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Eine Entdeckungsreise nach Capraia, Korsika und in das La-Maddalena-Archipel

Spontan entschloss ich mich über Pfingsten 2019 eine gute Woche dem Büroalltag zu entfliehen. Mit Laudamotion ging es um knappe 50 Euro nach Pisa, Gepäck und pünktliche Landung inklusive. Von Pisa Centrale dann weiter mit dem Zug nach Rosignano, von dort zu Fuß in die Marina Cala de’ Medici (Google-Maps), …

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Wohnzimmer-Vortrag „Wie vom Motorrad aufs Quad – Unser Umstieg auf den Katamaran“ am Samstag, 2. Mai 2020!

Es hat mir einer Schnapsidee angefangen: „Wir mussten alle Vorträge absagen. Dann halten wir doch einfach unseren Vortrag über die Atlantikrunde im Wohnzimmer und senden über YouTube.“ Wir waren überrascht über das große Interesse und die Zuhörer aus der ganzen…

Neue Wege

Sa., 25.Apr.20, Franz.Polyn./Gambier/Insel Mangareva, Tag 2155, 20.254 sm von HH

Der Tipp kommt von unseren niederländischen Nachbar: „Es gibt einen Weg zwischen den Traversen!“ Auf dem länglichen Teil von Mangareva verläuft eine ungefähr dreihundert Meter hohe Hügelkette. Zwei Traversen führen über diese Hügel auf die andere Seite der Insel. Steil bergauf, steil auf der anderen Seite wieder runter – quer durch dichten Wald. Tolle Wege, die wir schon mehrfach gewandert sind. Jetzt auf dem Bergrücken zwischen den Traversen zu laufen, klingt spannend.

Immer den Bergkamm entlang

So sind sie unsere lustigen Nachbarn aus dem flachem Land mit seinen Coffee-Shops. Immer zu einem Scherz aufgelegt. ;-) Als Weg würden wir das nicht bezeichnen, was wir vorfinden. Wenn man wie ein Scout auf abgebrochene Äste oder niedergetretenes Unkraut achtet, kann man einen Pfad mehr erahnen als erkennen. Was der Holländer kann, schaffen wir schon lange – wir stapfen uns vorwärts durch Farn, Kraut und Gräser. Achim ist in Flip Flops unterwegs. Irgendwie ist das falsche Schuhwerk, aber er kommt gut voran. Giftschlangen gibt es keine, also greifen wir unbesorgt nach Lianen, um uns über Stock und Stein vorwärts zu hangeln. Der Weg hat es in sich. Mal mannshoch bewachsen, mal Steine, mal belegt mit den Nadeln von Kiefern. Diese Flächen sind spiegelglatt. Dann wieder laufen wir in die Irre und finden den Weg nicht. Es kommt mir vor wie bei ‚Tomb Raider‘ – und ich bin Lara Croft  – denn auf einmal stehen wir vor einer senkrechten Wand. Level 5 – nichts geht mehr.

Lara Croft

Lara Croft

durch Gestrüpp und Kraut

Von der kleinen Wand sprechen wir – sieht harmlos aus- aber kein vorbei kommen möglich ohne Seil

Zehn Meter hohe Wand, unüberwindbar. Ende der Reise. Links und rechts geht es steil bergab. Der Weg muss also über diese Wand weiter führen. Wir tasten uns links dran vorbei durch verwelkten Farn auf Unterholz. Mögliche Felsspalten sind unsichtbar überwuchert. Und dann hängt die Lösung vor uns, wie es weiter geht: ein Seil. Senkrecht geht es an der Felsnase hoch. Nur, um auf der anderen Seite wieder runter zu gehen. Wieder mit Seil-Unterstützung. Danach geht es etwas einfacher weiter und wir finden den Ausgang (die zweite Traverse, die uns ins Dorf zurück bringt) aus diesem großen Abenteuer-Spielplatz. Danke, liebe ‚Käsköppe‘, das war ein super Tipp.

Am Seil die Wand hoch

Auf der anderen Seite wieder runter – auf den Nadeln könnte man Schlitten fahren

 

Der Lohn fürs Klettern

Am nächsten Tag versuchen wir den Weg links vom Triumphbogen. Heute wählt Achim bessere Schuhe. Aber wir scheitern trotzdem. Wieder stellt sich uns eine Mauer in den Weg, ohne Rettungs-Seil diesmal. Auf den rutschigen Nadeln am Hang trauen wir uns nicht näher an den Abgrund ohne Sicherung. Wir müssen umdrehen. Wie haben es die holländischen Kollegen gemacht? Red Bull verleiht Flügel! Marihuana auch? :lol: Wir geben auf, aber wir kommen wieder. Mit Seil beim nächsten Mal.

Bergab über rutschige Nadeln

Nicht so einfach

Das steht er nun – stolz wie Bolle

Corona-Update:
Keine Änderungen. Wir dürfen tagsüber an Land, was wir reichlich nutzen. Nachts gilt Ausgangssperre. Das Segeln zwischen den Atollen ist verboten. Ankommende Schiffe stehen 14 Tage unter Quarantäne (sogar ein Einhand-Segler, der gestern angekommen ist und 71 Tage unterwegs war. Alberne Anordung für den armen Kerl), sie werden nicht einklariert und die Gendarmerie erinnert regelmäßig daran, dass die Boote doch bitte nach Tahiti fahren mögen. In Tahiti sind die Regeln deutlich strenger. Dort darf man nur eine Stunde am Tag an Land und weiterhin nur alleine. Zum 29.April soll es weitere Erleichterungen geben.

Bilderrätsel KW 18: Wo ist es?

Jede Woche stellen wir ein Bilderrätsel online. Irgendwo in den Niederlanden ist dieser Ort. Wer als erster rät wo, gibt sich als Revierkenner preis. Also los: Mitraten!

OK, das war kniffelig. Viele von Euch dachten, es sei

die Slauerhoffbrug in Leeuwarden. Die ist es aber nicht. Wir sind noch weiter östlich in Groningen, bei der Anfahrt in die Stadt von Delfzijl aus gesehen. Glückwunsch an alle, die sich nicht auf die falsche Fährte haben locken lassen. Und danke an alle Anderen fürs mitraten.

Nochmal in groß

Auch in dieser Woche sind wir natürlich wieder in den Niederlanden unterwegs, nur wo? Wer es weiß, kann eine Mail schreiben an [email protected] Viel Spaß!

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Holzköpfe – Holzwege

HOLZHAMMER NICHT ZU VERGESSEN

Holzköpfe – Holzwege

Neu im Bücherregal

Brambusch macht blau ist das Buch zum gleichnamigen Blog. Nach einem Burnout beschließt der Autor, sein Leben radikal zu ändern. Der Journalist macht blau. Mit 46 Jahren kündigt er seinen Job, verkauft seine Wohnung und zieht auf ein 30 Jahre altes Segelboot in der Türkei – die Dilly-Dally. Alles, was er mitnimmt, passt in einen Seesack. Anfang Oktober 2018 sitzt er im Flieger, in der Hand ein One-Way-Ticket in sein neues Leben. Kann das gutgehen? Sein Plan ist, keinen Plan zu haben. Vielmehr will der begeisterte Segler erst einmal ankommen, testen, ob ihm das Leben auf einem Boot überhaupt bekommt. Nach eineinhalb Jahren auf See kann er getrost sagen: Alles richtig gemacht. In amüsanten wie nachdenklichen Anekdoten schildert Brambusch seinen Alltag an Bord, berichtet von Missgeschicken und herrlichen Momenten, gibt Ein- und Überblicke. Das Buch soll Inspiration, Ideengeber und Leitfaden für all diejenigen sein, die sich mit dem Gedanken tragen, mehr aus ihrem Leben zu machen – wo sonst, als auf dem Meer! 

 

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Livestream-Link für heute Abend, 20 Uhr

ARD zu Gast an Bord (Interview)

Karin Senz vom ARD-Hörfunkstudio Istanbul war an Bord für ein kurzes Interview. Zu hören bei Tagesschau.de.

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Sailors in quarantine – six stories

Die Anfrage kam aus Mexiko. Oliver, ein Schweizer Segler, der mit seiner Familie eigentlich längst wieder in Italien auf seinem Boot sein wollte, hatte die Idee, Segler auf der ganzen Welt zu ihrer gegenwärtigen Situation in Zeiten von Corona zu befragen. Für ein Video-Projekt. Netterweise durfte auch ich Teil des Beitrags sein.

Schlecht – danke der Nachfrage (podcast)

„Schlecht – danke der Nachfrage“ heißt das Podcast-Format des Magazins Enough! Mein ehemaliger Kollege Siems Luckwaldt hat mich eine Stunde lang gelöchert. Wer also Sehnsucht nach meiner liebreizenden Stimme hat, dem sei hiermit geholfen….

 

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Corona – Das Ende von: Moet kunnen?!

Die Niederländer waren ein beneidenswert angstfreies Volk. Das hat sich geändert in den letzten Wochen. Das Virus hat unseren Nachbarn ihre eigene Sterblichkeit gezeigt. Das hat Spuren hinterlassen. Und bringt uns am Ende nur näher zusammen. Hoffentlich

Solch einen Text hatte ich nie im Kopf oder auf irgendeinem redaktionellen Plan stehen. Nie hätte ich erwartet, auf Stegfunk über Tod und Sterben und Angst zu schreiben. Jetzt aber ist es soweit. Warum? Ich glaube, dass in den Niederlanden gerade etwas geschieht, das wir als Dauergäste besser verstehen sollten. Wie gesagt: Ich glaube. Dieser Eindruck entstand aus vielen Gesprächen mit Menschen, die ich gut kenne, mit denen ich teils haarige Situationen auf See erlebt habe. Und die auf einmal völlig unerwartet agieren. Was also ist los bei den Freunden? Ich habe mir dazu ein paar Gedanken gemacht, die erheben natürlich keinen Anspruch auf Richtigkeit. Es soll eher ein Denkanstoß sein. OK?

Angstfrei

„Ja joh, moet kunnen“, „ja klar, das muss gehen“. Moet kunnen ist Teil der Mentalität. Keine Angst, immer vorwärts. Beim Skifahren, beim Autofahren zum Skifahren auf Sommerreifen, beim wirtschaften -denn wer mit Handel viel Geld verdienen will, muss Risiken eingehen-, beim Segeln auf nicht immer gut gewarteten Schiffen, beim häufigen Jobwechsel, beim hochangesehenen Start in die Selbstständigeit. Die Risikobereitschaft der Niederländer war immer höher, als die des Teutonen diesseits der Grenze. Die einzige Angst die es gab, war die vor dem Wasser. Diese kollektive Sorge saß tief in der Volksseele, nicht erst seit 1953. Und die Regierung hat sie dem Volk genommen. Der Deltaplan und seine Umsetzung war so mächtig, so allumfassend, dass das Thema Wasser keines mehr war. Auch diese Naturgewalt hatte man besiegt. Der Rausch dieses Erfolges war so extatisch, dass sogar die Angst vor dem Sterben wich, schließlich hatte man den größten Feind besiegt. Euthanasie wurde offen diskutiert mit der Folge sehr lockerer Regeln. Im Radio laufen Werbespots, die die eigene Beerdigung thematisieren und eine Versicherung dafür bewerben – man stelle sich das in Deutschland vor. Der Tod war etwas, über das man reden konnte. Ent-Tabuisiert. Eine weitere Folge der gefühlten Unsterblichkeit ist ein eher rudimentärer Gesundheitsbereich. Die Kosten für Gesundheitsversorgung für den Versicherten sind gering, die Eigenverantwortung für das Wohlergehen ist hoch, inklusive Selbstbeteiligung bei Behandlungskosten. Darüber gab es einen allgemeinen Konsenz.

Dann kam Corona

Und auf einmal war alles anders. Zu wenige Intensivbetten? Die Aussicht auf eine Auswahl der zu Behandelnden wie in Italien? Abweisung von Alten und zu kranken zu Gunsten von Menschen mit besseren Heilungschancen? Diese Szenarien waren real, viel realer als in Deutschland. Das System war einfach zu schwach ausgelegt. Es gab und gibt viele Tote. Und es gibt einen scheinbar übermächtigen Gegner, der jedoch weniger real, weniger greifbar ist und schwieirger zu verstehen, als etwa das Wasser. Da bekommen die Niederländer wieder Angst. Wie damals vor dem Wasser, weil es eben noch kein wirksames Mittel gegen die Bedrohung gibt, außer den Isolationsmaßnahmen wie wir sie kennen.

Und wie damals nach der Flut setzt man sich zusammen und tut, was nötig ist. Auf einmal hört das Volk auf seine Politiker, die mehr als bei uns eigentlich keine Respektspersonen sind. Die „Overheid“, sonst eher eine Institution der es sich möglichst gewitzt zu entziehen gilt, wird wieder als Autorität wahrgenommen. Menschen, die sonst eher frei und forsch vorausgehen, warten ab, sind vorsichtig. Unternehmer zögern und vertreten Maßnahmen, die sie selbst Tausende Euro kosten, mit Nachdruck. Ich glaube, dass unseren Freunden ihre eigene Sterblichkeit wieder etwas mehr bewusst geworden ist. Und jetzt wird getan, was zum Überleben erforderlich ist. Und das mag auf uns mitunter etwas harsch wirken.

Und was heißt das für uns als Gäste?

Ich glaube, es bedeutet vorallem zwei Dinge:

1) Wir sollten das akzeptieren und verstehen. Wir sind derzeit in den Niederlanden nicht willkommen, auch wenn Häfen aus kommerziellen Gründen nicht final geschlossen werden. Die Aussagen sind eindeutig. Und wer sie verstehen will, der wird begreifen, worum es eigentlich geht. Denn sie haben Angst, dass unsere Anwesenheit die Krankenhäuser und Rettungsdienste zusätzlich belasten könnte und dass deswegen eventuell Entscheidungen getroffen werden müssten, die keiner treffen mag. Man stelle sich vor ein Deutsches Unfallopfer bedarf intensivmedizinischer Behandlung und deswegen kann ein Niederländer nicht vor Corona gerettet werden. Es ist einfach nicht nötig, diese Situation heraufzubeschwören, nur weil man Bötchen fahren mag. Möchten Sie die Schlagzeile dazu beim Koffie met Appelgebak auf dem Telegraaf lesen? Ich kann diese Angst jetzt, nach vielen Gesprächen, etwas besser verstehen, ich kann die Schlussfolgerungen der Niederländer daraus akzeptieren und ich bleibe deswegen bis auf Weiteres weg vom Boot.

2) Wenn die Krise vorbei ist, wird uns das Erlebte näher zusammenbringen, wenn wir heute achtsam mit den Sorgen der Nachbarn umgehen. Denn Angst haben, das verstehen wir Deutschen nur zu gut. Vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, vor Altersarmut, vor Stau auf dem Heimweg. Angst können wir. Und die Niederländer können das jetzt auch etwas besser. Und das wird uns zusammen stärker machen. Wie gesagt, wenn wir jetzt die Angst der Niederländer vor den Auswirkungen von Corona und vor zu vielen Gästen im Land  ernst nehmen. Und irgendwann werden wir das im Cockpit mit dem Bootsnachbarn aus Holland besprechen, mit ganz viel Verständnis füreinander. Und ich hab dann keine Angst mehr vor dem Oude Genever, den er mitbringt. Versprochen.

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Livestream „SO kaufe ich mein Boot“ am Samstag, 25. April 2020

So, nun habe ich mich doch dazu durchgerungen: Am Samstag um 20 Uhr gibt es den Vortrag „So kaufe ich mein Gebrauchtboot“ im Livestream auf YouTube 🙂 Worauf man achten muss, was man vermeiden sollte, und vieles mehr. Natürlich reichlich…