Monatsarchive: August 2017

Tromsoe & Video-Botschaft

„Zurück in der modernen Welt“, dachte ich mir, als ich mir heute Nachmittag im Tromsoer Burger King einen Whopper mit Fritten reingedonnert habe. Mann was ich hatte ich da einen Bock drauf :-). Carpe schaukelt derweil in den zunehmenden Boen im zentralen Yachthafen vor sich hin. Die Marina ist echt nicht schlecht, wenn auch mit knapp 30 Tröten pro Tag recht kostspielig. Gerade weil es auch keine Dusche und Toiletten gibt. Dafür sind es nur ein paar Schritte bis ins Zentrum von Tromsoe. Das was ich bislang gesehen habe, gefällt mir gut. Viele alte Häuser und eine eigentümliche Gemütlichkeit strahlt das Städtchen aus. Das mit der Dusche habe ich dann auch noch geregelt bekommen. Denn eines der benachbarten Hotels hat mich für kleines Geld in den Spa-Bereich gelassen, wo ich dann gleich auch mal in der Sauna war und die Knochen nach der kalten Nacht aufgewärmt habe. Die letzte Etappe war erneut eine Motorfahrt. Nur ganz kurz konnte ich mal die Segel setzen, als es ein Stück über freies Wasser ging und der an und für sich gemeldete Südost kurzzeitig zu spüren war. Ansonsten war heute wieder der kleine Volvo Penta gefragt, der seinen Job aber ohne zu murren erledigt hat. Die Landschaft war in der abendlichen Dämmerung und der Nacht heute ganz besonders beeindruckend. Ich kann es schwer beschreiben, aber es rührt einen fast manchmal zu Tränen, wenn man all diese Schönheit um sich herum sieht. Hin und wieder kreuzt ein Fischerboot oder Frachter meinen Weg und einmal kommt es auch zu der fast alltäglichen Begegnung mit einem der vielen Hurtigruten Schiffe. Auf den letzten Meilen vor Tromsoe gibt’s dann doch noch Wind. Leider genau auf die Nase und wie aus dem Nichts gute 25 Knoten. Dazu kippt auch noch die Tide knapp zwei Meilen vor der großen Tromsoe Brugg und ich krieche nur ganz langsam Richtung Marina. Dann ist es aber doch geschafft und ich finde einen recht gut geschützten Platz an einem der vielen Schwimmstege. Nun brummt der Heizlüfter, der Burger wird verdaut und ich spiele mit dem Gedanken, gleich mal eines der sündhaft teuren Biere trinken zu gehen. Morgen werde ich noch hier bleiben, denn es sind Boen bis zu 40 Konten aus Südwest gemeldet. Außerdem will ich mir die Stadt näher anschauen.

Heute gibt es auch mal wieder eine Video-Botschaft als Dankeschön für die Startnext Crowdfunder. Lieber Thomas Lomparski auch an dich meinen herzlichen Dank für deine Unterstützung und ich hoffe dir gefällt der kurze Clip, den ich in der letzten Stunde hier für dich zusammengebastelt habe. Also dann .. all good & Ahoi !



Big Pictures: Die geheimnisvollen Tragflächen vom Oracle Team USA

Oracle Foils

Der 35. America’s Cup wurde insbesondere durch die Formgebung der Foils entschieden. Das Oracle Team USA zeigt nun einen Teil seines Arsenals. Weiterlesen

Auf nach Northern Wales

In Douglas studiere ich mal wieder stundenlang die Wetterkarten. Das mutiert auf dieser Reise immer mehr zur Dauerbeschäftigung. Der Sommer zählt zu den schlechtesten der jüngeren Vergangenheit auf den Britischen Inseln und so muss ich sorgfältig planen, um die richtigen Wetterfenster zwischen all den Tiefs abzupassen. Und da gilt es aufzupassen wie ein Schießhund: Nachdem ich die erste Möglichkeit noch verworfen hatte, weil ich keine Lust auf 20kn von vorne hatte, eröffnet sich mit dem nächsten Wetterbericht gerade mal 6 Stunden später doch noch eine Möglichkeit gegen Mittag zeitnah nach Wales überzusetzen. Innerhalb dieser kurzen Zeit hat sich das Wettergeschehen mal wieder komplett geändert und ich brause los.

Vor mir liegt dann ein super Segeltag mit Sonne und leichter Backstagsbrise. Doch wegen der Verzögerung komme ich nun spät in der Nacht an der Ansterung von Conwy in Nordwales an. Diese fällt trocken und wäre ohnehin vorher nicht zu passieren gewesen, doch nun machen die reißenden Strömungen mit 4kn von der Seite das ganze doch extrem spannend. Als ob der aufkommende Seegang, Dunkelheit und Strömung noch nicht genug wären, liegen kurz vor der Conwy Marina dann auch noch haufenweise Boot an Moorings. Im Gegensatz zu Ankerliegern natürlich unbeleuchtet. Mit dem Strom dazu kommt man sich vor wie ein Geisterfahrer auf der Autobahn, ständig dabei einem Hindernis auszuweichen.

So ist das Segeln hier. Unglaublich anstrengend in mehrfacher Hinsicht. Wetter, Tide und örtliche Gegebenheiten müssen immer zusammenpassen, sonst klappt es nicht. Anders so in der Ostsee oder Deutschen Nordsee: Wenn mal ein Faktor, z.B. das Wetter nicht passt, kann man immer noch dagegen ankämpfen. Genau das ist hier aber oft unmöglich. Alles sollte zusammenpassen. Am Anfang in Schottland habe ich noch manchmal versucht dagegen anzugehen, mittlerweile warte ich lieber. Doch auch die Wartezeiten im Hafen sind psychologisch sehr anstrengend, weiß man durch das sich stetig wechselnde Wetter doch nie, wie lang man hier nun warten muss und wann es unter welchen Bedingungen endlich weitergeht. Stabile 4 Windstärken mal über mehrere Tage hinweg? Vergiss es… Das ist im Kopf auf Dauer leider echt fordernd. So lehrt das Segeln rund um die britischen Inseln nicht nur mit hartem Wetter und Tiden umzugehen, sondern auch Geduld, Vorsicht und Demut.

Heute hatte ja erst das Wetter für den Schlag nach Conwy nicht gepasst, dann die Tide, dann das Tageslicht. Irgendwie hab ich mich aber durchgewurschtelt und bin unglaublich froh, hier angekommen zu sein. Die Conwy Marina ist nämlich der Hammer. 24h Service, kein Trockenfallen und der absolute Oberhammer: Wasserfallduschen in den Duschräumen. Manchmal gehen mir solche künstlichen Full-Service Marinas ja auf den Sack, doch heute ist es genau das Richtige, um ein wenig abzuschalten.

Duschen, Ausschlafen, und dann wie üblich auf zur Ortserkundung. Wales wird auf vielen Reisen Rund um Großbritannien mit meist nur kurzen Boxenstops etwas stiefmütterlich behandelt, Nordwales meistens komplett ausgelassen. Ein großer Fehler wie ich nach meinem Besuch hier finde. Die Landschaft ist etwas bizarr, ruhige Hügel und Felder wechseln sich scheinbar wahllos mit schroffen Felsen ab. Die Menschen dafür sind umso freundlicher, gute Pubs und Kultur gibt es zuhauf. Der größte Nationalpark UK´s, die Snowdonian Mountains, liegen gleich um die Ecke. Und dann wäre ja noch die walisische Sprache…. Die sieht ungefähr so aus, als ob jemand seinen Kopf auf eine Computertastatur gelegt hätte und ihn einmal nach links und nach rechts gerollt hätte. Im Gegensatz zu Schottisch oder Irisch (von einigen wenigen Gegenden mal abgesehen) , sprechen hier aber viele Bewohner diese uralte keltische Sprache noch im Alltag. Aber keine Sorge, Englisch kann für uns Touristen trotzdem noch jeder! Trotzdem habe ich sogar ein wenig das Gefühl, dass die Waliser sich fast etwas mehr unabhängig fühlen als die Schotten, die damit ja tagtäglich kokettieren…

Ich wandere ein wenig durch die Gegend bevor ich das Örtchen Conwy erkunde. Der ganzen Ort liegt noch innerhalb seiner mittelalterlichen Stadtmauer auf der man einmal außen rum laufen kann. Das sorgt natürlich für ein Mittelalter-Flair wie es Disneyland nicht besser reproduzieren könnte. Auch das örtliche Castle schaue ich mir an. Gebaut wurde der Schuppen übrigens nicht von den Walisern, sondern vom Englischen König Edward I. Übrigens der selbe Kollege, der wegen seiner freundlichen Art in Schottland als „Hammer der Schotten“ bekannt geworden ist. Er war nämlich der erste, der die englische Herrschafft auf ganz Großbritannien ausgedehnt hat. Und ist auch heute noch in den alten Königreichen entsprechend beliebt. Einmal mehr merke ich, wie falsch es ist dieses Land „England“ oder diese Reise als „Rund England“ zu nennen… Und so beende ich meinen Stadtrundgang dann aber mit einer kulturellen Gemeinsamkeit aller Länder Großbritanniens: Eine schön fettige Portion Fish and Chips vom Takeaway am Hafen. So, und  tatsächlich nicht im Pub, essen  nämlich alle Briten diesen Klassiker am Liebsten.

Alterssegeln: Jon Sanders (77) beendet zehnte Weltumseglung – Lebende See-Legende

Jon Sanders, Weltumseglung, RekordeJon Sanders, Weltumseglung, Rekorde

Der Australier wird in „down under“ nicht nur von Langfahrtseglern vergöttert. Seine Rekorde scheinen unglaublich , doch sein Durst nach Seemeilen ist längst nicht gestillt.  Weiterlesen

Abenteuer: Weil er es kann – Italiener will alleine mit Starboot über den Atlantik segeln

Star Atlantik

Wenn das keine verrückte Idee ist: Der Italiener Dario Noseda bereitet sich darauf vor, im November mit einem Starboot den Atlantik zu überqueren. Weiterlesen

Ab auf die Flügel – drei neue Foiler im Test

Foiling auf dem Gardasee

Flüsterleise in den Geschwindigkeitsrausch kommen… Mit drei neuen Modellen ist dies nun sogar für den „normalen“ Segler möglich

Sauna- Segellandschaft im Stockholmer Schärengarten

Lesertip

Krister schreibt. Wer ist Krister? Er hat vor Jahren mal als Kunde in Flensburg längsseits der MARLIN gelegen, ich habe ihm die LunaWLANnet eingerichtet. Es war ein kurzer Besuch des schwedischen Seglers, an den ich mich nur noch wenig erinnern kann. Zu viele andere Kunden, Mitsegler, Menschen die mir die Hand drücken und tief in die Augen schauen. Messen. Länder. Marinas. Häfen. Ankerplätze. Mein Leben ist vielfältig und durch meinen Blog, unsere Bücher, unser teils öffentliches Leben kennen mehr Menschen mich und meine Familie, meine Abenteuer und mein Schicksal, dass wir, vor allen Dingen unsere Kinder, manchmal ihre Ruhe haben wollen. Krister schreibt über das Kontaktfomular des MARLIN-Blogs. „Wir verfolgen deinen Blog fast täglich und haben festgestellt, dass du auch ein “Saunasegler”, wie viele Segler in Scandinavien geworden bist… Norrviken 59.16.45 N 18.43.72 E. Ein holzbefeuertes Saunafloss, das Holz müsst ihr selbst hacken (Holz und Werkzeug vorhanden)“ Er schreibt noch mehr. Aber diese Bucht liegt quasi auf unserem Weg. Also. Dann mal dahin. Oder was?

Krister hat nicht zu viel versprochen. Sogar einen wunderschönen Spätsommertag hat er uns mitgeschickt. Es gibt einen Steg mit Bojen, der für die MARLIN etwas klein ist. Wir ankern eh lieber. Mit dem Dinghy geht es ins Dreamland. Eine kleiner Wald mit Schaukel und Abenteuerspielplatz. Holzhacken. Sägen. Tische zum Grillen. Mückenfrei, warum auch immer. Und eben die kleine schwimmende Sauna mit Holzofen. Nathalie liegt im Gras, Micha stolpert mit dem Weitwinkel durch’s Gestrüpp, MARLIN wackelt begeistert vor Anker mit der Mastspitze, MayaLena dürfen ihr eigenes Feuer machen und genießen die kindliche pyromanische Ader. Alles ist gut. Sehr gut. Bis in den Abend hinein, wo die Eltern endlich mal wieder einen Tatort sehen dürfen und weinselig ins Bett fallen. Dieser Skandinavien-Urlaub ist der volle Erfolg. Städte, Einsamkeit, geiles Segeln und ständig Abwechslung. Zugegeben, wir haben darüber nachgedacht das nächstes Jahr zu wiederholen. Aber die Regel gilt: Am besten nicht nochmal dahin fahren wo man schon mal war. „Und was ist mit Cuba Michael“, geht mir jetzt durch den Kopf? „Nächstes Jahr mit Gästen auf der MARLIN. Willst Du das wirklich?“ Ja. Ich will. Grade noch ist ein Mail von meinem Freund Roylan gekommen. Es ist alles beim alten. Ich soll mir keine Sorgen machen. Na dann.

Mit Maya und Lena an Bord hat sich einiges verändert. Ich habe zwei Mitseglerinnen, die sich wohl fühlen, wenn sie beim Segeln nicht nur im Pilothaus sitzen und die Eltern durch ihre fröhliche Anwesenheit erfreuen. Sondern sie helfen aktiv. Dinghy ins Wasser lassen, den großen Motor rauf- und runterkranen. Dinghy fahren. Und so setzen Maya und Micha mal eben rüber auf die andere Seite des Kanals, finden einen Supermarkt und stocken auf um noch einen Abend zu saunen und zu grillen, bevor es wieder in das Getümmel der Großstadt geht. Stockholm Sight Seeing liegt an. Ich muss mit den Kindern ins Tivoli, ich will endlich mal ins Vasa Museum. Am Donnerstag soll es eh regnen. Auch das Ende unseres Urlaubs naht und neue Mitsegler reisen am Samstag Mittag an. Jan soll die MARLIN nach Kiel segeln. Na. Sieht sportlich aus. Deshalb kommen sie ja auch angereist. Dreimal Andreas und einmal Peter wollen Segelspaß haben. Sollen sie bekommen.

 


 

Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com

 

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Extravaganz gebündelt

BesBoot BlueSound Segeln Schweiz 2015 TSt_ 0158: <p>
	Rank. Mit ihrem Ballastschwert holt die &quot;Bluesound&quot; recht schnell &uuml;ber, segelt dann aber mit Kr&auml;ngung auch steif</p>

Ein großer Jollenkreuzer mit Deckssalon: Die „Bluesound“ fasst gleich mehrere Bootstypen auf beispiellose Weise zusammen. Das Bootsporträt im PDF-Download

Schiffahrtsregatta: 35. Auflage mit enig Wind, guter Stimmung und Trompetenklängen

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