Kategorie: Windpilot

SV Bella Marie – Hans-Peter Scheller US

VON PEENEMÜNDE NACH TEXAS VIA HANNOVER UND ISTANBUL

Wie bitte? Nein, kein Sprechdurchfall – sondern gelebtes Leben! Und dass das Leben Achterbahn fahren kann, ist mir selbst im Blut, weshalb ich mich manchmal anzuschnallen pflege, um nicht aus den Lebens Kurven zu fliegen. Ist es mein Schicksal, dass ich dabei so häufig auf Menschen treffe, die es noch doller treiben? Jedenfalls spitze ich meine Ohren, stelle Fragen bis zum Dach und höre zu – manchmal allerdings bleibt mir dabei der Mund offen stehen. Zum Beispiel gestern in Hannover:

Es begann vor etlichen Jahren. Hans-Peter Scheller, seit 53 Jahren wohnhaft in Hawaii mit Liegeplatz in Pearl Harbour, obschon in 4. Ehe glücklich, lebenslang der immer gleichen Werft verfallen, hatte mir damals folgende Mail geschrieben:

Hello Peter,
I bought a Marieholm 26 in Denmark, with your vane bracket already installed, but no vane unfortunately. My idea was originally to install a Cape Horn vane, I already have, but have second thoughts, because of logistics involved.

I live in Hawaii, and will fly to Denmark, to take possession of the boat. Then sail the boat on her own keel home, to Hawaii.

Since I would have to carry the Cape Horn with me, it might be simpler to go with your Windpilot. Can you ship one without mounting bracket to Denmark, for US yacht „Can Do!“ in transit? Tax free? Cost of vane, plus shipping?

Thank you for your reply!
Peter

Der Deal wurde abgewickelt, die SV CAN DO wurde mit Windpilot nach Hawaii gesegelt. Soweit so gut. Dass es ein da Capo geben würde, wer hätte das für möglich gehalten? Ich jedenfalls nicht. Aber ich hatte mich getäuscht und wurde über gerascht.

Hans-Peter, heute 80 Jahre alt, hatte kürzlich die SV BELLA MARIE – eine Marieholm 32 – in Peenemünde erworben. Sein Plan: diesmal soll die Reise kreuz und quer durch Europa über Rhein und Donau bis ins Schwarze Meer nach Gibraltar gehen. Dann links abgebogen über die Kanaren in die Karibik, um dann in der neuen Heimat Texas am Ende die Leinen festzubinden, wo Peter´s Frau sehnsüchtig auf ihren Seemann wartet.

ALSO HANNOVER
Vor wenigen Tagen also bekomme ich eine Mail aus Magdeburg mit dem Vorschlag, uns in Hannover Yachthafen zu treffen. Häääh? Der Hafen voller Motorquatzen, war schon von weither an der US Flagge zu erkennen, es hatte sich immerhin sofort bis zum Kneipenwirt herum gesprochen, dass eine amerikanische Yacht im Hafen lag. An Bord Hans-Peter und sein finnischer Freund Dani Hedberg, der ihn auf seiner Reise begleitet.

Hannover 12 Grad im Regen – Dani hatte gerade in seine Heimat telefoniert und erfahren, dass in Helsinki zeitgleich 27 Grad und strahlendes Sommerwetter herrschte. Verdrehte Welt! Wir sassen unter Deck, der Regen schlug horizontal durchs Schiebeluk. 80 Jahre sind in wenigen Stunden kaum zu schaffen. Darum hier die Eckpunkte des atemberaubenden Lebens von Hans-Peter, dessen familiäre Wurzeln in Ostpreussen lagen, der in Bad Aibling seine ersten 18 Lebens Jahre verbrachte, schnell Freundschaft mit in Germany stationierten US GIs geschlossen hatte, ein US Visum erhielt und sich nach Westen verabschiedete, um in US Army Uniform nach Berlin zurückzukehren wo er am CHECKPOINT CHARLIE viele Jahre Dienst geschoben hat, bis zu Kennedy´s Besuch und Zeiten dann die Tapeten ausgewechselt wurden. Als Military guy hat Hans-Peter die ganz Welt gesehen, sich dann in Hawaii gesettled, weil er meinte, dass das Leben dort very nice und convenient sei, jedenfalls abseits der Welt und doch mitten drin, zudem mit Schönwetter Garantie, perfekter Insel Lage und interessantem Panorama.

HABEN SIE SCHON MAL VON IHREM SCHIFF EINE MAIL BEKOMMEN?
In Hannover jedenfalls hat uns beide die folgende Mail erwischt, geschrieben vom eigenen Schiff, das offenbar sogar schlau genug und sogar in der Lage ist, eine Tastatur zu bedienen:

Hello! all land lubbers, and Ahoy! from the sea!
Let me introduce myself, my name is Marie. The name Marie, because I was born in Sweden, as a Marieholm 32e, at the famous boat yard Marieholm Bruk. I am 32 feet long, 9 feet wide and require a depth of water of about 4 feet 6″, depending on the load. Normally I displace about 6 tons of water, again, depending on the load. Oh yes, my age, I was born in 1978. All my previous owners where very good to me, and kept me in superb condition and so beautiful, that my present owner added something to my name, Bella. Now I am known as Bella Marie, I am very happy with that addition. What lady would not? My new owner is certified as crazy, or is an idiot, as his wife refers to him. Maybe they are all right, as he wants to take me all the way to Texas, which is in America! I am very happy about my new future home, and the voyage how to get there! The Danube, and Black Sea! The Mediterranean and the Atlantic Ocean! I cannot believe my luck. So I promised my new owner, I will take good care of him, and deliver him and crew, safely to that place called Texas, by next Christmas. The best part is, that we are already on the way! All the way into Poland, and should be in Germany in a day or two. The voyage so far, was nothing but fantastic. Thanks to my new owner’s wife, that she let im go, to live his dream. Thank you, Miss Betty, I promise to take excellent care of your husband, and his crew Dani from Finland.-
Bella Marie

Und so wünsche ich Hans-Peter und seinem Freund Dani unbeschwertes Motoren immer an der Kanal Wand entlang, später gegen reissende Rhein Strömungen bergauf und an Ende dann mit Rückenwind – als Donau verkleidet – Richtung Istanbul zu verholen – und erst danach zu prüfen, ob seine Bella Marie auch tatsächlich segeln kann. Die Hoffnung treibt uns alle.

Herzlich von Peter zu Peter

SV Swantje – Rainer Waesch GER

ROUND BRITTAIN – WIR PACKEN ES AN

Moin Peter, nur mal schnell loswerden: mit Windpilot unterwegs zu sein, ist immer wieder eine Wucht. Nix zu tun, bis der Hafen um die Ecke kommt. Gruss aus Tayport Rainer WEITERLESEN

SV Shalom – Christoph Vougessis GER

HALBZEIT – BERGFEST – HOFFEN AUF DAS AZORENHOCH

Moin, heute ist der 17.te tag auf see und damit halbzeit. 1560sm habe ich nun zurück gelegt und ich hoffe, dass die zweite hälfte zu den azoren so läuft wie die erste. Bisher war ich mit ca 31Grad nord immer recht weit südlich. Das wird sich nun ändern, weil die azoren ja weiter nördlich liegen. Ich hoffe daher auf ein stabiles azorenhoch. Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten. Mein ebook ist durch die feuchtigkeit kaputt gegangen, weshalb lesen die nächsten wochen wohl ausfällt. Der windpilot macht alles super mit, weshalb ich meist entspannt irgendwo an deck sitze und durch den tag träume. Viele grüsse! Christoph tracking

SV Shalom – Christoph Vougessis GER

VON DEN BAHAMAS ZU DEN AZOREN

Moin,Herr Foerthmann. Tag 9 auf See neig sich dem Ende zu und ich stehe genau südlich von den bermudas. Biher lief alles gut,sieht man von dem unkonstanten Wetter und einem treffen mit einem pottwal ab. Heute schwamm das riesen tier an der oberfläch,keine 5m am boot vorbei. Alleine der rücken war doppelt so gross wie shalom. Seine blasfontäne hat shalom geduscht. Hat mich an die Alsterfontäne in hamburg erinnert. Mein herz pocht immer noch wie wild. Habe gerade gedöst als es passierte. Von 0 auf 100 in einer sekunde. Buffa,mein untreuer pilotfisch hat sich dem wal angeschlossen. Shalom und ich sind wieder alleine.
Nun geht es weiter gen osten. Viele grüsse! Christoph tracking

SV Lopto – Kerstin Neermann + Helmut Siebrecht GER

VON ST.HELENA ZU DEN AZOREN – ANGEKOMMEN

Die letzten drei Tage waren so lala, es laesst sich nicht schoen reden.
Zwei Tage beidrehen und gestern, kurz vor dem Ziel noch einmal auf die Muetze. Bis zu 40 Knoten Wind. Dazu ein graues Allerlei aus Wolken und Wellenbergen. Dazwischen irgendwo LOP TO. Zunaechst warten wir beigedreht, bis die Front uns ueberholt hat, was natuerlich nachts passiert. Fronten ‚passieren ‚immer nachts. Dann segeln wir hinter der Front in Richtung Nordwest. Wir kneifen hoch am Wind. Kommen voran, aber es ist ruppig. Wir haben Nasenwind. Und das noch immer mit 25 Knoten und starken Boen. Ab und an kracht eine Welle uebers Doghouse.

Ab und an scheint LOP TO mit all ihren 16 Tonnen kurz abzuheben, dann kracht sie ins naechste Wellental. Aber sie haelt Kurs. Sie macht ihre Sache super. Unter Deck kein Knarzen, kein Knirschen. Erzaehl das einem Lagoon Segler….. Am Nachmittag wird die Welle ein wenig moderater. Wir koennen den Besan im zweiten Reff setzen und das Grosssegel vom dritten ins zweite reffen. Damit machen wir um und bei 5,5 Knoten in Richtung Hortha. Noch 99 Seemeilen. Zweistellig. Sagenhaft! Irgendwann sehen wir eine Segelyacht auf unserer Steuerbordseite. Unser AIS zeigt eine englische 17 Meter Yacht. Sie quaelt sich sehr, um uns zu ueberholen. Eine kleine Privatregatta, die Freude macht. Das hier ist LOP TO Wetter. Da laesst sie die Sau raus.

Die Stimmung an Bord, irgendwo zwischen Muedigkeit und riesiger Vorfreude. Worauf freut man sich, nach 50 Tagen? Wir traeumen von einer heissen Dusche. Ohne Zeitlimit….und von einer Nacht ohne Wache. Vorher eine schoene Flasche Rotwein und ein gutes Essen. Blick aufs Meer muss dabei nicht unbedingt sein….. Ankommensfreude – und die ist RIESIG! WEITERLESEN

SV Nomade – Dominique Trutet FRA

SINGLE HAND ROUND ATLANTIC – BEN HUR AT THE HELM

HI Peter,
So, just a few words about my trip , alone .. or … not really as I always have my best companion, never tired, always ready to drive Nomade, my Windpilot. I left South Britannia in august last year. Spain, Portugal, Madeira, Canarias, Cape Verde, Carribean from Martinique to BVI’s, back to Guadeloupe, and now on my way back, stopped in Horta. I can say that I probably should not have been able to do this single handed trip without « Ben Hur » (This is The name I gave to my windpilot, when I was searching a word which rhymes with « regulateur d’allure » in french.) Benhur was still there.
There were sometimes exceptions like in strong winds with gusts and rough seas, navigating crosswind, it was hard to keep the boat on its course in unstable conditions, and I did it manually or sometimes with the electric pilot, but in a big majority, Benhur does the job … and I even just go to sleep at night as much as I can… let it at work.
Kind regards
Dominique WEITERLESEN

SV La Grotty – Chris Wallace + Kylie Stevenson AU

LA GROTTY – FEELING 486 – AND THE TREVALLY

SV 7Seas – Anett, Hendrik, Dominik, Marie, Max Pilz GER

MAX PILZ, CRUISING LIFE IS EASY

Moin zusammen, wird wohl Zeit, dass ich mal wieder von mir hören lasse, damit keiner auf die Idee kommt, dass man mich hier an Bord quält, von wegen nicht Art gerechter Baby Haltung. Ich habe mir sagen lassen, dass es Kampfmütter geben soll, die ihre Erben nur in der Wattekiste durch die Gegend tragen. Neee, das tut meine Regierung nicht! Im Gegenteil, die schleppen mich sogar auf Berge rauf, vermutlich, um zu testen, ob ich höhentauglich bin. WEITERLESEN

SV Milan – Andreas Tietzsch DE

ATLANTIC – AZOREN – LA CORUNA

Moin, moin,
jetzt kann man auf die schönen warmen Tage nur noch zurück schauen. Die Karibik liegt seit dem 01.04. und 4000sm im Kielwasser achter aus, Bermudas und Azoren lagen auf unserem Weg.
Der Atlantik hat uns facettenreich gezeigt, wie klein wir doch sind. Von Flaute bis 8 Bft. und mehr, war alles dabei. Das erforderte Abweichungen vom Idealkurs von mehr als 300sm, brachte flottes Segeln mit 4qm Segel mit über 7kn und erforderte Kochkunst bei 30 Grad Lage und mehr.
Jetzt hat uns Europa wieder!
La Coruna fühlt sich schon fast wieder wie zu Haus an.
So sehen wir den letzten 1500sm bzw. 5 Wochen zuversichtlich entgegen.
Grüße Andreas WEITERLESEN

SV Papageno – Christophe Laniece FRA

POGO 850 DURING HER ATLANTIC CROSSING

Dear Peter
I bought a pacific light form you to steer my Pogo 8.50.
I used it for two times crossing the Atlantic singelhand and I had a great pleasure and I found your pilote wonderful. I can’t imagine sailing on long trips with a windpilot.
Cordialement
Christophe Lanièce

SV Shalom – Christoph Vougessis GER

VON KUBA ZU DEN BAHAMAS

Moin Herr Foerthmann,
Ich sitze gerade auf dem Steg der palm cay marina und trinke Kaffee.
Viel ist seid Guadeloupe passiert.
Nachdem Anna sich mit dem Flieger nach Kuba aufgemacht hatte, gab es einen fliegenden Wechsel in der Manschaft an Bord. Albin, welchen ich während meines 3 monatigen Aufenthaltes auf La Gomera kennengelernt habe und welcher danach mit einem Segelboot über den Atlantik getrampt ist, hat genug von Guadeloupe und will weiter. Also biete ich ihm einen Platz an. Auf die Frage wohin ich denn segeln will meine ich, dass ich das selber noch nicht wüsste, aber Lust hätte einmal Jamaika zu sehen. „Man kann nicht die Karibik verlassen, ohne Jamaika gesehen zu haben“. Also machen wir kurzerhand Pläne für eine Überfahrt nach Jamaika. Ein Zwischenstopp ist nicht geplant. Ich überprüfe das Wetter und es sieht wirklich gut aus, um zügig gen Westen zu gelangen.WEITERLESEN

Peter Foerthmann – 70 Jahre

UNPLUGGED

Mit 70 Jahren fliegt meine Lebensdrohne in einer Höhe, bei der man Weisheit und Lebenserfahrung vermuten könnte, aber wir wissen, dass Äusserlichkeiten eines Menschen nicht zwingend Rückschlüsse auf das Funktionieren seiner Birne erlaubt. Erst im menschlichen Nahkampf nämlich offenbart sich, ob wir für das Leben genug gestählt, ausreichend versiert, genetisch solide ausgestattet, über eine sichere Kompass Nadel verfügen, einen Schubs Chuzpe natürlich nicht zu vergessen. Ach ja, und Glück – zumindest ein Quäntchen. Denn das unserer – nicht immer unbeschwerten! – Jugendzeit folgende, lebenslange soziale Kampfgetümmel selektiert gnadenlos, hinterlässt wenige Sieger und so viele Verlierer – fängt bei den kleinen Hosenscheissern an und ist in der Senioren Ranch noch lange nicht zu ende, weil erst die Qualität von Erbauseinandersetzungen den finalen Beweis zu Tage fördert, mit welchem Typus Menschlikus wir umgeben sind. Ein schneller frecher Bogen, den ich hier spanne, ich werde das sofort relativieren und konkretisieren, weil ich zum Glück noch lebendig bin, vermutlich, weil Neid und Gier in meiner Birne keine Heimat haben und ich darum unbeschwert – manchmal sicher blauäugig! – fröhlich bin.

Vielleicht ein Alleinstellungs Merkmal? WEITERLESEN