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Second Life: Tag 74.

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Chinesische Forscher entdecken den Corona Virus

Beim morgendlichen Lesen im Netz stolpere ich überfolgenden Text: „Zwei chinesische Wissenschaftler halten es für möglich, dass ein Labor im Zentrum von Wuhan den Ausbruch des Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst hat. Davon berichteten Botao Xiao und Lei Xiao auf dem Forschungsportal ResearchGate. Nur rund 300 Meter entfernt von dem Fischgroßmarkt, auf dem die ersten Fälle des Virus auftauchten, wird demnach an Viren in Fledermäusen geforscht.“ Den ganzen Artikel findest Du hier.

Im ersten Moment halte ich es für Unfug, was hier beschrieben wird. Eher hatte ich mir vorgestellt, dass die Chinesen Tannenzapfentiere essen, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Das selbstverherrlichende Video der Forscher allerdings, wie sie in den Bergen Fledermäuse fangen, Gewebeproben mit Viren, wie Ebola und Corvid entnehmen und in einfachen Plastik-Röhrchen nach Wuhan in ihre Labors in der Nähe des Fischmarktes bringen, zeigt doch, dass die nicht alle Tassen im Schrank haben können, zumal ihnen vollkommen bewußt ist was sie da machen. Die weltweiten Folgen heute kennt jeder von uns. Muss ich nix zu sagen. Mich kann dieser Virus um meine Existenz und mein Leben bringen.

Gar nicht meine Art, aber dies ist KEIN Aprilscherz. Mir ist in diesem Jahr wirklich nicht nach einem Aprilscherz.

Entfliehe dem Virus und geh doch mit der MARLIN segeln!

Der Plan zu den Azoren zu segeln, bekommt wieder starken Aufwind. Auf condor.de werden ab dem 01. Mai Flüge in die DomRep angeboten. Das wäre natürlich die Lösung für die MARLIN. Wir könnten Crew aus Deutschland aufnehmen und die MARLIN, Corona-frei, mit einer tollen Crew Richtung Bermudas und Azoren aufbrechen lassen. Erste Interessenten haben sich auch direkt gemeldet und ihr Interesse mitzusegeln angemeldet. „Besser mit der MARLIN sorglos auf See, als im Ausnahmezustand in Europa zu verbringen“, meint Walter zu mir am Telefon. Dazu gehört im Moment sicherlich etwas Abenteuerlust. Wer nach einer Alternative sucht, schaut jetzt nach, ob er vom DomRep – Bermudas 25.04.2020 – 07.05.2020 Zeit und Lust zum Segeln hat. Die Flüge gehen ab Berlin, Hamburg und Frankfurt für ca 500 Euro One Way. Mir selbst kribbelt es unter den Fingern, mir ein Ticket zu buchen. „Das ist zu früh für Dich !“, stoppt mich Nathalie am Telefon. Sie kennt mich und meine Gedanken.


Mitsegeln auf der MARLIN!

Atlantiküberquerung West – Ost 2020. Sichere Dir Deinen Platz.

CREW 65 Atlantik Crossing Leg 1 DomRep – Azoren 09.05.2020 – 04.06.2020
CREW 66 Atlantik Crossing Leg 2 Azoren – Europa 01.08.20 – 20.08.2020

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Segeln, Corona und das Leben der Anderen: Ein Winken aus Kroatien. Renata Marević, Insel Krk, Marina Punat.

In den vergangenen Jahren habe ich auf meinen Segelreisen viele Menschen kennengelernt.Wie geht es diesen Menschen in ihren Ländern heute, das habe ich mich die vergangenen Wochen immer wieder gefragt. Heute ein Bericht von der Insel Krk aus der Marina Punat.

Renata Marević lernte ich 2017 für eine Reportage in der Zeitschrift YACHT kennen und schätzen. Sie leitet die Marina Punat an der Südspitze der Insel Krk,
mit über 1.250 Wasserliegeplätzen einen der größeren Sportboothäfen Kroatiens. Im nachfolgenden Interview spricht sie über Kroatien, ihre Sorgen
und ihre Hoffnungen in der Krise. 

tk: Guten Morgen, Frau Marević. Wie geht es Ihnen heute?

Renata Marević: Wir sind alle gesund. In Kroatien gibt es derzeit etwa 400 Erkrankte. Soweit wir wissen, ist auf der Insel Krk von den knapp 20.000 Bewohnern niemand erkrankt. Aber das kann sich schnell ändern, denn Krk ist eine der wenigen unter den 1.240 kroatischen Inseln, die vom Festland aus über eine Brücke zu erreichen ist. Allerdings darf im Moment niemand mehr rüber, nur noch mit Sondergenehmigung.

tk: Wie haben Sie die letzten Tage erlebt?

Renata Marević: Ich bin 24 Stunden am Tag für die Marina-Mitarbeiter erreichbar. Die Versorgung hier funktioniert super. Wir haben nur den Stress, wenn wir nach der Arbeit nach Hause kommen, alles waschen, alles zu desinfizieren, um unsere Senioren zu schützen.
Meine beiden Söhne leben in Zagreb, am 22. März bebte dort die Erde und Teile der Altstadt wurden schwer beschädigt. Die Gebäude, in denen meine Söhne leben, haben das ausgehalten. Trotzdem sind bei den ersten Erdstößen morgens um halb sieben alle nach Draußen ins Freie gerannt, es fiel Schnee. Trotz der Angst vor dem Virus sind die Menschen in Gruppen durch die Straßen gerannt. Meine Söhne haben sich einfach ins Auto gesetzt. Und haben abgewartet.

tk: … während wir mit COVID-19 beschäftigt sind. Und wie verläuft Ihr Leben auf der Insel?

Renata Marević: Es ist nicht soviel anders wie bei Ihnen in Deutschland oder Österreich. In Kroatien gibt es seit kurzem Bewegungsbeschränkungen. Es ist verboten, die Stadt oder die Gemeinde zu verlassen. Das darf man nur mit Sondergenehmigung, wenn man seine Arbeit nicht vom Homeoffice aus erledigen kann. Und das gilt für die meisten Mitarbeiter hier in der Marina, vor allem für die Marineros, die ja ständig auf den Booten nach dem Rechten sehen müssen.

tk: In Ihrer Marina liegen derzeit 800 Schiffe im Wasser und noch einmal 400 am Land. Wann ist denn das letzte Mal eins in die Marina Punat eingelaufen?

Renata Marević (überlegt lange): Da muss ich wirklich nachdenken. Das muss vor zwei Wochen gewesen sein. Ein kroatisches Boot war das. Das war tatsächlich das letzte Schiff, das in den Hafen einlief. Normalerweise wäre jetzt Anfang April ja Hochbetrieb in der Marina, vor allem an den Wochenenden.


tk: Sind denn augenblicklich Bootseigner in der Marina?

Renata Marević: Letzte Woche waren noch einige Gäste hier, aber die sind alle heimgekehrt. Unter den gegebenen Bedingungen und den Einschränkungen ist es das Beste, einfach zuhause zu bleiben. 

tk: … und was würden Sie mir antworten, wenn ich jetzt in diesem Augenblick mit meinem Boot die Marina Punat ansteuern und Sie über Kanal 17 um einen Liegeplatz bitten würde?

Renata Marević (lacht zuerst): Natürlich haben wir einen Liegeplatz für jeden. Und sie dürften auch einlaufen wie immer. Aber danach ist alles anders. Sie könnten nicht auf ihrem Boot bleiben. Ein Krankenwagen würde kommen und Sie sofort in die nächste Quarantäne-Station bringen. Die ist in Rijeka, knapp 60 Kilometer von hier. In der Quarantäne würden Sie 14 Tage bleiben, die Behörden haben Anweisung gegeben, dass niemand auf seinem Boot in Selbstisolation verbleiben darf. Ihr Boot würde komplett desinfiziert werden. Die Quarantäne würde Ihnen ebenso wie die Fahrt im Krankenwagen berechnet. 
Ich selbst musste übrigens 14 Tage in Selbstisolation – ich war mit 5 meiner Mitarbeiter Anfang März auf der AUSTRIA BOATSHOW in Tulln für 4 Tage. Bei unserer Rückkehr nach Kroatien hieß es dann, wir müssten jetzt vorsichtshalber in Quarantäne. Also hab ich 14 Tage das Haus nicht verlassen.

tk: Ein Boot wäre doch eigentlich der sicherste Ort in der Krise. Dürfte ich denn überhaupt auf meinem Boot noch nach Kroatien einreisen?

Renata Marević: … seit Ende März gilt eine neue Regelung: Alle Seegrenzübergänge sind geschlossen: Umag, Rovinj, Pula, Korcula, alles: dicht! Die Saisonstellen haben gar nicht erst aufgemacht. Nein, Sie kämen auf dem Schiff derzeit nicht mehr nach Kroatien hinein, weil sie nirgends einklarieren könnten.

tk: Und wie ist die Stimmung bei Ihnen in der Marina und im 1.500-Seelen Örtchen Punat?


Renata Marević: Wir versuchen, uns vom Pessimismus nicht anstecken zu lassen – ‚we keep upright the good spirit‘. Im Moment stehen Sicherheit und Gesundheit an erster Stelle. Wenn das jetzt alles ein weltweites Schicksal ist, dann ist das auch unser Schicksal. Niemand ist eine Insel – auch wir auf Krk nicht.

tk: Mancher wünscht sich in dieser Krise gar auf die Insel. Sie kennen beides – die Großstadt und die Insel. Was ist denn jetzt gerade der bessere Platz in der Krise?

Renata Marević: Die Insel hat Vorteile und hat Nachteile. Die Infektion kommt auf eine Insel langsamer und später. In der Stadt verbreitet sich ein Virus schneller …

tk: … Kroatien ist ja überhaupt ein bevölkerungsarmes, über weite Strecken fast leeres Land. Von den 4,2 Millionen Einwohnern teilen sich im Schnitt 75 einen Quadratkilometer. In Deutschland sind das mehr als 3x soviele …

Renata Marević: Ja, wir leben nicht nur hier auf der Insel Krk sehr isoliert und räumlich weit verteilt. Man kann hier gut sein in der Krise, kann den Garten geniessen, was den meisten Menschen in einer Stadt nicht vergönnt ist. Der Nachteil der Insel: Wir sind auf die Brücke angewiesen. Die ganze Versorgung läuft über die Brücke, über die man die Insel ja auch gut abschotten kann nach draußen. 

tk: Was fürchten Sie gerade am meisten?

Renata Marević: Die kroatische Bevölkerung ist überdurchschnittlich alt. Das kommt daher, dass die meisten Jungen fortgingen, um ihren beruflichen Erfolg anderswo in Europa zu suchen – um als Ärzte oder sonstwie in Irland oder Deutschland oder USA zu arbeiten. Wir Kroaten werden immer weniger. Unsere Gesellschaft ist älter als die meisten. Und weil das so ist, müssen wir die Alten noch besser schützen als anderswo. Abgesehen davon wird es in und nach der Krise weniger Geld geben für Pensionen und Renten. Für öffentliche Dienste.

tk: Denken Sie viel ans „Danach“?

Renata Marević: Sehr viel. Wir leben vom Tourismus – jedenfalls unsere 1.200 Kilometer lange Küste. Die ist komplett auf den Tourismus angewiesen. Industrie gibt es eigentlich nur in den wenigen Großstädten. Offiziell sind es 11%, die der Tourismus am Bruttosozialprodukt ausmacht. Aber die Zahl ist  zu niedrig gegriffen. Nehmen Sie einfach mal den Ort Punat mit seinen 1.500 Einwohnern. Die Marina Punat ist nach einer Baugesellschaft der zweitgrößte Arbeitgeber am Ort. Wir beschäftigen hier ständig 150 Menschen nur in der Marina. In der Hochsaison kommen noch einmal 10% in der Gastronomie hinzu. Und dann haben wir noch die angeschlossenen Partnerfirmen: Segelmacher, Rigger, Schiffselektriker. Wenn ich unser Örtchen Punat rechne, dürfte der Anteil des Tourismus am Bruttosozialprodukt also deutlich höher liegen.

tk: Wie gut ist die kroatische Gesellschaft auf die Krise vorbereitet?

Renata Marević: Sie meinen mit Material und Ärzten?

tk: Nein, von der Gesellschaft her. Während der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise 2016 war ich in Griechenland unterwegs. Trotz der Unruhen in Großstädten versicherten mir Griechen immer wieder, dass niemand hungern müsse. Jeder Grieche würde irgendwo etwas anbauen. Die Familienverbände wären intakt, man würde sich helfen, wo der Staat nicht helfen würde, tun es die Kommunen.

Renata Marević: Bis auf Slawonien haben wir kaum gut organisierte Landwirtschaft. Wir haben noch immer den Krieg in den 90er Jahren in Erinnerung – da waren wir auch von einem Tag auf den anderen ohne den Tourismus. Viele haben damals die alten Olivenhaine wieder bewirtschaftet, um Olivenöl zu produzieren. Unsere Weinproduktion ist seit einigen Jahren sehr ambitioniert. Die Frage ist, ob wir einen Markt haben mit Europa, um das zu vermarkten. 

tk: Was gibt Ihnen Hoffnung in diesen Tagen?


Renata Marević: Wir haben großes Vertrauen in unseren Krisenstab. Wir glauben den Spezialisten. Es gibt keine Panik. Die Menschen halten sich an die Vorschriften. Die Infiziertenzahlen steigen nicht exponentiell, sondern linear.

Daneben gibt mir Hoffnung: Kroatien hat jetzt die Chance umzudenken. Wir können gut von dem leben, was wir in diesem Jahr nicht für den Tourismus benötigen.

tk: Sind Sie eher Optimistin? Oder Pessimistin?

Renata Marević: Es geht nicht dauernd hoch. Und es geht nicht nur dauernd runter. Ich bin mehr Optimist als Pessimist. Ich kann derzeit nichts anderes als warten – gerade weil man Fragen zur Zeit einfach nicht beantworten kann. Wir müssen vorbereitet sein auf viele Szenarien. Das ist alles, was wir tun können.

Ich glaube vor allem daran, dass Segeln wieder Zukunft hat. Segeln ist viel umweltfreundlicher als alles Motorgetriebene. Wenn ich über Alternativen nachdenke: Dann hat Segeln wirklich eine tolle Chance.





Lock down Erweiterung

Mo., 30.Mrz.20, Franz.Polyn./Gambier/Insel Mangareva, Tag 2129, 20.254 sm von HH

Grade war die erste Woche unserer zweiwöchigen Ausgangssperre rum, da wurde uns die Wurst vor der Nase weggeschlagen: Ausgangsbeschränkung erweitert um weitere zehn Tage! Plus Ausgehverbot von 20:00 Uhr bis 5:00 Uhr morgens!
Der zweite Teil ist uns vom Prinzip her Wurscht, nachts sind wir sowieso nicht auf der Insel unterwegs gewesen. Aber das Verbot macht was mit uns. Nicht mehr die Freiheit zu haben, selber zu entscheiden, ob man an Land gehen möchte. Freiheit, das einzige was zählt, so heißt es doch.

Wir gehen auch tagsüber nicht mehr an Land. Zum ‚alleine-Sport-treiben‘ dürften wir. Uns ist die Lust vergangen. Ich war an Land zum Einkaufen. Meinen Passier-Schein hatte ich brav ausgefüllt dabei. Das hat aber keinen interessiert, ich wurde nicht kontrolliert. Es ist kaum jemand unterwegs und die Menschen, die man trifft, sind ebenfalls alleine auf der Straße. Die meisten mit Mundschutz. Ein paar Tage später war Achim im Shop, da trug allerdings schon kaum noch jemand eine Maske.

Es ist noch ein weiteres Segelboot angekommen. Die Crew hat ebenfalls Bleiberecht erhalten, aber nach wie vor werden diese Boote nicht offiziell einklariert. Tahiti lässt sich Zeit mit der Bewilligung und die Gendarmen vor Ort dürfen nichts entscheiden. Die Neuen unterliegen einer strengen Quarantäne von vierzehn Tagen. Ich paddel (und auch einige andere Segler sind unterwegs) mit dem Kajak von Boot zu Boot und liefere Eier aus. Mehr Wünsche haben die Neuankömmlinge für den Moment nicht. Segler sind ja immer gut ausgerüstet unterwegs. Dankbarer sind die Neuen darüber etwas zu hören: was ist los? wie läuft es hier?; einfach ein anderes Gesicht sehen als den eigenen Gatten. :mrgreen:
Man sollte meinen wir Segler sind es gewöhnt nicht von Bord zu können und es macht uns nichts aus. Aber das stimmt nicht ganz, nicht können, weil man unterwegs ist, ist anders als nicht dürfen und das lockende, süße Land vor der Nase zu sehen.

Im Augenblick haben wir es mit Gambier noch gut getroffen. In Tahiti weht ein anderer Wind. Es gibt eine Rallye, die World ARC, deren erste Teilnehmer gerade Tahiti erreicht haben. Diese Segler sollen nach wie vor ihr Schiff zurück lassen und das Land mit dem Flugzeug verlassen.

Wir machen nicht viel den Tag über. Aufgeräumt, geputzt und Wollmäuse entfernt, haben wir ja schon neulich während der Regentage. „Blinder Eifer schadet nur“, weiß der Skipper. ;-) Die typischen Boots-Projekte entfallen weitestgehend, weil es an Zubehör hapert. Hier gibt es ja nicht mal einen Absperrhahn zu kaufen, um unsere Wasser-Auffang-Anlage zu optimieren. Die Stimmung ist prima zwischen uns, wir versuchen das Beste aus dem Ganzen zu machen. Wir beschäftigen uns so gut es geht, lesen viel im Internet über den Wahnsinn, der auf der Welt passiert. Wir lesen von ersten rassistischen Anfeindungen: Amerika-Chinesen werden in New York beschimpft, Europäische Camper in Marokko sollen mit Steinen beworfen werden, Weiße in Indien dürfen nicht mal zum Einkaufen von ihrem Schiff. An unserem friedlichen Ankerplatz liegen im Augenblich zwanzig Schiffe (weitere 10 bis 15 schwirren im Atoll umher). Wie immer ankern die Boote vor dem Ort, hinter der Riffkante. Eine Frau hat sich beschwert, dass die Boote zu nah am Ufer ankern, dort wo ihre Kinder spielen. Die Boote an der Nordseite haben jetzt ihren Platz geräumt.
Die Beschwerde fühlt sich schlecht an.

Shopping im leeren Ort

Pacific Light für Pocketcruiser

WESTENTASCHENKREUZER

Pocketcruiser

Status quo bei Windpilot

GEDANKEN ZUR ZEITENWENDE

Grosse kleine Welt

SV Wahkeena – Albert Lankhorst GER

PACIFIC AUS 1990 – IMMER NOCH NICHT IN RENTE

Hallo Herr Förthmann, habe eine noch handgefertigte Pazifik von Ihnen. Zuerst einmal 1000 Dank für dieses Gerät, das uns 5 mal Karibik und zurück gesteuert hat, und schon davor auf einer LM 30 gute Dienste geleistet hat. Jetzt ist sie auf unserer Reinke Euro montiert, eines der wenigen Ausrüstungsteile, die immer (!) ihren Dienst getan hat und noch tut. Bei Flaute und Motorfahrt sind wir allerdings auf unseren schwachen Raymarine Pinnenpiloten (ST 4000) angewiesen. Vier von dessen Antrieben haben wir schon verschlissen, und nur von Hand zu steuern geht es, wenn wir mal gegen Wind und See steuern müssen.


Unsere Reinke Euro wiegt 7,5 to, ist pinnengesteuert, hat diese Twinkiele und einen nach steuerbord aus der Mittellinie versetzten Saildrive. Der Propeller strömt also das große Spatenruder schräg an, was kein Problem ist; aber was wäre, wenn ich den kleinen Tillerpiloten an die Windfahne setzen würde und ihn steuern ließe? Wie würde sich das Hilfsruder – schräg vom kräftigen Motor angeströmt – verhalten? Halten Flansch und Hilfsruder das aus und ist die Reaktion schnell genug?
Ich sah kürzlich einen Kunden von Ihnen hier bei der Vorbereitung einer Atlantikquerung so einen Pinnenpiloten an die Pazifik montieren. Es war Damir Wendthardt, aber seine Carribean 40 hat einen Mittelkiel und mittigen Propeller.
Für ihre fachkundige Meinung wäre ich dankbar, vielleicht kann ich mir dann die Umrüstung auf einen Pelagic Pinnenpiloten o.ä. sparen.
Liebe Grüße aus Santa Cruz de Tenerife
Albert Lankhorst

Meine Antwort vom gleichen Tage:
Moin in die Sonne, Danke für den netten Schnack, ca 60% aller Windpilot Segler fahren einen kleinen Tillerpiloten auf die Windfahne, eine prima Sache, funzt auch bei Ihnen – garantiert. Hier die Bilder:

Pacific


Allerbest
Peter Foerthmann

SV Orfeo – Antoine Florell + Olivier Péray FRA

MARACUJA 42 AFTER ATLANTIC CROSSING
Dear Peter, after having crossed the Atlantic, I can say that your Windpilot is perfect. I found some difficulties in light winds windwards but, usually, I used it more often and more comfortably than the automatic pilot.
Best regards, Olivier

SV Molly – Alexandra + Uwe Kramer GER

MIT WINFRIED ÜBER DEN GROSSEN TEICH
Hallo Herr Foerthmann, wenn nur alles immer so einfach wäre ….
Wir sind mit einem Stopp auf den Kap Verden am 02. Januar in Richtung St. Lucia aufgebrochen. Unser Windpilot „Windfried“ ist ein treues Crewmitglied und steuert nun schon über mehrere Tage, gar Wochen zuverlässig. Wir schreiben einen Blog mit Bilder, können sie gerne mal rein schauen.
Schönen Gruss aus dem Westen
Uwe Kramer SY Molly

SV Long John Silver – Stef Vermeij NED

OVNI 435 UNDER WINDPILOT SINCE TEN YEARS

Dear Peter, after >20000 nm and some ocean crossings our Windpilot Pacific needs some repacements. Specialy the moving parts made of plastic and the protection cap. We are in Martinique now, in feb we are in Guadeloupe for two weeks, is there any supplier here for spare parts or is it better to have them taken by somebody from holland? The parts I am looking for are upper / lower cardanic joints and the red cap 320. Can you send me an offer and advise for delivery? Thank you for your respons!
Mobiele groet, Kind regards,
Stef Vermeij
SY Long John Silver

SV Hedas – Uwe Sandhoff GER

TRAUMPAAR NORDBORG 38 UND WINDPILOT

Moin Herr Foerthmann, es war mitten in der Nacht auf der Biskaya: plötzlich ein lauter Knall und dann Geklapper am Mast. Was war los? Im Licht des Scheinwerfers wurde es schnell klar. Ein Zwischenwant war gebrochen. Direkt oberhalb der ersten Saling. Nun knallte es immer und immer wieder gegen den Mast. Ich barg das Großsegel, sicherte den Mast durch Fallen und versuchte, mit dem Spifall das Want einzufangen. Das gelang dann irgendwann.


Während der ganzen Zeit steuerte die Pazifik unser Boot. Wir segelten nun nur noch mit der Genua. Am nächsten Tag schlief der Wind weiter ein. Nur noch ein Hauch war zu spüren, so dass die Genua immer häufiger einfiel. Wir wechselten auf den elektrischen Autopiloten, denn keiner wollte das Schiff noch die 200sm bis La Coruna von Hand steuern. Im Laufe des Tages stieg dann auch die Elektrik aus. Fast alle Instrumente waren ausgefallen und natürlich ging auch der Autopilot nicht mehr seinen Pflichten nach. Was tun? Wir setzten die Genua, starten den Motor und fuhren mit leichter Motorunterstützung unserem Ziel entgegen. Dadurch erzeugten wir einen gut spürbaren Wind an Bord, den auch unser Windpilot nutzen konnte. Wunderbar. Niemand musste von Hand steuern, die Freiwachen wurden wieder länger, man bekam mehr Schlaf. Danke Windpilot Pazifik!
Schönen Gruss von Uwe Sandhoff

SV Tiki – Heiner Risthaus GER

HILFERUF AUS MAROKKO

Moin Herr Foerthmann, ich will mich demnächst auf den Weg von Tanger nach Porto Santo machen und habe nun ein Problem mit meiner Pacific light. Die Fahne dreht schwer um die Mittellage, was ist der Grund?
Viele Grüße aus Tanger,
Heiner Risthaus, SV Tiki

EINDRÜCKE AUS EINER FREMDEN WELT

SALZ WAR DAS PROBLEM

Moin Herr Risthaus, eigentlich nix zum Hexen, alles recht einfach,
vermutlich Dreck oder Salz im Kegelradgetriebe, einfach mal Teflon Spray unter den roten Getriebe deckel, bzw. zwischen Kegelrad und Lagerbuchse … und schon ist das Problem behoben.
Gruss
Peter Foerthmann

Segeln, Corona und das Leben der Anderen: Ein Winken aus Norditalien.

In den vergangenen Jahren habe ich auf meinen Segelreisen viele Menschen kennengelernt.
Wie geht es diesen Menschen in ihren Ländern heute, das habe ich mich die vergangenen Wochen immer wieder gefragt. Heute ein Bericht aus der Marina Sant‘ Andrea in der Lagune von Grado.


Letzte Woche schickte mir Fortunato ein Winken aus Norditalien. Das Winken kam per WhatsApp. Fortunato ist Chef der Marina Sant’Andrea in San Giorgio di Nogaro, einer von 22 Marinas im Friaul nahe Triest. In Fortunatos Marina lag ich mit Levje ein halbes Jahr, von Sant‘ Andrea aus bin ich vor drei Jahren zu meiner Reise um Westeuropa nach England aufgebrochen.

Das Friaul ist zwar nicht das Epizentrum der Corona-Infektion in Italien, aber es liegt nicht weit von Venedig und den großen Städten des Nordens. Friaul hat nicht mal 10% der Einwohner Bayerns, hat aber bereits eineinhalb mal soviele Todesopfer zu beklagen.

Als ich Fortunato, Familienvater, fragte, wie es ihm ginge, stachen mir trotz all dem Optimismus seiner Zeilen die Worte ins Auge: „Lo spirito e molto basso“ – die Moral sei am Boden. Dabei ist Fortunato kein Weichei. Er war Offizier in der italienischen Marine, kam in Uniform weiter auf den Weltmeeren herum als ich es im T-Shirt je schaffen werde. Hat erlebt, was Krieg ist. Als er mir das Foto mit seinem Winken schickte, versuchte er noch, mit einigen Mitarbeitern den Betrieb der Marina aufrechtzuerhalten. Er begründete das mit einem knurrigen „Ein Kapitän gehört nun mal an Deck, vor allem in Krisenzeiten“ – Norditaliener, das lerne ich in diesen Tagen, sind uns näher, sie denken kantiger als die Sizilianer, mit denen ich in diesen Tagen in Kontakt bin. 


Trotzdem gibt es in der Marina am Fluss gerade nicht viel zu tun. Jetzt im März müsste es dort gerade brummen und summen wie jedes Jahr im späten Winter: Pausenlos müsste der Kran Boote aus dem Winterlager holen und ins Wasser setzen. Überall der Lärm der Schleifmaschinen, von Bohrern, von Arbeitern, die an Bootsrümpfen werkeln und Eignern, die mit Antifouling-Eimern rumhantieren. Jetzt gerade: Nichts. Stille. Fortunato geht nur noch sporadisch ins Büro, zwei Leute passen auf die Marina und die Schiffe auf.

Aus Fortunatos Foto oben mit seinem Winken grinst mich auch Giorgio im Hintergrund an. Ich kenne Giorgio und seine Frau Betta, weil ich mit den Dreien auf Giorgios Yacht MATCHLESS vor drei Jahren auf der Barcolana mitsegeln durfte. Die Fahrt auf Giorgios 22 Meter langem und 30 Tonnen schwerem Boot kam mir zwischen den 1.700 anderen Winzlings-Booten auf der Barcolana vor wie der Ritt auf einer Abrissbirne. Es hatte Wind damals, eine pfeiffende November-Bora in die Bucht von Triest, und tatsächlich räumte Giorgio ein Schlauchboot mit Presseleuten einfach zur Seite, die der herandonnernden Abrissbirne nicht schnell genug aus dem Weg gehen wollten, als wäre das stark motorisierte Schlauchboot ein Stück Treibholz. Betta erbleichte. „Coglioni“, knurrte Giorgio wie ein Raubtier, ein nicht kindgerechtes Schimpfwort. Italiener halt, wie ich sie liebe. 


Auf einem von Fortunatos Fotos entdecke ich auch die MATCHLESS. Giorgios Wäsche flattert zum Trocknen an Deck im eisigen Wind. Fortunato erzählt, dass Giorgio wie immer unter der Woche auf seiner MATCHLESS lebt und nur am Wochenende zu seiner Frau nach Treviso fährt. Ob denn auch andere Skipper derzeit auf ihren Booten die Epidemie in der Marina aussitzen? Ja, sagt Fortunato – drei Italiener und ein Spanier würden derzeit auf ihren Booten in der Marina leben. Kommod sei das ja: Die Seeluft ein praktisch virenfreier Raum, an Bord alles, was man zum Leben braucht. Nur Einkaufen ist schwierig. Der Supermarkt im 7 Kilometer entfernten Städtchen San Giorgio sei zwar geöffnet, aber unregelmäßig. Und zu Fuß wären es eineinhalb Stunden, der einfache Weg.

Und was würde heute passieren, wenn ich wie damals von Kroatien oder einer meiner Venedig-Touren vom Meer her käme, den Fluss hinaufführe, an dem die Marina liegt? Würde ich von der Küstenwache gestoppt? Bekäme ich überhaupt einen Liegeplatz in der Marina? „Du würdest natürlich einen Liegeplatz in der Marina bekommen. Ein Wachmann ist da. Aber nach den derzeitigen Vorschriften müsstest Du auf Deiner Levje für 14 Tage in Quarantäne und dürftest das Schiff nicht verlassen. Aber es ist gut möglich, dass die GUARDIA COSTIERA Dich schon vor dem Fluss anhalten würde. Es herrscht das übliche Wirrwarr: Die einen Behörden sagen, dass man überhaupt nicht mehr auslaufen und auf dem Schiff unterwegs sein dürfte. Die anderen wissen davon nichts.“

„Das Meer kennt keine Grenzen. Man kann keine Linie hineinritzen“, schrieb ich in meinem Buch über meine Reise von Sizilien nach England, das Anfang Mai erscheinen wird. Das stimmt. Aber selbst ich, der diese Zeilen so optimistisch niederschrieb und heute noch daran glaube, bin überrascht, wie schnell das Meer, die Nordadria zu einem Raum werden kann, auf dem man sich eben nicht mehr überall frei hinbewegen kann, wie man möchte.

Vor ein paar Tagen sagte Fortunato: „Wenn wir es nicht mal in dieser Situation schaffen, irgendwie zusammenzuhalten, dann können wir Europa wirklich vergessen.“ Viel mehr gibts zu dem Thema nicht zu sagen. Ob Sie Fortunato nun kennen oder nicht: Wenn Sie mögen: Dann schicken Sie ihm und seinen Leuten einfach ein Foto mit Ihrem Winken zurück. Ein paar Worte, ein Lächeln können viel ausrichten in einem Land, das schon nach wenigen Wochen über 8.000 Tote zu beklagen hat. Auf die Facebook-Seite der Marina (hier clicken)  oder deren Website (hier clicken). Danke! 

Ich berichte in den nächsten Tagen weiter von Menschen in Häfen, die ich auf meinen Reisen kennenlernte.