Monatsarchive: Oktober 2012

Tipps für den Yachtcharter – Bordstromversorung

Wissenswertes für Yacht Charterer. In unserer, in Kooperation mit Sailvation entstandenen Serie geht es heute um die Stromversorgung an Bord. Was genau ist zu beachten und was sollte man wissen.

Eine Odyssey 42i Bj. 2008 dient als Musteryacht, wobei alle Informationen so allgemein gehalten wurden, dass sie auch auf andere Bootstypen übertragbar sind.


Alte Liebe – Neue Liebe

Wir suchen neue Abenteurer für unsere geliebte LADY

Bevor es anders public wird, möchten wir es lieber selber erzählen. Nach langem Hin und Her haben wir uns entschlossen einen neuen Liebhaber für unsere LADY zu finden. „Upps!“ – „What’s going up?“, magst Du Dich fragen… aber irgendwie ist es auch das normalste der Welt. Der Plan den Kahn nach Europa zu segeln, hat sich ja nun weitestgehend rumgesprochen bei Freunden und Bekannten. Ende 2013 wollen wir irgendwo zwischen Kanarischen Inseln und Hamburg anlanden. Ob es das eine oder andere wird, wer weiß das schon. Dann gibt es da noch ein neues Buchprojekt und dann einen neuen, stolzen Besitzer der LADY? Bei der Bootsmarktsituation in Europa sollte man schon mal früh anfangen mit der Suche. Bootsverkauf ist wohl nicht so angesagt im Moment. Fast wie Apple Aktien, die fallen im Moment auch prima. Aber davon habe ich keine, dafür nen Boot ohne Rost unterm vorderen Wassertank. Überhaupt, sie wird grade wieder richtig schön. Immer wenn es ums Thema Bootsverkauf geht sagt Nathalie: „Die LADY ist nicht zu verkaufen.“ Na prima, dass wir uns mal wieder so einig sind über den Kurs. Auf jeden Fall sollte sich jeder stürmische, zukünftige Selbst – Weltumsegeler angesprochen fühlen. Das ist die Occasion fürs nächste Jahr. LADY kaufen und 2014 ab gen West, weg aus Deutschlands Fängen und Kältewellen. Damit wir nicht ständig heulen bitten wir jeden Interessenten sich vertrauensvoll an Tom Logisch zu wenden. Den haben wir mit dem Verkauf beauftragt, seine Courtage ist berechtigt, er hat Ahnung und Meinung (wo man auch anderer sein kann), auf jeden Fall mehr Zeit als wir und ist per e-mail zu erreichen unter: info@tomlogisch.com oder per Draht +49 33203 71501

Grade kommt die Meldung rein, dass die Rancho Relaxo aufs Riff des Atolls Tetiaroa gelaufen ist. So ne Scheiße. Als ich das Bild gesehen habe, ist mir glatt schlecht geworden. Auch nen Felz Stahlschiff. Die Crew ist abgeborgen worden und sicher in Thaiti. Gott sei gedankt. David ist schon unterwegs um den Kahn wieder ins Wasser zu ziehen und ich bin mir sicher, dass das klappen wird und außer ein paar Kratzern und nix sein wird.

Wer meint, dass wir im Moment faul sind, der irrt. Wir sind so busy mit streichen und arbeiten auf der Werft, dass uns einfach keine Zeit bleibt um unseren Blog zu füttern. Wir wollen nur eins, so schnell wie möglich wieder ins Wasser. Davon sind wir gar nicht mehr so weit entfernt. Der gesamte Unterwasserschiffbereich bis zur Bootsmitte ist innen inzwischen renoviert, doppelt geprimert und mit zwei Komponenten PU Lack gestrichen. Mitte der Woche kommt neue Isolierung rein, Kabel werden neu verlegt und Kettenkasten wieder an seinen Platz. Nur schade, dass nach dem ganzen Manöver, die LADY oberflächig genauso aussieht wie vorher und die ganze Arbeit unter den Bodenbrettern verschwindet und das ganze liebe Geld, was das jetzt kostet auch ;-) Aber egal, dafür kann sie noch mal zwanzig Jahre weitersegeln…

runter kommen sie immer

ZDF oder Arte

ZDF oder Arte

Unser Abendprogramm

Nach zwei Wochen Übung sind wir Profis darin abends den alterschwachen Ofen mit suboptimalem Holz anzuheizen und die Temperatur in dem zugigen Häuschen auf Wohlfühlebene zu heben. Zugegeben, in den letzten warmen Frühlingstagen war es fast überflüssig, aber wir konnten es nicht lassen. Fernsehersatz. Entspannung pur vor dem knisternden Feuer zu sitzen und die erledigten Arbeiten des heutigen, sowie anfallenden des morgigen Tages zu diskutieren. Wie gut, dass gerade irgendein fieses Wettersystem durchzieht, die Temperaturen fallen wieder, der Wind pfeift durch die Fenster und Türritzen und so sitzen die Kinder und ich schon nachmittags mit Buch und heißem Tee vor dem Ofen und spielen ein bisschen Herbst. Schließlich ist bald November und so ganz kann ich mich noch nicht an den Gedanken gewöhnen, dass dann endlich die Erdbeeren reif sind.

Auf der Lady gehen die Arbeiten weiter voran, der Farbenladen hat ein kleines Vermögen an uns verdient, Isolationsmaterial ist in Santiago bestellt, Zeit die Bilge wieder schick zu machen. Mit Säure und Aceton rückt Micha den letzten Rostmolekülen zu Leibe und unter dem Schiff stapeln sich mittlerweile frisch lackierte Holzbretter aus dem Innenleben unseres Schiffchen. Auch wenn Micha gerne darüber jammert, wie langsam alles vonstatten geht, wir machen Fortschritte!

luscious friday

25 Jahre Mitglied im Trans Ocean

25 Jahre im Trans Ocean – Bekenntnisse – Erfahrungen – Analysen

Das Ende zuerst: ich bin aus dem TRANS OCEAN ausgetreten!

Die Darlegung meiner Gründe dauert ein wenig länger, denn sie bedeutet eine kleine Zeitreise durch das erfüllte Segler Leben eines Mannes, der das Glück hatte, sein Hobby zum Lebensinhalt machen zu können, und damit den Traum unendlich vieler Segler in endlos Schleifen bis heute hat leben können.   WEITERLESEN>

DesTopNews 2012-43

SV Parranda, Mariano Alvarez Lopez ES

Hanse 430e sailing with PACIFIC fitted between hull and davids

Immer wieder Sonntags

Spatzen auf dem Dach

Nach einer erfolgreichen Werftwoche ist immer wieder sonntags Zeit für ein südamerikanisches Asado, ein südafrikanisches Braai, ein BBQ, eine Parrilada, oder eben Zeit einfach den Grill anzufeuern. Der Tag beginnt aufregend, Stromausfall, gekocht wird mit Gas, auf unser Frühstücksei müssen wir also nicht verzichten, dafür auf die Dusche, denn um fliessendes Wasser zu haben, müssen wir hier in Bullerbü zunächst Wasser aus dem Brunnen in einen Wasserturm pumpen, was natürlich elektrisch funktioniert. Natürlich hat gestern jemand mit dem letzten Wassertropfen den Werftdreck weggespült und natürlich hat niemand am Abend noch daran gedacht das Reservoir aufzufüllen. Konnte ja auch keiner wissen, dass wir Sonntag keinen Strom haben. Typischer Anfängerfehler, denke ich mir und hole Wasser mit dem Eimer aus der Regentonne zum Spülen des Geschirrs und Micha Salzwasser mit dem Eimer vom Strand zur Spülung der Toilette. Auf einem Boot ist man schon unabhängiger schießt es uns durch den Kopf.

Gegen Mittag treffen sie alle ein, der Sonnenschein, unsere Vermieter mit insgesamt vier Kindern im Gepäck, Hans und Eva mit ihren beiden und Marc, ohne dessen Edelschweißgerät die Arbeiten an der Lady viel langsamer vonstatten gehen würden. Während die Erwachsenen es sich auf der Veranda mit Blick aufs Wasser gutgehen lassen, tun die Kinder selbiges irgendwo hinterm Haus im Garten. Die Großen holen die Leiter aus dem Schuppen und auf einmal gucken acht glückliche Kinderköpfen grinsend vom Dach auf uns nieder. Keine Frage, dass der Nachtisch in Form von Schokoladeneis in der luftigen Höhe nochmal so gut schmeckt! Zugegeben, ich bin ein bisschen neidisch, weil ich noch nie auf einem Dach gesessen habe. Ich konnte auch noch nie eine Fahnenstange hochklettern, auch nicht mit sieben. Maya und Lena sind mittlerweile in zehn Sekunden oben. Sie sollen ruhig weiter üben, schließlich rufen die Kokosnüsse auf den Palmen in den Tropen, und ich kann sie garantiert nicht ernten.

Zum Sonnenuntergang kommt auch der Strom zurück, unsere Gäste nehmen die Fähre und wir genießen unser sonntägliches Deutschlandritual, Tatort übers Internet gucken, nee, nicht wir, einer schnarcht schon.

We’ll Win The Cup

Was UNS mit IHR verbindet – Schiffsversicherung

Manchmal scheint es mir langweilig zu werden

Es wiederholt sich. Nicht das erste Mal, dass ich in der Bilge hänge und meine Alte Liebe „flicke“. Doch die destruktive Phase ist überwunden und das Zusammenbauen beginnt. Mein Problem ist immer, wo ich die Grenze der Gründlichkeit setze. Ich denke: Nach!

Nun gut, erst mal ist Aufräumen angesagt. Zwischenmotivation. Muss sein. Gestern ist mir ein Download endlich gelungen, eine Audiosammung von 158 La Paloma Songs. Eine alte Empfehlung von Wulf, von der SWANTJE, aus dem Jahr 2003 glaube ich. Man ist das lange her. Auf jeden fall hatte ich das immer im Kopf. Braucht man als deutscher Segler einfach an Bord! Der interessierte Leser googelt einfach nach „La Paloma – Supermix Nr. 1“ Jetzt dudelt Hans Alberts nach Karel Gott auf der LADY wenn es mir grade mal nicht so gut geht oder wenn es mir besonders gut geht. Außerdem ein gelungenes Geschenk zu jeglichen Anlässen. So kommt Eva heute Morgen in den Genuss dieser DVD. Nathalie schenkt ihr was selbstgemachtes, was ich jetzt nicht schreiben darf. „Ich komme grade in das Weihnachtsgeschenkmachfieber!“, verkündet sie auf der KAMIROS. Ich werde nachdenklich. Früher haben wir zu zweit auf der Werft gearbeitet, jetzt macht Nathalie Schule mit den Kindern. Ich also jeden Tag ab in die Werft. Alleine. Ab und an kommt Nathalie auch mal dazu vorbei zu kommen, aber hauptsächlich ist es doch mein Job. Na ja, schlimm finde ich das nicht, aber so wird es halt lange dauern. Mit Kindern ist eben alles anders. Das Leben, der Alltag, der Nichtalltag und die Sondertage und das Leben auf dem Boot allemal.

Zum Arbeiten komme ich aber auch gar nicht so viel, weil im Alltag immer viel zu organisieren ist. Heute ist es die Kette und der Anker. Abholen in Puerto Baras und diverse andere Besorgungen. Die 100 Meter Kette hat uns schon mal die LADY in der südafrikanischen Hout Bay im letzten Moment gerettet. Aber nicht nur da. Auf den schweren Bügelanker ist fast immer Verlass und so bekomme die beiden hier vor Ort eine neue Galvanisierung. Nicht grade günstig, aber danach wie neu. Die Kette ist unsere Versicherung, damit halten wir die LADY an dem Platz, den wir dafür ausgesucht haben, dem Ankerplatz, verhindern zu driften und mitten in der Nacht auf ein Riff getrieben zu werden. Das funktioniert natürlich statt Versicherung nur, wenn man auf dem Boot selber lebt. Wir sind immer gut gefahren mit unserer Versicherung, gut geankert ;-) Als ich dann vor ein paar Jahren Charter gemacht habe, wollte ich eine „richtige“ Versicherung. Bin über die Messe gelaufen und habe Gespräche geführt. Mal abgesehen davon, dass mich keiner für den Südatlantik versichern wollt: Der Kette ist es egal wie alt das Schiff ist, dass es zu sichern gibt, der Versicherung nicht. Was man im Falle eines Falles von der Versicherung bekommt ist nämlich nicht soviel Geld wie man braucht um das gleiche Boot wieder zu kaufen (Quasi unbezahlbar in unserem Fall ;-), sondern den Zeitwert, der sich wohlmöglich auch noch am Marktwert orientiert. O-Gott ich merke grade, dass ich kein Versicherungsspezialist bin. Oder doch, weil unsere Versicherung ist kein Vertrag, unsere Versicherung ist eine 100 Meter WASI Kette. Deutsche Qualität, ein dicker fetter Bügelanker und ein robustes Stahlboot, dem es auch nix macht, wenn es mal auf Grund läuft. Und so sparen wie das Geld für eine Vollkasko Versicherung mit unglaublicher Selbstbeteiligung und sichern uns lieber selber. Also ist alles gut und Montag mache ich frisch weiter – nach der Zwischenmotivation.

wroom !!!