Kategorie: News

Philipp Buhl ist Segler des Jahres

Lange hatte es in der Fan-Abstimmung nicht nach diesem Erfolg ausgehen. Doch die letzten Tage des Online-Votings mischten die Wahl noch einmal gehörig auf. Die Fans des olympischen Sports waren aktiviert worden und stimmten für Buhl. Es ist unbestritten eine gute Wahl der User von Segelreporter und Sail24, denn 2020 gelang dem 31-Jährigen Historisches: Erstmals in der Geschichte der Laser-Klasse triumphierte ein Deutscher bei der Weltmeisterschaft. 20 Jahre ist es her, dass ein deutsches Team einen WM-Titel in einer olympischen Klasse gewann (2000 wurden Roland Gäbler/Rene Schwall Tornado-Weltmeister, gewannen ein halbes Jahr später Olympia-Bronze). Für Buhl selbst war es die Krönung nach einem Jahrzehnt in der absoluten Weltklasse des olympischen Sports.

Die Wahl zum/zur Segler*in des Jahres ist eine Aktion des SVG-Verlages in Kooperation mit dem DSV. Unterstützt wird die Aktion durch die boot, Pantaenius, Bootspunkt, Wempe, Garmin und Steiner

Bereits 2010 hatte er seinen ersten Worldcup gewonnen, 2012 folgte mit dem Gewinn der Europameisterschaft der erste internationale Titel. 2015 hatte der Sportsoldat sein erfolgreichstes Jahr: Er wurde sowohl Vize-Europameisterschaft als auch Vize-Weltmeister. Doch Buhl musste auch Niederlagen einstecken: 2016 kam er zur WM nicht über Rang acht hinaus, bei den Olympischen Spielen vor Rio verpasste er gar das Finale der Top-Ten. Aber Deutschlands Vorzeigesegler blieb dran: Bereits 2018 meldete er sich mit WM-Bronze auf dem Podium der Weltbesten zurück. Und 2020 dann die Krönung: Bei der WM im vergangenen Februar in der ehemaligen Olympia-Stadt Melbourne (1956) herrschten seine Bedingungen. In beständig starken Winden ließ der Allgäuer der Weltelite keine Chance: 12 Wettfahrten, zehn Top-Ten-Platzierungen, vier Siege. Keiner der 124 Konkurrenten konnte ihm das Wasser reichen. Philipp Buhl setzte sich in der Phillip Bay die Laser-Krone auf.

Philipp Buhl ist seit Jahren der Vorzeigesegler des olympischen Segelsports in Deutschland. Foto: sailing energy

Damit galt Philipp Buhl auch bei der Wahl zum/zur Segler*in des Jahres 2020 als großer Favorit. Doch es schien ganz anders auszugehen als erwartet. Bei dem Online-Voting, das vom 16. Dezember bis zum 15. Januar lief, setzten sich zunächst die Seesegler deutlich ab. Es zeigte sich, dass neben der Leistung vor allem die Aktivierung der eigenen Fan- und Supporter-Gemeinde entscheidend für die Wahl werden sollte. Buhl aber wollte genau das nicht: Die Leistung und nicht der Auftritt in den Social-Media-Kanälen sollte für sich sprechen, daraus machte der langjährige Athleten-Sprecher des DSV auch keinen Hehl. Doch die Formel „Taten statt Eigenlob“ ging nicht auf. In der letzten Woche der Abstimmung rief der Weltmeister via Facebook und Instagram zum Voting auf, und die Unterstützer sprangen sofort drauf an.

Schnell ging es auf Platz drei, die beiden Topplätze aber schienen zu weit weg. Der letzte Tag aber krempelte die Wahl noch einmal um. Mit einem wahren Ansturm auf den Server gingen für die Top-Ränge zahlreiche Stimmen ein, und in der letzten Stunde zog Buhl auf Platz eins. Der Allgäuer ist damit Deutschlands Segler des Jahres 2020.

Die “Haspa Hamburg” feierte unter dem Zuckerhut den frühen Sieg des Jahres 2020. Foto: Alec Smith

Die lange führende Crew der „Haspa Hamburg“ unter Skipper Torben Mühlbach landete schließlich auf Rang zwei. Sie hatte vor einem Jahr mit dem Sieg bei der Atlantik-Regatta Cape2Rio für ein frühes Segel-Highlight in 2020 gesorgt. Auf Rang drei kam Lennart Burke. Der junge Stralsunder legte einen mitreißenden Einstieg in die Szene der Offshore-Segler hin, begeisterte mit seinen Auftritten die Fan-Gemeinde und bereitet sich nun auf sein erklärtes Ziel, die Teilnahme am Mini-Transat 2021, vor. Vor Buhls Endspurt lagen die 49erFX-Europameisterinnen Tina Lutz/Susann Beucke auf einem Podiumsplatz bei dieser Abstimmung, wurden schließlich Vierte.

Lennart Burke lieferte starke Ergebnisse in seiner ersten Saison unter der französischen Elite ab. Foto: Johan Müller

Insgesamt gingen 48.945 Votings bei dieser Wahl ein.

Das Endergebnis:

  • 1. Philipp Buhl, Laser-Weltmeister (24,9 %)
  • 2. Torben Mühlbach, „Haspa Hamburg“, Sieger Cape2Rio (23,5 %)
  • 3. Lennart Burke, Überraschungs-Newcomer in der Mini-Szene (21,6 %)
  • 4. Tina Lutz/Susann Beucke, 49erFX-Europameisterinnen (17,1 %)
  • 5. Jan-Jasper Wagner/Maximilian Stein, „Homanit“, Amateur-Weltmeister Melges 32 (6,5 %)
  • 6. Heiko Kröger/Clemens Kraus, erste Inklusions-Weltmeister (2,3 %)
  • 7. Michael Zittlau, SMC Überlingen, Champions-League-Sieger (1,7 %)
  • 8. Erik Heil/Thomas Plößel, WM-Bronze 49er (< 1 %)
  • 9. Leonie Meyer/Florian Gruber, EM-Silber Kitesurf-Mixed (< 1 %)
  • 10. Marcus Brennecke, „Hatari“, Weltmeister Club Swan 50 (< 1 %)
  • 11. Sebastian Kördel, EM-Silber iQ-Foil-Surfen (< 1 %)
  • 12. Tim Fischer/Fabian Graf, 49er-Europameister (< 1 %)
  • 13. Christian Schwörer, „La Pericolosa“, WM-Dritter Melges 32 (< 1 %)

OK für ein ganzes Jahr

Dieses Konzept war bisher extrem erfolgreich: Nahezu 100 Prozent aller Kandidaten blieben in der Klasse und segeln mittlerweile mit eigener OK. In diesem Jahr wird wegen der Pandemie und des unsicheren Verlaufs in den kommenden Monaten das Angebot geändert. Die KV vergibt die OK-Jolle für die gesamte Saison inklusive aller Highlights (WM am Gardasee, Euro-Cup in Bandol/Südfrankreich, IDM in Wismar). Wer sich jetzt bewirbt hat die einmalige Chance, ein ganzes Jahr OK zu segeln, Teil der legendären Klassengemeinschaft zu werden und auf internationalem Niveau anspruchsvollen Regattasport zu erleben.

Wer also den schwedischen Olympiasieger Freddy Lööf, der inzwischen ebenfalls Teil der OK-Gemeinde geworden ist, auf seinem Wahl-Heimatrevier am Gardasee schlagen will, sollte sich schnell bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 31. März. Näheres zu Angebot und Bewerbung gibt es auf der OK-Homepage.