Monatsarchive: Januar 2019

Schnuppersegeln und Lernen in der „Sailing School“ der boot

boot Segelschule 2017 boot4school Segeln (c) Point of Sailing

Optisegeln, Live-Shows und Vorträge: Am Testbecken in Halle 14 der boot Düsseldorf gibt es ein vielfältiges Programm vor allem für Familien und Kinder

Golden Globe Race: Nur noch 15 Seemeilen Abstand – schnappt sich Slats van den Heede?

Golden Globe Race

Neu errechnete ETA ist der 1.Februar. Kampf der Retro-Giganten: Der Eine will auf den Azoren-Wirbel aufspringen, der Andere pumpt Salzwasser und taucht mit Haien. Weiterlesen

MOBOSpro: Reichweite über 16 Seemeilen

Der neue Sender von Seareq mit einer extra weiten Reichweite von über 16 Seemeilen (30 Kilometer) kann mit allen MOBOS-Empfängern kombiniert werden, lediglich eine spezielle Funkempfangsantenne ist dafür erforderlich.

Eine zuverlässige Übertragung ist das A & O für eine schnelle Rettung. Nicht selten erreicht der Notruf eines MOB-Senders den rettenden Empfänger aufgrund von Wasserwellen oder einer überlasteten Funkfrequenzen nicht.
 Die MOBOS-Sender funken daher schon immer über eine eigene Frequenz und sind darum auch als einziges System auf Binnengewässern zugelassen. Außerdem heben sich auch äußerlich von allen anderen MOB-Sendern ab, da ihre Antennen bruchsicher im Gehäuse liegen. In einem Notfall steht der Sender senkrecht auf dem höchsten Punkt der aufgeblasenen Rettungsweste, weshalb sein Alarmsignal wesentlich besser übertragen wird.

(Bild: Seareq)

In Küstennähe und in den Revieren der meisten Freizeitsegler decken die bisherigen Modelle alle Anforderungen bestens ab. Der neue MOBOSpro Sender ist aber ein echter Sicherheitsgewinn für Racer, Profis und Atlantiküberquerer.
www.seareq.de

Solaris 44: Luxus und Purismus

Mit ihrer klaren Linienführung, ihrem sehr aufgeräumten Deck und ihrem flachen Aufbau, der beinahe im Deck verschwindet, zieht die Solaris 44 alle Blicke auf sich. Dass Solaris-Yachten nicht nur gut aussehen, sondern auch schnell segeln, dafür sorgt Javier Soto Acebal. Er hat der 44-Fuß-Yacht eine moderne Dreiecksform verpasst, die im Heck breit ausläuft und mit zwei Ruderblättern ausgestattet wird. Das Unterwasserschiff ist flach, Steven und Heck sind senkrecht ausgerichtet.

Technische Daten

Lüa inkl. festem Bugspriet: 13,35 m
Breite: 4,18 m
Tiefgang Standard: 2,60 m
Verdrängung: 9,9 t
Preis: ab 352.910 Euro

Brückenpassage: Wie man besonders lässig durch ein Nadelöhr segelt

Die wollen doch nicht…Niedriger kann eine Brücke kaum sein, unter der man mit einem Segelboot passieren will. Wie soll das klappen? Aber diese Crew hat einen besonderen Trick. Weiterlesen

Nach 666 Seemeilen hat „Spindrift 2“ schon 140 Vorsprung

Jules Verne Trophy 2019: <p>
	Der Start in den Jules-Verne-Rekordversuch: &quot;Spindrift 2&quot; jagt die Troph&auml;e</p>

Der Auftakt des Jules-Verne-Rekordversuchs verläuft vielversprechend: Seit dem Start am Mittwoch hat sich Yann Guichards Crew schon ein Polster zugelegt

An deutschen Küsten weniger Menschen in Seenot

John T. Essberger: <p>
	Seenotrettungskreuzer &quot;John T. Essberger&quot;</p>

2018 haben die Seenotretter an der deutschen Nord- und Ostseeküste 38 Personen aus Seenot gerettet. 2017 waren es mit 58 Geretteten noch rund ein Drittel mehr

Held und Botschafter: Sir Robin Knox-Johnston kommt!

Golden Globe: <p>
	Sir Robin Knox-Johnston bei seiner triumphalen R&uuml;ckehr als erster Nonstop-Weltumsegler. Eine Reise in die Vergangenheit des legend&auml;ren britischen Seglers unternahm die YACHT schon im vergangenen Jahr (14/2018). Jetzt kommt Sir Robin Knox-Johnston &ndash; passend zum eigenen Jubil&auml;um &ndash; zur 50. Auflage der boot D&uuml;sseldorf</p>

Er war der erste Skipper, der vor 50 Jahren ein Solo-Nonstop-Rennen um die Welt gewonnen hat: Clipper-Race-Gründer Sir Robin Knox-Johnston ist in Düsseldorf

Jules Verne Trophy: “Spindrift 2” mit schnellem Vorsprung – Unter 5 Tagen bis zum Äquator

Spindrift, Jules Verne Trophy

Das perfekte Wetterfenster? Am ersten Tag nach dem Start des Rekordversuchs bei der Jules Verne Trophy hat die Spindrift-Crew schon 140 Meilen Vorsprung herausgesegelt. Weiterlesen

SAILING Champions League: Nur sieben kommen weiter – Fünf deutsche Clubs bei Quali

Sailing Champions League

Erstmalig gehen gleich fünf deutsche Clubs in dieser Saison bei der SAILING Champions League-Qualifikation an den Start. Insgesamt 95 Vereine segeln bei drei Veranstaltungen um den Finaleinzug. Weiterlesen

SAILING Champions League: Auslosung für 2019

Ebenfalls in Spanien dabei: Der Wassersport-Verein Hemelingen aus Bremen, der in der vergangenen Saison beim SCL-Finale Platz drei belegte und 4. in der Liga wurde, sowie der Württembergische Yacht-Club aus Friedrichshafen (Liga 3.). Die Nachrücker und Liga-Fünften vom Verein Seglerhaus am Wannsee (Berlin) müssen sich vom 23. bis 26. Mai im italienischen Porto Cervo beweisen, die Vize-Meister vom Bayerischen Yacht-Club reisen vom 04. bis 07. Juli nach St. Petersburg (Russland). Die offizielle Zuordnung der Startplätze für die Qualifikationsevents wurde live bei Facebook übertragen.

„Der Begehrtheit für einen Startplatz bei der SAILING Champions League war in dieser Saison nur durch eine Sache nachzukommen: Die Einführung eines dritten Qualifikationsevents”, so Ole v. Studnitz, Vorsitzender des Deutschen Segel-Liga e.V. “Das zeigt wie sehr der Stellenwert der SCL in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Es wird Zeit, dass wieder mal ein deutscher Verein den Titel holt“.  2016 gewann der Deutsche Touring Yacht-Club die Königsklasse des Vereinssegelns.

Insgesamt starten bei den drei Qualifikationsevents in diesem Jahr 95 Vereine aus 21 Ländern: Das Teilnehmerfeld setzt sich zum einen aus den jeweils fünf besten Clubs der insgesamt 17 nationalen Segelligen zusammen, zum anderen werden diverse Wildcards vergeben. Die besten sieben jedes Events sichern sich einen Startplatz für das Finale in St. Moritz (Schweiz) im August. Der Gewinner darf sich als „Bester Europäischer Segelclub“ betiteln.

Die Verteilung der Clubs

Ein Dinghy steht Kopf

 Mo., 14.Jan.19, Chile/Osterinsel/Hanga Roa, Tag 1688, 15.744 sm von HH

„Du guckst nach hinten und sagst mir, wann eine Welle kommt“, fordert Achim mich auf. Wir befinden uns noch vor der Stelle an der Hafeneinfahrt, wo die Wellen anfangen sich brechen. Die Wellen sehen beängstigend hoch heute aus. Komisch, wo kommen die her? „Du kannst da nicht rein“, sind meine letzten Worte.
Achim gibt Gas. Die erste Welle geht unter uns durch, alles gut. Dann kommt schon die zweite angerauscht, baut sich als blau-grüne Wand hinter uns auf. Achim gibt mehr Gas. Wir sind zu langsam. Viel zu langsam. Shit. Dann sehe ich nur noch weiß. Brausend bricht sich die Welle in unser Dinghy. Wir surfen für einen kurzen, glücklichen Moment, dann überschlagen wir uns. Achim und ich werden aus dem Dinghy geschleudert. Es dauert lange bis ich aus der rollenden Welle wieder an die Oberfläche gelange. Viel Zeit, um mir zu überlegen, dass der Außenborder Hackfleisch aus mir macht, sollte er mich treffen.
Die Sorge ist unbegründet, wie sich später heraus stellt. Seit seinem Unglück mit dem Dinghy, benutzt Achim immer (!) das rote Spiralkabel für den Notaus des Motors.

Als ich auftauche, bin ich ein gutes Stück vom Schlauchboot entfernt. Es treibt auf dem Kopf, Achim dicht daneben. „Alles in Ordnung bei Dir?“ Ich bekomme ein okay. Die nächste Welle rollt heran. Nimmt uns ein Stück Richtung Ufer mit. Bloß weg von den Felsen links neben uns, denke ich, und schwimme Richtung Hafen. Der ist nicht mehr weit, vielleicht zweihundert Meter. Achim sehe ich beim Dinghy. Die ersten Wellenreiter, die sich in der Brandung amüsieren, sind bereits auf dem Weg zu ihm. Schwimmend sammel ich unsere Wanderschuhe ein, die wir für unseren geplanten Ausflug dabei haben. Ein Schuh von Achim, einer von mir. Ich finde es selber merkwürdig, dass ich das registriere. Ich entdecke noch Achims Kappe und einen gelben Spachtel.

Einer der Surfer paddelt zu mir rüber. Er übergibt mir sein Surfbrett, damit ich leichter schwimmen kann mit dem halben Hausstand im Arm. „Geht es Dir gut?“ Als ich nicke, lässt er mich zurück und schwimmt Achim zur Hilfe. Zu viert scheint es ganz einfach zu sein, das Schlauchboot wieder richtig herum zu drehen. Achim hat den Eindruck, dass die Jungs das nicht das erste Mal machen.

Ich habe vielleicht noch hundert Meter zu schwimmen, da kommt ein Fischerboot aus dem Hafen. Die Jungs nehmen mir Schuhe und das Surfbrett ab. Ein beherzter Griff unter meine Achseln und ich werde wie ein nasser Sack ins Boot gehoben. In der Zwischenzeit sind die drei Surfer und Achim in unser Dinghy geklettert, eine Leine wird zu uns übergeworfen und das Fischerboot zieht unser Dinghy in den Hafen.  
Als ich aus dem Fischerboot klettere, zittern mir die Knie. Jetzt fährt mir richtig der Schreck in die Knochen. Die Fischer wehren meinen Dank mit einem Winken ab. „Siempre.“ Immer gerne. 

Der Schaden
Ich gehe zu Achim auf die andere Seite vom Hafenbecken, wo er mit dem Dinghy angelandet ist. Alle Knochen heil, beide haben wir nicht eine Schramme davon getragen. Wir beglückwünschen uns, das ist das wichtigste.
Wir schreiten zur Schadensbegutachtung. „Nein, sag nichts, ich könnte auch heulen“, findet Achim. Meinen Rucksack hat Achim aus dem Wasser gefischt, seinen trug er auf dem Rücken. Ein Wanderschuh lag noch im Schlauchboot, den zweiten fehlenden haben die Fischer gerettet. Da kommen noch einmal die Surfer um die Ecke mit unserem Dinghy-Anker, der aus dem Schlauchboot gefallen war. Den haben sie extra für uns hoch geschnochelt. Sie wollen nichts von uns haben. Nicht mal ein Dankeschön hören. Alles selbstverständlich, gern geschehen. Take care!

Lächeln fällt noch etwas schwer
Lächeln fällt noch etwas schwer

Unsere Rucksäcke triefen. Wir hatten alles dabei, schließlich wollten wir heute zum Krater ‚Rano Kau‘ wandern, einer der Hauptattraktionen auf der Insel. Achims gute, alte Nikon, eine Spiegelreflexkamera, tropft wie ein Kieslaster. Die ist hin, trotz wasserdichtem Beutel. Dieser Beutel reicht offensichtlich nur für einen Regenschauer, nicht zum Schwimmen. Das ist ja mal richtig Mist. Die Objektive könnten es überlebt haben. Ohne Kamera ist das nicht festzustellen.
Ich bin das erste Mal froh, dass ich immer total spießig meinen Fotoapparat und meine Videokamera in Klick-Boxen transportiere. Diese umständliche Handhabung hat mich so manchen Tag schon affig gemacht. Heute bin ich die Gewinnerin. Beide Teile leben noch. Hurra, wenigstens etwas.
Mein e-Reader ist tot. Den wollte ich erst an Bord lassen, aber da ist der Reiseführer für die Osterinsel drauf. Nicht wasserdicht verpackt. Eigene Schuld. Blöd gelaufen.
Meine und Achims Sonnenbrille liegen auf dem Meeresgrund. Da besteht noch Hoffnung, dass wir die an einem ruhigen Tag beim Schnorcheln wieder finden können. Meine Brille ist ein herber Verlust, ist das doch meine einzige Sonnenbrille mit Gläsern in meiner Sehstärke.
Außerdem sind meine Wandersocken weg. Meine besten Wandersocken. Nagelneu! :cry:

Unser Hab und Gut
Unser Hab und Gut

Während wir uns mit ‚hätte, hätte‘ beschäftigen und die einrollenden Wellen beobachten, kommt der Port-Kapitän zu uns. Der Hafen sei ab sofort für kleine Boote gesperrt. Es tut ihm leid mit unserem Unfall, die Wellen wären in seiner Vorhersage nicht zu sehen gewesen. Wenn wir zurück an Bord wollen, müssen wir einen der Fischer fragen, ob er uns fährt. Na, das ist ja prima, schade, dass die Info etwas spät kommt.

So ein Otto hat uns umgeworfen
So ein Otto hat uns umgeworfen

Achim widmet sich erst mal unserem abgesoffenen Außenborder. Ich organisiere etwas Papier, um unsere Dinge aus dem Rucksack abtrocknen zu können. Triefnass frage ich an einer der Tauchbasen an. „Es ist gefährlich heute mit den Wellen“, bekomme ich zu hören. Man müsse sie zählen (angeblich ist nur jede neunte Welle hoch, so wie damals bei Papillon), abwarten und dann Gas geben. Und es wird noch schlimmer mit den Wellen. Die kommen aus Westen, geschickt von einem Schlechtwetter-Gebiet. Morgen ist der Hafen mit Sicherheit auch noch gesperrt.
Hm, zwei Tage hier an der Pier ohne Schuhe und in nassen Klamotten zu campieren, gefällt mir nur mäßig.

Achim repariert erfolgreich und in rasender Geschwindigkeit den Außenborder. Den Vergaser bekommt er in der Zwischenzeit im Schlaf heraus operiert, nur mit Hilfe seines Lethermens. Den Einlass des Motors spült er mit Süßwasser, Zündkerzen raus und am Anlasser ziehen. Die beiden Zylinder flutet er mit Benzin. Das war’s. Gott, wäre doch alles im Leben so einfach (später an Bord wird noch alles mit WD40 gereinigt).

Da sehen wir unsere neuen Liegenachbarn mit ihrem Dinghy in den Hafen schießen. Pudelnass. Ihnen ist eine Welle in ihr Schlauchboot gestiegen und ihr Außenborder hatte kurz Grundberührung. Allerdings ohne großen Schaden. Die Glücklichen.

Nach drei Stunden haben wir uns so weit sortiert, dass wir versuchen jemanden zu finden, der uns zum Schiff zurück bringen kann. Die Tauchbasen winken ab. Auch für sie ist der Hafen in der Zwischenzeit gesperrt worden. Ein- und Auslaufen verboten. Wir sollen es bei den Fischern versuchen. Die seien abgebrüht und fahren bei jedem Wellengang, obwohl es ihnen auch verboten ist. Wir finden Fischer Mario. Klar, kein Problem, er fährt uns.
Das Dinghy will er aber nicht in Schlepp nehmen. Dann wäre er zu langsam bei der Ausfahrt. Er nimmt Achim an Bord und ich traue meinen Augen nicht. Gemeinsam zerren sie mal eben unser Dinghy quer auf das Fischerboot. Auf dem Kahn wird es dann gedreht, damit es halbwegs stabil liegt. Unglaublich. Unsere Klamotten und ich werden ebenfalls aufgenommen und dann geht es los. „Eine tolle Fahrt, eine schöne Fahrt, einsteigen, mit dabei sein“. Vollspeed geht Mario gegen die einrollenden Wellen an. Hart schlagen wir auf Wasser. Bandscheibenkiller. Nach drei Wellen sind wir durch. Friedlich liegt der Ozean vor uns. Zwei Minuten später sind wir bei Atanga. Jetzt brauchen Achim und Mario nur noch das Dinghy wieder vom Fischerboot zerren.

Mario nimmt unser Schlauchboot mal eben Huckepack
Mario nimmt unser Schlauchboot mal eben Huckepack
Das Dinghy kommt wieder runter
Das Dinghy kommt wieder runter

Was lernen wir daraus?
So schnell kann das also gehen, dass ein Dinghy Purzelbaumschlägt. :mrgreen: Unsere Erfahrungen mit Brandung waren noch jungfräulich. Teures Lehrgeld haben wir da heute bezahlt. Wir hätten uns beide auf den Boden des Dinghys setzen sollen, um den Schwerpunkt zu verlagern. Und wir hätten auf einen besseren Zeitpunkt zum Einfahren warten sollen. Wir hätten die Wellen länger beobachten sollen. Hätten, hätten … Wir haben es unterschätzt und zum Unglück kam auch noch Pech dazu. Nur für Erwachsene, habe ich neulich noch geschrieben. Tja, das ist wohl so.

Klugscheißer-Modus:
Nur fürs Protokoll, nicht etwa, weil ich es besser wusste, also nur fürs Protokoll, sei hier folgendes angemerkt. Ich habe es gleich gewusst! ;-) Schon beim ersten Blick morgens auf den Hafen, sage ich zu Achim: „Das sieht ja heute komisch aus, die Wellen bilden eine durchgehende weiße Linie. Ich sehe gar keine Einfahrt.“. Also, ich mein ja nur, fürs Protokoll.

Am späten Nachmittag sind die Wellen sogar von der Rückseite beeindruckend
Am späten Nachmittag sind die Wellen sogar von der Rückseite beeindruckend
Hinter den Wellen liegt der Ozean wie ein Handtuch da
Hinter den Wellen liegt der Ozean wie ein Handtuch da