Kategorie: News & Blogs

52 SuperSeries: Bruni wieder mit Stb-Start – Vendée-Globe-Stars Richomme und Peyron in Führung

Die ex-America’s-Cup-Helden Francesco Bruni, Murray Jones und Adam Beashel haben es schon wieder getan. Wie bei der 52-WM lassen sie mit Sled die Gegner beim Start wie Schüler aussehen. Nach zwei Tagen mit spektakulären Starkwind-Bildern vor Lanzarote liegen aber französische Offshore-Helden vorne. Yoann Richomme feiert Premiere als Navigator.

Elbe-Lübeck-Kanal: Schleuse Lauenburg – für Arbeiten drei Tage gesperrt

Ende Juli muss die Schleuse Lauenburg am Elbe-Lübeck-Kanal für dringende Arbeiten für den Schiffsverkehr drei Tage vollständig gesperrt werden.

Podcast Regatta Spezial: Zoff in Lorient – Die Offshoreszene „kotzt“

Seit mehr als 50 Jahren gilt die Solitaire du Figaro als die Schmiede der Offshore-Helden an der Atlantikküste. Nun soll die Langstreckenregatta auf Ocean50 Trimaranen gesegelt werden. Das Entsetzen in La Base ist groß. Dazu erzählt Miku aus Lorient von den Tests der neuen IMOCAs.

Fountaine Pajot FP 48: Überzeugender Auftritt im Heimatrevier

Mit dem neuen FP 48 setzt Fountaine Pajot die Erneuerung seiner Katamaran-Reihe fort. Die YACHT-Testredaktion war im Heimatrevier vor La Rochelle bereits an Bord des jüngsten Modells. Erste Fotos zeigen den großzügigen Fahrtenkatamaran mit Lounge-Deck, variablen Layouts und dem innovativen Hybridantrieb.

Jubiläum: Vor 25 Jahren vollendete Wilfried Erdmann seine Einhand-Nonstop-Weltumsegelung gegen den Wind

Wilfried Erdmann taucht nach schwerem Wetter vor Start Point wieder auf. Die Szene im Südwesten Englands zeigt den stillen Triumph eines Seglers, der eine extreme Reise gegen den Wind fast vollendet hat.

Maverick: Jolle, SUP, Surfboard, Stehsegler – mit nur einer Basis

Maverick präsentiert einen Untersatz, der Segeln, Windsurfen, SUP und Stand-Up Sailing vereint. Hat das Gefährt das Zeug zum ultimativen Spaßboot ?

​Travemünder Woche 2026: RS-500-EM entschieden, Dänen greifen an

Zur Halbzeit der Travemünder Woche 2026 sind die RS-500-Europameister gekürt. Beim Folkeboot Gold Cup rücken die Dänen dicht an Spitzenreiter Andreas Blank heran.

Schweinischer Aufstieg: Der harte Weg zum Chief

17.07.2026; Vanuatu, Ambrym, Ranon; Tag 4.431; 29.976 sm total

 

Warnung für empfindliche Gemüter: Dieser Bericht kann Spuren von Tierquälerei enthalten.

Rette sich, wer kann.

 

Am zweiten Morgen finden wir unseren Weg nach Fanla alleine. Der Höhepunkt des Festivals steht auf dem Programm, der Maskentanz – der Rom-Dance.
Die Häuptlinge stehen versammelt auf dem Festplatz. Von der Seite huschen Blättergestalten herbei. Ihre knöchellangen Umhänge aus trockenen Bananenblättern rascheln. An den Fußgelenken klappern braune Samenkapseln. Das Auffälligste sind die Masken. Geometrische Muster als Gesicht, zauselige Bärte aus Pflanzenfasern und Federn am Kopfende. Das Gesamtkostüm misst über zwei Meter, verhüllt die darunter steckenden Männer komplett.

Rom Dance auf Ambrym. Die Tänzer geben ihre menschliche Identität auf und verkörpern Geister.

Die kräftigen Farben sind alle natürlich: Pflanzensäfte, Kalk und Mineralien.

Tanz und Gesang ähneln dem Vortag. Jedoch rücken die Männer heute immer näher, ihr rhythmisches Stampfen wird schneller und schneller. Zum Glück ist es taghell. Im Schein eines Feuers würde man leicht an Geister glauben.

Nur auserwählte Männer besitzen das Recht, die Masken herzustellen und zu tragen. Nach dem Tanz zerstören die Männer die Masken im Wald. Dies verhindert, dass die aufgerufenen Geister im Dorf verbleiben. Gruppenbild mit dem obersten Chief von Fanla/Ambrym.

Als der Tanz zu Ende ist, füllt sich der Platz mehr und mehr mit Einheimischen. Ihr persönlicher Festival-Höhepunkt ist gekommen. Eines der Mitglieder der erlauchten Häuptlinge soll heute vom ersten Grad in den zweiten erhoben werden. Die wichtigste Währung in diesem Ranking-System sind Schweine — insbesondere Eber, deren Stoßzähne sich kreisförmig über Jahre hinweg eingerollt haben. Um einen neuen Rang zu erwerben, muss der Anwärter Schweine an die bereits höherrangigen Ältesten opfern.

Und schon geht es los. Ein kleines schwarzes Schwein wird unter lautem Quicken mit einer Schnur am Vorderbein auf den Tanzplatz gezogen. Es schreit wie am Spieß. Einer der Chiefs tritt vor mit einem reich verzierten Holzhammer. Er überreicht den Hammer dem Ranganwärter. Der will doch nicht etwa? Doch! Und er tut es auch! Er hebt den Hammer. Ich lasse die Kamera laufen und schaue weg. Ein lautes Klatschen ist zu hören. Das Schwein schreit. Es klatscht erneut. Und noch einmal. Das Schwein ist ruhig. Ich mache die Augen wieder auf. Es lebt. Taumelt, stolpert. Das Publikum ist erstarrt. Kein Mucks ist zu hören. Selbst das Schwein ist still. Der Schreck über die Szene ist förmlich greifbar. Erleichtertes Aufatmen, als das taumelnde Schwein abgeführt wird. „Bitte hinter den Kulissen erschlagen“, geht ein stummes Flehen durch die Reihen der westlichen Besucher. Wir brauchen einen Moment, um uns von der Szene zu erholen.

Der Hammer.
Der eigentliche Punkt dieses Hammers ist, dass der Chief ihn nach den Schlägen auf das Schwein zurück auf die Matte legt, wo wir Touristen geschnitzte Masken und Tusker kaufen können.

Das Schwein

Dass das Schwein überlebt hat, scheint im traditionellen Bezahlsystem kein „Fehler“ zu sein. Dem Ranganwärter wird gratuliert – er ist offiziell aufgestiegen. Mit dem Einzug christlicher Missionare wurde das tatsächliche Schlachten vor Ort in manchen Dörfern durch symbolische Handlungen ersetzt.
Das heutige Schwein wird entweder weiter gehegt oder, sollten die Kopfverletzungen zu stark sein, landet es im Erdofen.

Tatsächlich können wir uns über den niedrigen Rang des heutigen Grade-Taking-Schauspiels freuen. Insgesamt kann man dreizehn Stufen auf der Chief-Karriereleiter erreichen. Niemand wird durch Geburt oder Familientradition zum Chief. Diese Ehre muss man sich schlicht leisten können. Bei hohen Rängen kann die Bezahlung aus Dutzenden Schweinen bestehen. Nicht auszudenken, wäre so eine Knüppelei.

Tradition und Moderne in Reinkultur: Keine Show, sondern das Schweine-Kloppen wird für die Enkel festgehalten. Fast alle Teilnehmer tragen die auffälligen Zähne um den Hals oder auch als Armreifen.

Zum Schluss wird uns noch die harte Währung ‚Schwein‘ vorgeführt. Ein Eber mit bereits halbkreisförmig ausgebildeten ‚Tuskern‘. Dies sind die Eckzähne des Unterkiefers. Damit die überhaupt kreisförmig wachsen, werden dem jungen Schwein die oberen Eckzähne ausgeschlagen. Der untere Zahn wächst nun ohne Gegenspieler ungehindert weiter. Er krümmt sich im Bogen. Durchbohrt dabei häufig den eigenen Kiefer oder die Wangenwand des Ebers. Durch die Einwachsungen im Maul kann das Tier ab einem bestimmten Stadium kaum noch richtig kauen. Es muss jahrelang von Hand mit weichem Brei gefüttert werden.

Tusker schon gut gewachsen.

Die kulturelle Bedeutung der Tusker steckt in der Arbeit: Je mehr Windungen der Zahn hat, desto mehr Arbeit, Fürsorge und Wohlstand stecken im Tier. Heutige Marktpreise:

Livo – leicht gebogen – 40 bis 70 Euro
Rungwe – vollständiger Kreis – 200 Euro
Imbuile – zwei oder drei Windungen – gegen solch einen Zahn werden sogar heute noch Boote und ganze Landstriche getauscht.

Zähne zum Kauf im Angebot.
Das abgenutzte Preisschild (ungefähr 160 Euro) lässt vermuten, dass die Zähne nicht gut gehen …

Der kreisförmige Stoßzahn ist das zentrale Nationalsymbol – er ist sogar auf der Nationalflagge und den Münzen Vanuatus abgebildet. Ab heute bekommt der Name ‚Tusker‘ fürs lokale Bier eine ganz andere Note.

Info-Box

Jedes Jahr im Juli findet das Rom-Dance-Festival auf Ambrym statt. Der genaue Termin wird kurz vorher im Internet veröffentlicht.
Der Eintritt für westliche Besucher ist geschmalzen: pro Tag und Person 6.000 Vatu (knapp 50 Euro).
Eine Voranmeldung ist nicht nötig. Am besten einen Tag vorher im Dorf Ranon melden. Dort findet man Lokals, die Bescheid wissen. Bei uns „tauchte auf einmal John“ auf. Selber wohnhaft in Fanla, kennt er sich aus.
Vor Ranon kann man sehr gut ankern auf 8 Meter Wassertiefe. Wir hatten tagelang heftige Fallböen von über 35 Knoten. Der Ankergrund ist ausgezeichnet – kein einziges Boot (13 Stück) ist geslipt.
Trotz Eintritt und Guide mit Warnweste ist der Rom-Dance kein Touristenspektakel. Es gibt nachgestellte Shows für Kreuzfahrt-Gäste, die finden nicht in Fanla statt und es wird nicht auf Schweine eingeknüppelt.

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