Monatsarchive: Juli 2017

SV Puffinus – Chantal + Roger Rodenhäuser CH

SCHWEIZER SEGLER FISCHEN SCHLAUER

Hallo Peter,
wie du siehst, haben wir dich nicht vergessen. Wir sind, ich hoffe nur noch momentan, im Dauersteress. Wir wollen ja Lemmer anfang August richtung Süden verlassen. Eine ganze Liste „to do“ ist noch da. Von noch nicht fertigen Arbeiten bis Bunkern alles vorhanden. Irgendwie werden wir auch das noch schaffen.

Ich musste über deinen spitzigen Bleistift lachen obwohl es eigentlich zum Weinen wäre. Humor ist wenn man trotzdem lacht. Ich finde es toll, dass dir noch soviel Humor geblieben ist. Ich kann es dir bestens nachfühlen da wir Leidensgenossen sind. Ich 67, auch in der 3. Lernetappe… 35 Jahre Geschäftstätigkeit mit allem was dazu gehört… Aber wir sind beide Unternehmer und unternehmen etwas, auch im Wissen, dass es schief gehen kann. So bleibt das Leben eben lebendig und spannend. Mein beruflicher Ausstieg ist mir wahrhaftig geglückt und ich hoffe, dass es so bleibt, wie es jetzt ist. Ich habe meinen Betrieb mit allem drum und dran inherhalb 10 Minuten per Handschlag verkauft, die Liegenschaft innerhalb 6 Monate um und ausgebaut und vermietet. Aber von nichts kommt eben nichts. Dann konnten wir uns in Ruhe dem Bootsbau widmen. Ich hoffe, dass auch dir, wenn du nicht mehr magst, der Ausstieg gelingt.

Besten Dank für deine Tipps. wir haben schon darin geschmökert und geschmunzelt, was es alles so gibt. Naja, jedem sein eigenes Schiffchen oder jedem Narr seine Kappe ( Vorsicht: Sarkasmus ). Wir werden in deinem Blog weiter lesen und uns amüsieren.

Das Hilfsruder ist montiert und das erste Manöver gefahren. Mir scheint es geht ganz gut. Bald kommt das Rausfinden, wie man bei Fahrt die Anlage richtig einstellt. Wir sind sehr gespannt.

Wir sind fast drei Jahre in Lemmer und haben natürlich auf dem Boot gelebt und gearbeitet. Z.B. Die Toilette, wohlverstanden die 3. endlich brauchbare, und eingebaut. Elektrisch wie es sich gehört. Probespülung … welch ein Gefühl, das zu sehen. Doch was ist jetzt??? Nach dem dritten Probelauf kein Wasser. Überlegen, suchen, demontieren, und siehe Foto. Kein weitere Kommentar. Andere gehen angeln, wir machen das modern. Nach dem 5.ten Fisch haben wir es aufgegeben, das Schiff rausgenommen und ein provisorisches Sieb montiert.

Jetzt wünschen wir euch noch einen schönen Sonntagabend.
Herzliche Grüsse
Chantal und Roger

SV Muktuk – Andreas Neumann GER

EIN LOBLIED AUS NZ UND EINE LÖSUNG FÜR SCHLAUMEIER

Als in den 60er Jahre Elga und Ernst-Jürgen Koch als erstes Weltumsegler-Paar unterwegs waren, musste immer einer der beiden am Ruder stehen. Hut ab, wir können uns heute nicht vorstellen, welche Strapazen das für die beiden bedeutet hat.

Pacific Plus + AP

Neue Scheiben braucht das Boot

Eigentlich braucht Nomade für die nächsten Etappen erst mal nur ein paar neue Rahmen, mit denen die vorhandenen Scheiben gehalten werden. Einige dieser Rahmen sind nämlich so stark korrodiert, dass Bruchgefahr besteht, sollte sich dort mal eine Welle von der Seite ungünstig austoben.
Das Problem vor Ort war allerdings, dass die Schrauben, mit denen die alten Rahmen gehalten werden, so festgegammelt sind, dass man das alles nur noch mit Gewalt lösen kann. Die Scheiben sind jedoch aus Echtglas. Es handelt sich dabei noch um die Originalen aus den 70ern, welche versenkt im Stahl mit unbekanntem Kit eingebettet sind.
Sprich, die Bruchgefahr beim Ausbau und damit das Risiko plötzlich ganz ohne Fensterscheibe dazustehen ist nicht zu unterschätzen. Und da ich langfristig sowieso von diesen Glasscheiben und dem Einbauprinzip weg wollte, habe ich nun „Nägel mit Köpfen“ gemacht und die Zeit in Wesel genutzt, um die ersten vier neuen Scheiben aus Polycarbonat anzufertigen.

Die Neuen werden nicht, wie die alten Glasscheiben, nur vom Rahmen auf kleiner Fläche gehalten, sondern sie werden mit dem Rahmen zusammen großflächig verschraubt. Das wird dazu führen, dass die Dichtfuge eine echte Fuge ist und (noch wichtiger) der Rahmen aus Aluminium keinen flächigen Kontakt mehr zum Stahlrumpf hat.
Die große Auflagefläche des Rahmens direkt auf dem Stahlrumpf hat nämlich dazu geführt, dass der Rahmen bei niedrigen Außentemperaturen so stark abgekühlt ist, dass er regelrecht in Kondenswasser geschwommen ist. Er hat über die Verschraubung nun praktisch als Anode gewirkt und sich geopfert.
Mit den neuen Scheiben aus Polycarbonat wird der Rahmen flächig vom Stahl isoliert. Wärmeverlust findet dann größtenteils nur noch über die Schrauben statt. Ob diese Maßnahme allein ausreicht um Kondenswasser zu verhindern, wird dann die Praxis zeigen.

Neue Rahmen haben wir bereits einige an Bord. Die hat Nomades Vorbesitzer noch anfertigen lassen.
Die neuen Scheiben bestehen aus 8mm Polycarbonat mit UV Schutzschicht. Ich konnte ein günstiges Reststück bekommen, welches geradezu ideal für 4 Scheiben gereicht hat. Nachdem Zeichnung und Fräsprogramm erstellt waren, habe ich das Material mit meiner CNC Fräse bearbeitet. Polycarbonat lässt sich sehr gut fräsen, wenn Vorschub und Drehzahl gut eingestellt sind. Man muss nur auf ausreichende Kühlung achten, damit das Material nicht schmilzt und den Fräser verklebt.
Nach dem Fräsen musste ich nur noch 4 Stege pro Scheibe durchtrennen und die Kanten entgraten.

Murphy`s Law

Wer sich heute vielleicht gewundert hat, warum unser Tracker zunächst den Aufbruch, dann aber unsere Rückkehr nach Archangelsk zeigt. Hier die Aufklärung:



Morgen nächster Versuch …

Raus hier

So Leute. Wir werden morgen früh auslaufen und den aufkommenden Ostwind nutzen um so schnell wie möglich nach Norwegen zu kommen. Das wird sicher 4 Tage brauchen und wir werden uns wohl deshalb nicht melden können. Unsere schnelle Abreise hat mehrere Gründe. Wir sitzen heute bereits wieder seit Stunden wegen nichts in irgendwelchen Behörden. Morgen früh wird außerdem Carpe zum x-ten mal geprüft. Den Rest des Tages haben wir Wasser und Diesel sowie eine neue Batterie zum Boot geschleppt und Wäsche gewaschen. Was aber noch viel schlimmer ist, ist das es meinem Vater sehr schlecht geht und ich deshalb wohl bald nach Hause reisen muss. Das Boot kann und will ich nicht in diesem Chaos zurücklassen. Von den anfallenden bürokratischen Hürden mal ganz abgesehen. Ich habe gerade genug von Russland. Das betrifft ausdrücklich nicht die vielen lieben und hilfsbereiten Menschen, aber ich bin es gerade leid Tag für Tag nur damit zuzubringen überflüssige Probleme zu lösen und abzuarbeiten. Von der Sorge um meinen Vater mal ganz abgesehen. Drückt uns die Daumen. Ahoi.

Von meinem iPhone gesendet

Auf der Nordsee – Teil 2

Mittlerweile hat der Wind auf 21kn aufgefrischt. Irgendwie genau das was ich exakt mitten auf der Nordsee nicht haben wollte. Zwar stimmt die Richtung, etwas vorlicher als Raumschots, und irgendwo in der westlichen Ostsee wäre es der perfekte Segelwind und man würde das Lachen gar nicht mehr aus dem Gesicht bekommen, aber irgendwie gelten hier draußen auf der Nordsee andere Gesetze.
Hier ist Niemand mehr. Heute morgen haben wir den letzten Dampfertreck und die letzte Gasplattform hinter uns gelassen. Das AIS bleibt nun leer. Keine Kontakte. Hier sind wir jetzt komplett auf uns allein gestellt. 180km/h auf der heimischen leeren Autobahn zu fahren macht ja irgendwie Spaßl. Aber auf einer sibirischen Landstraße im Nirgendwo macht einen das leicht nervös. Wenn jetzt ein Reifen platzt hilft keiner so schnell. Ich denke dieser Vergleich verdeutlicht meine Gefühlslage so ungefähr.
Der Wind nimmt auf 6 Windstärken zu. Überraschend schnell baut sich eine beachtliche See auf. Lang, und hoch zwar, aber auch mit unruhig brodelnden Schaumkronen obenauf. Durch die schnellen Höhenwechsel in den Wellentälern wird das Wasser immer mal wieder durch die Cockpitlenzer gedrückt. Das kleine Boot kommt etwas an seine Grenzen. Ist ja am Ende immer noch ein Kielschwerter. Obwohl es im Bezug auf Kurs und Gschwindigkeit eigentlich ein affengeiles Segeln ist kann ich es irgendwie momentan nicht genießen. Zu ungewohnt ist noch das Gefühl hier draußen wirklich komplett auf sich allein gestellt zu sein. Nervosität aus Unerfahrenheit.

Nonsuch jedoch macht ihren Job prima. Eigentlich ist sie ja gar nicht für diese Verhältnisse gebaut, und doch reitet sie jede Welle weich ab, der Windpilot steuert zuverlässig und das Rigg steht auch blendend. Das beruhigt mich etwas. Wenigstens war meine Einschätzung, dass das Schiff diese Reise abkann nicht falsch. Es ist also wirklich eher der Skipper der sich an sein neues Abenteuer noch gewöhnen muss….

Trotz der zeitweiligen Nervosität kann ich im Nachhinein nichts anderes sagen als das die Nordsee trotzdem zahm war. Offensichtlich hat sich unser Topfopfer gelohnt. Gegen Abend nimmt der Wind wieder ab und wir können uns sogar ein schönes warmes Abendessen bereiten. Mangels Alternative allerdings nur im Wok mit flachen Seitenwänden. Meine Ölhose kann heute noch ein Lied von dieser Kochsession denken.
Ihr merkt vielleicht bereits an der lockereren Schreibweise, dass ich mich Stunde um Stunde mehr an das Blauwassersegeln gewöhnt habe. So kommt die nächste Nacht schon mit etwas Entspannung und ich kann in der Freiwache bereits wieder gut schlafen. Als ich die Nachtwache übernehme liegen die Randbereiche der Doggerbank querab. Auf ihnen trohnt ein fast 120m hoher Sendemast, dessen rotes Aero-Licht, obwohl weit südlich von uns gelegen, uns fast die ganze Nacht verfolgt. Eine ganz komische Stimmung und Kulisse ist das. Der Himmel ist grau und bedeckt, wir sind immernoch 300km vom Land weg, und mitten im Nichts steht dieses fast schon bedrohlich wirkende rote Licht in der Luft. Fast die ganze Nacht beäuge ich das Ganze dann auch. Die Anspannung bleibt hoch.

4 Stunden Schlaf und einen Sonnenaufgang später mache ich nun das dritte Mal Frühstück und Kaffee auf See. Dieser Tag steht im starken Kontrast zum gestrigen, denn so langsam stellt sich eine gewisse Gelassenheit und fast schon etwas Routine ein. Zumindest beim Kaffeekochen. Mir wird eine weitere Besonderheit des Blauwassersegelns bewusst. Bei den normalen Tagestörns ist die eigene Stimmung meist mehr oder weniger konstant, hier gibt es ein ständiges Auf und ab, man lebt richtig auf dem Meer mit allen Facetten und ist nicht nur für einige Stunden tagsüber zu Gast solange es einem angenehm ist.
Je mehr Gelassenheit sich einstellt desto mehr Zeit bleibt auch für diese typischen Hochsee-philosophoschen Gedankengänge und Gespräche. Wenn es nicht gerade pustet hat man hier draußen alle Zeit der Welt über Gott und die Welt nachzudenken ohne irgendeine Ablenkung. Kein Handynetz, nichts Ablenkendes, eine echte Wohltat (und das sage ich als jemand der sonst echt gern am Handy klemmt).
Pünktlich zu dieser zufriedenen Stimmung taucht auch der erste Delphin der Reise aus und dreht eine Runde ums Schiff. Die Blauwassernervosität von uns beiden zeigt sich nun mal anders: Wir sind zunächst völlig perplex und der Außenbordskamerad ist schon wieder verschwunden bevor ich die Kamera zücken konnte. Also gibt es für euch leider keine typisch kitschigen „Delphine-spielen-am-Bug“ Fotos.  Wer aber so langsam wieder auftaucht sind die Fischer. So langsam merken wir, dass wir uns dem Land wieder nähern. Also gibt es wieder etwas mehr zu tun…. Kleine Feierstunde dann aber noch am Nachmittag: Wir überqueren den Nullmeridian. Auch wieder so ungewohnt, dass wir beide die nächsten paar Logbucheinträge aus reiner Gewohnheit immer noch „E“ ins Logbuch eintragen.

Das Laden der Wetterberichte wird mehr und mehr zum festen Fixpunkt im Tagesablauf. Fast so wie die Tagesschau an Land. Der nächste Wetterbericht den wir über das extra für die Fahrt gemietete Satellitentelefon ziehen bringt allerdings wieder etwas Ernüchterung. Auch wie meistens die Tagesschau…  Unser Wetterfenster wird immer kleiner. Schon am nächsten Nachmittag soll es wieder mit 25kn auf der Nordsee wehen. Unklar wieviel die Realität da noch draufpacken wird. Unser eigentlichen Ziel Peterhead in Aberdeenshire werden wir in der verbleibenden Zeit nicht mehr erreichen können. Zumindest wenn wir nicht das Risiko eingehen wollen mit der kleinen Nonsuch in das dicke Wetter zu geraten. Ich bin zwar kein Weichei, aber dieser Schiffsgröße sind auf dem offenen Meer einfach Grenzen gesetzt. Soviel haben die letzten Tage gezeigt. Nun macht sich aber die sorgfältige Planung der letzen Tage bezahlt. Ich habe den Kurs ja mit Absicht nicht genau auf Peterhead gesetzt, sondern eine „Banane“ in Richtung Britisches Festland gefahren. Und so haben wir jetzt die Möglichkeit einen Hafen zu wählen den wir in den verbleibenden 18std. erreichen können. Die Wahl fällt auf das schottische Arbroath. Der Kurs wird angepasst, die Tiden und Karten gecheckt und so geht es nach einem weiteren Abendessen auf See (diesmal ohne Flecken auf der Hose) in die nächste Nacht. Kurz vor 12 werd ich wach und mache mich bereit die Nachtwache wieder zu übernehmen. Statt Kaffee schnell eine Heisse Tasse aufgesetzt, 4 Schichten Klamotten (im Juli!) an, und los. Der Wind weht kalt und hat bereits etwas gedreht und zugenommen. Aber alles noch kein Problem. Ich richte mich im Cockpit ein und beginne die Wellen zu beobachten…

Archangelsk

Nach fast genau 40 Stunden sind wir gerade in Archangelsk eingelaufen. Der Anleger war dank „fachmännischer“ Hilfe vom Steg (Mooringleine) wieder nix für schwache Nerven. Der Hafen ist ganz ok soweit ich das auf die schnelle sehen konnte. Dafür ist heute die Motorbatterie kaputt gegangen. Aber Ersatz sollte hier „kein Problem“ sein. Ich freu mich dann langsam doch auf Norwegen :-). All good & Ahoi.

Von meinem iPhone gesendet

Tour TV – Episode 3 – Die Vorbereitung des Bootes für die Sommerpromotour


Die geplante Route
 Tour TV – Folge 3 – Das Video zum Blogbeitrag
Für den geplanten Törn meiner Sommertour muss mein Boot in Ordnung sein. Flensburg, Usedom und zurück; da kommen schon einige Meilen zusammen und die Ostsee hält auch immer einiges an Überraschungen bereit. Grundsätzlich schiebe ich keine Arbeiten am Boot auf. Wenn ich einen Defekt feststelle, wird dieser sofort behoben. Ich glaube, dass viele Unfälle auf See aus einer Verkettung von Umständen entstehen, und nie nur eine Ursache haben. Je weniger Möglichkeiten ich dem Schicksal also biete, desto sicherer bin ich unterwegs. Daher bin ich nun 10 Tage vor meiner Abfahrt noch einmal zu meinem Boot gefahren um ein paar letzte Dinge auszubessern, und um noch einmal alles zu checken.
Punkt 1: Wassereinbruch. In letzter Zeit war häufiger recht viel Wasser in der Bilge. Zum Glück Süßwasser. Ich hatte daraufhin das ganze Boot abgesucht und festgestellt, dass der Schlauch des Ablaufes einer Sitzbank im Cockpit sich gelöst hatte. Das erklärte natürlich das viele Wasser nach starken Regenfällen. Ich hatte das dann repariert, war aber seitdem nicht mehr auf dem Boot. Und es gab ja gerade in den ersten Julitagen sehr starke Regenfälle an der Ostsee. Ein wenig unruhig geht mein Blick dann auch als erstes in die Bilge, aber die ist bis auf ein wenig Restwasser trocken. Es gibt ein, zwei Stellen an den Fenstern und an der Backskiste, die etwas Wasser durchlassen. Das kenne ich, das ist normal, das kann erst einmal so bleiben. Damit ist meine größte Sorge auch bereits behoben.
Punkt 2: Die oberen Relingsdrähte des Seezauns sind altersschwach. Die Ummantelung des Drahtes löst sich überall und scheuert an meiner Fockschot. Diese sieht daher auch schon etwas angenagt aus. Und wer weiß, ob der Draht überhaupt noch stabil ist, wenn man sich dagegen lehnt oder fällt? Hier geht es auch um meine Sicherheit. Ich habe mir deshalb ein Set zum Austausch der Drähte gekauft. Der Durchmesser des Drahtes ist größer und auch die Ummantelung dicker, aber zu meiner Erleichterung passt er genau durch die Augen der Relingsstützen. Die Montage ist recht einfach. Lediglich das notwendige Kürzen der Drähte mit einer Eisensäge klappt nicht, da das Sägeblatt nach 30 Sekunden aufgibt. Die Flex hat diese Probleme nicht. Der Draht wird auf die richtige Länge gebracht und in den Spannern mit drei Inbusschrauben fixiert. Sieht solide und vor allem schön neu aus. Das sollte erstmal wieder einige Jahre halten.
Punkt 3: Das Holz an den Handläufen an Deck und Pinne zeigt ein paar trockene Stellen. Ich streiche alles mit Le Tonquinois nach. Erledigt.
Punkt 4: Das Unterwasserschiff. Mein Boot ist ja im Winter im Wasser geblieben und ich habe kein neues Antifouling gestrichen. Also zwänge ich mich in meinen Neoprenanzug, die Ostsee ist immer noch sehr kalt, und gehe auf Tauchstation. Und in der Tat ist auch schon jede Menge Bewuchs am Rumpf zu sehen. Der wird erst einmal mit einem Schrubber entfernt. Auch die schon etwas größeren und ausgedehnteren Bewuchsstellen am Kiel. Das bremst alles nur. Anstrengend ohne Flaschen und Schnorchel. Dann muss ich noch Seepocken und anderes Gedöns am Propeller entfernen, der verliert schon wieder seine Form und vor zwei Jahren hatte ich damit einmal große Probleme, als ich bei der stürmischen Ausfahrt aus der Schlei plötzlich keinen Schub mehr hatte. Aber jetzt sollte auch das wieder für ein paar Wochen halten.
Damit wären die letzten Punkte auf meiner Liste erledigt. Lediglich das Kabel zum Horn scheint defekt, aber dafür habe ich ja meine Vuvuzela im Schapp. Nun noch Diesel und Benzin bunkern, den Wassertank füllen, die Akkus aufladen und die Reise kann beginnen. Noch 10 Tage bis zur Abfahrt und das Gefühl eines technisch gesunden Bootes ist dabei sehr wertvoll.   

„Ich geh‘ segeln“

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Tour TV – Episode 3 – Die Vorbereitung des Bootes für die Sommerpromotour


Die geplante Route
 Tour TV – Folge 3 – Das Video zum Blogbeitrag
Für den geplanten Törn meiner Sommertour muss mein Boot in Ordnung sein. Flensburg, Usedom und zurück; da kommen schon einige Meilen zusammen und die Ostsee hält auch immer einiges an Überraschungen bereit. Grundsätzlich schiebe ich keine Arbeiten am Boot auf. Wenn ich einen Defekt feststelle, wird dieser sofort behoben. Ich glaube, dass viele Unfälle auf See aus einer Verkettung von Umständen entstehen, und nie nur eine Ursache haben. Je weniger Möglichkeiten ich dem Schicksal also biete, desto sicherer bin ich unterwegs. Daher bin ich nun 10 Tage vor meiner Abfahrt noch einmal zu meinem Boot gefahren um ein paar letzte Dinge auszubessern, und um noch einmal alles zu checken.
Punkt 1: Wassereinbruch. In letzter Zeit war häufiger recht viel Wasser in der Bilge. Zum Glück Süßwasser. Ich hatte daraufhin das ganze Boot abgesucht und festgestellt, dass der Schlauch des Ablaufes einer Sitzbank im Cockpit sich gelöst hatte. Das erklärte natürlich das viele Wasser nach starken Regenfällen. Ich hatte das dann repariert, war aber seitdem nicht mehr auf dem Boot. Und es gab ja gerade in den ersten Julitagen sehr starke Regenfälle an der Ostsee. Ein wenig unruhig geht mein Blick dann auch als erstes in die Bilge, aber die ist bis auf ein wenig Restwasser trocken. Es gibt ein, zwei Stellen an den Fenstern und an der Backskiste, die etwas Wasser durchlassen. Das kenne ich, das ist normal, das kann erst einmal so bleiben. Damit ist meine größte Sorge auch bereits behoben.
Punkt 2: Die oberen Relingsdrähte des Seezauns sind altersschwach. Die Ummantelung des Drahtes löst sich überall und scheuert an meiner Fockschot. Diese sieht daher auch schon etwas angenagt aus. Und wer weiß, ob der Draht überhaupt noch stabil ist, wenn man sich dagegen lehnt oder fällt? Hier geht es auch um meine Sicherheit. Ich habe mir deshalb ein Set zum Austausch der Drähte gekauft. Der Durchmesser des Drahtes ist größer und auch die Ummantelung dicker, aber zu meiner Erleichterung passt er genau durch die Augen der Relingsstützen. Die Montage ist recht einfach. Lediglich das notwendige Kürzen der Drähte mit einer Eisensäge klappt nicht, da das Sägeblatt nach 30 Sekunden aufgibt. Die Flex hat diese Probleme nicht. Der Draht wird auf die richtige Länge gebracht und in den Spannern mit drei Inbusschrauben fixiert. Sieht solide und vor allem schön neu aus. Das sollte erstmal wieder einige Jahre halten.
Punkt 3: Das Holz an den Handläufen an Deck und Pinne zeigt ein paar trockene Stellen. Ich streiche alles mit Le Tonquinois nach. Erledigt.
Punkt 4: Das Unterwasserschiff. Mein Boot ist ja im Winter im Wasser geblieben und ich habe kein neues Antifouling gestrichen. Also zwänge ich mich in meinen Neoprenanzug, die Ostsee ist immer noch sehr kalt, und gehe auf Tauchstation. Und in der Tat ist auch schon jede Menge Bewuchs am Rumpf zu sehen. Der wird erst einmal mit einem Schrubber entfernt. Auch die schon etwas größeren und ausgedehnteren Bewuchsstellen am Kiel. Das bremst alles nur. Anstrengend ohne Flaschen und Schnorchel. Dann muss ich noch Seepocken und anderes Gedöns am Propeller entfernen, der verliert schon wieder seine Form und vor zwei Jahren hatte ich damit einmal große Probleme, als ich bei der stürmischen Ausfahrt aus der Schlei plötzlich keinen Schub mehr hatte. Aber jetzt sollte auch das wieder für ein paar Wochen halten.
Damit wären die letzten Punkte auf meiner Liste erledigt. Lediglich das Kabel zum Horn scheint defekt, aber dafür habe ich ja meine Vuvuzela im Schapp. Nun noch Diesel und Benzin bunkern, den Wassertank füllen, die Akkus aufladen und die Reise kann beginnen. Noch 10 Tage bis zur Abfahrt und das Gefühl eines technisch gesunden Bootes ist dabei sehr wertvoll.   

„Ich geh‘ segeln“

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Die "Ich geh‘ segeln" Promotour entlang der Ostseeküste

Tour TV – #2



Für die Promotion zum Soundtrack meines (Segel-) Sommers 2017 habe ich mir etwas ganz Besonderes ausgedacht: Die weltweit erste Promoreise mit (m)einem Schiff!  Von Flensburg bis nach Usedom und zurück. In rund 3 Wochen. Begleitet von meinem Label. Unterwegs warten dann eine Reihe von Auftritten mit meinem Projekt „The Sailing Bassman&Friends“ in unterschiedlichen Häfen und Besetzungen auf mich. Unsere Instrumente sind mit an Bord und wir werden natürlich auch auf den Booten leben. Wenn das Wetter mitspielt und alles so klappt wie geplant, wird es sicher ein einmaliger Sommersegeltörn entlang der schönen Ostseeküste. Im Blog und im Tour TV werde ich natürlich ausführlich über den Törn berichten!

Der Song zur Tour

Einen Hafentag in Travemünde und entspanntes Weiterbummeln durch die Wismarer Bucht könnte ich mir davor gut vorstellen. Auch um etwas Energie und Kraft zu tanken für die weiteren Abschnitte der Tour. Oder, falls das Wetter bisher nicht mitgespielt hat, die Boote hierherzubringen. Denn kein Plan übersteht den ersten Kontakt mit dem Feind, in diesem Falle also Rasmus, und daher gibt es natürlich auch einen Ausweichplan per Transporter und Landstraße. Ich hoffe aber, dass wir diesen zunächst nicht benötigen werden. 
 

Je nach Wetter segele ich dann noch nachts oder auch erst morgens weiter nach Kühlungsborn.

Denn hier steht am
6.8.
der nächste Auftritt der Segeltournee an: Im Restaurant„VielMeer“ wieder direkt am Hafen.

 

Ab hier wird es nun etwas komplizierter, denn die beiden letzten Termine der Tournee sollen am 8.8. in Zingst und am 12.8. in Kröslin stattfinden. Mein Plan wäre daher zunächst das Boot am
7.8.
nach Warnemünde zu verholen und von dort ausnahmsweise über die Straße nach Zingst zu fahren um dort am
8.8.
am Hafen aufzutreten. Dann könnte ich am
9.8.
in Warnemünde aufbrechen um südwestlich Hiddensee in die Boddengewässer einzulaufen und dann durch den Strelasund Rügen südlich zu umfahren. Am
12.8.

werden wir dann in der „Marina Baltic Sea Resortdes „Marinaverbundes Ostsee“ in Kröslin bei Usedom den letzten Auftritt der Tournee spielen.   

Ein recht sportlicher Plan, der aber mit etwas Glück aufgehen könnte. Prinzipiell bräuchte ich nur eine halbwegs stabile Westwindlage bis zum 12.8. Denn dann kann der Wind gerne drehen um den weiten Weg in die Flensburger Förde anzugehen. Man wird ja mal träumen dürfen!
Am
13.8.
geht es jedenfalls zurück. Ich möchte diesen doch recht weiten Weg mit einem Freund gerne an einem Stück angehen um auch einmal im System mit wechselnden Wachen die Nächte durchzusegeln.
Auf meinem YouTube Kanal und imBlog halte ich euch während der Tour natürlich täglich auf dem