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EINMAL MÜNCHEN-ANTALYA – heute live bei GEOBUCH München. Oder: Vom langsamen Reisen.


Reste des antiken Theaters im südtürkischen Myra:
Die Mienen der Schauspieler.

Es gibt vielfältige Gründe, warum wir reisen. Und warum wir hinterher darüber den Mund aufreißen über das, was wir erlebt haben, noch mehr. Egal, wie immer man reist, ob pauschal oder „all inclusive“ oder „individual“: Irgendetwas verändert sich. Der Alltag ist, zumindest am ersten Tag danach, ein anderer. Wir sehen unsere Welt danach mit anderen, weit aufgerissenen Augen – auch wenn der Effekt im Büro oder sonstiger Alltagsroutine nach einem Tag meist verschwunden ist. „Unsere“ Welt hat uns dann wieder.
„Urloub“: Im Deutsch des Mittelalters ist das Wort eng verwandt mit „sich Erlaubnis nehmen“. Der Urlaub war …


also noch nie die Regel, wollte man ihn, musste man sich „Erlaub“-nis holen – von wem auch immer. Mir hat das eigentlich nie eingeleuchtet, schon als Kind nicht, am Ende der großen Sommerferien. Ich habe mich lange gefragt und tue das bis heute: „Wie stellt man es an, eigentlich immer Urlaub, ja: „Erlaubnis“ zu haben?“

Genug der Wort- und Gedankenspiele, der Bekenntnisse. Heute Abend werde ich über meine Reise von München nach Antalya erzählen:


Und das ist für mich schon ein besonderes Highlight. Denn schließlich ist GEOBUCH immer ein traditioneller Ort des Aufbruchs, ein Ort, an den ich ging bei x Reisevorbereitungen. Wenn Sie also,
wie das Pärchen, das ich vergangene Woche bei meinem Vortrag in der Berliner URANIA kennenlernte und das von Berlin nach Antalya mit dem Motorrad möchte, wenn Sie also das Fernweh plagt und zwickt: Dann freue ich mich, wenn Sie heute Abend im Publikum sitzen.

Denn ums Fernweh, um Nisomanie (die Inselsucht) und Leben am Meer wird’s gehen.
Und darum, dass wir unserem Fernweh öfter mal „Erlaubnis“ geben sollten.




Und für alle, die Fernweh & Meeres-Sehnsucht jetzt gleich befeuern wollen:





Ein Mann verliert seinen Job.
Aber statt zu resignieren, begibt er sich einfach auf sein kleines Segelboot.
Und reist in fünf Monaten: Von München nach Antalya.
Was passiert, wenn wir unser angestammtes Leben ändern?

Demnächst Vorträge in:

            Donnerstag, 31.3.2016, 19:30 Uhr: URANIA, Berlin                                                                                     
     An der Urania 17, 10787 Berlin, Tel. 030 218 90 91
Donnerstag 7.4.2016, 19:30 Uhr: GEOBUCH, München
Rosental 6, 80331 München, Tel. 089 265030

Kommenden Sonntag der Film im Kino in:

Sonntag 10.4.2016, 11:00 Uhr: Kino im ANDREASSTADEL, Regensburg  




Im Download. Als DVD. Hier.















                        







Auf Sizilien. Im späten Winter.





Und irgendwie hatte ich es wieder nicht hingekriegt. Hatte es einfach nicht gemacht. Hatte das, was wichtig ist, einfach aus den Augen verloren. Ich hatte mir vorgenommen: „Im Winter mindestens einmal pro Monat am Meer.“ Auf LEVJE, die jetzt im Süden Siziliens im Hafen von Marina di Ragusa liegt. Nicht weniger als eine Woche. Mindestens. 

Aber wie das Leben so läuft: Ein netter Winter in Oberbayern. Eine spannende Aufgabe in Berlin.  Und weg ist der gute Vorsatz… 

Aus „Mindestens einmal monatlich“ wurde flugs „kein einziges Mal in vier Monaten.“ Mein Leben war spannend. Doch ich scharrte mit den Hufen, endlich, endlich in diesem Winter wieder auf mein Schiff zu kommen. Ich spürte, wie mein Schiff an den Leinen ruckte, ein Lebewesen erwacht in den Winterstürmen Siziliens. Nachts lag ich wach: „Schwimmt sie noch?“

Heute war es soweit. Früh aufgestanden, die letzten Dinge im Seesack verstaut, proppenvoll mit Werkzeug, Schrauben, Bolzen, Plastikflaschen voll „Harz & Härter“. Zwei Beutel mit Ostereiern, meine Lieblingssorte, die mir Katrin neben den Seesack legt. Minuten später stehe ich allein am Bahnhof, en Seesack geschultert, mein Schritt ist federleicht, obwohl der Seesack zusammen mit dem kleinen Rucksack für meine elektronische Ausrüstung mehr als 20 Kilo wiegt. Rollkoffer? Nein. Ich spüre es nicht, das Gewicht, weil andere Gewichte heute morgen von mir abfallen, während ich im lichtlosen Grau auf dem Bahnsteig stehe, beim Umsteigen nehme ich zwei Stufen auf einmal. Das Herz: es hüpft.


Der kleine Militärflughafen weit weit im Westen, von dem die Maschinen mit der aufgemalten gelben Harfe abheben. Noch nie bin ich mit RYANAIR geflogen, es ist eine verflixte Gängelei, vorher und während wir abgefertigt werden. Gedrängel und Gegängel im Wechsel, eingepfercht sein – da hilft auch kein noch so flotter Marketing-Refrain. Ein Massenprodukt, das mit Massen gefüllt sein will, sonst funktioniert es nicht, ich überlege, wie man – eingepfercht und nicht nur der Beinfreiheit beraubt, dieser Art von Massentransport, es ist ja nichts anderes, Positives abgewinnen könnte. Ich schließe die Augen. Schlafen ist gut. Der Blick aus dem Fenster auf die Weite der Berge – ja der entschädigt.


Anflug auf Palermo. Als die Wolken aufreissen, sagt jemand hinter mir: „Merkwürdig. Ich sehe Schnee. Und Berge.“ Doch was aus der Luft wie Schnee aussieht, ist Gischt. Wind, der tief unter uns auf dem Meer Wellen aufwirft, Gischt, die von hoch oben weiß aussieht, wenn Kämme brechen.

Und tatsächlich. In Palermo weht es. Wie fast immer, liegt der Flughafen einer Insel am Meer, beim Aussteigen warnt der Purser, dass man aufpassen solle, „heavy gusts outside“. Als ich aussteige, galoppieren graue Wolkenfetzen über den Berg, der archaisch hinter dem Rollfeld aufragt. Pfützen, die flirren, als lägen sie unter einem Triebwerk. Der Autoverleiher, ein netter Rothaariger, der versucht, mir noch für 170 € eine Extra-Versicherung anzudrehen. Nettes Palaver. Italien.

Ich rolle durch die Dämmerung. In Palermo Stau, es ist sechs, dann auf der Autobahn Richtung Süden. Windboen treiben meinen Kleinwagen immer wieder aus der Spur, aber sie lassen etwas nach. Regenschauer, kein Mittelmeer-Regen, eher feines Gesprühe. Meerwetter. Atlantikwetter. Zwischen den Bergen kurz der Vollmond, der zwischen jagenden Wolken sich zeigt. Als ich ihn sehe, weiß ich wieder, wie richtig es ist, immer wieder aufzubrechen, genau das und dies hier zu suchen, und wenn es nur für Tage, Stunden ist. Freude, die beim Anblick des Mondes wie ein Blitz durch mich zieht. Die letzten Kilometer, ein Gekurve durch düstere Wälder von Schilf, lange Halme, die sich im Wind biegen, wenn der Scheinwerfer des Wagens sie fasst.
Als ich endlich den Hafen erreiche, ist es mondlos, wolkenverhangen, Finsternis. Eigentlich wollte ich noch etwas essen gehen, aber die Sorge um mein Boot treibt mich gleich zum Hafen, jetzt um neun ist eh fast alles zu. Marina di Ragusa, Ferienort. Winterschlaf. Fetzen von Planen, die von Zäunen wehen.

Dann stehe ich endlich vor LEVJE. Sieht alles gut aus, von der Pier. Die Persenning bläht sich und bauscht im heftigen Nordwest, ein Brausen in den Masten. Ein paar ausgerissene Zeisinge, es muss heftig geweht haben hier die letzten Monate, die Trikolore, die ich neu im Herbst aufzog, sie ist in der Dunkelheit reduziert auf „Uno Colore“. Der Rest: verweht, vom Wind zerzaust, zerfasert, zerstoben.

Ich klettere an Bord. Fühlt sich so gut an, der gewohnte Tritt am Bug in den Bügelanker, in einem Schwung hinauf mit dem Seesack auf den Rücken in den Bugkorb, LEVJE schwingt freundlich in einer Böe nach Steuerbord. „Guten Tag.“ Mein Gesicht ein dümmliches Grinsen, ich freue mich einfach nur, als wäre es Weihnachten, wieder hier zu sein. Schnell das Steckschot geöffnet. Ich tappe im Dunkel nach unten, jedes Mal erwarte ich, im Dunkel mit den Füßen in eisiges Schwappen zu tauchen, weil ein Bordverschluss leise aufgab, im Winter. Aber alles ist trocken. Ich taste im Dunkel nach dem Hauptschalter, drehe kurz den Knochen. Licht springt an, ich habe beim Weggehen vorbereitet, dass alle Lichter gleichzeitig angehen. Mein erster Blick: Alles gut, alles trocken. Batterien so la-la. Nur die Kartoffeln in der Bilge habe Triebe bekommen, ich dachte ja im späten Dezember, gleich wär’ ich wieder da. Alles trocken. Alles gut. Freude packt mich, wieder auf meinen Boot zu sein, Freude, tief kindlich und kindisch zugleich, ich streichle LEVJEs Mastfuß, wie immer, wenn ich komme, wenn ich gehe. 

Die Beziehung eines Menschen zu seinem Gefährt: Sie ist bemerkenswert immer dann, wenn es nicht um „ es Haben“, sondern um „damit etwas Machen“ geht. Natürlich handelt es sich ja alles nur um ein paar industriell gefertigter und montierter Teile, Glas, Harz, Härter, Alu und Holz, im Wesentlichen. Aber zu jedem wichtigen Gefährt hatte ich auch immer eine besondere Beziehung. Mein erstes Fahrrad, auf dem ich nach der Schule, wenn das Wetter es zuließ, jeden Nachmittag aufbrach, um irgendwo im Dorf herumzustreunen, nach Erfahrungen, Abenteuern zu suchen, hieß „Emma“. So wie die Lokomotive von Lukas in dem Buch, das ich Nachmittags auf den heißen Pflastersteinen liegend wieder und wieder verschlang. Das erste Motorrad, das den Radius deutlich vergrößerte, die „wilde Wutz“. Der kleine rote Golf. Vielleicht ist das so: Ein Gefährt wird zum Gefährten, wenn man mit ihm ganz neue Schritte ins Leben geht. Neue Wege beschreitet. Wenn man ihm neue Erfahrungen verdankt, Weite im Kopf. Und Stunden des Glücks.

Ich schaue mich unter Deck um. Die Fenster blieben im prasselnden Winterregen alle dicht. Draussen macht der Wind Geräusche wie ein dahinbrausender Zug, der sich in die Kurve neigt. Ein schrilles Pfeiffen zwischen den Wanten. Ein dumpfes Wummern vom Meer hinter der Mole. Hundertfaches Sirren und Schwirren in der Luft. Ein Rauschen und Branden, Levje, die in den Böen hin und herschwingt, dazwischen der brummende Ton einer Orgel. Levjes Mastfuß, der vibriert. Die Tausenderlei Töne, die schwächer werden, nur um gleich wieder anzuschwellen, das Sirren und Schwirren und Brummen und Pfeiffen, das über allem liegt im Dunkel. Und ich mittendrin, geborgen, behütet in der Unwirtlichkeit, in der mein kleines Schiff schwingt, während ich Wasser für einen Topf mit Penne aufsetze und mir eine der letzten griechischen Bierdosen öffne: Bin glücklich während ich im Cockpit sitze, und hinausschaue in die brausende Finsternis. 


„Das Leben eines Menschen ist, was seine Gedanken daraus machen.“ Der alte Kaiser, der das schrieb, hatte recht – im Guten wie im Schlechten. Ich stelle mir vor: Wie er diese Zeile im matten Licht einer Öllampe seinem Sekretär diktierte – der alte Kaiser lebte meist im Militärlager, ein Kaiser zwar, aber im Zelt, die zwanzig Jahre seiner Regierung fast nur in widrige Grenzkriege im Norden verwickelt. „Das Leben eines Menschen ist, was seine Gedanken daraus machen.“



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Mehr Geschichten vom Autor von MARE PIU: 


Ein Mann verliert seinen Job.
Aber statt zu resignieren, begibt er sich einfach auf sein kleines Segelboot.
Und reist in fünf Monaten: Von München nach Antalya.
Was passiert, wenn wir unser angestammtes Leben ändern?


Demnächst Vorträge in:

            Donnerstag, 31.3.2016, 19:30 Uhr: URANIA, Berlin                                                                                     
     An der Urania 17, 10787 Berlin, Tel. 030 218 90 91
Donnerstag 7.4.2016, 19:30 Uhr: GEOBUCH, München
Rosental 6, 80331 München, Tel. 089 265030


Demnächst der Film in:

Sonntag 10.4.2016, 11:00 Uhr: Kino im ANDREASSTADEL, Regensburg                           





MEIN BOOT IST MEIN ZUHAUSE: Die SWR 2-Sendung jetzt als Podcast hören.




MEIN BOOT IST MEIN ZUHAUSE ist der Titel des bei millemari. kürzlich erschienenen Buches darüber, wie man seinen Wohnsitz in Deutschland auf ein Boot verlegt. Und mit welchen Tricks und Kniffen man sich das Wohnen und Leben auf einem Boot erleichtern kann.

Mal kritische, mal hintergründige Fragen stellte der Journalist Burkhard Müller-Ullrich vom SÜDWESTFUNK seinen drei Gästen, die er zu seiner Sendung KAJÜTE STATT KAMIN. WIE WOHNT MAN AUF DEM WASSER? eingeladen hatte. Jeder der drei Gäste hatte im vergangenen Jahr mindestens neun Monate auf seinem Boot verbracht, hatte – der eine mit mehr, der andere mit weniger Kompromisslosigkeit – seinen Traum vom Leben auf dem Wasser erfüllt. Nicht aus Not, nicht aus Verzweiflung. Denn jeder der drei Gäste ist steht mitten im Leben, geht einer geregelten Tätigkeit „an Land“ nach. Das Boot also nicht als Sehnsuchtsort, sondern als bewusst gewählte Lebensform.

Wie die Diskussion lief, welche Aspekte beim Leben auf dem Boot zu beachten sind, können Sie jetzt selbst hören. Einfach reinklicken. Hier.

Und wer danach nicht glaubt, wie schön das Leben im Winter auf dem Boot sein kann, dem empfehle ich den einen oder anderen Post auf MARE PIU:



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Soeben bei millemari. erschienen:




Sehenswerte Bilder und Texte aus diesem Buch haben wir 
auf unserer millemari.-Bestellseite für Sie zusammengestellt. 
Klicken Sie rein.


… nicht vergessen: Wenn Ihnen dieser Post gefiel, klicken Sie bitte unten auf „Tolle Geschichte.“

Der Segler im Winter: Mallorca.





Und? Wissen wir noch, wie das ist, jetzt im späten Winter am Meer? Könnten wir das einfach beschreiben, wie das zugeht am Himmel und aussieht und sich anfühlt, wenn die Sonne das Meer alleine zurücklässt? Hätten wir sie noch alle drauf, all die Farben, wie sie sich über den langen langen Sonnenuntergang dahinziehen? Wissen wir noch, wie das ist, wenn der Himmel im Abendlicht
zu einer Kinoleinwand wird, über die ein Film ganz anderer Art flimmert? Versuchen wir mal, diesem Kinofilm beizuwohnen.

Zur Erinnerung: Jetzt im Winter, am späten Nachmittag, versinkt die Welt am Meer im Blau noch mehr als am Land. Und nur, was aufragt aus dem Meer, was sich dem letzten Licht des Abends entgegenstellt, ein Fels, ein wackeliger Steg, zwei gekreuzte Bretter, das leuchtet plötzlich auf wie eine rätselhafte Hieroglyphe.



Das leise Rauschen am Strand. Ein kalter Wind im Gesicht, der Frösteln macht. Geruch nach frischem  Tang. Wolken, die wie feine Finger über die ganze Weite des Himmels ausgreifen. Schwere Schuhe, die im Sand versinken. Der rote Turm, von dem niemand Ausschau hält und der doch dasteht: als würde er auf etwas sehnsüchtig warten, etwas heiß ersehntes, was übers Meer kommen wird. Ganz sicher.



Und während wir langsam zurück stapfen durch den Sand und der Erdboden immer mehr im Dunkel versinkt und der Himmel duftig immer heller wird und heller, bis er nur noch ein einziges Leuchten ist, weil der Rest der Welt im Dunkel versinkt, schießt mir ein Satz durch den Kopf, den ich im Flugzeug las, über den Wolken, und den ich festhalten möchte auf diesem Blog, weil er so passt, zu all dem:

„Man ist ja auch immer das Gegenteil dessen, was man ist.“






PS: Der kluge Satz: Der stammt von Künstlerin-Sängerin Laurie Anderson. Und er war an diesem Wochenende in ihrem Interview im lesenswerten SZ-Magazin LOS GEHTS. EIN FRAUENHEFT ÜBER DEN AUFBRUCH zu lesen.
Und der Himmel im Winter am Meer? Der ist ganz sicher noch da, wo er immer ist.
Der Himmel: Er kommt für alle, die nicht warten wollen, am Ende in meinem Buch und auch im Film EINMAL MÜNCHEN – ANTALYA, BITTE ausgiebig vor. Der Film läuft an diesem Wochenende
                      am Samstag, 19.3. im KURTHEATER in Tutzing
                      und am Sonntag 20.3. als Matinee im BREITWAND in Herrsching.

Und wer wiederum darauf nicht warten will: Den Film gibts samt Trailer bei www.segelfilme.de.



Mare Più. 2016-04-09 17:27:00






























Im Nachhinein und Hinterher klingt alles wie erfunden. Und doch ist jedes Wort wahr: Mein Film entstand wahrscheinlich genau in dem Moment, in dem mich zum ersten Mal die Faszination des „Auf dem Meer unterwegs seins“ voll erwischt hatte.

Es war 1998. Die Eltern meiner damaligen Freundin – Segler, Abenteuer-Urlauber alter Couleur mit drei Töchtern – hatten mich eingeladen. 1998 Segeln in
der südlichen Türkei. Ich willigte ein, nichtsahnend, was auf mich zukäme. Wir legten ab, und kaum hatten wir die Hafenmole von Marmaris erreicht, entfuhr mir ein Schrei, so wie ich am Vorstag stand. Ein Jubel. Irgendwie war es um mich geschehen. Etwas war in mein Leben getreten, was mich nie wieder verlassen würde.

Was es war: Dem versuche ich bis heute auf die Spur zu kommen. Seither bin ich segelnd auf dem Meer unterwegs. Die ersten 17 Jahre knappste ich die Zeit neben meinem Beruf ab. Von sechs Wochen Urlaub verbrachte ich jedes Jahr sieben auf dem Meer. Mindestens. Nach meinem zweiten oder dritten Törn trabte ich los und kaufte eine Kamera. Ich wollte einen Film machen, erzählen, was „das da draußen für eine phantastische Landschaft ist. Ich wollte weniger von dem erzählen, was Sportgazetten und Webseiten beherrscht, das „Schneller! Höher!! Weiter!!!“ von Regatten und Rennen. Nichts vom Kick, den „Speed“ vermitteln kann. Nichts über Beschleunigung. Stattdessen interessierten mich: Geschichten. Kleine Geschichten, wie man sie an jedem Wegrand findet.

„Freunde der Fünf-Meter-Wellen-Action,
Fans rauschender Gleitfahrten mit überspülten Decks,
Liebhaber hektischer Filmschnitte:
Ihr müsst jetzt ganz tapfer sein:
Dies ist kein Film für Euch!“
DIE SEGELREPORTER im Dezember 2015
über meinen Film.


Nein. Mein Film sollte über anderes gehen: Über das Langsame. Über die Schönheit, die man findet, wenn man die Nacht allein in einer einsamen Bucht verbringt. Über den Frieden, der sich an unwirtlichen Orten einstellt, wo man niemals vermutet hätte, ihn finden zu können. Zehn, zwanzig Seemeilen von der Küste entfernt, weit weit weg, wenn Land am Horizont verblasst. Irgendwo auf einer Ägäisinsel, wenn man hoch über dem Meer den Grat im Wind entlang wandert. Im Sonnenuntergang in der Wüste. Im Laden des lachenden, 92jährigen Herrn Michelakis auf Amorgos, der ähnlich wie das Haus meiner Großmutter mehr mit einer vergessenen Galaxie gemein hat als mit „Shop“ und „Shoppen“.


Allesamt sind dies vordergründig unwirtliche Orte. Und Reiseziele, die man in keinem Ferienprospekt fände. Es ist das, was überall sichtbar abseits am Wegrand liegt.


„… eröffnet dem Weltenbummler ganz wunderbare Traumziele,
auf die man bei üblicher Herangehensweise
schwerlich gekommen wäre.“
DIE YACHT im Juni 2015 über EINMAL MÜNCHEN – ANTALYA, BITTE. 


Der Film ist da. Und jetzt?
Habe ich natürlich Angst, dass die Zuschauer ihn nicht gut finden könnten. Mein Alptraum geht so: Am kommenden Sonntag, wenn der Film vorbei ist und im Kino P das Licht im Saal wieder angeht, schaue ich in die Gesichter der Zuschauer – und schaue in verhärtete, zu Stein gewordene Gesichter. Köpfe, die verneinend hin und hergehen. Es ist nicht auszuschließen. Es wäre mir arg. Denn: Mit seinen Kunden darf man alles machen, alles. Nur eines nicht: Sie langweilen.

„… ein Sehnsuchtsbuch par excellence.
Und ein echtes sinnliches Erlebnis.“
MÄRKISCHE ZEITUNG im Oktober 2015
über das Buch EINMAL MÜNCHEN – ANTALYA, BITTE.


Aber lassen wir uns einfach überraschen, was da kommt. Denn schließlich gilt: „Ein Boot im Hafen ist sicher. Aber dafür ist ein Boot nicht gemacht.“ So lautet das Schlusswort meines Films. Und das gilt auch für einen Film, an den man immer gedacht, ihn nie gemacht oder gar gezeigt hat.

„Absolut empfehlenswert!
Für Reisebegeisterte ist ‚Einmal München-Antalya, bitte!‘ definitiv zu empfehlen.“
RATGEBER.REISE. im Juni 2015


Und auch wenn dieser Film vordergründig ein Segelfilm ist, auch wenn mein heimlicher Held in diesem Film das Meer ist und jeder Moment im Film sich um die Sehnsucht nach dem Meer dreht: Es ist ein Reisefilm. Ein Film darüber, was passiert, wenn wir uns aufmachen. Was mit uns passiert, wenn wir unser Zuhause verlassen, aus unserer gewohnten Umgebung einfach herausgehen.

„Die Besonderheit des einstündigen Streifens
ist seine Ruhe. Eine Ruhe, die der Film
mit poetisch angehauchter Sprache und sinnlichen Bildern 
von Szene zu Szene eingehender vermittelt.“
SEGELREPORTER im Dezember 2015

Was erwartet man sich, wenn man einen Film macht? Die Mühen auf sich nimmt, Menschen motiviert, verpflichtet, dabei mitzumachen? Ruhm? Ehre? Geld? Sicher nicht. Dafür ist dieser Film mit einfachen Mitteln gedreht. Filmmusik, Schnitt und Ton haben echte Film-Profis übernommen, das ja. Sie werden im Kino P auch mit dabei sein.
Nein. Was ich mir wünsche, ist, dass dieser Film sein Publikum erreicht – diejenigen, denen er ein Lächeln entlockt. Das wäre schon sehr viel.


EINMAL MÜNCHEN – ANTALYA läuft zunächst in folgenden Kinos – ich hoffe, es werden noch mehr:

Sonntag, 14.2.2016    11.00 und 18.00 Kino P, Penzberg
Sonntag, 21.2.2016    10.30 Kino im Griesbräu, Murnau
Sonntag, 21.2.2016    13.00 KurTheater, Tutzing

sowie in Ausschnitten auf folgenden Veranstaltungen

Samstag, 13.2.2016    15.00 F.R.E.E. München auf dem MITTELMEER SKIPPER-TREFFEN.
Donnerstag, 31.3.16   19.00 URANIA Berlin

Zum Trailer des Films? Gehts hier lang!


Special Thanks an die vielen Menschen, 
ohne die EINMAL MÜNCHEN – ANTALYA, BITTE
nie entstanden wäre. Und an
Susanne Guidera, www.concepts4u.de 
für ihre perfekte Pressearbeit 
für Buch und Film.




Der Segler im Winter: Unterwegs in Berlin.





Nein, am Meer liegt es nicht. Und Sterne hat es auch keine abbekommen im Gault Milliau. Es ist einfach nur eines von diesen Lokalen irgendwo in Berlin, in einer Seitenstraße, irgendwo in Schöneberg.

Ein Restaurant ist es im eigentlichen Sinn, wegen der langen Speisekarte hätte es die Bezeichnung allein schon verdient, aber dafür fehlt dann wieder der Hauch von Noblesse und Tütteltüh, der im Wort „Restaurant“ nun mal
mitschwingt. Gäbe es dies Wort noch unter den ungezählten Worten, die das Deutsche kennt für „Orte, an denen man isst“: Würde ich DIE FEINBÄCKEREI am ehesten als „Taverne“ nennen.

Eine Taverne: Eben so ein Ort wie DIE FEINBÄCKEREI. Ein Ort, an dem man an einem klammkalten Wintertag gerne durch die bimmelnde Eingangstür (sie bimmelt nicht wirklich!) ins warme Innere tritt, sich durch den schweren Filzvorhang, der Unbill, Kälte draußen hält, ins Innere wühlt. Den schweren Mantel ablegt und sich nach anstrengendem Tag einfach der wohligen Wärme am Wirtshaustisch ergibt. Und sich die Speisekarte angelt. Was die wohl hergibt? Davon später.

Mein Faible für Berliner Institutionen dieser Art rührt von einem Niederländer, ausgerechnet. Es war Cees Nooteboom, der in seinem in wunderbarer Sprache gereiftem Roman ALLERHEILIGEN genau dieser Sorte von Berliner Taverne ein Denkmal setzte. Vier Intellektuelle aus drei Ländern, die in eiskalter Winternacht in einer pfälzischen Weinstube in Berlin aufeinandertreffen. Und über Pfälzer Saumagen, Hefe, Rotschimmelkäse, Blut- und Leberwürsten und Pfälzerwein über den Zustand der Welt und der Wurst im besonderen sinnieren. Dies Sinnieren lässt Cees Noteboom lange währen: Eine traurige russische Physikerin im Pelz kommt darin vor, ein deutscher Bildhauer, der der Tafelrunde mit gewichtigem Wort vorsteht, und der Held des Romans Arthur Dahne, Niederländer wie sein Schöpfer, ein Mann, der Frau und Kind bei einem Flugzeugabsturz verlor, und damit alles. Drei, vier Gestalten, gespült vom Leben an irgendein Gestade, irgendwie am Ende ihrer Geschichte und doch im Lot – ich liebe die Helden des Cees Nooteboom. Und nicht einmal der Tod eines weiteren Gastes, der in ihrem Beisein selig lächelnd über seinem Glas Pfalzwein entschläft, könnte sie noch aus der Bahn werfen.


So ein Ort ist DIE FEINBÄCKEREI. Und solche Orte gibt es nur in Berlin. Die Speisekarte verkündet Handfestes: Kässpatzen. Und gschmelzte Maultaschen. Und Maultaschen in Mangold und getrockneten Tomaten. Und Maultaschen in Gorgonzolasauce. Am Ende „Ebbs zum Veschbra“ und: „Ebbes Siass!“ Davor noch einmal Kässpatzen, in dreierlei Variation. Und „Saidewirscht“ – Spätzle und Linsen und Wiener. Und dann: Auch Spätzle mit Bratensoße – was ich als Kind oft aß, ich mochte nun mal kein Fleisch, meine schwäbische Großmutter, die mir den Teller vorsetzte und zu den streng blickenden Eltern hin raunzte: „Duand‘ des Buale edd so ploga!“ Mehr Geborgenheit, mehr Heimat kann es in einem Leben nicht geben.

Womit wir dann auch beim Thema wären. An den Wänden wartet DIE FEINBÄCKEREI mit allerhand Fotografien auf. Sie alle drehen sich um eine Kindheit in Deutschland nach dem Krieg – eben in einer Feinbäckerei. Ich kann nicht sagen, wo der Ort dieser Feinbäckerei ist: Ob in Berlin oder irgendwo im Nachkriegs-Schwaben. Aber die Feinbäckerei: Sie spielt auf jedem Foto eine Rolle. Sie ist der heimliche Held auf jeder Fotografie, der Ort, an dem – wer auch immer – genau dies getan hat: „Die glücklichen Spiele der Kindheit gespielt.“ Vor dem Laden auf der Straße herumgelungert, die ersten Schritte gemacht im Leben, wirklich die allerersten.









Herumgehangen in der Backstube bei den Gesellen. Der Vater voll Stolz, hält ihn bang, er könnte fallen, der Sohn. Vor dem Laden dann wieder herumgehangen mit 15, mit 16, Tante und Schwester vor der Ladentüre, es ist Sommer, die langen, langen Beine in einer noch kürzeren Hose, damals Mangel, heute uncool. Und der blecherne grüne Kasten mit den Pfefferminzbonbons darin, VIVIL, wer hatte sich das bloß ausgedacht, mit Pfefferminzbonbons aus grünen Blechkästen gnadenlos das ganze Land überziehen?


Nein, nein: Cees Nooteboom hat da schon Recht. Dem Segler im Winter in einer Welt, die irgendwie jeden Tag aufs Neue außer Rand und Band zu geraten scheint, kann ein Ort, an dem es etwas zu Essen gibt, schon etwas Geborgenheit und Trost schenken. Aber nur, wenn die Kneipe im Winter und in Berlin steht.



DIE FEINBÄCKEREI mit ihrer lesenswerten Speisekarte und ihren vielen Kässpatzen? Die gibt es wirklich. Hier.





EINMAL MÜNCHEN-ANTALYA – heute live bei GEOBUCH München. Oder: Vom langsamen Reisen.

… die Reste dessen, was vom Theater im römischen Myra überlebt hat: Die Minen von Schauspielern.
Es gibt vielfältige Gründe, warum wir reisen. Und warum wir hinterher darüber den Mund aufreißen über das, was wir erlebt haben, noch mehr. Egal, wie immer man reist, ob pauschal oder „all inclusive“ oder „individual“: Irgendetwas verändert sich. Der Alltag ist, zumindest am ersten Tag danach, ein anderer. Wir sehen unsere Welt danach mit anderen, weit aufgerissenen Augen – auch wenn der Effekt im Büro oder sonstiger Alltagsroutine nach einem Tag meist verschwunden ist. „Unsere“ Welt hat uns dann wieder. „Urloub“: Im Deutsch des Mittelalters ist das Wort eng verwandt mit „sich Erlaubnis nehmen“. Der Urlaub war also noch nie die Regel, wollte man ihn, musste man sich „Erlaub“-nis holen – von wem auch immer. Mir hat das eigentlich nie eingeleuchtet, schon als Kind nicht, am Ende der großen Sommerferien. Ich habe mich lange gefragt und tue das bis heute: „Wie stellt man es an, eigentlich immer Urlaub, ja: „Erlaubnis“ zu haben?“ Genug der Wort- und Gedankenspiele, der Bekenntnisse. Heute Abend werde ich über meine Reise von München nach Antalya erzählen: Und das ist für mich schon ein besonderes Highlight. Denn schließlich ist GEOBUCH immer ein traditioneller Ort des Aufbruchs, ein Ort, an den ich ging bei x Reisevorbereitungen. Wenn Sie also, wie das Pärchen, das ich vergangene Woche bei meinem Vortrag in der Berliner URANIA kennenlernte und das von Berlin nach Antalya mit dem Motorrad möchte, wenn Sie also das Fernweh plagt und zwickt: Dann freue ich mich, wenn Sie heute Abend im Publikum sitzen. Denn ums Fernweh, um Nisomanie (die Inselsucht) und Leben am Meer wird’s gehen. Und darum, dass wir unserem Fernweh öfter mal „Erlaubnis“ geben sollten.
Und für alle, die Fernweh & Meeres-Sehnsucht jetzt gleich befeuern wollen:
 
Ein Mann verliert seinen Job.
Aber statt zu resignieren, begibt er sich einfach auf sein kleines Segelboot.
Und reist in fünf Monaten: Von München nach Antalya.
Was passiert, wenn wir unser angestammtes Leben ändern?

Demnächst Vorträge in:

            Donnerstag, 31.3.2016, 19:30 Uhr: URANIA, Berlin                                                                                           An der Urania 17, 10787 Berlin, Tel. 030 218 90 91
Donnerstag 7.4.2016, 19:30 Uhr: GEOBUCH, München
Rosental 6, 80331 München, Tel. 089 265030

Kommenden Sonntag der Film im Kino in:

Sonntag 10.4.2016, 11:00 Uhr: Kino im ANDREASSTADEL, Regensburg   Im Download. Als DVD. Hier.

In Sizilien. Auf dem Boot. Im Gründonnerstags-Sturm.

Und irgendwie hatte ich es wieder nicht hingekriegt. Hatte es einfach nicht gemacht. Hatte das, was wichtig ist, einfach aus den Augen verloren. Ich hatte mir vorgenommen: „Im Winter mindestens einmal pro Monat am Meer.“ Auf LEVJE, die jetzt im Süden Siziliens im Hafen von Marina di Ragusa liegt. Nicht weniger als eine Woche. Mindestens.  Aber wie das Leben so läuft: Ein netter Winter in Oberbayern. Eine spannende Aufgabe in Berlin.  Und weg ist der gute Vorsatz. Aus „Mindestens einmal monatlich“ wurde flugs „kein einziges Mal in vier Monaten.“ Mein Leben war spannend. Doch ich scharrte mit den Hufen, endlich, endlich in diesem Winter wieder auf mein Schiff zu kommen. Ich spürte, wie mein Schiff an den Leinen ruckte, ein Lebewesen erwacht in den Winterstürmen Siziliens. Nachts lag ich wach: „Schwimmt sie noch?“ Heute war es soweit. Früh aufgestanden, die letzten Dinge im Seesack verstaut, proppenvoll mit Werkzeug, Schrauben, Bolzen, Plastikflaschen voll „Harz & Härter“. Zwei Beutel mit Ostereiern, meine Lieblingssorte, die mir Katrin neben den Seesack legt. Minuten später stehe ich allein am Bahnhof, en Seesack geschultert, mein Schritt ist federleicht, obwohl der Seesack zusammen mit dem kleinen Rucksack für meine elektronische Ausrüstung mehr als 20 Kilo wiegt. Rollkoffer? Nein. Ich spüre es nicht, das Gewicht, weil andere Gewichte heute morgen von mir abfallen, während ich im lichtlosen Grau auf dem Bahnsteig stehe, beim Umsteigen nehme ich zwei Stufen auf einmal. Das Herz: es hüpft.
Der kleine Militärflughafen weit weit im Westen, von dem die Maschinen mit der aufgemalten gelben Harfe abheben. Noch nie bin ich mit RYANAIR geflogen, es ist eine verflixte Gängelei, vorher und während wir abgefertigt werden. Gedrängel und Gegängel im Wechsel, eingepfercht sein – da hilft auch kein noch so flotter Marketing-Refrain. Ein Massenprodukt, das mit Massen gefüllt sein will, sonst funktioniert es nicht, ich überlege, wie man – eingepfercht und nicht nur der Beinfreiheit beraubt, dieser Art von Massentransport, es ist ja nichts anderes, Positives abgewinnen könnte. Ich schließe die Augen. Schlafen ist gut. Der Blick aus dem Fenster auf die Weite der Berge – ja der entschädigt.
 
Anflug auf Palermo. Als die Wolken aufreissen, sagt jemand hinter mir: „Merkwürdig. Ich sehe Schnee. Und Berge.“ Doch was aus der Luft wie Schnee aussieht, ist Gischt. Wind, der tief unter uns auf dem Meer Wellen aufwirft, Gischt, die von hoch oben weiß aussieht, wenn Kämme brechen. Und tatsächlich. In Palermo weht es. Wie fast immer, liegt der Flughafen einer Insel am Meer, beim Aussteigen warnt der Purser, dass man aufpassen solle, „heavy gusts outside“. Als ich aussteige, galoppieren graue Wolkenfetzen über den Berg, der archaisch hinter dem Rollfeld aufragt. Pfützen, die flirren, als lägen sie unter einem Triebwerk. Der Autoverleiher, ein netter Rothaariger, der versucht, mir noch für 170 € eine Extra-Versicherung anzudrehen. Nettes Palaver. Italien. Ich rolle durch die Dämmerung. In Palermo Stau, es ist sechs, dann auf der Autobahn Richtung Süden. Windboen treiben meinen Kleinwagen immer wieder aus der Spur, aber sie lassen etwas nach. Regenschauer, kein Mittelmeer-Regen, eher feines Gesprühe. Meerwetter. Atlantikwetter. Zwischen den Bergen kurz der Vollmond, der zwischen jagenden Wolken sich zeigt. Als ich ihn sehe, weiß ich wieder, wie richtig es ist, immer wieder aufzubrechen, genau das und dies hier zu suchen, und wenn es nur für Tage, Stunden ist. Freude, die beim Anblick des Mondes wie ein Blitz durch mich zieht. Die letzten Kilometer, ein Gekurve durch düstere Wälder von Schilf, lange Halme, die sich im Wind biegen, wenn der Scheinwerfer des Wagens sie fasst. Als ich endlich den Hafen erreiche, ist es mondlos, wolkenverhangen, Finsternis. Eigentlich wollte ich noch etwas essen gehen, aber die Sorge um mein Boot treibt mich gleich zum Hafen, jetzt um neun ist eh fast alles zu. Marina di Ragusa, Ferienort. Winterschlaf. Fetzen von Planen, die von Zäunen wehen. Dann stehe ich endlich vor LEVJE. Sieht alles gut aus, von der Pier. Die Persenning bläht sich und bauscht im heftigen Nordwest, ein Brausen in den Masten. Ein paar ausgerissene Zeisinge, es muss heftig geweht haben hier die letzten Monate, die Trikolore, die ich neu im Herbst aufzog, sie ist in der Dunkelheit reduziert auf „Uno Colore“. Der Rest: verweht, vom Wind zerzaust, zerfasert, zerstoben. Ich klettere an Bord. Fühlt sich so gut an, der gewohnte Tritt am Bug in den Bügelanker, in einem Schwung hinauf mit dem Seesack auf den Rücken in den Bugkorb, LEVJE schwingt freundlich in einer Böe nach Steuerbord. „Guten Tag.“ Mein Gesicht ein dümmliches Grinsen, ich freue mich einfach nur, als wäre es Weihnachten, wieder hier zu sein. Schnell das Steckschot geöffnet. Ich tappe im Dunkel nach unten, jedes Mal erwarte ich, im Dunkel mit den Füßen in eisiges Schwappen zu tauchen, weil ein Bordverschluss leise aufgab, im Winter. Aber alles ist trocken. Ich taste im Dunkel nach dem Hauptschalter, drehe kurz den Knochen. Licht springt an, ich habe beim Weggehen vorbereitet, dass alle Lichter gleichzeitig angehen. Mein erster Blick: Alles gut, alles trocken. Batterien so la-la. Nur die Kartoffeln in der Bilge habe Triebe bekommen, ich dachte ja im späten Dezember, gleich wär’ ich wieder da. Alles trocken. Alles gut. Freude packt mich, wieder auf meinen Boot zu sein, Freude, tief kindlich und kindisch zugleich, ich streichle LEVJEs Mastfuß, wie immer, wenn ich komme, wenn ich gehe. Die Beziehung eines Menschen zu seinem Gefährt: Sie ist bemerkenswert immer dann, wenn es nicht um „ es Haben“, sondern um „damit etwas Machen“ geht. Natürlich handelt es sich ja alles nur um ein paar industriell gefertigter und montierter Teile, Glas, Harz, Härter, Alu und Holz, im Wesentlichen. Aber zu jedem wichtigen Gefährt hatte ich auch immer eine besondere Beziehung. Mein erstes Fahrrad, auf dem ich nach der Schule, wenn das Wetter es zuließ, jeden Nachmittag aufbrach, um irgendwo im Dorf herumzustreunen, nach Erfahrungen, Abenteuern zu suchen, hieß „Emma“. So wie die Lokomotive von Lukas in dem Buch, das ich Nachmittags auf den heißen Pflastersteinen liegend wieder und wieder verschlang. Das erste Motorrad, das den Radius deutlich vergrößerte, die „wilde Wutz“. Der kleine rote Golf. Vielleicht ist das so: Ein Gefährt wird zum Gefährten, wenn man mit ihm ganz neue Schritte ins Leben geht. Neue Wege beschreitet. Wenn man ihm neue Erfahrungen verdankt, Weite im Kopf. Und Stunden des Glücks. Ich schaue mich unter Deck um. Die Fenster blieben im prasselnden Winterregen alle dicht. Draussen macht der Wind Geräusche wie ein dahinbrausender Zug, der sich in die Kurve neigt. Ein schrilles Pfeiffen zwischen den Wanten. Ein dumpfes Wummern vom Meer hinter der Mole. Hundertfaches Sirren und Schwirren in der Luft. Ein Rauschen und Branden, Levje, die in den Böen hin und herschwingt, dazwischen der brummende Ton einer Orgel. Levjes Mastfuß, der vibriert. Die Tausenderlei Töne, die schwächer werden, nur um gleich wieder anzuschwellen, das Sirren und Schwirren und Brummen und Pfeiffen, das über allem liegt im Dunkel. Und ich mittendrin, geborgen, behütet in der Unwirtlichkeit, in der mein kleines Schiff schwingt, während ich Wasser für einen Topf mit Penne aufsetze und mir eine der letzten griechischen Bierdosen öffne: Bin glücklich während ich im Cockpit sitze, und hinausschaue in die brausende Finsternis. „Das Leben eines Menschen ist, was seine Gedanken daraus machen.“ Der alte Kaiser, der das schrieb, hatte recht – im Guten wie im Schlechten. Ich stelle mir vor: Wie er diese Zeile im matten Licht einer Öllampe seinem Sekretär diktierte – der alte Kaiser lebte meist im Militärlager, ein Kaiser zwar, aber im Zelt, die zwanzig Jahre seiner Regierung fast nur in widrige Grenzkriege im Norden verwickelt. „Das Leben eines Menschen ist, was seine Gedanken daraus machen.“
 
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Mehr Geschichten vom Autor von MARE PIU: 
 
 
Ein Mann verliert seinen Job.
Aber statt zu resignieren, begibt er sich einfach auf sein kleines Segelboot.
Und reist in fünf Monaten: Von München nach Antalya.
Was passiert, wenn wir unser angestammtes Leben ändern?

Demnächst Vorträge in:

            Donnerstag, 31.3.2016, 19:30 Uhr: URANIA, Berlin                                                                                           An der Urania 17, 10787 Berlin, Tel. 030 218 90 91
Donnerstag 7.4.2016, 19:30 Uhr: GEOBUCH, München
Rosental 6, 80331 München, Tel. 089 265030

 

Demnächst der Film in:

Sonntag 10.4.2016, 11:00 Uhr: Kino im ANDREASSTADEL, Regensburg                           
 
 
 

Der Segler im Winter: Ein Abend, nur einer, am Meer.



Und? Wissen wir noch, wie das ist, jetzt im späten Winter am Meer? Könnten wir das einfach beschreiben, wie das zugeht am Himmel und aussieht und sich anfühlt, wenn die Sonne das Meer alleine zurücklässt? Hätten wir sie noch alle drauf, all die Farben, wie sie sich über den langen langen Sonnenuntergang dahinziehen? Wissen wir noch, wie das ist, wenn der Himmel im Abendlicht zu einer Kinoleinwand wird, über die ein Film ganz anderer Art flimmert? Versuchen wir mal, diesem Kinofilm beizuwohnen.

Zur Erinnerung: Jetzt im Winter, am späten Nachmittag, versinkt die Welt am Meer im Blau noch mehr als am Land. Und nur, was aufragt aus dem Meer, was sich dem letzten Licht des Abends entgegenstellt, ein Fels, ein wackeliger Steg, zwei gekreuzte Bretter, das leuchtet plötzlich auf wie eine rätselhafte Hieroglyphe.



Das leise Rauschen am Strand. Ein kalter Wind im Gesicht, der Frösteln macht. Geruch nach frischem  Tang. Wolken, die wie feine Finger über die ganze Weite des Himmels ausgreifen. Schwere Schuhe, die im Sand versinken. Der rote Turm, von dem niemand Ausschau hält und der doch dasteht: als würde er auf etwas sehnsüchtig warten, etwas heiß ersehntes, was übers Meer kommen wird. Ganz sicher.



Und während wir langsam zurück stapfen durch den Sand und der Erdboden immer mehr im Dunkel versinkt und der Himmel duftig immer heller wird und heller, bis er nur noch ein einziges Leuchten ist, weil der Rest der Welt im Dunkel versinkt, schießt mir ein Satz durch den Kopf, den ich im Flugzeug las, über den Wolken, und den ich festhalten möchte auf diesem Blog, weil er so passt, zu all dem:

„Man ist ja auch immer das Gegenteil dessen, was man ist.“






PS: Der kluge Satz: Der stammt von Laurie Anderson. Und er war an diesem Wochenende in ihrem Interview im lesenswerten SZ-Magazin LOS GEHTS. EIN FRAUENHEFT ÜBER DEN AUFBRUCH zu lesen.
Und der Himmel im Winter am Meer? Der ist ganz sicher noch da, wo er immer ist.
Der Himmel: Er kommt für alle, die nicht warten wollen, am Ende in meinem Buch und auch im Film EINMAL MÜNCHEN – ANTALYA, BITTE ausgiebig vor. Der Film läuft an diesem Wochenende
                      am Samstag, 19.3. im KURTHEATER in Tutzing
                      und am Sonntag 20.3. als Matinee im BREITWAND in Herrsching.



Der Segler im Winter: Unterwegs in Berlin.



Nein, am Meer liegt es nicht. Und Sterne hat es auch keine abbekommen im Gault Milliau. Es ist einfach nur eines von diesen Lokalen irgendwo in Berlin, in einer Seitenstraße, irgendwo in Schöneberg.

Ein Restaurant ist es im eigentlichen Sinn, wegen der langen Speisekarte hätte es die Bezeichnung allein schon verdient, aber dafür fehlt dann wieder der Hauch von Noblesse und Tütteltüh, der im Wort „Restaurant“ nun mal mitschwingt. Gäbe es dies Wort noch unter den ungezählten Worten, die das Deutsche kennt für „Orte, an denen man isst“: Würde ich DIE FEINBÄCKEREI am ehesten als „Taverne“ nennen.

Eine Taverne: Eben so ein Ort wie DIE FEINBÄCKEREI. Ein Ort, an dem man an einem klammkalten Wintertag gerne durch die bimmelnde Eingangstür (sie bimmelt nicht wirklich!) ins warme Innere tritt, sich durch den schweren Filzvorhang, der Unbill, Kälte draußen hält, ins Innere wühlt. Den schweren Mantel ablegt und sich nach anstrengendem Tag einfach der wohligen Wärme am Wirtshaustisch ergibt. Und sich die Speisekarte angelt. Was die wohl hergibt? Davon später.

Mein Faible für Berliner Institutionen dieser Art rührt von einem Niederländer, ausgerechnet. Es war Cees Nooteboom, der in seinem in wunderbarer Sprache gereiftem Roman ALLERHEILIGEN genau dieser Sorte von Berliner Taverne ein Denkmal setzte. Vier Intellektuelle aus drei Ländern, die in eiskalter Winternacht in einer pfälzischen Weinstube in Berlin aufeinandertreffen. Und über Pfälzer Saumagen, Hefe, Rotschimmelkäse, Blut- und Leberwürsten und Pfälzerwein über den Zustand der Welt und der Wurst im besonderen sinnieren. Dies Sinnieren lässt Cees Noteboom lange währen: Eine traurige russische Physikerin im Pelz kommt darin vor, ein deutscher Bildhauer, der der Tafelrunde mit gewichtigem Wort vorsteht, und der Held des Romans Arthur Dahne, Niederländer wie sein Schöpfer, ein Mann, der Frau und Kind bei einem Flugzeugabsturz verlor, und damit alles. Drei, vier Gestalten, gespült vom Leben an irgendein Gestade, irgendwie am Ende ihrer Geschichte und doch im Lot – ich liebe die Helden des Cees Nooteboom. Und nicht einmal der Tod eines weiteren Gastes, der in ihrem Beisein selig lächelnd über seinem Glas Pfalzwein entschläft, könnte sie noch aus der Bahn werfen.


So ein Ort ist DIE FEINBÄCKEREI. Und solche Orte gibt es nur in Berlin. Die Speisekarte verkündet Handfestes: Kässpatzen. Und gschmelzte Maultaschen. Und Maultaschen in Mangold und getrockneten Tomaten. Und Maultaschen in Gorgonzolasauce. Am Ende „Ebbs zum Veschbra“ und: „Ebbes Siass!“ Davor noch einmal Kässpatzen, in dreierlei Variation. Und „Saidewirscht“ – Spätzle und Linsen und Wiener. Und dann: Auch Spätzle mit Bratensoße – was ich als Kind oft aß, ich mochte nun mal kein Fleisch, meine schwäbische Großmutter, die mir den Teller vorsetzte und zu den streng blickenden Eltern hin raunzte: „Duand‘ des Buale edd so ploga!“ Mehr Geborgenheit, mehr Heimat kann es in einem Leben nicht geben.

Womit wir dann auch beim Thema wären. An den Wänden wartet DIE FEINBÄCKEREI mit allerhand Fotografien auf. Sie alle drehen sich um eine Kindheit in Deutschland nach dem Krieg – eben in einer Feinbäckerei. Ich kann nicht sagen, wo der Ort dieser Feinbäckerei ist: Ob in Berlin oder irgendwo im Nachkriegs-Schwaben. Aber die Feinbäckerei: Sie spielt auf jedem Foto eine Rolle. Sie ist der heimliche Held auf jeder Fotografie, der Ort, an dem – wer auch immer – genau dies getan hat: „Die glücklichen Spiele der Kindheit gespielt.“ Vor dem Laden auf der Straße herumgelungert, die ersten Schritte gemacht im Leben, wirklich die allerersten.









Herumgehangen in der Backstube bei den Gesellen. Der Vater voll Stolz, hält ihn bang, er könnte fallen, der Sohn. Vor dem Laden dann wieder herumgehangen mit 15, mit 16, Tante und Schwester vor der Ladentüre, es ist Sommer, die langen, langen Beine in einer noch kürzeren Hose, damals Mangel, heute uncool. Und der blecherne grüne Kasten mit den Pfefferminzbonbons darin, VIVIL, wer hatte sich das bloß ausgedacht, mit Pfefferminzbonbons aus grünen Blechkästen gnadenlos das ganze Land überziehen?


Nein, nein: Cees Nooteboom hat da schon Recht. Dem Segler im Winter in einer Welt, die irgendwie jeden Tag aufs Neue außer Rand und Band zu geraten scheint, kann ein Ort, an dem es etwas zu Essen gibt, schon etwas Geborgenheit und Trost schenken. Aber nur, wenn die Kneipe im Winter und in Berlin steht.



DIE FEINBÄCKEREI mit ihrer lesenswerten Speisekarte und ihren vielen Kässpatzen? Die gibt es wirklich. Hier.





Mare Più. 2016-02-07 00:31:00






























Im Nachhinein und Hinterher klingt alles wie erfunden. Und doch ist jedes Wort wahr: Mein Film entstand wahrscheinlich genau in dem Moment, in dem mich zum ersten Mal die Faszination des „Auf dem Meer unterwegs seins“ voll erwischt hatte.

Es war 1998. Die Eltern meiner damaligen Freundin – Segler, Abenteuer-Urlauber alter Couleur mit drei Kindern – hatten mich eingeladen, doch mit ihnen in der südlichen Türkei segeln zu gehen. Ich willigte ein, nichtsahnend, was auf mich zukäme. Wir legten ab, und kaum hatten wir die Hafenmole von Marmaris erreicht, entfuhr mir ein Schrei, so wie ich am Vortag stand. Ein Jubel. Irgendwie war es um mich geschehen.

Was es war: Dem versuche ich bis heute auf die Spur zu kommen. Seither bin ich segelnd auf dem Meer unterwegs. Zuerst knappste ich die Zeit neben meinem Beruf ab. Von meinen sechs Wochen Urlaub habe ich jedes Jahr sieben Wochen auf dem Meer verbracht. Mindestens. Nach meinem zweiten oder dritten Törn trabte ich los und kaufte eine Kamera. Ich wollte einen Film machen, was dieses Segeln für mich ist. Nichts von alledem, was Sportgazetten und Webseiten beherrscht, das „Schneller! Höher!! Weiter!!!“ des Regattasports oder des VOLVO OCEAN RACE. Nichts vom Kick, den „Speed“ vermitteln kann. Nichts über Beschleunigung.

„Freunde der Fünf-Meter-Wellen-Action,
Fans rauschender Gleitfahrten mit überspülten Decks,
Liebhaber hektischer Filmschnitte:
Ihr müsst jetzt ganz tapfer sein:
Dies ist kein Film für Euch!“
DIE SEGELREPORTER im Dezember 2015
über meinen Film.


Nein. Mein Film sollte über etwas anderes gehen: Über das langsame. Über die Ruhe, die man findet, wenn man die Nacht allein in einer einsamen Bucht verbringt. Über den Frieden, der sich an unwirtlichen Orten einstellt, wo man niemals vermutet hätte, ihn finden zu können. Zehn, zwanzig Seemeilen von der Küste entfernt, weit weit weg, wenn Land am Horizont verblasst. Irgendwo auf einer Ägäisinsel, wenn man hoch über dem Meer den Grat im Wind entlang wandert. Im Laden des lachenden, 92jährigen Herrn Michelakis auf Amorgos, der ähnlich wie das Haus meiner Großmutter mehr mit einer vergessenen Galaxie gemein hat als einem „Shop“.


Allesamt sind dies scheinbar unwirtliche Orte. Und doch auch Reiseziele, die man in keinem Ferienprospekt fände. Und auch nicht für noch so viel Geld buchen könnte.


„… eröffnet dem Weltenbummler ganz wunderbare Traumziele,
auf die man bei üblicher Herangehensweise
schwerlich gekommen wäre.“
DIE YACHT über EINMAL MÜNCHEN – ANTALYA, BITTE. 


Der Film ist da. Und jetzt?
Habe ich natürlich Angst, dass Leute ihn nicht gut finden. Mein Alptraum geht so: Am kommenden Sonntag, wenn der Film vorbei ist und das Licht im Saal wieder angeht, schaue ich in die Gesichter der Zuschauer – und schaue in verhärtete, zu Stein gewordene Gesichter. Köpfe, die verneinend hin und hergehen. Es ist nicht auszuschließen. Es wäre mir arg. Denn: Mit seinen Kunden darf man alles machen, alles. Nur eines nicht: Sie langweilen.

„… ein Sehnsuchtsbuch par excellence.
Und ein echtes sinnliches Erlebnis.“
MÄRKISCHE ZEITUNG im Oktober 2015
über das Buch EINMAL MÜNCHEN – ANTALYA, BITTE.


Aber lassen wir uns einfach überraschen, was da kommt. Denn schließlich gilt: „Ein Boot im Hafen ist sicher. Aber dafür ist ein Boot nicht gemacht.“ So lautet das Schlusswort meines Films. Und das gilt auch für einen Film, an den man immer gedacht, ihn nie gemacht oder gezeigt hat.

„Absolut empfehlenswert!
Für Reisebegeisterte ist ‚Einmal München-Antalya, bitte!‘ definitiv zu empfehlen.“
RATGEBER.REISE. im Juni 2015


Und auch wenn dieser Film vordergründig ein Segelfilm ist, auch wenn mein heimlicher Held in diesem Film das Meer ist und jeder Moment im Film sich um die Sehnsucht nach dem Meer dreht: Es ist ein Reisefilm. Ein Film darüber, was passiert, wenn wir uns aufmachen.

„Die Besonderheit des einstündigen Streifens
ist seine Ruhe. Eine Ruhe, die der Film
mit poetisch angehauchter Sprache und sinnlichen Bildern 
von Szene zu Szene eingehender vermittelt.“
SEGELREPORTER im Dezember 2015

EINMAL MÜNCHEN – ANTALYA läuft zunächst in folgenden Kinos – ich hoffe, es werden noch mehr:

Sonntag, 14.2.2016    11.00 und 13.00 Kino P, Penzberg
Sonntag, 21.2.2016    10.30 Kino im Griesbräu, Murnau
Sonntag, 21.2.2016    13.00 KurTheater, Tutzing

sowie in Ausschnitten auf folgenden Veranstaltungen

Samstag, 13.2.2016    15.00 F.R.E.E. München auf dem MITTELMEER SKIPPER-TREFFEN.
Donnerstag, 31.3.16   19.00 URANIA Berlin

Zum Trailer des Films? Gehts hier lang!


Special Thanks an die vielen Menschen, 
ohne die EINMAL MÜNCHEN – ANTALYA, BITTE
nie entstanden wäre. Und an
Susanne Guidera, www.concepts4u.de 
für ihre perfekte Pressearbeit 
für Buch und Film.




MEIN BOOT IST MEIN ZUHAUSE: Eine Diskussion heute Abend im Hörfunk in SWR 2.

MEIN BOOT IST MEIN ZUHAUSE ist der Titel des bei millemari. kürzlich erschienenen Buches darüber, wie man seinen Wohnsitz in Deutschland auf ein Boot verlegt und mit welchen Tricks und Kniffen man sich das Wohnen und Leben auf einem Boot erleichtern kann. Ganz andere und nicht immer unvoreingenommene Fragen stellte der Journalist Burkhard Müller-Ullrich vom SÜDWESTFUNK seinen drei Gästen, die er zu seiner Sendung KAJÜTE STATT KAMIN. WIE WOHNT MAN AUF DEM WASSER? eingeladen hatte. Jeder der drei Gäste hatte im vergangenen Jahr mindestens neun Monate auf seinem Boot verbracht, hatte – der eine mit mehr, der andere mit weniger Kompromisslosigkeit – seinen Traum vom Leben auf dem Wasser erfüllt. Nicht aus Not, nicht aus Verzweiflung. Denn keiner der drei Gäste ist Aussteiger, sondern alle stehen mitten im Leben, gehen einer geregelten Tätigkeit „an Land“ nach. Das Boot also nicht als Traumvehikel für Aussteiger, die noch nie eingestiegen waren oder nie wieder einsteigen werden, sondern als bewusst gewählte alternative Lebensform. Und so stand der Moderator einer Phalanx aus Überzeugungstätern gegenüber, die jeden Anflug von „Ist das nicht bloß Camping auf dem Wasser?“ und „Wird das denn nicht eng mit der Zeit auf so einem Boot?“ ein ums andere Mal mit einem „Neeeeiiiiiiin“ aus drei Kehlen abschmetterte. Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Talkrunde verlief nicht nur harmonisch – und man hätte aus dem Grundkonflikt, der sich aus den Fragestellungen des Moderators ergab, noch weitaus mehr Feuer legen können. Schwebte doch über dem ganzen einstündigen Frage- und Antwortspiel die unausgesprochene Frage „Muss man denn nicht ein Sonderling sein, um so zu leben?“ Ich jedenfalls bin dem wortgewandten Detlef Jens noch heute dankbar,  dass er Burkhard Müller-Ullrich bei dessen vierter Erwähnung des Wortes „Camping“ entschlossen in die Parade fuhr: „Ich dachte, das mit dem ‚Camping‘ hätten wir geklärt?“ So hoffe ich also, dass in der Ausstrahlung heute Abend um 17.05 in SWR2 etwas erhalten geblieben ist von der Leidenschaftlichkeit, mit der die Diskussion geführt wurde. Und wer nicht glaubt, wie schon das Leben im Winter auf dem Boot sein kann, dem empfehle ich den einen oder anderen Post auf MARE PIU:
Soeben bei millemari. erschienen:
Sehenswerte Bilder und Texte aus diesem Buch haben wir 
auf unserer millemari.-Bestellseite für Sie zusammengestellt. 
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