Unsere Segel-Taktik nach Neuseeland
Di.,12.Okt.21, Franz.Polyn./Tahiti/Papeete, Tag 2692, 22.204 sm von HH
Zwischen „Verstehe die Sorge“ und „Mach dir nicht so einen Kopp“ schwanken die Kommentare auf meine Anfrage in einer Kochgruppe zu Rezepten bei rauem Wetter auf See. Wie die Kommentare, so unsere Gemütslage.
Dass es unsere längste Reise werden wird, macht uns keinen Kummer. Auch die ersten vierzehn Tage, sprich 1700 Seemeilen nicht. Da werden wir schick nach West-Süd-West segeln, den Wind im Nacken. Ab und an wird uns ein Squall mit dreißig Knoten besuchen, mehr Aufregung erwarten wir auf dieser Strecke nicht. Leider müssen wir an vielen Trauminseln vorbei segeln. Samoa, Cook und Tonga – alle haben noch geschlossen.
Irgendwann müssen wir dann nach Süden abknicken – Kurs Neuseeland. Je nachdem, wie südlich wir dann schon gekommen sind, liegen noch 700 bis 800 Meilen vor uns. Und von da ab wird uns der gemütliche Passatwind verlassen.
Der Norden von Neuseeland wird im steten Wechsel von einem Hoch- und einem Tiefdruckgebiet gestriffen. Hoch folgt auf Tief, folgt auf Hoch. Beide Systeme bilden sich in der Tasman Sea, dem Seegebiet zwischen Australien und Neuseeland. Und beide Systeme zeichnen sich durch viel Wind aus. Begleitet von nennenswerten Wellenhöhen, wenn man den Aussagen von Zeitzeugen Glauben schenkt.
Hochdruckgebiete drehen sich auf der Südhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn. Das bedeutet, dass die Front eines Hochdrucks uns Gegenwind bescheren würde. Es gilt also die Rückseite eines Hochdruckgebietes zu treffen und mit dessen nördlichen Winden Strecke gut zu machen. Das folgende Tiefdruckgebiet (im Uhrzeigersinn drehend) bringt zunächst ebenfalls Nordwind. Und mit diesem Wind sollten wir dann Neuseeland erreichen, bevor uns die Rückseite des Tiefs trifft und der Wind uns auf die Nase blasen würde. So die Theorie.
„Schaffst du es, genau zwischen den beiden Systemen nach Opua zu segeln, hast du optimale Bedingungen. Schaffst du es nicht, hast du Bedingungen“, lautet Achims Analyse.
Die Systeme kommen zwar in der Kette, aber sie sind leider unterschiedlich schnell. Manchmal ist ein Drucksystem nach drei Tagen durch, manchmal benötigt es sechs Tage. Das macht es noch schwer berechenbar, wann ein guter Zeitpunkt zum Abknicken nach Süden ist. In Vor-Corona-Zeiten haben Segler am Minerva-Riff einen Stopp eingelegt und aufs richtige Wetterfenster gewartet. Das ist uns leider verboten. Das Atoll ohne Land (Minerva ist ein bereits komplett im Meer versunkenes Atoll) wird von einem Marine-Schiff von Tonga bewacht und Segler, die dort Schutz suchen, werden vertrieben. Außerdem würde ein Stopp unterwegs unsere Quarantäne-Zeit nach Neuseeland auf Null zurück setzen und wir müssten in ein bewachtes Quarantäne-Haus umziehen. Nein, danke. Das ist erstens teuer und klingt zweitens nach wenig Spaß.
Um Zeit für die richtige Gelegenheit zu schinden, bliebe uns nur in der Nähe vom Minerva-Riff beizudrehen – sprich auf der Stelle treiben. Dafür werden wir das erste Mal den Dienst eines Wetter-Routings nutzen. Unsere Wahl ist auf Met-Bob gefallen, den Wetter-Guru im Westpazifik. Er wird uns täglich Empfehlungen geben, welchen Kurs er für am sinnvollsten hält.
Ein Hoch zieht über Neuseeland und bringt zunächst unerwünschten Gegenwind
Die Rückseite des Hochs bringt den gewünschten Nordwind mit dem wir südwärts rauschen könnten
Optimal – Die Idee lautet vor dem roten Teufel links unten am Ziel zu sein
Ein typischer Wetterverlauf im Norden von Neuseeland!
Am Samstag geht es los. So hat die Atanga-Crew gemeinsam beschlossen. Und beschlossen, ist beschlossen. Flexibilität bringt einen durchs Leben, aber nicht aus dem Hafen …
Die Vorbereitungen laufen gut und sind fast abgeschlossen. Außerdem haben wir ein Boot mit drei Neuseeländern kennen gelernt, die vier Tage nach uns starten wollen. Ihre Taktik sieht eine viel weitere Strecke nach Westen vor als unsere. Wer liegt richtig? Die drei segeln einen Katamaran, der schlecht hoch am Wind segeln kann, allerdings haben sie mehr Erfahrungen als wir. Gespräche mit ihnen über Gruselgeschichten in diesem Seegebiet machen dann wieder das Wechselbad zwischen ‚verstehe die Sorge‘ und ‚mach dir nicht so einen Kopp‘.
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Andrea hat ihre ersten Segelerfahrungen auf einem echten Meer gemacht, die Seekrankheit fast besiegt und ist, wie ich, voller Hoffnung, daß wir nun bald wärmere Temperaturen genießen dürfen. Peter der windige Pilot, macht einen guten Job, obgleich wir bislang, mangels Wind, fast nur motort sind. Halte die Stellung in Nordeutschland und bleibe fröhlich!









Bonjour Peter, Je fais suite à mon précédent mail concernant mon windpilot pacific de 32 ans. J’ai tardé à vous répondre car nous étions pressés de partir, la saison étant déjà avancée. Vous m’avez proposé de me faire une offre pour un pacific neuf, je suis très satisfait de votre pilot qui m’à accompagné sur un tour du monde ( 1990-2000 ) et qq transats. Je dois passer par Lisbonne au Portugal, un envoi à cette escale est il possible ? je vous communiquerez l’adresse ultérieurement.









Make: Pheon
Hull Material: Fibreglass (GRP), newly painted 2018
Engine BUKH DV20, 20 hp
Manual Windlass, 2 Anchors
Cabin Headroom: 1.85 m
Navigational Equipment:
Other Equipment:
Inflatable Dinghy
Hi Peter, you installed a Pacific in Gran Canaria in 2003 on Sarah, my 1980 C&C 34, and it has steered the boat valiantly to Colombia and many times back and forth from there to Panama. I could not live without it!