Monatsarchive: April 2019

Schwarze Perlen

So., 28.Apr.19, Franz.Polyn./Gambier/Insel Mangareva/Rikitea, Tag 1792, 17.385 sm von HH

Cherry, Aubergine, Ocean oder Champagner? Welche Farbe darf es sein? Selten ist eine schwarze Perle wirklich schwarz. Gold, sky und water green sind weitere Bezeichnungen für die Farbe, die eine schwarze Perle haben kann.

Seit ungefähr hundert Jahren weiß man, wie eine Auster künstlich dazu überredet werden kann, eine Perle zu produzieren. Die Muschelschalen werden einen Zentimeter geöffnet und der Muschel wird ein Nukleus, ein Fremdköper, eingesetzt. Paradoxerweise besteht der aus einem kleinen Stück Perlmutt einer Süßwasserperle. Zusätzlich kommt noch ein Stück Fleisch einer anderen Auster mit dazu. Dieses Stück Fleisch ist der Farbgeber für die Perle, die nun heranwachsen soll. Da Farbe Geschmackssache ist, hat die Färbung den geringsten Einfluss auf den Wert einer Perle. Der Lüster – die Oberflächenreflektion-, die Größe, die Form und die fehlerlose Oberfläche sind die eigentlichen Preistreiber. Eine perfekt runde Perle mit makelloser Oberfläche kann mehrere tausend Euro kosten.

Durch die Impfung mit einem Nukleus wächst in ca. 30% aller Austern eine Perle heran, allerdings sind nur 1,5 Prozent von höchster Qualität. Der Rest ist Minderqualität oder gehört zu dem Ausschuss, den wir auf dem Festplatz gefunden haben.

Nach jedem Regen oder einem windigen Tag fallen weitere Perlen von der Dekoration herunter. Wir brauchen nur einsammeln. Inzwischen sind die Platten mit den aufgeklebten Muscheln und Perlen ganz abgebaut worden. Ein letztes Mal werden wir fündig und finden drei weitere Perlen. Ein Drittel unseres Fundes ist echter Ausschuss: knubbelartige Auswüchse zerstören die Oberfläche. Aber drei Perlen sind fast ohne Oberflächenfehler. Kugelrund und von durchschnittlicher Größe. Die bekomme ich, um mir eine Kette daraus zu basteln. Achim fabriziert sich aus den mittelprächtigen Perlen einen dekadenten Schlüsselanhänger für unseren Schiffs-Schlüssel. :mrgreen:

Schlüsselanhänger aus schwarzen Perlen

Schlüsselanhänger aus schwarzen Perlen

 

unsere komplette Beute
Freihand bohrt Achim die Löcher - nicht immer ganz grade ;-)
Perlen-Bohrer

Wir besuchen ein Haus im Ort, an dem ein Zettel ‚Perlen-Verkauf‘ klebt. Wir wollen mal schauen, ob wir nicht mehr über Perlen in Erfahrung bringen und vielleicht etwas dazu kaufen können. Als sich die Tür zu der Küche öffnet in der er auch die Perlen gelagert werden, verschlägt es uns die Sprache. Tausend und abertausend Perlen lagern hier in Zipper-Beuteln. Der Herr, der uns hereinlässt, will als erstes wissen, ob wir auf einem Segelboot wohnen oder in einer Pension. Als wir ‚Boot‘ antworten, verliert er sofort das Interesse an uns. Offensichtlich hat er gelernt, dass die meisten Segler zugenähte Taschen haben und sich ein Verkaufsgespräch wahrscheinlich nicht lohnt. Zudem spricht er leider nur Französisch, was es nicht einfacher macht. Als Achim ihn nach ‚Qualität‘ fragt, schüttet er einen Sack voll Perlen auf ein altes Handtuch. Er pickt zwischen den Perlen herum und zeigt er uns ein mittelgroßes Exemplar für 40 USD. Warum er ausgerechnet diese eine Perle auswählt, erschließt sich uns nicht. Ich könnte schwören, sie sieht genauso aus wie die Beste aus meiner neuen Kette aus. ;-)
Danach dreht er uns den Rücken zu, schaufelt irgendwelche Perlen in einen Beutel und lässt uns ratlos vor der Qualitätsperle stehen. Hier kommen wir nicht weiter, also ziehen wir ohne Kauf von dannen.

Von der Spielerfrau zur Schmuckdesignerin

Von der Spielerfrau zur Schmuckdesignerin

Mit Bordmitteln designter Perlenschmuck. :-)

Laser-Streit: World Sailing nimmt Stellung – “Wir sind besorgt…”

Laser Worlds

Nach der Umbenennung des Lasers in „ILCA Dinghy“ durch die internationale Klassenvereinigung hat sich die Gegenpartei geäußert. Auch der Weltseglerverband findet deutliche Worte. Weiterlesen

„Ich liebe das Boot, weil es so erbarmungslos ist“

Trofeo Princesa Sofía Iberostar 2019: <p>
	Philipp Buhl im Laser</p>

Laser-Steuermann Philipp Buhl hat Olympia im Visier. Im YACHT-Interview reflektiert der Allgäuer seine Höhenflüge, Rückschläge und den goldenen Titeltraum

Charterwahnsinn

Als wir im letzten Sommer unsere Charteryacht übernahmen,
erwartete uns in der Navi-Ecke eine Überraschung. Als Besteck standen ein
Schulzirkel und ein Wanderkompass zur Verfügung. Zuerst wussten wir nicht, ob
wir lachen oder weinen sollten. Im Laufe der Tage stellte sich dann heraus,
dass wir ohnehin nur mit dem eigenen GPS-Handy navigierten und die Aufregung
legte sich langsam. Bei der Übergabe waren wir bereits überzeugt, dass Zirkel
und Kompass Ausdruck einer zukunftsweisenden Idee waren.

Warum sollten Vercharterer ihr gutes Geld in Ausrüstung
investieren, die ohnehin niemand benutzt? Für Segler gibt es bekanntlich nur
zwei Windstärken: zu viel und zu wenig. Das heißt: Die Segel werden ohnehin nicht
verwendet. Also brauchen Segel gar nicht erst gekauft zu werden. Das senkt die
Kosten für die Vercharterer, diese können die Ersparnis an ihre Kunden
weitergeben und den Segelsport so für neue Schichten attraktiv machen. Das
Nachwuchsproblem wäre bald erledigt.

Leider sehen nackte Bäume etwas unsportlich aus. Aber die
Segelmacher – die in Zukunft wohl deutlich weniger Aufträge für neue Segel zu
erwarten haben – können zum Beispiel statt eines Segels einen Persenninghalter
(PH) anbieten. Die Basis-Variante für den schmalen Geldbeutel hält das
Segelkleid einfach mit Draht in Form. Wer zusätzlich die Illusion eines echten
Segels unter dem PH erwecken möchte, investiert ein paar Euro mehr in einen
Push-Up-PH mit Schaumstoffpolstern an den richtigen Stellen.

Weniger Segel bedeuten zudem weniger Polyester – und das ist
ein Beitrag zum Umweltschutz. In diesem Sinne lässt sich die Charteryacht noch
weiter optimieren, wenn wir auf die Rettungswesten verzichten. Stattdessen
können ablegte Badenudeln zum Einsatz kommen – die dann nicht in die Müll
geworfen werden. Zur Befestigung einfach die alten Zeisinge annähen. Die werden
ohnehin nicht mehr gebraucht. Wieder Geld gespart, der Preis kann weiter
sinken.

Hat sich mal jemand Gedanken darüber gemacht, wie viele Tonnen
teurer Stahl in den Ankerlasten von Charteryachten liegen? Man muss gar nicht
auf den Anker selbst verzichten. Ähnlich wie mit dem PH kann man auch mit dem
mitgeführten Anker die Illusion einer echten Segelyacht vermitteln. Aber ein Kettenvorlauf
von ein, zwei Metern sollte dazu reichen. Als Leine reicht ein alter Festmacher.
Da ohnehin niemand in die Ankerlast guckt, fällt es auch nicht auf, wenn er
praktisch keinen Mantel mehr hat.

Wenn wir ehrlich sind: Wer hat eigentlich Lust auf die stundenlange Bunkerei vor dem Ablegen? Und wozu? Den Starthafen kennen wir ohnehin am besten. Hier bekommen wir alles, was wir brauchen. Im Prinzip brauchen wir ihn gar nicht zu verlassen. Das macht die Maschine zum letzten überflüssigen Kostenfaktor. Wenn die Maschine rausfliegt, ist auch endlich Platz für einen vernünftigen Kühlschrank. Seitlich einbauen, Zugang durch eine Tür in der Achterkabine und immer genug kaltes Bier an Bord. Oder gleich Platz für eine waschechte Zapfanlage schaffen.

Diogenes hat es geschafft!

Nonstop-Weltumsegelung mit „Fanfan!“: Asia Pajkowska im Ziel

Asia Pajkowska Portrait 2018 priv_Fanfan68: <p>
	Solo-Skipperin Asia Pajkowska hat die Welt in 216 Tagen auf Uwe R&ouml;ttgerings &quot;Fanfan!&quot; von West nach Ost umrundet</p>

Die polnische Einhandseglerin hat die Alu-Yacht des Berliners Uwe Röttgering um den Globus gesegelt. Nach 216 Tagen lief sie in Plymouth ein

Dumm gelaufen: Wie sich ein Kleiner gegen den Großen wehrt – Segel aufgeschlitzt

100 Fußer Scallywag

Wenn ein 100 Fußer bei einer Regatta antritt, muss er normalerweise beim Start nicht unbedingt ganz vorne sein. Wenn der Skipper dennoch unbedingt glänzen will, kann so etwas passieren… Weiterlesen

GSI Outdoors: Frischer Kaffee überall

Ein schneller Kaffee ohne Schnickschnack: Der Permanentbrühfilter Coffee Rocket wird einfach auf die Tasse gestellt und benötigt keinen extra Filter aus Papier. Seine drei Beine, mit denen er auf dem Tassenrand sitzt, lassen sich einklappen. Dann wird das Unterteil abgenommen und in den Brühkonus gesteckt. So passt der kleine Mehrwegfilter zum Transport in die Kaffeetasse. Nach dem Gebrauch einfach alle Teile ausspülen; auch der Filter lässt sich so leicht reinigen.

Die Coffee Rocket wiegt nur 60 Gram und besteht aus BPA-freiem Kunststoff, der Filter ist aus rostfreiem Edelstahl gemacht.

Preis: 13,95 Euro www.gsioutdoors.com

World Sailing Show: Video-Magazin zum internationalen Segelsport für den Mai 2019

World Sailing Show

Das Video-Magazin von World Sailing Show liefert Einblicke in die Welt des Segelrennsports. In der Mai Ausgabe geht es um die neue „Sodebo“, ein alternatives Kinder-Programm und neue Cruiser-Kat-Technologie. Weiterlesen

Ankern für Anfänger: Die Manöver-Anleitung, Teil 1

Ankern für Anfänger: <p>
	Ankern f&uuml;r Anf&auml;nger</p>

Die kroatische Adria ist eines der schönsten Mittelmeerreviere… doch wer hier nicht ankert, verpasst etwas. Wir zeigen, wie das Ankern sorgenfrei gelingt

Einhand um die Welt: Polin Pajkowska erfüllt sich Nonstop-Traum mit Röttgerings Leih-Yacht

Longue Route, bernard Moitessier, Weltumseglung

Joanna „Asia“ Pajkowska hat mit Uwe Röttgerings FANFAN! die Welt nonstop umsegelt. Die 60-Jährige ist eine der erfahrensten Hochseeseglerinnen der Welt. Sie ließ sich von einem Rippenbruch nicht stoppen. Weiterlesen

Die Bagger rücken an vorm Yachthafen Lippe