Monatsarchive: September 2018

Silverrrudder: Mastbrüche, Havarien, Kollisionen bei bis zu 9 Beaufort – 53 Boote im Ziel

Silverrudder, einhand,

Open 40 „Black Maggy“ verliert den Mast, eine „Dragonfly 28 Performance“  unterbietet Streckenrekord um eine Stunde.  Weiterlesen

Foiling IMOCA: Neue “Charal” gibt mächtig Gas – Boris Herrmann kann auf Platz fünf

Die Defi Azimut hat ihren Wert als Test der aktuellen IMOCA Hackordnung gerade vor der Route du Rhum. Dabei zeigte der neue Foiler „Charal“ beeindruckendes Potenzial. Boris Herrmann kann vorne noch nicht mithalten. Weiterlesen

Golden Globe Race: Schiff von verletztem Inder lokalisiert – Rettung verzögert sich

Abhilash Tomy, Golden Globe

Die multinationale Rettungsaktion ist im Gange, um den Inder Abhilash Tomy im Südindischen Ozean zu helfen. Erste Bilder zeigen die havarierte Yacht. Keine Spur vom Skipper. Weiterlesen

Vier Klassensiege für deutsche Skipper im Starkwind-Solo

Silverrudder 2018: <p>
	Silverrudder 2018</p>

Starke Leistungen bei einer von extremen Bedingungen geprägten Einhand-Wettfahrt rund Fünen – Ein Däne und ein Norweger stellen neue Streckenrekorde auf

57. Interboot: Erfolgreicher Auftakt

Spaß im erfrischenden Nass versprach die 57. Interboot am ersten Wochenende. Rund 33 000 Besucher ließen sich auf der internationalen Wassersport-Ausstellung von Segel-, Motor- und Elektrobooten, Kanus, Kleidung sowie Zubehör inspirieren. „Ein Highlight waren die Motosurf Demorennen auf dem Bodensee und die Vorführungen auf dem Messe-See. Die Shows haben zahlreiche Zuschauer angelockt“, berichtet Projektleiter Dirk Kreidenweiß. Noch bis zum 30. September zeigt die Interboot Neuheiten und Produkte sowie die ganze Bandbreite des Wassersports.

Die Interboot steht für emotionale Erlebnisse sowohl in den Hallen, als auch auf dem Wasser. Über 33 000 Besucher haben sich am Wochenende dafür entschieden, sich auf dem Messegelände zu informieren und den Wassersport hautnah zu erleben“, erklärt Messechef Klaus Wellmann. Ebenfalls gut besucht war der Interboot Hafen, wo rund 100 Boote zum Probefahren bereit liegen. Am ersten Wochenende boten die Regatten und Sportveranstaltungen, darunter die Motosurf Demorennen, die Interboot Trophy und die Oldtimer Regatta an der Friedrichshafener Uferpromenade Sporterlebnisse zum Mitfiebern. Mitten drin statt nur dabei ist das Motto der Funsport-Becken in Halle B1: Die stehende Welle lockte viele Wasser-Fans aufs Brett und versprach Indoor-Surf-Vergnügen. Im neuen Stand-Up Paddling-Testbecken tummelte sich der Nachwuchs und vollführte die ersten Stand- und Paddel-Versuche auf den aufblasbaren Brettern.

Die Interboot präsentiert von Samstag, 22. bis Sonntag, 30. Oktober 2018 täglich von 10 bis 18 Uhr die ganze Welt des Wassersports, der Interboot-Hafen lädt täglich bis 19 Uhr zum gemütlichen Sundowner. Die Halle B1 ist am Donnerstag zum Sunset Shopping bis 21 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 12 Euro, ermäßigt 10 Euro. Die Familienkarte ist für 28 Euro erhältlich. Kinder zwischen sechs und 14 Jahren bezahlen 5 Euro. Weitere Informationen gibt es im Internet unter

www.interboot.de

Der Innenausbau ist fertig!

Dehlya 25 Refit Innenausbau

Es ist eine kleine Zeitreise vom Jahr 1984 ins Jahr 2018, die unsere Dehlya mittlerweile auch unter Deck mitgemacht hat. Ein kurzer Video-Überblick

Rettungsaktion vor Australien

Knapp 1.900 Seemeilen südwestlich von Perth in Australien läuft eine große Rettungsaktion für Abhilash Tomy an. Der Teilnehmer des Golden Globe Race verlor am Freitag in stürmischer See mit bis zu 14 Meter hohen Wellen den Mast und verletzte sich schwer am Rücken.

„GEKENTERT. MAST VERLOREN. SCHWERE RÜCKENVERLETZUNG. KANN NICHT AUFSTEHEN”

In einer Textnachricht unterrichtete Tomy die Veranstalter des Rennens, die sofort reagierten und die australischen Rettungskräfte sowie die verbliebenden Teilnehmer vom Schicksal des indischen Seglers unterrichteten. Gregor McGuckin befindet sich nur 100 Seemeilen entfernt, verlor in dem Sturm aber ebenfalls sein Rigg und versucht mit einem Notrigg seinem Segelkollegen zu Hilfe zu eilen. Sein Provisorium aus dem Spinnakerbaum biegt sich in den starken Winden allerdings stark durch und McGuckin berichtet, dass sein Motor immer wieder aussetzt.

Tomys Schiff Thuriya ist eine Replik der Suhail mit der Sir Robin Knox Johnston vor 50 Jahren das Rennen gewann.

Am Samstag erhielt die Rennleitung eine neue Meldung von Tomy, in der er berichtet, dass er die EPIRB aktivieren konnte. Das MRCC in Canberra empfing die Notmeldung mit der genauen Position des havarierten und startete sofort eine große Rettungsmission.

“EPIRB AKTIVIERT. KANN NICHT LAUFEN. KÖNNTE TRAGE GEBRAUCHEN“

Die letzte Nachricht von Tomy ging um 21.57 Uhr UTC im Hauptquartier des Golden Globe Race ein, die vermuten lässt, dass es dem 39-jährigen Marineoffizier sehr schlecht geht.

„KANN DIE ZEHEN BEWEGEN. FÜHLEN SICH TAUB AN. KANN WEDER ESSEN NOCH TRINKEN. SCHWER, AN GRAB-BAG ZU KOMMEN“

Flugzeuge haben das havarierte Schiff erreicht und überflogen es einige Male. Da Tomy bewegungsunfähig in seiner Koje liegt, konnten nur die Schäden am Boot genauer betrachten. Zumindest scheint die Yacht nicht zu sinken.

Eine Fregatte der australischen Marine wurde an Tomys letzte Position beordert, kann dort ab frühestens in vier bis fünf Tagen eintreffen. Näher dran befindet sich ein französisches Schiff, das Tomy womöglich noch im Laufe des Sonntags erreichen und erste Hilfe leisten kann.

Die indischen Behörden haben zudem Flugzeuge, eine Fregatte und einen Tanker zur Unglücksstelle gesandt, die aber von Südafrika aus anreisen.

Abhilash Tomy nimmt am Golden Globe Race teil. Die Regatta führt non-stop um die Welt. Es ist erst die zweite Auflage. Die erste Regatta vor 50 Jahren ging in die Geschichte ein, weil es die erste non-stop Weltumsegelung ermöglichte und zahlreiche Legenden wie Bernard Moitessier, Sir Robin Knox-Johnston oder auch Donald Crowhurst hervor brachte.

 

 

 

 

 

Atlantiksegeln: Aber Wrac’h. Von sturen Kormoranen, eigensinnigen Bootshaken und Gezeitenflüssen.

Mitte Mai bin ich in Sizilien gestartet, um einhand
für mein neues Buchprojekt um die Westküste Europas zu segeln. 
Nach den Balearen, Gibraltar und Portugal und Nordspanien
folgte ich der französischen Atlantikküste und erreichte
die Nordküste der Bretagne. 

Das Meer sieht heute aus, wie ich es als Kind zum ersten Mal sah: Wie im Marionettentheater der Augsburger Puppenkiste rund um die Insel Lummerland. Eine glatte spiegelnde Oberfläche. Und lange, hohe Wogen, auf denen ein Segler entgegenkommt. Mal sichtbar auf dem Kamm einer Woge. Mal in einem Wellental hinter einem der rollenden Wasserberge verschwunden.

Im Marionettentheater waren es von einem Ventilator blähende und wehende Plastikfolien, die den Eindruck der Wogen erzeugten, auf denen Lukas, der Lokomotivführer und Jim Knopf in ihrer Lokomotive Emma reisten. Von den technischen Tricks wusste ich damals nichts. Doch von Lukas und Jims Reise war ich so begeistert, dass ich mein Fahrrad sofort „Emma“ taufte. Sie war meine Lokomotive, auf der ich jeden Nachmittag auf Abenteuer und Streifzüge durchs Dorf und die umliegenden Wälder reiste. Allein. Dass es Hausaufgaben gab, verdrängte ich in einen großen Komposthaufen in einer Ecke meines schlechten Gewissens. Und meine miserablen Schulnoten steckte ich gleich mit dazu. Das Leben, so flüsterte mein Kopf, hätte Aufregenderes als langweilige Deutschstunden für mich parat.

Viereinhalb Jahrzehnte später: Seit Lummerland hat sich nicht unbedingt viel geändert. Das Meer sieht aus wie jene wogende Plastikfolie, die waagrecht ausweht. Nur dass es für mich nicht mehr aus einem TV-Gerät, sondern dass ich es jetzt im Original, in all seiner Schönheit und Größe, jeden Tag vor mir habe. Heute zeigt es meine Lieblingsfarbe, es leuchtet intensiv in jenem unverkennbaren Graugrünblau, das nur dort entsteht, wo sich Meer und sedimentreiche Flüsse begegnen. Meiner Sammlung an Orten, wo das Meer genau diese Farbe besitzt, kann ich also einen weiteren Ort hinzufügen. Nach der Nordadria, den Lagungen Venedigs, den Küsten des Gargano, der Südküste Siziliens nun also auch die nordwestliche Ecke der Bretagne.

Und auch meine Lokomotive schwimmt inmitten der graugrünblau auswehenden Plastikplane. Nur dass sie sie nicht Emma heißt, sondern Levje. Und ein Segelboot ist, auf dem ich in diesem Sommer über den Atlantik ziehe. Auch die schlechten Noten sind immer noch da. Nur bin ich es, der sie mir ausstellt. Und niemand anderer. Zum Beispiel gestern, beim Anlegen an der Boje von Aber Wrac’h, dem Fluss, der eigentlich eine Ria, ein Gezeitenstrom ist, der in der Mündung kilometerweit mit Ebbe und Flut auf- und abschwillt. Ich hatte Levje gegen die Strömung an eine Boje gesteuert. Ein Kormoran stand plattfüssig darauf. Er beobachtete mein Manöver, blieb einfach stehen, ein strenges Denkmal tierischen Protests, er ließ sich nicht beirren, als wäre er der gestrenge Parkwächter auf diesem Platz,

selbst als Levjes Bordwand 30 Zentimeter neben ihm zu stehen kam und er zu mir hinaufsehen musste. „Meine Insel!“ schien er beleidigt zu dem riesigen dunkelblauen Ding zu sagen. Und blieb trotz des großen Eindringlings weiter mit verschränkten Flügeln auf seiner Boje stehen. Erst als ich mich neben ihm auf Levjes Deck aufbaute, mich blitzschnell auf Levjes Deck warf, um bäuchlings nach unten die Boje zu fassen und Levje daran zu vertäuen, flog er träge eine Insel weiter, auf die nächste Boje, die im Strom schwang. Ich mühte mich mit dem Festmacher, er wollte nicht recht, die

Strömung zerrte an Levje, mein Arm wurde lang und länger. Und während ich mich nach Hilfe umsah, verpasste ich in all der Anstrengung dem an Deck liegenden Bootshaken einen kleinen Stups. Er ließ sich das nicht zwei Mal sagen und klatschte trocken in den Fluss, genoß sichtlich die neue Freiheit und zog mit der Strömung weg von Levje, vom Landesinneren magisch angezogen.

Ich sah ihm nach, wie er sich rasch entfernte. Mein Gehirn berechnete meine Möglichkeiten, während meine Hände Levje an der Boje hielten und versuchten, sie zu vertäuten. Den Bootshaken aufgeben? Ich mochte ihn, den die Italiener „mezzo marinaio“ nennen, halber Seemann. Ich kann nichts wegwerfen, gar nichts, kein Essen – und meinen Bootshaken schon gar nicht. Nein, das ging nicht. Loswerfen – Hinterherfahren – Einsammeln? Das ist einhand kein leichtes Manöver, schon bei ruhiger See nicht, ich hatte es mal 20 Minuten vor irgendeinem Hafen versucht, an den Bootshaken so ranzukommen, dass ich ihn – wohlgemerkt: ohne Bootshaken – vom Schiff aus sicher bergen konnte. Großes Hafenkino für die Zuschauer auf der Pier. Nicht für mich. Und ein Lehrstück, wie schwierig die Bergung von etwas leblos im Wasser treibenden vom Boot aus ist. Nein, das ging nicht. Es blieb nur Möglichkeit drei: Ich vertäute Levje an der Boje. Sprang nach hinten. Riss mir die Kleider vom Leib. Und sprang nackt ins Wasser des Aber Wrac’h. Das Wasser war frisch, nicht mehr als 16, 17 Grad, ich schmeckte beim Tauchen die Mischung von Süss- und Salzwasser, von Fluss und Laich und salzigem Meer, alles zusammen, was die Mündung eines Flusses ins Meer ausmacht, spürte prickelnd die Kälte auf meiner Haut, tauchte zwischen Placken von Seegras hindurch.

Ich schwamm mit schnellen Zügen hinter dem abtrünnigen Bootshaken her, die Strömung machte es mir leicht, ich hatte ihn in wenigen Augenblicken 100 Meter landeinwärts schnell erreicht.

Und dann begann der schwierigere Teil des Tages. Die Strömung im Fluss betrug kaum mehr als einen halben Knoten, keinen Stundenkilometer, dessen hatte ich vor meinem Sprung ins Wasser aus dem Augenwinkel noch vergewissert. Doch das reichte. Gegen die Strömung Schwimmen ist fies. Gemächliches Schwimmen duldet sie nicht. Verschnaufpausen auch nicht – sofort ist die mühsam gewonnene Wegstrecke verloren. Auch der Bootshaken dachte nicht daran, seine errungene Freiheit aufzugeben und trieb in der Strömung allerhand Unfug. Ich brauchte eine halbe Stunde, um ihn vor mir Meter um Meter zur nächsten freien Boje zu schubsen. Aus der Ferne sah ich Audrey, die Marinera von Aber Wrac’h, die ihr Schlauchboot an Levje vertäutete und sich wunderte, warum das Dinghi da und keiner an Bord war. Ich hoffte, sie würde mich Esel, der sich nackt im Fluss quälte, nicht entdecken.

Unterwegs schalt ich mich einen Idioten. Weil ich auf den Bootshaken nicht aufgepasst hatte. Weil ich die Strömung unterschätzt hatte. Weil das Stillwasser erst in zwei Stunden käme – bis dahin hätte der Fluss mich irgendwo ins Landesinnere gespült. Ich stellte mir vor, wie es wäre, in einer bretonischen Kleinstadt nackt ans schlammige Ufer zu waten. Barfuss. Mit nichts in der Hand als einem läppischen Bootshaken. Was ich tun würde. Ich erinnerte mich an das Spiel, von dem ich einmal gelesen hatte. Man gab in einer x-beliebigen Großstadt Geld, Scheckkarte und Wohnungsschlüssel ab. Und musste zusehen, wie man es schaffte, eine Nacht als Fremder in dieser fremden Stadt irgendwie zu überstehen.

Ich stellte mir vor, wie ich mich splitternackt in die Schlange einer Boulangerie stellen und die Bäckersfrauen um ein altes Hemd, eine Hose, ein Busticket bitten müsste. Würde man das schaffen? Würde ich es schaffen, ohne zu erröten? Vielleicht würde man, wenn man es täte, dadurch Freunde fürs Leben gewinnen. Nicht jeden Tag steht ein graubärtiger Mann nackt mit Bootshaken in einer Bäckerei. Man würde die Menschen jedenfalls kennenlernen. Von ihrer guten Seite, vermute ich. Denn das ist es, was ich auf dieser Reise oft erfuhr: Dass die Dinge nicht annähernd so schlimm kommen, wie man sie sich vor einer solchen Reise ausmalt. Und es häufig gerade wildfremde Menschen sind, die bereitwillig und uneigennützig ihre Hilfe anbieten.

Doch soweit kam es nicht. Mit Armen, die sich wie Gummi anfühlten, erreichte ich schnaufend Levje. An diesem Abend noch hinüber an Land zu rudern ließ ich lieber bleiben – kein Sport mehr heute. L’Aber Wrach musste warten. Doch das machte nichts. Zu schön war der Abend auf dem Fluss. Und in der Strömung. Aber für den nächsten Tag: Da sollte der Fluss noch ein weiteres Abenteuer für mich parat haben.

Die Bretagne: Sie ist reich. An Schönheit. Und Abenteuern.

Der „Rote Mond“ leuchtet hell in Valencia

52 Super Series: <p>
	52 Super Series vor Valencia: Die TP52-Segler hatten hoch im Mast den besten &Uuml;berblick</p>

Prestigesieg für Patrizio Bertellis Team Luna Rossa: Die Italiener siegen vor Valencia. Quantum Racing aber gewinnt die Serie vor Harm Müller-Spreers „Platoon“

Rettungseinsatz für Golden-Globe-Skipper nach Mastbruch

Thuriya: <p>
	..Die &quot;Thuriya&quot; vor der Havarie</p>

Schlimme Stunden im Indischen Ozean: Im Sturm kenterten drei Yachten durch, ein Skipper ist schwer verletzt. Schiffe in der Umgebung sind alarmiert

Golden Globe Race: Indischer Solo-Segler verletzt im Southern Ocean – Schwierige Rettung

Australische Rettungsbehörden haben eine multinationale Mission zur Rettung des verletzten indischen Golden Globe-Einhandsegler Abhilash Tomy eingeleitet. Weiterlesen

America’s Cup Alternative: Larry Ellison holt Sir Keith Mills ins Boot – 8 One-Design Foiler Kats

Es mag für den einen wie die Reaktion eines trotzigen Kindes anmuten wenn Larry Ellison nach der America’s Cup Niederlage seinen eigenen Rennzirkus organisiert. Aber es steckt mehr dahinter. Weiterlesen