Kategorie: News & Blogs

Mahia – eine Perle in der Hawke’s Bay

5.-6.Nov.22, Neuseeland/Mahia, Tag 3082-83, 24.688 sm von HH

Nach zwei Tagen haben wir von Opotiki genug. Wir haben die Wahl an den östlichen Punkt Neuseelands zu fahren oder diesen Zipfel inländisch abzukürzen. 180 Kilometer Küste, dünn besiedelt, gegen 75 Kilometer Bergketten, gar nicht besiedelt.
Wir nehmen die Abkürzung – eine optisch gute Wahl. Eine Stunde lang kurbeln wir durch eine bewaldete enge Schlucht. Ab und zu ist ein Blick auf den Fluss möglich, der sich zwischen den Bergen entlang schlängelt. Dann wird die unberührte Landschaft zu Weideland. Abgeholzte grüne Hügel so weit das Auge reicht. Das mag ökologisch nicht wertvoll sein, aber unserem Auge schmeichelt diese Kulturlandschaft.

Typisch auf den Weiden sind riesige, abgestorbene Bäume – als Solitär stehen gelassen

Dann, nach dem Weideland folgt eine Ebene. Die ersten Weinfelder erscheinen. Die Sonne brennt in Neuseeland so stark, dass Weinstöcke nicht an Hängen stehen müssen.

Unser Endpunkt des Tages soll Mahia sein. Eine kleine Halbinsel am östlichen Ende der Hawke’s Bay. Der Ort hat nur einen Emma-Laden und knapp 1.000 Einwohner. Was für ein Kontrast zu Opotiki. Hier stehen die wohlhabenden Häuser gut in Schuss in adretten Gärten. Der Campingplatz ist der bisher teuerste (55 NZD), bietet dafür aber auch dafür zum Ausgleich kein W-Lan. ;-)  Nur eine schmale Straße trennt unser Zelt vom kilometerlangen Strand. Nachts auf der Luftmatratze hört man die Brandung donnern. Wundervoll.

Wohlstand und gepflegte Häuser – was für ein Kontrast zu Opotiki

Blitzsaubere Küche auf dem Campingplatz in Mahia

Hinter jeder Klippe erscheint ein neuer Strand. Unbenutzt und naturbelassen. Angeschwemmtes Treibholz stapelt sich Kubikmeter an Kubikmeter. Mit Quads werden Border Collies und andere nicht tot zukriegende Hütehunde ausgepowert.

Die Strände in Mahia sind mit Holz übersät – absolut kein Müll dazwischen

Auch echte Baumriesen darunter

Treibholz in allen Größen

Fischen ist das Hauptinteresse der Anwohner. Jeden Morgen kommen Trecker und schieben kleine Boote durch die Brandung ins Wasser. Jeder zweite Haushalt besitzt so einen Trecker. Wer keinen hat, wird Mitglied im örtlichen Fischer-Verein und darf den Vereins-Trecker benutzen.
Beim Strandlauf fällt uns ein riesiger Boots-Trailer mit eigenem Fahrwerk auf, der leer am Ufer steht. Gerade als wir eine der Klippen erklettern (schnauf – 125 Meter steil bergauf), kommt das dazu gehörige Fischerboot nach Hause. Der Trailer fährt bestimmt 200 Meter aufs Meer hinaus. Bis zur zur letzten Sandbarre. Dort wartet bereits das Fischerboot. Langsam fährt der Fischer in sein Gestell und wird direkt bis zur Haustür gebracht. Unglaublich, was in Neuseeland bezüglich Fischen alles möglich ist.

Auf die Klippe kann man klettern

Mit dem Trecker wir das Fischerboot ins Wasser gelassen

Selbstfahrender Trailer – der fährt bis zur Sandbarre und holt dort

seinen Fischer-Kollegen ab

Rückwärts geht es an den Strand zurück

Die Entladung erfolgt auf einem Hof direkt per Rampe

Auch eine Art und Weise

Von der Klippe aus kann man schon in die nächste Bucht schauen

Hinter dem winzigen Örtchen geht es hügelig weiter – ein Feldweg führt von der Küste weg . Mal bewaldet, wieder aufgeforstet mit Eukalyptus, Kiefern, mexikanischen Zypressen oder Fichten. Mal Weidelandschaft. Meistens sehen wir Schafe, jetzt mit ihren süßen Lämmern. Die Schafe sind überraschend scheu. Annäherung unmöglich, ihre Fluchtdistanz beträgt mindestens dreißig Metern. Wie fängt man die jemals ein? Zu gerne würde ich mal sehen, wie die Schafe von den Hütte-Hunden zusammen getrieben werden.

Vom Strand führt ein Weg in die Felder

Die Lämmer sind schon etwas länger geboren – aber noch immer zuckersüß

Der Blick zurück auf unsere Klippe – schnauf

Schafwirtschaft ist total rückläufig in Neuseeland. Der Höchst-Bestand von 70 (?) Millonen Schafen (die Angaben schwanken … ) in Neuseeland ist  in den Jahren  zusammengeschrumpft auf einen Rest von ca. 25 Millionen Tiere. Rindvieh bringt inzwischen besseres Geld. Methan pupsen sie beide und Nitrar können Rinder ebenfalls. Aber Schafe gehören zum Neuseeland-Klischee einfach dazu.

Noch ein weiterer Tag in Maihi würde uns gefallen. Merkwürdigerweise habe ich beim Route planen den Ort nirgendwo erwähnt gefunden – weder in Reiseberichten noch in Blog-Tipps. Nur zufällig haben wir hier einen Aufenthalt geplant, um die Fahrstrecke zum nächsten Ziel zu verkürzen.
Aber diesmal „müssen“ wir weiter – für den nächsten Stopp haben wir eine Hütte vorreserviert – es geht zurück in die Berge auf 600 Meter.


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Der Green Rebel streicht die Segel

Pat Lawless in zuversichtlicheren Tagen © GGR2022

Der Green Rebel streicht die Segel

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Nachhaltigkeit und Bootfahren: Die Sensibilität wächst weiter

Nachhaltigkeit und Umweltschutz stellen die Sportschifffahrt vor große Herausforderungen. Unternehmen und Bootssportler reagieren immer stärker auf den Klimawandel.

Egal ob Anreise, Aufenthalt an Bord oder auf den Törns – für den Anbieter organisierter Segeltouren  „Join the Crew“ sind Nachhaltigkeit und Umweltschutz Leitbegriffe in der Firmenphilosophie. Das junge Unternehmen bietet weltweit Segeltörns an. Das Dilemma dabei: Reisen an sich, vor allem Fernreisen, sind nur wenig nachhaltig. „Join the Crew“ organisiert die Segelreisen jedoch bereits bei der Buchung so umweltfreundlich wie möglich, gibt Tipps für eine klimaschonende Anreise, reduziert den Müll an Bord auf ein Minimum und hält eine Packliste mit Tipps für klimafreundliche Produkte wie biologisch abbaubare Sonnencremes und Bambus-Zahnbürsten für die Kunden bereit. Bei den Törns selbst werden regelmäßig Müll-Sammelaktionen durchgeführt und Plastik aus dem Meer gefischt.

Das, was der Segelanbieter umsetzt, ist ein anschauliches Beispiel für die steigende Umweltsensibilität einer ganze Branche. Vor allem die jüngere, nachwachsende Generation erwartet mittlerweile nachhaltige Konzepte und achtet bei der Auswahl der Anbieter auf entsprechende Angebote. Join-the-Crew bietet seine Segelreisen ausschließlich für junge Menschen zwischen 20 und 39 Jahren an und so überrascht es kaum, dass der Klimaschutz Teil des Portfolios ist.

join the crew packlisteAusschnitt der nachhaltigen Packliste © Join The Crew
Branche setzt immer mehr auf Nachhaltigkeit

Auch durch das Kaufverhalten von Booten und Zubehör wurde die Branche in den vergangenen Jahren immer mehr dazu motoviert, auf Klima- und Umweltschutz zu achten und nachhaltige Produkte auf den Markt zu bringen. Die französische Werft Jeanneau hat erst kürzlich angekündigt, eine neue Offshore-Einheitsklasse zu bauen und das Schiff komplett recyclebar zu bauen. Das Bremer Unternehmen Greenboats gilt als Pionier auf dem Gebiet Nachhaltigkeit im Bootsbau , produziert ausschließlich mit recycelten und natürlichen Materialien wie Flachsfasern und bio-basierte Harzen und hat sogar Teile für die neue „Malizia-Sea-Explorer“ von Boris Herrmann gebaut.

Auch bei den Bootsantrieben wird das Thema Nachhaltigkeit immer wichtiger. Alteingesessene Hersteller von Verbrenner-Motoren, wie die Firma Mercury, steigt nun in den florierenden Markt für elektrische Antriebe ein. Letztlich bleibt den etablierten Unternehmen nichts anderes übrig, teils durch die gestiegene Nachfrage und auch wegen immer stärkerer Auflagen in vielen Revieren, in denen Verbrenner gar nicht mehr zugelassen werden.

 

join the crew flottilleBootfahren, aber nachhaltig ©Join The Crew
Umweltschutz spielt auch bei Bootfahrern eine immer größere Rolle

Sportbootfahrer sind vom Klimawandel immer stärker betroffen. Egal ob Hitzewellen oder unbeständige und ungewöhnliche Wetterlagen – an kaum jemandem geht dieses Thema spurlos vorüber. Gleichzeitig wächst das Angebot nachhaltiger Produkte und auch in den Häfen, Revieren und bei den behördlichen Vorschriften spielt der Umweltschutz eine immer stärkere Rolle. Die Sensibilität wächst, was auch die Umfrageergebnisse einer vergangenen Befragung der Mitglieder des ADAC-Skipperclubs eindeutig zeigen: 80 % der Befragten gaben an, dass ihnen das Thema Nachhaltigkeit beim Bootfahren wichtig ist. Vor allem der Gewässerschutz liegt den Sportbootfahrern am Herzen, gefolgt von umweltgerechten Angeboten in den Häfen, der Energieversorgung und den Antrieben. Die Kreise schließen sich also, wenn Angebot und Nachfrage einen Schwerpunkt setzen, der auf möglichst umweltschonendes Verhalten in der Sportschifffahrt zielt.

Das auf Nachhaltigkeit bedachte Angebot von „Join-the-Crew“ liegt also nicht nur voll im Trend, sondern zeigt vor allem Einsteigern in den Bootssport, dass Umwelt- und Klimaschutz und auch das Aufsammeln von Müll beim Bootfahren nicht mehr wegzudenken ist und einen wichtigen Teil des Ganzen ausmacht.

Umfrage UmweltschutzNachhaltigkeit beim Bootfahren: Umfrageergebnis ADAC-Skipper Club

Das Rennen wird weiter von Tiefs bestimmt

Boris Hermann auf der Malizia Seaexplorer kurz nach dem Start © Route du Rhum

Das Rennen wird weiter von Tiefs bestimmt

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Boots-Navigations-Apps: Die drei Arten des Routings

Navi-Apps für Tablet und Smartphone sind an Bord kaum noch wegzudenken. Wir zeigen verschiedene Möglichkeiten, wie das Routung funktioniert.

Der Käpt’n bleibt an Land

Sympathischer Elektrokäfer für den Nahverkehr © Zeabuz

Der Käpt’n bleibt an Land

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Erst etwas Pech und dann auch noch ein Crash

3.-4.Nov.22, Neuseeland/Opotiki, Tag 3080-81, 24.688 sm von HH

Nach den Bergen liegt unser nächster Stopp wieder am Meer. Opotiki, ein kleiner Ort, keine zehntausend Einwohner.
Der Campingplatz ist ruhig gelegen, am Ortsrand und direkt am Dünenwanderweg. Es ist der preiswerteste Platz bisher, nur 30,00 NZ Dollar, statt 51,00 wie die Luxusbude in Rotorua. Eigentlich sollte uns das stutzig machen.
Unser Zelt bauen wir neben einer Pferdekoppel auf, soweit, so idyllisch. Die sanitären Anlagen sind alt und abgerockt, aber sauber und okay. Die Gemeinschaftsküche ist grausam, hier möchten wir bestimmt nichts kochen. Klar als Touristen zu erkennende Camper sehen wir keine, aber fast alle Cabins sind belegt. Komisch.

Netter Campingplatz – bis man die Küche sieht

Achtung, das Foto kann verstörende Inhalte enthalten :mrgreen:

Unappetitlicher Kühlschrank auf dem Campingplatz

Wir bummeln durch den Ort. Auch der hat schon bessere Tage gesehen. Die Auslagen in den Geschäften stammen aus dem vorigen Jahrhundert, die Tische in einer Fish&Chips Bude sind abgeblättert, Schilder sind beschädigt. Alles sieht abgewohnt aus. Dann fängt es auch noch zu regnen an. So ein Pech.

In Opotiki ist alles etwas abgeblättert . selbst das Willkommenschild

Gemischtwarenladen – mit dem ausdrücklichen Hinweis – die Teepötte sind nicht verkäuflich

Notgedrungen setzen wir uns in den Aufenthaltsraum vom Campingplatz. Die Atmosphäre erinnert den Gemeinschaftsraum in einer Nervenanstalt, wie sie in Filmen gerne dargestellt wird.
Eine ältere Frau setzt ein 50-Teile Kinderpuzzle zusammen – eine gesamte Stunde lang. Zunächst summt sie auch noch lauthals zur dudelnden Musik. Ein Typ mittleren Alters wärmt sich Reis in der Mikrowelle auf und ißt diesen dann mit den Fingern direkt aus der Plastikdose.
Ein anderer Mann dagegen kocht sich aufwendig ein Essen mit Huhn und grünem Spargel. Eine ältliche krumme Frau wohnt in einem Einmannzelt und setzt auch dort ihre Maske nicht ab. Die Herrschaften kennen sich augenscheinlich – sie wechseln allerdings kein Wort miteinander. Ein alterer Mann sitzt schnachend vor dem Fernseher.

Küche und Aufenthaltsraum – die Comics helfen nicht – das ist kein lustiger Ort

Wir kommen ins Plaudern mit einer Frau. Sie sei grade Rentnerin geworden, kommt aus Auckland und macht hier Zwischenstation bevor sie zu Ihrer Farm fährt. Sie klagt über die steigenden Preise, keiner könne sich mehr etwas leisten und es gäbe so viele Odachlose, weil Mieten unbezahlbar geworden seien. Der Staat zahlt Motels viel Geld, damit die Obdachlosen von der Straße kommen. Andere wohnen auf Campingplätzen. Unser Platz scheint so ein Sammelort für gestrandete Seelen zu sein.

Am nächsten Morgen scheint die Sonne und wir fahren 25 Kilomter zu einem interessanten Wanderweg. Ein Loop, der an einer historischen Brücke beginnen soll. Hier hat sich der Waioeka River tief ins enge Tal eingeschnitten.

Waioeka

Der Waioeka endet in Opotiki

Auf dem Parkplatz die Ernüchterung: etliche Schilder warnen hier vor Autoaufbrüchen. Der Platz ist sprichwörtlich tapeziert mit den Hinweisen. Da meint es jemand ernst.
Hm, das gefällt uns nicht, unser Wagen steht rappel voll zum Schlachten alleine auf dem Platz. Wir packen „alles“ von Wert in den Rucksack und laufen trotzdem ein Stück bergab zu Brücke. Dort noch ein Schild: Brücke gesperrt.
Wir glauben zwar, dass die Brücke hält (und wenn nicht, fällt man ja nur ins Wasser), aber die Warnung vor den Autoeinbrüchen, alles kommt zusammen, wir entscheiden uns, wieder umzudrehen. Aber vorher noch mal die Drohne fliegen lassen, die Landschaft ist sensationell. Au ja!

Wir bauen alles zusammen. Maschine start. Die Drohne soll von meiner Hand aus abheben. Nein, ein Kompass-Fehler verhindert den Start. „Das liegt bestimmt an den dicken Drahtseilen der Brücke“, befindet Achim. „Geh noch etwas zurück.“ Viel Platz ist nicht, dann kommen schon Bäume. „So, jetzt geht es. Fehlermeldung ist weg. Fertig?“
Die Drohne hebt ab. Aber statt vorwärts, von mir weg, taumelt sie rückwärts. Direkt auf mich zu. Ich ducke mich. Drohne taumelt mal vor, mal zurück. Ich gebe Hackengas den Weg bergauf.
Achim kurbelt an der Fernbbedienung. Ohne Erfolg. Dann ist Ruhe, die Drohne bleibt im Baum hängen und landet direkt im Matsch. Au weh.
Oben auf dem Parkplatz kann ich sie sauber machen. Die Rotoren haben nichts abbekommen, also noch ein Versuch, diesmal vom Parkplatz aus.

Drohnenreinigung – danach fliegt sie wieder tadellos

Gesperrte Brücke Tauranga

Der Tag ist nicht der beste in unserer Laufbahn. Findet aber noch einen guten Abschluss am Dünenwanderweg in Opotiki.

Der Dünenwanderweg entschädigt etwas für die gesperrte Brücke

Strand in Opotiki


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TRANS – OCEAN. e.V. – Hütchenspiel

CUXHAVEN – DALLAS – JR UND DIE GELBEN PUDELMÜTZEN

2022 – Hütchenspiel

Delphia feiert Weltpremiere in Berlin

Achtsam unterwegs mit der elektrischen Delphia 10 © Delphia

Delphia feiert Weltpremiere in Berlin

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Berliner Messe Boot & Fun wächst weiter. Ermäßigung für ADAC Skipper

Vom 24.-27.11.2022 öffnet die Boot&Fun Berlin wieder ihre Tore. Auf 85.000 qm dreht sich alles um Reisen und Wassersport.

„Vier Messen in einer“ – so beschreibt Daniel Barkowski, Projektleiter der Berliner Messe „Boot & Fun“ das, was Besucher in den Hallen Ende November erwartet. Das Freizeitverhalten der Menschen, so wird bereits seit Jahren beobachtet, ändert sich und wird vielseitiger. Bootfahren bedeutet heute oftmals nicht mehr, dass jede freie Minute an Bord verbracht wird und nur wenig Raum für andere Aktivitäten bleibt. Interessensbereiche werden breiter – Hobbys, Reise- und Freizeitaktivitäten miteinander verbunden. Immer häufiger wird das Boot nicht nur als einzige Urlaubsplattform genutzt, sondern in den Urlaub mitgenommen oder der Urlaub dort verbracht, wo Zugang zu Booten besteht.  Und auch die Boote selbst werden anders genutzt wie noch vor zehn Jahren. Die österreichische Werft „Sunbeam Yachts“ spricht gar von „Water-Life-Balance“ und richtete im vergangenen Jahr das Design seiner neuesten Yacht nach dieser Vorgabe aus. Herausgekommen ist eine Segelyacht, Wochenenddomizil, Freizeitgerät, Boat-Office und Freizeitplattform zugleich.

 Messe nutzt Synergien

Die „Boot & Fun Berlin“ beschreitet seit Jahren einen Weg, der sich an diesem Trend orientiert. Sie selbst bezeichnet sich als „Boot- und Freizeitmesse“ und erweitert das Spektrum ständig. In diesem Jahr findet so unter dem Dach der Boot & Fun erstmalig das „Berlin Travel Festival statt“.

Die Boot & Fun ist vier Messen in einer (Daniel Barkowski, Projektleiter Boot & Fun)

Ein Beispiel, wie die einst reine Wassersportmesse Freizeitaktivitäten miteinander verknüpft, ist die erstmals unter dem Dach der Boot & Fun 2016 durchgeführte „Angelwelt Berlin“. Mittlerweile ist sie zur Leitmesse der Trendsportart geworden und auf 10.000 qm Ausstellungsfläche angewachsen. So wird eine interessierte Zielgruppe auch in die Boots- und Zubehörhallen geführt. Angler kaufen auch Boote, Navigationsgeräte, Echolote, Seekarten und Wetterbekleidung. Durch die Anglermesse werden für die Bootsmesse Synergieeffekte erzeugt und kaufbereite Besucher akquiriert. „Der Weg vom Angeln zum Boot ist nicht weit“, so Barkowski.

Ebenso machen die zur gleichen Zeit stattfindenden „TransporterTage Berlin“ auf den erweiterten Blick durchaus Sinn: trailerbare Boote brauchen entsprechende Zugfahrzeuge und so werden auf der Nutzfahrzeugaustellung sowohl die entsprechenden Autos, als auch Campingbusse und Bootstrailer ausgestellt. Alle Ausstellungen können mit der Eintrittskarte zur Boot&Fun besucht werden.

 

boot und fun ausstellung@Messe-Berlin
Bootshallen wachsen weiter

Sicher auch wegen des breiten Spektrums an Besuchern erfreut sich der Kernbereich der Boot & Fun, die Wassersport, Boots- und Zubehörmesse, auch bei den Ausstellern einem wachsenden Zuspruch. Händler, Dienstleister und Werften freuen sich zunächst über die Möglichkeit, nach vielen wegen der Pandemie ausgefallenen Bootsmessen in Europa ihr Angebot wieder den Kunden live präsentieren zu können. Die Boot & Fun hatte dazu in den letzten Jahren das Glück, stets vor den Corona-Wellen und damit verbundenen Lockdowns stattzufinden. Aber auch die guten Besucherzahlen locken immer mehr Aussteller nach Berlin, so dass es auch in diesem Jahr erneut viele Boote und Premieren zu sehen gibt. Die Messe scheint also voll auf Kurs zu sein.

Auch die Schwerpunktthemen der Messe sind den Trends angepasst: So erhält das Thema Elektroboote und -antriebe mit dem E-Boot-Salon ein besonderes Augenmerk, auch das Hausboot-Forum beschäftigt sich in diesem Jahr noch stärker mit Nachhaltigkeitsthemen, wie Solaranlagen und elektrischen Antrieben.

Eröffnet wird die Boot & Fun wie immer am Mittwochabend, 23.11.2022 mit der „Gala Nacht der Boote“.

 

Vorteile für ADAC Skipper

Mit dem Gutscheincode „ADAC22“ erhalten ADAC-Skipper 5 Euro Rabatt bei der Buchung der Tickets für die Boot & Fun 2022 vom 24.-27.11.2022. Den Code bitte unten in der Bestellung auf der Online Buchung der Messe angeben.

Hier geht es zu den Tickets

Hinweis: Zum Thema Bootsmessen gibt es derzeit auf der ADAC Skipper Club Webseite eine aktuelle Umfrage. Wir freuen uns über eine rege Teilnahme!

 

 

 

Kapstadt grüßt das Golden Globe Race

Glücklicher Simon Curwen im Interview mit Don McIntyre © GGR2022

Kapstadt grüßt das Golden Globe Race

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Rotorua – ein heißes Pflaster

31.Okt.-3.Nov.22, Neuseeland/Rotorua, Tag 3075-79, 24.688 sm von HH

In Rotorua stinkt es. Bereits bei der Anfahrt die vorwurfsvolle Frage im Auto: „Warst du das?“ Achim leugnet überzeugend: „Das kommt von draußen!“ Und dann fällt es uns wieder ein, dass wir gelesen haben, es stinkt in Rotorua. Und zwar nicht zu knapp. Fieser faule Eier Schwefelgeruch hängt über dem Ort.
Neuseeland liegt auf dem Ring of Fire. Es schiebt sich die Pazifische Platte unter die Australische und sorgt dadurch für hohe vulkanische Aktivität. Statt der üblichen mittleren 35 Kilometer misst die Erdkruste hier nur 15 Kilometer. Und in Rotorua und Umgebung ist sie besonders dünn. Das kann man nicht nur riechen, sondern auch sehen. Überall dampft es aus der Erde. Mitten in der Stadt gibt es eingezäunte Wasserbassins in denen kochendes Wasser aus der Erde brodelt. Ein Geysir sprüht meterhohe Fontänen – nur fünfhundert Meter vom Wohngebiet entfernt. Ein ständiger Nebel wabbert über den Wald.

Am Stadtrand spuckt dauerhaft ein Geysir – besonders stark nach Regenfällen – hatten wir ja gestern genug ;-)

Geysir quasi mitten in der Stadt

Altes Kur- und Bäderhaus – charmante Ecken in Rotorua

Das kostenlose Schauspiel in der Stadt kann noch getoppt werden. Mehrere kostenpflichtige Parks mit geothermalen Aktivitäten stehen zur Wahl. Wir entscheiden uns für Waimangu (25 Euro pro Person). In einem anderen Park wird jeden Tag um genau 10:15 Uhr Seife in einen Geysir geschüttet, damit er ausbricht. Das ist nicht so unser Ding.
Waimangu entpuppt sich als zauberhaft. Ein vier Kilometer langer Weg führt gemächlich bergab. Vorbei an babyblauen Seen, bunten Bächen und zischenden Mini-Fontänen. Mit viel ‚ah‘ und ‚oh‘ biegen wir um jede Kurve. Eine Märchen-Wunder-Welt mit Gestank. Immer wieder zieht uns der üble Geruch über die Nasen.

Rechts und links vom Weg spuckt und brodelt es aus Löchern in der Kruste

Dieser himmlische See stinkt wie die Hölle

Bunt, aber unwirtlich

Algen und Bakterien sorgen für die Farben

Die Temperaturen der verschiedenen Kraterseen betragen zwischen 35 und 50 Grad. Der PH-Wert liegt bei 3,5. Ein paar Algen und Bakterien konnten sich an diese uncoolen Umstände anpassen und sind verantwortlich für das Farbenspiel aus gelb, grün und ocker in allen Schattierungen. Wir sind echt begeistert.
Am Ende der Wanderung besteht die Möglichkeit mit dem Bus zurück zum Start zu fahren oder man läuft zurück. Für Fotos ist das Geblubber der Tümpel nicht so gut geeignet, ich hoffe, dass meine Filme gut gelungen sind.

nur zwei Kilometer hinter den brodelnden Kratern eine andere Welt: hier sieht Neuseeland so aus, wie man es erwartet – grüne Hügel, gespickt mit Schafen

Aber Rotorua hat noch mehr zu bieten. 1901 brachten Nutzholz-Wirtschafter Kalifornische Redwoods (Sequoia sepmvervirens) nach Neuseeland. Auf 5600 Hektar wurde ein Wald aus Küsten-Mammutbäumen gepflanzt. Der Bedarf an Nutzholz wuchs zu dieser Zeit rasant und man wollte sehen, wie die Redwoods mit ähnlichen klimatischen Bedingungen wie in Kalifornien klar kommen.
In den letzten 120 Jahren sind die Bäume bis auf 70 Meter gewachsen und sollen in Neuseeland dreißig Prozent schneller wachsen als in ihrer Heimat. Bis zur Ernte – bei ungefähr 115 Metern – steht Rotorua jetzt ein wunderbarer Wald zur Verfügung. 160 Kilometer Mountain-Bike Strecke wurden angelegt und Wanderer haben die Wahl von vier verschiedenen Stecken. Wir machen zwei und sind schon wieder begeistert.
Der Teil mit den Redwoods ist erstaunlich – tolle Bäume

Dicke und noch schlanke Redwoods bilden einen coolen Nadelwald

Grenzüberschreitender Baumtransport verträgt sich mit einheimischen Baumfarn

Trotz super Touristen-Spot treffen wir kaum jemanden unterwegs

Rotorua ist eine sehr touristische Stadt. Dreißig Millionen Besucher kommen angeblich jährlich hierher. Noch sind die aber nicht da. ;-) Wieder macht sich die Vorsaison angenehm bemerkbar. Auf dem Campingplatz können wir abends nach Herzenslust kochen und grillen. Ein Beet mit Schnittlauch und anderen Kräutern entdecke ich auch noch. Der Regen ist verschwunden und mit ihm die niedrigen Temperaturen in der Nacht, allerbestes Wetter jetzt in Rotorua. Aus geplanten vier Nächten werden sechs in Rotorua, eine mehr, weil der eine Tag komplett verregnet war und einen, weil Rotorua einfach so himmlisch duftet.

Blue Lake bei Sonne – schon gleich viel besser


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