Monatsarchive: April 2019

Top-Ten verpasst, Ticket gewonnen

Die Geduldsspiele von Genua haben am Karfreitag zwar etwas an Schwung gewonnen, doch es bleibt bei einer schwachen Brise bei diesem Hempel Worldcup. Heute stehen bereits die ersten Medal Races (für die Skiffs und Kats) an. Allerdings sind nur Tim Fischer/Fabian Graf als Achte der 49er dabei vertreten. Die 49er-Frauen Victoria Jurczok/Anika Lorenz lösten derweil das Ticket zu den Pre-Olympics.

Der erste Worldcup-Auftritt jemals vor
Genua war vor allem durch viel Wartezeit geprägt. Die Teams in acht
olympischen Disziplinen (die Surfer fehlten, sie hatten direkt vor
dem Worldcup ihre EM terminiert) mussten viel Phantasie an Land
aufbringen, um die Zeit zu überbrücken.

Am Karfreitag blieb der Wind zwar
weiter flau, aber von den geplanten 42 Rennen gelangen immerhin 41.
Damit steuert der Hempel Worldcup auf das Final-Wochenende zu.
Während die 49er, 49erFX und Nacra17 bereits heute ihr Medal Race
segeln, sind die anderen Klassen am Sonntag dran.

Bei der Skiff-Frauen sind die deutschen
Teams nicht im Medal Race vertreten. Tina Lutz/Susann Beucke, die
noch bei der Palma-Regatta als Siebte für ein Top-Ergebnis gesorgt
hatte, kamen vor Genua gar nicht in Schwung und verpassten sogar die
Goldflotte. Damit hatten sie auch ihre Chancen auf die Teilnahme an
den Pre-Olympics im August verspielt. Denn der Worldcup galt in
dieser Klasse als zweites deutsches Quali-Kriterium nach Mallorca.
Victoria Jurczok/Anika Lorenz, die durch zwei schlechte
Abschlussrennen zwar auch noch aus den Top-Ten rutschten, konnten
damit trotz des zwölften Platz’ ein wenig feiern. Sie vertreten
Deutschland nun vor Enoshima zu der Testregatta für Olympia 2020.

In den anderen Klassen werden die
Tickets für die Pre-Olympics erst bei den Europameisterschaften
verteilt, die allesamt im Mai gesegelt werden. Damit dürften auch
Justus Schmidt/Max Boehme ihr Abrutschen auf Platz 14 vor Genua
verkraften. So dürfen sie im finalen Rennen nicht mehr an den Start,
und Tim Fischer/Fabian Graf vertreten als Achte die deutschen Farben
im Medal Race. Auf eine Medaille haben sie allerdings nur noch
minimale – und allenfalls theoretische – Chancen. An der Spitze
halten die australischen Gilmour-Brüder die neuseeländischen
Superstars Peter Burling/Blair Tuke knapp auf Distanz. Burling/Tuke
scheinen indes ihr Comeback in die Olympiaklasse vollzogen zu haben.
Auf Mallorca noch Siebte sind die Olympiasieger und AC-Gewinner nun
wieder mittendrin im Medaillenspiel.

Ohne Schwarz-Rot-Gold wird das
Nacra-Finale gesegelt. Johannes Polgar/Carolina Werner rutschten nach
gutem Start noch auf Platz 22 ab, Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer
beendeten die Serie sogar vorzeitig und wurden 35. von 45
Mannschaften.

Für die anderen Klassen geht es heute
noch in den Flottenrennen an den Start. Aktuell einzige Mannschaft
des German Sailing Team in den Top-Ten sind die 470er-Juniorinnen
Theres Dahnke/Birte Winkel.

Preisbrecher Oceanis 30.1 – Beneteaus Einstiegsmodell

Test Oceanis 30.1: <p>
	Test der Oceanis 30.1</p>

Sie ist die aktuell kleinste Oceanis… und hat das Zeug, mit einem Preis von unter 90.000 Euro der Konkurrenz in der 9-Meter-Klasse das Fürchten zu lehren

Verschleiß der Segel: Präventiv-Maßnahmen

  • Segel sollten saisonal auf Beschädigungen hin gesichtet werden – und von Salzwasser mehrfach pro Saison freigespült werden
  • Belastungsbereiche wie Lieken, Nähte und Reffaugen verdienen besondere Beachtung
  • Wo Segel Kontakt zum Boot bekommen, also an der Reling wie raumschots oder an den gepfeilten Salingen, sollte man präventiv sogenannte „Patches“ setzen – verklebte Verstärkungen, die vorzeitigen Verschleiß verhindern
  • Nach jedem Starkwind-Törn verdienen Segel besondere Beachtung: Kleine Gewebe-/Strukturschäden werden schnell zum Riss, wenn man nicht rechtzeitig reagiert
  • Eine Tasche mit verschiedenen selbstklebenden Segeltüchern, Segelgarn, Schere, Däumling, Tuch und Patches (bei Segelmachern erhältlich) sollte jeder Fahrtensegler an Bord haben, um auf dem Törn reagieren zu können
  • Verstärkende Reparatur-Patches sollten beidseitig aufgeklebt und gerundet geschnitten werden, damit sie langfristig halten
  • Wo Schäden aufgetreten und bearbeitet worden sind, sollte man den dann sensiblen Bereich drum herum besonders beachten
  • Rechtzeitig reffen – wer mit extremer Krängung weit über 25 Grad segelt, verschleißt unnötig Material, ohne die Performance/Geschwindigkeit zu verbessern
  • Sind sie nicht im Einsatz, sollten Segel unter einer Persenning geschützt werden. Sofern das Rollsegel keinen UV-Schutz am Achterliek besitzt, braucht es einen Schutzschlauch

Mehr zum Thema Segel gibt es in der aktuellen segeln-Ausgabe.

Galeone „Vasa“: ambitioniert gescheitert

Vasa Galeone Museum Stockholm PR_vasa_02

Sie sollte das mächtigste Schiff der schwedischen Flotte werden und die Ostsee beherrschen, sank aber bereits auf der Jungfernfahrt. Das Porträt im PDF-Download

Erstes Duell um ein Ticket zu den Pre-Olympics entschieden

Weltcup-Regatta Genua 2019: <p>
	Mit ihrer bekannten Segelnummer 55 ersegelten sich Vicky Jurczok und Anika Lorenz vor Genua trotz leicht entt&auml;uschender Abschlussbilanz als erste deutsche Crew das Ticket zur olympischen Testregatta in Japan in diesem Sommer. Die offizielle Nominierung steht aber noch aus</p>

Vicky Jurczok und Anika Lorenz haben bei der Weltcup-Regatta vor Genua das nationale Duell um die Fahrkarte zur vorolympischen Regatta in diesem Sommer gewonnen

Absturz und Aufstieg beim Hempel Worldcup

Es bleibt schwierig vor Genua: Auch an
Tag vier des Hempel Worldcups huschte nur eine leichte Brise über
die Bahnen. Bei 5 bis 7 Knoten schafften aber immerhin alle Klassen
bis auf die Laser-Frauen mindestens ein Rennen.

Am fleißigsten waren die Skiff-Segler
– sowohl die 49er-Männer als auch die 49erFX-Frauen starten mit
jeweils fünf Wettfahrten ab Karfreitag in die Finalrunde. Bei den
Laser-Männern stehen je nach Gruppe drei bzw. vier Wettfahrten in
den Büchern, und die Nacra17 komplettierten ihr drittes Rennen.

Der deutsche Fokus auf die schnellen
Klassen offenbarte bei den 49ern Absturz und Aufstieg. Während Tim
Fischer/Fabian Graf ihren perfekten Start in die Serie mit zwei
Siegen nicht wiederholen konnten und mit nur mäßigen Platzierungen
(15, 23, 15) lediglich als 13. in die Goldflotte starteten, drehten
Justus Schmidt/Max Boehme den Spieß um. Konstante
Top-Ten-Platzierungen ließen die Kieler auf Platz vier klettern.
Damit sind sie nach der Mallorca-Regatta erneut das aussichtsreichste
Team für eine deutsche Medaille.

Die Skiff-Frauen bleiben ebenfalls eine
deutsche Domäne. Victoria Jurczok/Anika Lorenz halten sich nach dem
Abschluss der Vorrunde als Fünfte weiterhin in aussichtsreicher
Position. Dagegen müssen Tina Lutz/Susann Beucke als 35. von 48
Mannschaften nach der Vorrunde schon jetzt einen Haken hinter der
Regatta machen. Auch ein dritten Platz in der fünften Wettfahrt
brachte das Duo vom Chiemsee und aus Strande nicht mehr in die erste
Hälfte.

Zäh ist das Geschehen bei den
Katamaranen. Erst drei Wettfahrten stehen nach vier Tagen in der
Liste. Und für die Deutschen ist keine Top-Platzierung in Sicht.
Johannes Polgar/Carolina Werner rutschten nach gutem Start auf Platz
17 ab. Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer, die vor Mallorca noch knapp an
den Top-Ten dran waren, fanden als 32. noch gar nicht in die Regatta.

Solide, aber nicht überragend agiert
Nik Willim bei den Lasern. Im Zwischenklassement ist er unter den 111
Startern aber als 26. im ersten Viertel. Auf Platz elf verharrte
Svenja Weger bei den Laser Radial – notgedrungen, denn in der
Klasse wurde bisher nur ein Rennen gesegelt.

Während die Finns ohne deutsche Beteiligung segeln, sorgten bei den 470ern die Juniorinnen Theres Dahnke/Birte Winkel für das beste deutsche Ergebnis. In der bisher einzigen Wettfahrt landete das Team aus Mecklenburg-Vorpommern auf dem zehnten Platz unter 35 Startern. Die deutschen 470er-Männer sind lediglich mit Nachwuchsmannschaften angereist, die für kein Top-Ergebnis sorgen konnten.

Ergebnisse

Traut euch auf dem Wasser!

Tack Tack Mex

Nikes Vlog II #43: <p>
	Nikes Vlog II #43</p>

Auf zu neuen Ufern… Im zweiten Anlauf klappt der Schlag nach Mexiko. Nach fünf Tagen auf See erreicht Nike das Eiland Isla Mujeres

Klassenkonformes Tuning für die J/70

Harken Snubb Air Winch: <p>
	Innen hohl, das Design der Snubb-Air-Winch spart Gewicht</p>

Harken und Robline-Importeur Frisch hat ein Paket zusammengestellt, mit dem sich die Beschlags- und Tauwerksausstattung der J/70 aufwerten lässt

Praxis-Tipp: Praktische Aufbewahrung von Brillen an Bord

Wohin mit der Brille?

Für gewöhnlich hat jedes Crewmitglied an Bord einer Segelyacht eine Brille dabei – die Sonnenbrille. Wer generell eine Brille trägt, bringt dann auch noch diese mit. Mit anderen Worten: Bei einer größeren Crew kommen da schnell ein paar Brillen zusammen. So kenne ich das auch von meiner vierköpfigen Familie. Wir alle sind Brillenträger und somit haben wir immer mindestens acht Brillen an Bord.

Für gewöhnlich hat jedes Crewmitglied eine Brille dabei.

Die Frage, die sich mir dabei auf Dauer stellte, war die nach dem „Wohin mit den Brillen?“. In meinen Augen ergibt es keinen Sinn, dass jedes Crewmitglied die Brille in der Kabine lagert. Nicht selten braucht man die Brille schnell und immer mal wieder – beispielsweise bei unbeständigem Wetter. Eben waren noch Wolken da und dann kommt die Sonne durch und das helle Deck und die See blenden. Oder am Kartentisch. Wer eine Lesebrille benötigt, muss diese dann jedes Mal für die Navigation hervorkramen und anschließend wieder verstauen. Das kann schnell lästig werden.

Kurzum: Die Brillen sollten meiner Meinung nach schnell griffbereit und vor allem in der Nähe des Niedergangs beziehungsweise Kartentischs sein. Daher haben wir bei uns an Bord ein selbstgebautes Brillenband installiert. Es befindet sich über dem Kartentisch und alle Brillen an Bord werden dort angehangen.

Das Brillenband bei uns an Bord

Es gibt verschiedene Wege, das Brillenband zu realisieren. Beachtet werden sollte dabei, dass die Brillen sich nicht gegenseitig zerkratzen können – etwa weil sie sich im Takt der Wellen bewegen und aneinander scheuern. Außerdem darf eine Brille nicht versehentlich runterfallen.

Bei dieser Variante können die Brillen verkratzen.

Bei uns an Bord hat es sich seit vielen Jahren bewährt, das Tauwerk doppelt laufen zu lassen. Jede Brille wird zwischen den beiden Tauen mit einem Bügel hindurchgeschoben. Das verhindert ein ungewolltes lösen – beispielsweise bei starkem Schwell. Der Abstand zwischen den Brillen wird mit Knoten realisiert. Dabei werden die beiden Taue einfach alle sechs bis acht Zentimeter miteinander verknotet. Alternativ können Wäscheklammern genutzt werden. Das erlaubt etwas mehr Flexibilität – sieht aber weniger schön aus.

Ich kenne auch einige Eigner, die ein Gummiband statt eines Taus benutzen. Ich persönlich bin davon nicht ganz so überzeugt, da die Gummibänder mehr wippen und mit der Zeit ausleihern und ersetzt werden müssen.

Improvisierte Variante auf einem Charterschiff. Nicht schön, aber funktional :-).

Übrigens lässt sich das Brillenband auch auf Charterschiffen realisieren. Einfach beim nächsten Törn ein Stück Tauwerk mitnehmen. Für gewöhnlich lässt sich unter Deck immer eine Leine zwischen dem Handlauf und irgendeiner Stütze spannen.

Viel Spaß beim Ausprobieren.

Der Beitrag Praxis-Tipp: Praktische Aufbewahrung von Brillen an Bord erschien zuerst auf Blauwasser.de.

Taufe und Träume: aktuelle deutsche Mini-Transat-Projekte

Mini 6.50: <p>
	Testsegeln: Lennart Burke und Oliver Korte wollen 2021 mit einer Vector 650 (im Bild) starten</p>

2021 könnten so viele deutsche Segler zur Einhand-Transatlantik-Regatta starten, wie nie zuvor. Und: Das Boot der Trans-Ocean-Kampagne hat nun einen Namen

Der Vierhundertste

Eigentlich sollte hier der 400. Beitrag stehen, auf den Nico sich schon länger freut und der bereits vorbereitet ist. Es geht darin um den Anfang von Sonnensegler.net und wie sich das Ganze bisher entwickelt hat. Immerhin gibt es diese Seite seit mehr als 6 Jahren. Doch das muss nun warten, denn Nico ist vorerst nicht in der Lage am Bildschirm zu sitzen und zu schreiben.
Wie es dazu kam, das erfahrt ihr nun von mir.

Manchmal ist der Zufall ein A…

Aber erst mal von Anfang an: Nico hat vor ein paar Tagen das gute Wetter genutzt und Morgenstern im Mahnensee verankert, um endlich die Flex anzusetzen. Und wie er da so allein vor Anker vor sich hin flext, da bahnt sich im Land der Wahrscheinlichkeitsrechnung der Gipfel der Unwahrscheinlichkeiten an.
Murphys Gesetz schlägt zu und trotz Brille und Schutzbrille findet ein glühendes Stückchen COR-TEN Stahl seinen Weg ins Auge, ausgerechnet da wo man es am wenigsten gebrauchen kann, mitten ins Schwarze, sprich exakt ins Zentrum der Pupille!
Und was macht Mann da? Während ich für einen Termin am späten Abend bei einer Notdienst habenden Augenärztin gesorgt habe, hat Nico die Zähne zusammengebissen, den restlichen Nachmittag genutzt und noch zu Ende geflext, alles ordentlich sauber gemacht, aufgeräumt und das Schiff zurück in den Hafen gefahren. Der Splitter konnte von der Augenärztin sauber herausgeschnitten werden, danach wurde das Auge an der Stelle mit einem Bohrer, wie man ihn vom Zahnarzt kennt, glatt geschliffen. Die Augenärztin hat wirklich gute Arbeit geleistet, nur das Ergebnis sieht so unansehnlich aus, dass wir euch nur die zensierte Version zeigen möchten.


Jetzt könnte man meinen, super, das hat ja prima geklappt…
Denkste, schon als die Betäubung auf dem Weg nach Hause nachgelassen hat, da fingen die Schmerzen an. Waren diese Schmerzen zunächst erträglich, so steigerten sie sich bis zu dem Punkt, an dem Nico mich mitten in der Nacht geweckt hat, weil er es nicht mehr aushielt. Nach mehreren Telefonaten mit verschiedenen Kliniken habe ich dann endlich eine Notaufnahme gefunden, bei der Nico richtig aufgehoben war. Also ging es um 2 Uhr nachts nach Düsseldorf zur Uniklinik, denn dort sind Spezialisten fürs Auge. Das war mittlerweile stark angeschwollen und blutunterlaufen. Die diensthabende Augenärztin hat Nicos Auge nochmal gründlich untersucht und bestätigt, dass die bisherige Behandlung wirklich gut war und die Schmerzen nun leider dazu gehören, denn mit Schmerzmitteln kann man sie nicht mildern. Zur Sicherheit hat sie aber noch ein Antibiotika direkt ins Auge gegeben und einen Verband angelegt, um das Auge ruhigzustellen. Etwas beruhigter und mit immer noch schmerzendem Auge ging es zurück nach Hause, wo wir dann kurz vor Sonnenaufgang wieder ankamen.
Das war vor 2 Tagen, mittlerweile sieht es so aus, als wäre Nico auf dem Weg der Besserung. Das Auge muss allerdings noch weiter so viel wie möglich geschont werden, also geschlossen bleiben und momentan ist die Sehleistung auf dem verletzten Auge noch stark eingeschränkt. Wir hoffen, dass sein Auge in den nächsten Tagen komplett verheilt und die Verletzung keine bleibenden Schäden hinterlässt.