Monatsarchive: Dezember 2018

Einhand-Winschkurbeln für den schnellen Wechsel

Einhand-Winschkurbeln_2018 JKu_DSF7955

Komfortable und rasche Bedienung, kein Haken mehr: Moderne Einhandkurbeln sind ein Gewinn. Wir haben vier Modelle getestet. Der Test im PDF-Download

Tag 6 =>Osterinsel – Schönes Segeln

Fr., 14.Dez.18, Süd-Pazifik, Tag 1657, 13.983 sm von HH
Noch vor Mitternacht ist er da, der Süd-Ost-Passat. Wir können Kurs Osterinsel anlegen. Mit 14 bis 18 Knoten Wind (Windstärke 4, Anfang 5) plus einem Knoten Strom kommen wir gut voran. Zeitweise sind wir 7,5 Knoten schnell. Aus ‚hoch am Wind‘ ist ‚am Wind‘ geworden. Die Bedingungen sind optimal. Kaum Welle, viel Sonnenschein. Der Plotter rechnet mit: in 14 Tagen seid ihr da! Dort wo der Passat laut Literatur anfangen soll, ist er zur Stelle. Wir sind inzwischen auf der Länge von den Galapagosinseln, allerdings 250 sm südlicher. Und wir stecken noch immer im Humboldtstrom. Die Wassertemperatur ist nochmals zurück gegangen – auf 22 Grad. Entsprechend kalt ist die Luft. Wir sind Warmduscher und mischen uns heißes Wasser in unsere Duschflaschen. Der Wind hinter der Deckung der Sprayhood ist „eisig“. Wir befinden uns 4 Grad südlich vom Äquator und frieren in der Nacht. Kaum zu glauben.
Die Freude über die tollen Bedingungen währt 16 Stunden, dann erfolgt die Vollbremsung. Im Augenblick haben wir grade noch 8 Knoten Wind und dümpeln noch mit 3 Knoten (dank Strömung) vorwärts. Immerhin halbwegs in die richtige Richtung. In zwei Stunden wird es dunkel, daher verzichten wir auf den Blister. Noch 33 Tage klugscheißt der Plotter.
Essen: Abendessen: Alle Bananen sind gleichzeitig reif, daher gibt es ein Curry mit Banane und Kokosmilch an Reis. Da immer noch kein frischer Fisch an Bord ist, mache ich ein Glas eingekochte Hühnchenbrust dazu auf. Frühstück: Wir machen die letzte Packung Dauer-Schwarzbrot (made in Germany) auf, die es in Panama überall zu kaufen gab. Das Brot ist natürlich etwas trocken, aber durchaus gut essbar. Mittag: Den Rest vom Curry wird warm gemacht. Zum Nachtisch Grapefruit-Passions-Frucht-Salat.
Meilen: Tagesmeilen 115 (das Windloch verdirbt den Schnitt ) , Rest 1.727 sm auf direktem Weg

Offshore Team Germany: Jörg Riechers steigt aus – Vendée Globe versus Volvo Ocean Race

Offshore Team Germany

Der Eine will die IMOCA unbedingt einhand bei der VG segeln – die anderen wollen aus dem OTG-Open60-Racer lieber ein Crew-Boot machen. Beides ist offenbar nur schwer zu vereinbaren. Weiterlesen

Star Sailors League: Wie ein Finnsegler die Star-Helden düpieren konnte – 24 Kilo abgenommen

Beim Star Sailors League-Finale hat ein braslianischer Finnsegler gewonnen. Ist er der beste Segler der Welt? Was der Sieg darüber aussagt, wie Segelregatten gewonnen werden. Weiterlesen

Team vs. Solo: OTG und Jörg Riechers trennen sich

Mini-Transat 2017: <p>
	J&ouml;rg Riechers im Solo-Einsatz auf seinem innovativen Proto &quot;Lilienthal&quot;</p>

Das Offshore Team Germany und sein Mitgründer Jörg Riechers segeln auf unterschiedlichen Kursen und getrennt voneinander in die Zukunft

Ultim-Trimarane: Nach dem Route du Rhum-Desaster droht das Aus – Welt-Regatta abgesagt

Welche Konsequenzen hat der Totalverlust von Banque Populaire? Lernen die anderen Rennställe aus den Fehlern? Welche Rolle die Sponsoren spielen. Weiterlesen

Schären-Navigation: Einhand-Kreuz durchs Nadelör – Zwischen schwedischen Steinen

Schären, Segeln

Ist der Typ verrückt? Eher nicht. Der Schwede weiß offenbar, was er tut, wenn er alleine mit seiner J/80 in den Schären rumkreuzt. Weiterlesen

Better find Saul

Lange nichts mehr geschrieben? Oh, doch! Sogar ziemlich viel. Der vierte Teil der kleinen „Anleitung zum Glücklichsein“, die auf floatmagazin.de erscheint, ist
abgeliefert. Dazu kamen noch ein paar Texte für andere Webseiten. Und dann hat mich die letzten Tage eine ganze besondere Geschichte gefesselt. Die von vier Seglern, die auf den Kap Verden
im Knast sitzen, verurteilt zu zehn Jahren. Der Vorwurf: Drogenschmuggel im großen Stil. Das Gericht hat in erster Instanz die vier Segler, drei Brasilianer und einen Franzosen, schuldig
gesprochen. Ich habe die Urteilsbegründung ausgegraben und die Ermittlungsberichte der brasilianischen Polizei. Zusammen knapp 300 Seiten feinster Krimi-Stoff. Das Ergebnis der Rekonstruktion
könnt Ihr hier lesen: Better find Saul

 

Better find Saul

Endlich am Rio

Nikes Vlog II #25: <p>
	Nikes Vlog II #25</p>

Nach rund 1.000 Seemeilen von Panamá aus ist Guatemala erreicht. „Karl“ und Nike tauschen die Karibik gegen die grünen Fluten des Rio Dulce

I just did it

{Time:22:33:00}
{Date:20181213}
{Position:16°53.1165’N, 024°59.5856’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Mindelo, Cabo Verde Islands}
{Target:Cabo Verde Islands}
{Temp Air/Pressure:1015/28°C}
{TempWater:23,0°}
{Wind:20kn/NE}
{Wave:0m}
{Vimeo:}
{Photo:20181213}
{Title:I just did it}

Und das an einem Dreizehnten

Das ist der letzte kitelastige Eintrag für dieses Jahr. Mein Kite Mentor und Trainer Jair hat mich mit den Worten entlassen: „Du bist jetzt ein Kiter. Du kannst jetzt ohne mich los. Jetzt musst Du üben, üben, üben.“ Jair strahlt über das ganze Gesicht. Er ist sichtbar stolz. Ich bin der zweite über 50, über 90, über 190, den er auf’s Brett gestellt hat. Der andere ist ein Schweitzer im letzten Jahr gewesen. Am Morgen noch wollte ich all mein Kite Kram verkaufen, habe mich dann selbst gezwungen an einem Dreizehnten doch zum Spot zu fahren. Tiago wartet am Markt. Es pustet schon die ganze Nacht und MARLIN tanzt mit 30 Knoten Böen am Ankerplatz. Gruselig, die Vorstellung an dem Minispot „Das Gatas“ auf den Steinen zu landen. Jair lacht. Na denn. „Das ist dein Wind Micha. 22 Knoten!“, meint er und steckt den nassen Finger in die Höhe. Es läuft wie immer. Ich ride ein paar Meter und falle ins Wasser. „Iii“: Irgendwas ist immer. Es scheint ein ganz normaler Tag zu werden der mit einer Voltaren gegen den allgemeinen Körperschmerz endet. Nach zwei Sessions, ich wieder vollkommen am Ende meiner Kräfte vom Zurücklaufen mit Kite in der Hand durch das hüfttiefe Wasser, meint Tiago: „Komm. Einmal schaffst Du noch.“ Er schubst mich quasi ins Wasser. Doch plötzlich macht es Klick. Irgendwo. Ich starte, stehe, lege mich in das Trapez, fahre mit dem achterlichen Fuß steuernd in die Richtung in die ich schaue, wende, und komme wieder vor Jair zum Stehen. Das wiederhole ich solange bis ich der Meinung bin, dass das Ergebnis für heute so gut ist, dass man das jetzt einfach so lassen soll. Endlich mal bin ich nicht aus dem Atem und mit Puls 120. Wenn es läuft wie es laufen soll, kann dieser Sport eine entspannte Leichtigkeit sein. Es war ein langer, langer und schmerzhafter Weg bis zum heutigen Tag. Aber es hat sich wirklich gelohnt. Danke an Nathalie, die mir die erste Kite-Schnupperstunde 2014 auf den Los Roques in Venezuela geschenkt hat.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

Buche Deinen Platz hier:
” target=”_blank” rel=”noopener”>www.marlin-expeditions.com

Interview: Atlantiküberquerung mit Säugling

Sophie Heyer und Claas Lehmann mit Daphne an Bord.

Sophie Heyer und Claas Lehmann wohnen beide in Hamburg. Nach der Geburt ihrer Tochter haben die 26-jährige Lehramtsstudentin aus Oldenburg und der in Berlin geborene Oberarzt eine Auszeit genommen. Zusammen mit ihrer nur sechs Wochen alten Tochter Daphne sind die beiden Wahlhamburger auf ihrer Yacht HERA für ein Jahr in See gestochen – die nötige Segelerfahrung hatten sie dafür an Bord, den der 50-jährige Herzchirurg war 2013 Weltmeister im 505er. Los ging es in Hamburg, dann über den Atlantik, in die Karibik und von dort per Frachter zurück.

In diesem Interview steht Sophie Heyer Rede und Antwort:

Wie lauten die Eckdaten Eurer Reise?

Als wir in Hamburg abgelegt haben, war Daphne sechs Wochen alt, bei der Atlantiküberquerung immerhin schon sechs Monate. Insgesamt waren wir im Rahmen eines Sabbaticals 14 Monate segeln. Für diese Zeit haben wir unsere Wohnung aufgegeben, die Möbel teilweise verschenkt, den Rest eingelagert.

Daphne glücklich an Bord

Wir sind zunächst im englischen Kanal Richtung Westen bis zur Bretagne gesegelt. Haben von dort aus die Biskaya überquert. Dann ging es an Spaniens und Portugals Küsten entlang weiter Richtung Süden. Die Atlantiküberquerung ging von den Kanaren aus nach Barbados. In der Karibik sind wir relativ ziellos auf und ab gesegelt, um dann schließlich das Schiff auf einen Frachter zu stellen und nach Southampton zu verschiffen. Von dort aus sind wir im Uhrzeigersinn um Großbritannien gesegelt und schließlich über die Nordspitze Englands, den Orkney Inseln, wieder zurück nach Helgoland und in die Elbe.

Was für ein Schiff habt Ihr?

Wir haben eine hölzerne 8 KR Yawl von Abeking und Rasmussen (8,90 m Wasserlinienlänge und 13,20 m über alles). Sie heißt HERA und wurde von Henry Rasmussen einst für sich selbst gebaut.

Welche besonderen Vorkehrungen habt Ihr getroffen, um mit Eurer kleinen Tochter diese Reise verwirklichen zu können?

Wir haben eine faltbare Wickelunterlage für die Naviecke gekauft 😉 Eine befreundete Kinderärztin hat uns eine zehnseitige Anleitung mit Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten für die gängigsten Kinderkrankheiten geschrieben. Diese zehn Seiten haben wir ausgedruckt mitgenommen, jedoch nie gebraucht. Viele Medikamente hatten wir ebenso dabei und haben sie unangebrochen wieder zurück nach Deutschland gebracht. Außerdem haben wir einen Reisepass für Daphne beantragt.

Die 8 KR Yawl von Abeking und Rasmussen – HERA.

Welche Ausstattung hatte Euer Schiff?

Wir haben einen 70 Liter Frischwassertank. Für die Atlantiküberquerung haben wir zusätzlich weitere 150 Liter in Kanistern gestaut. Ansonsten gab es ein Solarpanel, einen AIS-Sender und -Empfänger, eine UKW-Sprechfunk-Anlage, ein Satellitentelefon und die übliche Sicherheitsausrüstung.

Für das Baby braucht man außerdem ganz viel Liebe im Gepäck, das wars auch schon.

„Für das Baby braucht man ganz viel Liebe im Gepäck“.

Wie habt Ihr die Ernährung von Daphne gemeistert?

Daphne wurde ganz lange gestillt. Allerdings wie „normale“ Babys ab dem vierten Monat mit Brei zugefüttert. Gläschen gibt es überall auf der Welt. Außerdem hatten wir einen kleinen handbetriebenen Häcksler dabei, womit wir Brei selber herstellen konnten.

Das Cockpit wird gerockt.

Hattet Ihr einen Wassermacher an Bord?

Nein, wir haben Trinkwasser in fünf Liter großen Gallonen gekauft. Die gibt es in Spanien im Supermarkt zusammen mit Plastikpumpen, die man auf den Flaschenhals aufschraubt. Somit kann man das Wasser bei jedem Seegang „zapfen“.

Daphne wird gebadet.

Im ersten Lebensjahr eines Säuglings stehen einige Untersuchungen und Impfungen an. Wie habt Ihr das gehandhabt und welche Medikamente hattet Ihr an Bord dabei?

Die Impfungen haben wir unterwegs machen lassen. Bis Daphne sechs Monate alt war, waren wir in Europa. Zu Beginn sind die Untersuchungsintervalle sehr engmaschig, bereits ab dem zweiten Monat werden die Intervalle größer. Für eine Untersuchung sind wir zurück nach Deutschland geflogen, weil wir sowieso zu einer Hochzeit eingeladen waren. Alle weiteren Untersuchungen haben wir nach dem Sabbatical vorgenommen. Die Medikamentenliste händigen wir auf Nachfrage gerne aus.

Claas Lehmann mit der kleinen Daphne

Wie sah Euer Alltag an Bord aus? Wie habt Ihr Eure Tochter beschäftigt, vor allem als ihr Bewegungsdrang größer wurde?

Für die letzte Überquerung von Peter Head nach Helgoland hat Daphne pro Tag (drei Tage) ein Geschenk bekommen, das waren ein neues Buch, eine Lieder-CD und eine kleine Windmühle. Außerdem haben wir ihr viel vorgelesen. Ansonsten sind wir bei gutem Wetter auch oft auf den Bug gegangen und haben dort den Anker gestreichelt und die Delphine oder Schweinswale beobachtet.

Spaß auf hoher See

Was war Euer schönstes Erlebnis auf dieser Reise?

Die Freundschaften, die wir mit den Einheimischen und anderen Gleichgesinnten, die ebenfalls auf Langfahrt oder gar Weltumsegelung waren, geschlossen haben.

Gab es auch gefährliche Situationen? Wenn ja, was würdet Ihr heute anders machen?

Die Überquerung der Biskaya ohne Besanbaum (wurde uns in einem Hafen in der Bretagne beschädigt und der Neubau wurde uns per Spedition nach Nordspanien geschickt) war etwas ungewohnt. Gerne segeln wir bei viel Wind nur mit der Sturmfock und dem Besan. Das Großsegel bleibt dabei unten. Da wir keinen Besan setzen konnten, ging diese Taktik leider nicht. Keinen „Joker“ zu haben, war ein beklemmendes Gefühl.

HERA

Außerdem sollte man immer genügend Guthaben auf der SIM-Karte des Satellitentelefons haben, falls man einen Prepaid-Vertrag hat. Auf eine automatische Aufladung der SIM-Karte vom Anbieter kann man sich nicht verlassen, das funktioniert nur an Werktagen und hat uns ein wenig in die Bredouille gebracht …

Ein Jahr auf See, was nehmt Ihr als Familie mit? Und würdet Ihr die Reise in dieser Konstellation nochmal machen?

Auf jeden Fall. Eine solche Reise ist umso einfacher, desto kleiner das Kind ist. Zum heutigen Zeitpunkt würden wir eine Atlantiküberquerung mit unserem Schiff noch einmal machen, allerdings dann ohne Kind. Oder mit Kind und einem anderen, moderneren Schiff, wo die Handgriffe etwas leichter sind. Als Familie nehmen wir mit, dass man gesünder und glücklicher lebt, wenn man den Alltag entschleunigt.

Eine solche Reise ist umso einfacher, desto kleiner das Kind ist.

Und jetzt? Wie geht es weiter?

Seit einem Jahr wohnen wir wieder in Hamburg, bislang gibt es keine Pläne, noch einmal für so eine lange Zeit aufzubrechen. Claas und ich sind wieder im Berufsleben zurück und Daphne geht freudig in die Kita. Allerdings merken wir, dass sie sich an Bord der HERA mehr zu Hause fühlt als an Land. Jeden Donnerstag hilft sie eifrig beim Packen der Taschen für das Segelwochenende.

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