Archiv der Kategorie: News & Blogs

Taktik und Wind: die verblüffende Rennstrategie

America's Cup: <p>
	Links oder rechts? Die richtige Strategie ist trotz Highspeed extrem wichtig</p>

Die Gegner befinden sich einem Käfig, der viele Manöver garantieren soll. Dabei entstehen neue taktische Überlegungen

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Die Welt in sieben Zoll

Plotter Test Garmin 2017 KAn_KA20170222_490: <p>
	Ob Tasten oder Touchscreen, m&uuml;ssen Sie meist vor dem Kauf entscheiden. Nur ein Proband kann beides</p>

Plotter kommen mit immer mehr Features an Bord. Mehrere Hersteller bieten gute Segelfunktionen als Hilfe bei der Kursplanung. Der Test im PDF-Download

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America’s Cup: ZDF erklärt die Faszination der Cup-Regatten – Servus TV überträgt

Team New Zealand

Das ZDF hat in der Sport-Reportage am Sonntag auf den Start des America’s Cups am Freitag hingewiesen. Ansonsten müssen Cup-Fans bei den Nachbarn reinschauen. Weiterlesen

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TP52 WM: Harm Müller-Spreer siegt mit “Platoon” – Analyse des entscheidenden Rennens

TP52 SuperSeries

Harm Müller-Spreer hat mit „Platoon“ die TP52 Weltmeisterschaft gewonnen. Das letzte Rennen verlief dramatisch. Die besten Taktiker der Welt zeigten ihr Können. Weiterlesen

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Bornholm

Moin Moin bzw. god morgen von Bornholm. Es ist jetzt kurz vor 11 Uhr morgens und ich war schon schwer aktiv. Nach Frühstück und dem üblichen Eimer Kaffee hatte ich gerade sogar einen kurzen Putzanfall, da es nach nur einem Seetag an Bord schon aussah wie nach 3 Wochen Nordatlantik. Da hat`s mich dann gepackt und jetzt geht’s so langsam wieder .. also zumindest für meine Verhältnisse :-). Seit gestern Nachmittag liege ich mit Carpe nun im Lystbadehavn Roenne auf Bornholm. Die kleine Marina liegt etwas nördlich vom eigentlichen Haupthafen und wird laut Revierführer als ruhiger und bei Seglern beliebter bezeichnet. Und beides stimmt wohl. Zum einen ist es hier echt ruhig und an den Stegen liegen gleich zwei Hände voll Segelyachten. Kurz nach der Ankunft wurde ich bereits lautstark begrüßt und aufgefordert am besten auf Päckchen zu kommen. Danach wurde mir sogar die erste Übernachtungsgebühr von einem anderen deutschen Segler gesponsert. Da sag ich danke. Roenne (ich muss das so schreiben weil ich diese durchgestrichene OE auf der Tastatur nicht finde) selbst hab ich noch nicht gesehen. Das werde ich heute Nachmittag nachholen und ein paar Aufnahmen schießen. Viel soll der Ort bzw. die Stadt nach Aussage der umliegenden Segler aber nicht bieten. Na mal schauen. Am besten immer erst mal selbst `n Bild machen …

Die Überfahrt von Fehmarn nach Bornholm ist alles in allem gut belaufen. Wenn da nur nicht der unstete Wind gewesen wäre. Eigentlich waren für die gesamte Strecke und auch die anvisierte Fahrzeit durchgehend 4-6 Windstärken gemeldet. Anfangs stimmte das auch und ich konnte ab Burgtiefe mit achterlichem Wind und nur unter Genua gleich gut Strecke machen. Um 9 Uhr hatte ich zuvor die Leinen losgeworfen. Die wirklich letzten Tage vor dem Aufbruch hatte ich mit letzten Vorbereitungen verbracht. Da war noch immer das blöde Gasproblem (ich brauche Propan anstatt Butan für Norwegen), die Heizung sollte nochmal gecheckt werden, ein Heckanker lag zur Montage bereit und überhaupt musste natürlich noch der ganze Proviant an Bord. Also genug zu tun und so vergingen die letzten Tage auf Fehmarn wie im Flug. Auch weil ich sehr nette Nachbarn aus der Schweiz hatte, die mich abends zum Bier und einen netten Schnack einluden.

Aber zurück zu meinem Weg nach Bornholm. Gegen Mittag ließ der Wind bereits spürbar nach. Weil er außerdem genau von hinten blies hatte ich bald das Gefühl zu stehen. Das ist ja bekanntlich genau mein Ding. Gerade wenn die Segel schlagen und es jämmerlich im Rigg klappert und scheppert. Also habe ich mich dazu entschlossen etwas anzuluven und so vor dem Wind zu kreuzen (bzw. zu halsen). So erklärt sich auch mein Weg der zweimal den Fahrweg der Großschifffahrt kreuzt (die Frage tauchte in der Grussbox auf). So konnte ich Carpe wieder etwas in Schwung bringen und das Gefühl voran zu kommen war wieder da. Auf Höhe von Darsser Ort war dann abends allerdings endgültig Zapfenstreich. Das wenige was an Wind noch da war verschwand nach und nach und so fiel für mich irgendwann die Entscheidung eben nach Darsss auszuweichen. Zur Sicherheit habe ich dann aber doch den in Darss stationierten Seenotkreuzer angefunkt. Und siehe da .. „..die Tonnen sind eingezogen, der Hafen ist gesperrt. Gute Reise.“, erhielt ich als Antwort. Na toll. Aber so isset halt manchmal. Also Segel wieder hoch und erneut Kurs Bornholm angelegt. So ging es nun für einige Stunden bei durchschnittlichen 2-3 Knoten Fahrt südlich der Großschifffahrtsroute Richtung Rügen. Die Nacht war nach dem sonnigen Tag doch ganz schön frisch. Nach und nach habe ich wirklich alles angezogen was ich im Salon finden konnte .

Im Laufe der Nacht stellte sich dann zu meiner Freude wieder etwas Wind ein. Mit jetzt nahezu halbem Wind ging es so vorbei an Hiddensee und Rügen . Im Norden kann man übrigens bereits jetzt schon die ganze Nacht das Restlicht der Sonne deutlich erkennen. Dort wird es im Sommer ja bekanntlich nur noch ganz kurz bzw. gar nicht mehr richtig dunkel. Hätte ich nicht gedacht, dass ich das schon von aus hier beobachten kann. Ach ja .. ein kleiner Schweinswal hat übrigens auch mal vorbeigeschaut, sich aber schnell wieder getrollt, sodass ich keine wirklichen Aufnahmen von ihm machen konnte. Tjor .. der Rest der Strecke ist dann eigentlich schnell erklärt. Der Wind hat sich weiter stabilisiert und mich mit durchschnittlichen 6 Knoten Richtung Dänemark getrieben. Parallel zu einer estnischen Yacht, die ich schon die ganze Nacht auf dem AIS beobachtet hatte, ging ich so die letzten Meilen an. Um 13 Uhr war ich schließlich da und zugegebenerweise trotz vieler kleiner Döseinlagen ganz schön Banane. Also schnell noch was geköchelt und ab in die Koje, in der ich bis abends um halb sieben vor mich hingesabbert habe. Gleich hinter mir liegt übrigens eine weitere Bavaria 32 Holiday deren nette Berliner Besitzer am Abend noch auf ein Bier vorbei kamen . Nach einer weiteren ausgedehnten Rüssel-Einlage heute Nacht bin ich nun wieder fit und werde mich gleich mal Richtung Ort begeben, um nach einem WLAN zu suchen und hoffentlich diesen Text und ein paar Eindrücke hochladen zu können.Morgen will ich weiter Richtung Nordost. Mal schauen, ob ich direkt bis Christansoe gehe oder voher noch dem Bornholmer Ort Gudjem einen Besuch abstatte. Dort soll es nämlich auch ganz besonders muckelig sein. Also dann .. ich bin los, es läuft und überhaupt. Aaaaaaahoi !!!

P.S. Vielen Dank auch für die Spenden in Carpes Bordkasse und die vielen vielen Grussbox Nachrichten die ich bereits erhalten habe. Sind angekommen ….

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1 Abend am Meer. 5 Fragen ans Leben. Und 1 mögliche Antwort auf die Frage nach dem richtigen Leben.

Sonntag Abend, Hafenmole Marano, Norditalien: Verlagsleiterin Susanne Guidera und ich brainstormen darüber, wie wir unseren gemeinsamen Verlag millemari. im nächsten Jahr ausrichten. Nicht, dass wir nicht viel auf die Beine gestellt hätten in den vergangenen zwei Jahren. 14 Bücher sind entstanden. 2 Kino-Filme. 1 DVD. Im Vorbeigehen mal eben 8-10 Kalender. Ich habe in den vergangenen drei Jahren drei Bücher geschrieben – das letzte, eben abgegeben, wird im Frühjahr 2018  bei PENGUIN als Spitzentitel erscheinen. 
Ein kleiner unabhängiger Verlag ist entstanden, der Bücher und Geschichten über Menschen am Meer verlegt. Über berühmte Weltumsegler. Über unbekannte Segler, die entweder ganz jung oder wie ich nach Jahren „im Geschirr“ aus Lust am Neustart aufs Meer gegangen sind, um irgendwie eine andere Seite ihres Lebens und unseres Planeten zu entdecken. 
Man könnte sich eigentlich zurücklehnen. Und den lauen Abend am Meer in Marano genießen. Wenn man das könnte. Ich kann’s aber nicht. Drum sitzen wir am Meer. Und brainstormen, wie es im Frühjahr 2018 weitergeht. Projekte werden gewälzt. Ideen werden gesponnen, während sich langsam die Nacht über die Fischkutter und die Pier vor der Hafenbar IL MOLO senkt. Ich ertappe mich dabei, wie ich immer wieder an den polnischen Segler denke, dessen propperes kleines Stahlschiff gestern noch an dieser Pier in den Wellen der Lagune leise schaukelte. Und den ich beneidete.
Drei ausgeheckte Projekte und eine Nacht auf LEVJE später erreicht mich morgens um sieben ein Mail meines besten Freundes Andal aus Berlin. Er ist noch voll im Geschirr, führt eine Firma. Aber seit 27 Jahren funktioniert unsere Freundschaft, weil wir uns gegenseitig mit Fragen bombardieren. Eigentlich kreisen wir mit unseren Fragen immer wieder wie in der Strömung eines reißenden Flusses treibende junge Hunde, die nach einem roten Ball schnappen. Der kleine rote Ball: Die Frage nach dem richtigen Leben.
Heute morgen um sieben ragen Andals Fragen vor mir so hoch auf wie der Bug der COSTA LUMINOSA über dem kleinen Japaner auf der Pier in Triest. Aber Freundschaft besteht auch aus richtigem Timing. Seine Fragen kommen mir, der ich mich wirklich wie der kleine Japaner mit dem Rucksack vor dem großen Bug des Lebens fühle, gerade recht. Deshalb, weil Andals Fragen sich ja mal wieder ums richtige Leben drehen, beantworte ich sie jetzt mal öffentlich. Denn schließlich drehen sich Andals Fragen ja auch darum, ob es sich gelohnt hat, nach 28 Jahren deutlich mehr Abende am Meer statt am Schreibtisch zu verbringen.
„Denkst Du, dass ein Fischer, der jeden Morgen losfährt, einer der glücklichsten Menschen ist?“
Ok. Ich werde einen Fischer suchen. Und ihn befragen. Ein Fischer weiß das sicher am besten.
Ansonsten: Du erinnerst Dich sicher an den Satz, mit dem Dein unvollendeter Roman begann? „Kluge Menschen leben dort, wo Ihre Sehnsüchte genährt werden.“ 
Deine Romanheldin damals zog es an den Schrottplatz, immerhin. Dein Satz ist wichtig. Sehr wichtig. Ich bin letzte Woche auf einem Bagerschiff auf dem Tagliamento mitgefahren, um den zwei Männern, die tagein, tagaus die Flüsse der Lagunen und die Kanäle Venedigs ausbaggern, eine ähnliche Frage zu stellen. Ob sie nie die Wärme eines geheizten Büros vermissen würden. Nein, sagten sie. Der wochenlange Nebel im Winter wär nervig. Aber der Sommer würde sie voll entschädigen. Da wollten sie mit keinem tauschen.
„Um wieviel Prozent ist auf’s Meer losfahren besser als auf die Autobahn?“
90%. Ich habe irgendwann nachgerechnet und festgestellt, dass ich in meinen 28 Berufsjahren etwa 1,5 Millionen Dienstwagen-Kilometer zurückgelegt habe. Ich schäme mich still für meinen schauderhaften ökologischen Fussabdruck, der überwiegend dadurch entstand, dass mein Schreibtisch 67 Kilometer von meiner Behausung entfernt stand. 
Die zweite Erkenntnis: Irgendwo las ich mal, dass ein Mensch beim Fahren auf der Autobahn etwa demselben Stresspegel ausgesetzt ist wie ein Bomberpilot. Ich fürchte, die jüngeren, die kaum mehr Interesse am Besitz eines KFZ haben, haben instinktiv die Nachteile dessen begriffen, worunter wir noch Freiheit verstanden.
Die restlichen 10%? NOCH kommt man nicht ums Auto rum. Der Hafen in San Giorgio liegt 7 Kilometer außerhalb des Ortes. Ich hab noch kein Fahrrad auf der LEVJE. OHNE Auto gehts halt nicht. 
„Sollte man alle großen Einrichtungen abschaffen? Autobahnen? Frachter? Fähren? Shopping Center? Amazon? Gott?“
Ich finde nicht. Von uns beiden bist Du derjenige, der nachdrücklich daran glaubt, dass die Welt in den letzten 10, 20 Jahren eine bessere geworden ist.
Ich finde, am allerwenigsten sollte man Gott abschaffen. Die Menschheit hat dreieinhalb Jahrhunderte hingebastelt, um dessen Einfluss auf unser Leben zu verringern. Sie hats geschafft. Sich unabhängig gemacht. Leider bekommt uns das mittelmässig. Seit Gott bei den meisten aus dem Kopf ist, haben wir die Kacinskis und Orbans und Trumps und die Erdogans. Die gabs zwar immer. Es ist aber kein Zufall, dass sie gerade jetzt mehr werden. Ich habe den Eindruck, unser Wertesystem ändert sich gerade, und nicht zufällig, seit das Internet alle und jeden erreicht. Und alle alles sagen können. Das machen sich ein paar Leute zunutze. Da es ein übernational verbreitetes Phänomen ist, hat es irgendwie mit sich verändernden Werten zu tun.
„Ist mit Kielschaden in San Giorgio festsitzen nicht wie gefeuert werden?“
Also: Das ist gut! Naja, ist schon Frust dabei. Und ich merke, wie ich den polnischen Segler beneidete, der sein kleines Schiff genau hierher nach Marano an die Pier steuerte. Nein, weil ich finde, ich muss einfach jetzt was draus machen. Man muss einfach nur was tun. Es ist eine spannende Übung, etwas, das einen frustet, in etwas Positives zu drehen. Im Büro leidet man eher darunter, dass man den Dingen nicht entkommen kann. Aber hier? Mach ich halt einfach was anderes…
Danke, Anderle, für die Fragen. Und wenn ich jetzt noch die Nachteile meines freieren Daseins auflisten müsste:
– Selbständig sein ist nach Jahren fast drei Jahrzehnten „angestellt sein“ ungewohnt. Das Geld ist eben nicht am 30. jeden Monats auf dem Konto. 
– Nicht mehr in der „Firma“ sein, in einer Hierarchie oben, zwickt manchmal in der Seele. Ist aber gute Übung. Es zwingt dazu, den Gedanken der eigenen Unwichtigkeit zuzulassen.
– Das Finanzamt kommt in meinem Leben nicht mehr einmal im Jahr, sondern 12 x vor.
Trotz alldem: Wenn man die Freiheit liebt und irgendwie ständig was machen will: Sind mehr Nächte am Meer genau das Richtige.

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1 Abend am Meer. 5 Fragen ans Leben. Und 1 mögliche Antwort auf die Frage nach dem richtigen Leben.

Sonntag Abend, Hafenmole Marano, Norditalien: Verlagsleiterin Susanne Guidera und ich brainstormen darüber, wie wir unseren gemeinsamen Verlag millemari. im nächsten Jahr ausrichten. Nicht, dass wir nicht viel auf die Beine gestellt hätten in den vergangenen zwei Jahren. 14 Bücher sind entstanden. 2 Kino-Filme. 1 DVD. Im Vorbeigehen mal eben 8-10 Kalender. Ich habe in den vergangenen drei Jahren drei Bücher geschrieben – das letzte, eben abgegeben, wird im Frühjahr 2018  bei PENGUIN als Spitzentitel erscheinen. 
Ein kleiner unabhängiger Verlag ist entstanden, der Bücher und Geschichten über Menschen am Meer verlegt. Über berühmte Weltumsegler. Über unbekannte Segler, die entweder ganz jung oder wie ich nach Jahren „im Geschirr“ aus Lust am Neustart aufs Meer gegangen sind, um irgendwie eine andere Seite ihres Lebens und unseres Planeten zu entdecken. 
Man könnte sich eigentlich zurücklehnen. Und den lauen Abend am Meer in Marano genießen. Wenn man das könnte. Ich kann’s aber nicht. Drum sitzen wir am Meer. Und brainstormen, wie es im Frühjahr 2018 weitergeht. Projekte werden gewälzt. Ideen werden gesponnen, während sich langsam die Nacht über die Fischkutter und die Pier vor der Hafenbar IL MOLO senkt. Ich ertappe mich dabei, wie ich immer wieder an den polnischen Segler denke, dessen propperes kleines Stahlschiff gestern noch an dieser Pier in den Wellen der Lagune leise schaukelte. Und den ich beneidete.
Drei ausgeheckte Projekte und eine Nacht auf LEVJE später erreicht mich morgens um sieben ein Mail meines besten Freundes Andal aus Berlin. Er ist noch voll im Geschirr, führt eine Firma. Aber seit 27 Jahren funktioniert unsere Freundschaft, weil wir uns gegenseitig mit Fragen bombardieren. Eigentlich kreisen wir mit unseren Fragen immer wieder wie in der Strömung eines reißenden Flusses treibende junge Hunde, die nach einem roten Ball schnappen. Der kleine rote Ball: Die Frage nach dem richtigen Leben.
Heute morgen um sieben ragen Andals Fragen vor mir so hoch auf wie der Bug der COSTA LUMINOSA über dem kleinen Japaner auf der Pier in Triest. Aber Freundschaft besteht auch aus richtigem Timing. Seine Fragen kommen mir, der ich mich wirklich wie der kleine Japaner mit dem Rucksack vor dem großen Bug des Lebens fühle, gerade recht. Deshalb, weil Andals Fragen sich ja mal wieder ums richtige Leben drehen, beantworte ich sie jetzt mal öffentlich. Denn schließlich drehen sich Andals Fragen ja auch darum, ob es sich gelohnt hat, nach 28 Jahren deutlich mehr Abende am Meer statt am Schreibtisch zu verbringen.
„Denkst Du, dass ein Fischer, der jeden Morgen losfährt, einer der glücklichsten Menschen ist?“
Unbedingt. Du erinnerst Dich sicher an den Satz, mit dem Dein unvollendeter Roman begann? „Kluge Menschen leben dort, wo Ihre Sehnsüchte genährt werden.“ 
Deine Romanheldin damals zog es an den Schrottplatz, immerhin. Dein Satz ist wichtig. Sehr wichtig. Ich bin letzte Woche auf einem Bagerschiff auf dem Tagliamento mitgefahren, um den zwei Männern, die tagein, tagaus die Flüsse der Lagunen und die Kanäle Venedigs ausbaggern, eine ähnliche Frage zu stellen. Ob sie nie die Wärme eines geheizten Büros vermissen würden. Nein, sagten sie. Der wochenlange Nebel im Winter wär nervig. Aber der Sommer würde sie voll entschädigen. Da wollten sie mit keinem tauschen.
„Um wieviel Prozent ist auf’s Meer losfahren besser als auf die Autobahn?“
90%. Ich habe irgendwann nachgerechnet und festgestellt, dass ich in meinen 28 Berufsjahren etwa 1,5 Millionen Dienstwagen-Kilometer zurückgelegt habe. Ich schäme mich still für meinen schauderhaften ökologischen Fussabdruck, der überwiegend dadurch entstand, dass mein Schreibtisch 67 Kilometer von meiner Behausung entfernt stand. 
Die zweite Erkenntnis: Irgendwo las ich mal, dass ein Mensch beim Fahren auf der Autobahn etwa demselben Stresspegel ausgesetzt ist wie ein Bomberpilot. Ich fürchte, die jüngeren, die kaum mehr Interesse am Besitz eines KFZ haben, haben instinktiv die Nachteile dessen begriffen, worunter wir noch Freiheit verstanden.
Die restlichen 10%? NOCH kommt man nicht ums Auto rum. Der Hafen in San Giorgio liegt 7 Kilometer außerhalb des Ortes. Ich hab noch kein Fahrrad auf der LEVJE. OHNE Auto gehts halt nicht. 
„Sollte man alle großen Einrichtungen abschaffen? Autobahnen? Frachter? Fähren? Shopping Center? Amazon? Gott?“
Ich finde nicht. Von uns beiden bist Du derjenige, der nachdrücklich daran glaubt, dass die Welt in den letzten 10, 20 Jahren eine bessere geworden ist.
Ich finde, am allerwenigsten sollte man Gott abschaffen. Die Menschheit hat dreieinhalb Jahrhunderte hingebastelt, um dessen Einfluss auf unser Leben zu verringern. Sie hats geschafft. Sich unabhängig gemacht. Leider bekommt uns das mittelmässig. Seit Gott bei den meisten aus dem Kopf ist, haben wir die Erdogans und Kacinskis und Orbans und Trumps. Ich habe den Eindruck, unser Wertesystem ändert sich gerade, und nicht zufällig, seit das Internet alle erreicht. Und alle alles sagen können. Das machen sich ein paar Leute zunutze. Da es ein weltweites Phänomen ist, hat es irgendwie mit sich verändernden Werten zu tun.
„Ist mit Kielschaden in San Giorgio festsitzen nicht wie gefeuert werden?“
Also: Das ist gut! Naja, ist schon Frust dabei. Und ich merke, wie ich den polnischen Segler beneidete, der sein kleines Schiff genau hierher nach Marano an die Pier steuerte. Nein, weil ich finde, ich muss einfach jetzt was draus machen. Man muss einfach nur was tun. Es ist eine spannende Übung, etwas, das einen frustet, in etwas Positives zu drehen. Im Büro leidet man eher darunter, dass man den Dingen nicht entkommen kann. Aber hier? Mach ich halt einfach was anderes…
Danke, mein Kleiner, für die Fragen. Und wenn ich jetzt noch die Nachteile meines freieren Daseins auflisten müsste:
– Selbständig sein ist nach Jahren fast drei Jahrzehnten „angestellt sein“ ungewohnt. Das Geld ist eben nicht am 30. jeden Monats auf dem Konto. 
– Nicht mehr in der „Firma“ sein, in einer Hierarchie oben, zwickt manchmal in der Seele. Ist aber gute Übung.
– Das Finanzamt kommt in meinem Leben nicht mehr einmal im Jahr, sondern 12 x vor.
Trotz alldem: Wenn man die Freiheit liebt und irgendwie ständig was machen will: Sind mehr Nächte am Meer genau das Richtige.

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Rettung: Herzinfarkt bei Fehmarn – Seglerin von DGzRS abgeborgen

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