Monatsarchive: Dezember 2018

„Ein fantastisches Rennen!“

Rolex Sydney Hobart Race 2018

Die „Lunatix“-Crew hat das Rennen als schnellste reine Amateur-Mannschaft beendet – die gelungene Premiere feiern Freddie Böhnert und Team in Hobart

Tag 21 =>Osterinsel – Der Pazifik rockt

Sa., 29.Dez.18, Süd-Pazifik, Tag 1672, 15.431 sm von HH
Im Prinzip haben wir den gleichen Grundwind die letzten 24 Stunden. Vielleicht einen Tick mehr. Aber weit im Osten haben wir auf der Windkarte mehr Wind gesehen. Der schickt eine nervige Dünung zu uns, die nicht zur eigenen Geschwindigkeit passt. Vielleicht zwei Meter hoch. Wir rollen heftig in der Nacht. Ich bekomme kaum ein Auge zu. Dann heute Vormittag der erste Squall. Wow! Da meint aber einer, viel hilft viel. In der Spitze zeigt der Windmesser 33 Knoten wahren Wind. Die Dünung baut sich weiter auf. Am frühen Nachmittag der nächste Squall. Unsere Windsteueranlage macht das Theater ‚viel Wind, wenig Wind‘ großartig mit. Um das Anluven (höher am Wind fahren als wir möchten – ist aber vollkommen normal bei Segelbooten, wenn der Wind zunimmt) zu verhindern, gehe ich ans Ruder. Wir wollen ja auf Kurs bleiben, wenn wir schon übers Wasser fliegen. Außerdem ersparen wir uns das Verstellen der Wind-Herta und es macht einen Riesenspaß. Sieben Windstärken von schräg hinten. Genau die richtige Menge Tuch oben, reffen unnötig. Das Deck bleibt trocken, nur ein wenig Gischt fliegt durch die Luft. Strahlender Sonnenschein. Freunde der Sonne, das rockt. Die Wellen schauen nun bereits frech ins Cockpit rein. Auge in Auge stehen wir und gegenüber. Eine Welle, die bei uns rein gucken will, muss sich ganz schön recken. Wir schätzen sie auf gute drei Meter. Gurgelnd und fauchend laufen sie unter uns durch und schenken Spitzengeschwindigkeiten. Nach 45 Minuten ist der Spaß vorbei. Zurück bleibt bewegtes Wasser und eine eigene Geschwindigkeit, die nicht dazu passt. Wir rollen heftig. Alles im Leben hat seinen Preis.
Essen: Abendessen: Veggie-Curry! Mit Kürbis, Kichererbsen, roten Linsen, Zwiebeln und Knoblauch. „Das ist mir zu vegan“, sagt er. „Wo ist denn die Wurst?“, fragt er. „Oder der Speck, das Fleisch?“ Mimimimimi. Ich fand es lecker. Frühstück: Brot mit Salami, Käse und Mortadella Mittag: Den Rest vom veganen Curry mit ofenwarmen Brot. Auf Grund des großen Erfolges mit dem Orangen-Limetten-Sirup, koche ich diesen heute noch einmal. Dazu eine Ricotta-Joghurt-Sahne-Creme auf Apfelstückchen. Auch vegetarisch, aber hier wird nicht die Schnute verzogen. :-)
Meilen: Tagesmeilen 111 , Rest 308 sm auf direktem Weg

Kirmes-Krake MARLIN

{Time:18:00:00}
{Date:20181229}
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{Title:Kirmes-Krake MARLIN }

Wie wir lernten das oben nicht gleich oben ist

Sollte es wirklich ein entfernt seemännisches Thema geben, zu dem Skipper Michael nichts schreiben kann? Der Mann, der alles weiß, alle schon Mal gesehen hat und sein Boot kennt wie kein Zweiter? Vielleicht. Deswegen heute: Schiffsbewegungen, ein Gastbeitrag. Denn ich denke manchmal, dass es hier schwankt und schaukelt, dass merkt Micha nicht mal mehr. Zu sehr ist er auf allen Ebenen, körperlich, seelisch, überhaupt mit der Marlin verwachsen, so sehr ist er eins geworden mit diesem Koloss aus 30 Tonnen Stahl, den er regelmäßig liebevoll küsst und tätschelt. Seebeine halt, auf tausenden von Meilen hart erarbeitet. Es schwankt? Wo?

Hi! Ich bin Lena und ich schreibe dies gerade mit einem Bein im 90 Grad Winkel an die Sitzeckenrückwand gepresst, damit es mich nicht im wahrsten Sinne des Wortes vom Hocker haut, hier in der Navigationsecke. Elegant geht anders. Und ja, es schwankt, und zwar gewaltig, und das schon seit Tagen. Das letzte Mal geschlafen, so richtig geschlafen, habe ich an Weihnachten, da ruhte sie noch still und klar, die See (auch wenn es im Lied wohl eher um DEN See ging). Mittlerweile haben wir konstant mindestens 25 Knoten Wind und eine ordentliche Welle, die auf den Weiten des Atlantiks viiiieeel Zeit hatte, sich schön aufzubauen. Und so tanzen wir hier Tag für Tag unseren seltsamen Stoptanz: wer den richtigen Moment der Schiffsbewegung abwartet, kann im besten Fall die Fliehkräfte für sich nutzen und fast elfengleich aus der Koje gehoben werden (gerade vor der Frühwache ein entscheidender Move). Wer den Moment verpasst … der bewegt sich entweder gar nicht oder … rumms! Aua! Es gibt kaum etwas Erniedrigerendes, als morgens um 5.30 Uhr total verschlafen zu versuchen, ein Bein im richtigen Moment in die Sternchen-Jogginghose zu stecken, nur um dann einbeinig und im Dunkeln mit einem erbarmungslosen „KLONK“ Kopf voran an die Kabinenwand geschleudert zu werden. Und ja, „schleudern“ habe ich sehr bewusst gewählt – denn, Mann, hier sind Kräfte am Werk. Ich bin ziemlich sicher, dass die Redewendung „mit der Tür in’s Haus fallen“ irgendwann im letzten Jahrhundert eigentlich auf einem Segelschiff entstanden ist.

Im Pilothaus sind Griffe an der Decke, da kann man den Primaten machen und sich einigermaßen sicher von a nach b hangeln. Handläufe helfen an den meisten Stellen unter Deck – obwohl es auch hier Aussetzer gibt, wie Mitsegler Harald berichten kann, der sich bei besonders starker Krängung mit der Griffleiste am Spülbecken angelegt hat. Harald: 1, vernagelte Holzleiste: 0. „Scheiß Schwerkraft“ murmelt Micha und ordert einen Schnaps für alle (eine Seltenheit und absolute Ausnahme, sind wir doch eigentlich alkoholfrei unterwegs. Warum auch Alkohol trinken, wenn man sich eh die ganze Zeit wie ein Betrunkener fortbewegt?) Ohne Griffe wird es schwieriger – in der Dusche zum Beispiel. Bewährt hat sich hier, was wir liebevoll als „den Sumo“ beschreiben können: breitbeinig und mit leicht angebeugten Knien den gesamten Rücken an die Kabine pressen, um die Hände wenigsten kurz zum waschen frei zu haben. Ich bin jedes Mal froh, dass es an Board tendenziell keine vollverspiegelten Bäder gibt, sondern nur einen einzigen mickrigen Kosmetikspiegel. Platz für Eitelkeiten ist halt nicht, wenn jede einzelne Bewegung geplant und sorgsam ausgeführt werden will. Dass Andreas sich in der Karibik (Rum! Weiße Strände! Frisches Essen!) am meisten auf „ein Klo, das nicht wackelt“ freut … das lassen wir dann einfach Mal so stehen.

Leben unter erschwerten Bedingungen – schlafen, essen, anziehen, besonders kochen (mit heißem Fett und kochendem Wasser und offener Flamme) – alles ist mühsamer, dauert länger und hat in den Haltungsnoten durchaus noch Luft nach oben. Gerd’s Theorie, dass der Spezies „Segler“ (lateinischen Namen weiß ich gerade nicht) in ein paar Millionen Jahren Evolution sicherlich ein dritter Arm wächst klingt erstmal plausibel. Mir würde es aktuell schon reichen, wenn sich in einer Rückwärts-Entwicklung unser verkümmertes Steißbein wie bei den Dinos wieder in eine Art menschliches Stützrad verwandelt.

Not gonna lie – die durchaus wilden Bewegungen der Marlin machen mich ein bisschen mürbe. Die Welle macht Ihr Ding und hat keinerlei Absicht, demnächst damit aufzuhören. Die Naturgewalt ist so erbarmungslos und unsere Reise so lang, dass man besser gar nicht erst damit anfängt, mit ihr zu hadern. Augen zu und durch – auch das eine Lektion des Atlantiks. Während ich viele Dinge aus der Ferne und in der Vorbereitung sicherlich überschätzt habe (3 Meter hohe Wellen z.B. sind in Wirklichkeit überhaupt nicht scary) … die konstante Schiffsbewegung habe ich definitiv unterschätzt. Wir praktizieren also yogische Gelassenheit – können wir nicht ändern, nehmen wir es also hin. Nützt ja nix, wie der Hamburger sagen würde.

Wer mit dem Gedanken spielt, ebenfalls einen längeren Törn zu versuchen: ich schlage als Vorbereitung diese Übung vor: örtlichen Jahrmarkt aufsuchen, Karussell finden, das oft „Breakdancer“ oder ähnlich heißt (entscheidend sind hier mehrere aufeinander aufbauende, kugelgelagerte Scheiben, die sich alle unabhängig voneinander in verschiedene Richtungen drehen, dabei aber auch vertikal und insgesamt recht ruckartig bewegt werden) und in der Fahrzelle entweder a) mit geschlossenen Augen einen BH an- und ausziehen oder b) drei mittelgroße Zwiebeln in feine Würfel schneiden. Kein Problem? Wunderbar! Sie sind wie geschaffen für eine Atlantiküberquerung. Wir, die stoptanzende Crew 50 der Marlin, wünschen allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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Das alles und noch viel mehr

Im Winter auf dem Rhein

Seit dem letzten Beitrag hat sich einiges getan. Der Betonboden im Durchgang an Steuerbord ist längst entsorgt, die Hälfte der Holzteile sind restauriert, die Roststellen am Rumpf überarbeitet und bereits neue Isolierung aufgebracht.
Zwischenzeitlich hatte Morgenstern nach monatelanger Warterei endlich auch genug Wasser unterm Kiel, um den Anleger in Wesel zu verlassen. Und so bin ich am 6. Dezember, nach einer fast schlaflosen Nacht, zum Hafen gerast. Man munkelt, ein alter silberner Twingo hätte an diesem Tag auf seiner Fahrt durch die Stadt einen Kondensstreifen produziert…

„Weg hier, nur schnell weg hier!“ Das war der letzte Gedanke, den ich an den Zwangsliegeplatz der letzten Monate verschwendet habe, während ich zügig runter auf die Steganlage gedackelt bin.

Die Springleinen habe ich gleich im Vorbeigehen mitgenommen, dann Seeventil auf, den Zündschlüssel rum und den guten alten Volvo warmlaufen lassen, während ich fast wie von selbst (Sportfreunde Stiller lief gerade im Radio) das Programm abgespult habe, welches ich mir auf dem langen Weg von Istanbul bis Wesel angewöhnt hatte. Alle Grübelei, ob ich auch ja an alles gedacht habe, war mal wieder Quatsch. Auch wenn viel Zeit zwischen zwei Törns liegt, in dem Fall 5 Monate, ist doch alles sofort wieder da, wenn man einmal mit der Bordroutine anfängt. Das fühlte sich verdammt gut an. Fast schon autistisch kommt mir das manchmal vor, wenn ich das Fernglas aus dem Regal in die eine Hand nehme, die Kamera in die andere und beides in immer gleicher Reihenfolge an genau die gleiche Stelle in gleicher Ausrichtung im Cockpit platziere.
Als letztes kommt die Flasche Cola an ihren Platz. Was ich mir im Sommer angewöhnt hatte und sich zu der Zeit bestens bewährt hat, sollte sich an diesem Tag als mein größter Fehler erweisen. Aber dazu später mehr.
Der Törn selbst war unspektakulär und grau. Dick eingepackt saß ich im Cockpit und bin die etwa 30 Kilometer gemütlich den Rhein runter gefahren. Ich war nicht der einzige, der lange auf den ansteigenden Pegel gewartet hat. Kleinere Boote waren zwar keine unterwegs, aber so viele Passagierschiffe wie an dem Tag, habe ich im Winter noch nie auf dem Rhein gesehen.
Nach gut 2 Stunden war die Fahrt auf dem Rhein auch schon wieder vorbei und der kurze Kanal zum Mahnensee lag wenige Minuten später hinter mir. Ein besonderer Moment für mich, denn als ich das letzte Mal in diesen See hinein gefahren bin, kam ich gerade mit Eos aus der Biskaya zurück und wenige Monate später haben Sabrina, Ani, Konrad und ich an Bord von Eos in eben diesem See den Tausch zu dem Schiff in die Wege geleitet, mit dem ich heute hier ankomme!
Ich habe selbst jetzt beim Schreiben noch einen dicken Kloß im Hals und werde nie vergessen, wie Sabrina und ich vor 2 Jahren bei Eos an Bord gesessen haben und uns dachten, nachdem die Entscheidung gefallen war: „Ob uns das jemals gelingen wird, Nomade (so hieß sie da noch) hier her zu holen!?“
An diesem 6. Dezember hatten wir es geschafft. Ziemlich genau 3.000 Seemeilen lagen im Kielwasser, seit wir das kleine griechische Dorf Kilada verlassen haben. Für mich war dieser Törn in den Mahnensee der wahrscheinlich letzte Einhandtörn und ich habe ihn in vollen Zügen genossen. Nur die Cola, die war ein Fehlgriff aus dem Sommer. Kaffee wäre an dem Tag eindeutig besser gewesen, denn ich habe mir den A…. abgefroren!

Etwas frisch

Aber das war egal, denn trotz Kälte war mir warm ums Herz! Kurz nachdem die Leinen beim Segelclub Grafenwald fest waren, wurde ich herzlich begrüßt. Mit Eos lagen wir seinerzeit beim Rheinberger Yachtclub, dort wird allerdings gerade die Steganlage umgebaut und so sind wir diesmal eben beim Segelclub Grafenwald gelandet.
Hier fühlen wir uns pudelwohl. Seit einer Woche sind wir nun bereits durchgehend an Bord und genießen den Winter. Gleich neben uns lebt ein nettes Pärchen an Bord ihrer Motoryacht, ein paar Meter weiter liegt die Aubi, die es nach einer mehrjährigen Fahrt in die Karibik ebenfalls wieder hierhin verschlagen hat und Filou hat bereits die ersten netten Hundebekanntschaften gemacht.

Schöner Liegeplatz im Mahnensee

Endlich wieder hier, endlich wieder im Mahnensee. Hier werden wir erst mal eine Weile bleiben, das Schiff unter Deck restaurieren und dann eines Tages ab hier auch wieder Zweihandsegeln!

Guten Rutsch!

Premiere gelungen: Freddie Böhnerts „Lunatix“ ist im Ziel

Rolex Sydney Hobart Race 2018: <p>
	Die Hamburger &quot;Lunatix&quot; auf dem Weg in die Rolex-Sydney-Hobart-Race-Premiere</p>

Die Crew ist glücklich, beim Empfang in Hobart herrschte Gänsehaut-Stimmung: Die Hamburger „Lunatix“ kam als erstes Boot der „Corinthian“-Flotte ins Ziel

Protest ungültig: „Wild Oats XI“ bleibt die Siegerin

Rolex Sydney Hobart Race: <p>
	&quot;Line Honors&quot;-Siegerin im 74. Rolex Sydney Hobart Race: &quot;Wild Oats XI&quot;</p>

Der Protest der Wettfahrtleitung gegen die „Line Honors“-Gewinnerin ist ungültig. „Black Jack“-Eigner Peter Harburg hätte selbst protestieren müssen

Tag 20 =>Osterinsel…es zieht sich

Fr., 28.Dez.18, Süd-Pazifik, Tag 1671, 15.320 sm von HH
Wind- und Wellensituation sind unverändert. Süd-Ost-Passat mit 3 bis 4 Windstärken. Dazwischen mal ein Zeitraum von drei Stunden mit etwas mehr Wind, dann wieder eine Zeitlang weniger Wind. Die Dünung kommt achterlicher, wir fangen etwas das Rollen an. Auf dem Plotter steht das erste Mal ‚Ankunft in drei Tagen‘. Wir freuen uns noch verhalten und lassen den Freudentränen noch keinen Lauf. Südlich der Osterinsel steht ein Flautengebiet. Nicht, dass wir da noch hinein geraten. Sorge bereitet uns, dass wir noch keinen Fisch gefangen haben. Zwei Köder hängen achtern raus. Nicht mal einer der Gummifische wurde abgebissen. Auch ein Versuch mit einem fliegenden Fisch, den wir morgens auf dem Deck gefunden haben, war erfolglos. Gibt es keinen Fisch mehr im Pazifik? Haben die berüchtigten Fischerflotten der Japaner und Chinesen alles leer gefischt? In den Geschichten der Weltumsegler der 80er Jahre liest sich das anders: „Schwärme von Goldmakrelen begleiteten stundenlang das Schiff …“ Wir wünschen uns, dass es nur an unserem Anglerpech liegt.
Ein Blick mit der GoPro auf das Unterwasserschiff hat gezeigt, der Pazifik lebt. Zumindest was die Krustentiere betrifft. Unser Rumpf ist gesprenkelt mit Pocken ähnlichem Ausschlag. Daumennagelgroß hocken Entenmuscheln dicht an dicht auf dem wirkungslosen Antifouling. Die berüchtigten Tiere des Pazifik können bis zwölf Zentimeter lang werden während einer vierwöchigen Passage. Der Teppich wird so dicht, dass die Geschwindigkeit eines Segelbootes erheblich abnimmt. Wir vermuten, dass unsere Tiere wegen des kalten Wassers noch vergleichsweise klein sind. Allerdings wird das Wasser täglich wärmer, 23 Grad haben wir zur Zeit. Sollen uns Badefreuden auf der Osterinsel vergönnt sein, muss da noch eine Schippe drauf gelegt werden.
Essen: Abendessen: Spaghetti Bolognese Frühstück: Brot mit Salami, Käse und Mortadella Mittag: Bratnudeln mit Ei. Obstsalat aus Grapefruit (der letzten) und Apfel Welle und Wind gleich, Essen gleich.
Meilen: Tagesmeilen 98 , Rest 417 sm auf direktem Weg

Lasy Skipper

{Time:19:00:00}
{Date:20181228}
{Position:14°23.3760’N, 046°51.2244’W}
{Direction/Speed:285°/ 8,5kn}
{Place:Atlantico} 
{Target:Union Islands}
{Temp Air/Pressure:1015/28°C}
{TempWater:26,0°}
{Wind:22kn/ENE}
{Wave:3m}
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{Photo:20181228}
{Title:Lasy Skipper}

Endspurt

Wir erreichen die ersten Squalls. Endlich Regen. Die Salzschicht auf der MARLIN war schon recht unangenehm. Erwartungsgemäß ändert sich die Stimmung an Bord in: „Jetzt können wir langsam ankommen!“ Sehe ich auch so. in den letzten 24h haben wir 180 Meilen versegelt. 908 Meilen sind es noch, plus Versatz durch eine notwendige Halse. Am Mittwoch sollten wir Union Island erreichen. Das wären dann 12 Tage. 2001 haben Nathalie und ich für die gleiche Strecke mit der IRON LADY 21 Tage gebraucht. Oder waren es 18 Tage? Nathalie weiß es bestimmt besser als ich.

Besondere Vorkommnisse gibt es nicht. Alles läuft nach Plan und rechtens. Die Stimmung an Bord ist „Eins A+“ und einer pennt immer. So ist das. Mikrokosmos. Harald backt einen Schokokuchen. Lena liest mal eben das Wnuk/Müller eins Buch. Gerd telefoniert mit seiner Frau und der Skipper putzt das Klo, während Andy sich weiterbildet in Sachen Segeln oder auf’s Meer schaut. Alles jetzt ohne Wertung. Alle sind glücklich, alles ist gut. Meine Jubiläumscrew 50 ist perfekt. Noch perfekter segelt die MARLIN, geilonita wie immer macht sie den Weg frei in die Karibik. Wer noch nie mit der MARLIN gesegelt ist hat wirklich was verpasst in seinem Leben


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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Bergfest

{Time:19:00:00}
{Date:20181226}
{Position:13°56.1660’N, 040°53.8344’W}
{Direction/Speed:282°/ 7,5kn}
{Place:Atlantico} 
{Target:Union Islands}
{Temp Air/Pressure:1023/28°C}
{TempWater:26,0°}
{Wind:20kn/NE}
{Wave:3m}
{Vimeo:}
{Photo:20181226}
{Title:Bergfest}

Der halbe Weg ist geschafft

Ich rufe „SALMON. SALMON. SALMON. MARLIN.“ Ich rufe Hagen, einer der wenigen Segler die noch funken. Funken ist out. Ich muss zugeben, dass ich selbst grade an einer Lösung arbeite um Whats App auf See über Satellit anzubieten. Also kann ich wohl nicht besonders gut meckern und damit enden: „Früher war alles besser!“ Meine Mitsegler haben mir ein paar YACHT Ausgaben mitgebracht, so weiß ich nun auch wieder Who is Who und Who angesagt ist. Entspannt schaue ich nach vorne auf den Salontisch, wo vor Gerds Nase grade eine Schale mit Pfirsichen über den Tisch ergießt und auf’s Sofa kullert. Ich sag nichts, was soll ich auch sagen? Es hat sich noch keiner verletzt heute, dass ist doch gut. Links von mir verliert Harald das Gleichgewicht und die Schlingerleiste vor den Spülbecken zieht den Kürzeren. Der Kaiserschmarn landet zum Teil auf dem Fußboden. Scheiß Schwerkraft. Bergfest ist heute Nacht um 12:00. Dann werden wir den Zenit unserer Reise erreichen und anfangen rückwärts die offenen 1.180 Meilen abzuzählen.

Passatwolken begleiten uns tagsüber und ich lese Tamata von Moitessier. Wenn ich schon mal lese so ist das ein gutes Zeichen. Ich lese in der Regel zwei Bücher im Jahr wenn es hoch kommt. „SALMON. SALMON. SALMON. MARLIN.“ Ein Rauschkonzert auf der 14.313 Mhz. Von Hagen höre ich nichts, aber er schickt mir SMS auf die Iridium App. Meine Tochter Lena gehört nun auch dazu. Sie ist in der Smartphone Welt angekommen und als Letzte in ihrer Schulklasse hat sie nun auch so ein Ding. Auch von ihr bekomme ich nun Herzchen und kurze Mitteilungen. Mir soll es recht sein. Ich freue mich über jede Nachricht meiner Kinder. Wer weiß wie lange sie mir noch welche schicken. Das hört ja irgendwann schlagartig auf und Eltern sind ja nun auch schnell doof oder uncool. Also genieße ich die Zeit bis dahin.

Erwartungsgemäß ist die Stimmung an Bord gut. Gerd teile ich zum Brot backen ein. MARLIN geht in den Schlingermodus mit der klaren Aussage: Jetzt will ich aber mal so langsam ankommen. Dieser Schlingermodus ist allerdings schwieriger zu schlafen, Andy schaut argwöhnisch. Mit Harald sitze ich im Motorraum und erkläre ihm die einzelnen Komponenten. Jeder der das möchte, kann mit mir in den Motorraum. Lena will auch. „Ich will vor allen Dingen wissen, wie die Entsalzungsanlage funktioniert!“ So viel Interesse hat Kristina von der YACHT nicht aufgebracht bei der Meinungsbildung. Technik die begeistert ist auch nicht jedermanns/fraus Sache. Is ja auch nicht schlimm. Jeder Jeck ist anders hat Nathalies Oma Gina immer gesagt und wo sie Recht hatte, hat sie Recht behalten.

Nebst Motorenraum schaut sich Harald aber noch ganz andere Sachen an. Quasi als Special-Weihnachtsgeschenk vom Skipper halte ich an und drehe die MARLIN bis die Segel leicht im Wind flattern. „Ein Knoten Fahrt. Harald. Dann spring mal ins Wasser. 4.900 Meter Blau unter Dir. Was Du da jetzt siehst wirst Du niemals in Deinem Leben vergessen.“ Harald ist passionierter Schwimmer und schwupps ist er gesichert an einer Leine mit Lifebelt im Wasser. Er krault gemächlich hinter der MARLIN her. „Oh. Ahh. WAU! Micha. IST DAS EIN BLAU! Komm doch auch rein.“ „Ne. Das finde ich jetzt aber nicht gut wenn der Skipper ins Wasser springt!“, erregt kommentiert Lena den Vorgang. Noch eine halbe Stunde später ist Harald aufgeregt und seine Augen funkeln vor Glück.

Ich schalte heute einen Gang runter. „Ihr werdet sehen. Ab dem Bergfest wird sich die Reise verändern!“ „Wie? Verändern?“ „Dann beginnt die Zeit, wo ihr vor allen Dingen eins wollt: ANKOMMEN!“ Bei mir ist es anders, denke ich mir. Ich will eigentlich gar nicht ankommen. Nicht, solange alles funktioniert. So lange es nur die Schlingerleiste in der Küche ist, bereitet mir das alles keine Probleme. Generator Arnold lässt mich in Ruhe. Einzig was mir beim Kontrollschnorchelgang vor der Abfahrt aufgefallen ist: Die Zinkanoden, seit vier Jahren stabil, haben ordentlich Material gelassen. Zeichen für ein elektrisches Problem. Ersatz ist schon bestellt. Gut das die MARLIN erst mal an Land kommt in zwei Wochen. Bock auf ein Alu-Knusperschiffchen hab ich ja garnicht.

Zu guter Letzt bleibt zu berichten, dass meine Nichtraucher App heute 100 Tage anzeigt, die meine letzte Zigarette nun her ist. Ich habe auch nicht vor das zu ändern. „Glückwunsch Michael!“, meint Bordarzt Harald, der radikaler Nichtraucher ist. Nicht wie mein Freund und Hausarzt Pelle, der mir mit der Kippe in der Hand erzählt, dass es besser wäre für mich mit dem Rauchen aufzuhören.

Dann segeln wir mal so langsam Richtung Paradies. Kristallklares Wasser wartet auf uns. Wir sind schon bei 26 Grad Wassertemperatur angelangt.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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Protest gegen „Wild Oats XI“: Droht erneut der Titelverlust?

Rolex Sydney Hobart Race: <p>
	Rolex Sydney Hobart Race 2018: Der &quot;Line Honors&quot;-Sieg von &quot;Wild Oats XI&quot; ist durch einen Protest der Wettfahrtleitung gef&auml;hrdet</p>

Es muss der „Wild Oats XI“-Crew wie ein Déjà-vu erscheinen: Wie schon 2017 sieht sich das Team nach dem Jubel über die „Line Honors“ von einem Protest bedroht

Die neue J/99: Erste Fotos vor dem Düsseldorf-Debut

J/99: <p>
	Sportlich unterwegs.&nbsp;Die neue J/99 beim ersten Test auf dem Solent</p>

Nicht nur Regattasegler freuen sich schon auf die Premiere der J/99 auf der Messe Düsseldorf. Bis dahin gibt es hier die Eindrücke vom ersten Test in England

Merry Christmas, Tally Ho