Monatsarchive: Juli 2018

Markt in Otavalo

Sa.,21.Jul.18, Ecuador/Otavalo, Tag 1512, 13.337 sm von HH

Jeden Samstag ist etwas außerhalb des Zentrums Viehmarkt in Otavalo. Wer den sehen möchte, sollte schon vor dem Aufstehen dort auftauchen. Von 6:00 bis 10:00 Uhr werden Kühe, Schweine, Ziegen, Schafe und Kleintiere wie Hühner, Meerschweinchen und Hunde gehandelt. Alles zum Verzehr, außer die Hunde.

Uriger Viehmarkt in Otavalo

Uriger Viehmarkt in Otavalo

Die großen Tiere werden halbwegs liebevoll transportiert, gezogen, weiter verfrachtet und verladen. Quiekende Ferkel kauft man direkt von der Ladefläche. Ein unwilliger Bulle macht so viel Ärger, dass die Klappe vom Transporter abbricht. Wir nehmen Reißaus und bringen uns bei den Schweinen in Sicherheit. Am Band gezerrte Schweine quietschen nach Schweineart als wolle man sie abstechen, unwillig auch nur einen Meter weiter zu gehen. Menschen rufen Preise, Kühe blöken nach ihrem Kalb, es wird gehandelt und geschachert. Neue Viehtransporter rücken an, leere Wagen verlassen den Platz. Ein unvorstellbarer Lärm liegt über dem Markt.

Otavalo Viehmarkt, angeblich der größte Markt Ecuadors

Otavalo Viehmarkt, angeblich der größte Markt Ecuadors

 

mit einem unglaublichen Durcheinander

mit einem unglaublichen Durcheinander

Lämmer-Verkauf

Lämmer-Verkauf

Kälbchen-Wache

Kälbchen-Wache

Beim Kleintier-Handel geht es ruhiger, aber auch ruppiger zu. Hühner werden in fluchtsicheren Zweier- und Viererbündeln an den Beinen zusammengebunden und einfach auf die Erde gelegt.
Gekaufte Hühner kommen kopfüber in einen Sack. Übereinander gestapelt zu den Leidensgenossen. Sack zu, Bändsel drum, weiter geht’s. So ein Schicksal kann auch die Meerschweinchen ereilen. Das sind keine Kuscheltiere, sondern Essen. Wahrlich kein Markt für Tierschützer.
Faszinierend, exotisch, anders. Gewöhnungsbedürftig!

Meehrschweinchen sind Essen, keine Haustiere

Meehrschweinchen sind Essen, keine Haustiere

Den Hühnern geht's an den Kragen

Den Hühnern geht’s an den Kragen

Guter Kauf

Guter Kauf

Zum Frühstück gönnen wir uns ein Käsebrötchen mit heißen, gesüßten Pflaumen. Eine Köstlichkeit. Die Pflaumen werden im eigenem Saft mit Nelken und reichlich Panela gekocht. Panela wird aus verkochtem Zuckerrohrsaft gewonnen und ist ein Grundnahrungsmittel in Lateinamerika.
In Kolumbien wird Panela zum Frühstück als Zuckerwasser getrunken. Ein Schuss Limettensaft dazu, fertig.

Brötchen mit Käse und heißen Pflaumen

Brötchen mit Käse und heißen Pflaumen

Neben dem harmlosen Käsebrötchen stehen ‚wunderbare‘ Garküchen. Auf undefinierbare Innereien, Schweineköpfe oder fettigen, gebratenen Kartoffelbrei mit Käse gefüllt, fehlt uns so früh morgens noch die Laune. Die Dämpfe aus den Töpfen gehen direkt auf den Magen. :lol:

Suppentöpfe unklaren Inhalts

Suppentöpfe unklaren Inhalts

Frühstücks-Kantine

Frühstücks-Kantine

Neben den Viehmarkt schließt sich der Früchte-, Gemüse- und Blumenmarkt an. Alles, alles, was es an Veggie-Zeugt gibt, findet sich hier. In einer Menge, Vielfalt und Frische, wie wir es überhaupt noch nicht gesehen haben. Radieschen, Pastinaken, Drachenfrucht, Sternfrucht, was darf es sonst noch sein? Rosmarin, Petersilie, Koriander, endlich frische Kräuter, aber keine Pantry.
Alte Männer und junge Frauen palen frische Erbsen und unbekannte Bohnen aus ihren Schoten. Zehn, zwanzig, ach dreißig verschiedene Reissorten stehen in Säcken neben zehn verschiedenen Maissorten.

Wunderbarer Gemüse-Markt

Wunderbarer Gemüse-Markt

Einen Stand weiter gibt es Rosen. Zweite Wahl, die erste Güte geht ins Ausland. Ecuador ist einer der größten Schnittblumen-Exporteure der Welt. Ausgestattet mit allen Höhenlagen kann für jede Sorte Rosen das passende Anbaugebiet gefunden werden. Der ‚dornenlosen Teerose‘ bekommt 2.800 Meter nicht, kein Problem, wir haben da noch hektarweise 2.900 Meter im Angebot. Durch die konstanten Temperaturen wachsen die Rosen langsam und entwickeln große, gleichmäßige Köpfe. Ecuador ist Spezialist im Anbau extrem langstieliger roter Rosen, wie sie vor allem in Russland beliebt sind.

Rosen - zweite Wahl

Rosen – zweite Wahl

Wir sind auf dem Weg nach Otavalo an überreichlich vielen Gewächshäusern vorbei gefahren. Aus dem nördlichen Teil der ‚Avenida de los Volcanes‘ wurde vom Tourismus-Büro die ‚Ruta de las Flores‘ gemacht. Ein billiger Trick. Schnittblumen sind eine ziemliche Umweltsauerei: Kiloweise kommen Pestizide zum Einsatz, die den Boden und das Grundwasser versauen und die Arbeiter in den Gewächshäusern krank machen. Bereits 24 Stunden nach der Ernte stehen die Rosen weltweit in den Blumenläden.

Am Samstag ist auch Markt im Zentrum von Otavalo. Alle Nebenstraßen an der ‚Plaza de Poncho‘ sind vollgestellt mit Buden, Klapptischen und fliegenden Ständen. Noch mehr Alpaka-Decken. Noch mehr Ponchos und Schals.
Touristen-Tinneff steht neben Haushaltwaren und dem typischen Schmuck für die Indio-Frauen. Überwiegend mögen sie mehrreihige goldene Perlen um den Hals und Koralle an den Handgelenken. Es gibt hundertfach ihre Allzweck-Blusen mit den Gardinen-Ärmeln, die Unisex-Einheits-Schuhe, Töpfe und sagenhafte Heil-Pillen zu kaufen.

Die Otavalos sagen, sie seien die Nachkommen der Inkas

Die Otavalos sagen, sie seien die Nachkommen der Inkas

Goldkette, Rüschenbluse, und Koralle am Handgelenk - der Filzhut ist in Otavalo eher seltener

Goldkette, Rüschenbluse, und Koralle am Handgelenk – der Filzhut ist in Otavalo eher seltener

Schmuck der Otavalo-Frauen

Schmuck der Otavalo-Frauen

Universal-Klamotte für Feld, Stall und Stadtbummel

Universal-Klamotte für Feld, Stall und Stadtbummel

Galiziens wilde Küsten. Durch den Nebel nach A Coruna. Zum ältesten Leuchtturm der Welt.

Seit Mitte Mai bin ich von Sizilien aus unterwegs, 
um einhand für mein neues Buchprojekt um die Westküste Europas 
bis in die Bretagne zu segeln. 
Fast bis Ende Juli war ich in Portugal unterwegs, bevor ich Spaniens Nordküste erreichte.

Kap Finisterre. Das Ende der Welt. Es gibt viele Kaps in vielen Sprachen, die diesen Namen tragen.
Meine Reise entlang Portugals Küste bis Mitte Juli war klimatisch so ganz anders, als ich erwartet hatte. Ich hatte mit vielem gerechnet. Hitze. Hohe Wellen. Starkwind und gleißendes Licht. Stattdessen war ich meist bei Windstille unterwegs. Und in Dunst und diesiger Sicht. Selbst den Portugiesen war ihr Wetter nicht geheuer: Seit Mai war kaum ein Sommertag, wie sie es eigentlich gewohnt waren.
In Nordspanien war das Wetter nicht anders. Im Gegenteil. Die Grenze, die Portugal von Nordspanien trennt, war nicht erkennbar. Nördlich von Vigo, am Kap Finisterre, das spanisch Cabo Fisterra heißt und Spaniens äußerster westlichster Zipfel ist, steuerte ich stundenlang durch dichten Nebel. Galizien, Spaniens regenreichste Ecke, hieß mich willkommen. Fahren war nur mit Radar möglich. Es sah, was ich nicht sehen konnte. Das Kap vor mir. Und ein Boot, das wenige 100 Meter im Nebel verborgen mich begleitete. Ich sah es nicht, doch es wich nicht, wie ein treuer Hund. Nach einer halben Stunde wurde es mir unheimlich, wie es einem unheimlich ist, wenn man eine Grenze überschritten hat. Ob es in Nordspanien Piraten gab? Das Boot blieb mein Radarschatten, es folgte mir. Als für einen kurzen Moment der Nebel aufriss, sah ich, dass es ein Segler war, der wie ich auf Cabo Fisterra zuhielt.
Das Kap selbst fand ich nur auf dem Radar: Eine gelb geriffelte Linie, die das Auge des Radars sah und auf den Bildschirm zeichnete, auf die ich zuhielt. Als ich näherkam eine Handvoll Felsen, die aus dem Nebel hervor wie Gespenster lugten. 

Wie so oft am Abend, lichtete sich der Küstennebel. Ich erreichte die Bucht von Camarinhos, ein traumhafter Platz, geschützt vor einem Sandstrand.
Am Morgen lag dichter Nebel über der Bucht. Kein Geräusch war von der noch am Abend lebhaften Kleinstadt am Ufer zu hören. Keine Lärm aus dem Hafen. Oder vom Volksfetsplatz. Alles war still, als wäre die Welt nicht nur in Nebel, sondern dick in Watte gehüllt.

Nur die Sonne war zu sehen, die an diesem Morgen irgendwo über den Wolken auf Levjes taunasses Deck schien. Taubehangene Spinnweben am Seezaun. Als wäre ich im September in meiner Heimat in Bayern unterwegs. Doch dies hier war zweifellos Spanien. Ich hatte es anders erwartet.

Als ich Camarinos am nächsten Mittag verließ, wurde das Wetter schlechter. Der Nebel verschwand nach kurzer Aufheiterung, Regenwolken zogen von Nordwesten heran. Der Himmel verdüsterte sich, die Sicht verringerte sich. Am späten Nachmittag zog ich mir Seestiefel und Regenjacke an. Feiner Nieselregen setzte ein, der englischen Herbstregen glich, während der Regenwind Levje weiter nach Nordosten Richtung A Coruna trieb, auf ein großes Bauwerk zu, das ich schon von weitem durch den Niesel sah. Und das irgendwie drohend im Grau aussah.

Es war Abend, als ich die Stadt erreichte. Genauer gesagt: Ich sah ihre Silhouette querab. Erst die Hochhäuser. Dann im Inneren einer Bucht den langen, nach Norden zugewandten Sandstrand. Und dann eine vorgelagerte einsame Insel, auf der jener riesige Turm stand, den ich seit Stunden vor mir durch den Nieselregen gesehen hatte.
Erst in den folgenden Tagen sollte ich ihn bei Tageslicht sehen. Und herausfinden, dass es der älteste Leuchtturm der Welt war, der noch in Betrieb war. Ich sollte herausfinden, dass der „Torre de Hercules“ Corunas Wahrzeichen war. Die Römer hatten den Turm errichtet, wenige Jahre, nachdem
im Osten ein Mann namens Jesus von Nazareth hingerichtet worden war. Davon wusste vermutlich im römischen Brigantium – so hieß die kleine Hafenstadt an der inneren Bucht – kaum jemand. Auch der Architekt nicht, den man mit dem Bau beauftragt hatte, Gaius Sevius Lupus. Er stammte aus Aeminium, dem portugiesischen Coimbra, und ließ in den 65 Meter hohen Bau alle Bau-Raffinesse seiner Zeit mit einfließen. Nicht ein einziger Turm sollte es werden, um dem Bauwerk Stabilität zu geben. Sondern an diesem extremen geografischen Punkt der römischen Welt, an der der Schiffsverkehr aus Gibraltar nach Britannien und zu den Rhein-Provinzen verlief, sollte etwas Dauerhaftes entstehen. Zwei Türme ersann der Architekt, beide von quadratischem Grundriss, doch ineinander gesteckt. Und verbunden durch eine Rampe, die zwischen dem Inneren und dem Äußeren Turm nach oben lief und die zugleich ähnlich einer Treppe als stufenloser Weg nach oben führte. 
Man weiß nicht, wieviele Sklaven nötig waren, wie lange sie schufteten, um das gigantische Bauwerk fertigzustellen. Roms Wirtschaft war eine Sklavenwirtschaft, die fortwährenden Kriege an den Grenzen spülten immer neue Sklaven ins Reich. Sie waren in Hülle und Fülle vorhanden. Ihre Geschichte kennt man nicht.
Heute führt der Weg über normale Treppen nach oben, von der früheren Rampe, die nach oben führte, haben die Jahrhunderte nichts übrig gelassen. Doch das Licht des römischen Leuchtturms, das ist noch vorhanden. Eine überdimensionale Öllampe, groß wie ein Wagenrad, die man bei Ausgrabungen

vor ein paar Jahren entdeckte. Ein Stein wie ein Mühlstein. Eine Mulde in der Mitte, deren Öl die Lichtquelle war und die über einen großen Hohlspiegel aus der Turmkammer nach draußen geleitet wurde. Versuche von Studenten ergaben, dass das Licht auf eine Distanz von 10 Seemeilen gut sichtbar war. Dass man hier derartigen Aufwand hatte einen guten Grund: Eine Seekarte im Museum des Torre de Hercules zeigt hunderte von Wracks, die unmittelbar vor den Kaps Galiziens liegen. Schon die Römer müssen die Verluste gespürt haben, die an dieser wilden Küste entstanden.

Nach den Römern verfiel das Gebäude. Weder die Germanenstämme, Sueben und Westgoten, die nach den Römern kamen, noch die Mauren hatten die Kraft oder das Interesse, den Turm instand zu halten. Die Schifffahrt, wie die Römer sie gekannt hatten, Massengütertransport und Massentransportweg für Waren, neue Ideen und Religionen: Diese Art von Schifffahrt brach zusammen. Was sich danach an Seefahrt erhielt, blieb für 1.000 Jahre das gefahrvolle Geschäft einzelner. Bis man sich im Zeitalter der Entdeckungsfahrten auch am Kap wieder an den Turm der Römer als Leuchtturm erinnerte. Und gelegentlich nachts einen eisernen Korb mit brennenden Kohlen an die Turmspitze hängte.
Das Bauwerk verfiel. Der Außenturm wurde als Steinbruch genutzt fürs nahe Coruna, seine Kirchen,  seine Festungen. Erst mit Napoleon kam das Interesse an einem Leuchtturm wieder in die Welt. Und seither ist das Licht auf dem Torre de Hercules nicht mehr erloschen. Allen Nebeln zum Trotz.

Mehr fürs Blauwasser: Wauquiez Pilot Saloon 42

Die Schönsten fürs Blauwasser: Amel 50

Otavalo

Fr.,20.Jul.18, Ecuador/Otavalo, Tag 1511, 13.337 sm von HH

Das Stadtbild von Otavalo wird von den ‚Otavalos‚, Angehörigen der indigenen Kichwa-Gruppe, in ihren Trachten beherrscht. Was abgelegen auf dem Dorf nicht überrascht, lässt uns in der Stadt verwundert die Augen reiben. So eine Trachten-Dichte hätten wir nicht erwartet. Die Frauen tragen buntbestickte Blusen mit Gardinen-Ärmeln. Dazu gehört ein knöchellanger Rock mit bunt besticktem Gürtel. In diesem steckt bei jungen Frauen häufig das Handy, während sie ihr Kind in geschickter Wickeltechnik auf dem Rücken tragen.
Die Herren tragen weiße Hosen unter einem blauen Poncho und beiderlei Geschlecht trägt leichte Samba-Sandalen, die weder für die Temperaturen noch für die elenden Steigungen im Bergland geeignet scheinen.

Typische Frauen in Otavalo

Typische Frauen in Otavalo

Typischer Mann in Otavalo
Die Schuhe sind bei Männern und Frauen identisch

Alles wird in Tüchern auf dem Rücken getragen

Alles wird in Tüchern auf dem Rücken getragen

Die ‚Otavalos‘ zählen zur wohlhabendsten Ureinwohner-Ethnie in gesamt Lateinamerika. Ihre Webereien haben bereits den Inkas gefallen als diese das Land eroberten. Danach kamen die Spanier und brachten Webstuhle mit, so dass sich die Webkunst von Otavalo in den gesamten Anden verbreitete. Heute behaupten die ‚Otavalos‘, dass sie die unmittelbaren Nachkommen der Inkas seien.

Täglich findet ein großer Markt auf dem ‚Plaza de Ponchos‘ statt mit Webwaren aller Art: Decken, Ponchos, Pullover, Schals und Teppiche. In jeder Qualität, aus Lamawolle, Schafswolle und Alpaka. Unzählige Händler bieten ihre Waren an. Handarbeit ist es zum größten Teil längst nicht mehr, sondern in Fabriken gefertigte Ware. Einige Teile sind sehr schön und ausgesprochen kuschelig sind die Alpaka-Teile. Widerstand ist zwecklos, eine Decke wandert in unseren Warenkorb.

Wollmarkt auf dem Plaza de Poncho

Wollmarkt auf dem Plaza de Poncho

 

Nicht nur Ware für Touristen, in den Hostals finden sich genau diese Decken auf den Betten

Nicht nur Ware für Touristen, in den Hostals finden sich genau diese Decken auf den Betten

Otavalo liegt malerisch eingebettet zwischen drei Vulkanen. Zu Fuß ist es nicht weit und schon stehen wir mitten in der umliegenden Landwirtschaft. Wir brauchen nur ein „paar“ Stufen bergauf schnaufen und wir finden uns in mitten von Feldern wieder.
Das einzig Lästige sind die vielen Hunde. Jeder Haushalt hat mindestens zwei, besser noch vier oder fünf Hunde. Wütend kläffen uns die meisten an, wenn wir passieren. Ein junges Mädchen pfeift ihre zwei Hunde zurück. „Sind die gefährlich oder nicht gefährlich?“, fragen wir sie. „Gefährlich“, kommt ihre selbstverständliche Antwort. Super, genau die Antwort wollen wir hören. Es hilft, sich nach einem Stein zu bücken, wenn ein Hund zu nahe kommt. Diese Geste kennen die Viecher, sofort machen sie einen Bogen um uns. So mancher Stein mag sie schon getroffen haben. :-(
Es sind überwiegend keine Streuner, sondern wohlgenährte, halbwegs gepflegte Tiere.

Egal an welchem Hof wir vorbei kommen - die Hunde warten bereits

Egal an welchem Hof wir vorbei kommen – die Hunde warten bereits

Unberührte Landschaft sucht man vergeblich, jeder Quadratmeter ist beackert. Auf kleinen Parzellen wachsen Getreide, Lupinen, Kartoffeln und Gemüse. Gepflügt wird maschinell, die Ernte erfolgt mit der Hand. Mit einer kleinen Sichel ernten zwei Frauen Roggen mit krummen Rücken. Bekleidet in ihren Blümchen-Blusen und Sandalen. Dazwischen spaziert ein Schäfer mit seinen Schafen.
Auf uns wirkt es friedlich, idyllisch, wie heile Welt. Aber was für ein Knochenjob.

Landwirtschaft in kleinen Parzellen

Getreideernte per Hand

Getreideernte per Hand

Unser Ziel ist der ‚Lerchero‘, der Milchmann auf 2.850 Meter. Dieser, angeblich tausend Jahre alte Baum, wird seit jeher von der indigenen Bevölkerung als heilig verehrt. Es werden ihm magische Kräfte zugesprochen. Der milchige Saft, der austritt, wenn man ein Blatt abreißt, wird zur Wundheilung oder als Klebstoff eingesetzt. Heute ist der Lechero eingezäunt, um die Rinde vor weiteren eingeritzten Liebesbekundungen zu schützen. Altersschwach müssen einige Äste gestützt werden. Auf diesem herrlichen Plateau, eingerahmt von drei Vulkanen, können wir uns wunderbar Schamanen-Rituale bei Vollmond vorstellen.

El Lechero

El Lechero

Neue Vortrags-Termine

Schon bald beginnt die neue Vortrags-Saison, in der ich meinen brandneuen Multimedia-Vortrag „UM DEN TIGER“ präsentiere. Es gibt bereits die ersten Termine, die ihr wie gewohnt auf der entsprechenden Infoseite hier auf Törn.de findet. Ich würde mich sehr freuen, schon bald möglichst viele von euch auch einmal persönlich kennenzulernen. Wer Lust hat einen Vortrag in seinem Verein, Kulturhaus oder wo auch immer zu veranstalten, findet hier alle notwendigen Informationen. Also dann … wir sehen uns.

Zu den Terminen

Mondfinsternis über der MARLIN

Julian ist nun ein Kiter

“Wir verlegen!“ Einfacher gesagt als getan. 50 Meter 13mm Wälder Kette und ein 70kg ROCNA Anker liegen auf vier Meter Wassertiefe und das seit vier Wochen. „Bestimmt sind wir festgewachsen oder der Propeller dreht sich nicht mehr!“, kommentiere ich den Plan. Aber alles klappt. Motor springt an, Welle dreht sich, Anker kommt hoch. Alles gut. Aber warum verlegen? Gefühlte 350m? Na. Ist doch klar. Näher an unseren Freunden vom spanischen Segelboot ZINGAY mit MayaLenas Freundinnen. Kaum ist der Anker gefallen wird auch schon das SUP klar gemacht, gewässert und Frau und Kinder sind unterwegs und zum Strand. Julian und nutzen das kinderfreie Schiff um die Fischer Panda Steuerung einzubauen, die ich am Morgen aus Faro abgeholt habe. Jose war so lieb mir seine Adresse zu „leihen“ um ein UPS Packet innerhalb 48 Stunden zu bekommen. 14 kleine Schrauben sind notwendig, dann ist das neue Panel drin und das Projekt Generator damit abgeschlossen. Alles funktioniert einwandfrei. Bis zum nächsten Mal :-)

Während ich am Bordrechner verschwinde um notwendige Downloads zu erledigen, wir haben ja nun Strom satt, verschwindet Julian auf die ZINGAY und leiht sich das Surfbord. Mir soll es Recht sein. Aber nicht lange, denn hinter mir auf dem Windmessgerät steht plötzlich eine 20. Zwanzig Knoten Wind. Flupps, sitze ich im Beiboot und hole Julian samt Surfbord aus dem Wind. „Komm. Wir gehen Kiten! Es gibt Wind.“

Mit dem Dinghy sind wir schnell am östlichen Ende von Culatra Island. Wir ziehen den 11er North Rebell über uns und los geht es. Üben üben, üben. Das Ende vom Lied: Julian ist voll Kite Infiziert und hat seine ersten fünf Meter auf dem Kite Board gestanden. Hehehe! Und ich. Ich auch. Dann ist der Wind weg und die Sonne im Westen neigt sich dem Horizont zu. Mit dem Rest der Familie verlegen wir per Beiboot an den Strand und in die Dünen. Julian fotografiert den wunderschönen roten Mond. Langzeitbelichtung mit Stativ. Auch wenn wir in den folgenden Stunden nur die Hälfte der Mondfinsternis erleben können. Dafür wie gewohnt ohne eine Wolke am Himmel. Für morgen ist wieder Wind angesagt am Nachmittag. Der Levante setzt ein, sogar hier in der Lagune von Faro. Was für ein Glück. Das läßt das Kiterherz höher schlagen.

Mitsegeln auf der Marlin!

CREW 49 Faro – La Palma (Kanarische Inseln) 29.09.18 – 18.10.18CREW 50 La Palma (Kanarische Inseln) – Kapverdische Inseln Rundtour 27.10.2018 – 15.11.18CREW 51 Kapverdische Skippertraining 24.11.2018 – 06.12.19CREW 52 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19
Danach geht es in der Karibik weiter. Im März im Antillenbogen nach Guadeloupe und im Mai zu den Bermudas und über den Atlantik zu den Azoren. 2019 geht es dann Rund England. Na? Lust mit zu segeln und den Platz schon mal zu reservieren?Mensch wir freuen uns auf auf dich, der die du mitsegeln willst.
Buche Deinen Platz hier: www.marlin-expeditions.com

Les Sables d´Olonne – Stimmungen

KURZWEILIG – HEISS – UND AUGENSCHMAUS

LSO – Stimmungen

Les Sables d´Olonne – Stimmungen

KURZWEILIG – HEISS – UND AUGENSCHMAUS

LSO – Stimmungen

Weiter geht’s nach Otavalo

Do.,19.Jul.18, Ecuador/Otavalo, Tag 1510, 13.337 sm von HH

 Im Prinzip sind es nur zwei Stunden Busfahrt nach Otavalo, wenn da nicht Quito im Weg wäre. Durch die Wurstform der Stadt müssen wir uns einmal längs durch die Stadt, zum Nordzipfel, durch quälen. Das geht mit dem Taxi – überdurchschnittlich teuer in Quito – oder mit dem Bus. Die in Nord-Süd-Richtung pendelnden Doppel-Ziehharmonika-Busse haben eigene Spuren und sind dadurch wahrscheinlich sogar schneller als ein Taxi. Somit wählen wir den Bus.
300 Meter zu Fuß zur richtigen Buslinie, einmal umsteigen und kaum dass über eine Stunde um ist, sind wir am richtigen Busterminal nach Otavalo.

Für unglaubliche 25 Cent pro Person kommt man quer durch Quito.
Dabei stellen wir fest, dass wir gleich bei Ankunft in Quito schon übers Ohr gehauen wurden. Am Südterminal hat uns die Tante am Ticketschalter doch glatt 2,50 USD abgeknöpft. Wir haben nichts gemerkt, denn der Betrag ist ja noch immer niedrig. Dass wir nur eine Quittung über 0,50 USD bekommen haben, hat uns nicht gewundert, solche Sachen passieren in Südamerika. Zwei Dollar sind da wohl in die Tasche der Lady gewandert. Wenn die das bei jedem Trottel macht, der doof nachfragt, was es kostet, satt 50 Cent auf den Tisch zu knallen, hat sie ein gutes Nebengeschäft. Dieses Quito…

Am frühen Nachmittag erreichen wir dann Otavalo auf 2.500 Metern Höhe.
Eine nette Kleinstadt mit 50.000 Einwohnern, keine Hektik, wenig Autos und Menschen. Jetzt fällt richtig auf, wie laut und wuselig Quito ist. Uns gefällt es spontan so gut, dass wir drei vorgebuchte Nächte gleich um eine Nacht verlängern. Otavalo ist bekannt für seinen Samstagsmarkt und für die Kraterlagune Cuicotcha, um die ein Wanderweg führt, für den wir gestern trainiert haben.

Otavalo ist so gemütlich, dass man auf den Schienen spazieren gehen kann

Otavalo ist so gemütlich, dass man auf den Schienen spazieren gehen kann

Kleinstadtidylle

Kleinstadtidylle

 

Das Wahrzeichen von Otavalo ist der erloschene Vulkan Imbambura (4.610 m), der eigentlich immer von Wolken umhüllt sein soll und deshalb bei der indigenen Bevölkerung als heilig gilt. An unserem ersten Abend zeigt er sich unheilig ohne Wolken.

Vulkan Imbambura

Vulkan Imbambura

Urlaub fällt flach

Heiß ist es, Wasser fehlt überall!

Da gerade fast alle unter der Hitze leiden, brauche ich ja nicht lang und breit berichten. Nur soviel: Nomade sitzt so gut wie fest. Am Liegeplatz ist noch ne Handbreit Wasser unterm Kiel, aus dem Hafen würden wir allerdings nicht mehr kommen.

Da Sabrina seit heute Urlaub hat und es momentan so aussieht, als ändert sich in der nächsten Zeit nichts an der jetzigen Situation, haben wir kurzfristig umgeplant. Der Urlaub mit Nomade fällt zwar flach, aber wir haben ja noch unsere Räder. In Kürze mehr…

Yachthafen Wesel

Morgens um sechs ist die Welt einfach in Ordnung

Morgens um sechs ist die Welt einfach in Ordnung

Sunrise Time

“Habt ihr eigentlich mal eine Wolke gesehen in den letzten zwei Wochen?“ Julian und ich, wir schauen uns mit Stirnrunzeln an. „Ne. Eigentlich nicht!“ Es ist wirklich so. Nun schon seit drei Wochen haben wir keine einzige Wolke am Himmel gesehen. Die Sonnenauf- und Untergänge sind einfach der Hit. Ich bin eher der Frühaufsteher, mache mein LUNATRONIC und MARLIN Office. Mails, Telefonate etc. Vormittags bekommt die MARLIN Liebe, Erledigungen am großen Land, Olaho. Ab Mittag Erlebnisse die meist mit Wasser zu tun haben in der Nähe des kleinen Landes, Culatra. Wakebord, Strand, Kite und neuerdings steht nun Maya auf dem Surfbord unserer spanischen Segelfreunde, die ganz zufällig um die Ecke aufgetaucht sind. Na so was. Die Abende ende meist mit Kochen. „Und schon wieder ist ein Tag vorbei“, meint Julian mit einem Glas Rotem in der Hand. Ja. Das ist Leben. Ein Leben, ein bisschen anders als in der Heimat. Schöner? Nicht unbedingt. Anders halt. Boatlife! Dem füge ich heute einfach mal nichts hinzu. Es geht uns allen sehr gut. Sehr gut.

Mitsegeln auf der Marlin!

CREW 47 Faro – Azoren 25.8.2018 – 06.09.2018
CREW 48 Azoren – Faro 15.09.2018 – 27.09.2018
CREW 49 Faro – La Palma (Kanarische Inseln) 29.09.18 – 18.10.18
CREW 50 La Palma (Kanarische Inseln) – Kapverdische Inseln Rundtour 27.10.2018 – 15.11.18
CREW 51 Kapverdische Skippertraining 24.11.2018 – 06.12.19
CREW 52 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19

Danach geht es in der Karibik weiter. Im März im Antillenbogen nach Guadeloupe und im Mai zu den Bermudas und über den Atlantik zu den Azoren. 2019 geht es dann Rund England. Na? Lust mit zu segeln und den Platz schon mal zu reservieren?

Mensch wir freuen uns auf auf dich, der die du mitsegeln willst.
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