Monatsarchive: Februar 2018

SV Dana – Adriana + Wouter Kool NED

POCKETCRUISER – PACIFIC SEACRAFT DANA 24 IN THE MED


14 Minutes of dreaming about sailing in the beautiful waters around Italy

Logistik unterwegs

BESCHAFFUNG VERSORGUNG WIRD KOMPLIZIERT


Sind saubere Socken und ein frisches Hemd im Kleiderschrank? Haben wir Shampoo, Kartoffeln und Exoten Früchte im Haus? Oder ist irgend etwas ausgegangen? Kein Problem! Ein Klick, ein Schrei und der UPS Mann fliegt vorbei, klingelt devot an Vorder- oder Hintertür und liefert gegen Krickelkrakel jede Ware hübsch verpackt im Plastiksack.

Logistik unterwegs

Legal, illegal, scheißegal

Fr., 23.02.2018, Panama/Shelter Bay, Tag 1364, 12.404 sm von HH

Letzte Woche hat Panama für Yachties die Einreiseregeln geändert. Das ‚Yatista‘ Visum wurde abgeschafft. Gut für Neuankömmlinge, wir haben vor drei Monaten noch 200 USD dafür bezahlt.
Das Visum war ein Jahr gültig, musste jedoch alle drei Monate verlängert werden.

Ab sofort gibt es nur noch ein Touristen-Visum, von Anfang an sechs Monate gültig.
Das Pech will es, dass wir das ‚Yatista‘ Visum im Pass kleben haben. Gültig bis 29. Februar 2018. Das ist an sich schon Quatsch, da dieses Jahr der Februar 28 Tage hat. Das ist bei der Einreise niemandem aufgefallen.

Brav und deutsch wie wir sind, möchten wir unseren Aufenthalt legalisieren.
Mit dem Shopping-Bus düsen wir nach Colon. Eben noch in ein Taxi gesprungen und schon stehen wir vor dem Büro der Immigration. Wir sehen gut aus und befolgen den vorgeschriebenen Dress-Code: keine kurzen Hosen, dafür Hemdpflicht bei Männern, keine Flip-Flops und keine Spaghetti-Träger bei Frauen.

Die nette Zwei-Sterne-Offizierin, die sich sofort um uns kümmert, ist hilflos. „Wir haben neue Regeln.“ „Jupp, wissen wir, deswegen sind wir hier.“ Sie überlegt, läuft mit unseren Pässen von einem Kollegen zum anderen. Viel Palaver und viel Schulterzucken können wir erkennen. Die kollektive Ratlosigkeit ist förmlich greifbar.
Strahlend kommt sie wieder. Wir bräuchten gar nichts machen. Neben dem lästigen Visum, hätten wir ja noch den normalen Einreisestempel vom 29. November, also Ende Mai müssen wir raus.
Das Leben könnte so schön sein. Aber Achim (@@§%&§@) lässt nicht locker und zeigt auf den 29. Februar.
Die Kleine läuft wieder weg. Diesmal zur Vier-Sterne-Chefin.
Bedauernd kommt sie wieder. Alles falsch, was sie eben gesagt hat, wir müssen nach Panama City. Hier können sie uns nicht helfen. Alles betteln und flehen, nützt nichts.
Ab nach Panama City.

Eine ätzende Busfahrt von 2,5 Stunden später und einer weiteren Taxifahrt durch das Dauerstau gestresste Panama City, stehen wir vor der großen Immigrations-Behörde.
An einer Art Tresen ist man uns sofort behilflich. Der Ein-Stern-Mann läuft mit uns durch Gänge, klopft an Türen und fragt Kollegen auf dem Gang, um uns schließlich vor einer Tür zu parken: „Hier seid ihr richtig, aber der Beamte, der euch helfen kann, ist gerade zum Mittagessen.“

Wir warten. Aber nur kurz. Die Hinweis-Schilder an der Tür kommen uns spanisch vor. Wir übersetzen ‚Abholung‘ und wähnen uns falsch an diesem Ort.
Eigenmächtig verlassen wir unseren Warteplatz und versuchen am Eingang beim Pförtner unser Glück. Der hat keinen Plan, was wir wollen, hält aber eine süße Zwei-Sterne-Offizierin an.
Noch mehr Gänge, noch mehr Türen. Sie verschwindet hinter einer Tür. Wieder warten. „Nein, wir sind falsch hier“, kommt sie zurück. Gemeinsam geht es nun in das Erdgeschoß.

Ein Lichtblick in Form eines Drei-Sterne-Typs, der etwas englisch spricht. Er nimmt unsere Pässe, wir warten. Strahlend kommt er wieder, wir bräuchten gar nichts machen.
Achim kann es nicht lassen und zeigt wieder auf den 29. Februar. „Ach das“, die drei Sterne freuen sich, „das heißt doch 29.12.18“.
Heißt es nicht, was er als ‚eins‘ interpretiert, ist ein Trennstrich. Mann, kauf Dir eine Brille.
Aber jetzt gibt auch Achim auf.

Außer Spesen, nichts gewesen. Auf umgekehrten Weg geht es zur Marina zurück, außer dass der Nachmittags-Shopping-Bus natürlich weg ist. Zehn Stunden unterwegs für genau gar nichts.
Achim findet, wir haben alles menschenmögliche unternommen, um legal in Panama zu sein. Ich finde die ‚Idee‘ von dem drei-Sterne-Mann gut und bin für Urkundenfälschung.
Vor dem Trennstrich ist genug Platz, um eine ‚eins‘ davor zu malen.
Die Strafen für illegalen Aufenthalt betragen einhundert USD pro Monat, pro Person. Mit zwei kleinen Strichen wäre das aus der Welt. Die Crew diskutiert noch. ;-)

Unser Visum für Panama

Unser Visum für Panama

SV Rio – Andreas Müller GER

RAYMARINE PINNENPILOT – PREISWERT REPARIERT


Lieber Peter, Deine Windpilotanlage hat nun schon viele Jahre Dienst auf meine “ RIO“ geleistet. Ich kann mir ein Segeln ohne sie kaum noch vorstellen, zumal ich ja meistens einhand unterwegs bin.

Raymarine

Wasserbombe

Kleine Fortschritte

Auch Mitsegler Dietmar ist mit dem Flieger von Cayo Largo nach Havanna abgedüst. Nicht ohne noch seine Hand anzulegen und ein paar Punkte auf der ToDo Liste der MARLIN abzuarbeiten. Eine neue neue Schuko-Steckdoselleiste ziert den Motorraum, die Heizungen sind wieder befestigt, die Madenschrauben der Bodenbretter wieder gängig. Florian hat nicht nur den Bordrechner mit Bordmitteln ohne Internet wieder zum Leben gebracht, sondern auch zwei Kontrollampen am Schaltpanel wieder ins öffentliche Leben integriert. Ein Wackelkontakt an der LAN Verkabelung der LunaWLANnet ist gefunden und gefixt und die UUPlus Software läuft stabil in der ONSATMail Version auf dem Bordrechner. Jep. Die beiden HGK Mitsegler waren von ihrer Motivation und Fähigkeiten eine echt positive Erfahrung für mich. Es hat sich wirklich gelohnt sie mitzunehmen. Danke noch mal an dieser Stelle.

So blieb nicht viel Zeit am Mittwoch noch den 11er Kite in den blauen Himmel zu ziehen. Morgens bläst es im Moment mit 25 Knoten Wind. Mittags schläft der Wind dann ein. Am Nachmittag ist eigentlich nichts mehr da und Nachts um 22 Uhr geht es dann wieder los mit 20 Knoten. Dies regelmäßig seit ein paar Tagen. Tendenz zum Wochenende abnehmend, was mir für die anstehende Überfahrt nach Cienfuegos ganz Recht kommt. Es ist mehr ein psychologischer Moment, um den es hier am Sirena Beach geht. 2016 habe ich mir hier die Schulter gebrochen und zwei Jahre gebraucht um diese nun wieder gebrauchen zu können. Mein letzter Kite Lehrer Nik hat mir gesagt, dass ich so perfekt sei, dass ich nun alleine auf’s Wasser muss um den Kick aufs Brett zu bekommen. Recht hat er. Die Durchführung der Sicherheitsregeln habe ich mir zwischenzeitlich verinnertlicht. Der Start des 11er Kites ist unproblematisch, der Wind viel zu wenig, aber da ich diesen noch nie am Himmel hatte, ist es ganz gut eine Trainingsstunde einzulegen. Die Erinnerung an meinen Unfall schwindet gegen das Vertrauen in mich selbst. Flo hat sie das 2qm Kite Kissen zum Üben mitgenommen, dass auch bei wenig Wind, immer schnell geflogen, Spass und Routine bringt. Wir haben beide Spass in den Backen ohne Ende.

“Jetzt spinnt der Skipper total. Ich glaub es ja nicht.“ Dietmar steht im Cockpit und zeigt Flo ein Vögelchen. Ich habe einen Latex Handschuh mit Wasser gefüllt und Dietmar diesen an Takelgarn im Salon aufhängen lassen. Das prall gefüllte Kunstobjekt hat Sinn und Tradition. Zum internationalen Einklarieren muss man in Cayo Largo in die Marina. Wir an den großen Steg. Keine 10 Meter vom Schiff wird der internationale Müll gesammelt. Innerhalb zwei Stunden haben wir vierzig neue Mitbewohner an Bord. Kleine, freche Fliegen. Ich versuche es zuerst mit der Fliegenklatsche. Es folgt der Staubsauger. Ich drohe mit Ausräuchern. Nichts hilft. „Vor dem mit Wasser gefüllten Latex Handschuh haben die Fliegen Angst!“, erkläre ich Dietmar und Flo. „Die ziehen jetzt aus. Alte Technik von den Kapverden.“ Die beiden schauen ungläubig. Sechs Stunden später sind fast alle Fliegen weg.

Heute sind wir früher unterwegs. Etwas abenteuerlich starten Flo und ich den Kit an einem kleinen Strand etwas abseits vom Geschehen. Es dauert ordentlich bis dann doch eine Wolke mit etwas mehr Wind für eine halbe Stunde kommt und wieder mal stehe ich mehrmals für einige Meter auf dem Brett. Wieder einen kleinen Schritt nach vorn. Dann habe ich genug Wasser durch die Nase bekommen. Schnauze voll, buchstäblich. Morgen gerne wieder. Flo nimmt den für ihn doch recht großen 14er an das Trapez und übt Kite Kontrolle. Zur Sicherheit binde ich sein Trapez einfach ans geankerte Dinghy an. Gute Idee. So bleibt er an der richtigen Stelle und fliegt mir nicht in den Himmel. Heute ist früh Bett angesagt. Morgen gibt es bestimmt ordentlich Muskelkater.

 

America’s Cup: Hutchinson holt Dean Barker für den New York Yacht Club ans Steuer

Dean barker

Dean Barker ist zurück im America’s Cup beim Team vom New York Yacht Club. Er soll in der TP52 Super-Series Quantum steuern, versucht aber auch, alte Fähigkeiten wiederzubeleben. Weiterlesen

Caribbean 600: Hamburger Class 40 Duell – Blumencron knapp von “Iskareen” geschlagen

Die Caribbean 600 war insbesondere durch die starke Class 40-Flotte mit acht Schiffen geprägt. SegelReporter Hinnerk Stumm traf an Bord der „Red“ die erschöpften Felix Oehme und Matthias Müller von Blumencron. Weiterlesen

Caribbean 600: Fast die Hälfte der Flotte gab auf – Schafft es “Varuna” noch aufs Treppchen?

Outsider, Tilmar Hansen

Die Caribbean 600 Regatta hatte es in sich. Bei Böen über 40 Knoten kenterte ein Kat und 37 gaben auf. Die Großen kamen am besten durch. Erhält „Varuna“ noch eine Wiedergutmachung? Weiterlesen

Rookies beim Helga-Cup

Wie das Team des DSV sich auf den Helga-Cup vorbereitet.

Der Beitrag Rookies beim Helga-Cup erschien zuerst auf Float Magazin.

Furlex-Rollanlage: Foto-Anleitung für Wartung und Vorstagtausch

Ausgangssituation

Eine Vorsegel-Rollanlage ist heutzutage auf Fahrtenyachten Standard. Dabei spielt es keine große Rolle mehr, ob ein Schiff nur auf dem heimischen Revier segelt oder auf eine Weltumsegelung geht. Neun von zehn Eignern setzen mittlerweile eine Rollanlage ein.

So auch die beiden Weltumsegler Judith und Sönke Roever. Bei ihnen an Bord ist eine Furlex 200S Rollanlage im Einsatz und nach ihrer Weltumsegelung und mehr als 40.000 Seemeilen im Kielwasser stand eine umfangreiche Wartung der Anlage an. Außerdem wurde auf dem Schiff der beiden Hamburger Segler das stehende Gut nach der Reise ausgetauscht und dazu gehört auch der Vorstagdraht in der Rollanlage.

Mit dieser Aufgabe haben die beiden mich beauftragt. Daraus ist diese Fotoanleitung entstanden. Während ich die Rollanlage überholt und überprüft habe, hat Sönke Roever das Geschehen im Hamburger Yachthafen in Wedel mit der Kamera festgehalten.

Rollanlage vom Mast demontieren

Im ersten Schritt habe ich die Rollanlage und den Mast voneinander getrennt. Dazu wird am Masttopp der entsprechende Bolzen am Toggel gelöst.

Danach konnten wir die Anlage ohne Probleme zu zweit neben den Mast legen. Wir haben das untere Ende auf eine Pappe gelegt, um die Rollanlage zu schützen und die Arbeiten auf dem steinigen Grund zu erleichtern.

Demontage der Leinentrommel

Als erstes muss die Leinentrommel abgebaut werden. Dazu wird der Toggel am unteren Ende des Vorstagdrahtes entfernt. Mit einer Zange wird der Splint herausgenommen und Bolzen und Toggel werden entfernt.

Ich habe mir in dem Zusammenhang angewöhnt, alle Teile in einer Plastikkiste zu sammeln.

Am unteren Ende der Leinentrommel sitzt ein Bolzen, der mit einem Stecksplint gesichert ist. An dieser Stelle ist die Trommel mit dem Terminal verbunden. Der Stecksplint wird entfernt und der Bolzen herausgezogen.

Außerdem werden die beiden Schrauben am oberen Ende der Leinentrommel entfernt. Sie fixieren das Furlex-Profil in der Trommel.

Wichtig: Bevor die Leinentrommel auf dem Profil verschoben wird, muss markiert werden, an welcher Stelle sie auf dem Profil sitzt. Andernfalls ist es bei der Wiedermontage schwer, das Loch für die obere Schraube zu finden. Dafür ziehe ich an der Oberkante der Trommel einen Strich.

Nun kann die ganze Leinentrommel-Einheit mitsamt dem Lager nach oben auf das Profil geschoben werden.

Demontage des Terminals am Vorstag

Das untere Auge der Rollanlage ist mit dem Vorstagdraht in einem Schraubterminal verbunden. Dieses muss als nächstes gelöst werden, da andernfalls der Draht nicht getauscht werden kann.

Das Gewinde ist mit einer Schraubensicherung fixiert. Sollte es sich nicht auseinanderschrauben lassen, muss es mit einer Heißluftpistole auf ca. 100°C erhitzt werden. Solange es warm ist, kann es auseinandergeschraubt werden.

Vor dem Erhitzen sollte die weiße Kunststoff-Distanzbuchse abgenommen werden. Sie hat einen Schlitz in der Längsrichtung, aus der sich dasDrahtseil herauspressen lässt. (Dies gilt nur für die Furlex ohne Wantenspanner.) Auf dem vorstehenden Bild ist dieser Schritt versehentlich außer Acht gelassen worden.

Nach dem Erhitzen sollte es für gewöhnlich möglich sein, das Terminal (oder den Furlex Wantenspanner) auseinanderzuschrauben. Am Boden des Schraubteils befindet sich eine konische Scheibe. Sie muss vor dem nächsten Schritt entfernt werden.

Jetzt wird das Terminalteil wieder bis zum Anschlag festgeschraubt. Ist der Anschlag erreicht (handwarm anziehen reicht), wird das Terminalteil wieder zwei Umdrehungen gelockert.

Mit einem Hammer wird auf das Auge des Terminalteils (oder den Furlex Wantenspanner) geklopft. Dadurch sollte sich die Schraubhülse lösen und auf dem Drahtseil bewegen.

Wenn die Schraubhülse locker ist, kann das Terminal wieder auseinandergeschraubt werden.Die Schraubhülse wird beiseite geschoben und der Konus sollte nun zugänglich sein.

Wenn der Draht weiter verwendet werden soll/muss, werden alle Drahtseilkardeelen in Höhe der Biegung außerhalb des Konus abgeschnitten (das ergibt eine Kürzung um etwa fünf Millimeter).

Der Konus hat einen Schlitz. Hier kann ein Schraubenzieher hingesteckt werden, um den Konus vorsichtig zu öffnen. Durch Klopfen auf den Schraubenzieher löst sich für gewöhnlich der Konus und er kann vom Draht gezogen werden.

Wichtig: Der Konus muss immer getauscht werden – auch wenn der Draht weiterverwendet wird. Da es sich beim Konus um ein Ersatzteil handelt, das nicht viel kostet, empfehle ich daher, es bei einer Langfahrt an Bord zu haben.

Abschließend werden die Drahtseilkardelen um die Seele gedreht (gegen den Uhrzeigersinn von unten gesehen). Nun kann die Schraubhülse abgezogen werden.

Da im hier beschriebenen Fall der Draht und der Konus erneuert werden sollten, habe ich beide zusammen abgeflext.

Das Drahtseil aus dem Profil ziehen

Im nächsten Schritt kann das Drahtseil aus dem Profil gezogen werden. Nach dem Ausziehen wird es neben die Rollanlage gelegt. Wir brauchen es noch, wenn wir später den neuen Draht wieder einziehen.

Die Lager der Trommel reinigen und fetten

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, die Trommel zu demontieren und die Lager darunter zu fetten. Um die Leinentrommel zu lösen, müssen verschiedene Schritte durchgeführt werden.

Im ersten Schritt wird die Leinenführung entfernt. Dazu wird die Schraube mit der Nummer 2 ganz gelöst. Die Schraube mit der Nummer 3 hingegen wird nur einige Umdrehungen gelöst.

Nachdem die Leinenführung entfernt wurde, kann die Trommel entfernt werden. Sie besteht aus zwei Leinentrommelhälften.

Hinweis: Wird dieser Schritt im Wasser durchgeführt, sollte mindestens eine Umdrehung Leine auf der Leinentrommel während der Demontage gelassen werden, um zu verhindern, dass die losen Trommelhälften über Bord gehen.

Um die Hälften zu trennen, wird ein Schraubenzieher unter den Schnappverschluss der einen Trommelhälfte gesteckt und gleichzeitig mit einem zweiten Schraubenzieher zwischen die Trommelhälften auf der gleichen Seite gedrückt, sodass diese 3–4 Millimeter auseinandergepresst werden.

Die Trommel wird eine halbe Umdrehung gedreht und danach auch noch der Schnappverschluss auf der anderen Seite geöffnet. Dabei verbleibt der andere Schraubenzieher die ganze Zeit zwischen den Trommelhälften.

Nun liegen die verschiedenen Lager frei und können gesäubert und neu gefettet werden. Ich verwende dazu Bremsenreiniger. Mit dem Reiniger werden die Lager großzügig eingesprüht. Teilweise muss auch das alte Fett von Hand entfernt werden. Dabei helfen ein Schraubenzieher und Haushaltstücher.

Nach der Reinigung werden alle Lager mit seewasserbeständigem Fett wieder gefettet. Ich verwende hierzu das Fett des Herstellers (Teile-Nummer 312-501).

Zusammenbau der Leinentrommel

Nach dem Fetten kann die Leinentrommel samt Leinenführung wieder zusammengebaut werden.

Einziehen des neuen Vorstagdrahtes

Zum Abschluss wird das neue Vorstag eingezogen. Im Fall von Judith und Sönke Roever haben wir das Original-Stag über den Fachhandel bezogen und eingesetzt.

Beim Drahtwechsel empfiehlt es sich wie folgt vorzugehen: Wie oben beschrieben, wird der alte Draht neben die Rollanlage gelegt. Der neue Draht wird vom Masttopp-Ende aus durch das Profil in die Anlage geschoben bis das Terminal an der Toppmanschette anschlägt. Sollte sich der Draht im Profil verhaken, kann er gegen den Uhrzeigersinn am Hindernis vorbeigedreht werden.

Die Länge des neuen Vorstags bestimmen

Die Herausforderung ist, nun für den neuen Draht die Stelle zu ermitteln, an der er gekappt werden kann. Für gewöhnlich wird der Draht mit Überlänge geliefert.

Dazu werden am oberen Ende der Anlage der alte und der neue Draht nebeneinander gelegt und mit einem Bolzen verbunden. Damit ist gewährleistet, dass beide Drähte „längenmäßig“ zueinander passen.

So lassen sich die beiden Drähte am unteren Ende „längenmäßig“ synchronisieren und die passende Stelle zum Kappen kann ermittelt werden. Dabei darf nicht vergessen werden, dass in diesem Fall der Konus abgeflext wurde. Diese Länge muss mit eingerechnet werden. Die zu kappende Stelle wird mit einem Permanentmarker markiert.

An der ermittelten Stelle wird das Drahtseil/Vorstag mit der Flex/Trennscheibe gekürzt.

Das Terminal montieren

Die Schraubenhülse des Terminals wird von Rückständen der Schraubensicherung befreit und gegebenenfalls dafür im Gewinde gereinigt. Das geht mit einem kleinen Schraubenzieher oder Messer ganz gut.

Nach der Reinigung kann die Schraubhülse über den Draht geschoben werden. Dann wird der Konus über den Drahtseilkern gedreht. Dies erfolgt im Uhrzeigersinn (von unten gesehen). Der Drahtseilkern soll am Ende rund zwei Millimeter aus dem Konus herausragen. Dabei sollten die Außendrähte gleichmäßig um den Konus verteilt sein.

Wenn die zwei Millimeter Überstand erreicht sind, wird die Schraubhülse so über die Kardelen geschoben, dass sie festgehalten werden.

Jetzt wird sichergestellt, dass die Schraubhülse fest mit dem Konus verkeilt ist. Dazu wird ein Verstellschlüssel zwischen das Furlex-Profil und die Schraubhülse gehalten. Mit einem Hammer wird dann auf den Kern des Drahtseils geklopft bis die Schraubhülse fest verkeilt ist. Der Drahtseilkern soll dabei weiterhin rund zwei Millimeter aus dem Konus herausragen.

Achtung: Es muss darauf geachtet werden, dass kein Draht im Schlitz des Konus liegt!

Danach werden die äußeren Drähte mit einer Rohrzange/Wasserpumpenzange etwas nach innen gebogen. Alternativ können sie mit einem kleinen Hammer nach innen geklopft werden. Ich würde dabei immer gegen einen Holzklotz klopfen, um das Gewinde der Schraubhülse nicht zu beschädigen.

Abschließend wird die konische Scheibe in das Augteil des Terminals oder des Furlex-Wantenspanners gelegt. Bevor die Schraubhülse mit dem Augteil verschraubt wird, kommen auf das Gewinde der Hülse noch zwei bis drei Tropfen Schraubensicherung. Sie dienen zunächst nur als Schmiermittel.

Das Festziehen erfolgt vorsichtig mit zwei Schraubenschlüsseln. Dabei gehe ich langsam vor, damit sich das Drahtseil zwischen dem Konus und der Hülse anformen kann.

Nach dem Zusammenbau erfolgt noch einmal eine Demontage, um zu kontrollieren, dass die Außenkardelen gleichmäßig um den Konus verteilt sind. Dabei muss zwingend beachtet werden, dass kein Draht im Schlitz des Konus liegt!

Sieht alles gut aus, werden weitere zwei bis drei Tropfen Schraubensicherung auf das Gewinde getropft. Dann wird die Hülse wieder aufgeschraubt und fest angezogen. So soll eine permanente Verschraubung entstehen.

Leinentrommel wieder anbauen

Nun fehlt nur noch der Anbau der Leinentrommel samt Lager. Dabei sollte nicht vergessen werden, die weiße Kunststoff-Distanzbuchse wieder auf den Draht zu setzen.

Jetzt wird noch kurz die Leinentrommel an die eingangs erstellte Markierung geschoben. Die beiden Schrauben am oberen Ende werden wieder fixiert. Ebenso ist mit dem Bolzen samt Sicherungssplint am unteren Ende zu verfahren.

Und zu guter Letzt wird die gesamte Rollanlage wieder mit dem Mast verbunden. Dazu muss einfach nur der Bolzen am Toggel am Masttopp wieder eingesetzt werden.

Fazit

Die Wartung der Rollanlage ist kein Hexenwerk und mit etwas handwerklichem Geschick wird das jedem Eigner problemlos gelingen. Wichtig ist dabei, dass sich Zeit gelassen und jeder Schritt in Ruhe angegangen wird. Hierbei ist auch die mitgelieferte Bedienungsanleitung eine wertvolle Hilfe, da sie sehr detailliert aufzeigt, wie vorgegangen werden muss.

Insbesondere das regelmäßige Fetten der Lager ist für die Langlebigkeit und Leichtgängigkeit der Anlage unabdingbar. Sie sollte daher selbstverständlich sein und es würde mich freuen, wenn die vorstehenden Beschreibungen und Fotos dazu beitragen, dass dies zukünftig leichter von der Hand geht.

Diese Anbieter können dich zu dem Thema weiterführend beraten

Reckmann

Seldén

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Ab in die Karibik

Oder auch: Die kleine Welt der Segler

Gestern Abend waren wir auf einem Vortrag hier am Niederrhein. Davon erfahren hatten wir vor ein paar Wochen zufällig bei Facebook. Da stand im Titelbild zur Veranstaltung: „UNTIE THE LINES – Mein Traum vom Leben mit dem Meer“
Viel zu überlegen gab es da nicht. Wenn Nike hier bei uns um die Ecke einen Vortrag hält, gehen wir natürlich hin!
Die meisten von euch werden Nike Steiger und ihr Segelboot KARL wahrscheinlich kennen. Falls nicht, dann schaut mal hier vorbei: White Spot Pirates

Sabrina und ich haben Nikes Abenteuer von Anfang an verfolgt. Ich kann mich zwar nicht mehr genau daran erinnern, wie wir auf sie aufmerksam wurden, aber ich weiß noch genau, dass da nur dieses eine, allererste Video auf ihrem Youtube Kanal war. Ein Trailer, in dem sie erzählt hat, dass sie ein Boot in Panama gekauft hat und nun eine Doku-Serie über ihre zukünftige Reise machen will. Mich hat damals zum einen natürlich die Idee fasziniert und ich war zum anderen vom Filmstil begeistert, weil er sich deutlich von dem abhebt, was man sonst so bei Youtube findet.
In diesem ersten Video sagt Nike: „Es gibt keinen festen Plan. Diese Reise kann 3 Monate oder 3 Jahre dauern.“
5 Jahre, 182 Videos und einen Dokumentarfilm später ist Nike immer noch unterwegs! Was in dieser Zeit alles passiert ist, lässt sich mit ein paar wenigen Sätzen kaum beschreiben. Achterbahnfahrt trifft es vielleicht am ehesten. Reparaturen, Einhandsegeln, das abwechslungsreiche Leben an Bord, schweres Wetter, Traumbuchten, Seemeilen und eine Lernkurve nach oben wie man sie selten sieht. Bei all dem was Nike erlebt hat, hätten die meisten Menschen längst das Handtuch geworfen. Nike lebt ihren Traum und sie kämpft dafür. Und sie lässt uns alle ein Stück weit daran teilhaben.

Gestern Abend hat Nike uns mit einem wunderbaren Vortrag am Lohheider See an ihren Abenteuern teilhaben lassen. Ein bisschen Karibikfeeling im Winter. Ehrlich, sympathisch, sehr unterhaltsam.

Und dann gab es noch ein paar Zufälle, die schon fast zu viel des Guten sind. Gefühlt die Hälfte aller Besucher kannten sich. Und wenn man sich nicht direkt kannte, dann über Ecken.
Es begann bereits, bevor wie im Saal waren. Da kam uns Edgar entgegen, den wir auf der Boot Düsseldorf kennengelernt haben. Marcel und sein Cousin Thomas waren auch da. Marcel hatte vor etwa 3 Jahren einen Vortrag von Guido Dwersteg organisiert. Er und Thomas waren es auch, die mich während der letzten Meilen mit Eos mit ihren eigenen Booten auf dem Rhein begleitet haben.
Dann war da noch ein Thomas, den wir ebenfalls kannten und einige weitere nette Menschen, die alle irgendwie vernetzt waren.
Daniel zum Beispiel, mit dem ich mich länger unterhalten hatte. Erst kurz vor der Verabschiedung habe ich bemerkt, dass wir bereits länger virtuell vernetzt sind.
Eine weitere ungewöhnliche Begegnung kam mit etwas Verspätung an. Erinnert ihr euch an den Song „Der Wind“ aus unserem ersten Film? Diesen Song hat Selassikai damals dazugesteuert. Selassikai kennen wir bereits einige Jahre. Ich habe das Video zu seinem Lied gemacht, er hat mir eine besondere Version eines seiner Lieder mit auf die Reise gegeben. Persönlich getroffen haben wir uns allerdings bisher noch nie. Das er ebenfalls die Abenteuer von Nike verfolgt, wusste ich nicht. Umso größer war die Freude, als wir dann gestern Abend zusammen dem Vortrag gelauscht haben.

Die Welt der Segler ist also wirklich erstaunlich klein. Oder war es nur Zufall? Ich weiß es nicht. Dieser Abend mit Nike war jedenfalls ein wirklich sehr schöner.

Oyster Pleite: Die Abrechnung des Eigners – Probleme schon vor dem Kiel-Verlust