Für alle, denen es Zuhause zu eng wird: SEGELN SIE DOCH MAL HEUT ABEND DURCH DEN ORKAN…
… denn Orkansegeln heute Abend geht ganz easy:
1. Nehmen Sie Lin und Larry Pardeys Handbuch Sturmtaktik in die Hand.
2. Lassen Sie sich einfach von den 21 eingestreuten Sturmgeschichten in die stürmische Ostsee vor Bornholm, in die Biskaya, in die gischtenden Wogen vor dem sonnigen Baya Califormia oder in die wilde Tasman See vor Australien entführen.
Dass sie dabei jede Menge Sturmerfahrungen machen und über Sturmtheorie erfahren werden, steht außer Frage. Nicht nur deshalb stellte die Zeitschrift YACHT in ihrer aktuellen Ausgabe im April 2021 das Buch sowie das ungewöhnliche Leben und Segeln der beiden Ausnahmesegler kurz wahrheitsgetreu vor:
„Mit selbstgebauten, kleinen Holzbooten segelten der Kanadier Larry Pardey und seine Frau Lin zweimal um die Welt. Ihre Erfahrungen hielten sie in vielbeachteten Büchern fest. Eines davon, in dem sie Sturmtaktiken beschreiben und aus dem der nebenstehende Text entnommen ist, erschien jüngst im Millemari Verlag auf Deutsch.“
Seine Lin lernte Larry in einer Bar kennen. Ein paar Tage danach hängte sie ihren Job an den Nagel, um fortan mit ihm zweimal um die Welt zu Segeln. Genauer gesagt: Larry segelte in Stürme. Und Lin schrieb Bücher darüber.
Das HANDBUCH STURMTAKTIK handelt genau von solchen Stürmen und Orkanen auf dem Meer. Aber der heimliche Held des HANDBUCH STURMTAKTIK ist ein Manöver, das die meisten Segler für kinderleicht halten, solange sie es nicht selber bei verschiedensten Bedingungen ausprobierten: Das Beidrehen, von dem Lin und Larry überzeugt waren, dass man damit jeden Sturm abwettern kann. Auch auf moderneren Yachten als ihrer SERAPHIN und TALEISIN. Sie testeten das fast über drei Jahrzehnte, um die richtige Sturmtaktik zu finden – und ließen auf ihren gerade mal H-Boot großen selbstgebauten Booten kaum einen Sturm aus.
Lin schrieb über ihre Abenteuer so spannend und so authentisch, dass sie auch nicht zögerte, zu berichten, wie genervt sie nach dem 23. Sturm auf einer Reise war und selbst ein gutes Buch, mit dem sie sich unter Deck in ihre Koje trotzig einspreitzte, nicht mehr half. Oder dass sie beim Aufkommen der ersten Böen aus lauter Hektik mit blankem Hinterteil an Deck erschien – was Larry ihr verzieh, aber nicht der Sturm.
Heute, als alte Dame, kann Lin Pardey über derlei Sperenzchen nur lachen. Das Foto zeigt Lin vor wenigen Wochen, nachdem sie die deutsche Ausgabe ihres STURM TAKTIK HANDBUCHS in ihrer Wahlheimat Neuseeland erhalten hatte:
Also: Orkansegeln geht wirklich ganz einfach heute Abend. Aber lassen Sie das Buch nicht offen im Wohnzimmer liegen. Sonst geht ihre bessere Hälfte nie mehr mit Ihnen Segeln. Oder noch schlimmer: Verschwindet wie Lin mit dem Buch in der Koje!




Ein Hinterhof in Hamburg-Wandsbek. Von der Straße kommend, betritt man hier eine andere, kleine, wunderschöne Welt für sich. Blumen, rankende Kletterpflanzen und ein halb hinter all diesem wuchernden Grün verstecktes Gebäude mit viel Glas und Holz. Und: Überall Figuren, Statuen, Schnitzereien. Ein Alligator lauert in der Ecke, etliche andere Wesen beäugen den Besucher neugierig. 
Vor wenigen Tagen wurde ich aus Martinique nach der Verwendbarkeit einer durch Kollisionsschaden beschaedigten Pacific gefragt, die fuer kleines Geld in der Marina Le Marin zum Verkauf angeboten wurde. Ein paar Mails später, ist Schiff samt Eigner nun auf dem Weg nach Osten, mitsamt der ramponierten Windpilot Heckverzierung:
Gruetzi lieber Herr Foerthmann, der an der Colin Archer montierte Windpilot arbeitet perfekt, tadellos und mit grosser Präzision. Mittlerweilen ist die Colin Archer verkauft. Mein Traumschiff, eine Najad 360 tritt nun die Nachfolge an, an ihr wird demnächst eine Pacific montiert.
Ihre Bücher sind süffisant und mit Bewunderung zu lesen, ein Syntax-Athlet! Als Philanthrop nehm’ ich zur Kenntnis, dass da eine Menschengattung heranwächst, mit der ich mich nicht balgen möchte.
Lieber Peter Förthmann, nach dem Kauf meiner Ohlson 8:8 „GATSBY“ war eine meiner ersten Anschaffungen meine geliebte „Pacific Light“, fachmännisch von Ihnen selbst montiert.
Lieber Peter, Dein Windpilot lernt mich immer wieder aufs Neue, die richtige Besegelung und deren Einstellungen zu finden. Sobald Eleonore – eine 36 Fuss Sweden Yacht – zum Beispiel beginnt, wiederholt in den Böen anzuluven, weiss ich, dass ich Druck rausnehmen muss.
Je nach Wellengang und Windeinfallswinkel kann dies bereits bei moderaten 4 Bf der Fall sein. Dann gilt es, entweder das Grosssegel einen Tick mehr zu fieren, eventuell den Traveler etwas ins Lee zu lassen oder gar die Genua etwas einzurollen.
Je nach Wellengang und Windeinfallswinkel auch von allem etwas, um wieder die exakte Balance von Vor- und Hauptsegel zu erzielen. Das Geniale dabei ist, dass der Speed zunimmt, die Krängung abnimmt und somit das Rigg nicht unnötig belastet wird.
Es brauchte seine Zeit, bis mir das Zusammenspiel von Wind, Segelfläche und deren Einstellungen wirklich klar wurde. Anfänglich dachte ich oft, wenn die Windpilot begann das Boot nicht mehr nach meinem Wunsch zu steuern, dass es nun eben etwas zu schwierige Verhältnisse sind für die Windpilot.
In der Folge korrigierte ich immer wieder die Windfahneneinstellung, was meist nicht viel nützte, bis ich schlussendlich enttäuscht und fluchend auf den Autopilot umschaltete.
Heute, mit der Erfahrung einer Atlantiküberquerung und zahlreichen Seemeilen in der Karibik, weiss ich, dass es in aller Regel nicht die Windpilot ist, die es „wieder einmal“ nicht im Griff hat, sondern dass es nun mir liegt, meinen Job als Kapitän richtig zu machen und mich mit meiner Besegelung näher auseinanderzusetzen.
Und sobald ich die Lösung gefunden habe, gibt mir die Windpilot umgehend die Rückmeldung und ich kann mich beruhigt und zufrieden wieder anderen Aufgaben widmen. 












