01.Januar 2026; Neukaledonien/Nouméa; Tag 4.233
Nouméa hat in der Vergangenheit auf den Klassiker zum Jahreswechsel gesetzt: Feuerwerk!
Für 2025/2026 hat man sich etwas Neues ausgedacht. Eine Light- und Soundshow. Um 20:00 Uhr soll es losgehen auf der anderen Seite der Stadt. Eine Dreiviertelstunde Fußmarsch für uns. Diesmal sind wir essens-technisch vorbereitet. Die Ankündigungen informieren, dass es keine Fressbuden geben wird. „Bringen Sie alles für ein Picknick mit.“
Die Örtlichkeit ist gut gewählt. An einer langgezogenen Bucht gibt es genug Rasenflächen, dass alle Besucher einen Platz für ihre Decken finden. Und Besucher sind zahlreich gekommen. Dieses neue Ereignis möchte sich keiner entgehen lassen. Vollmundige Ankündigungen locken tausende Gäste an. „Wenn die Nacht hereinbricht, verschmelzen Musik und Licht zu einer einzigen Sprache …“

Über der Bucht scheint der fast volle Mond. Toller Platz für das Spektakel.
Wir erreichen die Bucht noch bei Tageslicht. Mit Sandwich und hart gekochten Eiern im Gepäck. Das Wetter ist gut. Auf der gegenüberliegenden Insel sind große Traversen aufgebaut. Mit Scheinwerfern und Leinwänden bestückt. Erste Laser zucken in der zunehmenden Dämmerung.
Lautsprecher stehen im Wasser, ebenfalls auf imposanten Gestellen. Leider ist es etwas zu windig, der schmale Streifen Wasser zwischen Insel und Bucht erzeugt keine perfekte Spiegelung der Lichter.
Welche Art Musik uns erwartet, wissen wir nicht. Das wurde nicht verraten.

Alle haben ihr Picknick dabei. Als es dunkel ist, bekommt man keinen Platz mehr. Gut besuchte Show.

Laser strecken ihre Finger in den Himmel. Vorne im Wasser stehen die Gestelle mit den Lautsprechern. Alles recht aufwendig.
Pünktlich geht es los mit einer Ansprache der Frau Bürgermeisterin. Dann erscheint ein Countdown auf den Leinwänden. Die Leute zählen aufgeregt mit. Bäng, ein Knall, alles liegt im Dunkeln. Dann rote Lichter, Laser und Blitze. „The Show must go on“, schmettert Freddy Mercury über die Bucht. Der Sound ist glasklar. Keine Übersteuerung, kein Kratzen. Das fängt vielversprechend an.

Auf den Leinwänden erscheinen psychedelische Spiralen und Muster.
Leider ist die Vorstellung dann enttäuschend. Die Musik baut weder aufeinander auf, noch passt sie überhaupt zusammen. Statt dramatischer Steigerungen hören wir ein musikalisches Chaos: Auf Queen folgen französische Schlager, danach ein Chanson, plötzlich Abba und Eurodance. Zum Schluss David Guetta mit ‚Titanium‘. Die Mischung wirkt eher wie eine zufällig gewählte Playlist eines überforderten DJs als wie eine durchdachte Show.“
Keine Gänsehautmomente. Die Show ist flach. Hinter den Lautsprecherboxen stehen Nebelmaschinen. Die sind zu klein. Der Effekt verpufft, dass die Laser sich im Nebel verlieren. Es steigen nur ein paar müde Nebelwolken auf.

Die Palmen auf der Insel sorgen für Atmosphäre.

Müde erreichen die Laser die Nebelwolken. Manchmal schimmert auf, wie es gedacht war.
Nach einer knappen Stunde ist die Vorstellung zu Ende. Die Begeisterung der Menge hält sich in Grenzen. Statt Verzauberung bleibt nur das Zusammenfalten der Picknickdecken. Stumm zockeln die Zuschauer zu ihren Autos.
Im Internet finde ich dann die komplette Ernüchterung. Die Veranstaltung wird von den Einheimischen zerrissen. „Nul – wertlos“, ist die überwiegende Meinung.
Schade. Die Idee ist toll gewesen. Der Ort perfekt. Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr besser.
Ohne uns.

Nul – Die Internetbewertungen fallen schlecht aus.