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Schwieriger als gedacht

IMG_5010 GaronneSamstag, 16.04.2016

Heute ist der Tag, an dem meine Törnplanung nicht ganz aufgeht. Der Wettergott, oder wer auch immer, macht mir einen Strich durch die Rechnung.
Meine Abfahrtszeit in Begles sollte 12 Uhr sein. Dann müsste der Strom kippen, also von Ebbe auf Flut wechseln und wieder bergauf fließen. Tut er allerdings erst etwa 30 Minuten später. Stillwasser gibt es im Prinzip kein nennenswertes. Das geht hier ziemlich zackig. Ich löse die Leinen um genau 12:28 Uhr, der Bukh läuft da bereits eine Weile und wir können gleich mit hoher Drehzahl starten.
Am Anfang geht es noch ganz entspannt zu. Der Strom schiebt uns ordentlich, aber ich lasse mich nicht davon täuschen. Mir ist bewusst, dass die Flutwelle bei Nipp nicht bis nach Castets-en-Dorthe reichen wird, also fahre ich gleich von Anfang an mit 2.600 U/min. Das mache ich eigentlich nur ungern. Der Propeller läuft da nicht mehr im Optimalbereich. Es ist laut und man verbraucht deutlich mehr Diesel. Aber es geht nicht anders. Um 17:30 sind wir bei der Schleuse zum Kanal angemeldet. Sabrina hat das in die Hand genommen und mit dem Schleusenwärter gesprochen. Er wird die Schleuse so vorbereiten, dass ich direkt aus dem Fahrwasser in die Kammer kann.
Nach einer Weile fängt es an zu regnen. Und wie es regnet. Eigentlich war wieder nur mal ab und zu ein kleiner Schauer gemeldet. Aber es hört nicht mehr auf zu regnen, den ganzen Tag lang nicht mehr. Ich hole mir irgendwann einen Eimer. Den stelle ich vor den Niedergang, setz mich darauf und improvisiere damit einen Innensteuerstand unter der Sprayhood. Eos steuere ich über die Tasten am Autopiloten.

Die Garonne wird derweil immer schmaler und Eos langsamer. Der Zeitpunkt, an dem wir nicht mehr geschoben werden, kommt viel früher als erwartet. Meine Kalkulation fängt an zu kippen und die Ankunftszeit verschiebt sich immer weiter nach hinten.
Während das Flussufer immer näher rückt und die verschlafen wirkenden Dörfer an mir vorbei ziehen, werde ich so langsam etwas nervös. In letzter Zeit ist in weiten Teilen Frankreichs viel Regen gefallen. Sollte der mir jetzt zum Verhängnis werden?
Immer mehr Wasser kommt uns entgegen. Als die Geschwindigkeit auf unter 4 Knoten fällt, erhöhe ich die Drehzahl noch einmal auf 2.800 U/min. Das sind nur noch 200 Umdrehungen unter der maximal möglichen Drehzahl. Und ich fahre jetzt anders. Raus aus dem Fahrwasser und auf die Innenseiten der Kurven, so dicht wie möglich ans Ufer. Beides mache ich nicht gerne, aber eine andere Chance gibt es nicht. Einen Hafen, einen Anleger oder sonst etwas zum festmachen gibt es auch nicht. Der Anker wäre die einzige Chance. In einem schmalen Fluss, den ich nicht kenne, mit starker Strömung und Untiefen, auch keine besonders erstrebenswerte Lösung.
Also ran an die Innenseite und im Wechsel die Augen aufs Wasser, Echolot und Geschwindigkeit. Weit innen sind wir glatt einen Knoten schneller, noch dazu sparen wir Wegstrecke. So könnte es klappen. Zwar spät, aber es könnte gehen. Ich denke dabei an die Zeit im Rhein. Hier habe ich das auch immer so gemacht, um schneller bergauf zu kommen. Aber im Gegensatz zum Rhein zwischen Wesel und Rees, kenne ich diesen Fluss nicht. Ich hab ein bisschen Bammel und irgendwann passiert es auch. Mit dem Backbordkiel bleibe ich irgendwo hängen. Vielleicht ein ins Wasser gekippter Baum, vielleicht Schlamm. Es fühlt sich so an, als wenn jemand den linken Kiel festhält und Eos zieht sofort in Richtung Ufer. Ich kuppel schnell den Autopiloten aus und ziehe die Pinne zu mir. Gerade noch rechtzeitig! Nach diesem Zwischenfall bin ich etwas vorsichtiger. Wage mich nicht mehr ganz so nah ans Ufer heran.

Mittlerweile fahren wir stellenweise nur noch 3 Knoten über Grund. Sabrina halte ich immer wieder auf dem Laufenden. Irgendwann schätze ich die neue Ankunftszeit auf 18:30 Uhr. Das ist eigentlich zu spät für Sportboote. Normalerweise ist das Zeitfenster zwischen 18 und 19 Uhr für die Berufsschiffe reserviert. Sabrina ruft nochmal beim Schleusenwärter an und gibt ihm die Infos durch. Er meint: Kein Problem. Bis 19 Uhr wartet er auf jeden Fall auf mich und wenn ich noch später ankommen sollte, lässt er die Schleuse offen. Dann soll ich ihn anrufen, wenn ich da bin. Er käme zur Schleuse und würde mir einen Platz zeigen, wo ich über Nacht bleiben kann.

Der Zeitdruck ist damit erst mal weg. Ich bin mal wieder begeistert, wie problemlos das in Frankreich geht.

Also weiter den Fluss hochquälen. Eos und der Bukh tun mir dabei Leid. Es ist ein Krampf. An den Engstellen geht die Geschwindigkeit noch weiter runter. Absoluter Tiefpunkt ist die Gegend um Langon. Nur noch 2 Knoten über Grund, bei etwa 6 Knoten Fahrt durchs Wasser.
4 Seemeilen bis zum Ziel stehen noch auf dem GPS Navigator. Eigentlich ein Katzensprung. Hier und heute nicht. Aber irgendwann haben wir es fast geschafft. Die Schleuse, ich kann sie im Fernglas bereits sehen. Herrlich. Wie ich mich freue. Dazu hört es endlich auf zu regnen. Wie bestellt.
Nur noch eine Brücke, dann vorsichtig raus aus dem starken Strom und rechtzeitig Gas wegnehmen. Die Schleusenanfahrt liegt im Prinzip direkt neben dem Fahrwasser. Als Eos in der Kammer und die Mittelleine fest ist, bin ich überglücklich. Endlich vorbei, die Quälerei auf der Garonne.

Schade, dass es so schwierig war, denn dabei ist die Schönheit der Garonne ein wenig untergegangen. Der Fluss ist noch sehr natürlich und wenig ausgebaut. Fällt ein Baum ins Wasser, dann bleibt er dort liegen. Bis auf ganz wenige Stellen gibt es auch keine Tonnen im Fluss. Und immer wieder treffe ich auf Fischer, die zu ihren Reusen fahren oder mit Netzen fischen.

Als ich in der Schleuse bin, geht alles schnell und einfach. In kürzester Zeit ist Eos oben, im Garonne-Seitenkanal. Endlich!
Die zweite Schleuse liegt nur ein paar hundert Meter hinter der ersten und der Schleusenwärter erklärt mir, dass er auch diese Schleuse noch für mich bedienen wird, damit ich bis zum ersten Hafen kann. Also schnell weiter, aber kurz bevor ich aus der Kammer bin, winkt er mit seinem Handy. „Telefon für dich!“
Ich bin verdutzt, halte Eos so schnell es geht an und er gibt mir sein Handy rüber. Es ist der Hafenmeister. Er will mir erklären, wo ich festmachen kann und meint, dass er nach dem Abendessen, so gegen 20 Uhr, noch zu mir kommt, um mir alles zu erklären und den Schlüssel für die Dusche zu geben.

Nach dem Gespräch geht’s weiter. Auch die Kinder vom Schleusenwärter kommen mit, der Hund ist auch dabei. Eos ist die Attraktion des Tages. Kommt offenbar nicht so oft vor, dass hier ein Segelboot aus Deutschland ankommt und wie sich später zeigen sollte, dass im April überhaupt Boote die Garonne hoch kommen.

Nach der zweiten Schleuse verabschiede ich mich von allen und mache die Leinen klar. Als ich den Platz von weitem sehe, bin ich etwas erschrocken. Nicht weil irgendwas schlecht aussieht, im Gegenteil, der erste Eindruck dieses Hafens ist Top. Nein, hier liegen die Boote mit dem Heck zum Steg und sind vorne an einer Mooringboje fest. Gesehen habe ich das schon oft, in Büchern und Blogs von Fahrtenseglern, aber bisher noch nie selber so festgemacht. Also bin ich zunächst erstmal ganz langsam vorbei gefahren und hab mir in Ruhe überlegt, wie ich in diese Lücke reinkomme und Eos fest kriege.
War dann eigentlich gar nicht so schwierig und hat gut geklappt. Habe sie rückwärts so rein gefahren, dass ich gut mit dem Radeffekt arbeiten konnte und als die Boje am Bug war, schnell eine Leine festgemacht und weiter zurück gesetzt. Das schwierigste war, die Heckleinen am Steg zu befestigen. Klampen gab es nicht, sondern nur so kleine Augbolzen. Übers Heck konnte ich auch nicht so leicht raus, da ist ja gerade alles verbastelt und die Windfahnensteuerung war auch im Weg. Nach ein paar Versuchen hab ich dann doch mit einem Wurf die Leine hinter dem Augbolzen verheddert bekommen.
Danach in Ruhe alles ausgerichtet, essen gekocht, müde geworden.

IMG_20160416_195721 Eos in Castets

Eos in Bordeaux

IMG_4957 Eos in BordeauxAm 15.04. mache ich vormittags, kurz nach Niedrigwasser, in Pauillac die Leinen los. Diesmal geht nichts kaputt und wir kommen ohne Probleme aus dem Hafen.
Auf der Gironde ist heute ausnahmsweise mal richtig viel Verkehr, jedenfalls für die Verhältnisse dort. Kurz nachdem ich am Rand des Fahrwassers bin, werde ich von einem größeren Schiff überholt und hinter mir bewegen sich gleich zwei der großen A380 Frachter, die zwischen Hamburg und Pauillac Flugzeugteile für den Riesenvogel transportieren. Auch im weiteren Verlauf des Tages begegnen mir immer wieder andere Schiffe. Fähren, Kreuzfahrtschiffe und ein Containerfrachter.
Nach knapp zwei Stunden bin ich in der Garonne. Das Wasser wird klarer, der Fluss ist etwa so breit wie der Rhein. Allerdings ist er nicht so stark kanalisiert. Die Ufer wirken auf mich sehr natürlich. Ins Wasser gekippte Bäume, ein paar Anglerhütten und viele Wasservögel. Auch Flussfischer gibt es hier noch. So etwas habe ich bisher noch nie gesehen. Mitten im Fahrwasser vor mir rudert ein alter Mann ein langes Netz durch den Fluss.
Gegen Mittag sind wir in Bordeaux und es fängt an zu regnen. Ich mache ein paar Fotos, versuche in der kurzen Zeit so viel wie möglich zu sehen. Erst in dem Moment, als ein paar Meter neben mir an Steuerbord langsam diese Stadt vorbei zieht, realisiere ich es so richtig. Eos ist in Bordeaux!

Weiter geht’s. Wir müssen noch durch einen der schmalen Bögen an der „Pont de pierre“, der ältesten Brücke der Stadt. Napoleon Bonaparte war es, der den Bau dieser Steinbrücke angeordnet hat. Sie wirkt beeindruckend, sehr massiv, mit ihren wuchtigen Fundamenten. In wenigen Sekunden sind wir durch, vom starken Gezeitenstrom durchgespült worden. Danach mache ich Leinen und Fender klar und lege kurze Zeit später in Begles an. Den ersten Versuch mit dem Bug flussaufwärts breche ich ab, dafür strömt es noch zu stark bergauf. Also kurz eine Runde gedreht und entspannt gegen den Strom angelegt.
Ein freundlicher Hafenmeister erklärt mir alles und gibt Tipps für die nächste Etappe. Hafenanlagen und Dusche sehr gut, mehr ist hier nicht. Ich bin der einzige Gast im Hafen und auch sonst ist an diesem Abend kein anderer Mensch hier. Nur eine Ente setzt sich spät abends zum schlafen auf den Steg neben Eos.

Gute Nacht

Ein schöner Tag in Pauillac

IMG_4864 Pinne gebrochen(Das Folgende hat sich am 13.04. abgespielt.)

Eigentlich war alles vorbereitet für einen Törn nach Begles. Aber es sollte mal wieder anders laufen als geplant.
Der wohl kürzeste Törn mit Eos liegt hinter mir. Leinen fest nach… vielleicht 100 Metern.
Es lief zunächst ab wie im Bilderbuch, trotz ordentlich Strömung aufs Heck. Hab die Ruderpinne fixiert und so ausgetrimmt, dass Eos mit nur einer Leine schön gerade in ihrer Box geblieben ist. Wetter perfekt, Nico hellwach, Bukh auf Betriebstemperatur. Letzte Leine gelöst, Rückwärtsgang rein und die Pinne ausgeklinkt. Der Strom hat heftig geschoben, aber Eos ließ sich wunderbar in die richtige Richtung steuern. Als genug Fahrt im Schiff war und ich weit genug aus der Box raus war, hab ich ausgekuppelt und noch etwas nachgesteuert, dann gab es einen Knall!
Ich hatte die Pinne in der Hand und das ausgerechnet in diesem Hafen! Viel Zeit blieb nicht, sie hat sich sofort weggedreht. Binnen Sekunden ging es wieder vorwärts, oder besser gesagt, seitwärts und Eos hatte Kollisionskurs mit einer Dehler 39 CWS. Der Supergau nahm im Hirn bereits Gestalt an. Ich hab mich nach Abwägung aller Möglichkeiten in dieser einen Sekunde dann spontan für Vollgas entschieden. Eigentlich bin ich sonst der Meinung: Wenn ein Hafenmanöver schief geht, am besten nicht mit dem Gashebel versuchen das Boot doch noch in die richtige Richtung zu zwingen. Meistens gehen solche Manöver dann mit hoher Geschwindigkeit schief. Also besser irgendwo langsam herantreiben, in Ruhe überlegen und eventuell mit Leinen arbeiten.
Heute habe ich es anders gemacht. Volle Fahrt voraus, bloß weg von der Dehler. Unglaublich, wie schwer sich so eine Eos plötzlich steuern lässt, wenn der Hebelarm am Ruder nur noch 20 Zentimeter beträgt. Aber es ging und bevor ich jetzt hier noch ausführlich werde, ich hab sie ohne Kratzer in die Box gebracht. Hab sie sogar noch aufstoppen und sauber ausrichten können. Eos mit den Leinen danach auf die richtige Seite zu bringen und wieder festzumachen hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert.
Obwohl so ein Schaden natürlich übel ist, war der Törn trotzdem einer der besten. Es hätte nämlich alles weitaus schlimmer kommen können!
Die Actioncam lief  übrigens am Geräteträger und hat alles gefilmt!

Warum die Pinne gebrochen ist? Sie war innen morsch.
Merde!

Nach einem Kaffee hab ich mich an den Rechner gesetzt und gegoogelt. Welches Holz brauche ich, was kann ich hier bekommen. Dann noch schnell eine Zeichnung gemacht und oben drauf auf Französisch „Eschenholz“ geschrieben.
Ich wollte mit meiner Zeichnung eigentlich nur kurz bei meinen Nachbarn vorbei schauen und danach in der Capitainerie fragen.
Gerade so vom Ponton runter gekommen bin ich, da grüßt mich ein älterer Herr und fragt, wie es mir geht (ich hatte ihn ein paar Tage zuvor kurz gegrüßt). Ich sage, dass alles gut ist, ich aber ein Stück Eschenholz für eine neue Pinne suche. Keine 5 Minuten später saß ich mit in seinem Auto und wir waren auf dem Weg zum Schreiner Guillet, am anderen Ende von Pauillac. Der Schreiner war leider nicht da und er konnte ihn auch per Telefon nicht erreichen. Also sind wir weiter zum Baumarkt gefahren und haben zusammen nach einem Stück Holz gesucht und gefragt. Es gab aber leider nur Bauholz, mit zu vielen Ästen. Also wieder zurück zum Hafen. Allein die Fahrt war schon ein Erlebnis. Mit Autos kannst du mich ja eigentlich seit Jahren überhaupt nicht mehr locken, aber dieses Schätzchen hatte was. Ein 1970er Rover 3500 V8 in fast perfektem Zustand und mit einem Sound…
So, jetzt aber weiter mit dem Holz. Ich war kurze Zeit später in der Capitainerie. Die nette Mitarbeiterin hat gleich jemanden losgeschickt, um so ein Stück Holz im Lager des Hafens zu besorgen. Leider stellte sich nach einer Weile heraus, dass kein Eschenholz dabei war, aber ich könne gerne mal selber mit im Schuppen schauen, ob vielleicht ein anderes Stück Holz dabei ist, was für eine neue Ruderpinne geeignet ist. Also auf zum Schuppen, kurz gesucht und ein gutes Stück Nadelholz gefunden. Keine Äste, recht schwer und nicht gerissen.

Was das ganze am Ende gekostet hat? Ein Merci Beaucoup, oder zwei, oder Drei!

Anschließend habe ich mir von der S/Y IZAR noch zwei Hobel geliehen und es ging los. Schneiden, Hobeln, Bohren, Schleifen, Versiegeln, Essen, Schlafen, Lackieren, Einbauen…

Freitag will ich hier weg!

Wobei… So langsam gefällt es mir richtig gut in Pauillac.

IMG_4869 neue Ruderpinne
IMG_4873 neue Ruderpinne
IMG_4877 neue Ruderpinne
IMG_4884 Ruderpinne

Ein Weinmann in Pauillac

IMG_20160412_191534 Weingüter PauillacAm 12.04. wird Pauillac von mir erkundet. Die Ländereien hinter dem Ort beherbergen einige der berühmtesten Weingüter der Welt. Der Boden ist so wertvoll, dass kaum ein Quadratmeter ungenutzt bleibt.
Den Ausflug genieße ich. Wunderbares Wetter, endlich mal wieder ein wenig die Gegend zu Fuß erkunden und vorbei an Châteaus, die Familien wie Rothschild oder Latour gehören.

Ich schreibe diesmal mal nicht viel, denn ich muss noch ein paar Dinge erledigen. Am nächsten Tag will ich weiter.

Eigentlich…

In Pauillac

IMG_4628 Eos SchlickrutscherAls ich letzte Woche Dienstag hier in Pauillac angekommen bin, da hätte ich die Möglichkeit gehabt gleich am nächsten Tag weiter nach Begles zu fahren. Es wäre allerdings sehr knapp geworden. Zum einen, weil mehr Schlamm im Hafen liegt als erwartet und damit das Zeitfenster zum Auslaufen so kurz vor Springtide verkleinert wird, zum anderen, weil ich erst kurz vorm Dunkelwerden in Begles angekommen wäre, vorausgesetzt, alles wäre nach Plan verlaufen.

Gebracht hätte es mir jedoch wenig, denn spätestens in Begles wäre für eine Woche Schluss gewesen, da die Gezeiten nicht zu den Betriebszeiten der ersten Schleuse gepasst hätten. Einen Anleger gibt es vor dieser Schleuse nicht. Man muss sich dort eine halbe Stunde vor der geplanten Ankunft melden, dann wird die Anlage für einen vorbereitet und man fährt direkt aus dem Fahrwasser in die Schleusenkammer.
Da muss also auch wieder alles passen. Hätte es aber eben nicht, denn die Garonne, wie auch die Gironde, ist bis weit ins Land durch Gezeiten beeinflusst. Da geht es nur mit dem Strom und nicht dagegen. Theoretisch wäre eine Nachfahrt auf der Garonne um Springtide herum noch möglich gewesen, oder andere „Experimente“. Theoretisch! Denn Nachtfahrten auf dem Fluß sind nicht ganz ohne. Das kann man auf Flüssen in seinem Heimatrevier machen, wenn man es kennt wie seine Westentasche. Wobei einem hier auch noch eine Menge Treibholz, in Form von ganzen Baumstämmen, entgegen kommt. Die sieht man Nachts schlecht.

IMG_4709 Treibholz

Der Tidenhub beträgt in Pauillac bei Springtide über 6 Meter. In Bordeaux ebenfalls und auch in Castets-en-Dorthe, an der Schleuse zum Kanal, etwa 150 Kilometer hinter der Mündung, hat der Atlantik noch nicht ganz an Einfluss verloren.
Es werden enorme Wasser- und Schlickmengen bewegt und in den Häfen kommt man mit dem Ausbaggern kaum hinterher.
Was hier, am größten Mündungstrichter Europas, an Wasser ins Meer fließt ist nicht wenig. Allerdings wird die Menge des abfließenden Süßwassers, vom einströmenden Meerwasser bei Flut, um das bis zu 30-fache übertroffen. Das ganze Seegebiet hat daher wenig Eigenschaften eines Flusses. Zumindest hier in Pauillac ist das in Bezug auf die Seefahrt noch Meer, auch wenn das Wasser eine andere Farbe hat, als direkt am Atlantik.

Also bin ich vorerst in Pauillac geblieben, habe Barbara und Michael kennengelernt und schöne Stunden bei den beiden an Bord ihrer S/Y IZAR verbracht. Mal war ich zum Tee an Bord, mal zum Abendessen eingeladen.
Die IZAR ist eine Bruce Roberts 53 und die beiden haben schon viel mit ihr gesehen. Sie sind von der Türkei aus durchs Mittelmeer gesegelt, dann über Gibraltar um die iberische Halbinsel herum.
Biskayaüberquerung, Irland, Schottland, Norwegen und wieder zurück in die große Bucht hier am Atlantik.
Es sind interessante Geschichten, die erzählt werden. Geschichten ohne Seemannsgarn und Geschichten, die inspirieren und Mut machen.
Irgendwann muss ich mich losreißen, es wird spät. Und wenn ich als Nachteule spät sage, dann ist es wirklich spät.

Ansonsten ist hier an meinem Ponton wenig los. Ich liege am anderen Ende des Hafens. Nachdem Eos in der ersten Nacht ziemlich früh trocken gefallen ist, habe ich sie in diese Ecke verholt. Hier wurde gerade erst ausgebaggert und Eos hat selbst bei Springniedrigwasser noch genügend davon unter den Kielen.
Ein wenig Aufmerksamkeit hat sie auch von mir bekommen. Ich habe den Ölwechsel und die Inspektion ein paar Motorstunden vorgezogen und eine neue Trinkwasserpumpe eingebaut. Bei der Alten hatte sich der Druckschalter verabschiedet. Vor dem Einbau habe ich der neuen Pumpe allerdings ein Relais spendiert, ein Tipp von einem Bootsnachbarn aus dem Mahnensee. Im Originalzustand muss der Druckschalter die gesamte Last der Pumpe schalten und geht dabei relativ schnell hopps. In der umgebauten Version schaltet der Druckschalter nur noch mit minimalem Strom ein Relais, welches dann die Pumpe ein- und ausschaltet. Das sollte nun ein wenig länger halten.

Mit Englisch hatte ich übrigens auch hier wieder überhaupt keine Probleme. Fast jeder, dem ich begegnet bin kann Englisch. Zweimal wurde ich sogar mit meiner Muttersprache überrascht. Mein Französisch ist leider nach wie vor eingerostet. Mehr als ein paar Brocken sind da nicht drin. Aber immerhin habe ich es hin bekommen in Begles anzurufen und mich auf Französisch nach dem Hafen und den Liegeplätzen zu erkundigen. Es war ein langes, holpriges Telefonat aber ich weiß nun wo ich dort festmachen kann.

Videoupdate #23

Ein Einhandtörn

DCIM100MEDIAEs hat geklappt. Ich bin am Dienstag raus aus der Komfortzone in Port Medoc. Und es hat sich ausgezahlt zu warten. Zum einen, weil es bei so einem Törn Sinn macht fit zu sein, zum anderen, weil das Wetter vorher nicht besonders günstig war. Vor allem der Wind wäre absolut suboptimal gewesen, nämlich aus Südost, also gegenan und gegen den Flutstrom. Das hätte keinen Spaß gemacht.

Dienstag hat sich dann der Randbereich eines Azorenhochs breit gemacht und mir konstante 4 Beaufort aus Nordwest und strahlend blauen Himmel beschert.

Die Leinen habe ich ziemlich genau zu Niedrigwasser an Ponton I, Box 44 losgemacht. Nachdem ich im Hafenbüro meine Schlüsselkarte abgegeben und mich verabschiedet habe. „Und, kommt ihr irgendwann wieder?“
Bei der Frage hatte ich nen Kloß im Hals.
Ich hoffe es, dass wir irgendwann wieder nach Port Medoc kommen. Der für Eos vorerst letzte Hafen in der Biskaya, war auch gleichzeitig für uns einer der besten, wenn nicht der Beste. Eine richtig gute Zeit hatten wir hier.
Das Lösen der Leinen ist mir genau so schwer gefallen wie damals in Rees und das will was heißen. Ich war froh, dass keiner sonst an diesem Morgen da war. Kein Bootsnachbar, keine bekannten Gesichter. Das hätte es nur noch schwerer gemacht.
Also Leinen los und zunächst Radeffekt und Wind aufs Heck gegen mich. War aber kein Problem. Der Ableger lief schonmal gut.
Danach habe ich Fender reingeholt und Leinen aufgeschossen. Kurz vor der Hafenmole war alles fertig.

Dass der Mast fehlt, hat man sofort gespürt. Die erste Zeit hatte ich die Windsee und die Dünung noch von der Seite und da ist Eos manchmal deutlich und zackig ins Rollen gekommen. Der Mast bringt da ansonsten ein Trägheitsmoment ins Schiff und das fehlte eben.
Nach einer Weile war ich am Rande des Fahrwassers, hab den Autopiloten eingekuppelt und bis kurz vor Pauillac ist das auch so geblieben.

Dann hatte ich Zeit. Zeit zum Nachdenken und Zeit, um in mich rein zu horchen. Erstaunlicherweise bin ich diesmal nicht Seekrank geworden, absolut überhaupt nicht! Trotz Rollerei, Restdünung und spürbarem Seegang. Dabei hatte ich kein Medikament gegen Seekrankheit genommen, nur mittelmäßig gut geschlafen, war aufgeregt und angespannt. Trotzdem, absolut nichts.
Unter Deck konnte ich mich sonst meistens nie lange aufhalten, ohne dass mir kotzübel wurde, auf diesem Törn war das plötzlich überhaupt kein Problem.

Also hab ich fotografiert, gefilmt, ab und zu den Kurs korrigiert und dem Festland dabei zu geschaut, wie es langsam wieder näher kam. Ansonsten war dort nicht viel los. Ab und zu kam mal ein Baum an uns vorbei geschwommen und bis auf eine Begegnung mit einem Segelkatamaran war an diesem Tag im April niemand unterwegs. Das hat mir gefallen. Nur Eos und ich.
Mit bis zu 9,2 Knoten sind wir am Ende die Gironde hochgeschossen. Und das noch Tage vor Springflut. Fahrt durchs Wasser haben wir dabei etwa 5 bis 5,5 Knoten gemacht. Genau weiß ich es nicht, weil sich das Log verabschiedet hat. Der Gezeitenstrom ist hier wirklich gewaltig.

Am Nachmittag waren wir dann kurz vor Pauillac. Bei immer noch 9 Knoten Fahrt über Grund. Fender und Leinen waren wieder klar und es ging auf die schmale Einfahrt zu. In der Karte sind Eddies eingezeichnet und ich konnte mir bereits denken was mich dort an der Außenseite erwarten wird. Beim eindrehen kurz vor der Mole hatten wir schlagartig den Strom gegen uns. Marschfahrt hat nun nicht mehr ausgereicht, wir wurden weiter nach Süden versetzt. Also Vollgas, den Hebel bis an den Anschlag nach unten und am besten nicht auf den Drehzahlmesser schauen. Der Bukh ist auf einmal lebendig geworden und Meter für Meter hat sich Eos langsam aus dem Fahrwasser geschoben. Wir waren im Hafen. Entspannen, Fahrt rausnehmen, alles genau anschauen. Woher kommt der Wind? Gibt es eine Strömung im Hafen? Oh ja, es strömt ordentlich. Mal hier entlang, mal da entlang. Also vorsichtig, aber nicht zu vorsichtig ran an den Gästesteg. Ich war zu vorsichtig beim ersten mal. Die Strömung hat Eos wieder weggedrückt. Nochmal kurz zurück und mit ordentlich Schub wieder ran. Hat geklappt und ich musste nicht von Bord. Ein netter Mensch hat mir die Leinen abgenommen und geholfen.

Leinen fest nach 27 Seemeilen!

Das war er also, mein erster Einhandtörn. Hätte eigentlich nicht besser laufen können.

Nachdem Eos fest war, hab ich mich noch eine Weile mit dem freundlichen Franzosen, der mir geholfen hat, und noch jemandem, der dazu kam, über die Tour unterhalten. Dann „Au Revoir“ gesagt und bevor ich zurück an Bord konnte stand jemand vor mir und meinte: „Grüß Gott, ich bin der Michael.“

Was danach geschah, wieso Eos in der folgenden Nacht auf Grund saß und warum ich immer noch in Pauillac bin, erzähle ich euch die Tage.

Ereignisreiche Woche

IMG_4329 Dune du PilatDie Woche ist nicht ganz zu Ende und trotzdem fasse ich sie schon mal zusammen, denn jetzt habe ich gerade Zeit. Ich häng seit heute morgen nämlich angezählt in der Koje. Halsweh, leichtes Fieber und der Kram, schon wieder. Es nervt, aber was solls, geht auch wieder weg.
Was seit Samstag vor einer Woche so passiert ist:

Wir hatten viel mit Eos zu tun. Einkaufen, sauber machen, für die Kanalfahrt vorbereiten, die verschiedenen Tanks auffüllen, ein paar kleinere Reparaturen erledigen, sich gemütlich einrichten, Technik checken, und so weiter.

So sehen die wichtigsten Füllstände nun aus:

Trinkwasser in Tanks – 220l
Trinkwasser und Cola in Flaschen – 45l
Nahrungsmittel – Viele
Diesel – 200l
Benzin – 5l
Petroleum – 27l
Spiritus – 7l
Rum – 1 Flasche

Neben der Vorbereitungsarbeit war aber auch noch genug Zeit für Urlaub am Atlantik und, ganz spontan, auch für Ausflüge auf dem Jakobsweg.
Eigentlich wollte ich Sabrina an ihrem Geburtstag für zwei Tage nach Spanien entführen aber sie wollte nicht. Zu aufwändig, meinte sie. Sie wollte ihren 30. lieber ganz unspektakulär auf dem Jakobsweg hier an der Küste verbringen.
Ich muss sagen, es war der ungewöhnlichste 30. Geburtstag, auf dem ich jemals anwesend war, aber auch einer der schönsten.
Wir haben morgens unsere kleinen Rucksäcke gepackt. Proviant, ein paar warme Klamotten. Dann die Wanderschuhe angezogen und los. Allerdings nicht nur zu Fuß. Der kleine Renault Modus hat uns an einige Abschnitte gebracht, die wir vor ein paar Monaten gepilgert sind.
Erinnerungen kamen hoch und vor allem sehr schnell auch die Erkenntnis, wie wenig Zeit vergangen und wieviel in unserem Leben seitdem passiert ist.
In Le Gurp ist nach wie vor alles dicht. Keine Menschenseele war dort. Den Platz im Wald, an dem unser Zelt für eine Nacht stand, haben wir sofort wieder gefunden. Es ist wirklich kurios. Im Alltag vergisst du schon mal wo du vor dem Supermarkt dein Auto geparkt, oder zu Hause den Schlüssel hingelegt hast und hier, auf dem Jakobsweg? Da weiß ich noch, neben welcher Pflanze ich den Hering in den Boden gedrückt habe. So einen Weg geht man irgendwie wacher. Man versucht so viel wie möglich in sich aufzusaugen. Bloß nichts liegen lassen!
Irgendwann hatten wir dann die Runde durch den Wald gedreht und uns neben dem Campingplatz unter den hohen Kiefern an einen der Tische fürs Picknick gesetzt und etwas gegessen. An denselben Tisch wie beim letzten Mal. Wir waren allein, nach wie vor keine Menschen weit und breit. Nur ein paar einzelne „Wächter“ von Le Gurp sind noch umher gehuscht. Die Eichhörnchen.

Einen Tag später sind wir noch einmal los und haben weitere Orte am Jakobsweg und daneben besucht. Die Tramperstrecke, das Bassin d’Arcachon und noch einmal hoch auf die Dune du Pilat. Wunderbare Tage waren das.

Und Johnny? Den haben wir natürlich nicht vergessen! Seine Urne hatten wir mit an Bord und die Zeit mit ihm ist nun endgültig zu Ende. Wir haben jetzt eine Stelle, an der wir an ihn denken können.

Seit heute morgen bin ich nun allein an Bord. Ziemlich ungewohnt für uns beide. Sabrina ist mit dem Auto zurück gefahren und auf halbem Weg gut im Hotel angekommen. Morgen fährt sie die zweite Hälfte der Strecke und dann ist ihr Urlaub auch schon wieder vorbei.
Ich bin gespannt wie wir mit dem allein sein klar kommen werden. Heute war es jedenfalls für uns beide sehr schlimm.
Eine Freundin von Sabrina hat es vor kurzem recht passend ausgedrückt: „Zwischen euch beide passt ja auch kein Blatt Papier!“
IMG_20160401_194111 Sabrina und Nico

April, April

Aprilscherz 2016Eos segelt nicht mit 4 Beaufort von achtern, bei herrlichem Wetter der spanischen Küste entgegen, sondern liegt nach wie vor in ihrer Box in Port Medoc! Die Positionsmeldungen hier auf der Website und bei Facebook waren natürlich ein Aprilscherz.

Bald geht es aber wirklich los. Sabrinas Urlaub ist leider schon fast zu Ende. Sie wird morgen früh mit dem Auto allein zurück fahren, auf halber Strecke im Hotel übernachten und ist Sonntag wieder in Deutschland.

Wenn der Wetterbericht so bleibt, dann mache auch ich morgen früh die Leinen los. Eos ist fertig vorbereitet und alle Tanks sind randvoll.

IMG_4406 Snapdragon 890 Eos IMG_4408 Snapdragon 890 Eos

 

 

 

 

 

Sonnensegler #22 Zurück an Bord

Vom Segelboot zum Kanaldampfer

IMG_20160326_092845Angefangen hat die Tour am Donnerstag Abend etwa 19 Uhr. Ich habe meinen Rhythmus einen Tag zuvor auf Nachtschicht umgestellt und ziemlich lange geschlafen. Sabrina war mit ihrer Bronchitis so gut wie durch. Bei mir haben sich wieder Schnupfen und Halsschmerzen angeschlichen, aber ansonsten war ich fit.
Die Niederländische Grenze lag schnell hinter uns, ebenso die Belgische. An beiden Übergängen war es erstaunlich entspannt.
Die Grenze zu Frankreich wurde stärker bewacht als noch im Dezember, aber auch hier durften wir ungehindert passieren.
Ich hatte mich bereits auf eine ziemlich langweilige Nacht eingestellt, während Sabrina die meiste Zeit geschlummert hat. Eine CD nach der anderen musste das Radio durchleiern, um mich bei Laune zu halten.
Die Mautstationen wurden ebenso von schwer bewaffneten Polizisten überwacht, aber das kannten wir ja bereits von der letzten Tour, ein paar Monate zuvor. Wir haben nur gehofft, dass wir nicht zu denen gehören würden, deren Fahrzeug ausgeräumt und durchsucht wird. Bisher hatten wir wirklich Glück.
Die Mautstation vor Paris wurde besonders gut kontrolliert, allerdings aus meiner Sicht irgendwie ein wenig merkwürdig organisiert. Viel blaues Blinklicht und noch mehr Pylonen. Hab mir dann erst mal eine freies Mautgatter zum bezahlen ausgesucht. Ich wundere mich ja immer wieder, warum so viele Menschen sich in der Mitte knubbeln und anstehen, obwohl man mit einem Schlenker nach rechts oder links gleich ein freies Terminal vor sich hätte. Vielleicht eine Art Herdentrieb? Ich weiß es nicht, bin aber jedenfalls ganz nach rechts außen an ein freies Gatter gefahren und hab das Ticket bezahlt. Nachdem die Schranke hoch gezogen wurde, lag vor mir ein durcheinander aus Pylonen. Einige Autos, die ohnehin bereits mittig durch die Anlage sind und jetzt links neben mir waren, wurden von Polizisten kontrolliert. Die Lage sah ziemlich entspannt aus und ich hab kurz überlegt, ob ich im 90° Winkel nach links ziehen und mich hinten anstellen soll? Aber zum einen soll man sich ja nicht unnötig auffällig verhalten und zum anderen war direkt vor mir eine eindeutige Lücke zwischen den Pylonen. Also wirklich eindeutig!
Was machen? Eine Sekunde, zweiter Gang, noch eine Sekunde…
Irgendwie war ich im Kopf wohl schon auf Eos und habe mir gedacht: Im Zweifelsfall erst mal Kurs halten!
Also geradeaus.

Etwa 100m weit sind wir gekommen, dann wurde laut gepfiffen und gerannt. Die Polizisten waren plötzlich überhaupt nicht mehr entspannt und auch die automatischen Gewehre hingen jetzt nicht mehr nur locker um den Hals.
Der Modus stand mehr oder weniger sofort, ich hab noch schnell das Fenster geöffnet und zumindest eine Hand nach oben gehalten.
Bevor der erste an der Tür war hab ich mich bereits entschuldigt. Er war schnell an der Tür, hat uns dann sehr ernst gemustert, ins Auto geschaut und während ich irgendwie versuchen wollte mich zu erklären, fing er ganz leicht an zu lächeln und fragte dann: „Deutsch?“
Ich hab genickt.
„You can go this way!“ meinte er nur und zeigte in Richtung Autobahn.

Das wars, mehr nicht.
Merci beaucoup!

Das war der einzige Zwischenfall. Morgens um kurz vor 8 Uhr, viele 100 Kilometer später, hat die Fähre den kleinen Renault Modus und uns über die Gironde geschaukelt. Diesmal hat er es endlich auch an den Atlantik geschafft, mit gerade mal 4,7l Diesel pro hundert Kilometer.

Schlüssel umdrehen, Türen auf, in die Kajüte schnuppern. Alles gut!

Nur außen hat Eos ein wenig gelitten. Die Winterstürme haben ein paar Spuren hinterlassen, aber nichts wildes.

Der restliche Tag war gefüllt mit Kisten schleppen, einrichten, alles für den Krantermin vorbereiten.

Am Samstag sind wir mit Eos dann eine große Runde durch den Hafen zum Technik Ponton gedreht. Eine große Runde deshalb, weil im Hafen gerade gebaggert wird. Man muss quasi eine Umleitung fahren.
Etwa eine Stunde später lag der Mast auf seinen neuen Lagerpunkten. Dann zurück in die Box, Wanten, Stagen und das ganze Gerödel sortieren, fixieren, abpolstern. Noch ein Großeinkauf, endlich duschen.

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FILE8194 Mastlegen
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Position im neuen Gewand

Position 2016-03-20Pünktlich zum Frühlingsanfang ist die neue Positionsseite fertig geworden. Auf den ersten Blick fällt hauptsächlich die neue Karte auf. Die Seite verwendet jetzt eine OSM-Outdoor-Karte und ich habe auf die neueste Plugin-Version umgestellt. Das bringt in erster Linie einige Erleichterungen für mich beim aktualisieren mit sich. Für euch bedeutet es, dass die Position und Links aktueller sind. Mit Smartphones lässt sich die neue Karte jetzt auch komfortabler bedienen.

Probierts doch mal aus: —> Position