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Roadtrip zum Rand der Arktis – Teil 2

Vorwort

Sieben Monate liegen zwischen diesem und dem letzten Artikel. Ich glaube, so viel Zeit ist bisher noch nie zwischen zwei Beiträgen vergangen.
Kurz nachdem wir von unserem Roadtrip nach Norwegen zurückgekehrt waren, gab es in unserem engsten Familienkreis in kurzen Abständen zwei schwere Krankheitsfälle, die uns ziemlich aus der Bahn geworfen haben. Die letzten Monate waren deshalb geprägt von vielen Veränderungen. Zeit wurde kostbar und wenn ab und zu ein wenig „Freizeit“ möglich war und ich mich motivieren konnte, dann habe ich in vielen kleinen Etappen weiter am Trabant gearbeitet und wenigstens dieses Projekt abgeschlossen. Der Trabant wurde erfolgreich beim TÜV geprüft und zur Zeit warte ich nur noch auf die Ausarbeitung des Gutachtens. An Bord der Morgenstern ist praktisch alles liegen geblieben. Mehr als alle zwei Wochen einen Rundgang durchs Schiff machen und die Leinen kontrollieren war nicht drin.
Mittlerweile haben wir uns an die neue Situation gewöhnt, vieles ist Routine geworden. Zeit ist allerdings nach wie vor knapp.
Sonnensegler.net ist also nicht aufgegeben, es gibt nur gerade einfach Wichtigeres!

Morgens auf dem Campingplatz.

Obwohl die Reise in den Hohen Norden bereits über ein halbes Jahr zurückliegt, die Erinnerungen sind noch frisch genug.
Wir haben auf dem Campingplatz in Mittelschweden gut in unserem Microcamper geschlafen, mussten uns aber am frühen Morgen doch ein wenig zum Rauskrabbeln zwingen. Die Temperatur lag bei knapp unter 0°C. Das fühlt sich ziemlich kalt an, wenn man direkt aus dem warmen Schlafsack in so eine Umgebung raus muss. Aber gut, wir haben uns das ja so ausgesucht.
Also, alles schnell erledigt, den Schlafwagen wieder zum Fahrwagen umgebaut, geduscht, gefrühstückt und dann wieder ab auf die E45. Weiter nach Norden!

Filou fragt: „Muss ich wirklich da raus?“

Mit jeder Pause wurde es kälter, der Schnee am Straßenrand höher und die Natur atemberaubender. Abschnittsweise sieht man bis zum Horizont kein Haus, keinen Strommast und keine anderen Autos. Am späten Vormittag haben wir die Grenze nach Lappland überquert und hatten die Straße meistens für uns allein. Nach jeder Abzweigung waren weniger Autos unterwegs.
Am Nachmittag lag schließlich der Polarkreis querab. 66° 33′ 55″ geografische Breite erreicht! Fühlte sich extrem gut an!
Eigentlich wollten wir hier Aufkleber für den Subaru kaufen, aber da haben wir uns völlig verkalkuliert. Das „Arctic Circle Cafe“ ist im Winter geschlossen und hier oben ist im April eben noch tiefster Winter.
In der halben Stunde, die wir am Denkmal verbracht haben, sind nur zwei oder drei Autos an uns vorbeigefahren. Verständlich, dass man da alles dicht macht.
Dafür hatten wir diesen Ort für uns allein und konnten die Atmosphäre und die Stille genießen.

Pause am Polarkreis!




 

Nach einer warmen Suppe auf dem Campingkocher ging die Fahrt weiter. Wir hatten noch etliche Kilometer auf der E45 vor uns und vor allem ich war hochmotiviert, an diesem Abend noch Kiruna zu erreichen. Sabrina hatte sich durch meine Schwärmerei von Kiruna im Laufe der Vorbereitungen ebenfalls vom „Kirunafieber“ anstecken lassen.
Die meisten dürften das nicht nachvollziehen können und ich habe dafür vollstes Verständnis. Kiruna ist die nördlichste Stadt Schwedens. Sie ist nur deshalb hier gegründet worden, weil es in der Gegend Eisenerz in rauen Mengen gibt. Sie ist also eine klassische Bergarbeiterstadt, mit etwa 17.000 Einwohnern und geprägt vom langen, kalten Winter und den harten Lebensbedingungen. Für Touristen gibt es nur wenige Attraktionen, es sei denn man ist ein Space Nerd und Astronomie Freak. Dann ist Kiruna in etwa das, was für Modefreaks Paris ist, oder für Zocker Las Vegas!
Kiruna ist einer von wenigen Orten, von denen ich hin und wieder mal seit langer Zeit geträumt habe. Gleichzeitg war es der Ort, von dem ich gedacht habe: „Da kommst du nie im Leben hin.“

Auf der E45 nach Norden. Ein Traum von Strasse!

Immer weiter nach Norden…

Felgenkunst

Ein Subaru in Lappland.

Vor fast 20 Jahren, als es eine Phase hoher Polarlichtaktivität gab und man hin und wieder auch in Deutschland Polarlichter fotografieren konnte, da war das Magnetometer in Kiruna mein bester Freund. Oft habe ich die Website des schwedischen Instituts für Weltraumphysik IRF aufgerufen und die Messwerte des Magnetometers live verfolgt, um zu begreifen was da vor sich geht und daraus abzuleiten, wann Polarlichter zu sehen sein könnten.
Dieses Magnetometer in Kiruna ist das wichtigste in Europa, vielleicht sogar der ganzen Erde. Hier wird permanent (unter anderem) die Aktivität des Erdmagnetfelds gemessen und interessante Erkenntnisse über die Vorgänge in unserer Atmosphäre gewonnen.

Und an diesem Abend waren wir auf dem Weg nach Kiruna. Auf den letzten Kilometern hatte ich einen dicken Kloß im Hals. Diese Fahrt war ein Genuss! Genau so hatte ich mir das in etwa vorgestellt. Auf einer dick verschneiten Straße im Dunkeln langsam durch Kiruna zu rollen. Der Subaru dreckig wie Sau und die Radkästen so vereist, dass nur noch langgezogene Kurven möglich waren.
So sind wir am Magnetometer vorbeigerollt, danach gemütlich durch die Stadt und schließlich auf einen Campingplatz.
Der Stellplatz war umgeben von hohem Schnee, alles tiefgefroren. Wir waren glücklich.

Auf dem Campingplatz in Kiruna.

Den Umbau zum Schlafwagen haben wir in Rekordzeit geschafft. Gegessen haben wir nichts mehr, so müde waren wir.
Geschlafen haben wir drei wie die Murmeltiere. Sabrina und ich in dicken Schlafsäcken, Filou unter seiner Fleecedecke.
Am nächsten Morgen -15°C! Arschkalt nach dem Aufstehen, aber einfach nur herrlich.

Müssen wir wirklich aufstehen?

Nach einer heißen Dusche und einem ordentlichen Frühstück in der Gemeinschaftsküche auf dem Campingplatz, sind wir zum Magnetometer und danach noch zum IRF gefahren. Den Raketenstartplatz Esrange und die Bodenstation Kiruna der ESA konnten wir nicht mehr besuchen, dafür wäre die Zeit einfach zu knapp gewesen. Wir wollten an diesem Tag schließlich noch das nördlichste Ziel dieser Reise, den Rand der Arktis, erreichen.
Und so sind wir zum Abschied noch eine Runde durch Kiruna gedreht, haben den Subaru vollgetankt und waren kurze Zeit später auf der E10 nach Nordwesten unterwegs. Von Kiruna bis zur Grenze nach Norwegen waren es nur noch etwas mehr als 100km.
Ein Großteil der Strecke verläuft entlang des Torneträsk, einem der großen Seen im Hohen Norden. Man fährt meistens einige Meter über dem Seeniveau und hat einen atemberaubenden Blick über das zugefrorene Gewässer. Ab und zu sieht man in der Ferne ein Schneemobil über die Eiswüste fahren, ansonsten ist alles um uns herum Weiß.
Gleich nach dem Torneträsk überqueren wir das Skandinavische Gebirge und legen an der Zollstation Björnfjell eine kurze Pause ein.
Ohne Hund könnte man hier einfach durchfahren, die Grenze ist offen. Aber da wir Filou dabei haben, ist ein kurzer Stopp nötig. Die Anmeldung ging wirklich flott und nach nicht einmal 2 Minuten war die Sache erledigt.
Kurz darauf ging es bergab. Die Küste war nur noch 30 Kilometer von uns entfernt und innerhalb kürzester Zeit änderte sich das Klima deutlich. Waren wir kurz zuvor noch im tief vereisten Lappland, so wehte uns wenig später eine relativ warme Brise entgegen und die Straße war auf manchen Abschnitten komplett schneefrei.
Deutlicher als hier oben kann man die Auswirkungen des warmen Golfstroms kaum erleben. Ohne diese globale Heizung wäre es auf der norwegischen Seite kaum wärmer als in Lappland und das Meer würde jedes Jahr zufrieren, wie die Barentssee. Durch den Golfstrom, der warmes Meerwasser aus der Karibik über den Atlantik befördert und über den Nordatlantikstrom und anschließend weiter über den Norwegischen Strom bis an die nördlichste Küste Norwegens transportiert, kann man es hier gut aushalten.

Verkehr in Kiruna.

Eine Forschungsrakete am IRF in Kiruna.

Entlang des Torneträsk nach Westen.

Nördlich von Narvik ist die E10 schließlich zu Ende und wir biegen auf die Europastraße 6 nach Norden ab. Unser Ziel ist ein kleiner Campingplatz auf der Insel Senja. Dort haben wir nach einem kurzen Telefonat die Zusage bekommen, dass wir heute Abend eine warme Hütte zum übernachten haben können.
Jetzt fühlt sich das nach Endspurt an! Es geht auf und ab, teilweise über recht steile Berge. Und zwischendurch sieht man immer mal wieder kurz das Europäische Nordmeer. Gebirge und Meer, dicht beieinander. Ein Traum!

Irgendwann sind wir in Finnsnes, einer kleineren Stadt auf dem Festland. Hier verbindet die Gisundbrücke das Festland mit der Insel Senja.
Senja ist die zweitgrößte Insel Norwegens und mit ca. 1.600km² Fläche etwas mehr als halb so groß wie das Saarland. Im Saarland leben fast genau 1 Million Menschen, auf Senja sind es weniger als Achttausend.
Als wir über die Brücke fahren und die wilde und raue Landschaft Senjas vor uns sehen, hören wir „Enya – Orinoco Flow“. Auf Kassette! Wie sich das für einen Roadtrip mit einem Youngtimer gehört. Fast schon zu schnulzig.
Wir sind glücklich, Filou schnarcht hinten und die letzten Kilometer entlang der Küste sind zum genießen. Eine halbe Stunde übers Eis, vorbei an zugefrorenen Buchten und einzelnen hübschen Holzhäusern in Rot, Gelb und Grün. Bunte kleine Sprenkel in einer ansonsten fast unberührten weißen Berglandschaft. In der Ferne sehen wir manchmal vereinzelt Rentiere und dann sind wir auch schon da, auf dem kleinen Campingplatz „Fjordbotn“ im Norden der Insel.

Angekommen auf Senja!

Der Besitzer hat die gemütliche Hütte für uns vorgeheizt, der Subaru ist schnell ausgeladen. Wir ziehen uns warm an, der Schnee knirscht unter den Füßen und dann stehen wir einen Steinwurf von der Hütte entfernt am Strand und realisieren so langsam, dass wir wirklich hier sind. Außer uns sind keine weiteren Gäste da. Der Strand, er ist voll mit Eisschollen. Auf der anderen Seite des Fjords ragen spitze, hohe Berge empor. Alles ist tiefgefroren und weiß.
Hier oben, am nördlichen Ende von Senja ist er also, der Rand der Arktis. Hier stehen wir nun, sind happy, spielen mit Filou im Schnee und loben den Subaru. Ohne das geringste Problem hat dieser 24 Jahre alte Japanische Allradler uns über Eispisten und Berge hier hergebracht.

Filou im Schnee.

Der Strand vor unserer Hütte auf Senja.

Hinter uns liegen 2.842 Kilometer. Davon haben wir 443km mit dem Fährschiff zurückgelegt und 2.399km auf eigener Achse. Etwa drei Viertel der Strecke war Landstraße und fast die Hälfte davon vereist oder verschneit. Der Subaru hat sich dabei wohlgefühlt und wir ebenfalls.

Vier Tage haben wir für diese Strecke gebraucht. Ab jetzt nehmen wir das Tempo raus, werden Senja erkunden und dann ganz langsam nach Süden fahren und Norwegen kennenlernen…

Seebären

So., 13. Nov. 22, Neuseeland/Wellington, Tag 3088, 24.696 sm von HH

Wellington kann noch mehr als nur Stadt sein. Nur ein paar Kilometer außerhalb vom Zentrum gibt es eine Seebären-Kolonie. Die muss man sich allerdings erlaufen. Aber am Strand entlang ohne Steigungen bekomme ich das noch hin gehumpelt.
Zunächst hängen die Morgenwolken noch tief an der felsigen Küste. Sie gehen runter fast auf Meeresniveau. Die Cook Strait ist in grau gehüllt, nur ein paar Menschen sind hier am Sonntag unterwegs. Wunderschön öffnen sich die Blicke als der Nebel sich lichtet.

Der Hinweg noch in grau

Die Fähre zwischen den beiden Inseln kommt nach Wellington zurück

Moose – Algen – Flechten

Mystisch – neblig – schön

Frühsommer – alles blüht

Nach knapp vier Kilometern erreichen wir die ‚Red Rocks‘, hier sollen die Seebären zu sehen sein. Auf der Nordinsel gibt es nur zwei, drei Stellen an denen man Seebären sehen kann. Die meisten der 60.000 Tiere wohnen im Süden der Südinsel. Im 19.ten Jahrhundert hatte man die Neuseeländischen Seebären – die Fur Seals – fast ausgerottet. Heute sind sie geschützt und ihr Bestand gilt als gesichert. Nur noch Weiße Haie und Orkas sind ihre Feinde. Und Fischernetzte in denen sie sich verfangen können.

Die Seals liegen gut getarnt auf den Steinen. Erst nach einiger Zeit entdecken wir ein paar faule Würste zwischen den Felsen. Die Kolonie ist klein um diese Jahreszeit. Nach der Paarung im Februar wandern die Tiere umher und verteilen sich großräumiger. Aber ein paar verbliebene Jung-Männchen machen uns die Freude sich in der Sonne zu wärmen.
Die Seebären lassen sich von uns nicht stören, maximal wird eine Augenbraue gehoben. Man soll nur aufpassen, dass man nicht zwischen Wasserkante und Seal gerät. Dann kann es auch schon mal tierischen Ärger geben. Und die beinlosen Klopse sind an Land überraschend schnell unterwegs.

Suchbild zwischen den Flechten und Steinen – genau in der Mitte liegt der Seebär

Der Neuseeländische Seebär

Eingezogene Krallen

Ein Seal planscht etwas lustlos im Wasser

Ein letzter Gruß bevor der Seebär baden geht

Ausgewachsene Männchen können bis 2,5 Meter groß werden, die Weibchen sind mit anderthalb Metern deutlich kleiner. Nach rund einem Jahr Tragzeit wird immer nur ein Junges geboren. Das müsste um diese Jahreszeit passieren. Die Mutter bleibt dann zehn Tage beim Neugeborenen bevor sie wieder Fischen geht. Die Kleinen warten in einer Jungtier-Kolonie alleine an Land bis die Mütter zurück kehren. Dies bekommt man aber nur auf der Südinsel zu sehen.

Der Rückweg ist bei Sonnenschein anders schön

Die Farben leuchten am schwarzen Kieselstrand


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Wellington – schönste Hauptstadt der Welt?

12.Nov. 22, Neuseeland/Wellington, Tag 3087, 24.696 sm von HH

Zumindest wird Wellington regelmäßig von einschlägigen Reisemagazinen unter die Top 20 der schönsten Hauptstädte gewählt. Häufig bleibt dabei die Quote an Regentagen unerwähnt: über fünfzig Prozent! Folgerichtig regnet es, als wir am ersten Morgen unseres Aufenthalts einen Stadtbummel Richtung Hafen unternehmen. Okay, kein Problem, Wellington hat auch eines der schönsten Museen. Das Te Papa Tongarewa – Ort der Schätze, was es übersetzt bedeutet. Es beherbergt kulturelle Maori- und Pazifik-Schätze auf vier Etagen. Der Eintritt ist kostenlos, wow!

Am besten gefällt uns die Natur- und Geologie-Abteilung. Vieles ist zum Anfassen oder Interagieren. Es ist nicht nur für Kinder spannend, aus Bausteinen ein Erdbeben sicheres Gebäude zu bauen oder im Wellensimulator einen Tsunami zu erzeugen.
In einem Erdbeben-Raum bekommt man eine Vorstellung davon, wie es sein muss, wenn das eigene Haus anfängt zu wackeln. Achim war während seiner beruflichen Zeit häufiger in Wellington und hat mir immer von einem Grauwal-Gerippe an der Museums-Decke vorgeschwärmt. Das ist leider demontiert. Wie schade. Wahrscheinlich musste es Platz machen für eine riesige Ausstellung über den 1. Weltkrieg, die uns absolut nicht erreicht.

Geblieben sind zwei Skelette von Moas, den ausgestorbenen Riesenvögeln aus Neuseeland.  Die Strauß ähnlichen Laufvögel waren Giganten. Geschätzte 180 bis 270 Kilogramm schwer und sie haben Eier von bis 4,5 Kilogramm Gewicht gelegt. Wahrscheinlich wurden die Moas von den ersten polynesischen Siedlern ausgerottet. Die arglosen Tiere waren Menschen nicht gewöhnt, hatten keine Angst und waren leicht zu fangen. Es mussten nicht mal spezielle Jagdwaffen entwickelt werden. Dementsprechend ging die Ausrottung rasend von statten. Wissenschaftler vermuten, dass es in Coromandel nur fünf Jahre gedauert haben dürfte.

Skelette von ausgestorbenen Moas – die Besonderheit ist der Schatten. Es ist nämlich nur eine Projektion und kein echter Schatten. Plötzlich fangen die Schatten-Moas an zu grasen und weg zu laufen – schön gemacht!

Eine Besonderheit ist das ausgestopfte Exemplar eines Polynesischen Hundes. Die Reisegefährten der Polynesier, die sie in ihren Kanus mitbrachten, dienten zur Jagd und zur Gesellschaft, als Sonntagsbraten und Fell-Lieferant. Mit europäischen Hunden waren sie nicht kreuzbar, so dass sie ebenfalls ausgestorben sind. Im Te Papa steht wahrscheinlich das letzte Exemplar dieser Art.

Polynesischer Hund – er war nicht kreuzbar mit europäischen Rassen – ob es am Aussehen gelegen haben könnte?

Nach dem Museum hat sich der Regen verzogen und Wellington zeigt, warum die Stadt als Schönheit gilt. Wellington ist mit weniger als 200.000 Einwohnern sehr klein und traumhaft gelegen. Angeschmiegt an einen Naturhafen mit einem schmalen Zugang zur Cook Strait, der berüchtigten Meerenge zwischen Nord- und Südinsel. Die beiden Inseln liegen nur 22 Kilometer an der schmalsten Stelle auseinander. Ein Ansteigen des Meeresgrunds und ein Düseneffekt machen aus der Cook Strait eine der rauesten Meeresengen der Welt. Ungewöhnlich hohe Wellen sorgen häufig für den Ausfall der Fähren, die ab Wellington auf die Südinsel starten. Windy Welly trägt Wellington als Beinamen, Fallboen aus den umliegenden Bergen haben Schuld.

Wellington – the windy city – windy Welly

Davon merken wir nichts – bei vorsommerlichen Temperaturen schlendern wir weiter. Das heißt, Achim schlendert. Ich hinke hinter ihm her. Seit der Wanderung am Lake Waikaremoana kann ich den rechten Fuß nicht mehr schmerzfrei abrollen.  Schonen oder ignorieren? Liest vielleicht ein Orthopäde mit? ;-) Ich entscheide mich fürs Humpeln.

Wellington Hafen – Rechts im Bild erkennt man bereits die Cook Strait

Marina Flair im Stadtteil Mt. Victoria

Buntes Straßenbild in Wellington – Restaurants jeder Geschmacks- und Preisrichtung

Cuba Street – die quirlige Fußgängerzone

Typische Drohgebärde vom rituellen Haka (Haka bedeutet Tanz) statt bravem Ampelmännchen

Maori – Skulptur am Hafen

Untergekommen sind wir wieder in einem Air B&B. Diesmal mit glücklichem Händchen. In einer tollen Wohngegend (Thornton) wohnen wir bei Lucy in ihrem super sauberen Appartement. Das Haus steht auf einem Eckgrundstück, hat insgesamt sechs Wohnungen und liegt direkt am Fuß einer kleinen Bergkette, die mitten durch Wellington führt. Steil muss man sich die Nebenstraße zum Eingang hoch kämpfen.
Die Hauptstraße liegt direkt auf der „Fault-Line“ von Wellington, erzählt uns Lucy. Beim Kauf des Hauses sei sie ausdrücklich davor gewarnt worden. Diese Bruch- bzw. Verwerfungslinie zieht sich quer durch die Stadt. Die pazifische und australische Platte reiben sich in 25 Kilometer Tiefe genau an dieser Stelle aneinander. Genau unter unserer Unterkunft.
Alle 150 Jahre geht man von schweren Erdbeben aus – mit Land-Verschiebung von bis zu einem Meter. Gut, dass wir im Te Papa im Erdbebenhaus gelernt haben, was wir tun müssen, falls es zu wackeln beginnt. ;-)

Air B&B bei Lucy – alles in Laufnähe zum Centrum – tolles Lage, tolle Wohnung, tolle Gastgeberin

Deko bei Lucy – viel frische Blumen in allen Zimmern und alles etwas retro

Typisch für den Stadtteil Thornton – steile Wohngegend


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GGR 2022 – SV Asteria – Tapio Lehtinen

DER UNTERGANG DER ASTERIA – FAKTEN UND ÜBERLEGUNGEN

Tapio Lehtinen

TRANS – OCEAN. e.V. – Hütchenspiel

CUXHAVEN – DALLAS – JR UND DIE GELBEN PUDELMÜTZEN

2022 – Hütchenspiel

SV Free – Elke + Walter Stoffers GER

LEBENSLANG BEFREUNDET – VIEL ZU SELTEN BELEBT!

Konsul 37

SV Iason – Katja + Klaus Wessnick GER

HR 34 WESTBOUND UNTERWEGS
Moin Peter, Dein Windpilot, den wir Henry getauft haben, hat uns sicher und zuverlässig bis auf die Kanaren gebracht. Ab und zu gönnen wir ihm eine Süßwasserdusche, Wir sind jetzt auf dem Weg zu den Kapverden
Viele Grüße von den segelnden Franken
Klaus und Katja SV Iason

SV Silenus – Martin Trumper UK

CONTESSA 32 – SAILING IN SINGAPORE AND ENGLAND OVER 15 YEARS
Good morning Peter, I am again reminded that good service lives on at Windpilot. From the first conversation at Earls Court boat show so many years ago the service has been consistent – even from the red sofa. Thank you.

Interesting – needs more time to read to digest than I have right now – but in the interim what I do know is that in two days of 40 winds we had (unusually) coming up from the Azores the Windpilot on the Contessa 32 kept us safe – no doubt. Submarining as we were locked in the cabin the Windpilot sailed on – taking us to safety to calmer water. A true friend indeed.
So our new boat is on the hard at the moment. I asked the question principally because I was/ am concerned to be sure to fit at the correct height which I assumed easier when in the water.

You never asked me for measurements for the new decice so I have assumed you have referred back to the dimensions given for the first unit. I fitted the first unit when in the water but this time round shall be fitting on the hard.

Incidentally, before I repair the holes that I now have having removed the the first system, I assume the next system will not be using the same holes profile on the transom or will I be making new holes. I assume yes, but thought I should ask.

Incidentally, I am waiting for £ to strengthen a little more and then we shall go ahead I expect.

With regards
Martin

My answer came straight:

Good morning back to you Martin,
that sounds like honey for the soul of an old man …

Thanks a lot … i am just continueing the path I have decided to go some decades ago: making the sailors happy will automaticly result into the perfect marketing tool called word of mouth … its working in automatic modus … miuch better than spending considerable time on silver birds to arrive in Boat Show imprisonments

I will check existing picts once retirnung to my home desk in Hamburg mid next week and will answer your question at that time…

take care and best regards from Polend
Peter

SV Solveigh – H.-Thomas Umpfenbach GER

NORDSEE 41 – BLECHKUNST AUS NORDERNEY

Nordsee 41

Der Tod einer Stadt – Napier

9./10.Nov.22, Neuseeland/Napier, Tag 3080-81, 24.688 sm von HH

Wir sitzen im Museum in Napier und schauen eine Dokumentation über das verheerende Erbeben in Napier, das am 3.Februar 1931 die Stadt dem Erdboden gleich machte. Zeitzeugen berichten in dem Film über ihre persönlichen Erlebnisse an diesem Tag. Eine Frau erzählt, sie seien aus der Schule gerannt, als die Erde zu beben begann. Stolpernd haben die Kinder sich ins Freie gerettet als hinter ihnen das Schulgebäude zuzammenstürzte. Sie habe sich dann Richtung Stadt umgedreht. Wo eben noch Häuser standen, seien nur noch Staubwolken zu sehen gewesen: „Der Tod einer Stadt“, sagt sie mit brüchiger Stimme.
Das Erdbeben hatte damals eine Stärke von 7,8 auf der Richter-Skala und kostete über 250 Menschen das Leben. Was an Gebäuden noch stehen geblieben war, wurde durch ein anschließendes Großfeuer zerstört.

Zeltunterkünfte für Obdachlose – erstaunlich finde ich die Anzahl an Autos – 1931

Der besondere Wiederaufbau der Stadt ist der Grund, warum heute Napier in keinem Reiseführer unerwähnt bleibt. Auch Napier war von den Auswirkungen der damaligen Weltwirtschaftskrise betroffen, trotzdem wollte man ein Zeichen setzen – „Lasst uns eine neue Epoche beginnen“ – und beschloss die Stadt im Art-déco-Stil wieder aufzubauen.
Dieser Stil hatte in den 1920er Jahren in Frankreich seinen Höhepunkt erreicht und zeichnet sich durch glatte, klare Formen aus. Dies war mit Betonplatten preiswert herzustellen. Und die Pastelltöne entstanden automatisch – Farbe war knapp – durch das Verdünnen mit Wasser.
Die Art-déco-Häuser werden seit hundert Jahren liebevoll erhalten und restauriert, so dass Napier heute wie ein Knallbonbon-bunter Kunst-Ort wirkt.
Eine schöne Stadt zum Schlendern und um sich von einer Bäckerei zur nächsten zu schleppen und köstliche Kuchen in der Fußgängerzone zu genießen. Aber bitte nur im Windschatten. Der Wind kommt aus südlicher Richtung und ist eiskalt. Im Windschatten sind dann wiederum zwanzig Grad.

Geometrische Linien überwiegen

alles super in Schuss

Feuer Brigade

Feuer Brigade

Symmetrisch – klare Linien

Tolles Stadtbild in Pastell

Nette Stadt an der Küste

Untergekommen sind wir in einem Air B&B, da uns die Campingplätze in Napier zu außerhalb liegen. Zu Fuß ist es von dort zu weit in die Stadt und Motels sind alle ausgebucht (Unterkunft für Obdachlose). Also Air B&B, obwohl wir es nicht so sehr mögen.
Peter und seine Frau Ann sind liebenswürdig und heißen uns herzlich willkommen. Peter fährt sofort seinen Wagen aus der Garage, damit wir unser Auto dort parken können. Ann ist schüchtern, sie wirkt wie achtzig, aber wenn man genau hinschaut, kann sie erst Mitte sechzig sein. Das Haus ist voll gestellt mit Nippes und die Wände sind gepflastert mit Bibel- und Sinnsprüchen. Unser Zimmer ist ein Traum in pink und Rüschenkissen.

Der Hintereingang in die Küche – ein hundert Jahre altes hübsches Hexenhaus

Wir unternehmen einen ersten Gang in die Stadt zur Orientierung. Als wir zurück kommen, ist auch das zweite Gästezimmer belegt. Mit einer älteren Dame. Wir haben uns aus der Stadt eine Tiefkühlpizza mitgebracht, die in den Ofen kommt. Ann und die Gästin sitzen am einzigen Tisch neben der offenen Küche, der nur zwei Stühle hat. Die beiden Damen unterhalten sich angeregt. Mal untereinander, mal werden wir ausgefragt. Dass unsere Pizza fertig ist und wir die Teile im Stehen verdrücken müssen, erkennen die beiden nicht. Sie sitzen am Tisch und sind in ihre Unterhaltung vertieft.

Am nächsten Morgen zum Frühstück wird es noch besser. Ein Freund der Familie ist da. Er komme immer mal vorbei, trinkt einen Kaffe und hält ein Schwätzchen. Peter, Ann, der Freund, die Gästin und wir – macht sechs Personen. Und zwei Stühle am Tisch. Als wir uns einen Kaffe und Tee kochen, kommt Peter mit einem Besen und fegt Krümmel zwischen uns zusammen. Alle laufen durcheinander, alle quatschen durcheinander. Wir werden an den Tisch genötigt zu Sitzen. Ahh! Der kalbsgroße Hund der Famile (Cosmo) legt seinen Kopf auf den Tisch. Zwischen meinen Teller und den Becher. Es ist ein Tollhaus. :mrgreen:
Wir haben zwei Möglichkeiten. Entweder wir werden bekloppt oder lassen uns darauf ein. Wir lassen uns ein und erfahren erneut interessante Dinge über Neuseeland und seine Menschen. Als ich unser Geschirr abwaschen möchte, widerspricht Peter: „Dieses Haus hat nur eine Regel: unsere Gäste sollen nicht arbeiten“.

P.S. Der zweite Morgen ist das totale Gegenteil. Keiner da außer uns. Selbst der Hund ist weg. Ein Tisch ist gedeckt mit Brot, Cerelalien, Joghurt und Früchten. Wir sollen uns nach Herzenslust bedienen. Air B&B – ein echter Abenteuer-Spielplatz mit Überraschungen.

Die Küche von Peter und Ann

 


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Die neue Podcast-Folge auf SEGELN IST MEER: "Seekrank? Werden doch bloß Segelanfänger?"

In der 36. Folge diskutierten Ümit und ich auf unserem Segelmythen-Podcast SEGELN IST MEER über ein Thema, das so alt ist wie die Seefahrt selbst: Seekrankheit.

Gibt es eine Art von Früherkennung der Seekrankheit? Weiß man vor dem Törn, ob man möglicherweise seekrank wird? Ich behaupte, die meisten Menschen wissen das meist vor den ersten Schritten an Deck.

Warum? Viele machen lange vor einem ersten Segeltörn ihre ersten unvergesslichen Erfahrungen in dieser Hinsicht. Auf einer kurzen Dampferfahrt auf dem See. Auf einem Ausflug nach Helgoland. Und Manchem reicht schon der Anblick eines Bootes am Strand, damit ihm leicht flau im Magen wird.

Einem Freund, der mich vor vielen Jahren begleiten wollte, reichte bereits der Anblick eines der nachfolgenden beiden Videos, um seine Teilnahme abzusagen. Im Folgenden also wie in unserer Podcast-Folge angekündigt ein allererster simplerer Test, ob man möglicherweise ein leichtes Opfer der Seekrankheit wird oder nicht:

TEST 1:
Lassen Sie das Video auf sich wirken.

TEST 2:
Sehen Sie sich auch dieses Video an.

Falls Sie Anzeichen von Übelkeit spüren, sollten sie die Möglichkeit von Seekrankheit nicht ausschließen. 

Beide Videos wurden gedreht in der Adria auf meiner Reise einhand nach Antalya im Sommer 2014. Video 1 auf der Route vom süditalienischen Brindisi zur nördlichsten griechischen Insel Othonoi.
Video 2 auf der Route von Mola di Bari nach Brindisi.

Und wer nicht der Seekrankheit, sondern der Krankheit „Meersucht“ verfallen ist, für den ist dieses Video wie geschaffen:  

Es ist der Trailer meines Kinofilms über meine Reise nach Antalya. Er ist auf millemari.de downloadbar.
Kann man auch jemandem verschenken. Er oder sie müssen dazu keinesfalls SEEFEST sein.

Im Urwald am Waikaremoana

7.-8.Nov.22, Neuseeland/Waikaremoana, Tag 3084-85, 24.688 sm von HH

Unser kleiner Kombi schraubt sich die Berge hoch. Die letzten 21 Kilometer der kurvenreichen Strecke sind Schotterstraße. Die Steine knirschen unter den Rädern, wir kommen nur langsam voran. Drei Pick-Up überholen uns mit Vollgas. Den 4-Rad angetriebenen Wagen macht der Schotter nicht viel aus. Mit 70 km/h donnern sie an ins vorbei. Bienenkörbe haben sie geladen – das kann ich grade noch erkennen, bevor wir in einer Staubwolke verschwinden.

Die german Rentners stellen auf dem Weg nach oben zum Picknick mal eben die Campingstühle auf

Unser Ziel ist der See Waikaremoana. Hier leben die Maori vom Tuhoe-Stamm. Tuhoe bedeutet Kinder des Nebels.
Der See liegt auf 600 Meter Höhe und ist komplett von Regen-Wald umgeben. Die umliegenden Berge erreichen 1250 Meter. Dieser Wald ist der größte verbliebene Urwald auf der Nordinsel.  Die Heimat fast aller neuseeländischen Vögel, etlichen edemischen Baumarten und angeblich 250 verschiedenen Farnen. Außerdem wird von nierigen Durchschnittstemperaturen und sehr häufigen, sehr intensiven Regenfällen berichtet.
Wir erreichen das Camp bei strahlendem Sonnenschein und in kurzer Hose. Die Reservierung der Hütte erweist sich als unnötig. Nur eine Handvoll Cabins sind belegt und ein einsames Zelt (Deutsche ;-) ) steht auf der Wiese.

Diesmal haben wir eine Hütte gemietet – wie überall ist auch hier fast nichts los

Die Cabin hat zwei Einzelbetten, ein Stockbett, Kühlschrank und Mikrowelle, aber kein fließendes Wasser. Mitzubringen sind eigene Laken (hat die tüchtige Hausfrau eingepackt) und Decken (da nehmen wir unsere Schlafsäcke [der Chef noch unsere zwei Wolldecken oben drauf :mrgreen: Prinz Erbse ] und die eigene Kissen). Passt!

Winzige Hütte – an der Rückwand steht noch ein Hochbett mit zwei Schlafplätzen

Außer dem Campingplatz gibt es nichts hier oben. Nicht mal Handyempfang oder Internet. Beides sei auf der Mitte vom See Waikaremoana zu empfangen, witzelt die Camp-Broschüre.

Lake Waikaremoana – hier der Campingplatz – mehr gibt es hier draußen nicht

Die Sonne geht früh unter hinter den Bergen um den See herum. Der Himmel ist wolkenfrei und sofort wird es lausig kalt. Der letzte Wetterbericht hat für die Nacht acht Grad, gefühlt wie sechs, versprochen. Und richtig, als wir morgens aufwachen, entstehen kleine Dampfwolken beim Ausatmen. Die Frühstücksbutter ist steinhart, die haben wir im Auto vergessen. Die elektrische Heizung in der Hütte sorgt aber schnell für Wärme.

Neuseeland hat neun sogenannte ‚great walks‘. Wanderwege, meistens über mehrere Tage, und über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Ein ‚great walk‘ führt um den Waikaremoana herum. 46 Kilometer, Dauer drei bis vier Tage. Den wollen wir laufen – zumindest ein Teilstück davon.
Zuerst müssen wir zwei Kilometer bis zu einem Gebirgsfluss laufen. Der mündet über einen zweistufigen Wasserfall in den See. Man kann rechts und links zum Wasserfall hinunter steigen. Sehr schön gemachte Wege, man kann zwischen den beiden Wasserfall-Stufen auf Steinen stehen.

Hoffentlich nicht

Typische Brücke in Neuseeland auf dem Land

Wasserfall – die erste von zwei Stufen

Beide Stufen liegen dicht hintereinander

Es ist auch mal Kletterei mit dabei

Nicht ganz einfach zu erreichen

Gegenüber vom Wasserfall ist ein Einstieg zum ‚great walk‘. Ein wunderschöner Wanderweg quer durch den unberührten Wald. Breit und gut ausgebaut. Recht einfach zu laufen, wäre da nicht die Steigung. Dieser Weg geht nur bergauf. Keine erleichterte Etappe ebenerdig oder mal ein Stück bergab. Gnadenlos fünf Kilometer bergauf. Pfui.

Noch ursprünglicher Urwald

Unser Endpunkt ist der Waikareiti See.  Der kleine Bruder vom Waikaremoana. In der Hochsaison kann man hier Ruderboote mieten, jetzt steht die Schutzhütte vereinsamt da.

Schutzhütte am Waikareiti

Hinter dem See zieht sich der Wald dicht und endlos weiter

Ziel erreicht

Nach einem Picknick treten wir den Rückweg an.
Am Schluss haben wir 13 Kilometer und 360 Höhenmeter hinter uns. Mein rechter Fuß zwickt am Außenriss und sagt bösartig, dass er genug vom Wandern hat.

In der Hütte hängen ein paar Beschreibungen von endemischen Pflanzen. Unter anderem von einer Fuchsie, die in Neuseeland ein bis zu 15 Meter hoher Baum werden kann. Auf dem Rückweg fallen mir dann tatsächlich die Blüten auf. Zum Teil ist der Waldboden übersät damit.

Fuchsienblüten

Die zweite Nacht in der Hütte ist deutlich wärmer. Der inzwischen bedeckte Himmel hilft. Leider gießt es am Morgen wie aus Eimern. Tief hängen die Wolken in den Bergen. Wir wollten sowieso abreisen und beglückwünschen uns: zwei Tage herrliches Wetter sind bei den ‚Kindern des Nebels‘ eine Seltenheit. Im dicken Nebel schraubt unser kleiner Kombi sich wieder den Berg hinunter.


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