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In guten wie in schlechten Zeiten

Die Planungen für die Kieler Woche 2021 laufen auf Hochtouren – und das gleich mehrgleisig, denn die Pandemie verlangt Flexibilität auch bei der Planung von Großveranstaltungen. „Wir planen vielschichtig und bleiben extrem flexibel. Zwar konnten wir 2020 zeigen, was trotz Corona möglich war, aber wir wissen natürlich nicht, wie sich die Pandemie und das Virus entwickeln“, so der Organisationsleiter der Kieler-Woche-Regatten, Dirk Ramhorst. Der Termin im Juni (19.- 27.) steht fest, die Klassen sind ausgeschrieben, die Ausschreibung  (NOR) steht im Netz, die Partner sind an Bord und die Kieler Woche ist von den Aktiven gewollt. Bereits nach vier Tagen lagen über 600 Meldungen vor.

Dennoch der genaue Ablauf kann sich noch ändern. Die perfekte Umsetzung der Hygienekonzepte ist in Kiel bekannt und ist 2020 bereits gelungen. Andererseits hoffen die Organisatoren in Kiel für dieses Jahr auf eine Lockerung. „Wir arbeiten an verschiedenen Konzepten für ein Landprogramm in Schilksee“, so Sven Christensen, Geschäftsführer der KYC-Marketingagentur Point of Sailing. Damit diese Planungen optimistisch vorangetrieben werden können, ist es unabdingbar, dass die Partner und Förderer der Kieler Woche in guten wie in schlechten Zeiten zu der größten Segelveranstaltung der Welt stehen. „Wir haben unfassbar starke Partner, auf die wir stolz sein können“, erklärt Christensen. Die Gespräche mit bewährten und neuen Partnern laufen auf Hochtouren und machen Mut, so dass auch gastronomische Flächen und die Sponsorenmeile mit Pagoden in Planung sind. „Unsere Partner sehen die Unterstützung der Kieler Woche als ihre sport-gesellschaftliche Verantwortung“, ergänzt Christensen, der damit unterstreicht, dass die Kieler Woche mit Partnern und nicht mit „Nur“-Sponsoren zusammenarbeitet. Dabei wird auf beiden Seiten nicht nur auf die vereinbarten Fakten geachtet, sondern die Partnerschaft wird den Erfordernissen angepasst, denn am Ende sollen beide Seiten zufrieden sein, und die Veranstaltung soll gelingen.

Verlass ist auch in rauer See auf die Premiumpartner. So hat die boot ihre Partnerschaft bereits in 2020 um fünf Jahre verlängert, und auch REWE und Volvo sind 2021 an Bord.

Die boot ist nicht nur in Düsseldorf sondern auch in Kiel Zuhause. Die Messe hat die Partnerschaft mit der Kieler Woche für fünf Jahre verlängert. Foto: S. Klahn/Kieler Woche

Die Partnerschaft mit der Förde-Sparkasse sowie Helly Hansen (bis einschließlich 2022) steht, und accenture hat gerade für drei Jahre verlängert. „Die Zusage von accenture für diesen Zeitraum in diesen Zeiten ist ein unglaubliches Bekenntnis zur Partnerschaft“, freut sich Christensen.

Daneben haben die Förderer wie internationale Farbenwerke, SAP, Dimension Polyant, Remondis und der SVG Verlag ihre Zusammenarbeit verlängert. Auch Gespräche mit neuen Förderern verlaufen positiv. „Nach dem jetzigen Plan möchten wir Gastroflächen, eine Sponsorenmeile und Hospitality-Flächen anbieten. Schilksee wird nach jetziger Planung zur Kieler Woche sicherlich anders aussehen als im Vorjahr, aber auch anders als vor der Pandemie“, so Christensen. Viel Platz und Luft im Outdoor-Gastrobereich, keine Bühne, keine Leinwand und kein großes Gastrozelt könnten die Kieler Woche 2021 in Schilksee kennzeichnen.

Aber nicht nur am Landprogramm wird gefeilt. Im sportlichen Teil wird beim Zeitablauf am Mittwoch als Wechseltag sowie am Verzicht der Medal Races festgehalten. Ausgeschrieben werden alle aktuellen und zukünftigen Olympischen Klassen und somit auch die iQ-Foils-Surfenden sowie 18 internationale Klassen inklusive der foilenden Waszp-Klasse und der Integrationsklasse 2.4mR, die nach Tokio in diesem Jahr auch 2024 bei den Paralympischen Spielen in Paris nicht am Start sein wird. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hatte sich 2018 gegen den Segelsport entschieden. „Dabei gibt es kaum einen Sport, der so viele Möglichkeiten der Inklusion bietet wie Segeln“, erklärt Dirk Ramhorst. Ganz anders in Kiel. Seit 2002 sind die 2.4 mR bei den Kieler Wochen am Start. Seit 2008 ist die Klasse offen ausgeschrieben. Nur 2020, im Jahr der Pandemie, waren die 2.4mR-Segler*innen nicht mit von der Partie. Doch das Jahr der Kieler Woche der besonderen Art soll eine Ausnahme bleiben, denn für 2021 ist die ehemalige paralympische Klasse wieder ausgeschrieben. Vom 19. bis 22. Juni 2021starten die 2.4mR im ersten Teil der Kieler Woche.

Dafür bietet Kiel die idealen Voraussetzungen, denn Schilksee ist barrierefrei. In Kiel können Menschen mit Beeinträchtigungen sportliche Aktivitäten betreiben und finden sichere und faire Bedingungen für die Ausübung ihres Sports vor.

Regattachef Dirk Ramhorst (Mitte) und Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer überreichen das aktuelle Kieler-Woche-Plakat jedes Jahr auf der boot. Hier das Gemeinschaftsfoto der Organisatoren, Segler und Förderer der Kieler Woche (von links): Petros Michelidakis (Director boot Düsseldorf), Maru Scheel und Freya Feilcke (49erFX-Seglerinnen), Werner Dornscheidt (Vorsitzender der Geschäftsführung Messe Düsseldorf), Götz Bormann (Vorstandsvorsitzender der Förde Sparkasse), Dirk Ramhorst (Organisationsleiter Kieler-Woche-Regatten), Wolfram Diener (Mitglied der Geschäftsführung Messe Düsseldorf), Kiels OB Ulf Kämpfer, Kristina Herbst (Staatssekretärin im Innenministerium SH), Mats Runström (Klassenvereinigung Fareast 28R), Claudia Greiß (Leiterin Retail&Marketing Volvo), Bertil Balser (Vorsitzender der Regattavereinigung Seesegeln). Foto: www.segel-bilder.de

So sind sie nicht vergessen, die perfekte Integration der Para World Sailing Championships in die Kieler Woche 2017 sowie die EUROSAF Para Sailing Championships in den Klassen 2.4 mR und Hansa 303 mit 61 Teilnehmern aus 15 Nationen im Rahmen der Kieler Woche 2018.

Doch trotz der Signale aus Kiel bleibt der Segelsport auf der paralympischen Strecke hängen. Einer, der sich besonders für die Inklusion engagiert, hat nie aufgegeben, sich für den Segelsport mit Behinderung einzusetzen: Heiko Kröger.  Der zweimalige paralympische Medaillengewinner ist aus der Kieler Starterliste nicht wegzudenken. Elfmal sicherte sich Kröger seit 2002 den Kieler-Woche-Sieg in der 2.4mR. Der Hamburger hat mit großem Engagement Kiel zu dem Inklusionsstandort des Segelsports schlechthin gemacht und wird 2021 erneut am Start erwartet.   

Und auch in Zukunft ziehen der Weltseglerverband, der Deutsche Segler-Verband und Kiel an einem Strang zum Wohl der Inklusion. Doch eine künstlich geschaffene Einteilung nach Schadensklassen, die im Segelsport nicht nötig ist, dürfte kaum die Lösung sein.

Teil 1: 19. bis 22. Juni: Die Klassen 505er, Contender, 2.4mR, 420er, 29er, Laser 4.7, FD, OK-Jolle, Europe, Laser Radial, Waszp und VX One sind ausgeschrieben. – Dazu kommt die Fareast 28R-WM (19. bis 23. Juni).

Teil 2: 24. bis 27. Juni: Die aktuellen und zukünftigen Olympischen Klassen: 470er m/w, 49er, 49er FX, Finn, Laser Std, Laser Radial, Nacra 17, iQ Foils w/m sowie die Klassen J/24, J/70, J/80, Formula 18 und Nacra 15 sind geplant. „Zudem werden wir auf die nächsten Entscheidungen bei Offshore Mixed Doublehand reagieren. Unser Ziel war und ist es, alle olympischen Klassen in die Kieler Woche einzubinden“, erklärt Dirk Ramhorst.

Die Ausschreibung gibt es unter https://www.kieler-woche.de/de/segeln/noticeboard_protest.php

Die Anmeldung ist möglich unter  www.manage2sail.de, https://www.manage2sail.com/de-DE/event/kiwo2021#!/

Videoberatung im Lockdown

Ausschlüsse, Obliegenheiten, Zusatzdeckungen und Feste Taxe – Im Versicherungsjargon kann es schon einmal unübersichtlich werden. Pantaenius, Europas führender Vermittler von Boots- und Yachtversicherungen, setzt im anhaltenden Lockdown deshalb ab sofort auf zusätzliche Beratungsangebote per Videochat. Martin Baum, Geschäftsführer von Pantaenius erklärt: „Zum Thema Bootsversicherung gibt es unzählige Fragen, die sich am besten von Angesicht zu Angesicht klären lassen. Deshalb bieten wir auch Messen und Veranstaltungen rund um den Globus persönliche Beratung von Wassersportlern für Wassersportler an. Das macht für uns den Unterschied und gehört zu unserem Markenversprechen, denn Bootseigner erkennen schnell, ob Sie es mit Gleichgesinnten oder Versicherungsvertretern zu tun haben. Wann sich die nächste Gelegenheit für einen Austausch vor Ort bietet, bleibt abzuwarten. In der Zwischenzeit nutzen wir deshalb alternative Wege.“

Beratung von Angesicht zu Angesicht – So startete Pantaenius in die boot 2020. Foto: Pantaenius

Die Videosprechstunde bei der Pantaenius-Crew lässt sich mit wenigen Klicks reservieren und kann ohne den Download zusätzlicher Software erfolgen. Angesprochen werden mit dem Angebot Bestandskunden, genauso wie Neueinsteiger oder andere Bootseigner, die für die kommende Saison nach dem passenden Versicherungsschutz suchen. Eigner mit einem offenen Angebot von Pantaenius können dies bei der Buchung angeben. 

„Digitalisierung heißt für uns nicht nur, dass wir für zahlreiche Boote heute einen unkomplizierten Abschluss der Police über unsere Website anbieten. Das eigene Boot ist für viele nach wie vor eine sehr individuelle Angelegenheit in die viel Herzblut investiert wird. Das wollen wir würdigen und Gewissheit zum Thema Bootsversicherung vermitteln.“, so Martin Baum.

Die nächsten Termine für eine Videoberatung laufen von Donnerstag, 28.01.2021, bis Samstag, 30.01.2021 und sind ab sofort online buchbar.

Der Pazifik gibt auf

24.Jan. 2021, Franz.Polynesien/Huahine/Fare, Tag 2429, 21.334 sm von HH

Erst war es nur ein Gefühl. Inzwischen ist es Gewissheit: Etliche Crews geben ihren Lebenstraum im Pazifik auf. Wünsche und Hoffnungen zerplatzen wie Seifenblasen. Die Gründe sind vielfältig. Die einen, die von Kojen-Vercharterung leben, haben keine Gäste mehr. Denen geht schlicht das Geld aus. Wir treffen Uwe aus Deutschland, dessen Frau nicht segeln mag und der sich jahrelang Gäste zum Selbstkostenpreis auf seinen großen Katamaran geholt hat, weil er nicht alleine segeln wollte. Zu Ende. Der Kat steht zum Verkauf.
Andere Crews hatten von Anfang an nur eine begrenzte Zeit – eine Sabbatical-Auszeit, die nun unfreiwillig mitten im Pazifik verrinnt. Mit der Restzeit, die ihnen bleibt, schaffen sie die weite Etappe nach Europa nicht zurück. Wieder andere haben Kinder, die zur Schule müssen oder Kinder, für die Sondergenehmigungen für Boot-Unterricht auslaufen. Oder Kinder, die zu alt werden und nach Hause möchten. Ältere Crews vermissen ihre Enkelkinder, die sie seit Monaten nicht gesehen haben und wollen nicht länger von der Familie getrennt sein. Und einige wenige haben einfach keinen Bock mehr.

Aber was macht man, wenn man am Ende der Welt aufgeben muss? In Papeete hängen an auffällig vielen Booten ‚zu verkaufen‘ Schilder. Der beste Markt für Gebrauchtboote ist das nicht. Die Anreise aus Europa ist weit und teuer. Reisen ist grade nicht so populär – da kann ein Verkauf schon mal etwas dauern. In Neuseeland wäre der Markt besser, aber da bekommt man sein Boot nicht hin.
Bleibt die Rücküberführung per Frachter. Wir hatten vermutet, dass dies eine exotische Ausnahme ist – weit gefehlt. Das Segelboot einer  jungen schwedische Crew soll dieser Tage in Europa eintreffen. Wir plaudern mit Amerikanern, die uns erzählen, dass ihr Boot von hier nach Florida transportiert werden soll – für 28.000 USD. Ein weiteres amerikanisches Pärchen segelt im Frühjahr nach Kalifornien und dort kommt das Boot auf einen Truck und wird auf dem Landweg an die Ostküste transportiert. So plant es auch ein deutsches Paar in Kanada – per Truck soll das Schiff nach Maine. Von dort aus wollen sie auf die Kanaren segeln. Näher an die Familie ran.
Eine deutsche Crew sucht auf Tahiti nach Mitstreitern, die ebenfalls ihr Schiff per Frachter nach Südafrika bringen wollen. Kapstadt liegt nicht auf der üblichen Route, aber bei einem Sammeltransport würde die Reederei diese Strecke gegebenenfalls anbieten.

Manchmal wir ein Segelboot nur als Beifang auf normale Frachter oder Containerschiffe gestellt. Auf Tahiti gibt es jedoch zwei Reedereien, die Papeete regelmäßig anfahren und auf Yacht-Transport spezialisiert sind. Dann ist das Deck der Frachter dicht gepackt mit Booten. Da ich scharf auf ein Foto von so einem Transport gewesen bin, habe ich mit der Reederei ‚Sevenstars‘ (sevenstar-yacht-transport.com) Kontakt aufgenommen. Die Marketing-Dame war so nett, mir drei Fotos zur Verfügung zu stellen. Sie hat mir bestätigt, jawohl, unser Gefühl ist richtig, die Auftragsbücher sind voller als in vergangenen Jahren.

Ein Segelboot wir auf den Frachter gehievt – Foto credit sevenstars

Motoryachten und Segelyachten werden um die ganze Welt geschippert – Foto Credit sevenstars

Abtransport durch die Atolle – hier sind Träume geplatzt – Foto Credit Sevenstars

Und was machen die anderen Segler, die nicht aufgeben? Die segeln im Kreis. Im wahrsten Wortsinn. Trotz der großen Distanzen und viel Quälerei, weil es auf einer Stecke unweigerlich gegen den Wind geht, wird im Kreis gefahren. Von den Marquesas nach Gambier. Von Gambier nach Tahiti, dann wird eine Runde in den Gesellschaftsinseln gedreht und zurück gesegelt nach Tahiti. Die Stimmung ist gemischt. So wie im Kreis gesegelt wird, drehen sich die Gedanken im Kreis. „Was sind eure Pläne?“, wird regelmäßig mit Schulterzucken beantwortet. So recht hat keiner eine Idee. „Abwarten. Mal sehen. Kann ja nicht ewig dauern, in ein paar Monaten wissen wir mehr“.

Und was ist mit uns? Aufgeben kommt nicht in Frage! Auch wir sind hin- und hergerissen. Ausgebremst. Strebt doch der gemeine Segler Richtung Westen, um neue Länder zu entdecken und nicht, um auf der Stelle zu verharren. Unser Streben war  ja von Anfang an das Entdecken, das Reisen und nicht so sehr das Segeln. Knapp zwei Jahre sind wir nun in Französisch Polynesien. Wir müssen uns der Tatsache stellen, dass im Mai nach dem Ende der Zyklonsaison vielleicht noch immer alle Grenzen (außer Fiji) geschlossen sind. Eine niederländische Crew und wir haben versucht ein Visum für die USA zu bekommen. Keine Chance – ohne Botschaft kein Dauervisum.

Dann eben nicht – so lautet jetzt unsere Devise. Wir nehmen, was wir bekommen. Es ist nicht so, dass wir nicht lieber weiter wollten, aber wir haben unseren Frieden mit der Situation gemacht. Sollte es so sein, dass wir noch ein Jahr in Französisch Polynesien bleiben müssen, dann nehmen wir das als Geschenk. Wer hat schon die Gelegenheit drei Jahre in der Südsee zu leben?