Wie kann der Neustart bei AWN gelingen?

Der Hauptsitz des insolventen Ausrüsters A. W. Niemeyer © AWN
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NACHDENKLICHKEITEN FRAGEN UND ANALYSEN

In den vergangenen Tagen berichteten mehrere kroatische Küstenzeitungen über stark fallende Pegelstände in kroatischen Buchten und Häfen. Üblicherweise unter Wasser liegende Flächen waren begehbar, Boote lagen in Marinas plötzlich auf dem Trockenen. Das Phänomen war an der gesamten Küste zwischen Istrien und Dubrovnik zu beobachten.
Was war die Ursache? Erdbeben? Ein Seebeben in der Adria? Tsunamis? Durch Trockenperioden ausgelöster Wassermangel?
Nichts davon. Die über Tage ungewöhnlich niedrigen Wasserstände sind die Folge globaler Luftströmungen. Sie verändern die Gezeiten und lassen Flut, aber auch Ebbe extremer ausfallen. Laut der Zeitung Vecernij List weisen Meteorologen darauf hin, dass Gezeiten immer dann extrem ausfallen, wenn der Luftdruck sehr hoch ist. Und der lag an der kroatischen Küste über mehrere Tage über 1030 Hektopascal. Besonders häufig kann man das Phänomen im Januar und Februar beobachten. Und manche ältere Leser erinnern daran, das Phänomen des sich zurückziehenden Meeres häufiger erlebt zu haben. Wie in ihrer Kindheit nutzten sie die starke Ebbe, um ihre Körbe zu packen und Meeresschnecken zum Kochen zu sammeln.
Noch beeindruckender ist das Phänomen, wenn starke Luftdruckschwankungen zu kurzzeitiger Ebbe und nachfolgender heftiger Flut führen. Sogenannte Meteotsunamis kennt man an der kroatischen Küste zur Genüge, aber auch in den engen Buchten auf Menorca und Mallorca, wo sie „Risaga“ heißen und es eigene Warn-Apps dafür gibt. Ich schrieb bereits in einem früheren Artikel auf marepiu darüber.
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Echte Lesermeinungen:
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„Vielen Dank für die beiden Revier Kompasse.
Und für die vielen angenehmen Stunden mit Ihren Büchern.
Ihre Art zu Beschreiben mag ich sehr und macht Lust auf Meer, und mehr!“
„Der Revier-Kompass Kroatien war auf unserem Chartertörn ständig in Gebrauch.“
„Außer den inzwischen verfügbaren, recht brauchbaren Apps mit Revierinformationen und diesem Führer haben wir keine weiteren Revierhandbücher verwendet und auch nicht vermisst.“

Start in die längste Etappe des Ocean Race © Sailing Energy / The Ocean Race
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Wer dachte, ein Mast wäre ein Baumstamm, dem man die Äste abgeschlagen hat … © Leo Sampson
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Team Malizia – Seaexplorer hat gute Chancen, die Etappe durch den Southern Ocean zu gewinnen © Team Malizia
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Habt ihr euch eigentlich mal gefragt, ob ihr dort wo ihr gerade lebt, wirklich freiwillig lebt? Ob ihr genau an diesem Ort bleiben würdet, wenn ihr ganz und gar zwanglos entscheiden könntet?
Sabrina und ich haben uns das seit langer Zeit ziemlich oft gefragt und ich denke, damit sind wir nicht allein. Das Thema hatten wir auch hin und wieder hier auf der Website und es hat einen nicht unbedeutenden Anteil an unserer Reiselust. Ein bisschen ist dieses Reisen sicherlich auch die unbewusste Suche nach dem einen Ort, an dem man ein wenig länger, vielleicht bis an sein Lebensende bleiben möchte.
Aber nicht nur das. In den letzten Jahren hat sich bei uns auch die Sehnsucht nach einer Basis verstärkt, die es uns erst ermöglicht, so zu reisen wie wir uns das vorstellen. Schwierig, so einen Ort zu finden.
Schwierig auch, euch jetzt in wenigen Zeilen zu erzählen, was wir in den letzten Jahren im Hintergrund so angestellt haben.
Solche Beiträge kratzen immer nur an der Oberfläche. Ein Artikel über so ein komplexes Projekt gibt aus dem Erlebten nur wenige Momente wieder und kann nicht mehr, als eine Stimmung transportieren. Aber ich will versuchen, euch ein kleines Stück mitzunehmen, auf einen Weg der uns weit nach Norden führen wird, dorthin wo das mystische Nordland beginnt und der Polarkreis zum greifen nah ist.
In erster Linie haben wir in den letzten paar Jahren gesucht und viel gelesen. Ganz leise haben wir uns irgendwann gesagt: „Nur mal angenommen, wir würden in ein anderes Land ziehen wollen…“
So fing es an.
Kurz nachdem wir Morgenstern übernommen hatten, sind wir die ersten kleinen Schritte in diese Richtung gegangen. Trippelschritte! Immer nur einen kleinen vor und gleich wieder einen halben zurück.
Wir waren uns lange nicht sicher, ob wir es wirklich wagen sollten. Unsere Stimmung war am Anfang großen Schwankungen unterworfen. Einerseits wollten wir es versuchen, andererseits hatten wir natürlich auch Angst zu scheitern.
Vor gut 3 Jahren haben wir dann einen Entschluss gefasst. Zu einer Zeit, in der Morgenstern eine Großbaustelle war und ein bekannter Virus in den Startlöchern stand, um für einige Verzögerungen zu sorgen. Am Ende war das für uns nicht einmal schlecht. Im Gegenteil. Wir hatten mehr Zeit, um Erfahrungen zu sammeln.
Damals haben wir das natürlich nicht so empfunden. Als der erste Termin geplatzt war, dachten wir: Das wird doch nie was…
Und das ist es auch eine ganze Weile nicht. Wir hatten Flüge gebucht, die wieder abgesagt werden mussten und Termine, die wir am Ende verpasst haben.
Dazwischen war umso mehr Zeit für Recherche. Die Frage, ob wir dort wo wir hin wollen wirklich das Gesuchte finden werden, konnte noch ein wenig länger diskutiert werden.
Die Wochenenden waren immer voll mit Gesprächen und ernsthafter Suche. Kartenmaterial sichten, Webseiten von Behörden durchforsten, Gesetze durchblicken, die Möglichkeiten virtuell ausloten…
Und immer wenn wir an Bord der Morgenstern waren, haben wir geträumt. Wie würde das wohl sein, wenn wir den Absprung wirklich schaffen sollten? Wie fühlt sich das Leben dort an? Wie werden die Menschen sein? Schaffen wir es, uns zu integrieren und noch einmal eine fremde Sprache zu lernen? Ist das der richtige Ort für Morgenstern? Denn eins war von vornherein klar, Morgenstern kommt mit!
Diese letzten Jahre waren ein Abenteuer und Spagat für uns, das ich hier kaum beschreiben kann. Eine innerliche Achterbahnfahrt. Uns war oft schlecht, obwohl wir sicher waren, in die richtige Richtung zu gehen.
Den ersten Termin, den wir einhalten konnten, hatten wir mit einem Makler am 7. April 2022 um 14 Uhr, in einem kleinen Ort am Rand der Arktis.
Es folgten weitere Hausbesichtigungen im Hohen Norden als auch weiter südlich, die wir lange vor der Reise im letzten Jahr vereinbart hatten. Zurück in Deutschland haben wir uns dazu entschlossen bei einem der Häuser in die sogenannte Bieterrunde zu gehen. Dazu muss gesagt werden, dass man in Norwegen nicht so einfach ein Haus kaufen kann. Häuser werden dort grundsätzlich versteigert und es ist in der Regel einiges an Aufwand notwendig, um dort als Ausländer mitmachen zu können. Fallstricke gibt es ebenfalls. Aber da kam uns letztendlich „Corona“ zugute. Wir hatten quasi 2 Jahre Zeit zu lesen…
Und so waren wir ruck zuck drin in der Runde und hatten auch eine recht gute Taktik. Irgendwann nützt aber die beste Taktik nix, wenn die Kohle schlicht nicht reicht. Nach 2 nervenaufreibenden Monaten mussten wir aufgeben.
Aber wie man immer so schön sagt: Wer weiß, wofür es gut war!?
Das haben wir natürlich nicht sofort so gesehen. Anfangs waren wir echt fertig!
Ein paar Monate später ergab sich dann eine neue Chance. Ein Haus bei dem fast alles passen würde. Die beste Gelegenheit in all den Jahren.
Ironischerweise haben wir es deshalb am Anfang nicht einmal richtig ernst genommen. Wir hatten zu dem Zeitpunkt nicht zugelassen uns in das Haus und die Gegend zu verlieben.
Alles wurde nur nüchtern nach einem festen Plan begutachtet und abgearbeitet. Irgendwann waren wir soweit für unser erstes Gebot. Das war im Oktober 2022.
Im November haben wir den Zuschlag erhalten und alle Verträge und Anträge wurden auf den Weg gebracht.
Von da an haben wir uns wie in einer Seifenblase gefühlt. Wird das gerade wirklich wahr, oder pikst gleich jemand von außen und alles platzt?
Kurz vor Weihnachten wurde die Überweisung, die wir in Auftrag gegeben hatten, auf einem Treuhänder-Konto in Norwegen verbucht.
Heiligabend waren wir blank. Aber sowas von!
Und hatten ein Haus in Norwegen!
Es steht auf einer Insel im „Fylke“ Nordland, nicht weit entfernt vom Polarkreis, auf 65° Nord. Dort wo die Berge grün sind und das Meer drum herum dunkelblau.
Bis zum Meer sind es von unserer Haustür genau 30 Meter. In Worten: Dreißig! Aus dem Wohnzimmer schaut man nach Südosten auf den Fjord und die dahinter liegenden hohen Berge auf dem Festland. Der offene Nordatlantik liegt auf der anderen Seite der Insel. Der Fjord ist vor der Dünung des Meeres sehr gut geschützt. Noch besser geschützt ist die kleine Bucht direkt vor unserer Haustür. Sie ist nur durch 2 kleine natürliche Kanäle mit dem Fjord verbunden. Die Wassertiefe in dieser Bucht liegt bei maximal 15 Metern. So etwas findet man in dieser Konstellation auch in Norwegen nicht oft.
Was wir planen, dürfte klar sein. Morgenstern bekommt endlich den Liegeplatz, der zu diesem Schiff passt.
Das alte Haus ist für uns ein Traum. Es steht komplett frei, trotzdem haben wir Nachbarn, nicht weit entfernt. Das Grundstück um das Haus ist ziemlich groß und besteht überwiegend aus Wald. Genau so haben wir uns das immer erhofft. Einen Wald zu haben, der einem mehr bietet als nur Feuerholz.
Der Wald, er beginnt direkt hinterm Haus. Würde man von dort aus immer tiefer in den Wald laufen, man würde kein anderes Haus mehr sehen, keinem Menschen begegnen, keine Straße und keinen Weg mehr finden. Nach etwa fünf Kilometern durch unberührte Natur würde man das Europäische Nordmeer vor sich sehen. 1.500 Kilometer weiter liegt Grönland.
Zurück am Haus würde einem wahrscheinlich als erstes die viele Arbeit auffallen. Aber ich denke nicht, dass ihr bei uns etwas anderes erwartet habt.
Bis das gesamte Projekt rund ist, werden Jahre vergehen. Es wird auch noch eine Weile dauern, bis wir Morgenstern nach Norwegen verlegen können. Realistisch dürfte der Sommer 2024, vielleicht auch erst 2025 sein.
Für dieses Jahr sind diverse Arbeiten am Haus geplant und die ersten Schritte in Richtung eigener Mooringboje. Für ein 17 Tonnen Schiff ist das allerdings nicht mal eben gemacht.
Vor wenigen Wochen haben wir also einen Anhänger organisiert, schnell aufgemöbelt, Subaru und Anhänger vollgepackt und waren schließlich startklar und hoch motiviert.
Am 27. Januar um kurz nach 20 Uhr sind wir los. Vor uns lagen fast 2.400 Kilometer bis zum Ziel und nochmal soviel wieder zurück. Dafür und für die ersten Arbeiten am Haus hatten wir nur 7 Tage Zeit.
Alles musste deshalb perfekt geplant werden und für alles was schief gehen konnte wurde Ersatz mitgeführt, soweit das möglich war.
Die erste Etappe durch die Nacht war meine Aufgabe. So haben wir das schon früher immer gemacht, wenn wir zusammen gesegelt sind. Das hat sich bei uns am besten bewährt, da ich die „Eule“ bin und Sabrina lieber früh aufsteht. Am 28. Januar habe ich sie gegen 6 Uhr morgens geweckt. Wir waren bereits in Schweden, haben zusammen gefrühstückt und anschließend die Plätze getauscht.
Als ich wieder wach geworden bin, waren wir nördlich des Vänern. Hier hat sich der linke Reifen des Anhängers verabschiedet. Das Ersatzrad war schnell montiert und weiter ging die Fahrt nach Norden. Wir hatten gehofft, dass wir es in maximal 24 Stunden bis Östersund schaffen könnten. Dort kennen wir jemanden, der einen Campingplatz hat und eine kleine warme Hütte für uns bereit gehalten hätte.
Letztendlich mussten wir den Versuch nach 25 Stunden Fahrt abbrechen. Das Risiko wurde zu groß. So weit nördlich war es bereits seit Stunden dunkel. Immer mehr Wild war unterwegs und wir sind die letzten paar Hundert Kilometer fast durchgehend auf Eis gefahren. ABS hatten wir mittlerweile auch keins mehr, da sich ein Fehler in die Elektronik eingeschlichen hatte.
Nach scheitern fühlte sich das deshalb auch nicht an. Wir sind in diesen 25 Stunden 1.740km weit gefahren. Neuer persönlicher Rekord, den wir wahrscheinlich so schnell nicht einstellen werden.

Übernachtet haben wir auf einem kleinen Rastplatz, gleich neben einem wunderschönen, zugefrorenem See. Wir kannten den Platz bereits von unserer letzten Reise und hatten ihn für genau diesen Fall eingeplant.
Der Subaru war ruck zuck zum Schlafwagen umgebaut und nach dem Abendessen und einer Runde mit Filou sind wir schneller im Reich der Träume gewesen, als die Elche Gute Nacht sagen konnten.
Die Nacht war bis minus 15°C kalt. Mit guten Schlafsäcken, isolierten Scheiben und einer Decke für Filou lässt sich das aber mehr als gut aushalten. Gefroren haben wir nicht.
Am frühen Morgen ging es schließlich weiter. Noch gut 600 Kilometer lagen vor uns und die Strecke war überwiegend vereist oder verschneit.
Aber wir hatten ja unseren symmetrischen Allradantrieb und der hat uns mehr als einmal vor dem Aufziehen der Schneeketten bewahrt und damit viel Zeit eingespart. Damit macht Schnee und Eis erst so richtig Spaß und der Winter wird zum Genuss.
Irgendwann am frühen Nachmittag, es war bereits dunkel, trennten uns nur noch 200km vom Ziel, aber der Schneefall wurde so stark, dass wir nur noch sehr langsam vorwärts kamen. Immer wieder mussten wir anhalten um die Scheinwerfer vom Schnee zu befreien. Unser Nachbarn, den wir bis dahin nur „online“ kannten, hat derweil die Wärmepumpe in unserem Haus hochgedreht und die Beleuchtung eingeschaltet. „Damit das Ankommen etwas Besonderes wird.“
Das war es! Die ganze Fahrt mit dem Youngtimer war etwas besonderes, mit einem CD-Wechsler voll mit „A-HA“ und „Aurora“ im Loop.
Es fühlte sich an, als würde alles seit vielen, vielen Jahren auf genau diesen Moment hinauslaufen müssen. Als wäre alles vorher nur Vorbereitung und Probe gewesen, ohne die es das hier oben nicht hätte geben können.
Wir waren überglücklich, konnten das alles aber so schnell überhaupt nicht begreifen.
Angekommen und bereit für neue Abenteuer.
Unser rotes Haus am Meer.
Am nächsten Tag waren wir im Einsatz. Ausmessen, Zeichnungen machen, Pläne schmieden, die erste Anhängerladung auspacken und einräumen. Aufräumen, Kettensäge zum Einsatz bringen…
Wir hatten viel zu tun und es hat unglaublich viel Spaß gemacht.
Erster Grünschnitt erledigt.
Erster Rundgang durch unseren Märchenwald.
Einer von drei kleinen Bächen, die durch unseren Wald fließen.
Am zweiten Abend war einer unserer Nachbarn zu Besuch und wir saßen lange zusammen im Haus.
Am dritten oder vierten Morgen habe ich so langsam realisiert, dass wir nicht nur für ein paar Tage in diesem Haus zu Besuch sind. Ich bin ganz früh morgens, noch vor dem Frühstück, zum Meer gelaufen, habe mir das Haus und den Wald dahinter von weitem angeschaut und ganz langsam realisiert.
Das Haus von der Seeseite aus gesehen. Davor befinden sich direkt am Ufer Bootsschuppen.
Wobei? Wenn ich jetzt, aus der Ferne, darüber nachdenke, fühlt sich alles wieder unwirklich und ganz weit weg an.
Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis wir beide vollständig realisiert haben, dass wir tatsächlich gerade dabei sind, nach Norwegen auszuwandern.
Am Abend bevor wir wieder zurück nach Deutschland mussten, kam ein großer Traktor rückwärts die Einfahrt zu unserem Haus hochgefahren. Es war einer unserer Nachbarn, der ein paar Hundert Meter weiter wohnt. Es hatte sich schnell herumgesprochen, dass die neuen Nachbarn hier sind. Und da er wusste, dass wir selbst noch keinen Traktor haben, wollte er den Schnee in unserer Einfahrt mit seinem Traktor räumen.
Wir haben in kürzester Zeit viel Hilfsbereitschaft und Aufgeschlossenheit erlebt. So viel, dass wir ein wenig überwältigt waren.
Am 3. Februar mussten wir früh morgens wieder los. Wir wären am liebsten gleich für immer geblieben, in dem roten Haus an der kleinen Bucht, kurz vorm Polarkreis.
Den Rückweg erspare ich euch im Detail. Wir waren schnell! Samstag Abend waren wir bereits zurück am Niederrhein und hatten nochmal knapp 2.400 Kilometer abgespult. Davon die ersten etwa Eintausend Kilometer fast durchgehend auf einer festen Schnee- oder Eisdecke. Übernachtet haben wir an einem abgelegenen Platz am Öresund in Schweden, an dem wir fast 2 Jahrzehnte zuvor mal gezeltet hatten. Alles war dort noch so wie damals.
Nun heißt es, Listen abarbeiten, die nächste Fahrt planen und Morgenstern nicht aus den Augen verlieren. Der Anhänger braucht neue Reifen, der Subaru hat ebenfalls gelitten und muss wieder aufgemöbelt werde. Neue Windschutzscheibe, neue Stoßdämpfer…
Letztes Foto vor der Rückfahrt nach Deutschland.

Erst lesen, dann hobeln © Anna-Marie Frick
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Werftchef Iztok Pockaj hat sich mit der Alfastreet 21 sein Lieblingsboot entwerfen lassen © Alfastreet Marine
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Do., 23.Feb.23, Neuseeland/Whangarei, Tag 3190, 24.696 sm von HH
Normalerweise braucht es eine Elefanten-Herde, um mich nachts zu wecken. In dieser Nacht ist es anders – ich höre ein leises Klingeln. Die Nacht ist windstill, die Luke über meinem Bett steht weit offen. Außer dem Klingeln ist nichts zu hören. Ich lausche: da wieder! Das müssen die Ketten der Ständer sein in denen Atanga steht, erkenne ich. Was mag in drei Metern Höhe mit den Ketten rasseln? Mein schlaftrunkenes Hirn versucht eine Lösung zu finden. Eine Katze? Dann höre ich Schritte an Deck. Tapp, tapp, tapp. Zu laut für eine Katze. Ich lausche und starre in die Dunkelheit. Über mir erscheint ein Gesicht und schaut frech zu mir herunter. Ich starre zurück. Ohne Brille kann ich nicht wirklich erkennen, wer da über mir hockt.
Höchste Zeit den Käpt’n zu wecken. Ich rüttel ihn wach. Das Gesicht an der Luke ist verschwunden. „Da ist was an Deck“, flüstere ich Achim zu. „Ein Tier.“ Mein Jäger ist sofort auf den Beinen. 30 Tausend Jahre Evolution seit Neandertal haben keinen Schaden angerichtet. Wiesel schnell schaltet Achim auf Jagdmodus und die Decksbeleuchtung an. Er springt ins Cockpit. „Da ist nichts. Hast du geträumt?“ Er schleicht ums Cockpit herum. „Doch, hier sitzt was. Ich glaube das ist ein Possum.“ Der freche Kerl lässt sich gar nicht stören. Ich kann auch einen Blick auf ihn werfen und sogar gemütlich den Fotoapparat holen. Selbst der Blitz irritiert unser Possum kein bisschen. Erst als wir ihm von zwei Seiten auf den Pelz rücken, klettert er an den Ketten so herunter, wie er gekommen ist.
Possum in der Nacht
Der Fuchskusu, in Australien und Neuseeland Possum genannt, wird knapp so groß wie eine Katze und ist Neuseelands größter Schädling. Das Beuteltier mit wertvollem Pelz stammt ursprünglich aus Tasmanien. Vor hundert Jahren wurden 200 Tiere für die Pelzzucht nach Neuseeland gebracht und die haben sich hier ungehemmt vermehrt. Ohne natürliche Feinde ist die Population auf 40 bis 70 Millionen (!) Exemplare angewachsen.
Diese verwüsten nicht nur Gärten und Felder, sie fressen wortwörtlich ganze Wälder kahl. Bevorzugte Nahrung sind Blätter und Knospen.
Seit den 1990er Jahren rückt man den Possums mit Fallen auf den Pelz. Unterwegs auf unseren Wanderungen haben wir viele Fallen gesehen. Häufig sind die erst nach stundenlangem Marsch zu erreichen. In keiner Falle haben wir ein erschlagenes Possum gefunden.
Dafür sieht man umso mehr überfahrene Tiere. Die nachtaktiven Fuchskusus scheinen auf Autos so zu reagieren, wie auf uns an Deck. Nämlich gar nicht. Somit sind in einigen Gegenden die Straßenränder förmlich übersät mit Kadavern. Wer für Naturschutz ist in Neuseeland, bremst nicht für Tiere.
Zusätzlich gibt es noch Fallen mit Giftködern. Die Possums auszurotten ist erklärtes Ziel der Naturschutz-Behörde.
Possum-Falle in Opotiki – Achim hat die Falle gespannt und mit einem Ast ausgelöst – der wurde von der Wucht der Falle in tausend Stücke zerschlagen
Das Fell der Fuchskusu ist außerordentlich weich. Da aber weltweit die Nachfrage nach Pelz zurück gegangen ist, kam in Neuseeland der Handel fast zum Erliegen. Vor knapp zwanzig Jahren fand man jedoch ein Verfahren, um aus den Haaren des Possums Wolle zu spinnen. Seitdem lohnt sich die Jagd nach dem Schädling wieder.
Putzige Tiere – nur zur falschen Zeit am falschen Ort. In Australien ist das Possum übrigens geschützt. Durch Fress-Feinde, wie Schlangen, Eulen und Dingos hält sich ihr Bestand auf ein natürliches Maß.
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Die Leesenbrücker Schleuse am Finowkanal ist fast 150 Jahre alt. Sie wurde kürzlich erneuert. © WIN
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Susann Beucke an Bord der Holcim PRB © Sailing Energy / The Ocean Race
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