Monatsarchive: Juli 2012

smoked salmon


Two men fishing on a RIB in Russia had a lucky escape when a grenade exploded as it hit the water.
While there are no clues explaining why the fishermen took a grenade on an inflatable boat, the explosion was caught on camera by LiveLeak.com. The website claims that stunt was a scene from a movie that went terribly wrong.

www.ybw.com/news/motorboats/532283/video-explosive-fishing


thx Lutz

SV Blauwe Pinquin, Ben Rutte NL

After their circumnavigation of 3 years and 35.000 nm SV Blauwe Pinquin – a VICTOIRE 34 – returned safely to her homeport Amsterdam where they arrived on 28.july 2012

SV Blauwe Pinquin

The Overload

A View To Remember
The Center Is Missing
They Question How The Future Lies
…In Someone’s Eyes
The Gentle Collapsing
Of Every Surface
We Travel On The Quiet Road
…The Overload

[Talking Heads]

Off Road

Micha im Glück

Antofagasta, die zweitgrößte Stadt Chiles ist unser heutiges Ziel. Eine Bleibe haben wir sogar auch, eine nette chilenische Familie, die auf www.couchsurfing.net ihr Gästebett inklusive Familienanschluss an alle Reisenden zur Verfügung stellt, die mehr vom Land kennenlernen wollen, als Hotels und Natur. Nach 200 km zweigt linkerhand eine unscheinbare Strasse Richtung Meer nach Taltal ab. “Müsst ihr hinfahren”, hat uns gestern Pedro in der Fischerkneipe gesagt, und da sowieso bald Zeit für eine Mittagspause ist, folgen wir seinem Rat und nicht der Hauptverkehrsader Chiles.

Taltal ist ein bonbonfarbenes, sauberes Städtchen zwischen blauem Pazifik und brauner Felswüste. Auf der Plaza blühen Hibiskus und Bougainvileen und goldene Putten spucken ein bisschen Wasser in den Brunnen, nicht zuviel natürlich, schliesslich sind wir trotz allem in der Wüste und Wasser ist knapp. Schon seit Copiapo macht sich immer mehr der englische Einfluß bemerkbar, vorbei sind die Regionen, in denen “Kuchen” und “Bier” auf der Speisekarte stand. Unser Mittagessen nehmen wir im Club Social, einem Überbleibsel wohlhabender Briten, ein und wundern uns, wie ähnlich dieses Lokal von den Gerichten auf der Speisekarte bis zur Angewohnheit einem den fastleeren Teller unter der Gabel wegzureissen, manchen Restaurants in Südafrika ist. Nur das halbverschluckte Spanisch wäre durch rollendes Englisch zu ersetzen.

Auf der Karte führt eine Strasse direkt am Meer bis fast nach Antofagasta. Die nehmen wir, ist doch klar, oder? Jetzt wieder zurück auf die 5 wäre Quatsch. Das geht auch gut. Eine Teerstrasse führt noch 30 km weiter nach Norden, vorbei an hübschen Stränden mit Bademeistern. Dann wird die Gegend wilder, die Strasse, die geteerte, führt rechts ins die Berge, noch 170 km, sagt ein Schild. Aber wollten wir nicht am Meer entlang? Klar, kein Problem, die Strasse geht ja weiter, sind nur ein paar Ausbesserungsarbeiten im Gange, daher der Schotter. Doch der Schotter wird zur Regel und nach einer halben Stunde Fahrt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 kmh müssen wir uns überlegen, ob wir das wohl fragliche 60-140 km durchhalten wollen. Pro forma werde ich vor die Wahl gestellt umzudrehen, doch bei einem Blick in die strahlenden Augen des Offroaders bringe ich es nicht übers Herz, ihm mit der langweiligen Vernunft zu kommen. “Passt schon” murmel ich und stemme mich fester in den Beifahrersitz.

Natürlich wird die Strecke nicht besser, im Gegenteil, wir werden in unseren Herrn Beuger ordentlich durchgeschüttelt. Doch wie immer lohnt es sich, von der Route abzubiegen, die Pazifikküste ist spektakulär. Schroffe, tiefschwarze Felsklippen , rote Wüstenberge, sandige Dünen, auch wenn uns ausser ein paar Kakteen keine Pflanze begegnet, ändert sich die Landschaft hinter jedem Kap, wenn man sich darauf einlassen kann. Alle paar Kilometer stehen kleine, improvisierte Hütten am Strand, Fischer, die in dieser Einöde leben und nach Algen suchen. Auf dem Weg hat immer wieder Jose seine Liebe zu Maria oder Jorge seine Liebe zu Esmeralda mit Muscheln oder Steinen in den Sand geschrieben oder Estefano seine momentare Verdrossenheit über den Strassenzustand (s.o.) demonstriert. Ein bisschen nervös werden wir, als um fünf Uhr abends immer noch keine Abzweigung zurück zur Ruta 5 gekommen ist, zwischen uns und der Hauptverkehrsader liegen bis zu 3140 m hohe Berge, ein Observatorium, dass so ausserirdisch wirkt, dass sogar Teile eines James Bond dort gedreht wurden, liegt irgendwo da oben versteckt. Lena hat genug vom Gewackel und schläft kurzerhand ein. Als ich gerade laut fragen will, ob wir nicht doch besser unser Zelt hier für die Nacht aufschlagen wollen, kommt die Abzweigung. Nur noch 56 km bis zur 5. Erst atmen wir auf, dann scharf ein, denn nun kommt der Pass über die Berge. In engen Serpentinen windet sich die Dirt Road in die Höhe und ich bin froh, dass ich mit meiner Höhenangst nicht selber fahren muss. Auf 1800 Metern, auf der Spitze des Passes, geht die Sonne im Wolkenmeer über dem Pazifik unter. “Wir sind ja über den Wolken”, staunen die Kinder nicht weniger als wir. Ein paar Minuten Pause für diesen unvergesslichen Augenblick gönnen wir uns, dann müssen wir weiter. Die Piste wird besser, mit sechzig können wir über die Hochebene brettern und erreichen mit dem letzten Tageslicht die asphaltierte Ruta 5. Geschafft.

Doch das soll nicht alles gewesen sein, denn in Antofagasta stellen wir fest, dass unsere Gastgeberin Paola zwar in der Region Antofagasta, aber in der Stadt Calama, drei Autostunden entfernt wohnt. Eigentlich ein typischer Wnuk, meint Micha, ist aber mir passiert. Das Schicksal hat uns vor einem günstigen Hotel parken lassen, bewachtes Parkhaus ist gleich um die Ecke, nehmen wir. Calama kommt morgen an die Reihe. Im Restaurant wackelt der Boden immer noch.

Die Wüste lebt

Zurück im Reisemodus

Kurzfristig stand schon der Gedanke “Weiterfahren” im Raum, als wir heute morgen bibbernd aus dem kuscheligen Zelt in den grauen Himmel. gestarrt haben. Doch immerhin haben wir bei der Einfahrt in den Park eine Gebühr dafür bezahlt zum Aussichtspunkt Las Lomitas zu wandern, die können wir nicht einfach verfallen lassen, oder? Also wappnen wir uns mit einer Schicht Wäsche mehr gegen die Temperaturen und trotzen der morgendlichen Frische des Outdoorfrühstückes.

Nach einem kurzen Abstecher auf die Hügelspitze, auf der man das Mobilfunknetz empfangen kann, geht es kreuz und quer durch die Wüste zum Ausgangspunkt der Wanderung. Die Landschaft ist unwirtlich, unwirklich. Schön, abweisend, faszinierend. Bei mir lösen die kahlen Berge, ihre Schroffheit, immer wieder Beklemmungen aus, Micha ist völlig frei davon. Mag an seiner Vergangenheit als begeisterter off-road KTM-Fahrer zu liegen. Der Kontrollposten an den Lomitas ist geschlossen, zwischen 10 und 14 Uhr darf man, laut vergilbtem Schild, hier wandern gehen, aber wen interessiert das jetzt in der Nebensaison. Die Conaf-Mitarbeiter sitzen sicher lieber in ihrem Quartier, als darauf zu warten, dass alle fünf Tage mal ein paar Touristen den Aussichtspunkt erklimmen wollen.

Schnell haben wir den Parkplatz hinter uns gelassen, nur spärlich sind hier am Anfang die Kakteen zu finden, doch je näher wir dem Meer kommen, desto dichter wird der Bewuchs, denn hier holen sich die Pflanzen das lebenswichtige Wasser über den morgendlichen Nebel, der sich als Tau auf die Blätter und Kakteen legt. Und obwohl die Sonne mittlerweile vom kaltblauen Himmel brennt, spüren wir schon die kalte, feuchte Luft des Pazifiks, die uns entgegenströmt. Ein grauer Wüstenfuchs jagt plötzlich wie wildgeworden aus der Prairie auf uns zu und guckt uns halb ängstlich, halb erwartungsvoll an. Vermutlich sind wir nicht die ersten, die hier langgelaufen sind, und vermutlich waren unsere Vorgänger etwas freigebiger, was ihre Picknickvorräte angeht.

Nach fünf langen, staubigen Wüstenkilometern erreichen wir die Las Lomitas, den Ausichtspunkt, wo die Wüste steil aus 800m Höhe ins Wasser fällt. Eine grandiose Aussicht. Und irgendwie ist uns auf dem Marsch durch die Wüste auch der Ärger über geklaute Schuhe und zerschlagene Scheiben abhanden gekommen. Wir sind wieder zurück im zufriedenen Reisemodus, den wir in den Bergen des Valle Elqui gefunden haben. Der Tag findet ein perfektes Ende auf der Terasse eines kleinen Restaurants im Fischerdorf Pan de Azucar. Die Kinder schauen den Fischern zu, Pelikane watscheln auf der Suche nach Almosen über den Strand und auf dem Tisch stehen zwei Gläser Vino tinto.

Galapagos und die 72 Std Regelung

Die SY Mares wurde vor 14 Tagen bei dem Hafenkapitän Eric Moran auf der Insel Isabela Galapagos vorstellig und fragte ihn, ob er, wie sonst auf der Welt üblich, ihm und seinem Schiff erlauben würden, ohne einzuklarieren 72 Stunden im Hafen von Isabela bleiben zu dürfen?

Die Antwort von Herrn Eric Moran war, diese sonst sicher übliche Regel würde auf Galapagos nicht angewandt und das höchste was er bei einem wirklichen Schaden am Schiff gestatten würde, wären 12 Stunden Aufenthalt in seine, Hafen..

Damit bestätigt sich wiederum, dass auf den Galapagos internationales Seerecht gebrochen wird.

Bereits In den Jahren 2010 und 2011 hat es diesbezüglich Zwischenfälle gegeben, die teils mit Militär und Waffengewalt durchgesetzt worden sind.

Dem TO ist dies seit 5 Jahren bekannt, er verweist gleichwohl immer wieder darauf, dass die 72 Std Regel auch auf den Galapagos Inseln “in der Regel – sicher angewendet werden wird”.

Vielleicht sollte der TO einmal für Rechtssicherheit sorgen und feststellen lassen, wie diese internationale Regel weltweit gehandhabt wird!

Saludos aus Contadora

Guenter S. Hamacher, Contador / Panama