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Mit dem Auto quer durch Kroatien. Oder: Warum Europa wirklich reich ist.

„Chi viaggia per mare, cerca costantemente una casa.“ 
Wer übers Meer reist, sucht ständig nach einem Zuhause. 

Für eine Zeitschriftenreportage habe ich einen etwas abenteuerlichen Auftrag angenommen: Innerhalb einer Woche reise ich – diesmal mit dem KFZ – einmal die kroatische Küsten entlang – vom äußersten Süden, wo Montenegro liegt, bis in den äußersten Norden, fast nach Italien. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen: LEVJE ließ ich in Korcula in der Bucht von Djanni, des alten Kapitäns, und seiner Frau Stanka zurück. Holte meinen Leihwagen in Dubrovnik. Und los gings Richtung Norden, um über kroatische Häfen zu schreiben.

Für die meisten Menschen ist das vermutlich ein Gräuel. Um fünf in einem fremden Bett aufwachen. Um sechs aufstehen. Um sieben im Wagen zu sitzen. Damit man um acht in irgendeinem kroatischen Hafen weiter nördlich steht, um darüber zu berichten. Reisen durch ein Land, das einem fremd bleibt, wie jedes Land, jeder Mensch, je mehr man es zu kennen meint. Reisen entlang Inseln, die mir vertraut sind und die ich doch von dieser Seite, dem Festland, so noch nie sah. Reisen und Begegnungen mit Menschen, die mich jeden Tag aufs Neue verblüffen.

Am meisten bei dieser Reise bereitet mir Vergnügen, dass ich meist Abends gegen sieben noch nicht weiß, wo ich übernachten werde. Es ist eine Art Spiel, doch ich liebe es. Am ersten Abend nach meinem Aufbruch brauchte ich knapp 15 Telefonate, bis ich endlich ein Zimmer gefunden hatte. Und das in einem Land, an einer Küste, in dem jedes zweite Haus mit dem Schild „APARTMAN“, Apartments, geschmückt ist. Kroatien ist voll. Kroatien brummt. Was den Tourismus in diesem Sommer angeht, jedenfalls. Es legt – dank Recep Tayyip Erdogan und anderen Irrlichtern – jedes Jahr 25% Steigerung im Tourismus hin.

15 Telefonate. Ich dachte: Schlimmer könne es nicht kommen. Am zweiten Abend bräuchte ich dreißig Telefonate, doch als die Sonne unterging und es dunkelte, hatte ich immer noch kein Zimmer. Alles voll. Ich war irgendwie in einem kleinen Dorf am Meer gelandet. Nichts ging mehr. Ich dachte an eine Parkbank. Alles. Nur nicht im Auto. Aber dann gab mir jemand den Tipp: „Gehe ins Restaurant. Frage nach Marija. Die weiß immer was“. Marija hatte das strahlendste Lächeln. Sie wusste aber auch nichts. Aber zwei Männer an der Theke begannen zu telefonieren. Um ein Zimmer für mich zu finden. 10 Minuten. Nichts. Zwanzig Minuten. Nichts. Draußen, über der Bucht, war es dunkel. Aber ich fühlte, ich war angekommen.

Drei Minuten später stand Bosa in der Tür. Frau eines Fischers. Die ihr Haus und ihren Garten über alles liebt. Bosa hatte ein Apartman für mich. Und eine Überraschung. Nämlich die, dass der jüngste ihrer drei Kinder wie so viele kroatische Jugendliche sein Glück im Ausland sucht. In Murnau, keine 15 Kilometer von meinem Zuhause in Iffeldorf entfernt. Ich schlief tief und fest, während ringsum Gewitter grummelten.

Vielleicht sollte ich auch von Duilo erzählen, bei dem ich am nächsten Abend landete, nach wieder 30 Telefonaten, ich führte sie mittlerweile gleichmütig. Weil ich wusste: irgendwann würde ich schon mein Dach finden. Für diesen Abend hatte ich mir nach gefühlten 10 Häfen am Meer eingebildet, wieder im Süßwasser der Krka zu schwimmen. Aber 29 Apartmans an den Ufern der Krka sagten erstmal „Nein. Alles voll“. Bis auf Duilo. Der hatte sein Apartman, worauf ich nie zu hoffen gewagt hatte: In Skradin, meinem heiß geliebten. Also nichts wie hin. Die Straße war lang. Und Skradin war voll. Mit Verkehr. Mit Touristen. So voll, dass mich ein Polizist aufhielt und mir die Zufahrt in die Altstadt verweigerte. Ich bekniete ihn. Bog nach langer Diskussion endlich rechts ab in die Fussgängerzone. Ich war sicher, Duilos Apartman wäre längst weg. Mitten im Gewühl steht ein Mann mit sanftem Lehrergesicht. Ob ich Christof wäre, aus Deutschland? Nein, der wär‘ ich nicht. Ob er Duilo wäre, mit dem ich telefoniert hätte? Ja, das sei er. Ich solle nur gleich mitkommen. Und nicht böse sein. Alle Deutschen hießen für ihn nun einmal Christof.

Den folgende Abend waren es 25 Telefonate – und ich landete im Hotel KLEINE HEXE bei Frau Skolic, dem Abbild einer Buchhändlerin, die mit geradliniger Hand ihr Hotel mit den 17 Zimmern am Strand führte, die Mitarbeiter anwies und gleichzeitig Kochlöffel und Käsemesser schwang. Und mir beim gemeinsamen morgendlichen Kaffee auf der Terrasse zum Gesang des Pirols einleuchtend erklärte, warum ein Essen in Supermärkten und Restaurants Kroatiens nicht weniger kostet als am Starnberger See. Und warum sie nichts davon hielt, den Strand vor ihrem Hotel mit den Kiefern, in denen der Pirol sang, nach dem Willen des Bürgermeisters demnächst in eine Partymeile mit Diskotheken umzumodeln.

Vollends crazy landete ich heute – nach unverschämt überteuerter Buchung bei BOOKINGS gegen acht Uhr Abends – auf der Insel Krk im gleichnamigen Ort in Leopoldina’s Apartman. Die verschönte bei meinem Eintreffen noch ihr winziges, mit Lüstern dekoriertes Künstler-Apartman in der pittoresken Altstadt von Krk. Meine späte Buchung um halb acht hatte sie aufgescheucht und in hektische Aktion versetzt. Sie entschwebte, nachdem wir mühsam ein paar Brocken Italienisch getauscht hatten.

Mein Abend endete bei der kleinen Mattea an der Straßenecke, die ihren Tisch mit Muscheln vor sich aufgebaut hatte. Und geduldig auf einen Kunden wartete. Genau einen wie mich. Fünf Kuna, umgerechnet 70 Cent wollte sie für eine ihrer Muscheln haben. Für manche auch sechs. Mein zaghafter Versuch, mit ihr zu feilschen, mein wiederholtes Gebot „Drei“ beantwortete Mattea mit einem entschlossenen „Fünf!“. Also eine neue Muschel für fünf Kuna, für LEVJEs Badezimmer. Die mich daran erinnern soll: Wie reich dieses Europa wirklich ist.

Wer übers Meer reist, sucht ständig nach einem Zuhause. Aus dem Blog von Francesca Carignani, Buchautorin und Seglerin stammt diese Beobachtung. Sie trifft den Nagel auf den Kopf. Und ich? Freue mich doch schon sehr auf morgen Nacht. Und am meisten darauf, noch nicht zu wissen: Wem ich dann begegnen werde.

Sommertour Tag 2 – Von Damp nach Eckernförde



Der Törn von Damp nach Eckernförde fing gar nicht gut an. Nach langem Frühstück beim Bäcker und heißer Dusche (beides Dinge, die ich an Damp mag) zog ich mich wasserdicht an. Denn es schüttete und stürmte recht fürchterlich. Da mein Kurs aber mehr oder weniger vor dem Wind bis Eckernförde liegt (bei NO 5-6Bft.), machte ich mir da nicht viel Gedanken. Doch kurz vor Ausfahrt aus dem Hafen passierte es dann. Eine sehr kräftige und langanhaltende Bö drückt mein Boot immer weiter nach Steuerbord. Ich gebe mehr Gas und lege Gegenruder. Ohne spürbares Resultat. Ich kann machen was ich will, aber das Boot nimmt weder mehr Fahrt auf noch lässt es sich nach Steuerbord lenken. Was nun? Viel Platz habe ich nicht. Ich weiß, gar nicht wie viele Gedanken man gleichzeitig haben kann, aber auf jeden Fall nicht genug. Fock raus? Wird nix, zu sehr gegenan um rechtzeitig in Fahrt zu kommen. Außenborder? Dauert zu lange. Rückwärts einkuppeln, Leerlauf, vorwärts einkuppeln? Gemacht, jedoch ohne Erfolg. Und da sind es dann auch schon nur noch 3 Meter bis die Kaimauer des Rettungskreuzers (zum Glück in anderer Mission unterwegs) bedacht werden muss. Ich schmeiße noch alle drei Fender über die Reling (zum Glück nicht verstaut!) und mich zwischen Boot und Kai. Knirscht trotzdem, und die Fender hängen zu tief. Aber wenigstens erst einmal angekommen. An den Anker habe ich nicht gedacht…zu wenig Gehirnkapazität.

 Das Video zum Reisebericht

 
Und jetzt? Der Wind drückt mich satt gegen die Mauer. Erst Mal gut abfendern und vertäuen, damit ich mir das Boot nicht kaputt mache. Dann, fiese Entscheidung in strömendem Regen und Wind, ab ins Wasser. Mit Neopren ich Memme, aber naja. Ich tauche zum Propeller. Etwas Seegras zu sehen, aber ansonsten alles gut. Habe ich ja auch gerade erst gereinigt. Wieder raus und ein Blick in den Motorraum zur Welle. Dreht! Ich gebe Gas und das Boot drückt in die Achterleine. Sehr, sehr merkwürdig. Entweder Seegras in der Schraube und nun weg, oder die Bö war wirklich so stark das meine 10 PS nicht reichten? Ich will weiter, am liebsten direkt in Neopren. Aber ich ziehe mich um. Im Regen. Nasse Socken, nasses T-Shirt, nasse Unterhose. Egal. Weg hier. Eindampfen Vorspring wäre das geeignete Manöver. Macht einhand wenig Freude. Also einkuppeln und kräftig abdrücken. Passt. Der Motor schiebt wieder. Ich rolle direkt etwas Fock aus, und komme sicher durch die Ausfahrt. Mich empfängt zwar eine stramme Welle, aber als Groß und Fock erstmal stehen, kehrt langsam Ruhe ein. Alles unter Deck ist nass und ich etwas daneben. 


 Safe and sound in Eckernförde

Der Rest des Weges ist Routine. Sperrgebiet umfahren und ab bis ans Ende der Bucht. Dieses Mal checke ich den Motor etwas früher als üblich. Läuft. Im Hafen sind bei dem Wetter alle Plätze belegt. Aber kreatives Anlegen kenne ich noch auch Schweden, und so findet sich schnell noch ein Platz. Sieben Stempel in meiner Marina Karte lassen mich diese Nacht umsonst hier liegen. Schön. Der Ort ist wie immer nett, mein Plakat hängt am „Spieker“. Dem Auftritt dort steht nichts im Wege.

25.07.2017
Damp – Eckernförde
9sm
8sm unter Segeln
Gesamtstrecke: 44sm 

Ahoi sagt euer Sailing Bassman!

Sommertour Tag 1 – Von Minde nach Damp

Der erste Tag auf meiner Sommersegelkonzerttour geht langsam zu Ende. Es ist großartig endlich wieder länger unterwegs zu sein. Trotz Kopfschmerzen und Müdigkeit in den Knochen, den Tagen vor der Abreise gedankt. Aber nun freue ich mich auf eine weitere lange Nacht und dann 2 Tage samt Auftritt in Eckernförde.

 Das Video von Auftritten und durchgemachten Nächten vor dem Aufbruch

Das Video zum Reisebericht Minde – Eckernförde

Ich bin um 0800h in Minde in der Flensburger Förde aufgebrochen. Angesagt waren zunächst schwache Winde, dann auffrischende aus Nordost 5-6Bft. Da ich nicht gegenan wollte, bin ich früh aufgebrochen um zunächst einmal meinen Diesel wieder mal etwas länger laufen zu lassen und dann meinen Außenborder zu testen. Der zickte auch gleich rum, sprang nicht an und verlor Benzin. Die Ursache konnte ich nicht finden, aber nach überall dran drehen und drücken lief alles wieder. Ich vermute die Verbindung zum Tank ist irgendwie lose. Mal im Auge behalten. Ich passierte die Schwiegermutter, wie die rote Tonne vor Holnis genannt wird und dann die zwei grünen Tonnen vor Brunsnaes. Wie immer ein wenig abgekürzt unter Land. Dann ging es weiter unter Motor und mit langsam auffrischendem Wind von vorne bis zur grünen Tonne 1 der Flensburger Förde. Hier konnte ich nun abfallen und Kurs auf Kegnaes nehmen. Kostet zwar ein paar Meilen, aber ich kann endlich SEGELN! 

Der Außenborder schnurrt wieder
 


Endlich Segeln

Vor Kegnaes setze ich die erste Wende und nehme Kurs auf den Leuchtturm Kalkgrund. Zunächst kann ich ihn noch nicht anliegen, aber der Wind kommt immer weiter nördlicher, je weiter weg ich von Kegnaes komme. Küsteneffekt, Führungseffekt oder wie das heißt. Funktioniert aber und am Ende komme ich ohne eine weitere Wende gut frei von Kalkgrund und passiere dann Falshöft und die Schleieinfahrt. Der Wind liegt bei 2-3 Bft. und ich dümple zwischen 2 und 4 Knoten dahin. Zu schnell zum motoren, zu langsam um Strecke zu machen. Aber ich kann mir die Gitarre schnappen und ein paar Songs für Eckernförde durchgehen. Und so dauert es auch gute neun Stunden bis die Einfahrt nach Damp erreicht ist. Der NO Wind ist erst einmal auf die Nacht verschoben. Ich muss sehen, das ich in Damp einen Liegeplatz im Hafen ergattere, denn im Vorhafen kann es bei O 5-6 Bft. sehr unangenehm werden und ich muss immer noch dringend Schlaf nachholen. Aber direkt in der Einfahrt steht der Hafenmeister und weist mir einen freien Platz zu. Perfekter Service. Soweit vom ersten Tourtag!


Schlei Rot-Weiss

24.07.2017
Minde – Damp
35sm
27sm unter Segeln
Gesamt 35sm

Ahoi sagt euer Sailing Bassman!

SV Makaio – Stephanie Seifert AT

WAR DAS NUN STURM ODER NICHT – GEWISSENSFRAGE


Stephanie Seifert

SV Herr Nilsson – Katrin + Markus Lübeck DE

LA MER – VIER MINUTEN IM TAKATUKA LAND

Auf den Tag genau vor einem Jahr, ist die Herr Nilsson in See gestochen.
Wir sind noch keine 36 Stunden zurück und vermissen jetzt schon das Meer. Dafür haben wir euch jetzt wieder!
Hier unsere kleine „Hommage“ ans Meer, dass sich für immer in unsere Herzen geschaukelt hat….

Liebe Grüße und Ahoi – bis die Tage
Markus & Katrin WEITERLESEN

SV Makaio – Stephanie Seifert AT

SEGELN MIT KLEINEM ABBIEGEWINKEL ABER STEILER LERNKURVE

Wir sind heute um halb 8 in Gillingeleje weggefahren. Wir mussten nur alle Leinen vom Päckchen Nachbar Boot abmachen und konnten direkt aus dem Hafen rausfahren. Ganz easy.

Stephanie Seifert

SV Whale – Margriet De Visser + Chris van der Draai NED

WIEDERAUFERSTEHUNG EINER SUNCOAST 48

Als ich vor einiger Zeit von Margret und Chris besucht wurde, weil sie eine gebrauchte Windpilot Anlage von mir inspizieren lassen wollten, hat mich die Geschichte der beiden fast sprachlos werden lassen.

Die beiden hatten sich in den Kopf gesetzt, eine SUNCOAST 48, die über viele Jahre von ihren Eigner ungeliebt aufgegeben worden war, zu neuem Leben zu erwecken und für die ganz grosse Reise klarzumachen.

Ein Atem beraubendes Projekt, bei dem manch ein Segler unterwegs Mut, Kraft und finanzielle Leistungsbereitschaft verlassen hätte. Ganz anders hier: Die SV Whale ist kurz vor der Fertigstellung und fiebert ihrem Element entgegen. Hunderte Fotos erzählen mehr als schnöde Worte.

Achillesfersen – Saildrive

WIESO WESHALB WARUM

Wer einmal seinen Wagen angeschoben hat, weil er das Tanken vergessen hat, weiss, das dies am besten am Achtersteven vom Auto klappt. Oder maritim: warum zieht der Hafenschlepper seine Last am Bug? Richtig: weil Lasten, ob gezogen oder geschoben, am besten in gerader Linie ohne Übertragungsverluste in eine zu bewegende Masse einzubringen sind.

Saildrive

Inverness – Ab in den Caledonian Canal

Beim Ablegen in Lossiemouth lag die See noch spiegelglatt vor der Nonsuch. Ein herrlicher Morgen mit vorbeischauenden Kegelrobben, dem Blick auf die Highlands und Sonnenschein. Mal wieder musste also der Motor ran. Je näher wir jedoch dem Beauly FIrth und Inverness kommen, desto mehr dreht der Wind auf. Die Prognose von Wetterwelt stimmt mal wieder auf die Stunde genau. Unsere Planung allerdings auch. Kontinuierlich ansteigend haben wir immer mehr den Strom mit uns. Nur der Wind kam von vorne…
Als Fort George dann passiert war ging es richtig rund. Von vorne kamen Wellen wie ich sie auf der Elbe bei Wind gegen Strom noch nicht erlebt habe. Alle paar Minuten stand das Schiff bis zur Rettungsinsel im Wasser. Das war ein würdiger Hinweis die Strömungen hier oben, speziell auch später an der Westküste nicht zu unterschätzen. Ein elendes Gebolze auf den letzten Meilen bis Inverness folgte. Der Himmel zog sich immer weiter zu, Regen folgte. Innerhalb von wenigen Stunden war der kurze schottische Sommer vorbei, es herrschte wieder Herbstwetter. Das Anlegen in der Inverness Marina war somit eine kleine Erlösung. Dass diese zwar Baltic-Bay-mäßig allen Komfort bietet, aber quasi mitten zwischen Frachthafen und Schrottplatz lag stört uns jetzt noch kaum.

Uns zog es erst mal in die Stadt. Ein letzter Abend musste standesgemäß begossen werden, denn ab morgen würde ich wieder alleine unterwegs sein. Auch den Caledonian Canal, der in Inverness beginnt und einmal quer durch Schottland bis zum Atlantik führt würde ich alleine hinter mich bringen. Sollte aber zu schaffen sein, hat schließlich beim Göta Kanal auch geklappt und der wurde immerhin vom selben Ingenieur erbaut.
Inverness ist auf den ersten Blick eine typisch britsche Kleinstadt. In der Nähe der „High Street“, dem traditionellen Zentrum einer solchen, finden wir dann auch gleich einen netten Pub für das Dinner. Wieder bin ich total erstaunt über Qualität und Preis. Hier kann man wirklich anständig essen. Schon nach einer Woche in Schottland merke ich, dass Pub nicht gleich Pub ist. Es gibt die Dorfpubs, die Treffpunkt und Trinkhalle zugleich sind und in die sogar die Kinder mit den Familien schon gehen, es gibt die Gastropubs in denen wirklich tolles britisches Pubfood serviert wird, meist zu Preisen die unter deutschen Mittelklasserestaurants liegen, und es gibt die Music Pubs, in denen oft nur getrunken wird, es häufig Livemusik gibt, und die eher wie eine fröhliche gut besuchte Bar wirken. Einem solchen Pub galt dann auch unser nächste Besuch des Abends. Wir genossen schottische Livemusik, kamen mit einigen Schotten ins Gespräch und erst spät zurück an Bord. Fast hätte da noch jemand seinen Flug verpasst…

Ob der Umgebung des Hafens beschloss ich trotz des Schweinewetters schon in den Caledonian Canal einzulaufen und im Kanalhafen von Inverness festzumachen. Das Schiff wurde kurz nach dem Götakanal-System schleusenfein gemacht und ab ging es. Funktioniert tatsächlich genau wie der Götakanal. Eine Leine hinten fest, eine durch die Genuaschiene und einen Block am Bug geführt, schon ist die ganze Schleuserei auch Einhand kein Hexenwerk mehr.

Im Kanalhafen blieb ich dann noch einige Tage bis gleich zwei Tiefdrucksysteme durchgezogen waren und das Wetter sich wieder besserte. Zeit also, sich die Stadt noch einmal genauer anzuschauen.  Auf den zweiten Blick gibt es dann doch auch einige Besonderheiten zu entdecken. Das Museum im Inverness Castle zum Beispiel. Dieses ist erst seit kurzem für die Öffentlichkeit zugänglich, da das Gebäude eigentlich als Gericht dient. Sogar als Strafgericht. Da kommt doch bei der Verhandlung über die letzte Kneipenschlägerei gleich so richtig schön mittelalterliches Inquisitionsfeeling auf. Der Blick vom Aussichtsturm ist allerdings prächtig. Über die Nordsee, die Highlands, die ganze Stadt und den River Ness, bis hin zum Loch Ness kann man trotz des wolkigen Wetters blicken. Und auch im Besuch lernt man einiges über die Bedeutung der Stadt für die schottische Geschichte. Beim Blick auf die Karte denkt man ja oft, dass Schottland quasi einfach ein „Bundesland“ Großbritanniens sei. Ganz so einfach ist es aber wohl doch nicht…

Als der Frühling endlich zurückkehrt geht es dann weiter durch den Kanal. Zum Auftakt gleich mal mit einer 5er Schleusentreppe. Was hier allerdings ein kleineres Problem darstelllt wundert mich etwas. Dass die Schleusenwärter hier vielleicht nicht ganz so gut aussehend wie im Göta Kanal sind (Nonsuch im Götakanal) war ja zu erwarten. Irgendwie sind sie aber auch…deutlich weniger motiviert und der ein oder andere auch nicht die hellste Kerze auf der Torte. Auf jeden Fall dauert das Ganze hier deutlich länger, geht dabei aber auch hektischer zu als im Göta Kanal. Die Laune ist trotzdem gut. Da die Planung der Schleusenwärter aber nicht so ganz vom allerfeinsten war geht es heute nicht mehr aufs Loch Ness, sondern nur bis zur Schleuse davor. Schön ists hier trotzdem und der schottische Kurzzeitfrühling macht auch Spass.

SV Earl Grey – Erik Jonk NED

DER GEFIEDERTE STEUERMANN

SV Cesarina – Dietmar Henke GER + Emma Tarry UK

FALLE VOR DEM FRÜHSTÜCK IN VANUATU

Guten Morgen Neiafu. Dein Mooringfeld ist nicht so sauber. Deine Hähne und Schweine sind sehr laut. Und dein Singen bis spät in die Nacht hinein und am nächsten Morgen wieder von vorn, ist sehr hübsch aber – wann schlaft Ihr alle? Dennoch ist die Sonne wieder aufgegangen, ich habe keine Hornissen gesehen und es geht uns gut…

Es war kurz nach 8 Uhr und begannen gerade mit dem Frühstück als wir Besuch bekamen. Ein großer, schwerer Einheimischer, etwa 60 Jahre alt, in einem hölzernen Ruderboot. Er ruderte auf uns zu und sagte, in stark akzentuierten Englisch: „Schönes Boot. Sie kommen gerade an?“
„Ja, wir werden heute morgen einklarieren.“
„Sehr schönes Boot“
„Vielen Dank“
„Sehr gut mein Freund. Du hast Kaffee?“
„Ähh, ja, wir haben Kaffee“
„Koch’ mir einen Kaffee“
Dietmar und ich warfen uns ein Blick zu – wie verdammt frech der Kerl doch war! Aber – er schien freundlich zu sein und wir sind immer offen für neue Erfahrungen. Also dann.
“OK. Komm’ an Bord ” WEITERLESEN

SV Makaio – Stephanie Seifert AT

WASSERKRANK UND WÜRFELHUSTEN


Wetter: Sonnig, sehr windig, ziemlich hohe Wellen. Die Rothaarige ist ein bisschen grün im Gesicht geworden, weil die Wellen das Boot so auf und ab geworfen hat. Christian und Noah hatten keine Probleme.

Stephanie Seifert