Archiv der Kategorie: Atanga

Mangareva rund

Di., 11.Feb.20, Franz.Polyn./Gambier/Insel Mangareva/Rikitea, Tag 2081, 20.238 sm von HH

Was wir bei unserem ersten Aufenthalt ausgelassen haben, wollen wir diesmal unbedingt nachholen: einmal rund Mangareva mit dem Rad. Die Sache hat nur den Haken mit dem Pass zur anderen Inselseite. Zwischen den beiden höchsten Bergen (knapp 400 Meter hoch) im Süden und der Hügelkette im Norden führt eine befestigte Straße zur windabgewandten Seite. Unmöglich zu radeln. Wir fügen uns in unser Schicksal und schieben die Räder den guten Kilometer den Pass hinauf.

Sieht auf dem Foto gar nicht so steil aus

Danach wird es besser. Mal Betonstraße, mal hartgestampfter Sandboden. Die Besiedelung wird dünn. Nur noch ein paar Perlenzüchter wohnen auf der Westseite. Manchmal führt der Weg am Ufer entlang, zeitweise führt er in die Berge. Das sind bissige Abschnitte, die in die Wade gehen oder ein Stück Rad schieben erfordern.

Dunkler Strand an der windabgewandten Seite von Mangareva

Super Fahrradweg einmal um die Insel

Aus dem Nichts taucht eine gut renovierte Kirche vor uns auf. Mit idyllischer Bank unter einem großen Mango-Baum. Der perfekte Picknick-Platz für unseren Nudelsalat. Angegliedert befindet sich ein winziger Friedhof. Komisch, so weit ist es in den Hauptort dann ja auch wieder nicht. Und wer nutzt diese Kirche? Der Rasen ist frisch gemäht, die Bank in einem top Zustand. Alles macht den Eindruck als käme gleich jemand vorbei, um ‚hallo‘ zu sagen. Abe die drei Häuser nebenbei stehen leer, es lässt sich niemand blicken.
Leider werden wir zum Mückenfutter, so dass wir bald fliehen müssen.
Nach zwanzig Kilometern sind wir rum. Ein absolut lohnenswerter Ausflug, der viel Gelegenheit bietet Früchte zu sammeln.

Idyllischer Picknick-Platz auf der dünn besiedelten Westseite

 

Ein Schrein mitten im Wald

Zwanzig Kilometer einmal rum um Mangareva

Kommando Arbeitsdienst

So., 09.Feb.20, Franz.Polyn./Gambier/Insel Mangareva/Rikitea, Tag 2079, 20.238 sm von HH

‚Wenn du denkst, du hast keine Arbeit mehr – kommt irgendwo eine geplatzte Naht daher‘. In unserem Fall ist das Bimini aufgeplatzt. Im Prinzip über die gesamt Breite und an drei verschiedenen Stellen. Da müssen großzügige Pflaster drauf genäht werden. Der Stoff aus Kolumbien ist grade mal etwas über zwei Jahre alt, die sind Nähte morsch, der Stoff ist dünn. Es taugt einfach alles nichts.
Die (gepolsterten) Säcke für unsere Fahrräder haben ebenfalls geplatzte Nähte. Die Reparatur ist schon schwieriger, weil der Stoff aus grob gewobenem Flechtwerk besteht, der sofort an den Stellen ausfranst, wo er ausgerissen ist. Der einzige Vorteil: hier braucht die Reparatur nicht gut auszusehen – am Bimini sollte sie es schon.
Und dann brauchen wir neue Kopfkissenbezüge, eine Jeans hat eine geplatzte Naht (ah, noch eine), das Dinghy-Cover braucht einen neuen Flicken und und und. Die Nähmaschine ist tagelang im Einsatz. Ein Ausrüstungsgegenstand auf den wir nicht verzichten wollten.

Morsche und geplatzte Nähte über die gesamte Bimini-Breite

Außerdem sind uns unsere letzten drei Kilo Vollkornmehl ranzig geworden. Bäh, das Brot war ekelig. Zum Glück habe ich Körner gebunkert (ungemahlenes Getreide hält sich praktisch ‚unbegrenzt‘). Zu Glück ist das so. Vor das Brot hat der Bäcker allerdings den Schweiß gesetzt. Mit unserer manuellen Getreidemühle brauchen wir eine Stunde für ein Kilo Mehl. Im Wechsel drehen wir an der Kurbel. Man verbraucht mehr Kalorien als man einfährt. Es sieht so locker aus: „Komm, lass mich mal, kann ja nicht so schwierig sein.“ Nach fünfzehn Minuten brennen die Arme. Immerhin ist das Ganze eine gute Übung gegen das Hühner-Geschladder am Oberarm.
Und nein, man kann keine Bohrmaschine anschließen. :roll: Weil die Kurbel nicht gerade ist, sondern sofort in eine Biegung übergeht. So denn, also kurbeln wir.

Sieht easy aus – nach dreißig Minuten kann man nicht mehr Kurbel vor lauter Schweiß auf der Stirn

Frondienste auf Gambier, statt Inselhopping und Fahrradtouren.

Sonnenaufgang über Gambier

Grüne Gambier Islands

Mit dem Internet an Bord währte die Freude auch nur kurz. Beim JoJo ist dauerhaft kein Netz mehr zu bekommen. Bei der Post können wir mit unserer Prepaid-Karte surfen. Dort ist eine Nachricht allerdings schneller mit einem berittenen Boten versendet als mit der Verbindung.
Wir haben jetzt Philip gefunden. Dort kann man für 2 USD vormittags zwei Stunden Internet bekommen.

Unser Blick nach hinten – wir ankern direkt vor der Riffkante – Reaktionszeit gleich Null

Gambier – die Ankunft

Mo., 03.Feb.20, Pazifik, Tag 2073, 20.238 sm von HH
Gambier empfaengt uns mit einem traumhaften Sonnenaufgang ueber den Inseln. Morgens um halb fuenf laufen wir ein. Die Nacht haben wir vor der Kueste mit sinnlosen Kreuzschlaegen verbracht, um, die Zeit tot zu schlagen. Hinter der breiten Passeinfahrt, ohne nennenswerte Stroemung, oeffnet sich das Atoll wie ein Kessel. Am Kesselrand sitzen die vierzehn Gambier-Inseln. Der Eindruck stimmt – die Inseln sind die verbliebene Kante eines versunkenen Vulkankraters. Der Empfang troestet fuer einen Toern, den wir nicht mochten. Die Bedingungen waren moderat, aber wir haben keinen Rhythmus gefunden. Haben beide schlecht geschlafen, trotz schuettelfreiem Schlafwagen-Komfort. Der Toern fuehlte sich ‚eckig‘ an, obwohl er rund lief.
Der erste Teil der Strecke – bis nach Hao – hat uns besser gefallen, obwohl er hundert Meilen weiter war. Von Tahiti bis Gambier sind es 1.162 Seemeilen hoch am Wind gewesen. Mal wieder hoch am Wind, muss ich sagen. Wie oft sind wir jetzt schon gegen den Wind gesegelt? Viele Meilen. In Segelgruppen gibt es immer mal wieder Diskussionen, ob man einen Windgenerator an Bord benoetigt. Nicht wenige behaupten, der sei ueberfluessig, weil er nichts bringen wuerde, da man ja sowieso nur ‚down wind‘ segeln wuerde. Tja, Freunde der Sonne, so kann man sich irren. Die ‚Science-Busters‘ bringen es auf den Punkt: „Wer nichts weiss, muss alles glauben!“
Jetzt sind wir also da. Der erste Squall mit reichlich Regen in seiner Wolke ist auch schon ueber uns gerollt. Prima Sache. Das Schiff ist entsalzen und der Anker schoen eingegraben. Wir liegen vor dem ‚Magazin JoJo‘, dem besten „Supermarkt“ der Insel. JoJo hat neben Grundnahrungsmitteln und einer kleinen Snack-Bar einen Internetzugang. Das Passwort ist noch das gleiche wie vor zehn Monaten. Manche Dinge im Leben aendern sich halt nie. ;-) Somit haben wir Internet an Bord, was zumindest fuer what’s app und ’slow-surfen‘ reicht. Zum Bloggen mit Bildern reicht es leider nicht, dafuer muss man bei JoJo sitzen. Heute bleiben wir an Bord, machen das Schiff wieder schick und freuen uns auf Gambier.

Nach Gambier (part two) – Tag 5 – Gemein!

So.,02.Feb.20, Pazifik, Tag 2072, 20.170 sm von HH
Unser Wetterfenster ist zu. Gemein! Wir stehen sechzig Meilen vor der Einfahrt, da dreht der Wind auf Sued-Ost und draengt uns vom Kurs ab. Wir hatten das Bier schon kalt gestellt – geplante und errechnete Ankunft sollte Sonntagabend mit dem letzten Funzel-Licht sein. Stattdessen muessen wir einen Kreuzschlag nach Nord-Osten machen. Ausgetraeumt die Idee einer 5-Tages Reise.
Der Wind ist wechselhaft, mal schlappe drei Windstaerken – wir kriechen – , dann wieder preschen wir mit sechs Knoten voran im Boeenkragen vom Squall . Die liegen schoen in einer Reihe vor uns. Wir versuchen zwischen ihnen durchzukreuzen. Im heftigsten Squall steigt der Wind von 11 Knoten auf 30 Knoten an. Wow, was fuer eine Energie in diesen Zellen von wenigen Hundert Metern Durchmesser steckt. Und erst die Regenmengen. Schoen sind an dieser Stelle die Saetze vom Skipper: „Soll ich dir schon mal dein Regenzeug holen?“ Aus sicherer Deckung im Niedergang. Ich weiss nicht, wann es auf Atanga eingefuehrt wurde, dass ich meistens bei Squalls am Ruder stehe. Muss Achims Idee gewesen sein. :mrgreen:
Im Augenblick ist der Wind sehr schwach, so dass wir wohl nicht vor Mitternacht Gambier erreichen werden. Wir drehen dann bei und lassen uns bis Sonnenaufgang treiben. Eine Einfahrt im Dunkeln, trotz bekannten Track, in ein Atoll muessen wir nicht haben.
Tagesmeilen: 93 – Rest keine 20 Meilen.

Nach Gambier (part two) – Tag 4 – Einfach nur segeln

So.,01.Feb.20, Pazifik, Tag 2071, 20.077 sm von HH
Durften wir gestern mehr Segelmanöver als im gesamten letzten Jahr fahren, so herrscht heute wieder der pazifische Frieden an Bord. Die Meilen und Stunden plätschern so dahin. Zeit, um den verlorenen Schlaf der letzten Nacht wieder rein zu holen. Mal haben wir acht Knoten Wind, mal fünfzehn Knoten. Wir halten weiterhin nach Osten vor solange es noch geht, aber der Kurs wird bereits schlechter. Es deutet sich an, dass der Wind noch östlicher kommen wird. Zu früh! Wir würden dann westlich an Gambier vorbei schießen oder müssten gar noch einen Kreuzschlag segeln. Gott bewahre. ;-)
Wir haben noch 115 Meilen zu segeln – und dafür 28 Stunden Zeit. Bis dahin sollten wir vor der Passeinfahrt stehen, um noch im Hellen an den Ankerplatz zu kommen. Das wird eng, zumal dann, wenn wir den Kurs nicht halten können. Schau’n wir mal. Segeln ist ja wie eine Pralinenschachtel.
P.S. Wir haben heute unsere 20.000te Seemeile gesegelt (das sind schlappe 37.000 Kilometer). Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fünf Knoten, macht das 4.000 Stunden (oder 166 Tage) auf See. Das bedeutet, dass wir bisher jährlich nur einen knappen Monat gesegelt sind. Eine guter Wert für die Crew, die lieber ankert als segelt. Prost!
Tagesmeilen: 116

Nach Gambier (part two) – Tag 3 – Ein Meer voller Squalls

Fr.,31.Jan.20, Pazifik, Tag 2069, 19.961 sm von HH
Squalls! Im Deutschen gibt es gar kein Wort dafuer: ‚oertlich-scharf-begrenzte-Wolke-am-strahlend-blauen-Himmel-bringt-Regen-und-Wind‘. Daher sagt alle Welt ‚Squall‘ zu diesen unangenehmen Erscheinungen. Es sind keine Mini-Wirbel, die sich drehen, aber sie schenken dem Segler trotzdem Winddreher und bis zu drei Windstaerken erhoehten Wind. Schon von weitem sieht man sie ankommen. Schwarz verhangen bis zum Horizont vom Starkregen, der aus ihnen faellt. Die Vorfont bringt den Wind, dann folgt Regen und dahinter herrscht Flaute. In der Nacht sehen die Dinger vor sternenklarem Himmel aus wie ein boesartiges Geschwuer. Ein finsterer Klingonen-Nebel auf dem Monitor von Raumschiff Enterprise.
Die pazifischen Squalls mit denen wir es zu tun haben, sind klein. Meistens dauert der Zauber nur zehn Minuten. Was wir an Tag drei geboten bekommen, haben wir so allerdings noch nicht erlebt. Wie auf die Kette gezogen kommen uns die Squalls entgegen. Bis zu sechs Stueck gleichzeitig koennen wir zaehlen. Wir sind umzingelt. Entkommen sinnlos (das nuetzt auch Wharp 7 nichts mehr). Der Wind kommt erst von vorne, der Wind kommt von hinten, dann Flaute. Die Sqalls bringen alles komplett durcheinander. Wir nehmen in der Flaute die Segel runter, machen die Maschine an. Nach einer Stunde hat sich der Wind beruhigt, wir setzten erneut die Segel. Bis zum naechsten Squall. Die ganze Nacht haelt uns das Theater auf Trapp. Fuer die Manoever sind wir beide gefragt. Die Windsteueranlage muss ein- und ausgekuppelt werden. Dafuer muss man das Cockpit verlassen und das ist auf Atanga bei Todesstrafe verboten, wenn der jeweils andere schlaeft.
Nach fuenfzehn Stunden sind wir raus aus dem Squall-Guertel und haben freie Fahrt. Knappe fuenf Windstaerken bringen uns jetzt dem Ziel entgegen. Noch immer koennen wir etwas Ost vorhalten. Das ist gut, soll doch am Sonntag der Wind auf Ost drehen.
Tagesmeilen: 90

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Kakerlaken frei seit zehn Tagen!
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Nach Gambier (part two) – Tag 2 – Squalls

Do.,30.Jan.20, Pazifik, Tag 2068, 19.871 sm von HH
Der Wind hat etwas zugelegt, die Wegstrecke ist etwas holpriger, aber die Stimmung ist trotzdem besser heute. Windrichtung weiterhin Nord-Ost, so wie vorher gesagt. Wir koennten genau Kurs Gambier anlegen, halten aber weiterhin einige Grad nach Osten vor. Abfallen koennen wir dann immer noch. Wer weiss, ob der Wind es sich nicht anders ueberlegt und auf Sued-Ost zurueck dreht.
Also segeln wir hoch am Wind. Macht aber nichts, bei vier Windstaerken ist das gut zu fahren. Atanga liegt stabil auf der Seite, nichts rappelt, nichts wackelt. Alle vier Stunden kommt ein Squall vorbei. Laestige kleine Dinger. Die bringen alles durcheinander. Eben noch 11 Knoten Wind, eine Minute blaest es mit schon mit 22 Knoten. Wir reffen dann das Vorsegel um zwei, drei Umdrehungen. Das Grosssegel bleib ungerefft stehen – fuer die fuenf Minuten lohnt sich das nicht. Einer von uns geht ans Ruder zum ‚Kneifen‘ (so hoch es geht in den Wind gehen, das nimmt den Winddruck aus den Segeln). Nach dem Wind kommt der Regen. Ebenfalls nur fuer fuenf Minuten und dann folgt die Flaute. Manchmal ist der Wind fuer eine halbe Stunde weg, manchmal fuer zwei. Wir lassen uns treiben, immerhin in die Richtige Richtung, bis der Wind zurueck kommt.

Tagesmeilen: 75 (die Windloecher nach den Squalls kosten Strecke)

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Kakerlaken frei seit neun Tagen!
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Nach Gambier (part two) – Tag 1

Mi.,29.Jan.20, Pazifik, Tag 2068, 19.796 sm von HH
Die gute Laune haelt sich in Grenzen auf Atanga. Ich muss an Herbert Groenemeyer denken: „Gesichter seh’n verbittert aus, kein Lachen, kein aehnlicher Laut … Zuege verhaermt, ungesund!“ Nun, ganz so schlimm ist es nicht, aber der erste Tag ist (wie immer) schwierig. Wir schweigen viel vor uns hin, jeder kocht sein eigenes Sueppchen. Achim droehnt im Cockpit rum und ich spiele sinnlose Kartenspiele auf dem iPad. Wir haben beide keinen Bock, zu gar nichts. Ich verzichte auf meinen Fruehstueckstee, weil es mir zu anstrengend erscheint, die Teetasse waagerecht zu halten. Ganz zu schweigen von der uebermenschlichen Leistung, den Teebeutel ueber Bord zu werfen. Immer diese ersten zwei nervigen Tage.
Wenn ich koennte, wuerde ich lieber 60 Tage am Stueck segeln, um zehn Mal die ‚ersten beiden Tage‘ zu vermeiden. Und wenn ich so nachdenke, dass uns bestimmt noch 25.000 Meilen bis ’nach Hause‘ trennen – im Idealfall also noch 250 Tage auf See (das ist ja fast ein ganzes Jahr – wer denkt denn ueber so was nach?). Somit also ungefaehr noch 45 Mal die ‚ersten beiden Tage‘. Igitt!
Dabei sind die Bedingungen gar nicht schlecht: drei bis vier Windstaerken, kaum Welle, manchmal ein Squall ohne viel Wind und Regen. Das Bett liegt fast waagerecht, aber wir koennen beide nicht schlafen. Lecker vorgekocht habe ich auch – es gibt eigentlich keinen Grund fuer schlechte Laune. Was ist denn los dieses Mal? Bei schlechteren Bedingungen, war schon mal mehr Spass mit dabei. Wir warten auf Morgen.
Tagesmeilen: 99 – das ist gut fuer den schwachen Wind. Davon 80 Meilen Richtung Ost gut gemacht. Das ist sogar sehr, sehr gut. Schliesslich ist dies unsere schwierigste Achse.

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Kakerlaken frei seit acht Tagen!
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Unsere Pläne 2020

So.,26.Jan.20, Franz.Polynesien/Tuamotu/Hao, Tag 2065, 19.574 sm von HH

Ungeplant stecken wir mitten drin im Plan für 2020. Ich bekam eine Whatsapp von einer Segelfreundin: „Denkt dran, in Neuseeland muss man rechtzeitig Plätze in der Marina reservieren“. Ach herrje, das ist doch noch so lange hin … sieht unser Terminkalender doch wie folgt aus:

Februar/März: Gambier (sicherste Ecke im Süd-Osten während der Haupt-Zyklon-Zeit)
April: Über die Tuamotu zurück nach Tahiti
Mai: Ich fliege nach Deutschland (hurra, nach fast zwei Jahren), Achim bleibt in Tahiti :cry: Die Zyklon-Saison ist vorbei.
Juni: Wir können weiter nach Westen. Zuerst die Gesellschaftsinseln (hier wollen wir nicht so viel Zeit verbringen – teuer, vielfach ist ankern verboten, Aufenthalt auf wenige Tage begrenzt usw. Klangvolle Namen wie Bora Bora lassen wir also links liegen).
Juli bis November: Cook Inseln, Samoa und Tonga (je weiter man nach Westen kommt, desto schöner wird es – so heißt es)
November: Die Zyklon-Saison beginnt erneut, also 1000 Seemeilen nach Neuseeland – wohl eine der schwierigsten Passagen der gesamten Reise, wenn man sich durch Berichte arbeitet.
ab Dezember: Neuseeland

Aber zuerst müssen wir mal Hao verlassen. Das ist nicht so einfach, die Insel hält uns fest. Ob uns nicht fad ist, wurde ich gefragt. Die klare Antwort lautet: ’nein‘! Besteht unser Tag doch nur aus Highlights ;-) .
1.) Frühstück – das erste Highlight des Tages. Manchmal mit frischem Baguette, was Achim bereits morgens um fünf Uhr mit dem Fahrrad holt. Sonst mit selbst gebackenem Brot.
2.) Abwaschen, aufräumen, kleine Reparaturen erledigen (Schraube von der Brille weg, Knopf ausgerissen, Loch im Lieblings-T-Shirt, Wackelkontakt an der Stirnlampe) – das ist jetzt alles nicht ganz so highlightig, sondern normales Leben.
3.) Mittagessen – manchmal ein Highlight, manchmal gibt es nur Reste vom Vorabend.
4.) Baden im Türkis. Eindeutig Highlight. Zwar plantscht noch immer der Gedanke an die kleinen Haie mit, die manchmal durch unsere Badewanne ihre Kreise ziehen, aber da die Mütter ihre Kinder ins Wasser lassen, kann es nicht so schlimm sein.
5.) Internet! Unser soziales Highlight des Tages. Mit dem Rad fahren wir zum Rathaus, wo man ab 16:00 Uhr kostenlos surfen kann. Auf Steinbänken unterm Baum haben wir guten Empfang. Das Netzt ist ziemlich lahm, aber wir bekommen, was wir wollen. Und hier beginnt sie, unsere Planung für Neuseeland. Verschiedene Seiten runter laden, lesen kann man es zu Hause, Was wir vergessen nachzusehen, muss bis nächsten Tag 16:00 Uhr warten.
Etwas mühsam, aber wir haben schon eine Menge Infos zusammen getragen.
Wo wir hin wollen, was wir machen wollen und wie lange wir bleiben wollen. Neuseeland, unser heimliches Traumziel! Wir sind bereits auf der Südinsel im Urlaub gewesen, grade in dem Jahr als wir Atanga gekauft hatten: „Hierher mit dem eigenen Schiff, das hätte was“, haben wir in den Sonnenuntergang geseufzt.
6.) Abendessen – frische Sachen gibt es nicht mehr. Außer Zwiebeln, Knoblauch und Kartoffeln leben wir im Augenblick von Konserven. Geht auch. Ein Highlight sind neue Kreationen mit Kokosmilch. Das Zeug kann man wahrlich fast überall dazu geben. Toll!

Surfen vor dem Rathaus

auch so ein Highlight

Ausflug zum Pass

Und schon ist ein weiterer wunderschöner Tag auf Hao zu Ende (aber am Dienstag soll es nun doch weiter gehen – fünf, sechs Tage nach Gambier liegen vor uns).
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Kakerlaken frei seit fünf Tagen!

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Crew-Zuwachs Leo, unser neuer Gecko ist total zutraulich, leider ungeeignet zum Kakerlaken jagen, weil zehnmal leichter ist

Seglers Alptraum

Mo.,20.Jan.20, Franz.Polynesien/Tuamotu/Hao, Tag 2059, 19.574 sm von HH

„Iiiiihhhh“! Mein Schrei schallt aus der Pantry. Ich kann nur starren und mich ekeln. Da bin ich durch und durch Mädchen. Achim steht sofort neben mir, nach zwanzig Jahren Ehe weiß er, hier besteht Handlungsbedarf: ein Insekt ist eingedrungen!
Eine Kakerlake – gigantischen Ausmaßes, wie ich finde. Mit Killerblick greift Conan (mein Barbar) zu und versagt. :shock: Das Biest entkommt in einer affenartigen Geschwindigkeit, dass wir beide (ich aus der Höhe, schön auf dem Sofa stehend) nicht registrieren, wohin sie entschwindet. Belämmert schauen wir uns an. Und nun? Als erstes die Tür zum Schlafzimmer zu (auch albern, kann das Tier doch unterhalb der Bodenbretter entlang und in der Achterkoje wieder auftauchen :mrgreen: ).
Als nächstes stellen wir Kakerlaken-Hotels auf. Das sind kleine Plastikbehälter mit Fressgift-Ködern gefüllt. Die Öffnungen erscheinen und deutlich zu klein – niemals kann unser Monster sich da rein quetschen. Also schaffen wir einen Tag der offenen Hotel-Tür durch Aufbiegen der Plastikdose. In alle dunklen Ecken stellen wir so ein Ding.
Die dritte Maßnahme sind Leimfallen. Auf Pappe kleben wir doppelseitiges Klebeband. Eine Falle kommt unter den Herd, eine an die Spüle und die dritte Falle kleben wir an die Wand neben die Gewürze. Dem Ort der ersten Sichtung.

Neulich die gefangene Kakerlake auf See, jetzt wieder eine! Hat das was mit einander zu tun? Oder ist das Zufall? Leben wir auf einem Kakerlaken-Dampfer? Nein, unmöglich! Wir sprechen uns Mut zu. Das hätten wir doch schon längst bemerkt. Oder nicht? Das Internet gibt uns Recht, man soll einen Befall riechen können und die Hinterlassenschaften der Ekel-Viecher kann man als längliche Spuren auf glatten Flächen entdecken. Außerdem findet man Überreste von der Häutung der Insekten. Sobald man das Licht anmacht, huschen sie auf sechs flinken Beinen zurück in dunkle Ecken. Das alles haben wir nicht!
Das Internet liefert aber auch schlimme Infos: „Kakerlaken sind gesellige Tiere“ und „wenn man eine Kakerlake sieht, kann man sicher sein, dass 200 weitere in der Nähe wohnen.“

Das mag sein, aber nicht bei uns. Basta. Wir haben das eine Tier und fertig. Wir waren mal auf einem Kakerlaken-Schiff, da liefen nach Einbruch der Dunkelheit die Kameraden über Tische und Bänke. Allerdings die von der kleineren Sorte. Unser ungebetener Gast ist mit ziemlicher Sicherheit eine ‚Amerikanische Kakerlake‘. Die werden bis fünf Zentimeter groß und sind rotbraun. Das ist eine gute Nachricht, da diese Sorte sich nicht so rasend schnell vermehrt. Bereits zweimal hatten wir Besuch von diesen flugfähigen Kollegen und jedes Mal war es nur ein Einzel-Tier. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Am zweiten Abend werfen wir immer mal wieder einen Blick im Halbdunkeln in die Pantry. Kakerlaken sollen ihre ‚Straßen‘ haben, die sie jede Nacht ablaufen. Nichts zu sehen. Aber dann, kurz bevor wir ins Bett wollen, sehe ich sie sitzen. Auf meinen Gewürzen, direkt neben der Leimfalle. Frech mit den Fühlern in der Luft am hin und her tentakeln. Fast am gleichen Ort wie gestern. Dreißt! Unverschämtheit!

Ich drücke Achim den Abwaschlappen in die Hand, damit er noch beherzter zugreifen kann. Ihn ekelt es ja auch. Er bringt sich in Stellung, schlägt zu, aber das Biest entwischt zwischen die Gewürzdosen. Jetzt wird dicht gemacht. Mit den Leimfallen dichtet Achim alle Fluchtwege ab. Aber der Feind ist schlau und aufmerksam. Die Kakerlake windet sich aus dem Regal und verschwindet in der letzten Ecke in der Pantry. Da kann sie nicht weiter – die Tür zum Schlafzimmer ist zu, hehe. Der Sieg des Menschen über die Kreatur ist nah. Zweimal haut Achim noch daneben und dann Ende, aus, Schluss, vorbei. Der Feind liegt im Spüllappen. Der Lappen kommt in eine kleine Plastiktüte (aus Gründen der Sicherheit), Knoten rein und Ruhe.

Jetzt sind wir zwei Tage Kakerlaken frei. Aber wir sind auch misstrauisch. Häufiger wird jetzt im Dunkeln in die Ecken geschaut, mal im Bad das Licht angeknipst. Alles ist ruhig. Wir wünschen uns nichts mehr, als das es so bleibt.

Symbolbild – so sieht ein Kakerlaken freies Schiff aus

Meistens 29 Grad

Sa.,18.Jan.20, Franz.Polynesien/Tuamotu/Hao, Tag 2057, 19.574 sm von HH

Tag und Nacht. Zwei- bis viermal täglich läuft ein kurzer Regenschauer über die Lagune, dann kühlt es runter auf 27 Grad. Der nächste Sonnenschein bringt wieder 29 Grad. Die Einheimischen freut der Regen, füllt dieser prima ihre Wassertanks. Neben jedem Haus steht mindestens ein riesiger Auffangbehälter. Grundwasser oder gar Flüsse gibt es keine auf Hao. Alle sind vom Regen abhängig. Uns freut es auch, dann ist auch für uns genug Wasser da, um Wäsche zu waschen.

Die Wasser-Auffänger sind so groß wie ein halbes Haus

Die Tage verrinnen wie Wasser durch einen Kaffeefilter. Wenn es regnet, machen wir unseren Haushalt, dann wird auch schon mal in den Ecken geputzt. Scheint die Sonne, gehen wir auf Kokosnuss-Jagd und radeln über die Insel.
Eine neue Gastlandflagge muss her und der Chef-Funker an Bord löst ein lange vor sich her geschobenes Problem:

Französisch Polynesien Flagge – Stoffmal-Farben bilden das Logo. In fünf Meter Höhe sieht das aus wie Original

Exkurs von Achim
Seitdem ich die erste Kurzwellenanlage an Bord installiert habe, machte der Kühlschrank Probleme beim Funkempfang. Wenn der Kompressor zu arbeiten begann, dann war der Empfangsteil meines Kurzwellen-Receivers bis mindestens S7 zugemüllt.
Ein Vortrags-Manuskript von DG0SA zum Thema „Entstörung eines Schaltnetzteils“ hat mir dann den entscheidenden Tipp gegeben: Ich habe die Strom-Zuleitungen (+/-) zum Kompressor daher gegenläufig um einen Ferritkern (je 7 Wicklungen) gewickelt, in der Annahme das es sich um Gleichtaktstörungen handelt.
Nur um ganz sicher zu gehen, dass nicht noch Gegentaktstörungen den Funk stören könnten, habe ich beide Zuleitungen noch einmal mit 5 Wicklungen auf einen zweiten Kern gewickelt (gleiche Wickelrichtung). Diese relative kleine Änderung führte zu einer Reduzierung des Störlevel von S7 auf praktisch S0.
Eine entsprechende Lösung benötige ich jetzt nur noch für die Solarpanele und den Votronic mpp Solarregler.

Entstör-Ferite

Ab und an kommt ein Trupp Kinder vorbei. Bis zu fünfzehn Kindern zwischen fünf und zehn Jahren. Vogelfrei streifen sie durch die Nachbarschaft. „Madam“, ruft es dann vor dem Schiff (nach dem ‚Monsieur‘ rufen sie nie). Artig stehen sie in Reihe auf der Pier und plappern und lachen auf uns ein. Manchmal bitten sie an Bord kommen zu dürfen. Wenn man es ihnen erlaubt, möchten sie wissen wo man ‚Pipi‘ macht und schläft. Der Wasserhahn wird kritisch getestet, ob auch wirklich Wasser kommt und sie finden unsere Wohnung viel zu klein. Bisweilen fragen sie nach ‚Pampelmuse‘. Hahaha, frisches Obst und Gemüse haben wir selber nicht mehr. Angebotene Bonbon werden aber auch mit leuchtenden Augen genommen. Süßigkeiten verwöhnt sind die Kinder bei den horrenden Preisen sicher nicht. Soll man ja nicht machen, aber viel verderben kann man sowieso nicht mehr. Die Milchzähne der Kleinsten sind nur noch schwarze Stümpfe. Im Allgemeinen haben die Polynesier aber ganz gute Zähne.
Wird es einem zu viel mit den Kindern an Bord, braucht man nur ‚Sooo, das war’s‘, mit erhobener Stimme zu sagen und schon ziehen sie ab. Das verstehen sie sogar auf Deutsch. :-)

Das Leben ist schön auf Hao. Aber wir wollen jetzt trotzdem weiter. Die letzten Tage hat ein Zyklon unsere Aufmerksamkeit gehabt. Mit großer Geschwindigkeit ist er tagelang schnurgrade nach Osten gezogen, zum Glück ist er seit gestern nach Süden abgeknickt. Wir warten jetzt, ob sein Einfluss bis zu uns reicht – die Biester ziehen ja den Wind großflächig von der Wetterkarte – und dann geht weiter. Es warten noch sechs Segeltage bis Gambier auf uns.

Waschtag

Spaß bei der Arbeit

Die verstrahlte Vergangenheit von Hao

So.,12.Jan.20, Pazifik, Tag 2051, 19.574 sm von HH

Dreißig Jahre – von 1966 bis 1996 – haben die Franzosen auf Moruroa und Fangataufa fast 200 Atomwaffentests unternommen. Über vierzig davon waren oberirdisch. Hao, keine 450 Kilometer entfernt, wurde zum militärischen Hauptquartier ernannt. Hier wurden die Atombomben zusammen gebaut.
Das Militär baute Straßen und eine Landebahn; hat ein Hafen angelegt, der heutige Liegeplatz von Atanga. Es soll sogar einen Nachtclub mit Tanz bis in den Morgen, einen Swimming-Pool und ein Kino gegeben haben.
„Die Versuche sind sauber“, hat Frankreich damals den Polynesiern versichert. „Fernsehstrahlung ist gefährlicher“, wurde ihnen beteuert. Angelockt durch diese Versicherungen und gute Verdienstmöglichkeiten kamen die Einwohner der Nachbarinseln nach Hao geströmt. Aus wenigen Hundert Einwohnern wurden dreitausend. Eine Hälfte waren Angehörige des Militärs, die andere Hälfte Polynesier. Die Inselbewohner gaben ihre Kokosernte auf und arbeiteten beim Militär als Monteur, Fahrer oder Reinigungskraft.
Wenn die Schiffe und Flugzeuge nach der Zündung der Bomben zurück kehrten, wurden sie auf Hao gereinigt. Die Flugzeuge waren zuvor durch die radioaktive Wolke geflogen, um Messungen vorzunehmen. Gereinigt wurde in kurzer Hose und T-Shirt.

Auf Moruroa gab es außerhalb des Sperrgebietes eine Zone in der die Angestellten Fußball spielten, Kanu fuhren und in der Lagune badeten. Immer wenn eine Bombe gezündet wurde, flüchtete das Militär zusammen mit den einheimischen Arbeitern auf Schiffen aufs offene Meer. Bei der Rückkehr räumten die Polynesier in einfachen Overalls die Trümmer an die Seite, während die Soldaten in Schutzanzügen unterwegs gewesen sein sollen.
Der ‚Fallout‘, der radioaktive Regen, der oberirdisch gezündeten Bomben reichte bis Tahiti – über tausend Kilometer entfernt und bei ungünstigem Wind sogar bis Gambier, entgegen die vorherrschende Windrichtung.
Entsprechend hoch sind noch heute die Fälle an Leukämie und Schilddrüsen-Krebs. Strahlenverseuchte Menschen kamen erst ins Militär-Hospital nach Tahiti und dann zur Strahlenbehandlung nach Paris – aber von dort kehrten sie nicht zurück. Jahrelang mussten Erkrankte ihre Verseuchung beweisen. Diese Beweispflicht wurde seit 2010 aufgehoben, aber noch immer gibt es unsinnige Ausnahmen: Schilddrüsen-Erkrankung wird nur bei jungen Menschen anerkannt. Der französische Präsident Hollande besuchte 2016 Französisch Polynesien und versprach hohe Entschädigungs-Zahlungen wie zuvor bereits Jaques (Fuck) Chirac. Versprachs und ward wieder in Frankreich verschwunden. Die Zahlungen fließen weiterhin schleppend.

‚Heute sind die Strahlenwerte auf Hao kaum mehr erhöht‘ oder auch ‚auf Hao wurde giftiges Plutonium gefunden‘. Die Bandbreite über den Ist-Zustand von Hao ist hoch. Klingt eher nach ‚was genaues weiß man nicht‘. ‚Moruroa bricht auseinander‘ oder ‚von Moruroa geht keine nukleare Gefahr mehr aus‘. Moruroa und Fangataufa sind bis heute Sperrgebiet und das französische Militär hat in fünfzig Jahren nur zweimal Zivilisten Zutritt zu den Atollen gewährt. Bis heute sind die Unterlagen der Atomwaffentest geheim und liegen unter Verschluss beim französischen Militär.

Nach Beendigung der Atomwaffentests zog das Militär Ende der 90er Jahre aus Hao ab. Lastwagen, Maschinen und andere Gerätschaften sollen über dem Außenriff mit Hubschraubern abgeworfen worden sein. Für uns klingt das glaubwürdig. Beim Tauchgang auf der Rückseite des Hafens sind wir sogar in der Lagune auf viel Schrott gestoßen.

Die Franzosen sind wieder weg, geblieben sind knapp über tausend Einwohner auf Hao, die wieder von der Kokosnuss-Ernte leben, in der Verwaltung arbeiten oder arbeitslos auf den monatlichen Scheck aus Frankreich warten.

Hao in den 60er Jahren entliehen von der Seite „Tahitiheritage.pf

Wir gehen auf Hao auf die Suche nach Überresten der damaligen Zeit. Viel finden wir nicht mehr. Die meisten Gebäude, die wir auf alten Fotografien gefunden haben, sind abgerissen. Ein ‚Reihenhaus‘ ist noch bewohnt, zwei stehen als Bauruinen mitten im Dorf. Geblieben ist ein Netz aus breiten Betonstraßen, überwuchert von Unkraut. Und in jedem zweiten Garten steht ein ‚Wohn-Container‘ aus Beton aus den 60er und 70er Jahren. Heute als Schuppen eingesetzt. Alte Fundamente von Häusern, machen sich die heutigen Bewohner als Fläche für ihren Hof zu Nutze.
Auf dem Friedhof finden wir, was wir bereits auf Tahiti gesehen haben: es wird jung gestorben in Französisch Polynesien. Spätestens mit sechzig Jahren ist Schluss. Viele sind nur dreißig, vierzig Jahre alt geworden. Das kann doch kein Zufall sein?!

Die meisten Häuser sind bereits abgerissen

Es wird jung gestorben auf Hao

Reste einer Gemeinschaftsdusche überwuchert am Dorfrand

Überwuchertes Straßennetz auf Hao

Wahrscheinlich das ehemalige Büro-Gebäude am Hafen, heute Wohnhaus von Dorothea, unser Nachbarin auf Zeit

Wohncontainer aus den 60er Jahren -aus Beton

Denkmal für die verstorbenen Soldaten auf Hao – sieht aus wie ein Atompilz