Monatsarchive: Juli 2019

50 Jahre The Moorings

Ende der 1960er zog es die leidenschaftlichen Segler Ginny und Charlie Cary von New Orleans auf die Britischen Jungferninseln. Sie hatten sich in die karibische Inselwelt verliebt, weil sie dort ideale Segelbedingungen mit konstanten Winden und geschützt liegenden Ankerbuchten vorfanden. 1969 gründeten sie ein Unternehmen, über das sie Yachten vermieteten. Die Carys wollten Gleichgesinnten die Möglichkeit eröffnen, ebenfalls die schöne Karibik unter Segeln zu erkunden. Diese Art Törns beziehungsweise Vermietung von Yachten war bis dato weitgehend unbekannt. Man darf also mit Fug und Recht behaupten, dass Ginny und Charlie Cary zu den Pionieren des Charter-Geschäftes gehören. 

Das Ehepaar startete mit einer kleinen Flotte von sechs 35 Fuß großen Pearson Yachten, die sie in Road Town auf Tortola stationierten. Noch heute befindet sich an selbiger Stelle eine Moorings-Basis, doch diese hat wenig gemein mit der ursprünglichen. Wo früher neben den sechs Pearsons nur einige wenige Eignerschiffe lagen, wimmelt es heute vor Booten und Seglern. Allein die Moorings-Basis ist um ein Vielfaches gewachsen, aber auch andere Firmen, darunter das Schwesterunternehmen Sunsail, haben hier große Stützpunkte eingerichtet.

Ginny und Charlie Cary haben die BVIs in den 1960ern für sich entdeckt und eine Vermietung von Segelyachten aufgebaut, um Gleichgesinnten Segeltörns in diesem Revier zu ermöglichen.

Eine ähnliche Entwicklung hat die gesamte Inselwelt durchlaufen. In den 1960er und 1970ern galten die kilometerlangen, palmenbestandenen Buchten der Britischen Jungferninseln (oder BVIs für British Virgin Islands) als Geheimtipp, heutzutage findet man mancherorts kaum Platz zum Ankern.

Geblieben ist die große Anziehungskraft, die von den BVIs ausgeht. Dasselbe gilt für die Beliebtheit von The Moorings-Charteryachten. Die Grundlage für Letzteres legte das Ehepaar Cary, indem es von Anfang an auf eine gute und kompetente Rundumversorgung ihrer Kunden setzte. Zu Beginn kümmerten sie sich persönlich um jeden Gast. Sie wohnten in einem kleinen Hotel vor Ort, waren somit jederzeit erreichbar. Ihre engagierte Betreuung führte dazu, dass der Stammkundenkreis schnell wuchs und die Flotte schon bald erweitert werden konnte. Auch hierbei bewiesen die Carys Weitblick, denn sie schafften nicht nur mehr Schiffe an, sondern auch größere, die sie mit professionellen Skippern auf Crewed-Charter-Törns schickten. Um die hohen selbstgesetzten Standards hinsichtlich erstklassigen Service zu halten, stellten sie Personal ein.

Obwohl die Carys inzwischen verstorben sind, hält die Firmenleitung an den von ihren Gründern angestrebten hohen Standards fest. Eine gute Entscheidung, wie sich an den aktuellen Geschäftszahlen ablesen lässt. 50 Jahre nach Firmengründung umfasst die The Moorings-Flotte über 400 Yachten in mehr als 20 Stützpunkten, verteilt über die ganze Welt.

Liegeplatz: Nicht gerade der beste Ort, um sein Schiff festzumachen

Das sieht nicht gut aus. Eine Steinmole in Lee und der Wellengang wird immer höher. Der vermeintliche Skipper besorgt irgendwo Fender, aber er unterschätzt die Situation. Weiterlesen

Deutschland ohne Heimatgefühle

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Summertime. Detlef und ich.

Angekommen in Deutschland klar es auf und die Sonne scheint. Wenn in Flensburg die Sonne scheint ist es schön. Selten genug. Ja, ich geniesse sogar die frischen Temperaturen nach der Dauersauna auf Curacao. In meinem Koffer sind zwei Jeans, ein paar T-Shirts und die notwendigsten Utensilien. Ansonsten. Meine alten Kites von der MARLIN. Das erste was ich mir besorge ist ein gebrauchtes Kiteboard. Ein Blick auf Windguru allerdings lässt mich enttäuscht dreinschauen. Kein Kitewind in Sicht. Ich drehe am Zündschlüssel der BMW. Negativ. Batterie nicht abgeklemmt und die ist leer. Hmm! Ladegerät dran und schon ziehe ich meine Runden durch Flensburg. Tief durchatmen. Na wenigstens das passt. Dann freue ich mich auf den Sommer und entspanne mich.

Im Hafen versuche ich die HOLLANDIA zu finden. Freund Detlef hat das Plattbodenschiff mit Gastronomie an Bord in den Flensburger Hafen gebracht. Hmm. Da wo sie sein soll ist sie nicht. Kurzerhand keye ich Detlef an und schon sitzen wir am Kritz in der Sonne. Wir spielen das Wer, Wann, Wo und Was Spiel. Segelaffinitäre Charaktere wie Detlef und ich haben da schon ein paar Sachen gemeinsam und auszutauschen. Morgen soll die HOLLANDIA wieder an ihrem Platz sein und wir werden uns wiedersehen. Detlef verspricht besseren Wein als im Kritz aufzutischen. Ich bin gespannt. Ein Restaurant auf einem Schiff, dass passte auch schon immer in meine Traumwelt der pensionslosen Zeitgestaltung Ü50. Wird mich bestimmt ambitionieren.


Mitsegeln auf der MARLIN!

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Favoriten-Barometer zur TW

IDM Seesegeln
Im bisherigen Saisonverlauf gab es in den beiden Startklassen dominante Crews, die sich als erste Anwärter auf die Meistertitel in Szene gesetzt haben. Bei den großen Yachten ist die „Sportsfreund“ von Axel Seehafer (Heiligenhafen) bei ihrem Comeback auf der Regattabahn sowohl bei der Maior-Regatta als auch zur Kieler Woche in einer eigenen Liga gesegelt. Mit dem dänischen Weltklasse-Segler Jesper Radich hat Seehafer einen herausragenden Taktiker an Bord, und die Segel-Experten Bertil Balser und Arnd Howar sorgen dafür, dass die Yacht schnell ist. Die „Intermezzo“ von Jens Kuphal (Berlin) rückte der „Sportsfreund“ zur Kieler Woche am dichtesten ans Heck. Taktiker Robert Stanjek, Starbootweltmeister von 2014, hat die Crew in den vergangenen Jahren auf Leistung getrimmt. Und mit der „neuen“ Yacht, die in 2016 und 2018 unter norwegischer Flagge den WM-Titel ersegelte, hat die Mannschaft jetzt auch ein Spitzen-Boot zur Verfügung. Zu den Medaillen-Anwärtern zählen auch noch die „Sportsfreund“-Schwesterschiffe, die „Sydbank“ mit Skipper Torsten Bastiansen und die „Halbtrocken 4.0“ von Michael Berghorn (Kiel).
Bei den kleineren Yachten sind die beiden Schwesterschiffe, die „Immac Fram“ von Kai Mares (Dänischenhagen) und die „One Spirit“ mit Sören Brandt (Kiel) am Ruder, wohl kaum von der Spitze zu verdrängen. Mares segelt mit einem eingespielten Team und konnte damit schnell in die Saison hineinfinden. Die „One Spirit“ überraschte mit Topergebnissen, obwohl aus dem vergangenen Jahr nur Sören Brandt aus der Mannschaft übriggeblieben ist. Brandt rückte von der Trimmer- auf die Steuermannposition und schaffte schnell den Sprung zurück in die deutsche Spitze. Ebenfalls gut auf Kurs ist die „Halbtrocken“ von Knut Freudenberg (Flensburg), die schon zweimal den deutschen Titel einfahren konnte.

IDM Offshore Double Handed
Im Gegensatz zum etablierten Seesegeln ist die Meisterschaft für die Zwei-Personen-Crews auf der Seebahn noch ein unerforschtes Feld. Erstmals in der Geschichte des deutschen Seesegelns ist diese Meisterschaftsdisziplin ausgeschrieben. Es ist ein Vorgriff auf die künftige olympische Disziplin. 2024 vor Marseille werden gemixte Zwei-Personen-Crews (Mann und Frau) um Gold, Silber und Bronze segeln. Zur Meisterschaftspremiere vor Travemünde ist die Geschlechterbesetzung an Bord dagegen völlig offen. Sechs Mixed- und sechs reine Männer-Crews haben gemeldet. Erneut am Start: die „Immac Fram“ (dann mit Florian Schlünder und Karla Dörffler) und die „Halbtrocken“ (Knut Freudenberg/Nils Reichert). Mit Spannung wird der Auftritt von Lina Rixgens (Berlin) und Sverre Reinke (Bremen) erwartet. Rixgens ist die bisher einzige deutsche Frau, die das Mini-Transat (ein Solo-Atlantikrennen) erfolgreich absolviert hat. Sie will in Travemünde ihren nagelneuen Mini auf die Bahn bringen. Ebenfalls am Start ist Rasmus Töpsch (Strande) mit Lisa Berger (Kammer). Töpsch segelt eine L30, jenen Bootstyp, der zur WM-Premiere 2020 im Mixed Offshore Segeln als Einheitsklasse eingesetzt werden soll. Für lokale Kompetenz auf der Bahn sorgen Andreas und Birthe Grasteit vom Lübecker YC auf der „Grace“.

IDM 505er
Die „Fiven“ kämpfen in Deutschland seit einigen Jahren mit rückläufigen Meldezahlen und ihrem Status als Meisterschaftsklasse im DSV. Die Qualität ist aber ungebrochen hoch. Deutschland gehört zur Weltspitze. Und zur Travemünder Woche stellt sich die Frage, ob den Düsseldorfern Jan-Philipp Hofmann und Felix Brockerhoff der Hattrick gelingt. In den vergangenen beiden Jahren gewannen sie den nationalen Titel und sind in Abwesenheit von Rekordweltmeister Wolfgang Hunger auch nun wieder die ersten Anwärter auf Gold. Aber auch die TW-Wettfahrtleitung greift in den Titelkampf mit ein: Wolfgang Stückl, der in der zweiten Hälfte die J/70 als Regattachef betreuen wird, segelt zur IDM der 505er selbst mit – an der Vorschot seiner Tochter Lena.

IDM J/70
Die sieben Meter langen Kielboote sind die Trend-Klasse in Deutschland und haben gerade den 505ern einige Segler abgeworben. So geht Claas Lehmann (Hamburg), der 2013 mit dem Lübecker Leon Oehme 505er-Weltmeister geworden ist, nun bei den J/70 an den Start. Es gibt aber auch die Doppelstarter in beiden Klassen. Die Wuppertaler Roos-Familie ist gleich mehrfach am Start. Ronald und Kirsten Roos sowie Maike und Maren Roos sind bei beiden Meisterschaften dabei und werden für familieninterne Duelle sorgen. Die Favoritenrolle fällt wohl den Bremern um Björn Beilcken zu, die zur Kieler Woche schon einen starken Saisoneinstieg hingelegt haben. Aber auch starke Liga-Crews – vor allem aus der Zweiten Liga, die zur Travemünder Woche nicht segelt – werden am Start sein. Da die Meister der Vorjahre derzeit nicht auf der Meldeliste stehen, wird es neue Deutschen Meister geben.

IDJM Laser 4.7
Bei der Jugendmeisterschaft der Laser-Einstiegsklasse wird zur Titelvergabe wohl kein Weg an Ole Schweckendiek vorbeigehen. Dem 14-jährigen Kieler ist das seltene Kunststück gelungen, bereits die Kieler und die Warnemünder Woche zu gewinnen. Jetzte könnte er das Segelwochen-Triple perfekt machen. Für den Schüler könnte es bereits der krönende Abschluss seiner kurzen 4.7-Karriere sein. Erst im vergangenen Jahr ist er aus dem Opti in den Laser 4.7 umgestiegen, und nach dem Sommer will er in den Laser Radial wechseln.

IDJM Laser Radial
Julian Hoffmann aus dem Allgäu hat bereits ein Abonnement auf IDJM-Siege zur Travemünder Woche. Er siegte in den vergangenen Jahren im Laser 4.7 und Laser Radial und ist auch jetzt wieder der erste Anwärter auf das Jugendmeisterschaftsgold. Allerdings wird er sich zum Start in die Regatta erst noch akklimatisieren müssen, denn er reist direkt aus Polen von den Youth Worlds an. Dass er solche Doppelbelastungen wegstecken kann, hat der 16-jährige Bayer bereits im vergangenen Jahr bewiesen, als er von der WM in den USA in Travemünde anreiste und nach verhaltenem Beginn in die IDJM doch noch den Titel ergatterte. Konkurrenten um den Sieg vor Travemünde sind Lokalmatador Jesper Bahr (Lübecker SV), Laura Schewe (Kiel) und Roko Mohr (Plau).

IDJüM Teeny
Der Teeny ist neben dem Opti das einizige offizielle Jüngstenboot im DSV. Startberechtigt sind damit nur Sportler bis einschließlich 15 Jahre. Entsprechend wechselt das Starterfeld immer kräftig durch. Und so ist aus dem Feld der Medaillengewinner des vergangenen Jahres nur noch eine halbe Crew am Start. Der Plöner Oke Nommensen segelte 2018 mit seinem Bruder Nik auf Rang drei. Jetzt geht Oke mit neuer Partnerin ins Rennen und wechselte von der Vorschot an die Pinne. Rabea Petersen übernimmt den Part im Vorschiff.

EM O’pen Skiff
Knapp 90 Jugendliche aus sieben Nationen haben für die Europameisterschaft in der jungen Klasse gemeldet. Sogar aus Neuseeland kommt ein Sportler an die Ostsee. Die zahlenmäßig stärkste Nation stellen die Italiener mit 26 Startern. Aus deutscher Sicht werden die Gastgeber vom Lübecker Yacht-Club weit vorn erwartet. Magnus Voss und Niclas Burdon segelten im vergangenen Jahr zum Doppelsieg bei der Deutschen Meisterschaft. Und sie führen auch die aktuelle Rangliste an – vor Frederic Schüle, ebenfalls vom Lübecker YC.

Youth Worlds: Drei Medaillen in Griffweite – GER übernimmt Nacra15-Führung

Sailing Youth Worlds

Bei den Youth Sailing Worlds, der wichtigsten Jugend-Regatta der Welt, sind die deutschen Segler zur Halbzeit so gut platziert, wie lange nicht mehr. Edelmetall ist gleich dreimal möglich. Weiterlesen

„Sport für den Klimaschutz“

Die Initiative motiviert Sportorganisationen, einen eigenen Beitrag gegen den Klimawandel für einen sauberen und sichereren Planeten zu leisten und damit eine Verantwortung des Sports für Klimaneutralität anzuerkennen. Die Kampagne Malizia Ocean Challenge sammelt bereits wissenschaftliche Daten über den CO2-Gehalt der Ozeane und sensibilisiert Schulkinder für den Meeres- und Klimaschutz. Mit der IMOCA-Yacht „Malizia“ wird Boris Herrmann nächstes Jahr als erster Deutscher überhaupt das Solo-Nonstop-Rennen um die Welt, die Vendée Globe, bestreiten und 2021/22 mit einer jungen deutsch-internationalen Mixed-Crew im The Ocean Race um den Globus segeln.

Durch kollektives Handeln und mutiges Vorangehen habe der Sport die Macht, schnell und nachhaltig etwas zu ändern, so Herrmann. Durch Unterzeichnung der Initiative stelle das Team sein Engagement unter Beweis und trage seinen Teil dazu bei, dass der Sportsektor einen Weg in eine kohlenstoffarme Zukunft gehe. Das erfolge im Einklang mit den fünf in der Rahmenkonvention verankerten Grundprinzipien und den Zielen des Klimaübereinkommens von Paris:

1)     Förderung einer größeren Umweltverantwortung;
2)     Verringerung der allgemeinen Klimaauswirkungen durch den Sport;
3)     Nutzen der eigenen Plattform, um pro-aktiv möglichen Klimaschutz aufzuzeigen
4)     Förderung eines nachhaltigen und verantwortungsvollen Konsums; 
5)     und Einsatz für den Klimaschutz durch eigene Kommunikation.

Teamgründer Pierre Casiraghi und Boris Herrmann unisono: „Wir sind stolz, nun Teil dieser Initiative zu sein, da wir davon überzeugt sind, dass der Sport allgemein das Bewusstsein schärfen kann, und der Segelsport im Besonderen einen großen Einfluss auf die Bekämpfung des Klimawandels nehmen kann.“ Das Team Malizia beachte und verfolge diese Prinzipien bereits und habe diese in seinem Auftritt und seiner Arbeitsweise verankert. Casiraghi: „Zum Beispiel haben wir voriges Jahr mehr als 4.500 Kindern unser Bildungspaket nahegebracht, das sich mit dem Klimawandel und den Ozeanen beschäftigt.“ Die Hochseeyacht „Malizia“ hat einen CO2-Sensor an Bord, um dem Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg und dem Kieler Helmholtz-Zentrum für Meeresforschung, Geomar, wichtige wissenschaftliche Daten zu übermitteln, die helfen, die Bedeutung des Kohlendioxydgehalts in den Ozeanen für das Klima besser zu verstehen.“

Bei der Auftaktveranstaltung der Initiative „Sport für den Klimaschutz“ erklärte die UNFCCC-Generalsekretärin Patricia Espinosa, dass Sportorganisationen und Athleten im Kampf gegen den Klimawandel in einer einzigartigen Position seien, „weil der Sport jeden Querschnitt der Gesellschaft berührt.“

„Vor diesem Hintergrund hoffen wir, dass unser Engagement das Bemühen unserer Fans, unserer Gemeinschaft und nicht zuletzt unserer Regierung stärkt, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen“, sagt Boris Herrmann, „das ist ein Rennen, das wir gewinnen können und müssen, um das Risiko von Dürren, Überschwemmungen, extremer Hitze und Armut für hunderte Millionen Menschen deutlich zu verringern.“

Diese sechs Knoten müssen Segler können

Affenfaust

Diese Knoten gehören zur Grundausstattung des kompletten Seglers. Experte Egmont Friedl zeigt sechs der wichtigsten Knoten in Kurz-Videos

Wahl zum/zur Segler/in des Monats Juni

Die Kieler Woche wird oft als das
größte Segelereignis der Welt bezeichnet. Vor allem in den
internationalen und olympischen Klassen genießt ein
Kieler-Woche-Sieg ein ähnliches Prestige wie ein Sieg bei einer
internationalen Meisterschaft. Entsprechend ist für die Segler der
Nationalmannschaft der Auftritt vor Kiel eine Selbstverständlichkeit.
Zweimal Gold in den olympischen Disziplinen und fünfmal in den
internationalen Klassen standen am Ende der neun Tage von Kiel in der
Liste der deutschen Siege. Alle Gold-Gewinner stehen bei der
Ernennung zum/zur Segler/in des Monats Juni zur Wahl. Die Abstimmung
auf sail24.com ist vom 17. bis 24. Juli freigeschaltet.

Heiko Kröger, 2.4mR: Der Hamburger ist der Dauersieger zur Kieler Woche der vergangenen Jahre, triumphierte bereits zum zwölften Mal. Seine Serie war beeindruckend: In zehn Rennen siegte er sieben Mal. An seinem Erfolg gab es keinen Zweifel.

Wolfgang Hunger/Holges Jess, 505er: Die Durststrecke ist beendet: Seit 2013 hat Wolfgang Hunger auf diesen Sieg gewartet. Mit seinem Vorschoter Holger Jess gelang die Aufstockung des Kieler-Woche-Rekords: Sieg Nr. 22 für Wolfgang Hunger.

Ole Schweckendiek, Laser 4.7: Der Kieler ist der jüngste KiWo-Sieger 2019. Mit gerade 14 Jahren überzeugte der Schüler auf seinem Hausrevier. Nur einen Patzer erlaubte er sich in elf Rennen: in der letzten Wettfahrt, als der Sieg schon feststand.

Arne Wilcken und Crew, J/80: Nach neun Jahren gab es zur Kieler Woche die Wachablösung. Arne Wilcken aus Kiel gelang es, Martin Menzner mit seiner Mannschaft vom Thron zu stoßen. Nach langer Aufbauarbeit ist es der größte Erfolg für Wilcken.

Carsten Kemmling und Crew, J/70: Der Segelreporter hat vor zwei Jahren die Premiere der Deutschen Meisterschaft in der J/70 gewonnen, jetzt holte er auch Kieler-Woche-Gold. Mit einem starken letzten Tag übernahm Kemmling die Spitze.

Victoria Jurczok/Anika Lorenz, 49er: Dieser Erfolg fehlte bisher in der Liste der beiden Berlinerinnen. Medaillen von Welt- und Europameisterschaften haben sie bereits eingesammelt, jetzt triumphierten sie beim Heimevent des Nationalteams.

Phillip Kasüske, Finn: Die deutschen Finn-Asse hoffen noch, auf den Olympia-Zug aufspringen zu können. Zur Kieler Woche bewies Phillip Kasüske taktische Raffinesse im Finale, segelte im Finale kurz Match-Race gegen den Führenden und dann zum Sieg.

Segler des Monats Juni








Zehn Tage Kunst, Kulinarik, Klanggenuss

Lasershow und Abschlussfeuerwerk
Zehn Tage bietet die Travemünder Woche also wieder einen bunten Strauß an Sommeraktivitäten bis in die späten Abendstunden. Die beliebte Pyro- und Lasershow an der Passat setzt von Montag bis Samstag jeweils um 22.45 Uhr ein optisches Highlight in den Abendhimmel und ist von der Travepromenade am besten zu sehen. Das Abschlussfeuerwerk am 28. Juli um 22.45 Uhr Uhr über der Nordermole ist der finale Höhepunkt und sorgt für den optischen Schlusspunkt der Travemünder Woche in ihrem 130. Jahr.

Optimist WM: Italiener mit Titel-Hattrick – Silber für deutschstämmigen Schultheis

Optimistsegeln

Das gab es noch nie. Der Italiener Marco Gradoni (15) hat zum dritten Mal in Folge die Optimist Weltmeisterschaft gewonnen. Die Spanierin Prello schaffte den Hatt Weiterlesen

Törntipps Costa Dorada

ISLOTES COLUMBRETES:

Die 30 Seemeilen vor der Küste liegende Inselgruppe ist ein Naturschutzgebiet. Segler, die den Archipel ansteuern, müssen sich auf Kanal 9 anmelden. In der Caldera von Columbrete Grande liegen 10 Bojen aus, an denen sie ihr Schiff legen und dort auch übernachten können. An allen anderen im Archipel ausliegenden Bojen, darf man nur tagsüber festmachen. Es ist überall verboten, an Land zu gehen! Auf der Hauptinsel werden Führungen angeboten, die zum Zeitpunkt unseres Besuches gratis waren. Fischen ist überall verboten, für Tauchgänge braucht man eine Bewilligung.

PUERTO DEL FANGAR:

Wer in diesen einsamen und rundum beschützten Ankerplatz im Norden des Ebro-Deltas einlaufen will, sollte von der Fünf-Meter-Linie aus mit Kurs Süd die Mitte der Einfahrt ansteuern. Dort können die Wassertiefen weniger als 3 Meter betragen. Sobald man im Schutz von El Fangar ist, ankert man in sicherem Abstand von den Muschelbänken. Der Grund ist Schlick und hält bestens. Zu beachten ist, dass auflandiger Wind aus N bis E den Pegelstand erhöhen, Wind aus SW bis W diesen aber auch um bis zu 0,6 m absenken kann. So hatten wir beim Einlaufen (mit Westwind) 0,7 m unter dem Kiel, während das Echolot beim Auslaufen (mit kräftigem Wind aus NNE) nie weniger als einen Meter anzeigte.

FISCHFANG:

Obwohl wir nicht jeden Tag fischten, zogen wir mit der Schleppangel vier Goldmakrelen an Bord. Sie schmeckten herrlich! Ob sie zu jeder Zeit beißen, kann ich nicht sagen, es lohnt sich aber, sein Glück zu versuchen.

ANKERBUCHTEN

An der südlichen Costa Dorada gibt es einige sehr schöne Ankerbuchten. Meist sind jedoch weite Teile als Badebereich gesperrt. Man muss außerhalb der gelben Bojen ankern und liegt daher recht offen. Da Ankertiefen und Grund gut sind, kann man bei guten Bedingungen in ihnen auch übernachten.

SPRACHE

Nicht überall wurde Englisch verstanden. Vor allem beim Anmelden in den Marinas hatten wir Probleme. Es empfiehl sich daher, ein wenig Spanisch zu lernen.

Von Irland und England nach Schottland (16): Lough Strangford, Nordirland.

Meine diesjährige Segelreise führt mich seit Juni  
die englische Südküste vom Solent nach Westen zu den Scilly Isles. Von dort kam ich in einem langen Schlag über die irische See in Irland an und segle nun 
die irische Ostküste hinauf.

Bis hierher war alles friedlich. Ein windstiller Tag, an dem wir von Howth und der Insel Irelands Eye heraufmotoren. Ein beschauliches Gleiten entlang der sanften Hügel- Landschaft Nordirlands, die nur Hin- und wieder von einer Ruine oder einem Bauernhaus unterbrochen wird.

Und dann zeigt das GPS plötzlich 10 Knoten Geschwindigkeit über Grund an. Doppelt soviel wie üblich. Und doppelt soviel, wie der Geschwindigkeitsmesser als Fahrt durchs Wasser anzeigt. Wie eine geheime Kraft zieht uns der Strom, der gerade herrscht, mit satten fünf Knoten in den Strangford Lough, den See, der sich links von uns öffnet. Wir sind in der Einfahrt in den 26 Kilometer langen Einschnitt an der Nordostküste Nordirlands, der fast bis zu den Vorstädten von Belfast ganz im Norden reicht.
Mitten im breiten Mündungstrichter steht ein weißer Turm auf einer Sandbank, die wie ein Riegel vor der Einfahrt liegt. 10 Knoten Speed. Das ist viel, wenn uns jetzt etwas in die Quere kommt wie die Sandbank, wird Ausweichen zum hastigen Manöver, bei dem wir selbst mit Levjes starkem Motor in der schnellen Strömung Schwierigkeiten haben werden, uns freizuhalten. Uns ist unheimlich, die Kormorane, die auf dem weißen Turm ihre Flügel zum Trocknen ausbreiten, scheinen wie Geier, die auf Beute warten. Der Turm ist oben rot bemalt, eine Markierung, dass sich die eigentliche Einfahrt irgendwo rechts von dem Turm befindet, dort wo das Wasser merkwürdige Wirbel und Kreise an der Oberfläche bildet und Zipfelmützen, kleine brechende Wellen. Anomalien, die man dort findet, wo das Wasser schnell strömt.

Eigentlich sagt der REEDS ALMANACH, das große Telefonbuch, das die Küsten um Großbritannien in einem Sammelsurium voller Namen, Zahlen und Abkürzungen beschreibt, dass in diesem Moment Hochwasser sein müsste – der höchste Stand der Flut, an dem das ewige Hin und Her der Gezeiten zu einem Stillstand kommt. „Slack“ heißt der englische Ausdruck, wenn kein Strom mehr setzt und das Boot irgendwo hin treibt. Aber hier ist gerade nicht „slack“, sondern das Gegenteil. Unsere Fahrt durchs Wasser scheint normal, nur wenn ich zum Ufer hinüberblicke, kann ich erkennen, wie schnell Levje gerade über den Grund dahinschießt. 
Und an den Bojen im Fluss sehe ich es. Bojen, die Fischer ausgelegt haben, um ihre Reusen, ihre „Fish-Traps“ wiederzufinden, die sie auf 30, 40 Meter Tiefe versenkten. Sie wissen, dass sich dort, wo das nährstoffreiche Wasser des Sees aus dem Strangford Lough auf das hereinströmende Meerwasser trifft, sich die Tiere des Meeres wie zum Dinner an einer Tafel versammeln. Die ganze Nahrungskette ist hier an einem Ort versammelt: Kleintiere, die den Fischen ins Maul gespült werden. Kleinere Räuber, die von größeren geschluckt werden oder Möwen und Seeschwalben, die einfach nur ihre Schnäbel kurz in die Wasserwirbel hineinpicken wie einen Zahnstocher, um an Meeresgetier von der Wasseroberfläche aufzulesen, was sich von unachtsam im eigenen Fresswahn zur Meeresoberfläche wirbeln lässt.

Vor der alten Burgruine liegen die Rotoren eines gelben Gezeitenkraftwerks zur Wartung vertäut. Weil die Strömung hier Jahr und Tag beständig setzt, hat man bereits vor zehn Jahren begonnen, in der Strömung des Strangford Lough Türme zu installieren, mit zwei Rotoren, die sich unter Wasser vom Tidenstrom angetrieben wie Flugzeugpropeller drehen und Generatoren antreiben. Mehr als ein Megawatt soll die Anlage bringen.
Eben hat sich unsere Geschwindigkeit auf acht Knoten verringert. Aber nur für einen kurzen Moment, in den Strudeln vor der rotweißen Untiefenmarkierung und dem Wachturm sind wir wieder mit zehn Knoten unterwegs. Große Blasen aufsteigenden Meerwassers, die Levje in voller Fahrt aus dem Kurs drehen, trügerisch glatte Flächen aus der Tiefe kommenden Wassers, die an ihren Rändern kleine Strudelkinder ausbilden. Ob man eine Chance hätte, hier durchzuschwimmen, wenn man ins Wasser fiele? Ich weiß es nicht. Ich bin mir aber sicher, dass der Strom mit seinen 5 Knoten mit einem Schwimmer macht, wozu er lustig ist. Im Herbst in der Bretagne schwamm ich meinem Bootshaken hinterher, als er ins Wasser gefallen war. Schnell hatte ich ihn erreicht, dann aber mehr als eine halbe Stunde gebraucht, um die 100 Meter wieder flussaufwärts zu kommen. Damals waren es nur 0,5 Knoten Strom gewesen, ein Zehntel dessen, was jetzt gerade dort herrscht.
Hinter der Wegmarkierung tut sich der Hafen von Portaferry auf. Von dort kreuzt die Fähre nach Strangford über den See. Malerisch sehen die beiden Orte ja aus, doch der Hafen von Portaferry liegt mitten im Strom am Flussufer. Ob es hier ein Pub gibt, um Abends die Beine auszustrecken, Musik zu hören und ein Bier zu trinken? Sieht nicht so aus. Ein Segelclub am Ufer, ein Hotel, das eine liegt so verlassen da wie das andere. Als wir im Internet nachsehen, gibt es in Portaferry und Strangford gerade mal zwei Kneipen, der Rest sind Cafes, die jetzt um sieben längst geschlossen sind. Ungewisse Aussichten also auf Entspannung. Gewiss ist nur, dass wir beim Anlegen bei drei Knoten Strom ein heikles Manöver vor uns haben, im fliessenden Wasser treibend genau in die Lücke zwischen den anderen Booten zu treffen.
Es wird also nichts mit einem Bier und dem Blick aus einem Pub auf den schnellströmenden Fluss.

Dann lieber ankern vor der Villa mit Park und dem Herrenhaus auf dem Hügel, wo hohe Nadelbäume stehen, die alles andere überragen als wären sie hohe Zedern, die einst ein Reisender vom Ufer des östlichen Mittelmeeres zurückbrachte in seine Heimat, als hätte er gewusst, dass hier im Golfstrom die Bäume des Mittelmeers Wurzeln schlagen.
Wir lassen uns noch ein Stück flussaufwärts treiben vom Strom, in den See hinein, dann drehen wir um und ankern vor dem Hügel mit dem Herrenhaus  und dem Gezeitenkraftwerk. Zwei Stunden später, als Sven, Ida und ich über heißen Kartoffeln mit salziger Butter im Cockpit sitzen, hat sich der Strom beruhigt. Levje liegt nun träge im See wie die Schiffe vor dem Hafen. Aber es wird nicht lange dauern, dann wird der Strom in Gegenrichtung einsetzen, aus dem Inneren des Strangford Lough heraus, während wir tief schlafen, wird er wieder kentern und mit gleicher Kraft wieder in den See hineinspülen.
Morgen Früh, wenn sich das Spiel gegen 7.00 Uhr morgens ein weiteres Mal umkehrt und der Strom wieder aus dem See hinaus ins Meer setzt, wollen wir los. Uns auf dem windstillen Wasser vorbei an Strangford und den Fischern hinaus aufs Meer spülen lassen und von dort zur schottischen Küste übersetzen.
Sie ist ja nicht weit von hier, gerade mal die Distanz von München nach Augsburg, 50 Minuten Autofahrt wären es, wenn man ein Auto benutzen könnte. 
Aber noch braucht man ein seetüchtiges Schiff dafür. So eins wie Levje.