sind auf Sand und nicht auf Felsen gelandet, die Nacht war warm und windlos. Maselles tiefgehender Kiel verhinderte, dass wir noch weiter ans Ufer geschoben wurden. Deshalb berührte der Rumpf nur kurz den Grund. Eine kleine Schürfung auf Höhe der Wasserlinie ist leicht zu reparieren. Der Kiel ist auf den untersten 30cm backbordseits bis aufs Eisen abgeschmiergelt. Da wir den Kiel sowieso sanieren wollten, machen wir das nun in diesem Sommer und nicht erst in zwei Jahren. Die Entlüftung des Dieseltanks ist steuerbords, wir sind backbordseits aufgelegen, also blieb sie hoch über dem Wasser. Ausser einer Yogamatte ging nichts verloren. Nichts ging zu Bruch.

Wir, nur wir sind verantwortlich und haben einen Fehler gemacht, der nicht passieren darf und trotzdem geschah.

Was uns aber noch vielmehr ärgert, ja gerade zu in Rage bringt, ist die ausgeblieben Hilfe der anderen Cruisers. Für uns ist Hilfe eine Selbstverständlichkeit. Zum Glück beschränkte sie sich bis jetzt aufs Abschleppen oder aufs Hochtauchen über Bord gefallener Gegenstände. An unserem Ankerplatz lagen zwei Motorboote, etwa 45-50 ft. lang. Einer hat uns etwa anderthalb Stunden mit seinen zwei starken Suchscheinwerfern angestrahlt, dann wurde es ihm wohl zu langweilig und er löschte die Lichter.

Am nächsten Morgen kam der andere Motorbootfahrer mit seinem Beiboot vorbei und fragte, ob alles ok sei. 

Meine Schwägerin anterworte ihm, ja schon. Sie fragte ihn, ob er unsere Hilferufe nicht gehört hätte. Darauf folgte Schweigen. Er habe uns wohl gehört, sagte er dann, aber uns sei doch geholfen worden. Sicher doch, nach über sechs Stunden. Ich war im Schiff und wollte dieses Arschloch (das muss nun einfach gesagt werden) nicht sehen. Wäre ich rausgegangen, hätte ich ihn vielleicht verprügelt. 

In Umkreis von 15 Seemeilen hatte es sicher 100 bis 200 amerikanische Schiffe. Jeden Morgen um acht wird übers Cruisers Net geplaudert, wo man die besten Conch fritters isst und an welchem Strand Yoga unterrichtet wird. Wenn aber Not am Mann ist, meldet sich keine Sau. Wir wissen, dass viele Amis das Funkerät im Dauerbetrieb haben und haben zwischen durch einen Funkspruch mitbekommen, dass „there is a boat in trouble“. Aber niemand ist vorbei gekommen. Eine warme Suppe, Kaffee oder Tee, physische Präsenz hätte uns aufgemuntert.

Es schockiert uns, dass niemand bereit war, sein warmes Bett, seine Komfortzone zu verlassen und uns zu helfen.

Zum Schluss ein weiterer (vergeblicher?) Aufruf.
Shit happens. Wer sich aufs Wasser begiebt, dem sollte klar sein, dass er vielleicht mal Hilfe braucht oder Hilfe leisten kann/muss. 
Versicherungen decken viel ab, schlussendlich aber zählt der Mensch.

Du siehst oder liest, Peter, dass es uns nicht langweilig wird.
Für Gabrielle und mich war es klar, während wir uns mit der gestrandeten Maselle abmühten, dem Katamaran zu helfen, falls wir vor ihm frei gekommen wären. 

Wir möchten unser Erlebnis, diesen Bericht!, als Denkanstoss verstanden wissen.

Wir sind nun im Norden von Eleuthera, werden zu den Berries, eventuell nach Bimini und sicher nach Beaufort NC weiter segeln, wo wir Maselle in der Bock Marine auswassern werden.

Die nächste Mail wird hoffentlich wieder etwas erfreulicher.

Liebe Grüsse 
Thomas und Gabrielle
SV Maselle aus den Bahamas

Hao

Do., 16.Mai 19, Franz.Polyn./Tuamotu/Insel Hao/d’Optea, Tag 1810, 17.889 sm von HH

Atanga hat eine Leinenverbindung zum Land. Das erste Mal seit 13 Monaten, dass wir einfach von Bord gehen können. Das erste Mal seit 13 Monaten, dass Atanga wirklich ruhig liegt. Auch mal schön, nicht erst ins Dinghy klettern zu müssen.
Wir liegen in einem alten Hafenbecken, das vom französischen Militär errichtet wurde. Hao diente den Franzosen als Stützpunkt, um zu den beiden Atollen für ihre Atombomben-Tests zu gelangen. Vor knapp 20 Jahren zogen die Soldaten ab. Hao sind eine Landepiste, ein Krankenhaus und eben diese kleine Hafenanlage geblieben. Natürlich haben wir keinen Strom- oder Wasseranschluss, aber überdimensionale Poller zum festmachen.
Hinter uns liegt ein Franzose, draußen vor Anker noch ein kanadischer Segler. Das war’s an Touristen auf Hao. Der mitteljunge Mann ist alleine unterwegs; mag mit uns aber nicht wirklich sprechen. Er versteht Englisch, aber wie bei fast allen Franzosen hat seine Muttersprache den so Gaumen verformt, dass er nicht in der Lage ist, eine andere Sprache zu sprechen. :lol:

Atanga und der Franzose

Atanga und der Franzose

Altes Hafenbecken vom französischen Militär zurück gelassen

Altes Hafenbecken vom französischen Militär zurück gelassen

Der Hafen liegt etwas außerhalb vom Dorf, nur noch ein paar Familien wohnen uns gegenüber. Zu Fuß brauchen wir wohl 20 Minuten in den Ort. Sofort sind unsere Räder am Start . Hao ist ein Fahrradparadies. Auf Betonpisten oder festgetrampeltem Korallenschutt ohne die Spur eines Hügels kommen wir bequem voran.
Ungefähr tausend Einwohner leben auf Hao. Es geht deutlich beschaulicher zu als auf Mangareva. Dort stand vor jedem Haus ein dickes Auto, hier geht man zu Fuß oder ist mit dem Rad unterwegs. Die Perlen-Zucht bringt den Gambiers ein gutes Einkommen. Auf den Tuamotus verdienen die Menschen nur Geld durch Kobra-Produktion. Kobra ist das getrocknete Fruchtfleisch der Kokos-Nuss. Auf den unbewohnten Inseln des Atolls erfolgt die Ernte.

Das Dorf ist mindestens genauso adrett und sauber, wie auf Mangareva. Nirgends liegt Müll, den ganzen Tag sieht man jemanden harken oder fegen. Und die Menschen sind zauberhaft. Anders kann man es nicht nennen. Es wird gewunken, gegrüßt und gelächelt. Ein Opa gabelt uns im Dorf auf und zeigt uns die Geschäfte. Dass er kein Englisch kann, stört ihn nicht. Er hält eine dicke Frau in einem Auto an und gibt uns an sie weiter. Er weiß, dass sie Englisch sprechen kann.

 

Auf dem Weg zurück zum Schiff finden wir eine Kokosnuss, die ich mir unter den Arm klemme. Da werden wir von drei junge Frauen angerufen. Aufgeregt winken sie, dass wir zu ihnen rüber kommen sollen. Die drei hocken unter einem Baum und sind dabei Kokosnüsse zu schlachten. Die jungen, grünen Trinknüsse. Meine Nuss wird mir weggenommen. Die drei schütteln fachkundig ihren Kopf, die ist nix. Sie kichern über unsere Dummheit. Ein paar Brocken Englisch helfen bei der Verständigung. Anders als unser französischer Mitsegler scheuen die jungen Frauen sich nicht alles herzu kramen, was sie können.
Sofort haben wir jeder eine geöffnete Nuss in der Hand, die sollen wir probieren. Ein Viertelliter Flüssigkeit steckt in einer unreifen Nuss. Leicht süßliches, etwas kokos-parfümiertes Wasser. Köstlich. Für uns werden mehr und mehr Nüsse geöffnet. Eine weitere sollen wir mit zum Schiff nehmen. Ich laufe schnell zu Atanga, um uns mit ein paar Pampelmusen zu revangieren, während Achim die Mädels unterhält und sich die Tricks zum Öffnen der Nuss zeigen lässt.
Als wir am nächsten Tag Dorothe im Supermarkt wieder treffen, werden wir mit Küsschen rechts und links begrüßt, so als kennen wir uns Jahrzehnte.

Bermudas – Azoren: Achter Tag auf See

Die letzten Tage waren recht ereignislos. Mal abgesehen von einem dicken Tief, das am vergangenen Mittwoch über uns hinweg gezogen ist und der Crew ein paar Sorgesfalten auf die Stirn gebracht hat. Der Wind war gar nicht so schlimm, nur…

Alte Freunde

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{Date:20190517}
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{Photo:20190517}
{Title:Alte Freunde}

Ankommen in Saint Martin

Die Insel ist zweigeteilt. Die holländische Seite und die französische Seite. Eine Grenze gibt es nicht. Viel mehr weiß ich eigentlich noch nicht. Die Marigot Bay ist groß mit super Ankergrund und kristallklarem Wasser. Schildkröten schwimmen um die MARLIN herum. Ein sicheres Zeichen, dass das Wasser hier sauber ist. Ich fahre zur Marina. Hätte mein Freund Rene ein Telefon, so hätte er mich zu Island Waterworld geschickt. Da steht auch ein Einklarierungscomputer. Das kostet dort 5 Euro. In dem Marina Office zahle ich 30 Euro. Hmm. Hinterher weißt Du eben immer mehr. Saint Martin, so wie die Franzosen die Insel nennen ist nicht besonders groß. Vielleicht grade 9×9 Meilen ist die Insel groß. Bei den Holländern heißt die Insel Sint Maarten. Sint Maarten ist ein autonomes Land innerhalb des Königreiches der Niederlande. Mehr weiß ich auch noch nicht. Akeen und ich säubern das Schiff von der Salzkruste und machen den großen Aussenborder drauf. Tankstelle. Ein kurze Runde in die Lagune. Dort ist es traurig. Hunderte von Wracks liegen verstreut in der Lagune und den Mangroven und an Land. Hurrican Irma war der stärkste seit Menschengedenken mit 297 km/h. Upsi. Kein Wunder dass die Lagune so aussieht. Seit Irma ist es schwierig und teuer in Deutschland eine Schiffsversicherung zu bekommen. Mit Hurricanschutz schon mal gar nicht. Die Dinger kommen aber erst später im Jahr.

“Ist Micha da?“, fragt Rene Akeen. Schon steht Rene von der MIRA an Bord und wir können uns nach fünf Jahren? endlich wieder mal in den Arm nehmen. Tiefe Freundschaft rostet nicht. Für Stunden sitzen wir mit einem eiskalten Six Pack Caribe Beer im Cockpit und erzählen und erzählen. Rene ist der Grund warum ich hierher gesegelt bin. Heute klappt alles nach Plan. Wurde ja auch mal Zeit.


Mitsegeln auf der MARLIN!

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Tag 5 ==> Hao – Eine Punktlandung

Di., 14.Mai 19, Franz.Polyn./Tuamotu/Insel Hao/d’Optea, Tag 1808, 17.889 sm von HH
Der Skipper sagt, um 10:00 Uhr müssen wir da sein, also sind wir um 10:00 Uhr da. Wie am Lineal gezogen verläuft unsere Kurslinie bis vor die Pass-Haustür von Hao. Ein hipphipphurra auf die Steuerfrau und Bestimmerin der Segelführung. :-) Blöd nur, dass der Skipper in der letzten Nacht seine Berechnungen (noch einmal) umgeworfen hat. Sollankunft nun um 12:15 Uhr. So kann ich nicht arbeiten.
Der Pass von Hao ist gut betont. Zwei riesige Tonnen zeigen das Tor durch das wir fahren müssen. Das Tor hat eine Breite von ungefähr 150 Meter. Das sollte man treffen. Die komplette Einfahrt etwa doppelt so breit. Ich steh am Ruder. Einparken darf ich Atanga nicht, aber wenn’s heikel wird, muss ein Depp ans Rohr, der die Schuld bekommt, wenn was schief geht. Achim hält Ausguck. Schon von weitem können wir die stehende Welle hinter den Tonnen erkennen. Hebel auf den Tisch, Augen zu und durch. Die Strömung ist mit uns (sämtliche Literatur berichtet davon, dass es in Hao nur ausgehende Strömungen gibt). Mitlaufende Strömung gilt als kritischer als entgegensetzender Strom, da man bei zu viel Speed die Manövrierfähigkeit verlieren kann. Unsere Strömung bleibt harmlos. Erst zwei Knoten, dann drei Knoten. Aber das Wasser in der Einfahrt kocht. Eine hässliche Hacksee steht vor uns. Es wackelt, wir tauchen mit dem Bug ordentlich ein, das war’s. Schon spuckt uns das Alien-Wasser in die Lagune. Ruhe im Schiff. Ich muss mir die feuchten Handflächen an der Hose abwischen. Nochmal hipphipphurra. Der erste Pass (Gambier zählt nicht, die Pässe dort sind Kilometer breit und warten nicht mit solchen Effekten auf) in der Südsee ist geschafft.
Ob wir nun zur rechten Zeit am Pass-Eingang waren, bleibt im Dunkeln. Auf unserem Weg zum Dorf -sechs Meilen in die Lagune hinein- kommt uns ein Segler entgegen. Als wir auf dem AIS sehen, dass er durch den Ausgang ist, fragen wir ihn über Funk, wie die Bedingungen bei seiner Ausfahrt waren. Er berichtet von 4,5 Knoten Strömung, die ihm entgegen kam. 90 Minuten nach unserer Durchfahrt. Somit war 10:00 Uhr schon mal besser als 12:15 Uhr. Aber was wir daraus lernen, wissen wir noch nicht. Und wie, und wann, wir hier wieder raus kommen, ebenfalls nicht. :mrgreen: