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Bogacki erfüllt Transat-Anforderungen

Vor La Trinité sur Mer/Frankreich stieg Morten Bogacki in die Schleife nach Coningbeg am Südost-Zipfel Irlands und von dort nach La Rochelle/Frankreich ein und segelte in rund fünf Tagen wieder zu seinem Startpunkt. Dort hängte der Wahl-Kieler gleich noch weitere 100 Seemeilen dran, um den Mini „Lilienthal“ des Offshore Team Germany nach Douarnenez in der Bretagne zu überführen. Anfang Juni will er hier mit der Trophee Marie-Agnes Peron ein weiteres Rennen bestreiten. Die notwendigen Regattameilen und nun auch den Qualifier für das Mini Transat hat der OTG-Mini-Skipper indes schon allesamt zusammen.

Sehr entspannt meldete sich Morten Bogacki nach seiner Rückkehr an Land aus Frankreich: „Die Bedingungen waren zwar nicht ganz so gut wie vorhergesagt, aber es war ein gutes Wetterfenster bei Winden zwischen 15 und 20 Knoten, maximal 30 Knoten. Man kann es deutlich schlechter haben.“ Inklusive der Überführung nach Douarnenez verbrachte Bogacki sieben Nächte am Stück auf der „Lilienthal“ und konnte damit schon mal eine Kostprobe davon nehmen, wie es sein wird, wenn er ab September im Rahmen des Mini Transat La Boulangere in zwei Etappen von La Rochelle/Frankreich zu den Kanaren und von dort nach Martinique in die Karibik segeln wird.

„Beim Schlafen habe ich einen guten Rhythmus gefunden in der üblichen Powernap-Zeit von 15 bis 20 Minuten. In der Weite der Keltischen See habe ich mir den Wecker auch mal auf 30 Minuten gestellt“, berichtete der Segler des Düsseldorfer YC. Zwischen den Schlafintervallen galt es immer, kurz den Kurs, die Segel, die Bedingungen und den Schiffsverkehr zu checken, um dann wieder unter Deck in den Schlafsack zu schlüpfen. „Gerade vor Irland war es nachts schon sehr kalt. Deshalb habe ich viel Zeit unter Deck verbracht und habe vergleichsweise viel geschlafen.“ Allerdings machte ihm die Vollmondphase zu schaffen. Zwar sorgte der Erd-Trabant beim Arbeiten an Deck auch nachts für angenehmes Licht, aber „teilweise schien er so hell in die Kajüte, dass ich dachte, ich werde von einem anderen Schiff angeleuchtet“.

Eine weitere Herausforderung war die Ernährung. Die Menü-Karte beschränkte sich auf Tütensuppen und Astronauten-Nahrung – selten mal einen Müsli-Riegel oder Apfel sowie eine Dose Thunfisch, um mal etwas Geschmack in den Mund zu bekommen. „Frische Ware hält sich ja leider nicht an Bord. Und auch das Trinken muss ich noch üben. Immer nur Wasser ist schon etwas fad“, so Bogacki.

Beste Erfahrung machte der Arzt an einer Rendsburger Klinik mit „Lilienthal“. Der OTG-Mini absolvierte die über 1000 Meilen ohne Mucken und gab seinem Skipper ein gutes Gefühl: „Jede Meile an Bord zählt und ich habe den Mini besser kennengelernt und Vertrauen aufgebaut. Trotzdem schläft man natürlich immer mit einem Ohr an der Bordwand, um die Veränderungen mitzubekommen. Und richtig fertig mit der Arbeit ist man nie. Gerade die Einstellung des Autopiloten verlangt Feintuning.“

Der Wahl-Kieler Morten Bogacki hat Vertrauen zu seinem Mini “Lilienthal” gefasst. Foto: OTG

Obwohl der Qualifier weitgehend problemlos verlief, gab es für Morten Bogacki auf den 1000 Seemeilen auch die ein oder andere knifflige Situation. Die Passage unter der Brücke zur Île de Ré vor La Rochelle am südlichen Punkt der Schleife verlangte wegen der Flachs und Muschelbänke viel Aufmerksamkeit: „Manchmal erschrickt man fast, wie schnell man regaieren muss. Denn die Durchfahrt ist hier nur wenige Hundert Meter breit.“ Und ein Frachter kam dem langjährigen Jollensegler auch noch sehr nahe. „Ich war kurz unter Deck, und er hat seinen Kurs geändert. Plötzlich wirkte es, als wäre er fast neben mir.“

Die Erfahrungen bestärken den Transatlantik-Aspiranten aber, gut für den Saisonhöhepunkt vorbereitet zu sein: „Für die kurze Projektzeit ist es gut. Die Franzosen haben natürlich mehr Erfahrung, sind seit Jahren in der Mini-Szene. Aber ich habe schon das Gefühl, ein bisschen bei den Minis angekommen zu sein. Und ,Lilienthal’ hat seine Qualitäten gezeigt. Unter diesen Voraussetzungen sollte der anvisierte Platz zwischen Rang fünf und sieben möglich sein. Es kommt natürlich auch auf die Windbedingungen beim Mini Transat an. Bei Reach-Winden ist das Boot schnell unterwegs.“

In den kommenden Wochen muss Morten Bogacki noch darauf warten, dass die Mini-Klasse seinen Qualifier, zu dem er die Unterlagen mit Logbuch, Positionsmessungen und Aufsatz nun einreicht, ratifiziert. Zwischenzeitlich kehrt er nach Deutschland zurück, um in der Klinik zu arbeiten. Und schließlich gilt es, das Boot für die große Regatta über den Atlantik (Start am 22. September in La Rochelle) noch schick zu machen und zu optimieren.

Rätsel um unbemannte Yacht auf der Elbe ist gelöst

Etap: <p>
	Die unbemannt aufgefundene Etap &bdquo;Mrs Binky&ldquo;</p>

Die am 14. Mai an der Elbinsel Lühesand angetriebene Etap ist unter ungeklärten Umständen von ihrem Ankerplatz vertrieben

Prominenter Rekordsegler startet bei der Baltic 500

Szymon Kuczynski: <p>
	Weltrekordler Kuczynski bei der Ankunft in Plymouth</p>

2018 sorgte Szymon Kuczyński mit seiner Nonstop-Weltumsegelung auf einem 22-Fuß-Boot für Furore. Jetzt geht er das Ostsee-Rennen an – wieder mit einem Winzling

Das Hamburg ancora Yachtfestival 2019 im Überblick

Vom 24. bis 26. Mai werden in der ancora Marina in Neustadt 200 Segel- und Motoryachten präsentiert, neue Trendsportarten können ausprobiert werden und in 100 Pagoden an Land zeigen Aussteller Ausrüstung und passendes Zubehör.

Eine neue Promenade mit angrenzendem Hallenvorplatz bildet den neuen „Promenadenbereich“ und verbindet im fließenden Übergang die Ausstellungshalle mit dem Hafenbereich. Besucher können dort ganz ungestört flanieren und entspannt zwischen Halle und Hafen pendeln.
Dort finden sich sowohl Trailerboote als auch Pagodenaussteller aus dem Ausrüstungs- und Zubehörsegment. Kulinarische Highlights dürfen dort natürlich nicht fehlen: Eine Auswahl an Foodtrucks rundet das Angebot ab. Ein neuer mobiler Schwimmsteg verbindet nun beide Seiten des Hafenbeckens und ermöglicht einen idealen Rundlauf für die Besucher des Yachtfestivals. Probefahrten mit den Händlern sind weiterhin möglich, der Steg wird regelmäßig geöffnet.

© HMC

Das Yachtfestival bietet ein Rahmenprogramm mit Info- und Entertainment. Auf insgesamt drei Bühnen – eine davon ist eine Wasserfläche mitten im Hafen – sind Experten rund um Yachtsport-Themen engagiert. Dabei werden nicht nur Vorträge gehalten. Aktives Mitmachen ist in zahlreichen Workshops und Demonstrationen möglich und erwünscht.

Im Strandbereich warten auf die Besucher des Yachtfestivals SUP-Boards sowie elektrische, führerscheinfreie Surfboards zum Ausprobieren. In Optimisten können Nachwuchskapitäne unter Anleitung erste Segelerfahrungen sammeln und Kinder ab 12 Jahren haben die Möglichkeit, in einer J/24 rasantere Manöver zu fahren oder mit einem motorisiertem Schlauchboot durch das Hafenbecken zu tuckern.

Das komplette Programm gibt es unter www.yachtfestival.de.

Öffnungszeiten

Das Hamburg ancora Yachtfestival findet vom 24. bis 26. Mai 2019 in der ancora Marina in Neustadt/Holstein statt. Geöffnet ist von Freitag bis Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Offiziell eröffnet wird das Hamburg ancora Yachtfestival am Freitag, 24. Mai, um 11 Uhr vor Steg V mit einem Banddurchschnitt.

Shuttle-Service

Während der Öffnungszeiten des Hamburg ancora Yachtfestivals pendelt ein Bus-Shuttle für alle Besucher zwischen dem Zentrum von Neustadt und der ancora Marina. Der Bus fährt alle 30 Minuten ab und ist kostenlos. Die erste Hinfahrt startet vom Marktplatz Neustadt um 10:00 Uhr, die letzte Rückfahrt von der ancora Marina um 18:14 Uhr. Zwischen 13:30 -14:30 Uhr gibt es eine Pause.

Der komplizierte Bau der Cup-Biester: Foil-Tests mit Folgen

Flügel im Belastungstest: <p>
	Diese Fl&uuml;gel wurden jetzt auf der italienischen Persico-Werft intensiven Belastungstests unterzogen &ndash; am Ende mit gro&szlig;em Erfolg</p>

Die Organisatoren haben Bilder von Tests mit den Foils für die neuen America’s-Cup-Yachten veröffentlich. Sie geben Einblicke in die Herausforderungen

Offshore Team Germany: Bogackis Mini-Transat-Qualifikation – Platz 5 bis 7 angepeilt

Morten Bogacki
Morten Bogacki hat seinen 1000-Seemeilen-Qualifier für die Teilnahme am Mini Transat 2019 mit einem zügigen Ritt zwischen Frankreich und Irland durch die Keltische See und die Biskaya absolviert. Weiterlesen

Angekommen: Morten Bogacki hat sich qualifiziert

Bogackis Qualifikation für das Mini Transit 2019: <p>
	Morten Bogacki qualifiziert sich mit &quot;Lilienthal&quot; f&uuml;r das Mini Transat 2019</p>

Der Wahl-Kieler Morten Bogacki ist startberechtigt für das Mini-Transat 2019. Er hat den 1000-Meilen-Ritt durch Keltische See und Biskaya erfolgreich bestritten

Das gehört in die Bordapotheke

Hamburg Ancora Yacht-Festival: Das sind die Neuheiten

Hamburg Ancora Yachting Festival: <p>
	Ab morgen Freitag ge&ouml;ffnet: das Hamburg Ancora Yachting Festival in Neustadt</p>

Morgen, am Freitag öffnen sich die Tore zu Deutschlands größter Inwater-Boatshow in Neustadt. Zur Jubiläumsausgabe sind viele spannende Neuheiten zu sehen

Flaues Vergnügen in der Irischen See – „Iskareen“ dreht bei

Normandy Channel Race 2019: <p>
	Normandy Channel Race 2019: Die &quot;Iskareen&quot; dreht bei</p>

Seit Sonntag quält sich die Mehrheit der Teilnehmer in wenigen Knoten Wind über den ohnehin schon verkürzten Channel-Race-Kurs. Zwei Hamburgern reicht es jetzt

Keiner ist wie Rene

{Time:22:22:00}
{Date:20190519}
{Position:18°04.1161’N, 063°05.6828’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Saint Martin / Sin Maarten}
{Target:Curacao}
{Temp Air/Pressure:28°C}
{TempWater:28°}
{Wind:10-15kn/E}
{Wave:0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190519}
{Title:Keiner ist wie Rene}

Ankommen in Saint Martin

Rene & Marion nehmen sich den Samstag Zeit um mir und Akeem die Insel zu zeigen. Es geht kreuz und quer über die Insel. Ich bin einfach nur glücklich, dass mein Freund Rene in meiner Nähe ist. Der Tag vergeht im Flug und ich bekomme einen Eindruck von dieser Touristeninsel. Nun. Mit 40qkm ist sie nicht besonders groß. Es gibt diverse Stellen wo man anhalten kann und sich ein erfrischendes Getränk gönnen kann. Prost Rene. Dabei fliegen die Touristenbomber der KLM zum Anfassen nah direkt über einem auf die Landebahn. Wer Curacao kennt, der kann sich auch vorstellen wie Sint Maarten aussieht. Schon sehr holländisch das Ganze.

Eigentlich hatte ich schon geplant in die Lagune zu verlegen. Aber da taucht in meiner Hurrican App „Andreas“ auf. Der erste tropische Sturm mit Namen. Gegen Schäden durch Stürme bin ich nicht versichert. Einmal drin in der Lagune kommt man so schnell nicht mehr heraus. Das kenne ich schon aus Südafrika. Damals waren es knappe drei Jahre, die die IRON LADY in Knysna gelegen hat. Das muss nicht noch mal sein und wenn Andreas nicht zu den Bermudas zieht, so wie geplant, dann hab ich ein Problem. Also bleibe ich in der Marigot Bay. Auf türkisen Sand ankern ist ja auch prima. Akeem verläßt am Sonntag das Schiff und fliegt nach Antiqua. Kaum ist er weg kommt sentimentales über WA. Er wird die Zeit mit mir nie vergessen, er ist unendlich dankbar für den Schlag und er vermisst am meisten meine Küche. Dabei hab ich einfach in den Topf gespuckt, so wie ich das immer tue.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 56 Sint Maarten over the Los Roques to Curacao ABC Islands
CREW 57 Nike Steiger segelt die MARLIN gegen den Wind ins Paradies

JOIN THE CREW:
www.marlin-expeditions.com

Kieler Kür auf dem Weg nach Japan

In Kiel geht es eher um den Feinschliff. Hier kann man auch Mut sammeln, denn man muss auch lernen, aufs Treppchen zu kommen“, so Nadine Stegenwalner, DSV-Sportdirektorin, mit Blick auf die Kieler Woche. Dabei fügt sich der Wettstreit der Spitzensegler in den olympischen Klassen in eine Kieler Woche, die einmal mehr die ganze Vielfalt des Segelsports abbildet.

„Nach dem Jahr der Rekorde folgt im Jubiläumsjahr ein Jahr der neuen Elemente“, so der Organisationsleiter der Kieler-Woche-Regatten, Dirk Ramhorst. Rund 4.000 Aktive aus mehr als 50 Nationen werden zum Kieler-Woche-Jubiläum (die 125. Ausgabe im 137. Jahr) erwartet.

In den olympischen Klassen ist Kiel in diesem Jahr die Kür. Training, Spaß und heimisches Wohlfühlgefühl stehen für die deutsche Nationalmannschaft im Vordergrund. Zwischen Worldcup, EM, WM und den Qualifikationen zum vorolympischen Testevent in diesem Jahr und den Olympischen Spielen 2010 in Japan fällt in Kiel der ganz große Druck ab. Hier kann man Gewinnen üben und sich mit der internationalen Konkurrenz auf dem heimischen Revier messen.

Bisher wurden nur im Laser, Laser Radial und 49er die Nationentickets für Enoshima gelöst. In den übrigen Klassen geht es nach der Kieler Woche um alles. Die interne deutsche Ausscheidung steht noch an. Viele Gründe, die für die deutschen Spitzensegler dafür sprechen, in Kiel eine gute Kür abzuliefern.

Großer Andrang bei den 49ern FX. Die Meldezahl-Beschränkung wurde jetzt aufgehoben. Mit am Start sind Victoria Jurczok/Anika Lorenz aus dem German Sailing Team © www.segel-bilder.de

Im 49erFX treffen Victoria Jurczok/Anika Lorenz, die sich beim Weltcup vor Genua ihr Ticket für den Start bei den olympischen Testregatten in Enoshima (Japan) sicherten, auf Tina Lutz/Susann Beucke, die das Kieler Revier lieben. 2017 gewannen Lutz/Beucke vor Kiel den EM-Titel, 2013 und 2016 die Kieler Woche. Im Vorjahr reichte es zu Silber. Kieler-Woche-Gold fehlt noch in der Bilanz der Olympia-Neunten von Rio, Jurczok/Lorenz.

Die Kieler Nachwuchscrew Maru Scheel/Freya Feilcke sowie Jule Görge mit ihrer neuen Vorschoterin Fanja Valentien dürften nur eine Außenseiterrolle einnehmen. Scheel/Feilcke (beide 18 Jahre jung) belegten bei den Youth Worlds 2018 Rang sechs und 2017 Rang fünf und zählen mit Blick Richtung Olympische Spiele in Paris 2024 zu den deutschen Nachwuchshoffnungen. Aufgrund der langen Warteliste und des Drängens der Seglerinnen, wurde die Beschränkung der Teilnehmerzahl in der olympischen Skiff-Klasse von 40 Teilnehmern aufgehoben. „Wir können Gruppensegeln anbieten und an der Bahnverteilung feilen“, so der Oberste Wettfahrtleiter (PRO) Fabian Bach.

Im Laser Radial der Frauen kommt die große Favoritin aus Dänemark. Die Bronzemedaillengewinnerin von Rio und Kieler-Woche-Vorjahressiegerin, Anne-Marie Rindom, belegte wie bei den Olympischen Spielen auch bei den Worlds auf heimischem Revier vor Århus Rang drei und hat sich damit einen Platz auf dem Podium nahezu reserviert.

Die deutschen Hoffnungen liegen auf den Schultern von Julia Büsselberg (Berlin) und Laura Schewe (Kiel). Büsselberg räumte bis vor zwei Jahren im Laser 4.7 so ziemlich alles ab und peilt die Olympiateilnahme im Radial an. Die 19-Jährige kann dabei auch über 2020 hinausschauen. Auch die gleichaltrige Laura Schewe blickt eher Richtung Paris 2024. Lena Marie Weißkichel, Lena Haverland, Pia Kuhlmann, Pauline Liebig, Laura Bo Voss und Jennifer Weissenberger ergänzen die starke deutsche Flotte.

Lina Rixgens startet bei der Kieler Woche beim Mixed Doublehand Offshore © Blondsign by Eike Schurr

Rixgens: Mini Transat und Paris?

Während die deutsche Nationalmannschaft in Kiel-Schilksee eine Kür absolviert und den Blick auf die Nationenplätze in Enoshima richtet, plant die Kieler Woche auch schon über die Spiele in Japan hinaus, denn 2024 in Frankreich werden neue Segeldisziplinen am Start sein. Eine davon ist Mixed Doublehand Offshore. Schon jetzt bilden sich in Deutschland die ersten Crews.

Und während Roland und Nahid Gäbler für 2019 ihre Kampagne ruhen lassen, taucht mit Lina Rixgens ein neuer Name im olympischen Umfeld auf. Die Medizinstudentin fand über den Opti und die Europe den Weg in den Segelsport. 2017 machte sie mit ihrer Teilnahme am Mini Transat auf sich aufmerksam. 18 Tage, vier Stunden und sieben Minuten war Lina Rixgens 2017 während der Mini Transat unterwegs.

Und diese Faszination des Einhandsegelns über den Atlantik hat die Seglerin nicht mehr losgelassen. Nachdem sie vor zwei Jahren als erste deutsche Frau startete und Rang 38 belegte, möchte sie 2021 wieder dabei sein und mit der neu gebauten Wevo 6.5 einen der vorderen Plätze belegen. Doch im Juni und Juli stehen die Doublehand Mixed Regatten in Kiel und Travemünde auf dem Programm.

„Ich finde das zukünftige Offshore-Format sehr spannend: Mixed Doublehand auf Booten bis maximal zehn Metern Länge und auf Kursen mit unterschiedlichen Distanzen zu segeln ist super. Insofern verfolge ich interessiert alle Entwicklungen und nutze jede Gelegenheit, um bei dieser Art von Rennen mitzufahren – Doublehand oder Solo. Und da ich einen neuen Mini 6.50, die Wevo 6.5, haben werde, stehen die Doublehand Challenges der Kieler Woche und auch der Travemünder Woche (IDM) auf meinem Kalender. Auf jeden Fall werden wir als Mixed-Team antreten“, so Rixgens, die ihren Partner für Kiel noch nicht benennt.

Zur Kieler Woche reist Rixgens direkt aus Frankreich an, wo sie das 600sm lange Mini Fastnet mitsegelt. „Mein großes Ziel ist ganz klar, die Qualifikation mit dem neuen Mini für die Solo-Regatta ‚Les Sables-Les Azores-Les Sables‘ im Juli 2020 zu schaffen und im Herbst 2021 erneut an der Mini Transat teilzunehmen. Aber langfristige Ziele könnten in Richtung Olympia 2024 gehen“, so die 24-Jährige.

Die „Double Hand Offshore Challenge“ steht von Mittwoch bis Sonntag im Kieler Woche Programm. Kurz-, Mittel- und Langstrecke entsprechen dem geplanten olympischen Programm. Gesegelt wird mit ORC-Club vermessenen Yachten.

Champions League für den Nachwuchs

Bei der Youth Sailing Champions League (22. bis 24. Juni) treffen die besten Nachwuchsteams der europäischen Liga-Vereine im Rahmen der Kieler Woche aufeinander. Startberechtigt sind bis zu zwei Teams aus allen Ländern, die über eine nationale Segel-Liga verfügen. Dänemark, Deutschland und Italien, die bereits eine eigene Jugend-Liga haben, dürfen drei Teams melden.

Unter der deutschen Flagge gehen die Nachwuchsteams vom Bayerischen und Münchener Yacht-Club sowie vom VSaW aus Berlin an den Start. Die Aktiven müssen zwischen 13 und 21 Jahre alt sein, gesegelt wird auf J/70-Ligabooten. Bisher haben 28 Clubs aus elf Ländern gemeldet. Neben Deutschland ist die Schweiz mit drei Startern zahlenmäßig am stärksten vertreten. In drei Nationen steht die Entscheidungen noch aus. Wild Cards wurden an den Veranstalter Kieler Yacht-Club, den Flensburger Segel-Club, den Bodensee-Yacht-Club Überlingen sowie den Yacht Club de Monaco und der Royal Sydney Yacht Squadron vergeben.

Die Imoca Open 60 des Offshore Team Germany wird am Freitag, 21. Juni in Kiel getauft und startet bei den Kieler-Woche-Regatten © OTG

Deutsche Kampagne für das Ocean Race

Zwei Jahrzehnte nach der letzten deutschen Teilnahme und dem Triumph der „Illbruck“ und 20 Jahre nach dem legendären Zieleinlauf vor Kiel sollen beim Rennen um die Welt 2021/22 erstmals wieder die deutschen Farben beim Meeres-Marathon vertreten sein. Starboot-Weltmeister Robert Stanjek als Teamkapitän und Teammanager Jens Kuphal sind die Motoren des Projekts und haben die Strukturen des Offshore Team Germany (OTG) geschaffen, das am nächsten „The Ocean Race“ teilnehmen will.

Mit dem offiziellen Kampagnen-Kick-Off und der Taufe am Freitag, den 21. Juni, in Kiel sowie der Teilnahme am Welcome Race der Kieler Woche am 22. Juni startet Robert Stanjek sein Ocean-Race-Abenteuer. Eine Crew aus internationalen Ozean-Seglern und deutschem Hochsee-Nachwuchs wird den Skipper dabei unterstützen – ganz im Sinne der OTG-Vision, eine neue Generation von deutschen Seglern in die Spitze des Offshore-Segelns zu führen.

Vor zwei Jahren hat das OTG die ehemalige „Acciona“, ein Imoca Open 60 mit hohem Speedpotenzial, erworben – ein Glücksfall für das Team. Um den bewährten Rumpf herum ist in den vergangenen Monaten ein neues Schiff entstanden. Die im Offshore-Bereich erfahrene Werft Trimarine in Lissabon/Portugal hat mit umfangreichen Composite-Arbeiten und -Modifikationen den Rumpf der Yacht auf den aktuellen technischen Stand gebracht und damit fit für die Ozeane gemacht.

Mit der Fertigstellung hat der bisherige Projektmanager Charles Euverte (DMG Mori) die weiteren Arbeiten in die Hände von Joff Brown (Hugo Boss/Lighthouse) gelegt. Er ist für den Neuausbau der Yacht mit Kiel, Mast, Elektrik, Elektronik und Rigging verantwortlich. Dafür ist die Yacht nach Gosport/Südengland überführt worden.

„Wir haben für unser Projektmanagement höchst anerkannte Experten gewinnen können, die für absolute Top-Qualität im modernen Yachtbau stehen. Mit Joff Brown arbeiten wir im direkten Umfeld um die britische Segel-Ikone Alex Thomson“, begeistert sich Jens Kuphal am Coup, der mit dem Kauf der Yacht und dem Refit-Management gelungen ist.

Zur Kieler Woche wird nun der offizielle Startschuss gegeben. Ein prestigeträchtiger Ort. Denn in der Historie des seit 1973 ausgetragenen Weltrennens steht das Kieler Finale 2002 immer noch für ein unvergessliches Kapitel deutscher Segelgeschichte. 300.000 Menschen empfingen damals die Flotte, brachten die Förde zum Brodeln. Kiel.Sailing.City zieht daher als starker Partner mit dem Offshore Team Germany an einem Strang. Von Beginn an ist Axel Bauerdorf, Prokurist bei der Kiel-Marketing GmbH, über jede Entwicklung beim OTG informiert. Und Kiel will wieder Etappenort werden, stärkt damit einer deutschen Kampagne für das „The Ocean Race“ den Rücken.

„Wir sind sowohl im direkten und engen Austausch mit den Verantwortlichen vom TOR als auch im engen Dialog mit dem Offshore Team Germany. Für das Rennen ist es enorm wichtig, dass ein deutsches Team an den Start geht, und wir wissen um die Bedeutung eines deutschen Standortes für das Rennen. Es freut uns sehr, dass mit Jens Kuphal und Robert Stanjek zwei Personen das Projekt TOR sehr professionell verfolgen, und ich hoffe, dass wir unseren Beitrag zum Erfolg beitragen können“, sagt Axel Bauerdorf.