Martin Hager
JOHANNES ERDMANN – DIE ZWEITE

JOHANNES ERDMANN – DIE ZWEITE

27.Nov.23, Australien/Bundaberg, Tag 3464, 28.812 sm von HH
Die beiden Kängurus direkt neben dem Feldweg entdecken wir als erstes. Wir parken schnell das Auto am Straßenrand und nähern uns vorsichtig. Dann entdecken wir noch weitere Kängurus auf der Wiese. Was wir nicht sehen ist, dass das große Känguru am Weg ein Männchen ist, was gerade an seiner Herzensdame gräbt. Erst als wir näher kommen, ist seine deutlich erigierte Männlichkeit nicht mehr zu übersehen. Da hat er uns dann auch gewittert. Er richtet sich auf. Statt die Vorderpfoten locker vor dem Körper zu halten, spannt er deutlich sichtbar seine Muskeln an. Die Fäuste geballt, schwingt er die Arme drohend vor der Brust kreuzweise hin und her. Videos von boxendenden und tretenden Kängurus tauchen vor unseren Augen auf.
Wir verstehen. Langsam gehen wir rückwärts und vergrößern schrittweise den Abstand. Unser aufgebrachtes Männchen beruhigt sich. Geht auf alle Viere zurück und kümmert sich wieder um sein Mädchen.
Das deutlich erregte Männchen wird auf uns aufmerksam – er ist deutlich größer als sie
Sie lässt die Arme locker hängen – er hat sie kreuzweise vor der Brust bewegt
Er droht näher zu kommen
Als wir uns etwas entfernt haben – beschäftigt er sich wieder mit dem Weibchen
Puh. Glück gehabt. Und wie wir hinterher im Internet lesen, haben wir uns instinktiv genau richtig verhalten. Man soll sich zusätzlich noch möglichst klein machen und Augenkontakt vermeiden. Kleine Känguru-Herden, hier Mob genannt, bestehen aus mehreren Weibchen, nicht geschlechtsreifen Jungtieren und einem Alpha-Männchen. Mit diesen Männchen ist nicht gut Kirschen essen, wenn sie verliebt sind. Das wäre es ja gewesen, wenn wir direkt von unserem ersten Mob in die Mangel genommen und nieder geboxt worden wären.
So können wir aus sicherer Entfernung beobachten, wie er das Weibchen über die ganze Wiese verfolgt. Immer wieder greift er nach ihrem Schwanz. Möchte sie gerne festhalten. Aber das Weibchen ist noch nicht zur Paarung bereit. Sie hüpft weiter vor ihm weg. Irgendwann verlieren wir die beiden aus den Augen.
Sie hüpft davon – er noch immer sichtbar erregt hinterher
Die Verfolgung steht
Am Schwanz ziehen, findet er super
Unsere etwas hartnäckigen Corona-Nachwirkungen versuchen wir auf kleinen Ausflügen in die nahe Umgebung los zu werden. Es gefällt uns sehr, wo wir gelandet sind. In der Zwischenzeit hat die Regenzeit zögerlich begonnen. Alle paar Tage regnet es jetzt. Zum Glück meistens nachts. Oder nur kurze Schauer. Aber der Natur reicht schon dieses bisschen Regen. Alles, was im Oktober noch verbrannt war, erstrahlt nun in frischem Grün. Bei jedem Spaziergang sehen wir Kängurus. Plötzlich liegt eins direkt auf dem Waldweg. Oder zwei verschwinden in den Mangroven am Schildkröten-Strand. Kängurus hüpfen über die Straße. Kängurus allgegenwärtig. Dazwischen tummeln sich große Agamen.
Es läuft in Down Under.
Mit Muscheln übersäter Strand
Sogar hier in den Mangroven stoßen wir auf Kängurus
Die Schildkröten kommen nachts an Land – die Saison hat gerade begonnen – nachts ist der Strand gesperrt – tagsüber kann man Spuren finden

Water Dragon – Australische Wasseragame – bis 25 cm lang
Flammenbäume stehen in voller Blüte
Delonix regia stammt ursprünglich aus Madagaskar
Das kleine Baby dürfte schon fast zu groß für den Beutel sein – Ein anderer Tag – ein anderer Wald – ein anderer Mob
22
GALLANT 53 VON GÖTEBORG IN DIE TÜRKEI IM SAUSESCHRITT

Peter, we finished our sail from Sweden to Greece and the windpilot was great. Unfortunately our mizzen boom broke your white painted vane, thank for sending with a backup as we broke it on our 1st day…
I think we are going to shorten our boom so this is not an issue moving forward. Not sure if you have a better solution but I think this will work. I would also like to purchase 2 additional vanes, how do we make this happen?
Darryl
BISCAYA SOMMER 2023 – SPIESSRUTENLAUF NACH SÜDEN
Die Biscaya liegt jedem Segler quer im Magen, der, aus dem Norden kommend, nach Sonne und Wärme hechelt. Ein wenig vergleichbar mit der Chinesischen Mauer, die man zu überqueren hat, ohne zu wissen, was einen erwartet, bevor man nicht mitten drin im Abenteuer ist.
17.Nov.23, Australien/Bundaberg, Tag 3454, 28.812 sm von HH
Bereits in Fiji haben wir uns viele Gedanken über unseren Roadtrip gemacht. Die zentrale Frage – womit wollen wir fahren? Ein Wohnmobil oder Van wäre natürlich unglaublich komfortabel, aber die sind uns viel zu teuer. Außerdem hätten wir gerne ein geländefähiges Auto. In Australien gibt es mehr Schotterpisten als normale Straßen. Mit einem Wohnmobil stößt man schnell an Grenzen, wo man noch fahren kann. Also sollte es ein Geländewagen sein. Am liebsten hätten wir einen gekauft, der bereits fertig ausgerüstet ist, aber die sind schwierig zu finden. Und schon gar nicht hier in der Provinz, sondern da, wo Backpacker ihren Urlauben beenden. Gut, wir haben dann ja unseren schönen 4×4 Toyota Landcruiser Prado gefunden. Leider komplett nackig, außer einem Dachgepäckträger.
In Australien existiert eine unfassbare Outdoor-Adventure-Road-Trip-Industrie. Jede Kleinstadt hat mehrere Läden. Riesige Geschäfte mit Artikeln von deren Existenz wir nicht mal wussten. Daneben gibt es Internetanbieter, die tatsächlich alle Angebote auch auf Lager haben und innerhalb von Tagen vor die Haustür liefern. An Bord glüht das Internet: In den Warenkorb. Ein paar Tage später fühlt es sich wie Weihnachten an.
Der absolute Clou sind Schubladen für die Ladefläche im Landcruiser. Wir kaufen ein Zweier-Set. Die Schubladen laufen auf Rollen und lassen sich während der Fahrt verriegeln. Sind mit Filz gepolstert, damit Gegenstände nicht so klappern. Das Beste ist die ausziehbare Platte der linken Lade. Dort kann man den Kühlschrank an Ringen befestigen und aus dem Wagen nach hinten ziehen, um ihn leichter befüllen zu können. Wir sind begeistert.
Leider, leider sind die Laden ein kleines Stück zu breit für unser altes Landcruiser-Model. An den Radkästen ist die Ladefläche drei Zentimeter zu schmal. Achim bastelt eine Abhilfe. Das Schubladen-Set kommt auf drei Dachlatten (am Boden vom Auto befestigt natürlich) und schon passt es dann doch, da die Radabdeckungen noch oben hin schmaler werden.
Mit Dachlatten drunter passt der Rahmen genau auf unsere Ladefläche
Das Alu-Gestell der Schubladen – die Schuladen sind 90 cm tief – 45 cm breit und 27 cm hoch – da passen halbe Schweine rein
Ausziehbarer Deckel für den Kühlschrank
Umsetzen der Befestigungs-Ösen – passt dann besser zu unserem Kühlschrank
Das war es aber auch schon an Schwierigkeiten. Der Rest läuft wie am Schnürchen. Die Batterie für den Kühlschrank und zum Laden elektrischer Geräte findet einen sicheren Platz hinter dem Beifahrersitz. Das Solarpanel zum Laden der Batterie ist faltbar und nicht fest installiert. Das werden wir bei Bedarf „irgendwo“ auslegen oder anbinden.
Batterie in einer Box – Solarregler (blau) schon installiert
Wir haben uns für faltbare Solarpanele entschieden – sogenannte Solar Blankets
Und schlafen werden wir im Dachzelt! Wir haben uns für ein Model mit etwas größerer Liegefläche entschieden, damit auch Achim sich noch ausstrecken kann. Der ganze Kasten mit dem Boden, Zelt, Gestänge, Matratze und Leiter wiegt stolze 70 Kilo. Die Jungs auf dem Yard waren so nett das Zelt mit dem Gabelstapler aufs Auto zu heben. Ein erstes Probeliegen war bequem, aber scheußlich ungewohnt. Okay, wir haben es so gewollt. Wackelfrei steht so ein Zelt nicht auf dem Autodach. Zum Glück wiegt unsere Karre fast zwei Tonnen. Zumindest die steht stabil.
Unser normales Zelt plus Schlafmatten aus Neuseeland haben wir behalten. Das kommt ebenfalls mit. Es mag zwischendurch praktischer sein – wir wissen es noch nicht.
Fertig aufgebautes Dachzelt
Probesitzen in zwei Meter Höhe
Das Zusammenbauen bedarf etwas Übung
Zelt mit Harttop – viele Zelte haben auch eine weiche Verpackung
Eine letzte Investition – seitlich am Auto installierte Markise. Schön für Schatten und schön für mehr Spritverbrauch
– aber das fällt bei dem Zelt dann wahrscheinlich auch nicht mehr ins Gewicht.
Unser neuer Tisch – mit rollbarer Tischplatte
So weit, so Vorbereitung. Es fehlten nur noch ein paar Kästen und zwei Stühle. Wir dachten sogar, dass wir Atanga eher aus dem Wasser heben lassen können, als ursprünglich vereinbart. Wir waren fertig zum Einräumen und dann ‚bäng‘. Achim erwischt es zuerst. Grausame Halsschmerzen, kein Appetit. Dafür Durchfall und zunehmenden Husten. Ich folge zwei Tage später. Bei mir ist der Husten nicht so arg, dafür sind die Nebenhöhlen zu und ich habe das zweifelhafte Vergnügen vom kompletten Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn. Wir haben keine Tests, aber die Diagnose dürfte eindeutig sein: Corona!
Seit über einer Woche liegen wir jetzt im Krankenlager. Es geht langsam aufwärts. Aber wir kommen noch kurzatmig von der Dusche zurück. Ein paar Tage sollten und werden wir uns noch schonen. Am 1.Dezember kommt Atanga an Land. Ab da dürfen wir nicht mehr auf dem Schiff wohnen. Bis dahin sollten wir fertig sein.
Investition
Auto – 8.463 Euro
Zelt – 950 Euro
Kühlschrank – 271 Euro
Schubladen – 183 Euro
Solarpanel – 183 Euro
Batterie und Box – 156 Euro
Gaskocher – 141 Euro
Markise – 89 Euro
Tisch – 48 Euro
Klappspaten
– 17 Euro
13
Der kroatische Wetterbericht von heute Mittag, 12 Uhr wirft mal wieder mehr Fragen auf, als er Antworten gibt: „
Nordwest-Böen“? „Nordost-Böen“? „Südwest-Böen“? Alles 7 bft. bis 8 bft? Und gleichzeitig? Wie soll man sich da verhalten?
Und: Wissen es die Apps besser als derart widersprüchliche „alte“ Wetter-Websites wie www. meteo.hr?
Gerade in meinen letzten beiden Posts aus dem Novemberwetter in Kroatien wird erkennbar, dass das Wetter dort vor allem dann unberechenbar wird, wenn typische Schlechtwetterlagen auf ungewöhnliche Meereserwärmung und sonstige Gegensätze stoßen.
Meine heftigen Erfahrungen der letzten Oktober- und November-Wochen haben mir mehr Fragen als Antworten beschert:
Wie richtig liegen Wetter-Apps?
Liefern moderne Wetter-Apps wie WINDY, WINDFINDER oder PREDICTWIND mit ihren faszinierenden Partikel-Animationen präzisere Vorhersagen?
Sind die alten lokalen Wetterberichte wie meteo.hr in Kroatien und emy.gr in Hellas mit ihren lakonischen „Ein-Satz-Vorhersagen“ überflüssig? Oder ist es genau andersherum, dass die Lokalen in ihrem Revier die Nase vorn haben?
Und: Welches Wettermodell hat denn im Ernstfall die Nase vorn und weiß es besser: ECWMF? GFS? ICON? AROME? Oder für Kroatien das kroatische Wettermodell ALADIN?
Fragen über Fragen. Je mehr ich mich als Segler damit beschäftige, umso spannender wird die Thematik. Wer seine Erfahrung mit einbringen will: Am Donnerstag, 16. November 2023 um 19.30 Uhr versuche ich, im Online-Webinar „MIT APPS DAS WETTER MEISTERN“ eine Antwort auf die obigen Fragen zu geben. Oder mich als Segler einer Antwort zu nähern. Wen die gleichen Fragen wie mich umtreiben: Anmeldung erbeten unter www.millemari.de. Ich denke, es wird ein spannender Abend. Für mich jedenfalls.
Denn eines bleibt sicher: Das Wetter bleibt weiterhin die größte Herausforderung auf See.
Philipp, 28, Hörer unseres Segelmythen-Podcasts SEGELN IST MEER! schrieb: Wie ist Segeln im Winterhalbjahr im Unterschied zum Sommer? In den vorigen Posts gab ich erste Einblicke in die bestimmenden Faktoren Helligkeit/Dunkelheit, Herbstwetter und Segeln im Sturm bis 43 Knoten. Ich war froh, danach heil im Hafen von Izola gelandet zu sein. Aber damit wars immer noch nicht getan…
Die Marina In Izola am vergangenen Samstag um 07.00 Uhr Morgens. Eineinhalb Tage nach meinem Sturm-Erlebnis im vorigen Post liegt tiefer Frieden über der Nordmole und der Einfahrt in die Marina. Nichts deutet darauf hin, dass das nächste Sturmereignis für diesen Tag bereits im Anmarsch ist.
In meinen Gewitterseminaren teile ich oft meine Einschätzung mit, dass Wetterextreme und Gewitter weniger lokal begrenzt Ereignisse sind, als die wir sie häufig aus unserem eng begrenzten lokalen Blick erleben. Und Gewitterlagen – also Situationen, die die Entstehung von Gewittern und Unwettern begünstigen, häufig nicht mit dem einzelnen, sprichwörtlich „reinigenden“ Gewitter erledigt sind.
Das Unwetter, das mir zwei Tage zuvor auf See Südost, also „Jugo“, zwischen konstant 35 und mehr als 40 Knoten beschert hatte, war mit diesem Ereignis längst nicht erledigt. Für den folgenden Samstag meldeten die Wetterdienste tagsüber ruhiges Wetter. Doch ab 20 Uhr steigenden Wind, der im 4 Segelstunden entfernt liegenden Grado in Spitzen bis 50 Knoten erreichen sollte. War das ein neues Unwetter? Oder gehörte es erneut zu einem der großen Tiefdrucksysteme vor Irland, die in der Folge auch die verheerenden Ereignisse an der Ostsee nach sich zogen und bis in die nördliche Adria reichten?
Ich hatte überlegt, das kurze Wetterfenster zu nutzen und bis 20 Uhr in meinen Heimathafen San Giorgio di Nogaro zurückzukehren. Es wären ja nur fünfeinhalb Stunden. Noch um 15 Uhr am Samstag Nachmittag war alles ruhig, ich war kurz davor, die Leinen loszuwerfen, „was soll schon passieren, ich bin die Strecke x-mal gefahren, da husche ich schnell vorher durch.“
Ich tat es nicht. Das viel gerühmte Bauchgefühl? Ich weiß es nicht. Ich getraue mich nicht, mich mit meinem 6. Sinn zu brüsten. Oder dem von Bergführern oft erwähnten Bauchgefühl, der Summe aller unserer Erfahrungen, die unseres Inneres „matcht“ mit den aktuell vorliegenden Daten und bei Nichtübereinstimmung der neuen mit den alten Daten ein miserables Bauchgefühl erzeugt.
Ich blieb, wo ich war. Legte bei Sonnenuntergang eine zusätzliche Leine von der Mittschiffsklampe zu meinem Standort auf der Pier auf dem Foto oben. Pünktlich um acht begann es in den Wanten zu sirren aus Südost. Als ich mich eine Stunde später mich in meiner Koje schlafen legte, schien es, als würden sie mit jeder Minute lauter singen.
Gegen 2 Uhr Nachts erwachte ich. Ein ungewöhnliches Heulen über dem Hafen von Izola. Nein, nicht der Wind, obwohl der den harten Bootsbewegungen nach längst in den 30ern von den Hügeln Izolas im Südosten herunter tobte. Nein, das Geräusch war etwas anderes. Der durchdringende, nicht mehr endende Ton einer Sirene. Ich dachte kurz nach. Obwohl ich von 2009 bis 2014 Levje in dieser Marina liegen hatte und den Ort gut kannte, war das neu. Was war das? Es ging über mehrere Minuten. Irgendwann dämmerte mir: „Steh auf. Das muss eine Flutwarnung sein. Der Ort wird möglicherweise überflutet.“
Wie ich war, zog ich das Schiebeluk auf. Prasselnder Regen trommelte auf die Sprayhood, an der der Wind rüttelte. Ich leuchtete mit der Taschenlampe zur Pier hinüber, die man im Bild oben gut erkennt. Izola ist ein Gezeitenhafen mit 0,70-1,20 Meter Tidenhub. Doch jetzt stand das Wasser knapp unter der Kante der Pier. Die Vorleinen ragten nun steil nach unten. Ich spurtete ohne Nachzudenken in Unterhose durch das Geprassel zum Bug, um die Leinen zu kontrollieren. Sie waren hart gespannt und hatten bereits begonnen, das Vorschiff tiefer ins Wasser zu ziehen. Der Kopfschlag war hammerhart zugezogen, ich hatte Mühe, ihn mit nassen Fingern soweit zu lösen, dass ich fieren und den Druck auf die Klampen wegbekommen konnte. Lose trieben Passerellen, Polster und Gangway-Bretter im Hafenbecken, die der Wind Richtung Nordmole weitertrieb. Ich löste beide Vorleinen. Aber der Winddruck war erneut unheimlich. In der Spitze waren es wie schon in den Vortagen knapp über 40 Knoten.
Reichten die Vorleinen? Ich hatte das Gefühl, eine weitere lange Leine zur Steuerbord-Mittschiffsklampe könnte die beiden ächzenden Vorleinen entlasten. Doch mein Bug befand sich wegen des Hochwassers zu hoch über der Pier, es kostete mich einige Überlegung, bis ich den Anker aus seiner Halterung etwas fallen ließ und mich daran, immer noch halbnackt, auf die Pier ließ. Schnell die neue Leine festmachen. „Sieh zu, dass du wieder auf dein Schiff kommst und die Leine belegst.“ Ich sah noch eine Weile zu, ob mein Gedanke mit der Achterspring der richtige war. Zumindest bei dieser Windrichtung lag das Schiff ruhiger.
Ich rieb mich trocken unter Deck. Aber es dauerte lange, bis ich ich die Kälte aus meinem Körper brachte, selbst unter zwei Bettdecken. Das Heulen der Sirene hatte längst aufgehört, als ich einschlief.
Und die 50 Knoten in Grado? Als ich am Sonntagnachmittag in San Giorgio eintraf, hatte der Südwest immer noch 6 bft. geblasen. Das richtige für eine schnelle Überfahrt. Doch in der Marina Sant‘ Andrea sah man am Spülsaum mit den angespülten Holztrümmern und Schilfgräsern, dass das Unwetter dort die Betonpier um 50 Zentimeter überspült und die Stromversorgung in Teilen lahm gelegt hatte.
Wie in der Marina Izola war es im Hafen sonst bei im Wasser treibenden Gangwaybrettern geblieben. Ich wundere mich immer noch, dass bei derartigen Extremsituationen in Marinas nicht mehr passiert. Und ein richtig ausgeführter Kopfschlag reicht, um an 700 Booten größere Schäden zu verhindern.
Wer mehr über meine Erfahrungen das Wetter in Kroatien erfahren will: Heute Donnerstag den 9.11. um 19.30 Uhr berichte ich über das, was ich in diesem Herbst über DAS WETTER IN KROATIEN gelernt habe.
Am Donnerstag, den 30. November um 19.30 Uhr spreche ich über STARKWIND-TAKTIK AUF DER ADRIA. Wie kann man bei 43 Knoten noch segeln? Was ist die richtige Taktik? Wie geht man mit der Angst um? Der eigenen? Und der der Crew?
Philipp, 28, Hörer unseres Segelmythen-Podcasts SEGELN IST MEER! schrieb: Wie ist Segeln im Winterhalbjahr im Unterschied zum Sommer? In den vorigen Posts gab ich erste Einblicke in die bestimmenden Faktoren Helligkeit/Dunkelheit, Herbstwetter und Segeln im Sturm bis 43 Knoten. Ich war froh, danach heil im Hafen von Izola gelandet zu sein. Aber damit wars immer noch nicht getan…
Die Marina In Izola am vergangenen Samstag um 07.00 Uhr Morgens. Eineinhalb Tage nach meinem Sturm-Erlebnis im vorigen Post liegt tiefer Frieden über der Nordmole und der Einfahrt in die Marina. Nichts deutet darauf hin, dass das nächste Sturmereignis für diesen Tag bereits im Anmarsch ist.
In meinen Gewitterseminaren teile ich oft meine Einschätzung mit, dass Wetterextreme und Gewitter weniger lokal begrenzt Ereignisse sind, als die wir sie häufig aus unserem eng begrenzten lokalen Blick erleben. Und Gewitterlagen – also Situationen, die die Entstehung von Gewittern und Unwettern begünstigen, häufig nicht mit dem einzelnen, sprichwörtlich „reinigenden“ Gewitter erledigt sind.
Das Unwetter, das mir zwei Tage zuvor auf See Südost, also „Jugo“, zwischen konstant 35 und mehr als 40 Knoten beschert hatte, war mit diesem Ereignis längst nicht erledigt. Für den folgenden Samstag meldeten die Wetterdienste tagsüber ruhiges Wetter. Doch ab 20 Uhr steigenden Wind, der im 4 Segelstunden entfernt liegenden Grado in Spitzen bis 50 Knoten erreichen sollte. War das ein neues Unwetter? Oder gehörte es erneut zu einem der großen Tiefdrucksysteme vor Irland, die in der Folge auch die verheerenden Ereignisse an der Ostsee nach sich zogen und bis in die nördliche Adria reichten?
Ich hatte überlegt, das kurze Wetterfenster zu nutzen und bis 20 Uhr in meinen Heimathafen San Giorgio di Nogaro zurückzukehren. Es wären ja nur fünfeinhalb Stunden. Noch um 15 Uhr am Samstag Nachmittag war alles ruhig, ich war kurz davor, die Leinen loszuwerfen, „was soll schon passieren, ich bin die Strecke x-mal gefahren, da husche ich schnell vorher durch.“
Ich tat es nicht. Das viel gerühmte Bauchgefühl? Ich weiß es nicht. Ich getraue mich nicht, mich mit meinem 6. Sinn zu brüsten. Oder dem von Bergführern oft erwähnten Bauchgefühl, der Summe aller unserer Erfahrungen, die unseres Inneres „matcht“ mit den aktuell vorliegenden Daten und bei Nichtübereinstimmung der neuen mit den alten Daten ein miserables Bauchgefühl erzeugt.
Ich blieb, wo ich war. Legte bei Sonnenuntergang eine zusätzliche Leine von der Mittschiffsklampe zu meinem Standort auf der Pier auf dem Foto oben. Pünktlich um acht begann es in den Wanten zu sirren aus Südost. Als ich mich eine Stunde später mich in meiner Koje schlafen legte, schien es, als würden sie mit jeder Minute lauter singen.
Gegen 2 Uhr Nachts erwachte ich. Ein ungewöhnliches Heulen über dem Hafen von Izola. Nein, nicht der Wind, obwohl der den harten Bootsbewegungen nach längst in den 30ern von den Hügeln Izolas im Südosten herunter tobte. Nein, das Geräusch war etwas anderes. Der durchdringende, nicht mehr endende Ton einer Sirene. Ich dachte kurz nach. Obwohl ich von 2009 bis 2014 Levje in dieser Marina liegen hatte und den Ort gut kannte, war das neu. Was war das? Es ging über mehrere Minuten. Irgendwann dämmerte mir: „Steh auf. Das muss eine Flutwarnung sein. Der Ort wird möglicherweise überflutet.“
Wie ich war, zog ich das Schiebeluk auf. Prasselnder Regen trommelte auf die Sprayhood, an der der Wind rüttelte. Ich leuchtete mit der Taschenlampe zur Pier hinüber, die man im Bild oben gut erkennt. Izola ist ein Gezeitenhafen mit 0,70-1,20 Meter Tidenhub. Doch jetzt stand das Wasser knapp unter der Kante der Pier. Die Vorleinen ragten nun steil nach unten. Ich spurtete ohne Nachzudenken in Unterhose durch das Geprassel zum Bug, um die Leinen zu kontrollieren. Sie waren hart gespannt und hatten bereits begonnen, das Vorschiff tiefer ins Wasser zu ziehen. Der Kopfschlag war hammerhart zugezogen, ich hatte Mühe, ihn mit nassen Fingern soweit zu lösen, dass ich fieren und den Druck auf die Klampen wegbekommen konnte. Lose trieben Passerellen, Polster und Gangway-Bretter im Hafenbecken, die der Wind Richtung Nordmole weitertrieb. Ich löste beide Vorleinen. Aber der Winddruck war erneut unheimlich. In der Spitze waren es wie schon in den Vortagen knapp über 40 Knoten.
Reichten die Vorleinen? Ich hatte das Gefühl, eine weitere lange Leine zur Steuerbord-Mittschiffsklampe könnte die beiden ächzenden Vorleinen entlasten. Doch mein Bug befand sich wegen des Hochwassers zu hoch über der Pier, es kostete mich einige Überlegung, bis ich den Anker aus seiner Halterung etwas fallen ließ und mich daran, immer noch halbnackt, auf die Pier ließ. Schnell die neue Leine festmachen. „Sieh zu, dass du wieder auf dein Schiff kommst und die Leine belegst.“ Ich sah noch eine Weile zu, ob mein Gedanke mit der Achterspring der richtige war. Zumindest bei dieser Windrichtung lag das Schiff ruhiger.
Ich rieb mich trocken unter Deck. Aber es dauerte lange, bis ich ich die Kälte aus meinem Körper brachte, selbst unter zwei Bettdecken. Das Heulen der Sirene hatte längst aufgehört, als ich einschlief.
Und die 50 Knoten in Grado? Als ich am Sonntagnachmittag in San Giorgio eintraf, hatte der Südwest immer noch 6 bft. geblasen. Das richtige für eine schnelle Überfahrt. Doch in der Marina Sant‘ Andrea sah man am Spülsaum mit den angespülten Holztrümmern und Schilfgräsern, dass das Unwetter dort die Betonpier um 50 Zentimeter überspült und die Stromversorgung in Teilen lahm gelegt hatte.
Wie in der Marina Izola war es im Hafen sonst bei im Wasser treibenden Gangwaybrettern geblieben. Ich wundere mich immer noch, dass bei derartigen Extremsituationen in Marinas nicht mehr passiert. Und ein richtig ausgeführter Kopfschlag reicht, um an 700 Booten größere Schäden zu verhindern.
Wer mehr über meine Erfahrungen das Wetter in Kroatien erfahren will: Heute Donnerstag den 9.11. um 19.30 Uhr berichte ich über das, was ich in diesem Herbst über DAS WETTER IN KROATIEN gelernt habe.
Am Donnerstag, den 30. November um 19.30 Uhr spreche ich über STARKWIND-TAKTIK AUF DER ADRIA. Wie kann man bei 43 Knoten noch segeln? Was ist die richtige Taktik? Wie geht man mit der Angst um? Der eigenen? Und der der Crew?
Philipp, 28, Hörer unseres Segelmythen-Podcasts SEGELN IST MEER! schrieb: Wie ist Segeln im Winterhalbjahr im Unterschied zum Sommer? In den vorigen Posts gab ich erste Einblicke in die bestimmenden Faktoren Helligkeit/Dunkelheit, Herbstwetter und Segeln im Sturm bis 43 Knoten. Ich war froh, danach heil im Hafen von Izola gelandet zu sein. Aber damit wars immer noch nicht getan…
Die Marina In Izola am vergangenen Samstag um 07.00 Uhr Morgens. Eineinhalb Tage nach meinem Sturm-Erlebnis im vorigen Post liegt tiefer Frieden über der Nordmole und der Einfahrt in die Marina. Nichts deutet darauf hin, dass das nächste Sturmereignis für diesen Tag bereits im Anmarsch ist.
In meinen Gewitterseminaren teile ich oft meine Einschätzung mit, dass Wetterextreme und Gewitter weniger lokal begrenzt Ereignisse sind, als die wir sie häufig aus unserem eng begrenzten lokalen Blick erleben. Und Gewitterlagen – also Situationen, die die Entstehung von Gewittern und Unwettern begünstigen, häufig nicht mit dem einzelnen, sprichwörtlich „reinigenden“ Gewitter erledigt sind.
Das Unwetter, das mir zwei Tage zuvor auf See Südost, also „Jugo“, zwischen konstant 35 und mehr als 40 Knoten beschert hatte, war mit diesem Ereignis längst nicht erledigt. Für den folgenden Samstag meldeten die Wetterdienste tagsüber ruhiges Wetter. Doch ab 20 Uhr steigenden Wind, der im 4 Segelstunden entfernt liegenden Grado in Spitzen bis 50 Knoten erreichen sollte. War das ein neues Unwetter? Oder gehörte es erneut zu einem der großen Tiefdrucksysteme vor Irland, die in der Folge auch die verheerenden Ereignisse an der Ostsee nach sich zogen und bis in die nördliche Adria reichten?
Ich hatte überlegt, das kurze Wetterfenster zu nutzen und bis 20 Uhr in meinen Heimathafen San Giorgio di Nogaro zurückzukehren. Es wären ja nur fünfeinhalb Stunden. Noch um 15 Uhr am Samstag Nachmittag war alles ruhig, ich war kurz davor, die Leinen loszuwerfen, „was soll schon passieren, ich bin die Strecke x-mal gefahren, da husche ich schnell vorher durch.“
Ich tat es nicht. Das viel gerühmte Bauchgefühl? Ich weiß es nicht. Ich getraue mich nicht, mich mit meinem 6. Sinn zu brüsten. Oder dem von Bergführern oft erwähnten Bauchgefühl, der Summe aller unserer Erfahrungen, die unseres Inneres „matcht“ mit den aktuell vorliegenden Daten und bei Nichtübereinstimmung der neuen mit den alten Daten ein miserables Bauchgefühl erzeugt.
Ich blieb, wo ich war. Legte bei Sonnenuntergang eine zusätzliche Leine von der Mittschiffsklampe zu meinem Standort auf der Pier auf dem Foto oben. Pünktlich um acht begann es in den Wanten zu sirren aus Südost. Als ich mich eine Stunde später mich in meiner Koje schlafen legte, schien es, als würden sie mit jeder Minute lauter singen.
Gegen 2 Uhr Nachts erwachte ich. Ein ungewöhnliches Heulen über dem Hafen von Izola. Nein, nicht der Wind, obwohl der den harten Bootsbewegungen nach längst in den 30ern von den Hügeln Izolas im Südosten herunter tobte. Nein, das Geräusch war etwas anderes. Der durchdringende, nicht mehr endende Ton einer Sirene. Ich dachte kurz nach. Obwohl ich von 2009 bis 2014 Levje in dieser Marina liegen hatte und den Ort gut kannte, war das neu. Was war das? Es ging über mehrere Minuten. Irgendwann dämmerte mir: „Steh auf. Das muss eine Flutwarnung sein. Der Ort wird möglicherweise überflutet.“
Wie ich war, zog ich das Schiebeluk auf. Prasselnder Regen trommelte auf die Sprayhood, an der der Wind rüttelte. Ich leuchtete mit der Taschenlampe zur Pier hinüber, die man im Bild oben gut erkennt. Izola ist ein Gezeitenhafen mit 0,70-1,20 Meter Tidenhub. Doch jetzt stand das Wasser knapp unter der Kante der Pier. Die Vorleinen ragten nun steil nach unten. Ich spurtete ohne Nachzudenken in Unterhose durch das Geprassel zum Bug, um die Leinen zu kontrollieren. Sie waren hart gespannt und hatten bereits begonnen, das Vorschiff tiefer ins Wasser zu ziehen. Der Kopfschlag war hammerhart zugezogen, ich hatte Mühe, ihn mit nassen Fingern soweit zu lösen, dass ich fieren und den Druck auf die Klampen wegbekommen konnte. Lose trieben Passerellen, Polster und Gangway-Bretter im Hafenbecken, die der Wind Richtung Nordmole weitertrieb. Ich löste beide Vorleinen. Aber der Winddruck war erneut unheimlich. In der Spitze waren es wie schon in den Vortagen knapp über 40 Knoten.
Reichten die Vorleinen? Ich hatte das Gefühl, eine weitere lange Leine zur Steuerbord-Mittschiffsklampe könnte die beiden ächzenden Vorleinen entlasten. Doch mein Bug befand sich wegen des Hochwassers zu hoch über der Pier, es kostete mich einige Überlegung, bis ich den Anker aus seiner Halterung etwas fallen ließ und mich daran, immer noch halbnackt, auf die Pier ließ. Schnell die neue Leine festmachen. „Sieh zu, dass du wieder auf dein Schiff kommst und die Leine belegst.“ Ich sah noch eine Weile zu, ob mein Gedanke mit der Achterspring der richtige war. Zumindest bei dieser Windrichtung lag das Schiff ruhiger.
Ich rieb mich trocken unter Deck. Aber es dauerte lange, bis ich ich die Kälte aus meinem Körper brachte, selbst unter zwei Bettdecken. Das Heulen der Sirene hatte längst aufgehört, als ich einschlief.
Und die 50 Knoten in Grado? Als ich am Sonntagnachmittag in San Giorgio eintraf, hatte der Südwest immer noch 6 bft. geblasen. Das richtige für eine schnelle Überfahrt. Doch in der Marina Sant‘ Andrea sah man am Spülsaum mit den angespülten Holztrümmern und Schilfgräsern, dass das Unwetter dort die Betonpier um 50 Zentimeter überspült und die Stromversorgung in Teilen lahm gelegt hatte.
Wie in der Marina Izola war es im Hafen sonst bei im Wasser treibenden Gangwaybrettern geblieben. Ich wundere mich immer noch, dass bei derartigen Extremsituationen in Marinas nicht mehr passiert. Und ein richtig ausgeführter Kopfschlag reicht, um an 700 Booten größere Schäden zu verhindern.
Wer mehr über meine Erfahrungen das Wetter in Kroatien erfahren will: Heute Donnerstag den 9.11. um 19.30 Uhr berichte ich über das, was ich in diesem Herbst über DAS WETTER IN KROATIEN gelernt habe.
Am Donnerstag, den 30. November um 19.30 Uhr spreche ich über STARKWIND-TAKTIK AUF DER ADRIA. Wie kann man bei 43 Knoten noch segeln? Was ist die richtige Taktik? Wie geht man mit der Angst um? Der eigenen? Und der der Crew?
STROM UMSONST

REPORT FROM LUNENBORG – NOVA SCOTIA


The Windpilot arrived in good shape. I’m impressed with its robustness. The castings/machining work is first class. Also, nice job with the literature paper stock. Good quality. Nothing worse than cheap photo copies. Thanks for the book !!!
The image is Lunenburg harbour. The Bluenose has men in the top yards preparing the masts for removal.
My boat is on its mooring in the background. I’m sitting in a local pub, from where I just took the photo, enjoying a pint of stout.
Lunenburg is a very busy tourist destination. We see a large number of German tourists. But of course the town has a strong German heritage.
Zuma Whol ! George
MIT REINKE 10m ÜBER SÜDENGLAND BIS NACH BREST
Hallo Herr Förthmann, der Törn mit der Malu lief hervorragend, auch dank Ihres Windpiloten. Wir haben viel erkundet, dabei gar nicht so grosse Sprünge gemacht, und haben das Boot dann in Brest an Land gestellt.
Wir hoffen, dass es in 2024 weiter geht mit der Reise. Wir werden berichten.
Viele der Eindrücke sind nicht in Bilder zu fassen, sondern sind zum Begreifen an das Erleben gekoppelt.
Die Bretagne haben wir weitgehend ausgelassen: Es wehte beständig aus Nordost, sodass wir westwärts die englische Küste gesegelt sind und dann von den Scilly Islands via L’Ouessant nach Brest.
Ausserdem sind ist die Strömung an der englischen Küste weniger wild, und es war zu der Zeit Vollmond. Naja, wir wollten uns nun mal rantasten an die ganzen „Raz Blanche“-Gewässer.
Viele Grüsse und stehen Sie den Winter gut durch, im Norden.
Gabriel Jäger