Monatsarchive: April 2016

Heckverzierung – Joint Venture

PROTOKOLL EINER UNGEWÖHNLICHEN ZUSAMMENARBEIT

Allures 44

Wenn ein Mann offen zugesteht, dass er auf Hinterteile steht, läuft er Gefahr, dass man ihn auf der Stelle mistversteht, weil Achtersteven gemeinhin dem Weiblichen zugeordnet, man allzu leicht als schlüpfrig eingenordet wird.

Ich gestehe meine Sünde, ich habe für beides meine Gründe, weil die Achtersteven von Schiffen mir meine Pfründe, mein Weib mir meine Lebensgründe garantiert – weshalb ich auf beides zu verzichten mich nie verpflichten werde.WEITERLESEN

Hallberg Rassy 312 – for sale – zu verkaufen – € 28.000.–

SV CHRISTINE HR 312
DSCI1664

Baujahr 1982; Länge 9,42 m, Breite 3,08 m, Tiefgang 1,62 m, Verdrängung 4,90 t
Volvo Penta MD2030-DBT, 28 HK/20,5 KW, Baujahr 2001; ca. 1500 Motorenstunden,
Volvo Faltpropeller (Bronze); Sail Drive;

DSCI1708
DSCI1647

3 Batterien, je 70 Ah, intelligentes Ladegerät “C-Tek”.
1 Großsegel, 1 Normalfock, 1 Genuasegel, 1 Blister mit Strumpf; Rollfock-Vorrichtung: Furlex; Spinnakerbaum,
Bindereff mit Mastwinsch, Niederholer am Großbaum,
Cockpit-Zelt (Kuchenbude)
elektrische Ankerwinsch (Lofrans),
1 CQR-Anker, 16 kg; 40 m Kette (8 mm), 1 Klappanker, 14 kg; 2 x 50 m Ankerleine;
DSCI1325
DSCI1700
DSCI1704
DSCI1726

Windpilot Pacific;
Dinghi “Bombard” für 2 Personen mit Zubehör; Außenborder Mercury 2,5 HK
Raymarine für Pinnenpilot,
2 x GPS Gerät (Shipmate) + (Garmin);
Echolot Raymarine, 2012
Brookes & Gatehouse Instrumente: Windrichtung, Windgeschwindigkeit, Log; Sprechfunkgerät
Mit Pütt und Pann wegen Aufgabe des Segelsports aus Altersgründen
Komplette Pantry mit Porzellangeschirr; diverses Werkzeug; Werkzeug für Bootspflege und Wartung, umfangreiche Bordliteratur (Fachbücher, Belletristik); Bettzeug und Bettwäsche für 3 Personen

Das Boot wird sorgfältig gepflegt und gewartet: jährliche Wartung des Motors, jährliches Streichen des Unterwasserschiffs (Micron Extra rot). Nach der Segelsaison (jeweils drei Monate pro Jahr) steht das Boot stets auf einem bewachten Asphaltplatz.

Seit 27 Jahren in Eignerhand ( 2.Besitzer ), jeweils nur 3 Monate / Jahr im Wasser.

Liegeplatz: Yachthafen der APPA von Chipiona (Cadíz).

Besichtigung ab 09.05.2016, nächster Flughafen Flughäfen in Spanien: Jerez de la Frontera, Sevilla; in Portugal: Faro.
 
PREIS € 28.000.–

Kontakt:
Detlev und Margret Jürgensen
+49 ( 0 ) 5474 585
+49 ( 0 ) 160 721 92 38
majuergensen@t-online.de

On the road again…

IMG_20160429_170503 NaviGerade mal 4 Wochen ist es her, dass ich Nico und Eos in Port Medoc allein gelassen habe und zurück nach Deutschland gefahren bin. Für mich vergingen diese Wochen recht schnell, auf der Arbeit bin ich gut abgelenkt und an den Wochenenden habe ich schon wieder Besorgungen gemacht für Eos. Ab und zu konnten wir skypen, aber es ist natürlich trotzdem nicht das Gleiche.
Manchmal hat Nico so viel an einem Tag erlebt, dass er es gar nicht alles in der kurzen Zeit erzählen konnte. Zum Glück ist es nur eine absehbare Zeit und jetzt kann ich erst mal für eine Woche wieder mit an Bord. Vorher liegen allerdings erstmal 1257 Kilometer dazwischen. Diesmal versuche ich es ohne Übernachtung.
Der Modus ist startklar, alles gepackt und Musik zum munter bleiben (nach dem Motto: sing along and stay awake) ist vorbereitet, jetzt heißt es: Früh ins Bett, früh los und gut ankommen :-)

Zuwachs bei den bootstouristischen Informationen des ADAC

Bootstouristische_Informationen_alle_verkleinert

Bootstouristische Informationen BTI

Wie bereits im Februar 2016 angekündigt sind ab sofort die Länderinformationen für Spanien und Frankreich sowie die Revierführer Südliche und Mittlere Ostsee und Brandenburger und Berliner Gewässer verfügbar.

Skipper erfahren in den Länderinformationen, welche Nachweise und Dokumente sie mitnehmen müssen, welche Ausrüstung sie benötigen und welche Verkehrsvorschriften für Sportboote gelten.
Die Revierführer beschreiben nicht nur Häfen, Marinas und Bojenfelder. Sie weisen auch auf Revierbesonderheiten sowie Wind- und Wettereinflüsse hin und heben die ADAC-Stützpunkte hervor, die viele Vorteile für Clubmitglieder bereithalten. Zusätzlich verweisen QR-Codes auf die detaillierten Beschreibungen im ADAC-Marina-Portal.

Nachstehend die Aufstellung aller derzeit verfügbaren bootstouristischen Informationen:

Länderinformationen:
BTI DK 10,  Dänemark
BTI   D 10,  Deutschland
BTI    F 10,  Frankreich
BTI    I  10,  Italien
BTI HR 10,  Kroatien
BTI NL 10,  Niederlande
BTI   E 10,   Spanien

BTI 21, Mit dem Bootsanhänger durch Europa

Revierführer:
BTI     I 300, Italienische Adria
BTI HR 300, Kroatische und Slowenische Adria
BTI 305,       Westliche Ostsee
BTI 306,       Südliche und Mittlere Ostsee
BTI 308,       Mecklenburgische Seenplatte
BTI 309,       Brandenburger und Berliner Gewässer

Alle  gedruckten TourSets sind in den ADAC Geschäftsstellen erhältlich oder können per E-Mail sportschifffahrt@adac.de angefordert  werden.

Maremüritz feiert Grundsteinlegung mit eindrucksvoller Lichtinstallation

Waren (Müritz), Unter dem Motto „Licht lockt Leute“ feiert das Maremüritz Yachthafenresort & SPA seine Grundsteinlegung mit einer eindrucksvollen Lichtinstallation des Düsseldorfer Künstlers Bernd Spiecker. Geladene Gäste aus Politik und Wirtschaft können sich am 19.05.2016 über den Fortschritt des Projekts informieren und die außergewöhnliche Lichtkunst erleben. Von Freitag, den 20.05. bis Sonntag, den 22.05.2016 ist diese auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Bürgerinnen und Bürger sowie Interessierte können die 24 Lichtbänke auf dem Grundstück des Maremüritz Yachthafenresort & SPA bestaunen. Im Anschluss werden diese dauerhaft im Schlosspark des nahegelegenen Schlosshotel Fleesensee aufgebaut und bereichern somit die Umgebung.

Grundsteinlegung des neuen Luxushafenprojektes mit 184 Wohneinheiten und 150 Liegeplätzen in Waren (Müritz)

Grundsteinlegung des neuen Luxushafenprojektes mit 150 Liegeplätzen in Waren (Müritz).

Bernd Spiecker: Kunstwerke aus Licht und Farbe 

Mit seiner Aktion „P.H.A.S. – Please have a seat – Bitte nehmen Sie Platz“ begeisterte der Lichtkünstler Bernd Spiecker bereits Tausende Menschen auf der ganzen Welt – etwa in London, Berlin, Jerusalem und Istanbul. Anlässlich der Grundsteinlegung des Maremüritz Yachthafenresort & SPA bereichern die beleuchteten Parkbänke nun auch die Uferpromenade der Müritz und lassen sie in farbenfrohem Glanz erstrahlen. Dieungewöhnlichen Kunstobjekte versteht der Künstler als Ort der Kommunikation und der Verständigung. „Mit meiner Kunst möchte ich Menschen dazu animieren, innezuhalten
und miteinander ins Gespräch zu kommen. Die beeindruckende Kulisse zweier malerischer Seen ist hierfür genau der richtige Ort“, freut sich Spiecker. Dank per Funk steuerbarer LED-Lichttechnik wechseln die Bänke auf Wunsch die Farbe – und wecken so, teils unbewusst, unterschiedliche Assoziationen und Stimmungen. „Das farbige Licht emotionalisiert die Menschen – und jeder ist neugierig, wie es ist, auf Licht zu sitzen“, sagt Spiecker.

LIM investiert erneut in Region Mecklenburg-Vorpommern

Die Grundsteinlegung am Ufer der Müritz ist ein weiteres Bekenntnis der Düsseldorfer
Investoren Kai Richter und Jörg Lindner als Geschäftsführende Gesellschafter der Lindner
Investment Management GmbH (LIM) zum Wirtschaftsstandort Mecklenburgische
Seenplatte. Seit 2015 ist die LIM Eigentümer und Betreiber des Hotel- und Sportresort
Fleesensee. „Durch das Maremüritz Yachthafenresort & SPA wird der Tourismus in der
Region um eine Attraktion reicher“, erklärt Kai Richter. Gemeinsam mit institutionellen
Investoren investiert die LIM mehr als 40 Millionen Euro in den Bau des Projektes. Es
entstehen 184 Ferienwohnungen mit einer Größe zwischen 55 bis 169 Quadratmeter
sowie ein eigener Hafen mit 150 Liegeplätzen, eigener Hafengastronomie und einer
Wellness-Oase. Der Betrieb der Anlage am größten terrestrischen Nationalpark
Deutschlands nach Fertigstellung im Herbst 2017 wird über das Schlosshotel Fleesensee
und die SPAworld Fleesensee gemanaget und an einen ständig wechselnden
Personenkreis touristisch vermietet.

Die Lindner Investment Management GmbH mit Hauptsitz Düsseldorf ist eine
eigentümergeführte Unternehmensgruppe mit den Geschäftsbereichen Investment,
Development und Asset Management. Gegründet 2006 legt die LIM den Fokus auf die
Neupositionierung von renditestarken Hotel- und Touristikimmobilien. Diese werden
optimiert und nach Restrukturierung wieder am Markt platziert. Weitere Informationen unter http://limg.eu.

ULTRAMARIN BOATSHOW zeigt Neuheiten der Wassersportsaison

Die ULTRAMARIN BOATSHOW ist der traditionelle Startschuss für die Wassersportsaison auf dem Bodensee. Am 30. April und 1. Mai 2016 dreht sich im Hafen der Meichle + Mohr Marina ULTRAMARIN in Kressbronn-Gohren alles um Segelyachten, Motorboote und das dazu passende Zubehör. Unter den über 60 Ausstellern sind viele große Namen der Bootsbaubranche Europas vertreten.

ULTRAMARIN BOATSHOW

Neuigkeiten rund um Segel- und Motor-boote für die Wassersportsaison 2016 werden auf der ULTRAMARIN BOATSHOW in Kressbronn-Gohren gezeigt. Bild: M+M

Die Mischung aus umfangreichem Branchenüberblick, die Möglichkeit die neusten Schiffe direkt von den Stegen aus betreten und anschauen zu können, aber auch die Marina als Ausflugsziel machen die ULTRAMARIN BOATSHOW zur größten maritimen Freiluftmesse am Bodensee. Zu sehen ist der neue und schnelle Bowrider Axopar 24 aus der gleichnamigen finnischen Werft neben der Boarncruiser 1200 Elegance aus Holland. Die Stahlyacht Boarncruiser soll mit ihrem kühlen Design, dem variablen Raumkonzept und reichlich Leistung das jüngere Publikum ansprechen. Daneben liegen die Festrumpfschlauchboote von Brig, Scanner und Technohull. Die stehen ebenfalls für „Spaß am Boot“ und werden in den verschiedensten Ausstattungsvarianten gezeigt. Elektrisch, leise und ohne Emissionen bewegen sich die Boote mit Elektroantrieb, wie etwa die Nimbus 305 Coupé, die jedoch mit Verbrennerantrieb gezeigt wird. Sie ist auch mit Elektromotoren lieferbar.    

Bei der siebten ULTRAMARIN BOATSHOW kommen die Freunde der Segelyachten nicht zu kurz: Luxuriöse oder schnelle Schiffe für die Regatta-Bahn von Bavaria, wie die Cruiser 33 mit hervorragenden Segeleigenschaften und vorbildlicher Ausstattung, werden genauso vorgeführt, wie Boote von X-Yachts, Bénéteau und Storm. Die Storm bieten vor allem im Feld der Einsteigerschiffe ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Oceanis 41.1 und 31 stehen für Segeln mit Komfort. Die Tofinou 8 von Bénéteau ist ein trailerbarer Daysailer für die Familie, der aber auch als Einhandsegler ideal ist. „Wir haben bewusst für jeden Anspruch und jeden Geldbeutel das passende Boot im Hafen liegen, um so die gesamte Bandbreite des Angebots zu zeigen“, sagt ULTRAMARIN-Projektleiterin Patricia Reuthe. Dazu zählt sie auch die großen Flybridge-Yachten oder die kleinen Jollen für Kinder und Anfänger, wie die Laser Vago oder Bahia. Wie die Besucher ihre großen und kleinen Boote perfekt transportieren, erfahren sie auf der Sonderausstellung mit Bootsanhängern, die der Hersteller Harbeck in den unterschiedlichsten Größen anbietet. 

Ein weiteres Schwerpunktthema der Ausstellung ist das Charterangebot für den Bodensee oder das Mittelmeer. In den Ausstellungspavillons an Land stellen zudem Versicherungen die passenden Konditionen für Boote jeglicher Größe vor. Die Segelmacher zeigen besonders innovative High-Tech-Tücher aus speziellen Laminaten. In und um den Wassersport-Fachmarkt informieren Experten für Bordelektronik, Radargeräte oder Ferngläser über die neuesten Produkte. Dort kann man auch Funktionsbekleidung oder die aktuelle Freizeitmode für den abendlichen Landgang anprobieren. Wer am ULTRAMARIN-Gewinnspiel teilnimmt, kann mit etwas Glück einen der großen Preise der Aussteller mit nach Hause nehmen.

Die ULTRAMARIN BOATSHOW in der Meichle + Mohr Marina mit 60 Ausstellern findet am Samstag, 30. April 2016, und Sonntag 1. Mai 2016, statt. Der Eintritt ist frei. Samstags ist die BOATSHOW von 9.30 bis 18.00 Uhr, sonntags von 9.30 bis 16.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Info: www.ultramarin.com

Schönschreiben

Irgendwo in den Tiefen meines Denkens

Alltag hat sich eingeschlichen in meine Leben. Cayo Largo – Cien Fuegos und zurück. Ich fühle mich ein bisschen wie der Busfahrer eines Linienbusses. Bin ich ja im Moment auch. „Den Fahrer bitte während der Fahrt nicht ansprechen!“, stand doch früher immer auf dem Schild beim Eingang des Busses. Ich rede manchmal viel, manchmal wenig beim Fahren, beim Segeln der MARLIN, die Stories sind meist immer die gleichen. Man wiederholt sich. Das Leben ist nun mal Alltag und auch ein noch so anderes Leben wird irgendwann zum Alltag. Segel rauf und Segel runter. Wind von vorne, Wind von hinten und nach fast 16 Jahren Iron Lady Blog bin ich nun auch hier ganz unten angekommen. Jetzt sind es Mitsegler die mein Leben bestimmen. Hört sich schlimm und depressiv an. Oder? Die Leute kommen auf diese Seite um zu lesen wie aufregend das Leben auf dem Schiff ist und ich schreibe, wie unspannend es grade ist. Auch das ist Wnuk. Wnuk darf auch so sein, weil nur so werde ich kreativ und lasse mir, wie schon in den letzten zweiundfünfzig Jahren, was einfallen, damit mein Leben wieder spannender wird. Genau. Da ist dringend was zu machen.

Ein guter Ansatz, wenn ich mal wieder an einem depressiven Tiefpunkt in meinem maritimen Lebenswandel bin, war immer schon, den Kartentisch, in dem noch nie Karten waren, aufräumen. Also werde ich morgen erst mal den Kartentisch aufräumen. Das passt auch, weil Katja und Nico übermorgen abreisen und Peter und Rainer kommen. Das geht reibungslos ohne Pause. Da mache ich aber nicht ganz mit. Irgendwie werden ich mal einen Tag runter schalten und in aller Ruhe was tun? Genau. Ins Krankenhaus fahren und meinen Arm röntgen lassen. Kontrollaufnahme ob der nun auch wieder richtig zusammen wächst. Aufnahme fotografieren und nach Deutschland schicken. Ich bin gespannt. Mein Arm auch. Auf jeden Fall geht es ihm jeden Tag besser, wenn ich nicht grade meine ihn benutzen zu wollen. „Ho! Ruhig Brauner, ruhig“, nur noch 9 Wochen bis ich den Arm wieder voll belasten darf, sagt Nico mein Physiotherapeut, wenn alles gut ist. 9 Wochen. Ist doch gar nichts ;)

 


Mitsegeln auf der MARLIN. Atlantiküberquerung 2016 von den Bahamas über Bermudas zu den Azoren! Du bist dabei. www.marlin-expeditions.com

 

Mare Più. 2016-04-29 00:07:00

 



Weil das mit dem langsamen Reisen etwas ist, was gelernt und gekonnt und gelebt sein will, habe ich heute einige Gedanken darauf verschwendet, wie ich vom Flughafen Catania nun eigentlich an Siziliens Südküste komme, dorthin, wo mein Schiff LEVJE im Hafen von Marina di Ragusa liegt. Am schnellsten ginge das mit den etwas mehr als 100 Kilometern natürlich mit einem Leihwagen – da wäre ich ganz schnell, in eineinhalb Stunden, im Süden am Meer.

Option 2:
Ich nehme den Bus. Der braucht drei Stunden – und für die letzten zehn Kilometer von Donnalucata bis nach Marina di Ragusa: Da müsste ich mir dann etwas ausdenken. Taxi? Trampen? Mit 56? Ob mich jemand mitnähme? Das Leben kann so spannend sein.

Option 3:
Ich fahre mit dem Bus nach Siracusa. Und nehme von dort das Bimmelbähnchen, bis nach Scicli. Etwa fünf Stunden. Und von da weiter? Siehe Option 2.
Und weil „Fahren mit altmodischen Zügen“ durch vergessene Landschaften eine meiner heimlichen und ungelebten Leidenschaften ist, neige ich eher zur fünfstündigen Reise. Stelle mir vor, wie das Bähnchen jetzt im späten April durch duftende Orangenhaine Siziliens gleitet. An den Flüssen Siziliens die karstige Landschaft hinauf. Und dann in langer Neigung ans Meer hinunter. Nein. Allein mit diesen Gedanken ist meine Entscheidung  schon gefallen. Am Bahnhof von Siracusa werde ich nicht enttäuscht: Da steht, was ich mir erwartet hatte, neben einer alten italienischen Dampflok: Ein von FIAT gebauter Triebwagen. Verbeult. Alt. Ehrwürdig. Alles andere als schön & modern. Nicht mehr als ein dieselbetriebenes Wägelchen, das schon alt war, als ich jung war. Die Fensterscheiben sind blind und ungepflegt – durchschauen kann man nicht. Was aber gar nichts macht, denn man kann mit ihnen tun, was einem die Bundesbahn mittlerweile überall versagt: Man kann die Fenster öffnen. und damit weiteren Leidenschaften ungezügelt ihren Lauf lassen: Nämlich den Kopf während der langen Fahrt aus dem Fenster hängen lassen, den Wechsel von Licht und Schatten, Wärme und Kälte, von hunderterlei Farben und Formen auf der Haut spüren, durch Gerüche und Düfte Siziliens reisen. „Landschaft in 3D statt Klimaanlage“, die mal wieder ausgefallen ist. „Wir bitten dies zu entschuldigen.“

Schon fünf Minuten vor der Abfahrt drängelt die Durchsage am kleinen Bahnhof von Siracusa. Es ist einer von drei Zügen, der in diesen Stunden abgeht, also nimmt man hier die Sache schon ernst. Schließlich könnte ja einer der 13 Mitreisenden die ernste Angelegenheit der Abfahrt auf die leichte Schulter nehmen und nicht schon fünf Minuten vorher auf seinem Platz sitzen. Noch eine Durchsage: „Il treno per Pozzalo – Scicli – Modica – Ragusa …“ ja ja: ich steig ja schon ein und lass‘ die Dampflok Dampflok sein!

 

Und kaum dass ich sitze, geht es auch schon los. Der Diesel im Wägelchen beginnt zu wummern. Mit einem Ruck setzt sich das Bähnchen in Bewegung, rumpelt langsam über die Weichen hinaus in die große weite Welt des östlichen Sizilien.

Avola, erster Halt. Der Ort, der dem berühmten Nero d’Avola den Namen lieh, jenem Rotwein, den man überall in Süditalien trinkt. Nero d’Avola, der – so weiß es Wikipedia – auch „Principe Siciliano“ genannt wird, „sizilianischer Fürst“. Seit ich neulich für mich die Insolia-Rebe entdeckt habe hier auf Sizilien und seitdem zum Fisch nichts anderes mehr bestelle – es gibt sie nämlich auch als Frizzantino, herrje, mit kleinen Bläschen, drin baden könnte ich… aber … wenden wir uns lieber wieder der Fahrt zu. Ruckelnd, rumpelnd, schmetternd, schmatzend setzt sich mein Wägelchen am Bahnhof von Avola in Bewegung, ein tiefes Schnaufen, ein kreischendes Zirpen und Sägen von Stahl auf Stahl in den Weichen, ein Tuten an einem Bahnübergang, das rhythmische Schmettern des Diesels steigert sich, als der Zug beschleunigt. Langes Tuten, irgendwie herrlich un-dominant. Nein dominant ist hier nichts, außer der chicen blauen Uniform des TRENITALIA-Kontrolleurs. Wieder ein langes Tuten im Tal, das voller Orangenbäume steht, die Hänge hinauf Olivenhaine.

 

Nächster Halt: Noto. „Citta per la pace e i diritti humani“, steht auf dem Bahnhofsschild. Aber in Noto, das ich nun wirklich kenne, in der alten Barockstadt, waren die Dinge auch schon mal besser. Oh ja: der Bahnhof hat mindestens fünf Gleise und drei Bahnsteige. Aber alles ist überwuchert hier von schnell schießenden Grashalmen und dem jetzt im April überall blühenden roten Mohn, die Gleise lang nicht mehr benutzt, hier unten setzt sich fort, was oben längst zu besichtigen ist in der Barockstadt, die jeder Führer anpreist ob ihres barocken Stadtbildes: Die Wirklichkeit ist, dass Noto das „alte“ Sizilien ist. Das Sizilien der achziger Jahre, der Hoffnungslosigkeit- An jedem dritten Haus das obligate „Vendesi“-Schild,  „Zu Verkaufen“ also ein Palazzo nach dem anderen. Wenn jetzt einer käme mit einer Vision, was man aus dem barocken Städtchen machen könnte samt dem Knast mit den verbauten Fenstern unmittelbar am Marktplatz: Wenn jetzt einer käme mit einer klugen Idee, was man daraus machen könnte aus dieser einzigartigen Kulisse: es gäbe kein Halten mehr.

 

Die dreizehn Mitreisenden hängen träge in den dunkelblauen Sitzen, Dösen vor sich hin oder schlafen, Köpfe nicken im Takt der Schienen, Ta-tam Ta-tam. Ta-tam Ta-tam. Köpfe, die langsam Richtung Brust kippen. Rosolino. Auch hier überwucherte Gleise, der Mohn wächst üppig zwischen den Schwellen.

 

 

Die Hand des Lokführers ein paar Meter vor mir, die er aus dem Zug in den Wind hält. Es ist eine junge Hand, die eines verheirateten Mannes. Er trägt einen Ring am Finger, nein, genauer: gleich zwei? Ein junger Mann, der schon Wittwer ist? Der, weil das Schicksal ihn schlug mit Sorge, Gram um eine kranke Frau, nicht weiter kam im Leben als genau bis hierher, in das Bähnchen, das jeden Tag mehrfach zwischen Siracusa und Ragusa verkehrt? Und wenn: Vielleicht ist er ja genau damit glücklich, überglücklich? Nicht die große Bühne, die ihn lockt, nein, sondern genau dies hier: Die kleine Bimmelbahn jeden Tag entlang.

 

Ispica. Alte Schienen am Rand, rostige Schienen, aufeinander gestapelt, dahinter Berge von Schotter, Die Kisten der Tomaten und Orangen-Kooperative, deren Plastik-Gewächshäuser sich am eingleisigen Schienenstrang entlangziehen. Kornfelder, die bereits jetzt im April goldgelb gereift sind, Hafer, der zwischen uralten Olivenbäumen steht und die Köpfe hängen lässt, als wäre es Anfang August. Manche Felder bereits jetzt Ende April abgeerntet.

 

 

Neben der eingleisigen Strecke kommt das Meer in Sicht. Pozzallo. Hafenstadt. Bahnhof und Bahnsteig sind mit Grafiti beschmiert, die am Bahnhof liegenden Industriegebäude produzieren längst nichts mehr. Die Alcoholfabrik der „Cavalieri Franceso e Enrico Giufreddi“ ist Kind eines anderen Jahrhunderts, einer anderen Epoche, ihre Reste stehen heute am Bahngleis, man muss findiger sein heute als einfach nur Alcohol zu brennen. Die Fabrik ist verwaist samt Schornstein, die Fenster eingeschlagen. Das Dach längst weg. Aber dafür ist auf den Bahnsteig genau vor meinem Fenster in dicker dicker grüner Farbe hingepinselt:

 

„Auguri per la mia piccola con gli occhi piu dolci“:

„Alles Gute, Du meine Kleine mit den süßesten Augen der Welt, für Dich.“

 

 

Es braucht nicht viel, um glücklich zu sein. Hinter Sampieri, einem gottverlassenen Bahnhof irgendwo in der Pampa, wendet sich der Zug ab von der Küste, vom Meer, das jetzt breit, breit  vor mir liegt. Dreht einwärts Richtung Binnenland, Richtung Scicli und Modica, der Diesel schmettert die Hügel hinauf, blaue Vorhänge knattert im Wind wie tibetanische Gebetsfahnen, die Reisenden stehen am Fenster, schauen hinaus, eine kleine bunt zusammengewürfelte Gemeinschaft, die Hand des Lokführers, die aus dem Zug hängt und allen voranfährt.

 
 

Scicli. Deutschen Zungen ein Rätsel, wie man es ausspricht – aber dabei doch so einfach: „Schieckli“. Meine Fahrkarte geht nur bis hierher, ich überlege, ob ich noch weiterfahren soll, die schönen Orte kommen erst noch: Modica. Stadt in den Hügeln. Und jeder zweite Laden bietet hier die Schokolade aus Modica an, dunkle herbe Schokokade voller Kakao, aber mit Rohrzucker angerührt, der knirschend zwischen den Zähnen hängebleibt. Oder Ragusa, der Endpunkt, hoch oben auf den Hügeln. Um Ragusa zu erreichen, fährt der Zug 270 Grad um einen Berg herum hinauf, das wollte ich mir immer mal ansehen, aber für heute muss ich raus. Von Scicli nach Marina di Ragusa sind es gerade eben 17 Kilometer, kein Bus, kein Taxi – mal sehen.

 

Und während ich mich noch umsehe, wie es jetzt mit mir weitergehen könnte in Scicli, während ich dabei bin, den Mitreisenden vom anderen Fenster, der sich genauso wie ich nicht sattsehen konnte während der Fahrt und ebenfalls in Scicli ausstieg, während ich all dies bedenke: Blicke ich zurück zum Bahnhof. Mein Bähnchen steht verlassen da. Der Lokführer ist ausgestiegen, ich sehe ihn, wie er neben den Gleisen ein kleines Gärtchen voller Orangen- und Apfelsinenbäumchen betritt. Und voller Lust hochspringt, und die beringte Hand nach den Orangenfrüchten greift, sich eine Orange nach der anderen vom Baum holt, eine, noch eine. Und dann schnellen Schrittes zurück zu seinem Zug läuft, der sich kurz darauf schmetternd hügelauf wieder in Bewegung setzt.

 

Nein. Es braucht wohl wirklich nicht viel, um glücklich zu sein. Als Lokführer. In Scicli.

 

Und für alle, die Fernweh & Meeres-Sehnsucht jetzt gleich befeuern wollen:
Was passiert, wenn wir unser Leben ändern?

 

Castets-en-Dorthe – Lagruère

IMG_5137 Schleuse Garonne Seitenkanal19.04.2016

Vignette ist gekauft, es geht los! Ich bin etwas aufgeregt. Heute soll ich also zum ersten Mal, ganz allein durch eine Schleuse. Ohne Schleusenwärter und ohne fremde Hilfe.
Bei der ersten Schleuse bekomme ich allerdings noch Unterstützung. Der Hafenmeister aus Castets-en-Dorthe lässt es sich nicht nehmen, mit dem Fahrrad bis zur Schleuse nebenher zu fahren und in der Kammer meine Leinen anzunehmen, um die Poller zu legen und sich um die Vorleine zu kümmern, während ich die Heckleine nachführe. Klappt wunderbar und geht ziemlich schnell. Eos liegt dabei hinten in der Kammer. Dort ist das Wasser relativ ruhig.
Die ganze Aktion dauert von Einfahrt bis Ausfahrt genau 12 Minuten, inklusive Smalltalk und Verabschiedung. Eos wird dabei um 3,32m angehoben.
Weiter geht es durch den Kanal, der sich jetzt so präsentiert, wie ich ihn von Fotos aus den Büchern kenne. Wunderschön anzusehen ist das. So langsam werden die Bäume immer grüner und die Landschaft zieht im Schneckentempo an mir vorbei. Leider ist der Kanal in manchen Abschnitten mit Algen und Pflanzen zugewuchert. Bis an die Wasseroberfläche reicht das Kraut stellenweise und bremst uns aus. Die Geschwindigkeit sackt ab und Eos wühlt sich durch den grünen Unterwasserwald. Ich mache mir sorgen um die Kühlung und den Propeller. Es funktioniert aber alles ohne Probleme. Nur ab und zu zieht Eos in eine Richtung, wenn wir uns einen Algenbatzen mit einem der Kiele eingefangen haben.
Nach einer Weile bin ich vor der nächsten Schleuse. Man muss vor der Kammer einen Stab, der an einem Seil quer über den Kanal hängt, eine Viertelumdrehung nach rechts drehen. Damit fordert man die Schleuse an. Je nach dem, ob die Kammer leer oder gefüllt ist, muss man mehr oder weniger lange warten.
Ich habe Glück, die Kammer ist leer, die Tore öffnen sich und die Ampel schaltet auf grün. Langsam fahre ich Eos hinein, mache mit der Mittelleine an der Leiter fest, schnappe mir Vor- und Achterleine und klettere damit nach oben. Dort lege ich die Leinen um die Poller, klettere wieder runter, belege dort an den jeweiligen Klampen an Deck, löse die Mittelleine wieder von der Leiter und habe das Glück, dass jemand für mich den Knopf oben drückt und ich nicht nochmal hochklettern muss.
Jetzt schließen sich die Tore hinter Eos und das Wasser schießt vorne in die Kammer. Ich nehme während der Schleusung immer wieder die Achterleine dicht und halte Eos damit schön nah an der Wand. Geht ziemlich gut. Anschließend Leinen lösen und raus fahren.

Weiter geht’s. Weiter durch den Algenwald und der nächsten Schleuse entgegen. Hier bin ich nun wirklich ganz allein. Und auch hier wieder: Aufstoppen, Mittelleine an die Leiter, hochklettern, runterklettern, hochklettern, Eos halten, rausfahren. Geht viel einfacher als gedacht, wie sich heute gezeigt hat. Im Laufe des Tages sehe ich der ganzen Schleuserei recht entspannt entgegen. Ich werde schneller und gelassener. Es läuft wirklich gut und ich bin mit der Zeit über jede Schleuse froh, bringt sie doch Abwechslung in die Kanalfahrt.

Abends mache ich an einem Minianleger mit Restaurant in Lagruère fest. Eigentlich muss man hier für die Nacht bezahlen und bekommt Strom und Wasser. Allerdings liegt noch das Laub vom letzten Herbst und niemand ist da. Ok, dann halt kostenlos und abgeschieden.

Das einzige was Eos heute Probleme bereitet hat, war das Kraut im Kanal und die geringe Wassertiefe vor dem Anleger. Ich komme nicht näher als einen halben Meter heran, dann sitze ich mit einem Kiel auf.

21,9 Seemeilen und 8 Schleusen geschafft.

Mit der Morian nach England – Teaser

Guido (Dwersteg) war wieder unterwegs. Nach seiner tausendfach verkauften Doku „Einhand um den Atlantik“, ist er dieses mal als Crewmitglied auf einer Westerly 39 Richtung England unterwegs. Zusammen mit Eigner Dirk Krauss und Smutje Mac Conin, segelt der bekannte Einbandsegler „Mit der Morian nach England“.

Der gut 75-minütige Film schildert in gewohnt authentischer und humorvoller Weise die vielen Erlebnisse und Abenteuer der kleinen Crew auf ihrem knapp 1000 Seemeilen langen Törn. Daneben gibt es nützliche Informationen zu den jeweiligen Revieren und traumhaft schöne Aufnahmen von Englands berühmter Südküste mit ihren schroffen Felsen und gemütlichen kleinen Orten. Und erhältlich ist der komplette Film bei uns im Shop.

Datensicherung an Bord

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von Harald Lösing

Schweizer Segler und Softwareentwickler/-architekt

EINLEITUNG

Viele Seglerinnen und Segler, die eine längere Reise unternehmen, halten ihre Erinnerungen in Bildern, Filmen, Tagebucheinträgen oder Logbüchern fest. Dabei kommen sehr häufig PCs, Tablets und Smartphones auf denen die Erinnerungen gespeichert werden, zum Einsatz. Aber was passiert mit diesen Daten, wenn in einem Sturm eine ordentliche Ladung Salzwasser über das Deck läuft, der Niedergang offen ist und der Laptop auf dem Kartentisch eine Dusche abbekommt? Oder wenn die Hardware Defekte durch Alter, tropisch-feuchte Bedingungen oder Blitzschlag erleidet?

In diesem Artikel möchte ich darauf eine einfache und pragmatische Antwort geben, die von jedem Segler nachvollzogen und auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann. Dazu zeige ich zunächst auf, wie viel Datensicherheit möglich ist und wie an Bord Daten gesichert werden können. Am Ende werden zwei Lösungen skizziert und auf Basis der vorangegangenen Ideen analysiert. Viel Spaß beim Lesen, Ergänzen und Kommentieren.

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Laptop mit Seewasserschaden. Gut, wenn eine Datensicherung existiert.

WIEVIEL DATENSICHERHEIT IST NÖTIG?

Kriterien für eine Entscheidung

Um eine gute Datensicherheit an Bord zu erreichen, ist es wichtig zu wissen, wie auf die Daten zugegriffen wird. In den letzten Jahren hat sich dabei immer mehr der Zugriff über das Netzwerk (LAN, WLAN) etabliert. Aber ein PC, Laptop, Tablet oder Smartphone bietet oftmals noch andere Möglichkeiten, die Daten auf ein externes Medium zu übertragen  – beispielsweise mittels Wechselmedien wie Speicherkarten und externen Festplatten. Diese sind meist an einen Adapter wie USB oder FireWire gebunden.

Im Folgenden werden zwei Zugriffsarten unterschieden: Netzwerk oder Wechselmedium.

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Kartenleser als Schnittstelle zum Wechselmedium Speicherkarte

Nicht minder unerheblich für die Auswahl der richtigen Datensicherungsmethode ist die Datenmenge. Es macht einen deutlichen Unterschied ob ich 100 oder 1000 Fotos auf dem Törn mache, den ganzen Tag oder nur ein paar Minuten die Filmkamera laufen lasse und ob ich in meine Tagebucheinträge und Logbücher Bilder einfüge oder nicht. Das Kriterium „Datenmenge“ lässt sich somit aus der Anzahl und Größe der Dateien und deren Entstehungshäufigkeit ableiten.

Dabei ist es wichtig sich darüber im Klaren zu sein, wie häufig man auf die eigenen Daten zugreift beziehungsweise diese ändert, da dies unmittelbar Einfluss darauf hat, wie oft die Daten gesichert werden sollten, um möglichst wenig Daten im ungünstigsten Fall zu verlieren. Ein Totalausfall ist schließlich immer möglich! Jederzeit und natürlich immer genau dann, wenn es gar nicht passt! Aber, wie oft sichere ich mich dagegen ab? Wie ist mein Sicherungsintervall? Will ich bei einem Unfall maximal einen Monat meiner Daten verlieren oder gar nur maximal einen Tag? Letzteres bedeutet im Umkehrschluss, dass die Daten jeden Tag einmal gesichert und idealerweise auch von Bord gebracht werden müssen. Mit anderen Worten: Das Sicherungsintervall ist ein weiteres wichtiges Kriterium im Rahmen meiner Datensicherung.

Aus dem Intervall ergibt sich auch die Frage, wie die Daten einen Totalverlust an Bord überleben sollen. Hierfür wird meistens eine räumliche Trennung von Original und Kopie benötigt. Es ist natürlich gut, wenn ich meine Daten auf eine externe Festplatte als Kopie gesichert habe, aber das nützt nichts, wenn sich Platte und Laptop bei einer Kenterung mit Wasserschaden ungeschützt im selben Fach befinden.

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Die Daten auf dieser Festplatte mit Wasserschaden konnten nach einer Kenterung nicht mehr gerettet werden.

Und nicht zuletzt ist Datensicherheit auch eine Kostenfrage. Wenn ich einen Server im Internet miete, fallen Kosten für die Domain und den Server selbst an. Nehme ich Speicherkarten oder Festplatten mit an Bord um sie nach Hause zu schicken, muss ich je nach Törndauer und Fahrtgebiet nicht gerade wenige davon vor dem Törn kaufen. Ich muss also abwägen, was ich mir finanziell leisten kann? Sind es 200 oder 2000 Euro für meinen Törn? Zur Beantwortung der Kostenfrage ist also wichtig, wie viel ich ausgeben möchte bzw. kann und inwieweit das mit meinem geplanten Budget im Einklang steht.

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Tablet und Smartphone sind an Bord nicht mehr wegzudenken. Die Datensicherung erfolgt meist auf einem Laptop.

Eine Entscheidungshilfe
In vielen Bereichen, in denen eine Entscheidung gefunden werden muss, ist es hilfreich nach der Zusammenstellung der Kriterien eine Bewertung der Kriterien vorzunehmen. Eine einfache Form ist dabei die klassische Entscheidungsmatrix mit Bewertung und Gewichtung der verschiedenen Kriterien. Am Ende gibt es ein Ergebnis. Anhand der vorstehend aufgeführten Kriterien habe ich die folgende Tabelle erstellt, die pro Kriterium Werte von 1 bis 10 vergibt. Wie schnell zu erkennen ist, ergibt sich aus der Multiplikation von Bewertung des Kriteriums und seiner Gewichtung das Ergebnis.

Zum besseren Verständnis habe ich alle Spalten in der Mustertabelle mit Hinweisen zum Ausfüllen deiner eigenen Version versehen. Der Form halber sei darauf hingewiesen, dass die Tabelle meine persönliche Sicht der Dinge widerspiegelt. Selbstverständlich können alle Werte nach den eigenen persönlichen Bedürfnissen angepasst werden.

Tabelle mit den maßgeblichen Kriterien bei der Wahl einer Sicherungsmethode. Zum Vergrößern anklicken.

Das höchste mögliche Ergebnis liegt bei 45 Punkten und entspricht der Maximal-Lösung, die sehr sicher, aber auch zeit- und kostenintensiv ist. Die Minimal-Lösung hingegen liegt bei 4,5 Punkten – preiswert, schnell erledigt und weniger sicher. Der Mittelwert zwischen Maximal-Lösung und Minimal-Lösung liegt bei 24,75 Punkten [rechnerisch: (45-4,5) / 2 + 4,5].

Natürlich ist so eine Matrix eine individuelle Geschichte und jeder Segler muss für sich abwägen, was er möchte. Das Ergebnis der Matrix zeigt dabei auf, wie sicher die eigene Lösung ist. Liegt das Ergebnis eher bei 45 Punkten ist von einer sehr guten Lösung auszugehen. Ist das Ergebnis eher bei 4,5 Punkten wurde nur eine Minimal-Lösung in Betracht gezogen. Das bedeutet nicht, dass so nicht auch irgendwie die Daten gesichert werden. Das Risiko eines Datenverlusts ist nur ungleich höher.

EIN BEISPIEL

Im nächsten Schritt habe ich die Tabelle beispielhaft für einen dreimonatigen Törn in Europa ausgefüllt. Auf dem Törn wurde ein Budget für die Datensicherung von 600 Euro eingeplant. Weiter nehme ich an, dass mit der eigenen Kamera täglich rund 80 Digitalfotos geschossen werden. Bei einem Kamerachip mit 10 Megapixeln entspricht das einem Speichervolumen von rund 5 MegaByte pro Bild (Format JPEG). Bei 80 Bildern pro Tag ergibt das 400 MegaByte pro Tag. Der Skipper möchte auf Nummer sicher gehen und vor allem aber während der 3 Monate nicht zu viel Zeit mit Datensicherung verbringen. Daher schwebt ihm eine automatisierte Lösung vor, welche einmal wöchentlich ausgeführt wird.

Aus diesen Anforderungen ergibt sich folgende Entscheidungsmatrix:

Tabelle zum Fallbeispiel, das oben beschrieben wurde. Zum Vergrößern anklicken.

Das Ergebnis liegt mit 25 Punkten quasi beim Mittelwert von 24,75 Punkten. Dies bedeutet, dass die Sicherheitsanforderungen des Skippers hoch genug wären, um eine Maximal-Lösung auszuarbeiten, Bequemlichkeit und Budget diese jedoch verhindern.

WIE WIRD GESICHERT?

Wie ich meine Daten schlussendlich sichere, ist abhängig von den eingesetzten Möglichkeiten und der Art beziehungsweise der Form der Sicherung sowie natürlich der Häufigkeit.

MOBILE DATENTRÄGER

1. Externe Festplatte
(mehrfach beschreibbar, Schäden durch Vibrationen möglich)

2. Speicherkarten/USB-Sticks
(leicht zu verschicken, handlich, keine Schäden durch Vibrationen)

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USB-Sticks sind handlich und sicher vor Vibrationsschäden

NETZWERKGEBUNDENER SPEICHERPLATZ (CLOUD-LÖSUNG)

1. Externer Server mit Backup Space
(monatliche Miete, Erreichbarkeit abhängig vom Netzzugang, eigene Administration nötig)
Beispielsweise: 1&1, Hetzner, Amazon Cloud etc.

2. Externer Provider mit Cloud Computing
(Jahresgebühr, Erreichbarkeit abhängig vom Netzzugang, Viele Client Programme für Tablet, Smartphone, PC)
Beispielsweise: Dropbox, iCloud, Amazon Cloud Drive etc.

3. Network Attached Storage (NAS) mit Internet Zugang
(monatliche Kosten für Internetzugang, Erreichbarkeit abhängig vom Netzzugang, eigene Administration nötig)
Beispielsweise: Synology, Buffalo, Netgear etc.

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Segler auf der Suche nach einem Netzwerkzugang. Außerhalb Europas ist das nicht immer einfach.

WAS WIRD GESICHERT?

Die Art der Sicherung definiert, wie ich die Daten von meinem Arbeitsbereich auf einen Datenträger oder über einen Netzwerkzugang zum Sicherungsbereich bewege. Hier habe ich folgende Möglichkeiten:

1. Archiv mit mehreren Dateien (Bspw. ZIP, RAR, TGZ etc.)

Die Archive sind platzsparend, da sie durch Ersetzung von Redundanzen die Datenmenge teilweise erheblich komprimieren. Allerdings können Archive, wenn sie beschädigt werden (bspw. durch einen Virus) zum Totalverlust der einzelnen Dateien führen, da ein Archiv eine Datei ist.

2. Einzelne Dateien in einer Verzeichnisstruktur

Dieses Verfahren ist etwas sicherer, da bei kleineren Schäden nur einzelne Dateien verloren gehen. Zudem ist der Zugriff flexibler, da nicht erst ein Archiv entpackt werden muss, wenn an den Daten Änderungen vorgenommen werden sollen oder man dem Nachbarlieger mal eben eine Kopie der gemeinsamen Segelaufnahmen per E-Mail senden möchte.

3. System-Image

Alternativ kann zu den persönlichen Daten wie Fotos, Filmen oder Logbüchern auch das ganze System gesichert werden. Dies erfolgt mit einem sogenannten Image – also einem Abbild der Festplatte. Dafür gibt es spezielle Software, die Desaster-Recovery- und Data-Protection-Lösungen erstellt. Solche Lösungen findet man beispielsweise unter Markennamen wie Acronis, BackupExec oder Stellar.

Da diese Variante hier nur kurz angesprochen wird, sei darauf hingewiesen, dass die Sicherung des gesamten Betriebssystems ein Kapitel für sich ist. Insbesondere wenn Datenbanken, Mailserver oder Fileserver zu berücksichtigen sind. Aber auch bei kleinen Lösungen muss man sich mit der Materie beschäftigen oder die Beratung von fachkundigen Freunden oder professionellen Anbietern hinzuziehen. Andernfalls kann es passieren, dass nur ein unvollständiges Systemabbild erstellt wird und eine Wiederherstellungskopie nicht funktioniert – etwa wenn versteckte Ordner nicht mitgesichert wurden.

WANN WIRD GESICHERT?

Die Häufigkeit wurde in der Entscheidungsmatrix mit täglich, wöchentlich und monatlich angegeben. In der Theorie klingt das sinnvoll und einfach. Betrachtet man dieses Kriterium jedoch in der Praxis – also an Bord –, ergeben sich schnell Einschränkungen, die fast immer unweigerlich auch zu Kompromissen führen.

Beispielsweise ist eine tägliche Sicherung in der Regel nur dann realisierbar, wenn sie automatisiert abläuft und wenn die Sicherungsmedien nicht separat an die zu sichernden Geräte angeschlossen werden müssen. Dies ist dann möglich, wenn am Navigationstisch der PC in einer festen Halterung angebracht ist, vollständig auf Speicherkarten gesetzt wird oder die externen Festplatten im Schrank dahinter montiert sind. Die Kabel können so sauber verlegt werden und stören nicht bei der Navigationsarbeit.

Auf dem Laptop oder Bord-PC läuft dann ein Programm im Hintergrund, das die Daten automatisch zu vorgegebenen Zeitpunkten auf das Sicherungsmedium kopiert. Dabei muss natürlich auch der Energieaufwand berücksichtigt werden. Täglich große Mengen Daten zu sichern – wie es bei einem Filmprojekt der Fall sein könnte – kann dann auch den Wunsch nach einer höheren Batteriekapazität nach sich ziehen. Mitten auf dem Ozean ist der Energiebezug sicher ein Thema. Am Liegeplatz in der Marina mit Landanschluss eher nicht.

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Diese externe Festplatte (roter Kasten) wurde fest mit dem Rechner verbunden, um Daten zu sichern.

Eine wöchentliche Sicherung muss nicht vollautomatisch erfolgen. Dafür ist in der Regel auf jedem Törn Zeit genug. Auch müssen die externen Medien dazu nicht fest verbaut sein. Sie können auch schnell aus einem Fach geholt und am Salontisch für die Tätigkeit angestöpselt werden.

Die monatliche Sicherung ist mit Hinblick auf die erwähnten Einschränkungen kein Problem. Auch hier kann die Arbeit am Salontisch erledigt werden. Oder man erledigt diese an einem Nachmittag an Land im Internet Café, einer Bar, einem Restaurant, dem lokalen Yachtclub oder dem Marina-Office. In der Regel sind solche Orte inzwischen nahezu überall auf der Welt mit WLAN ausgestattet.

Backup-Lösungen

Nachstehend werden zwei Backup-Lösungen aufgezeigt, die den beiden Enden der Skala entsprechen. Zunächst folgt die Minimal-Lösung dann die Maximal-Lösung.

Backup-Lösung mit Postversand, bei der ein Gerät komplett ausfallen kann (Minimal-Lösung)

Für diese Sicherungsvariante wird ein Laptop mit ausreichend großer Festplatte und USB-Anschluss oder FireWire-Schnittstelle benötigt. Dazu erwirbt man wahlweise zwei externe Festplatten oder aber genügend Speicherkarten. Wichtig: die Kapazität der externen Sicherungsmedien ist mindestens so groß wie die Kapazität der Laptop-Festplatte zu wählen und zweifach vorzuhalten. Beispielsweise werden bei einem Laptop mit einer 500 GigaByte Festplatte zwei externe Festplatten mit mindestens 500 GigaByte oder vier Speicherkarten mit je 256 GigaByte benötigt.

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Speicherkarten bieten eine gute Möglichkeit Daten extern zu sichern

Tipp: Laptop-Festplatten sind resistenter gegen Erschütterungen als normale Festplatten. Ich würde diese als externes Medium vorziehen, wenn eine Festplatte für die Sicherung das Mittel der Wahl ist.

Zudem werden ausreichend gepolsterte Versandtaschen benötigt.

Schematische Darstellung der Backup-Lösung mit Postversand

Um den Aufwand zu minimieren, fußt die Minimal-Lösung auf die manuelle Sicherung. Das bedeutet: In einem ersten Schritt werden die Daten von Tablet, Mobiltelefon, Kamera etc. auf den Laptop synchronisiert bzw. kopiert (siehe Abbildung). In zweiten Schritt wird dann in bestimmten Intervallen ein Vollbackup gesichert. Einen guten Kompromiss aus Aufwand und Zeitaufwand stellt eine einmal wöchentlich stattfindende Sicherung dar.

Das Ergebnis der Sicherung wird per Post an eine Adresse in der Heimat gesendet. Alternativ können natürlich auch Gäste, die an Bord zu Besuch sind eine Datensicherung transportieren, wenn sie wieder in die Heimat reisen. Und sei es, das auf einem anderen Schiff ein Crewmitglied nach Hause zurück fliegt und man diese Person bittet, in Deutschland den Umschlag in die Post zu stecken. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Allerdings sollte in dem Fall unter Umständen in Erwägung gezogen werden, die Daten zu verschlüsseln.

In der Heimat werden die Daten schließlich von einer helfenden Person auf einen Sicherungs-PC kopiert. Danach wird der Datenträger postlagernd in einen vereinbarten Hafen gesendet. So gelangt er wieder zurück zum Schiff und steht für die erneute Verwendung zur Verfügung. In Europa sollte das problemlos möglich sein. In Übersee muss man abwägen inwieweit die Versandkosten und eventuelle Zollformalitäten den Wert des Sicherungsmediums übersteigen und den Zeitaufwand rechtfertigen. Da mag es dann ratsam sein, an Bord einmal pro Woche eine Sicherung zu fahren, den externen Datenträger wasserdicht zu schützen und nur einmal im Monat zu versenden. Eine Variante, der nicht wenige Segler folgen.

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Externe Speichermedien wie Festplatten sollten in wasserdichten Boxen an Bord lagern

Im Beispiel gehe ich von einem dreimonatigen Törn in Europa aus. In dem speziellen Fall ist es durchaus realistisch, dass sich sowohl die Festplatten als auch die Speicherkarten innerhalb von zwei Wochen einmal nach Hause und zurück zum Schiff schicken lassen. Dieser Vorgang wiederholt sich alle zwei Wochen, so dass nach rund vier Wochen die Festplatten bzw. Speicherkarten aus den ersten beiden Wochen wieder verfügbar sein müssten.

Der große Nachteil dieser Lösung ist das postlagernde Aufbewahren der Medien an einem bestimmten Ort, der bereits einige Wochen vorher bekannt sein muss und in der Folge auch Einfluss auf den Törnplan hat. Allerdings gibt es hin und wieder feste Orte entlang einer Route, die man passieren muss, da sie ein Nadelöhr darstellen. Der Panamakanal ist beispielsweise so ein Ort. Wer hier vorbei kommt, muss in der Regel ein paar Tage auf den Transit warten und kann bei der Gelegenheit bequem eine Festplatte auf dem Postamt abholen und/oder eine neue auf die Reise bringen.

Will man diese Planung vermeiden, oder hat man Zuhause keine Helfer, oder keinen zweiten PC um die Daten zu sichern, sollte die Datenmenge reduziert und mehrere kleinere Festplatten erworben werden. Kleinere Datenträger können dann schlicht nach Hause geschickt werden. Bei dieser Variante entfällt das Zurücksenden der Datenträger, sie verteuert allerdings in der Regel die Sicherung.

Backup-Lösung mit Internet, bei der bis zu zwei Geräte komplett ausfallen können (Maximal-Lösung)

Für diese Sicherungs-Variante wird ein Laptop mit ausreichend großer Festplatte benötigt. Anders als bei der vorstehenden Variante werden die Daten nicht auf ein externes Speichermedium kopiert und mit der Post versendet. Stattdessen werden sie online gesichert.

Hierfür gibt es zwei Varianten. Entweder werden die Daten auf ein NAS (Network Attached Storage) kopiert, welches in der Heimat am DSL-Anschluss hängt und von außen über eine spezielle Internet-Adresse erreicht werden kann (beispielsweise Synology DS415+). Solche RAID-5-Systeme sind sehr hochwertig und sicher. (Nähere Erläuterungen zum Thema „RAID“ gibt es unter anderem bei Wikipedia).

Alternativ werden die Daten bei einem Provider mit Online-Speicherplatz abgelegt. Beispielsweise bei Dropbox (Paket Pro: 1 TerraByte für 99 Euro im Jahr) oder Amazon Cloud Drive (500 GigaByte für 200 Euro im Jahr).

Falls einem diese Sicherheit noch nicht ausreicht, kann noch einen Schritt weiter gegangen werden und ein zweites NAS an einem anderen Ort aufgestellt werden. Beispielsweise Nummer 1 im eigenen Zuhause und Nummer 2 bei den Eltern oder Bekannten. In diesem Fall kann die Hardware etwas abgespeckt werden. Ich persönlich halte dann ein NAS mit 2 x 1 TerraByte im RAID 1 für ausreichend (beispielsweise Synology DS215j).

Schematische Darstellung der Backup-Lösung mit Online-Sicherung über ein NAS oder die Cloud

Diese Lösung bedarf vor dem Törn einer deutlich höheren Vorbereitung, da das System eingerichtet werden muss. Sei es dass die NAS konfiguriert oder ein Cloud-Account angelegt werden muss. Und natürlich müssen auch die Endgeräte für den Zugriff vorbereitet und mit entsprechenden Client-Programmen versehen werden.

Auch sollte der Zugriff aus einem externen Netzwerk geübt werden, da es immer wieder zu Verbindungsproblemen kommen kann. Am besten ist, wenn man mit dem Setup so vertraut ist, dass man eventuell vorhandene Probleme versteht und eigenständig beheben kann.

Wer die angesprochene Variante mit der doppelten NAS umsetzt, sollte dieses System so konfigurieren, dass sich die NAS 1 automatisch mit der NAS 2 synchronisiert. Oder aber statt mit der NAS 2 mit einem Cloud-Drive.

In der Praxis werden bei der Maximal-Lösung zunächst die Daten von der Kamera oder dem Smartphone mit dem Laptop synchronisiert. Anschließend werden die Daten dann über das Internet mit der NAS bzw. dem Cloud-Drive verbunden und synchronisiert. Die elementare Voraussetzung hierfür ist eine gute und im Idealfall kostenfreie Online-Verbindung. In einem Internetcafe im Busch von Vanuatu wird das sicherlich anders ablaufen als in einer klimatisierten Marina-Lobby auf den Kanaren. Je nach Zugang kann der Transfer von einem GigaByte schnell zur Tagesaufgabe werden.

Wenn der Austausch über das Netzwerk gut funktioniert, ist das System mit der Cloud/dem NAS ein Segen, weil die Lösung in beide Richtungen funktioniert. Vom Schiff zur Basis an Land und nach einem Crash der Bord-Systeme auch anders herum! Das ist das wesentliche Hauptargument für diese Lösung.

Außerdem ist es so möglich, Speicherplatz auf dem Laptop frei zu geben und dennoch auf bereits gesicherte Daten zuzugreifen.

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Auf beschädigte Bilddateien möchte wohl jeder Segler gerne verzichten

FAZIT

Mir persönlich liegt die Sicherheit meiner Daten sehr am Herzen, daher habe ich für mich für die Variante mit einer NAS (4 x 1 TerraByte im RAID 5) entschieden. Sicherlich ist dabei auch ein Stück weit das eigene technische Interesse selbst der Antrieb für die Entscheidung gewesen. Da diese Variante aber bisher in den Gebieten meiner Törns auf Nord- und Ostsee mit WLAN im Hafen problemlos funktioniert hat, kann ich sie durchaus empfehlen.

Für längere Törns, bei denen die Versorgung mit „schnellem“ Internet nicht garantiert ist, bietet die Postversand-Lösung klare Vorteile. Insbesondere dann, wenn man mit der in der Entscheidungstabelle produzierten Datenmenge von 400 MegaByte am Tag rechnen muss und sich auf die Sicherung der reinen Nutzdaten beschränkt. Bei dem im Beispiel geplanten dreimonatigen Törn würden sich wöchentlich rund 3 GigaByte Nutzdaten ergeben. Berücksichtigt man zudem, dass einmal gesicherte Bilder nicht verändert werden, kann man auf die Komplettsicherung verzichten und stattdessen eine Delta-Sicherung nur mit den neuen Daten durchführen.

Für die wöchentliche Sicherung im Beispiel benötigt man pro Woche in etwa eine 4 GigaByte Speicherkarte. Solche Karten gibt es für rund sechs Euro zu kaufen. Bei einem dreimonatigen Törn käme man bei 12 Wochen somit auf 72 Euro für die Karten zuzüglich der Versandkosten.

Und eines darf bei all der Theorie am Ende nicht vergessen werden: Ist man erst einmal unterwegs, erlebt man täglich so viel Neues, dass Datensicherung nicht immer die höchste Priorität hat. Trotzdem sollte man sich irgendwann auch mal die Zeit dafür nehmen. Andernfalls kann es eine böse Überraschung geben. Und es wäre doch schade, wenn die Erinnerungsfotos vom Volksfest mit den traditionell gekleideten Insulanern auf Barbados oder der Sonnenuntergang mit der eigenen Yacht im Vordergrund in den schwedischen Schären irgendeinem Crash zum Opfer fallen würden.

Der Beitrag Datensicherung an Bord erschien zuerst auf Blauwasser.de.

Die Ehrlichkeit der Langstreckensegler

MENSCH UND TIER
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Der innere Schweinehund ist das Tier, das wir am besten kennen und wir akzeptieren, dass wir im Ringkampf mit dem Alter Ego nahezu regelmässig unterlegen sind – einfach, weil wir in der Zwiesprache mit uns selbst, ohne Gesichtsverlust ehrlich sind.

Ein Segler auf See, mit seinem Schiff und sich selbst allein, lernt zu aller erst, sich mit seinem seelischen Wachhund zu arrangieren. Ist das Tier erst überlistet, und die Balance mit den Gesetzen der Natur gefunden, ist schier endlose Freude und Erfüllung beim Segeln garantiert. WEITERLESEN