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Wieder im Geschäft

Fast zwei Wochen bin ich nun bereits in Tuzla.

Als ich hier angekommen bin, habe ich am Flughafen meinen Mietwagen abgeholt und bin die knapp 20 Kilometer nach Tuzla gefahren.
Wer bei Instagram oder Facebook vorbeigeschaut hat, wird es vielleicht bereits mitbekommen haben, der Verkehr hier in Tuzla hat mich wirklich gefordert. Mehr los als in Athen ist hier auch nicht, aber der Fahrstil der Leute ist ein völlig anderer und die Strassen sind auch irgendwie anders angelegt. In den ersten Tagen hatte ich hauptsächlich Angst ums Auto. Ich hatte eigentlich fest damit gerechnet, dass es früher oder später scheppert. Aber zum Glück ist das ausgeblieben.
Am vierten Tag hatte ich mich langsam angepasst und konnte ein ganz klein wenig entspannter fahren. Am fünften Tag fing ich so langsam an, das Chaos zu begreifen und irgendwann ist mir aufgefallen, dass die Fahrweise der Menschen hier doch nur für Ungeübte chaotisch ist. Auffällig ist nämlich, dass trotz des vermeintlichen Chaos, die Autos kaum Dellen haben.
Jedenfalls bin ich nach einer Woche in der Lehre dann auch relativ entspannt über die roten Ampeln gefahren. Man muss einfach schauen wo es Sinn macht zu bremsen, dann läuft das.

Was auch sehr gut lief, war die Versorgung mit Ersatzteilen und Zubehör für Nomade. So einfach und schnell wie hier in Tuzla bin ich noch nie an so viel Ausrüstung fürs Boot gekommen. RAL 6001 Farbe, Antifouling von Stoppani, 32 Ampere Stecker, Fender in einer bestimmten Größe mit blauen Käppchen… Alles kein Problem.
Neue Namensaufkleber für Nomade brauchte ich ebenfalls, weil der bestehende am Heck völlig verwittert war. Dazu bin ich zu einem beliebigen Werbeshop im Hafenviertel gefahren. Englisch konnte dort zwar niemand, aber ich habe einfach aufgemalt was ich brauchte. Dann durfte ich mit ins Designbüro und mittels Google Übersetzer hat die Designerin mit mir alles festgelegt. Anschließend wurde die Datei an den Plotter geschickt und auf hochwertiger Folie von Orafol geplottet. Gleich danach wurde alles fürs aufkleben vorbereitet. Hat für drei Namensaufkleber etwa 15 Minuten gedauert und war ziemlich günstig, Tee inklusive.

Wo wir gleich beim nächsten Thema wären, der Gastfreundschaft. Jede einzelne Geschichte hier wiederzugeben, würde den Rahmen sprengen, aber ohne zu übertreiben kann ich sagen, dass ich noch nie zuvor so eine Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft und Aufgeschlossenheit erlebt habe wie hier in der Türkei!
Und damit meine ich nicht nur die netten Gesten, wenn ich etwas kaufen wollte. Ständig wurde ich irgendwo zum Tee eingeladen und Sabrina hatte manchmal Angst, dass ich einen Teeschock bekommen könnte.
Einmal haben mir Nachbarn im Boatyard völlig überraschend ein richtig leckeres Essen vorbei gebracht.

Irgendwie läuft hier vieles anders. Spürbar herzlicher und gemeinschaftlicher und davon gehört hatte ich bereits letztes Jahr im Spätsommer, als ich von einer türkischen Crew in Griechenland mehrfach zum Essen an Bord eingeladen wurde. Da wurden mir Geschichten von großen Festen an einer langen Tafel mit Freunden erzählt und ich dachte, ok, das ist vielleicht ein Einzelfall. Nein Leute, ist es nicht.
In der Türkei, die ich kennengelernt habe, blüht das Leben, gehen Frauen ihren eigenen Weg und tragen manchmal Kopftuch, dann allerdings eher zu hochhackigen Schuhen und Jeans.
In der Türkei, die ich kennengelernt habe, schieben Männer den Kinderwagen, gehen mit ihren Freundinnen händchenhaltend durch die Fußgängerzone und stehen auf Autos von Volkswagen. Oder auf Elektroautos von Renault! Davon habe ich in den verschiedenen Städten nämlich mehr als in Deutschland gesehen.
An welchen Gott ich glaube hat mich übrigens niemand gefragt, an welche türkische Fußballmannschaft, dagegen schon. Auf Fußball stehen die Menschen hier nämlich total. Genauso auf Pubs und Cafes. Und auf Klamotten. Ja, man kleidet sich hier ziemlich schick.

Die Wirtschaft in diesem Land blüht. Es wird gearbeitet was das Zeug hält. Überall wird gebaut und das in einer Geschwindigkeit und Qualität, die wir in Deutschland so langsam verlernen. Infrastruktur, Industrie, Geschäfte, Marinas. Allein die Viaport Marina, in der ich gerade bin, wäre auf ganz Europa übertragen konkurrenzlos in allen Bereichen! So etwas gibt es im Ansatz nur in Südfrankreich, aber wirklich nur Ansatzweise.
Die leeren Marinas, von der mir Segler unterwegs manchmal erzählt haben (keiner von denen war jemals hier) gibt es ebenfalls nicht! Was stimmt ist, ich bin tatsächlich der einzige Ausländer hier, aber die Marinas sind nicht leer. Sie sind voll! Die Türken haben selbst genug Segelyachten und Motorboote, um die Marinas auszulasten und neue Marinas sind gerade mehrere im Bau, weil Bedarf da ist. Die Viaport hat geschätzt 80% Auslastung (im April) und ist gerade mal 3 Jahre im Betrieb.
Bei uns in Deutschland bauen sie dagegen in manchen Gegenden mittlerweile die Steganlagen wieder ab, weil der Nachwuchs fehlt.

Tuzla ist für Schiffe und Boote wirklich ein besonderer Ort. In der Stadt gibt es über 500 Unternehmen im Marinesektor. Unzählige Werften können nahezu alles bauen. Angefangen bei Holzschiffen, über Frachter und Luxusyachten, bis hin zu schwimmfähigen Tunnelsegmenten, die dann im Bosporus versenkt werden und einen Eisenbahntunnel ergeben.
Für jemanden, der ein altes Stahlboot restaurieren muss, kann es eigentlich keinen besseren Ort geben als Tuzla. Und ganz ehrlich, ich habe in den letzten Tagen oft darüber gegrübelt, ob es nicht eine Möglichkeit gäbe, einfach hier zu bleiben. Kein richtiger Winter, nette Menschen, beste Versorgung und ein Transitlog für 5 Jahre. Tja, aber allein macht es dann auch keinen Spaß und irgendwie hänge ich auch ein wenig an Zuhause.

Tuzla ist mir jedenfalls sehr ans Herz gewachsen und gehört zu den wenigen Orten an die ich unbedingt eines Tages mal zurück kommen möchte. Ich werde die Leute hier richtig vermissen!

Ansonsten ist Nomade jetzt startklar, mein Muskelkater lässt langsam nach und die zerissene Bordjeans passt auch wieder. Kann also bald los gehen…

So sah Nomade nach meiner Ankunft aus.

Nicht schön.

Besser, oder?












Auf heißen Kohlen

„Und? Biste schon aufgeregt?“

Diese Frage höre ich in den letzten Tagen öfter. Und ja, ich bin natürlich sehr aufgeregt, Sabrina nicht weniger.

Wenn die Reise so verläuft wie gedacht, dann werden wir genau 111 Tage getrennt sein, bis Sabrina im Sommer an Bord kommt. Die längste Zeit für uns bisher.
Auf den Abschied freuen wir uns deshalb nicht. Das wird nicht schön werden. Wir freuen uns natürlich, dass die Reise endlich weiter geht, aber der Abschied am Flughafen für so eine lange Zeit wird weh tun, das weiß ich jetzt schon.

Wie es dann weiter geht, werden wir sehen. Ich bin natürlich gespannt wie Nomade den Winter in Tuzla überstanden hat. Dann geht die Arbeit am Schiff los und das ist auch gut so.

Gepäck habe ich diesmal nicht so viel dabei. Das meiste ist bereits an Bord. Im Koffer befindet sich, neben ein paar wenigen Klamotten, hauptsächlich technischer Kram, drei Dosen Schwarzbrot, mein Neoprenanzug und (gut gepolstert) die Super 8 Kamera.
Im Handgepäck fliegt neben den üblichen Dingen die GH5 und die Spiegelreflexkamera meines Opas mit.

Heute werden wir noch ein schönen Tag zusammen mit Filou verbringen. Ein bisschen wandern und die Frühlingssonne genießen.

Den nächsten Beitrag schreibe ich dann wahrscheinlich an Bord. Also, bis die Tage…

Kein Videoupdate

Die ersten Probeaufnahmen mit der GH5 sind im Kasten und ich bin begeistert vom Handling der Kamera und dem Bild, welches das Gerät liefert. Aus den Testaufnahmen ist ein kurzes Video entstanden. Es hat nichts mit Sonnensegler zu tun und liegt deshalb auf meinem eigenen Youtube Kanal. Vielleicht interessiert es euch ja trotzdem:

Mir selbst gefällt das Ergebnis für einen ersten Test sehr. Die Kamera liefert unheimlich viel Dynamik. Schwarz „säuft“ nicht ab, Weiß „brennt“ nicht aus. Selbst graues Wetter sieht irgendwie gut aus. Man hat sehr viel mehr Spielraum bei der Nachbearbeitung, als ich das bisher gewohnt war. Aufnahmen im Gegenlicht sind kein Problem mehr und an die rein manuelle Steuerung habe ich mich ziemlich schnell gewöhnen können. Die GH5 macht es einem leicht. Allerdings muss ich mich noch in den geänderten Workflow beim schneiden einarbeiten. Mein Rechner ist mit dem Bildmaterial der GH5 am absoluten Limit. Einen ganzen Film könnte ich mit dieser Hardware unmöglich schneiden. Für ein paar Videoupdates von unterwegs wird es funktionieren, aber danach ist definitiv ein neuer Rechner und neue Software fällig.

Wo ist eigentlich Sabrina

Heute am Rhein

In letzter Zeit werden wir immer öfter danach gefragt, wo eigentlich Sabrina ist? Also, wo Sabrina ist, während ich mit Nomade unterwegs bin.
Ich hatte zwar einmal kurz erwähnt, dass die Überführungsfahrten mit Nomade überwiegend Einhand stattfinden, aber eine ausführliche Erklärung bin ich euch bisher schuldig geblieben. Ich hatte es schlicht vergessen, weil das für uns alles so normal war, dass ich gar nicht weiter darüber nachgedacht habe.

Dazu muss nochmal kurz erwähnt werden, dass die Reise mit Nomade von Griechenland zu uns nach Hause an den Niederrhein keine klassische Segelreise „just 4 fun“ ist. Wir haben Nomade ja recht überraschend bekommen. Für neue Leser: Ja zu Nomade

Die Fahrt mit Nomade ist eine Überführungsfahrt! Nomade muss nach Hause, damit wir sie umfangreich restaurieren können. Natürlich versuchen wir diese Überführungsfahrt auch zu nutzen, um etwas von den Gegenden an denen es vorbei geht, zu sehen. Trotzdem, in erster Linie muss das Schiff nach Hause und da wir bereits zweimal gemeinsam eine mehrmonatige Auszeit genommen haben, inkl. Job kündigen usw., können und wollen wir nicht für diese Fahrt, an die sich ja wieder ein längerer Heimataufenthalt anschließen wird, alle Zelte in Deutschland abbrechen. Es wäre finanziell vielleicht knapp möglich, aber dann würden wir sehr wahrscheinlich wirklich blank mit Nomade in Wesel ankommen und müssten in vielen Dingen von vorn beginnen.

Sabrina hat nach der letzten Auszeit eine Stelle bekommen, die ihr wirklich gefällt. Die will sie nicht einfach für ein paar Monate Überführungsfahrt aufgeben. Klar, wäre sie manchmal gerne dabei und ich fahre auch manchmal etwas betrübt an den schönen Ecken vorbei, weil ich Sabrina am liebsten mit an Bord hätte.
Auch ist es allein mit so einem Schiff oft doppelt so schwierig und für Sabrina ist es zu Hause allein mit Filou ebenfalls oft doppelt so schwierig.
Aber man kann eben nicht alles haben. Wir haben uns für Nomade und diesen Weg entschieden und trotz der Schwierigkeiten fühlen wir uns damit wohl.
Und deshalb wird es auch in diesem Jahr wieder so sein, dass Sabrina nur während ihres Urlaubs an Bord sein wird. Ich werde wieder versuchen, dann in einer interessanten Gegend zu sein und wir hoffen beide sehr, dass es gelingt, Nomade noch in diesem Jahr in Wesel zu haben.
Aber bei allem was hinter uns liegt, wage ich keine Prognose. Der Weg ist noch extrem weit und es kann so viel passieren.
Nomade steht zwar nach all den Reparaturen im letzten Jahr technisch gut da, aber man weiß einfach bei so viel alter Technik an Bord nie, wie lange die noch durchhält, egal wie gut man sie wartet.

Und jetzt gleich zur nächsten Frage, die ab und zu mal aufgetaucht ist: Was ist das eigentlich für eine komische Kamera bei Nomade im Cockpit?

Das ist Sabrinas Kamera! Sie kann zwar nicht mit an Bord sein, aber sie hat zumindest diese Kamera, die über einen Mobilfunkrouter fast immer online ist.
Sie kann mit dieser Kamera jederzeit ins Cockpit schauen und auch reinhören. Per Smartphone oder PC lässt sich das Gerät fernsteuern und in alle Richtungen frei bewegen. Gegensprechen ist auch möglich. Das ist oft sehr schön für uns, weil wir dadurch doch ein ganz klein wenig zusammen durch die Gegend segeln. Überführungsfahrt 2.0 sozusagen.

Videoupdate #42

In diesem Videoupdate geht es mit Nomade in die Türkei. Es sind die letzten Aufnahmen mit der alten Ausrüstung, entstanden im Oktober 2017.

Viel Spaß beim anschauen.

Die neue Film-Ausrüstung

Toni, der Audio Rekorder. Hier noch mit alter Frisur.

Zuerst wollte ich euch die neue Filmausrüstung und insbesondere die Panasonic GH5 ganz ausführlich vorstellen, aber ich denke, das wäre in einer Art mehrseitigem Produkttest ausgeartet, der die wenigsten interessieren dürfte. Deshalb nur ein kleiner Überblick, womit in Zukunft die Filme gemacht werden. Wer mehr über die Kamera wissen möchte, findet im Netz unzählige, ausführliche Tests.

Das wichtigste was ich zum filmen benötige, befindet sich seit ein paar Tagen in einem Explorer Case. Das Köfferchen ist extrem stoßfest und wasserdicht nach IP67 Norm. Ich habe bereits länger ein anderes Explorer Case für meine DSLR im Einsatz und da sich das enorm bewährt hat war für mich klar, dass die GH5 ebenfalls ein solches Köfferchen bekommt.
Mir war wichtig, dass ich Kamera, Objektive, Mikrofone und das weitere Zubehör in ein möglichst kleines und leichtes Case bekomme. Umso leichter und kompakter die Ausrüstung ist, umso eher nimmt man sie mit.
Weiterhin war mir wichtig, dass die Ausrüstung im „Worst Case“ geschützt ist. Ich wäre nicht der erste, der beim einsteigen ins Schlauchboot seine Kamera versenkt hätte. Das Explorer Case samt Inhalt wiegt aktuell 3,4kg und schwimmt.

Werfen wir mal einen Blick in das Schatzkästchen:

Das alles dort mit System und gut erreichbar einzubauen, hat länger gedauert als zuerst gedacht. Drei Tage habe ich Schaumstoff, Neopren und Klettband verarbeitet, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Jetzt passt alles perfekt zusammen. Jedes Teil ist leicht erreichbar, alles ist so gestützt, dass man das Case wie einen Fußball behandeln könnte, ohne das etwas durcheinander gerät.






Nur die GoPro Hero5 Session kommt nicht mit ins Case. Die kann auch gut in der Hosentasche transportiert werden. Die GoPro ist ebenfalls neu und ersetzt die alte Rollei Actioncam, bei der das Objektiv einen Glasbruch erlitten hatte.

GoPro Hero5 Session

Die GH5 hat von Anfang an einen sogenannten Cage bekommen. Das war mir wichtig, vor allem um Zubehör besser anbringen zu können und um die Kamera bei Bedarf auch mit Griff zu bedienen. Der Cage von Smallrig wurde sehr gelobt. Das Teil ist auch wirklich schön verarbeitet und durchdacht. Allerdings kann das Hauptwahlrad nicht mehr vernünftig bedient werden. Ich habe deshalb kurzerhand die Flex angesetzt, anschließend geschliffen und poliert. Jetzt lässt sich das Rad wieder vernünftig drehen.



Aprospos bedienen. Ich hatte in Sachen Bedienung eine sehr lange Umstellphase und viele Fehler befürchtet. Zum einen, weils eben keine Canon ist, die ich gewohnt war, zum anderen, weil die GH5 ein Setup-Monster ist, bei dem man mehr verstellen kann als bei jeder anderen Systemkamera. Aber ich bin da sehr positiv überrascht. Ich finde sie ausgesprochen benutzerfreundlich. Irgendwo habe ich mal was von mehr als 200 Optionen in den Menüs gelesen, die wiederum unzählige Unteroptionen bieten. Nachgezählt habe ich nicht, aber trotz der enormen Manipulationsmöglichkeiten ist alles logisch strukturiert. Es macht richtig Spaß, das Gerät zu personalisieren und ich habe mittlerweile allein 3 Akkuladungen nur mit Einstellen und Testen verbracht.
Ob sich das alles auch im Ergebnis und beim Handling positiv bemerkbar macht, wird sich noch zeigen. Es gibt noch viel für mich zu lernen.

Gehen wir weiter durchs Case. Ganz wichtig war mir neben der Bildqualität vor allem der Ton. Damit war ich in der Vergangenheit immer extrem unzufrieden.
Für die GH5 habe ich jetzt ein vernünftiges Richtmikrofon. Dieses Mikrofon von Takstar habe ich durch Zufall bei einem Vergleichstest entdeckt und war ziemlich angetan. Es kostet nur halb soviel wie ein vergleichbares Rode, der Sound ist allerdings gleichwertig. Mir persönlich gefällt der Sound vom Takstar sogar etwas besser.
Neben dem Richtmikrofon hat nun auch ein kleines Lavaliermikrofon und ein Audio Rekorder Einzug gehalten. Der Rekorder ist vielseitig einsetzbar. Er kann mit den externen Mikrofonen versorgt werden, oder über die eingebauten Stereo-Mikros aufzeichnen. Vor allem bei Naturgeräuschen ist das Gerät extrem stark. Es hat ein unheimlich niedriges Eigenrauschen und die eingebauten Mikros sind fast besser als mein Studiomikrofon.

Tascam DR-05 Audio Rekorder

Die GH5 ist aktuell mit zwei schnellen 64 Gigabyte SDXC Karten bestückt, ansonsten sind in dem Case noch zwei Ersatz-Speicherkarten für den Notfall verstaut, zwei Ersatzakkus, der Griff für den Cage, drei „Deadcats“ aus Kunstfell (überprüft), das 20er Lumix Objektiv, ein Polfilter, ein ND Filter, ein Putztuch, eine Fotoschraube, ein Karabiner, der Kameragurt und eine Handschlaufe.
Die Deadcats hat Sabrina selbst genäht, die Handschlaufe ebenfalls. Gute, im Handel erhältliche Deadcats wären teuer gewesen und eine perfekt passende Handschlaufe für diesen Cage gab es nicht.

Morgen hat das theoretische Gequatsche dann erst mal ein Ende. Dann ist Videoupdate #42 online. Es ist das letzte Update mit der alten Ausrüstung, gleichzeitig auch eins der längsten.

Achso, Toni hat übrigens eine neue Frisur bekommen. Die alte hat mich zu sehr an so einen pöbelnden Typen erinnert. Jetzt gefällt er mir besser.

Toni mit neuer Frisur.

Tausche Auto gegen…

Angefangen hat das bei mir mit den Videos und Filmen, da war ich 12. Mein Opa hatte damals zum Geburtstag eine Videokamera bekommen und es hat nicht lange gedauert, da bin ich mehr mit dem Gerät durch die Umgebung getigert als mein Opa selbst. Mein erstes Filmchen ist auch in dem Alter entstanden. Um den zu schneiden, habe ich mir von meinen Eltern und Großeltern die Videorekorder ausgeliehen und damit simpelsten Schnitt praktiziert. Die Ergebnisse waren entsprechend bescheiden, aber so fing es eben an.
Weiter ging es mit der ersten eigenen Kamera. Irgendwas gebrauchtes von Sony, ich weiß es nicht mehr genau. Danach ein Hi8 Gerät, mit dem ich die beklopptesten Dinge gemacht habe. Damals fand ich das total geil, diese schuhkartongroße Maschine mit Panzertape an den Schweller meines Autos zu kleben oder mit Gurten auf den Tank der ZX-9R zu schnallen und auf der Nordschleife „Schumi zu spielen“…
Nach dieser Phase des Ausprobierens wurde es irgendwann ernsthafter und gesitteter. Die erste digitale Kamera zog ein, die Ausrüstung wuchs. Das meiste was ich angeschafft habe, war Equipment aus dem Consumer Bereich. Mehr war im Budget einfach nicht drin. Aber auch damit lassen sich, mit sehr viel Nacharbeit, durchaus ansehnliche Filme machen. Komfortabel ist das allerdings nicht und ich bin oft an die Grenzen der Technik gestoßen. Also zog die nächste Kamera ein, die das Manko der vorhandenen ausgleichen sollte. So ging das immer weiter. Dann kam Sonnensegler.net und es wurde wieder aufgerüstet. Zum Schluss habe ich mit 5 verschiedenen Modellen gefilmt, die allesamt nicht das hergaben, was mir vorschwebte. Besonders lange gehalten haben sie auch nicht. Dabei muss man allerdings auch bedenken, dass Kameras für den Hobbybereich nicht so gebaut sind, dass sie ewig halten, wenn sie fast jeden Tag im Einsatz sind. Dafür sind solche Geräte einfach nicht konzipiert.
Letztlich hatte ich sogar Glück, dass sie all die verschiedenen Reisen und Einsätze überhaupt so lange mitgemacht haben.
Nach der letzten Reise war dann aber das Ende bei fast allen erreicht. Hier der Bildstabi kaputt, dort das Objektiv…

Also stand seit langer Zeit die Frage im Raum, wo will ich in Zukunft hin? Wieder etwas günstiges, oder so langsam mal den Sprung in die nächste Liga wagen? Für Sabrina war die Antwort klar. Sie unterstützt mich da wirklich sehr!
Ich selbst war mir lange unsicher. Klar, eigentlich wollte ich mich schon länger verbessern. Vor den professionellen Geräten hatte ich aber auch eine gute Portion Ehrfurcht. Gar nicht mal vor der Technik selbst. Ich hatte in erster Linie Bammel vor dem Handling, welches doch einiges mehr an Aufwand erfordert als bei einem kleinen Camcorder mit Vollautomatik. Man findet im Netz nicht wenige Videos von Leuten, die dachten, dass sie mit einem Profigerät automatisch bessere Aufnahmen machen. Anfangs ist ohne Erfahrung eher das Gegenteil der Fall und die Lernkurve flach.

Nach Wochen der Grübelei hatte ich dann ein Konzept und die Idee mit der Crowdfunding Aktion. Denn mal eben eine High-End Kamera aus der Bordkasse abzweigen wäre einfach nicht drin gewesen.

Nunja, das Ergebnis des Crowdfundings ist bekannt. Was nicht bekannt ist, erzähle ich euch jetzt:

Nachdem die Kampagne bei Startnext eine Weile lief war absehbar, dass wir das Finanzierungsziel nicht schaffen werden. Zumindest nicht, wenn ich nicht massiv Marketing betreiben würde. Da Marketing aber eines der Dinge ist, die ich absolut nicht drauf habe, war die Aktion quasi gelaufen. Was Sabrina und ich allerdings extrem toll fanden, war die Tatsache, dass doch einige Leute mitgemacht haben und sich manch einer stark ins Zeug gelegt hat. Neben Startnext gab es auch noch Menschen, die anders Helfen wollten.

Diese positive Resonanz hat dazu geführt, dass (vor allem) Sabrina mich etwas angestachelt hat: „Du kannst nicht einfach aufhören, wenn das jetzt bei Startnext nicht klappt!“
Nico: „Ich kann aufhören wann ICH will!“
Sabrina: „Nö, kannste nicht!“
Nico: „Was?“
Sabrina: „Als wenn du so einfach aufhören könntest…“

Wenige Tage später hatte ich mein Auto verkauft! (Es zieht jetzt noch leicht im Bauch, wenn ich das hier tippe, aber es wird langsam besser.) Aber Prioritäten mussten nun mal neu gesetzt werden!

Machs gut Modus, du warst ein treuer Begleiter.

Am nächsten Tag die Kohle zum Einzahlautomaten gebracht und einen Tag nachdem klar war, dass wir das Ziel bei Startnext nicht erreicht hatten, auf den Bestellknopf DER Kamera gedrückt, die schon eine Weile ganz oben auf einer Liste mit möglichen Modellen stand.
Die Kohle vom Auto hat zwar nicht ganz gereicht, aber es hat die Last deutlich abgeschwächt. Und sowieso brauche ich ja demnächst kein Auto mehr… Und wenn ich wieder zurück bin, hab ich ich ja noch mein Fahrrad…
Ok, denken wir nicht weiter drüber nach! In den folgenden Tagen habe ich eine Liste von 21 zu besorgenden Posten der neuen Filmausrüstung abgearbeitet, die schon lange vorher (für den Fall der Fälle) feststand. Die Zeit drängte, denn es sind nur noch 3 Wochen bis zur Abreise…

Jetzt steht ein kleines Hardcase mit Inhalt vor mir, an dem ich in den letzten Tagen viel gebastelt habe. Das Konzept sieht so aus:

EINE Kamera und nicht Fünf! Das Zubehör optimal auf den Einsatzzweck abgestimmt, dazu ergänzend noch eine kleine Actioncam.

Die Kriterien für die neue Kamera waren folgende (unter anderem):

– spiegellose Systemkamera
– MFT Sensor (beste Objektivauswahl und guter Kompromiss zwischen „Look“ und „Handling“)
– Wetterfester Body, wetterfestes Objektiv
– manuelle Steuerung bis in die letzte Ecke
– hoher Dynamikumfang
– etabliertes System zum Filme machen (Zubehör)
– erstklassiger Ton
– kompakt, leicht und unscheinbar
– frei schwenkbares Display
– hochauflösender Sucher
– sehr guter Bildstabilisator
– C4K (Investition in die Zukunft)

Am liebsten wäre ich bei Canon oder Sony geblieben, denn damit bin ich groß geworden. Bei Canon gibt es für meinen Zweck allerdings aktuell leider nicht annähernd das was ich gebraucht hätte. Bei Sony schon eher, aber auch dort hätte es für meinen Fall einige Kompromisse gegeben.

Am Ende der Recherche blieb ein Gerät von Panasonic übrig, welches alle Anforderungen erfüllt. Die GH5 !

Als ich sie ausgepackt habe, musste ich aufpassen nicht zu sabbern. Dann das satte Klicken, als das 12-60er Leica Objektiv im Bajonett eingerastet ist. Herrlich… Mein erstes Leica, übrigens. Das schöne am MFT Bajonett ist für mich, dass ich all meine EF, EF-S Objektive und sogar die alten FD Linsen mit Adaptern weiter benutzen kann. Hätte ich alle Objektive neu besorgen müssen, wäre an einen solchen Systemwechsel nicht zu denken gewesen. Aber der größte Teil meines Zubehörs kann weiter verwendet werden. Trotzdem haben für dieses unscheinbare Explorer-Case mit Inhalt mehr als 3.000 Euronen ihren Besitzer gewechselt.
Dafür habe ich jetzt allerdings ein System, welches auf lange Zeit keine Wünsche mehr offen lässt und durch das der Schnitt wesentlich erleichtert wird.

Und noch eine gute Nachricht gibt es zu verkünden. Kurz nachdem die Bestellung der Kamera raus war, hat sich jemand bei mir gemeldet, der bereits das Crowdfunding unterstützt hat. Michael, den ich im Sommer 2016 im Rhein-Rhône-Kanal kennengelernt hatte. Wir waren damals Leidensgenossen und hingen zusammen vor dem Erdrutsch fest. In den etwa 3 Wochen war ich oft bei Michael an Bord. Wir haben viel gequascht, zusammen gegessen und sind fast täglich mit den Rädern zur Baustelle gefahren. Ich habe Michael als Macher kennengelernt. Jemand der anpackt, nicht viel um den heißen Brei herum redet und das durchzieht, was er sich vornimmt.
Ich weiß noch, wie er einmal zu mir meinte: „Wenn ihr irgendwann mal Hilfe braucht? Sag bescheid!“
Ok, den Satz hört man öfter und wer mich kennt weiß, dass ich nicht gerne um Hilfe frage.

Als der Erdrutsch dann irgendwann beseitigt war und es weiter ging, haben wir uns aus den Augen verloren.

Nachdem die Aktion bei Startnext gelaufen war, hätte ich tatsächlich etwas Unterstützung gut gebrauchen können, gefragt habe ich trotzdem nicht. Umso größer war die Überraschung als ich eine Nachricht von Michael in meinem Posteingang hatte und keine 24 Stunden später eine Überweisung auf meinem Bankkonto verbucht war! Keine Diskussion, keine Ankündigungen, einfach gemacht, bedingungslos!

Ich bin immer noch stark beeindruckt von dieser Aktion!

Dieses lichtstarke 20mm Pancake Objektiv für die GH5 geht übrigens komplett auf dich, Michael. Ohne deine Unterstützung hätten wir uns das definitiv verkniffen. Danke. :-)

H-H020A LUMIX G 20 mm / F1.7 II ASPH.

Und wenn ihr mal am rechten Bildschirmrand schaut (oder im Smartphone ganz unten), dann findet ihr dort bei unseren Partnern „MisterDotCom“. Das ist Michaels Unternehmen, welches er selbst aufgebaut hat. Anhängerkupplungen für den Smart hat er entwickelt, Elektronikmodule und vieles mehr. Ein Macher eben.

Im nächsten Beitrag stelle ich euch dann mal etwas ausführlicher die GH5 vor.

Irgendwie ans Kap

Ich habe gerade eben auf den Knopf gedrückt. „Irgendwie ans Kap“ ist ab sofort im Sonnensegler – Shop als Download erhältlich.

Wir wünschen euch viel Spaß beim anschauen und sind natürlich sehr gespannt wie ihr den Film findet.

Während ihr mit downloaden und Film schauen beschäftigt seid, geh ich rüber in der Werkstatt. Da gibt es noch ein paar „kleine“ Aufgaben die erledigt werden müssen.

To be continued… ;-)

Ausprobieren geht

Morgen ist es soweit, dass Warten hat ein Ende!

Mehr als 2 Jahre nach unserer Ankunft in Santiago de Compostela gibt es endlich den Film dazu.

Ihr könnt den Film ab morgen Mittag als FULL HD Download in einem kleinen Shop hier auf Sonnensegler.net bekommen. Der Shop ist seit heute online, ihr dürft gerne alles ausprobieren. Wer möchte, kann auch schon ein Benutzerkonto anlegen.

Großartig gescheitert

Gestern Abend war es soweit. Nach 4 Wochen in der Finanzierungsphase ging unsere Crowdfunding-Kampagne bei Startnext zu Ende. In Zahlen betrachtet, ohne Erfolg, denn das Fundingziel von 2.800 Euro zur Finanzierung der nächsten Filmprojekte wurde nicht erreicht. Alle Unterstützer bekommen ihr Geld deshalb automatisch von Startnext zurück, bzw. es wird gar nicht erst abgebucht.

Trotzdem freuen wir uns und finden es Klasse, dass ihr mitgemacht habt. Eure Beteiligung zeigt, dass wir doch einige von euch für dieses Projekt begeistern konnten.

Ich finde, wir sind mit 1.079 Euro großartig gescheitert!

Filmankündigung

Im August 2016, kurz nach der Rückkehr mit Eos, habe ich zum ersten Mal an „Irgendwie ans Kap“ gearbeitet. Wobei? Quatsch, die Filmaufnahmen aus 2015 gehören natürlich auch dazu. Eine ganze Menge waren das. 268 Gigabyte, verteilt auf 1.877 Szenen, die Sabrina und ich während der Reise mit Eos und auf dem Jakobsweg gefilmt haben. Allein die Sichtung des Materials und die Ausarbeitung des Konzepts hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert.
Jetzt, eineinhalb Jahre nach dem ersten Schnitt, ist der Film endlich fertig. Ich freue mich, denn damit beginnt ein neuer Abschnitt für mich. Ich kann mich auf neue Projekte konzentrieren, die Wände um meinen Schnittplatz herum werden wieder frei. Dort hängt seit eineinhalb Jahren alles voll mit Fotos, Skizzen und Texten aus dem Film.

Es gäbe noch so viel über den Film zu erzählen, in dem ich gefühlt eine ganze Weile gelebt habe, aber ich bin gerade müde. Die Endphasen sind bei solchen Projekten immer anstrengend und dieses Projekt war für mich das mit Abstand aufwändigste bisher. In den letzten 2 Wochen saß ich oft morgens noch am Rechner, als Sabrina bereits wieder aufgestanden ist. Wird Zeit, dass ich wieder in einen normalen Rhythmus komme…

Erscheinen wird er am 15. März, sehr wahrscheinlich zunächst hier auf Sonnensegler.net als Download. Daran werkel ich nebenbei bereits seit ein paar Tagen. Bei Vimeo On Demand wird er vermutlich erst deutlich später zu bekommen sein, wenn überhaupt. Das hängt ein wenig davon ab, wie die Resonanz und Nachfrage ist.

Noch 5 Tage

Wer hat noch nicht, wer will nochmal? Letzte Woche, letzte Chance! Jetzt ran kommen und dabei sein…

Also, die letzten 5 Tage unserer Crowdfunding-Kampagne laufen und bisher sind dank euch bereits 37% des Fundingziels erreicht. Die 1.000er Marke wurde gestern geknackt und wir finden das ziemlich Klasse.


Trotzdem sei daran erinnert, dass die Kampagne nur dann erfolgreich beendet werden kann, wenn das Fundingziel von 2.800 € erreicht wird. Bleiben wir darunter, bekommen alle Unterstützer ihren Beitrag zurück (bzw. er wird nicht abgebucht).
Wer sich also noch eins der limitierten Dankeschöns sichern möchte und mit seiner Unterstützung die weiteren Filmprojekte ermöglichen möchte, hier geht’s zur Kampagne: Sonnensegler – Die Reise geht weiter