Monatsarchive: August 2014

Eine Mücke macht noch keinen Sommer

Man sollte sich vor einer Schwedenreise auf jeden Fall Gedanken um Mücken bzw. geeigneten Schutz vor ihnen machen. Bis Mitte Juni hatte ich nicht eine Einzige gesehen, aber dann ging es langsam los. Und ich habe noch nie so extrem juckende Mückenstiche gehabt, wie die hier in Schweden. Die haben entweder ein anderes Gift oder die dreifache Dosis davon. Nützt nichts, ohne Schutz wird man hier nichts werden. Ich habe ein normales Mückenspray von Autan, kann aber nicht sagen, ob es hilft oder nicht. Denn gestochen wurde ich trotzdem, teils durch die Jeans oder auch durchs T-Shirt auf dem Rücken. Ich habe das Einsprühen dann aufgegeben, es soll ja auch eh nicht so gesund sein. Die Mücken tauchten meist erst gegen 2000h auf, vorher hat man sowieso Ruhe (ausser man liegt direkt an warmen, stehendem Wasser). Leider haben die Mücken mich dann abends unter Deck getrieben, da ich, wie gesagt, oben trotz einer Mückenspraydusche doch immer Stiche abbekommen habe. 

Das Boot selbst habe ich durch 3 Massnahmen mückendicht gemacht. Die Luke mittschiffs ist eigentlich immer offen, da habe ich also von innen ein Mückengitter mit selbstklebendem Klettband besfestigt (von Tesa). Die Luke im Vorschiff öffne und schliesse ich recht häufig. Hier musste eine praktischere Lösung her. Ich habe im Yacht-Zubehör dann Netze in Lukenform mit eingenähter Bleischnur zum Hinlegen über das Luk gesehen. Reduziert sollte eines immer noch €49.- kosten!! Daher habe ich einem Rat aus der Yacht folgend ein Mückennetz für Kinderwagen gekauft. Preis €4,99.-. Dazu ein Stück Kette aus dem Baumarkt, Nadel und Faden. Fertig und funktioniert auch sehr gut. Blieb also noch das Schott. Das habe ich nun einfach mit Holzleisten “nachgebaut”. Also Längen gemessen, Leisten zurechtgesägt und dann alle Leisten direkt im offenen Schott angesetzt und zusammengeschraubt. Auf die Konstruktion dann einfach ein Mückennetz mit ein paar Schräubchen fixiert, und dann war auch an der Front Ruhe. 

Trotzdem sollte mann sich auch etwas zur Linderung und Heilung von Stichen mitnehmen. Bei Jucken hilft Fenistil sehr gut, und wenn man zu arg gekratzt hat, sollte man besser Jod und Pflaster verwenden um die Stelle vor weiterem Kratzen und Infektionen zu schützen. Ein aufgekratzer und infizierter Mückenstich kann durchaus samt Blutvergiftung direkt ins Krankenhaus führen. Also nicht auf  zu sehr auf die leichte Schulter nehmen!

Um nicht im eigenen Saft zu schmoren

Über das Thema „Schlafen“ hatte ich mir vor der Reise keine großen Gedanken gemacht. Ich hatte es bis dato immer sehr gemütlich auf meinem Boot empfunden und konnte meist sehr gut schlafen. La Mer ist mit Polstern, die direkt auf Holzplatten liegen ausgestattet. Dazu Laken, Decke, Kissen fertig. Nach einigen Tagen auf See kam ich dann einmal auf die Idee unter die Polster zu sehen. Die waren natürlich klatschnass da durch das lackierte Holz darunter keine Ablüftung möglich war. Jetzt war mir auch klar warum auf einigen Booten immer die Polster in der Sonne lagen…So konnte es natürlich nicht monatelang weitergehen. Ich habe daher aus dem Internet ein spezielles Gewebe (Wohnmobilzubehör) besorgt und passend zugeschnitten.

Das bildet nun die unterste Lage. Darüber aus dem Matratzengeschäft eine weitere Unterlage mit aufsaugenden Fähigkeiten. Darauf liegen dann die Polster. Auf den Polstern eine weitere Unterlage (Matratzenauflage), darauf dann Laken, Decke und Kissen. Das funktoniert jetzt super. Alle 3 Wochen nehme ich einmal alles hoch und wasche die Unterlagen. So funktioniert es dann auch ohne tägliches Polsterauslüften. 

Update der gefahrenen und geplanten Route

Hey Aragon, die Sch…elben kommen, over!!

„OK, wir verbünden uns mit den Orks und greifen sie von der Flanke her an. Over and Out“
Ich bin ja Elbenhasser und Orkfan. So, jetzt ist auch langsam gut mit Mittelalter. Dem nächsten 5-ton Blockflötenspieler stecke ich sein Instrument in den Hals :-) Schön das es morgen weiter geht. Wenn alles glatt läuft bin ich am Donnerstag im Vänern. Der größte schwedische See hat die elffache Fläche des Bodensees. Mein Plan ist es ihn zu umrunden…und dann durch den Trollhätten Kanal nach Göteborg zu laufen. Mal sehen, ob das Wetter mitmacht.
 Praktische Holzfender                                

6 bzw. 14 Tage: Abfahrt verschoben

Bildschirmfoto 2014-08-30 um 21.20.52

Gestern hatte Johannes seinen letzten Arbeitstag bei der YACHT, ich meinen im Delius Klasing Verlag. Ab jetzt können wir uns also fulltime um “Maverick”, aber auch um die letzten Vorbereitungen kümmern. Montag bekommt Johannes zum Beispiel noch eine Gelbfieberimpfung, autsch. Das geht nur an bestimmten autorisierten Stellen, deshalb muss er dafür nochmal nach Hamburg reinfahren.

In letzter Zeit konnten wir nicht ganz so viel schaffen, wie wir erhofft hatten. Zumindest nicht am Boot. Deshalb war es auch ziemlich ruhig hier im Blog. Unter anderem waren wir zehn Tage gar nicht in Oberndorf, nicht einmal Deutschland. Dazu gibt es bald mehr zu lesen …

Es gibt also noch vieles zu tun. Manches wollen wir unterwegs erledigen, etliches aber auch noch zu Hause am Steg. Deshalb haben wir beschlossen, die Abfahrt um eine Woche zu verschieben.

Der neue Abfahrtstermin ist Sonntag, der 14.09.2014 um 12.00 Uhr. Es geht los in Oberndorf an der Oste, an unserem ganz eigenen Steg vor der Haustür.

Die häufigste Frage ist übrigens, ob wir schon aufgeregt seien. Für mich selbst ist die ganze Sache noch zu unreal und abstrakt, aber ich freue mich definitiv ganz doll! Auf das Ablegen, die Länder, die Menschen, vor allem den Atlantik, auf die Zeit mit “Maverick” und mit Johannes!

Ab heute sind es noch 14 Tage. Ich gehe schon mal packen …

Cati

 

Ritterspiele

Das viele Menschen sich eine Parallelwelt zu unserer „geregelten Arbeitswelt“ suchen (müssen) um nicht verrückt zu werden, kann ich sehr gut verstehen. Ich mache es ja fast mein Leben lang nicht anderes. Das Mittelalter, wie es jetzt hier am gesamten Wochenende in Söderköping zelebriert wird, wäre jetzt nicht so mein Ding. Aber es ist für mich absolut nachvollziehbar das manche dann hier am Wochenende in eine andere Haut schlüpfen um mit Gleichgesinnten ihren Traum in einer sehr gut inszenierten Anderswelt zu leben. Nicht verstehen kann ich dann aber Turnschuhe unterm Kettenhemd und vor allem nicht, warum tausende Euro in Helm, Schwert usw. investiert werden, aber nicht 20 Euro in ein Paar Kontaktlinsen. Perfektes Kostüm mit Fielmann Brille sieht leider extrem scheisse aus, Freunde. Mich haben 2 Dinge fasziniert. Zum Einen die gespentische Aura von Gewalt und Kraft die von mehreren Reitern in voller Rittermontur samt Waffen ausgeht. Das kann man so gar nicht auf Video bannen, das schafft nicht einmal Peter Jackson in „Herr der Inge“. Da muss man einmal direkt daneben stehen. Sehr, sehr beeindruckend. Zum anderen habe ich mir von einem Experten mehrere Schwerter aus verschiedenen Jahrhunderten zeigen lassen. Was ich nicht wusste war, das diese doch relativ leicht sind und das sie auf dem letzten Drittel rasiermesserscharf geschliffen waren. Brutal. Jedenfalls bringt diese ganze Veranstaltung hier doch wesentlich mehr rüber als die Mittelalterecke auf dem Dom. Manchmal habe ich wirklich das Gefühl einen Hauch der Vergangenheit greifen zu können. Genug gelabert…hier sind kommen die Fotos: