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Foiling: Scow-Motte “Skeeta” im Anflug auf Europa – Probesegeln bei Stickl

Skeeta, Stickl, Foiling

Es tut sich was Neues auf dem Markt der kleinen Centerfoiler. Über einen „voluminösen“ Scowrumpf, Foils mit Quick-Release-System, Lowrider-, Skimming- und Vollflugmodus. Weiterlesen

Die Farbe des Horizonts

Sie sind jung und verliebt und auf dem Weg in ein romantisches Abenteuer  –  aber für Tami (Shailene Woodley) und Richard (Sam Claflin) endet der Segeltrip von Tahiti nach Kalifornien in einer lebensbedrohenden Katastrophe: Im September 1983 brechen Tami Oldham und ihr Verlobter Richard Sharp von Tahiti aus auf, um im Auftrag von Bekannten eine 44-Fuß-Segelyacht nach San Diego zu überführen. Alles geht gut, bis sich, mitten im Pazifik, tausende Seemeilen vom nächsten Festland entfernt, ein Hurrikan der Kategorie 4 entwickelt, dem auszuweichen ihnen nicht gelingt.

Die Farbe des Horizonts

Unheil droht© Tobis Film

Das Boot kentert in den riesigen Wellen durch, Richard wird von Bord gespült und Tami geht unter Deck k.o.. Als sie wieder zu Bewusstsein kommt, ist Richard verschwunden, das Boot treibt als halbes Wrack im Pazifik. Die junge Frau steht vor der unglaublichen Herausforderung, ihren Überlebenswillen nicht zu verlieren und das Schiff zurück in einen sicheren Hafen zu bringen.

„Die Farbe des Horizonts“ basiert auf einem wahren Ereignis – Namen, Daten und Orte stimmen überein. Die Situation, in der sich die damals erst 23-jährige Tami Oldham Ashcroft nach der Havarie im Hurrikan wieder fand, war brutal: ihr Begleiter über Bord gegangen, das Boot ohne Mast und halb voll Wasser, weder Motor noch Funkgerät funktionsfähig, mit kaum Trinkwasser und nur wenigen Lebensmitteln. Sie selbst durch eine Kopfverletzung geschwächt und der nächste erreichbare Hafen mindestens 1500 Seemeilen entfernt, ihre genaue Position nach dem Sturm unklar.

Die Farbe des Horizonts

Tami darf nicht aufgeben© Tobis Film

Shailene Woodley, bekannt aus „Der Schicksal ist ein mieser Verräter“, gelingt es mit ihrer schauspielerischen Leistung, die mentale Stärke und den nicht zu brechendem Überlebenswillen der Protagonistin überzeugend darzustellen. Zu jedem Zeitpunkt ist Tami eine autonom und entschlossen handelnde Figur. Unterstützung bei der Gestaltung ihrer Rolle bekam Woodley durch die echte Protagonistin Tami Oldham Ashcroft, die die Filmproduktion beratend begleitet hat. Das Drehbuch zum Film basiert auf ihrem Jahre zuvor erschienen Buch „Red Sky in Mourning“.

Der Film, eine Mischung aus Survival- und Liebesfilm, ist eine sehr real anmutende Wiedergabe der Ereignisse und verzichtet weitgehend auf Kitsch. Die Begegnung der beiden Protagonisten und ihre Liebesgeschichte nutzt der Film dabei als Einstieg ins Geschehen und zur Entwicklung des Plots. Mit Rückblenden und Zeitschnitten hält er die Spannung in der ausweglos erscheinenden Situation auf dem Pazifik aufrecht. Regie führte Baltasar Kormákur, dem bereits mit dem Bergsteiger-Drama „Everest“ eine überzeugende Survival-Geschichten gelang. Die intensiven Bilder auf und unter Wasser des Oscar nominierte Kameramanns Robert Richardson machen den Film auch visuell zu einem intensiven Kinoerlebnis. Endlich mal ein Segelfilm, in dem der Protagonist eine Frau ist – und es real gemeistert hat, die Katastophe zu bewältigen.

Unser Urteil: sehenswert, insbesondere in der englischen Originalfassung

Wir haben mit Tami Oldham-Ashcroft persönlich über den Film gesprochen

Die Farbe des Horizonts

Tami Oldham-Ashcroft© privat

float: Tami, hast du am Drehbuch mitgearbeitet?

Tami: Ich war vom ersten Tag an in die Entstehung des Drehbuchs involviert. Die Autoren Aaron und Jordan Kandell sind schon vor sechs Jahren mit mir in Kontakt getreten. Es hätte viele verschiedene Ansätze gegeben, die Geschichte zu erzählen. Mir gefällt nun, dass das Drehbuch die Liebesgeschichte und das Abenteuer, das Richard und ich erlebt haben, mit der dramatischen und rauhen Überlebensgeschichte verwebt, als wäre es ein Bildteppich.

Wie war es, als du den Film zum ersten Mal gesehen hast?

Ich habe den Film inzwischen mehrmals gesehen und jedes Mal gehe ich mit einer Erinnerung aus dem Kinosaal, die ich eigentlich tief in meinem Unterbewusstsein vergraben wollte. Als ich den Trailer zum ersten Mal ansah, wurde ich derart von Gefühlen überwältigt, dass ich einfach nur noch weinen konnte. Der Film selbst hat mich enorm damit überrascht, wie sehr mich die Bilder zurück in die damalige Situation an Bord versetzen. Und auch damit, wie gut Shailene und Sam spielen, so dass ich mich völlig im Film verliere.

Kannst du dich mit deiner Figur im Film identifizieren?

Ich habe immer gedacht, dass meine Geschichte einen tollen Film abgegeben würde. Trotzdem hat es sich irgendwie surreal angefühlt, mir selbst beim Überleben zuzusehen. Und es brachte ungefiltert alle Gefühle zurück: meine große Liebe zu Richard, den Schock des Unfalls und der daraus folgenden Notlage. Die Stärke, das Boot wieder in Bewegung gesetzt zu kriegen, der allerhöchste Genuß von Erdnußbutter, als ich fast am Verhungern war. Die Erlösung vom Überlebenskampf, als das Boot endlich, endlich vor dem Hafen von Hilo entdeckt wurde. All diese Gefühle durchlebte ich erneut, als ich den Film sah.

Du hast das Segeln nach dem Erlebten nie aufgegeben. Wie konntest du nach all dem Horror wieder an Bord eines Bootes gehen?

Ich habe das Buch „Adrift“ (vorheriger Titel: „Red Sky in the Mourning“) gewiss nicht geschrieben und am Film mitgewirkt, um Menschen davon abzuhalten, aufs Meer hinaus zu segeln. Ich selbst liebe es einfach, auf dem Wasser zu sein, mit der Natur eins zu werden. Das machtvolle Gefühl, sich den Wind nutzbar machen zu können. Das Geräusch, wenn das Wasser am Bootsrumpf rauscht.

Wie segelst du heute?

Nach den damaligen Ereignissen bin ich direkt zum Segeln zurückgekehrt und habe es viele Jahre ausgeübt. Ich habe mich weiter qualifiziert und das Kapitänspatent für 100-Tonner gemacht. Ich wurde Profi und habe tatsächlich mit dem Segeln Geld verdient, meist auf Forschungsschiffen. Heute segele ich zum Vergnügen. Mir gehört auch ein Motorboot, das mir großen Spaß macht und mit dem meine Familie und ich zwischen den wunderschönen Inseln vor unserer Haustür unterwegs sind. Meine ganze Familie liebt das Wasser und ist gesegelt und Boot gefahren, quasi seit unsere Töchter auf der Welt sind.

Was rätst du Leuten, die Blauwasser-Törns unternehmen wollen?

Indem ich meine Geschichte erzähle, möchte ich Segler und insbesondere Frauen motivieren, so viel über das Segeln zu lernen wie möglich. Viel zu oft gibt es an Bord eine traditionelle Rollenverteilung. Es ist enorm wichtig, dass wir als Frauen die Rollenklischees überwinden und möglichst viel über Schiffsführung und Navigation lernen. Und ich möchte der Welt zeigen, welche Stärke in Frauen steckt. Heutzutage müssen auf der ganzen Welt so viele Frauen unter widrigen Bedingungen aller Art überleben. Wir sind stark und belastbar – unterschätzt unsere Fähigkeiten nicht!
Ich rate allen, die mit dem Segeln anfangen wollen, unbedingt Segelunterricht zu nehmen und viele Kurse zu besuchen. Es gibt überall Möglichkeiten, segeln zu lernen und aufs Wasser zu kommen. Verbringt dort so viel Zeit wie möglich!

Möchtest du unseren Leserinnen und Lesern noch etwas besonderes sagen?

Da draußen gibt es eine wunderbare, große, weite Welt zu entdecken – ob zu Land, Luft oder Wasser. Macht Euch einfach auf den Weg!

Liebe Tami, wir danken Dir für das Gespräch.

Und hier der englischsprachige Trailer zum Film, weil er uns besser gefällt:

YouTube Video

DIE FARBE DES HORIZONTS (OT: ADRIFT)
97 Minuten  I  Drama  I  USA  2018
Kinostart: 12. Juli 2018
Im Verleih von TOBIS FILM

Tag 4 nach Ecuador – Alle Farben grau

Di., 05.Juni 18, Pazifik, Tag 1465, 12.882 sm von HH, etmal 76
Was als schöner Hollywood-Film begann (da schaukelt es auch nie auf einem Segelboot), entpuppt sich als Woody Allen Tragikomödie: „Was Sie schon immer mal über Segler wissen wollten.“
„Du nervst vielleicht.“ Mein Konter ist originell: „Selber!“ „Olle Meckerziege.“ „Selber!“ „Geh‘ bloß ins Bett oder iss ein Stück Schokolade. Deine schlechte Laune hält ja keiner aus.“ „Sag du mir nicht, was ich machen soll. Hör lieber auf unterm Bimini zu qualmen. Du stinkst alles voll“, nörgeln wir uns gegenseitig an. „Immer muss alles nach Deiner Nase gehen.“ „Selber“, Achim kann es auch nicht besser. Ich folge dem unerwünschten Ratschlag und greife herzhaft in die Schoki. Achims Sucht siegt ebenfalls. Statt unterm Bimini wird am Heck eine gequarzt. Da kann der feine Herr dann auf einmal im Regen stehen ohne zu quaken. ;-)
Drei Tage nur Regen und Gewitter. Das Wetter drückt auf die Stimmung. 50 Shades of Grey, nur nicht so erotisch. Morgenrot grau, Himmel grau, Wasser grau, wahlweise mit oder ohne Regen. Abendrot grau. Laune grau. Wir dümpeln mit knapp drei Knoten in die halbwegs richtige Richtung. „Komm, lass uns nicht zanken, die Situation ist so schon unerfreulich genug“, bietet Achim an. Hand drauf.
Am Nachmittag muss die Maschine wieder ran. Kaum noch Wind. Wir treiben rückwärts. So langsam hat uns der Humboldtstrom am Wickel. Hier soll doch der Wind aus Süden kommen. Als wir vor uns, hinter uns und neben uns eine Gewitter-Zelle sehen, sind wir sicher, gleich geht es los. Einer Intuition folgend, greifen zu unserem schwersten Segel, der Fock. Nicht eine Minute zu früh. Gefühlt rücken alle drei Wolken-Wände näher. Zehn Knoten Wind, fünfzehn Knoten, es geht hoch auf zwanzig. Die Fock-Schoten dicht geknallt, brettern wir davon. Reffen ist was für Feiglinge, schließlich liegt unser Wunschkurs (190 Grad) an. Hoch am Wind entkommen wir dem Regen in die Dämmerung hinein.
Der Komfort an Bord ist schlagartig vorbei. Wir schieben reichlich Lage. Zwanzig Grad machen jeden Handschlag anstrengend. Der beste Ort ist im Bett – gut gepolstert zur schrägen Seite. Meine Schicht beginnt wie immer um 22:00 Uhr. „Wir müssen eine Wende fahren“, empfängt Achim mich, „der Wind hat etwas gedreht.“ Schlaftrunken stehe ich im Niedergang. Ich mag nicht hinter der Sprayhood herauskrabbeln, es gießt wie aus Eimern. „Zieh am besten nur Deine Regenjacke an, sonst nichts“, rät Achim mir. „So wie ich“. Wieder muss ich an ‚Fifty Shades of Grey‘ denken. Also, Augen zu und raus. Vorstellen mag ich mir unseren Anblick nicht.
Die Wende ist schnell abgearbeitet. Achim verschwindet ebenso schnell: „Du machst das schon. Wenn der Wind noch heftiger wird, lass die Großschot etwas raus.“ Die Nacht ist dunkel wie im Bärenarsch. Ein Blindflug. Es regnet, es donnert, es blitzt. Heute Nacht wird an diesem Ort der Weltuntergang geprobt. Der Wind geht nicht über zwanzig Knoten, reffen brauchen wir nicht, aber schön geht anders. Hinter meiner Sprayhood gibt es eine kleine trockene Ecke. Dort mache ich es mir ‚gemütlich‘. Mein Blick fällt auf den Windanzeiger. Huch, 25 Knoten, sagt die Anzeige, hab ich gar nicht mitbekommen. Dann 28 Knoten, 30 Knoten. Mir rutscht das Herz in die Hose. Dafür haben wir zu viel Tuch oben. 32, 33, 35. Adrenalin pumpt durch meinen Körper. Alle Signale stehen auf ‚Flucht‘. Als ich 38 sehe, fängt endlich das Gehirn an zu arbeiten: Unmöglich! Die Anzeige muss spinnen. Das blöde Gerät zählt noch bis 81 hoch, dann geht es zurück auf anständige 19 Knoten. Ich zähle die Minuten bis ich Achim wecken darf und zurück in mein Bettchen kann.
Catch of the day: ein zu kleiner Gelbflossenthun, der zurück ins Meer kommt Tagesmeilen 79 – davon 16 unter Motor Noch 312 sm direkter Weg

Kroatien, Italien, Slowenien: Alternativen an der Adria

16: <p>
	Gro&szlig;e, beliebte und sehr professionelle Marinas, wie hier Punta Faro, gibt es an der Nordadria dicht an dicht</p>

Segeln auf der Adria setzen viele mit einem Törn in Kroatien gleich. Dabei sind auch die Nachbarländer attraktiv. Der Bericht im PDF-Download

Hart trainiert: die YACHT-Lesercrew ist bereit

The Race 1000 Miles: <p>
	Die YACHT-Lesercrew will angreifen</p>

Ein Experiment, das auch nach hinten hätte losgehen können: zehn fremde Segler treffen aufeinander und kämpfen eine Woche lang um sechs Teamplätze

America’s Cup: Zweiter italienischer Herausforderer angenommen – Superyacht-Spezialisten

Die Zahl der America’s Cup Challenger ist auf vier gestiegen. Die Neuseeländer haben die Herausforderung aus Sardinien für valide erklärt. Die Sarden segeln für ihre ex Königin und die Superyacht-Wirtschaft. Weiterlesen

Motorfahrt

No Fish!

Torsten hätte so gerne einen Fisch gefangen. Ich sehe es ihm an der Nasenspitze an. Torsten ist Bäcker. Er verfeinert das MARLIN Brot mit gerösteten Kernen und ein paar Tricks. Eben diese Tricks. Gutes Brot macht Torsten. Ich habe hier in der Gegend noch nie einen Fisch gefangen. Wie auch. Immer wieder tauchen Delfinschulen auf, da ist jeder Fisch auf und davon um mit seinem Leben wegzukommen. Der Himmel hängt tief, das Wasser ist glatt. Augsburger Puppenkiste. Hauptmaschine Johann schiebt die MARLIN durchs Wasser und nervt. Rumdümpeln nervt mehr, vermittel ich meiner CREW. Fisch und Fleisch ist leider schlecht geworden im Kühlschrank und geht heute riechend über Bord. Helen zaubert trotzdem in der Küche und wir essen im Salon am großen Tisch. Alles hat eben seine Vor- und Nachteile. Bei schräger Segelfahrt essen wir meist aus Schälchen im Pilothaus.

Torsten und Jana sind ein Paar. Sie wissen es noch nicht, aber sie sind eigentlich ein Segelpaar. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Törn auf der MARLIN nicht der letzte im kommenden Seglerleben für die Beiden ist. Schnell waren die Seebeine da. Jana geniest mein Vertrauen, macht das Wetter und die Navigation auf der MARLIN! Torsten hat die Seemannschaft im Blut. Jana kann mit der Software umgehen! Beide haben die Ruhe weg und man merkt schnelle Auffassungsgabe. Segeln, Segeln, Segeln… sag ich da nur. Ich weiß nicht was in ihren Köpfen so vorgeht.

Mr. Skipper Michael ist etwas zurückgezogen bei Motorfahrt. Nicht so mein Ding. Aber nun. Das Hoch hat uns erwischt. Kann man so gesehen nichts dran ändern. Aber auf jeden Hochdruckkern folgt auch eine Isobare und die macht den Wind. Ostwind ist hier eher selten, alles andere können wir segeln. Also. Ruhig Wnuk. Morgen geht es geschwind wieder weiter. Im Motorraum gibt es ein neues Problemchen. Die Kohlen des Wassermacher Motors müssen wohl gewechselt werden. Na so was. Was da genau los ist, kann ich erst sehen, wenn die Hauptmaschine nicht mehr rattert.

Ich mach mal nen Kaffee. Buddy und Helen hat das Back Gammon Fieber gepackt. Buddy hat gar keine Wache mehr. Man hört das Fallen der Würfel und die menschlichen Beigeräusche über gute und schlechte Zahlen auf den sechs Seiten des Backgammon Glücks.

 

A-Cats: Einhand-Katamarane aus der Luft – Design Duell am Gardasee

A-Cats gehören zu den heißesten Einhand-Booten unter der Sonne. Die neuesten Entwicklungen wurden bei der Frühjahrs EM am Gardasee gezeigt. Der neue Zweirumpfer aus Holland kostet 25.000 Euro ohne MWS. Weiterlesen

Berlin feiert 150 Jahre Regattasegeln

Am Samstag geht’s los – oder am Sonnabend, wie die Berliner sagen: Anlässlich des 150. Jahrestags der ersten Regatta auf Berliner Gewässern veranstaltet der Berliner Segler-Verband dieses Jahr eine Jubiläumsregatta. Zuschauer sind herzlich eingeladen.

Auf der historischen Dahme-Strecke bis zum Ende des Langen Sees in Schmöckwitz wird am 9. Juni 2018 gesegelt. Ausrichter sind neben dem Berliner Yacht-Club die Vereine der TSG 1898 und SC Brise 1898. Das aktuelle Programm der Jubiläumsregatta ist hier zu finden (auch als PDF). Startpunkt ist in Grünau vor dem SC Brise 1898. Die Regattastrecke führt Richtung Schmöckwitz bis zur TSG 1898.

Ein Blick in die geschichtliche Entwicklung der Segelei zeigt, warum gerade hier im Segelrevier des Südosten Berlins die Keimzellen des deutschen Segelsports liegt. Ausschlaggebend ist dafür die geografische Lage der Hauptstadt mit seinen vielen Gewässern. float erzählt die Berliner Seglergeschichte – mit Karl Marx, Arbeiterseglern und Ostseglern im West-Exil.

Die Pioniere der Tavernengesellschaft

1835: Friedrich Wilhelm III. aus dem Hause Hohenzollern ist König von Preußen. Da versammeln sich vor den Toren des damaligen Berliner Stadtgebiets im idyllisch gelegenen Fischerdorf Stralau am Rummelsburger See mehrere Yachtbesitzer aus den Kreisen der Berliner Intelligenz, höher gestellte Bürger und Kaufleute und gründen mit der Berliner Tavernengesellschaft eine erste vereinsähnliche Organisation zur Förderung sportlichen Segelns. Die seinerzeit noch schön gelegene ländliche Umgebung des Ortes lockte auch Dichter, Schriftsteller und Studenten nach Stralau, darunter auch den damals 19-jährigen Karl Marx.

Jubiläumsregatta

Das Spreeufer bei Stralau, so wie Karl Friedrich Schinkel es sah (um 1817)© Anagoria / Public Domain

Wettkampfmäßige Aufeinandertreffen, wie wir sie heute in Form von Regatten kennen, stehen aber noch nicht im Vordergrund. Es geht mehr um Geselligkeit und Spaß. Das ändert sich rund 30 Jahre später, als 1867 am Rummelsburger See mit dem Berliner Segler-Club (B.S.C.) der erste Segelverein gegründet wird, der ein Jahr später die erste Berliner Segelregatta ausrichten wird.

Fusion statt Konkurrenz

Als der B.S.C. durch den 1880 gegründeten Stralauer Segler-Verein Konkurrenz bekommt, der vor allem jüngere Segler anzieht und sich drei Jahre später in Berliner Segler-Verein umbenennt, fusionieren die beiden Vereine. Seit 1885 ist der endgültige Name Berliner Yacht-Club (B.Y.C.). Anfang der 1890er-Jahre bezieht man das erste Clubhaus auf einem eigenen Wassergrundstück in Grünau.

Jubiläumsregattat

Das Clubhaus des Berliner Yacht-Club in Grünau, etwa 1911© Zukunft in Grünau e. V.

Als Berlin sich in dieser Zeit zum industriellen Zentren Deutschlands entwickelt, lockt das Arbeiter und viele Kleingewerbetreibende in die Hauptstadt. Die können sich zwar meist nur bescheidenes Bootsmaterial leisten, möchten aber möglichst in der Nähe ihrer Wohngebiete demWassersport nachgehen.

Da die meisten Industriestandorte zur damaligen Zeit im Osten liegen, gründen sich vor allem an dort gelegenen Gewässern Wassersportvereine. Die Mitgliederstruktur setzt sich hauptsächlich aus Arbeitern, Angestellten und Handwerkern zusammen: Man möchte volkstümlich Segeln mit kleinen Mitteln.

Jubiläumsregattat

Segler des Berliner Yacht-Club in Köpenick, etwa um die JahrhundertwendeJahrbuch Berliner Segler-Club von 1911

Aus Arbeitern werden Tourensegler

Es gründen sich diverse Arbeiter-Sportvereine, so auch zwei Vereine, die in diesem Jahr 120 Jahre alt werden – und somit prädestiniert sind, diese Jubiläumsregatta auszurichten: die Freie Vereinigung der Tourensegler Grünau e. V. und der Segel-Club Brise 1898 e. V.

Beide Vereine sind durch die gemeinsame Vergangenheit eng miteinander verbunden. Am 1. Oktober 1898 wird der Arbeiter-Segler-Verein Freie Vereinigung der Tourensegler Grünau e.V. (TSG 1898) gegründet mit dem Ziel, das Segeln mit der Familie und das Regattasegeln zu fördern. Liegeplatz war zunächst ein Bootsplatz in der Königseestraße in Grünau.

Später pachtet man im Ort ein größeres Wassergrundstück, 1912 ein weiteres, größeres Gelände auf der Wendenschloßstraße. Vermutet führte dies zur Teilung des Vereins. Jedenfalls spaltet sich eine Seglergruppe ab, die als Segler-Club 1898 e.V. weitergeführt wird, aber zunächst den selben Bootsplatz nutzt. Nach einer Pachterhöhung suchen sich die Segler des SC in der Wendenschloßstraße einen neuen Bootsplatz.

Jubiläumsregatta

Neues Clubhaus des BSC um 1911Jahrbuch Berliner Segler-Club von 1911

In der der NS-Zeit kommt es dicke: Die Freie Vereinigung der Touren-Segler Grünau muss sich unter den 1933 an die Macht gekommenen Nationalsozialisten Tourensegler Grünau nennen. Dann kommt der Zweite Weltkrieg: Während Clubhaus und Bootsgelände der TSG 1898 einigermaßen den Krieg überstehen, werden sowohl Lauben und Bootsschuppen des SC 1898 als auch das BYC-Clubhaus in Grünau mit allen Nebengebäuden und den meisten Booten zerstört und gehen in Flammen auf.

Segeln im kalten Krieg

Im Sommer 1946 wird das Vereinsmitglied Paul Tantow als Treuhänder vom Sportamt Köpenick für den SC 1898 e. V. eingesetzt. Ein gutes Jahr später wird von einem anderen Mitglied der Name „Brise“ vorgeschlagen und einstimmig angenommen. Der Grund: Die sowjetische Kommandantur hat einen Vereinsnamen mit Jahreszahl nicht genehmigt. Ab Juli 1949 darf der neue alte Club den vorgeschlagenen Namen führen.

An Segeln ist unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Rummelsburger See und Umgebung weder zu denken – noch ist es offiziell erlaubt. Das Verbot wird aber im sowjetischen Sektor Berlins schon im Sommer 1946 wieder aufgehoben. So veranstaltet die Freie Vereinigung der Tourensegler Grünau 1898 e.V. (TSG 1898) schon am 22. September 1946 auf der östlichen Dahme, dem Langen See und Seddinsee die erste Nachkriegsregatta mit sowjetischer Beteiligung. 1947 wird dort wieder von einem regen Segelbetrieb berichtet.

Jubiläumsregatta

Die Regattastrecke in Grünau im Juni 1952© Heinz Funck / Bundesarchiv

1949 erfolgt dann wie beim „SC Brise“ die Registrierung Tourensegler Grünau beim Kreissportausschuss Köpenick. Es kommt noch einmal zum Namenswechsel, als 1952 – zusammen mit zwei anderen Segelgruppen und anderen Sportarten – aus der TSG die Sportgemeinschaft Grünau (SGG) gebildet wird. 1990, nach dem Ende der DDR, erhält der Verein seinen alten Namen Freie Vereinigung der Tourensegler Grünau 1898 e.V. zurück.

Ein Club im West-Exil

Der Berliner Yacht-Club (BYC) geht einen anderen Weg. Der sucht sich am Wannsee ein neues Domizil. Warum und wie, geht aus der im Internet veröffentlichten Club-Geschichte nicht hervor. Es wird daran gelegen haben, dass viele Mitglieder mit den politischen Verhältnissen, die sich im Osten der geteilten Stadt entwickeln, nicht einverstanden sind – wie andere Ost-Berliner Vereine, die in den Westen wechseln, um sich dort neu aufzustellen.

Der eher bürgerlich orientierte BYC kommt ab 1949 zunächst für zehn Jahre im Verein Seglerhaus am Wannsee (VSaW) unter. 1959 fusioniert man mit dem Segler-Verein Wannsee und bezieht das neben dem Strandbad Wannsee schön gelegene Grundstück am Wannseebadweg mit Blick auf die Insel Schwanenwerder.

Das aktuelle Programm der Jubiläumsregatta ist hier zu finden (auch als PDF).

Der Beitrag Berlin feiert 150 Jahre Regattasegeln erschien zuerst auf Float Magazin.

Folge 15 – Von Nynäshamn nach Birka (Mälaren)

 
Die Video-Episode

Eine neue Folge des Videologbuchs ist Online. Viel Spaß damit!
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Tag 3 nach Ecuador – Schietwetter

Mo., 04.Juni 18, Pazifik, Tag 1464, 12.803 sm von HH, etmal 67
Den ganzen Vormittag regnet und gewittert es. Nach dem Früh-Squall geht der Wind auf 5 bis 8 Knoten zurück. Mal segeln wir, mal läuft der Motor. Noch nie haben wir so häufig die Segel rein, die Segel raus lassen müssen. Hamburger Schietwetter, würde ich sagen. Grauer Himmel, graues Meer. Mittags hört der Regen auf, aber es bleibt grau. Wir segeln mit 3 Knoten im Schnitt auf dem richtigen Kurs. Wir müssen noch etwas West gut machen, bevor die Gegenströmung einsetzt und der Wind südlich dreht. Sonst landen wir in Kolumbien.
In der Nacht nimmt der Wind zu. Wahnsinn. Windstärke vier! Wir haben die Kante erreicht, wo der nördliche Wind aufhören soll. Leider hat die Vorhersage wieder recht. Der Wind dreht. Wir sind noch gar nicht westlich genug gekommen und werden bereits nach Osten zurück gedrängt. Noch können wir einen Kurs von 160 Grad halten. Im Morgengrauen (im wahrsten Wortsinn – die Sonne lässt sich nicht blicken) geht der Wind erneut zurück. Wir kriechen im Schildkrötentempo süd-ostwärts. Man, man, man, wir wollen doch süd-westwärts. Was für ein Törn. Rechnerisch könnten wir die restliche Strecke unter Maschine fahren. Aber drei Tage motoren, hält auch keiner aus. Wir bleiben tapfer und segeln weiter.
Catch of the Day … ein Gelbflossen Thun
Tagesmeilen 67 – davon 12 unter Motor Noch 334 to go

Die Najad 395 AC aus Schweden im Exklusivtest

Najad 395 Anleger Najad Ellös 2018 NGü_8C8A9122

Zwei Decksversionen, zahlreiche Layout-Varianten und Extras: Der neuen Najad 395 mangelt es nicht an Vielfalt – aber an Ausgewogenheit. Der Test im PDF-Download