Monatsarchive: Mai 2018

Dreimal Invictus auf dem Lago Iseo

Es ist immer ein Vergnügen, gute Boote in schöner Umgebung, bei gutem Wetter und in angenehmer Gesellschaft zu testen. Nach dem letztjährigen Test-Event von Invictus in Porto Adriano auf Mallorca haben die italienischen Bootsbauer dieses Frühjahr zu Probefahrten mit Designchef Christian Grande ins eigene Heimatland eingeladen – an den Lago Iseo, dem Hausrevier der legendären klassischen Riva-Motorboote.

Drei neue Bootsmodelle, die Invictus seit dieser Saison im Programm hat, liegen für uns zum Testen am Steg. Angereist sind neben der Crew von float viele Juroren des Best of Boats Awards. Im November 2017 war die Invictus 370 GT als bestes Motorboot des Jahres 2017 in der Kategorie Best for Fun ausgezeichnet worden. Wir sind die Invictus 370 GT als Test gefahren und waren angetan vom schönen Layout, der qualitativ hochwertigen Verarbeitung und überzeugender Performance.

Zwei zum Sonnen, eins zum Angeln

Nun also als etwas kleinere Premieren die Invictus 280 CX und 250 CX und als kleinstes Modell die Invictus 200 HX, die wir alle in nächster Zeit ausführlich vorstellen werden. Die Buchstabenkürzel der Neuheiten stehen für den Zweck: CX zum Sonnen, HX fürs Angeln. Und alle drei sind fürs schnelle Fahren gemacht – ohne Krach, mit viel Komfort.

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Die beiden CX-Modelle sind Mittelkonsole-Boote, jeweils mit großem Sonnenpolster am Bug und einer Doppelkajüte unter Deck. Solche Overnighter (wobei faktisch kaum jemand an Bord übernachtet) werden heute häufig mit Außenbordmotoren ausgerüstet. Bei Invictus jedoch sind beide Boote mit Einzel-Innenbordern und Z-Antrieb motorisiert. Zu haben sind die Boote mit Diesel- und Benzinmotoren, die eine maximale Leistung von 350 PS (für das größere Modell) und 250 PS für die kleinere Invictus 250 CX bieten.

Rein äußerlich ist der Hauptunterschied zwischen den beiden CX neben der Rumpflänge eine separate Kabine für die Toilette bei der größeren Invictus 280 CX. Was die Fahreigenschaften betrifft, trennen die beiden CX-Boote Welten. Mehr dazu in Kürze im ausführlichen Test beider Boote.

Invictus 200 HX

Christian Grande auf der Invictus 200 HX© Kerstin Zillmer

Italienisches Design für Sportangler?

Interessanter als die CX-Sonnenboote mit Z-Antrieb ist meiner Ansicht nach die Invictus 200 HX, die erstmals zur boot Düsseldorf 2018 vorgestellt wurde. Das 20 Fuß kurze Boot ist mit einem Außenbordmotor mit 150 PS Leistung ausgestattet. Es wirkt wie die Kreuzung eines (soliden und strapazierbaren) Sportfischerboots und eines kompakten Beginner-Boots mit Invictus-typisch eleganter Gestaltung. Italienisches Design für Sportangler?

Es ist nicht leicht, ein Boot zu gestalten, das sowohl robust ist als auch den Stil eines Glamour-Boots besitzt. Aber wie ich vor ein paar Tagen am Lago Iseo gesehen habe: Es ist möglich. Und was noch wichtiger ist: Das Boot fährt wirklich gut. Die Invictus 200 HX war das Lieblingsboot der Juroren des Best of Boats Awards bei diesem Testevent.

Das zweite Design

Alle Invictus-Boote werden von Christian Grande entworfen. Der Bootsdesigner und Miteigner gibt den Booten eine spezielle, sehr italienische Design-Handschrift. Im float-Interview vor einem Jahr sagte er: „Ich wollte eine Form mit starker Identität, unverwechselbar im Stil. Ich habe mich sehr um die Linien gekümmert, damit das Licht auf eine diskrete und elegante Weise an den Kanten entlang gleitet.“

Was geschieht, wenn ein gut gestaltetes Boot wie die Invictus 370 GT von einem zweiten kreativen Geist bearbeitet wird, zeigt die Einzelanfertiung, die wir am Rande des Events kennenlernen – allerdings nicht auf dem Wasser. Die Sonderedition der Modeschöpferin Anna Fendi kommt mit einer kompletten neuen Inneneinrichtung. Die Designmotive, die Anna Fendi anderen Produkten wie Lederwaren und Reisetaschen entlehnt hat, geben dem 37-Fuß-Boot einen völlig neuen Look. Das muss man gesehen haben.

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Die Wartung der Sicherheitsausrüstung

Mi., 30.Mai 2018, Panama/Las Perlas – Contadora, Tag 1460, 12.560 sm von HH

Rettungsinsel, Rettungswesten und Feuerlöschanlage – so eine Wartung dauert normalerweise Stunden und Fachfirmen sind erforderlich. Eine komplette Wartung dauert auf Atanga grade 10 Minuten. Macht die Crew selber. Ein Edding und spitze Fingernägel sind alles, was wir brauchen.

Wir befinden uns in den Vorbereitungen für Ecuador. Ecuador soll bei der Einreise von Yachten etwas pingelig sein. Auch Segelboote werden nach ‚Solas‘ kontrolliert. Safety of Life at Sea.
‚Solas‘ ist eine Vereinbarung der UN, die nach dem Untergang der Titanic ins Leben gerufen wurde. Anwendung finden diese Regeln überwiegend für die Berufsschifffahrt.

Unsere Rettungsinsel: abgelaufen 2016. Eine Wartung unterwegs bot sich bislang nur in Kolumbien an. Aus Sicherheitsgründen haben wir darauf verzichtet. Im Internet finden sich viele Berichte, dass man die Rettungsinsel schlechter wieder bekommt als man sie abgibt.
Eine Wartung in Deutschland, kurz vor unserer Abreise, bescheinigte damals ein tadelloses Auslösen der Insel, trotz einer Wartungsüberschreitung von mehreren Jahren. Wir fühlen uns somit sicher.

Die Behörden in Ecuador sollen schon darauf bestanden haben, dass abgelaufene Ausrüstungsgegenstände getauscht werden. Besser sei es, einen Gegenstand gar nicht zu haben als mit falschem Datum. Na, wenn das so ist. Nichts leichter als das. Die alten Prüf-Etiketten sind schnell abgepuhlt. Mit Edding kommt ein neues Siegel bis 2/2020 drauf, Handzeichen drunter, schon fertig.

Wartung der Rettungsinsel

Wartung der Rettungsinsel – eine Minute Arbeit

Ruhe bis 2-2020 ;-)

Ruhe bis 2-2020 ;-)

Wartung der Rettungsweste ist Sache des Skippers - weg mit verdächtigen Siegeln

Wartung der Rettungsweste ist Sache des Skippers – weg mit verdächtigen Siegeln

Abgelaufene Medikamente und Lebensmittel werden ebenso bemängelt. Kopfschmerztabletten – abgelaufen 2016 – entsorgen wir. Meine letzten zwei Dosen Würstchen – abgelaufen 2015 – verstecke ich. Die sollen unbedingt in die Südsee mit. Vor ein paar Wochen haben wir noch eine Dose gegessen. Alles ta-del-los. Ein Glas Himbeeren und eine Dose Sauerkraut (beides 2017) kommen mit in das Versteck. Wäre ja noch schöner, wenn meine Schätze in den Mülleimer müssten.

Arved Fuchs ist wieder unterwegs

Nachdem der Extremsportler Michael Walther gerade aus Grönland zurück ist, macht sich jetzt Arved Fuchs mit seinem Haikutter „Dagmar Aaen“ auf den Weg in die spektakuläre Landschaft des Nordpolarmeers. Das neue Projekt des 65-Jährigen schließt an das 2015 begonnene Projekt Ocean Change an und soll bis voraussichtlich Oktober 2019 dauern.

Die Expedition führt in Etappen nach Grönland und weiter in die Arktis. Auf seinem alten Traditionssegler will Fuchs mit seiner Reise ein Statement für Umweltschutz und Nachhaltigkeit setzen. Unterstützt wird er dabei von Wissenschaftlern und Energieexperten, die Best-Practice-Beispiele vorstellen und Perspektiven und Lösungsvorschläge aufzeigen wollen. Die Crew wird die Reise dokumentieren und will mit Forschern vor Ort sowie Ortsansässigen ins Gespräch kommen.

Ocean Change

Die Crew bricht in Hamburg auf© Arved Fuchs Expeditionen

Auf seiner Website nennt Arved Fuchs seine Expedition ein „zeitgemäßes modernes Abenteuer mit einem sehr aktuellen und visuell ansprechenden Bezug“. Die als klassische Entdeckungsreise ins Eis angelegte Tour sei getragen von jener „Abenteuerlust, Wissbegierde und Forscherfreude, die Menschen schon immer über die Ozeane getrieben hat.“ Der bekannte Polarforscher, der einst mit Renhold Messner zum Südol unterwegs war, wurde vor wenigen Tagen von der Werner Petersen-Stiftung mit einer außerordentlichen Exzellenzprofessur am Geomar-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel geehrt.

Ocean Change

Die Dagmar Aaen legt in Hamburg ab© Arved Fuchs Expeditionen

Heute morgen ist der klassische Haikutter mit der Expeditionscrew im Hamburger Sportboothafen gestartet. Nächster Stop ist Helgoland, dann führt ihre Tour über den Offshore-Windpark Butendiek vor Sylt zu den Orkneys und den Faroer Inseln und über Island bis zur Eisgrenze an der grönländischen Westküste. Und später weiter in die kanadische Arktis durch den Smith Sound, der Grönland von Kanada trennt. Im September soll es dann, so der Plan, an der kanadischen Küste entlang weiter südwärts gehen.

In der Arktis wollen sich die Wissenschaftler an Bord mit dem Thema erneuerbare Energien beschäftigen. Wie sehen die technischen Lösungsansätze vor Ort aus? Kooperieren will das Fuchs-Team dafür mit Energieunternehmen, Stiftungen und Regierungsvertretern. Ein Teil der geplanten Dokumentation ist der Vergleich von einst und jetzt anhand alter Fotos und aktueller Aufnahmen, um so Veränderungen in der Arktis zu belegen.

Die „Dagmar Aaen“ ist für das Abenteuer bestens ausgerüstet, so Arved Fuchs, und die Crew sei auf die schwierigen Wetterbedingungen und navigatorische Herausforderung im Geiste des Umweltschutzes vorbereitet.

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Day of the Bay in Berlin

Am 1. und 2. Juni wird der Berliner Wannsee zum vierten Mal zum Testbecken für alle, die aufs Wasser wollen. Nicht sieben, sondern 14 Wassersportarten können auf einen Streich am Freitag und Samstag ausprobiert werden. Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben an beiden Tagen Gelegenheit auszuprobieren, welche Sportarten ihnen auf, am oder im Wasser am meisten Spaß machen – und das kostenfrei.

Day of the Bay

Alle aufs Brett© Boot & Fun Berlin

Insgesamt 29 Wassersport-Verbände und Vereine laden zum Ausprobieren ein und präsentieren ihre Sportangebote an der Klaren Lanke auf dem Gelände des Seglervereins 1903 e.V. Neben der Messe Boot & Fun Berlin, dem Senat von Berlin und dem Berliner Segler-Verband ist auch der Landessportbund Berlin in diesem Jahr Mitveranstalter. Der „Day of the Bay“ sei momentan die erfolgreichste Nachwuchsveranstaltung für den Wassersport in Deutschland, heißt es von der federführenden Boot & Fun: Es gibt bereits 450 Voranmeldungen von Schülerinnen und Schülern vor dem Start der Veranstaltung am kommenden Wochenende. Daniel Barkowski, Projektleiter der Boot & Fun Berlin über die Veranstaltung:

„Der ‚Day of the Bay‘ hat sich aus unserer Aktion ‚Trau dich aufs Wasser‘ entwickelt, mit der wir den Segelvereinen helfen wollten, Nachwuchs zu gewinnen. Inzwischen haben wir aber das Angebot an Wassersportarten deutlich erweitert.“

Day of the Bay

Projektleiter© Boot&Fun

14 auf einen Streich

Zum ersten Mal Segel setzen oder sich beim Windsurfing mal so richtig reinhängen? Beim Day of the Bay ist das möglich. Wer viel Kraft in den Armen hat, wirft danach Tore beim Wasserball. Wer es lieber ruhiger angehen lassen möchte, kann zum Stand-Up-Paddling aufs Brett steigen. Wer das schon kann, macht gleich beim SUP-Polo mit. Im Boot geht natürlich auch. Entweder mit dem Kanu oder Kajak paddeln oder im Ruderboot und kräftig über den Wannsee pullen. Wer es gerne noch sportlicher hat, macht mit beim Kanupolo. Wer ganz schnell schnell auf dem Wasser unterwegs sein möchte, übt mit dem Schlauchboot einen Parcours zu fahren.

Alle, die lieber trockene Füsse behalten möchten, können sich mit der Angel beim Castingsport beweisen und beim Fliegenfischen die Angel auswerfen. Medizinisch Interessierte erleben die Arbeit der Wasserrettung live oder dürfen selbst das Retten üben. Beim Modellbootfahren können auch Erwachsene mal wieder Kind sein.

Wer die angebotenen Wassersportarten nicht gleich selbst ausprobieren möchte, kann sie sich bei den Präsentationen an den Ständen der Vereine erklären zu lassen.

Day of the Bay

29 Vereine präsentieren sich beim Day of the Bay© Boot&Fun

Das komplette Programm mit allen Sportarten und teilnehmenden Vereinen gibt es vorab zum Herunterladen auf der eigens eingerichteten Day of the Bay-Website.

Mitmachen

Alle können mitmachen. Schulklassen und Gruppen werden um Anmeldung gebeten, damit ausreichend Testgeräte zur Verfügung stehen. Badesachen und Handtücher nicht vergessen! Hunde dürfen leider nicht mitgebracht werden.

Essen und Trinken

Besucher können sich in der Gastronomie oder am Grill auf der Terrasse stärken.

Hinkommen

Das wunderschöne Gelände des Seglervereins 1903 e.V. liegt am Wannseebadweg 40, 14129 Berlin, nahe dem Strandbad Wannsee (S-Bahnhof Wannsee).

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Bulgarien, Serbien, und ein vorsichtiger Plan

Mittlerweile dusche ich während der Fahrt, mache Essen im 5-Sekunden-Rhythmus und tippe im „Critical Sector Aljmas“ an diesem Beitrag. 5 Sekunden tippen, steuern, 5 Sekunden tippen… steuern, 5 Sekunden duschen, Echolot…

Die Festplatte ist voll mit digitalen Fotos und Filmmaterial, analoge Filme wandern ebenfalls ins Archiv. Zwischen 8 und 14 Stunden fahre ich täglich und seit Istanbul habe ich erst an einem Tag eine richtige Pause gemacht. Das war in Veliko Gradiste, weil am geplanten Abfahrtstag Windstärke 8 gegen den Strom stand. Ich habe mich selten so über Sturm gefreut!
Seit 3 Tagen liefere ich mir ein „Rennen“ mit dem Schubverband ALEKSEY IVLEV und habe vor kurzem zum ersten Mal mehr als 100 Kilometer gegen den Strom an einem Tag geschafft.

Also, um es kurz zu machen: Bulgarien, die Walachei, das Eiserne Tor, die Naturlandschaft der Donau, die vielen Begegnungen, die Geschichten über Dracula, warum ich von der Polizei zum Supermarkt gefahren wurde, all das werde ich hier überspringen (müssen)!
Ihr habt es am letzten Beitrag über Rumänien gemerkt, es gibt viel zu erzählen. Zum Bilder sichten, bearbeiten und einbetten bin ich nicht einmal gekommen.

Ihr wisst ja, dass es einen Film geben wird. Die Geschichten werden also erzählt werden, nur wird das noch eine Weile dauern…

Jetzt geht es für mich vor allem darum, vorwärts zu kommen.

Was ich zumindest hier schon mal kurz sagen will:

Bulgarien war Klasse! Ich habe dort unglaublich viel Gutes erlebt!

Dann kam Serbien. Von Serbien wusste ich vor dieser Reise so gut wie nichts. Ich habe es ähnlich wie vor meiner Reise in die Türkei gemacht und mich bewusst überraschen lassen.
Die Menschen in Serbien, sie haben mich wirklich überrascht, auf eine positive und herzliche Art, wie ich es selten zuvor erlebt habe!
In Veliko Gradiste wäre ich gerne noch länger geblieben, viel länger. Auf diese Erlebnisse dürft ihr euch jetzt schon freuen.

Und ich freue mich, nach ein paar Tagen vor Anker, jetzt über den Hafen von Apatin. Hier stehen Wartungsarbeiten, Diesel bunkern und Einkaufen auf dem Plan, bevor es weiter nach Ungarn geht.

Und nun noch etwas zum vorsichtigen Plan:

Welchen Weg ich verfolge, dürfte mittlerweile klar sein, auch wenn ich bisher noch nichts weiter dazu gesagt habe. Donau → Main-Donau-Kanal → Main → Rhein.
Die Donau endet für mich in Kehlheim. Ja, sie endet dort und nicht etwa am Schwarzen Meer. Die Donau macht nämlich, im Gegensatz zu allen anderen europäischen Flüssen, eine Ausnahme. Die Kilometer werden von der Mündung zur Quelle gezählt und nicht andersherum.
Sulina am Schwarzen Meer hat Kilometer 0 und Kehlheim Kilometer 2415. Mein Zielhafen liegt wenige Kilometer vor Kehlheim. Bis dort sind es von Apatin noch ziemlich genau 1000 Kilometer. Immer noch ein langer Weg, aber es wird langsam überschaubar. Noch 248km bis Budapest, noch 462km bis Bratislava, noch 528km bis Wien.
Wenn der Volvo weiter so gut läuft, wenn wir nicht von Hoch- oder Niedrigwasser aufgehalten werden und mich nicht der Blitz trifft, dann ist für mich in Kehlheim das Einhandseglerleben vorbei!
Dann werde ich Nomade dort für ein paar Tage zurücklassen, nach Hause fahren und mit Sabrina und Filou ab Ende Juli zusammen die Reise von Kehlheim bis nach Wesel fortsetzen.
Das ist für mich das große Ziel und Motivation, hier vorwärts zu kommen. Darauf freue ich mich riesig!

Worauf ich mich ebenfalls freue, sind die Einladungen, die jetzt so langsam greifbar werden. Die erste kam bereits vor langer Zeit aus Ungarn, dann Wien (mittlerweile zwei Einladungen), und noch eine aus Forchheim.

Wenn es gelingt, mit Nomade im Sommer in Wesel anzulegen, dann würden wir euch (Leser, Zuschauer, Freunde) gerne am Ankunftstag einladen: Zu einem Glas Sekt oder einem Bier am Steg!
Anschließend können wir zusammen noch der gemütlichen Kneipe im Yachthafen einen Besuch abstatten.

Um das besser planen zu können, werden wir ab Kehlheim einen Termin nennen und alle Interessierten bitten, sich dann kurz per Mail zu melden.

Mallorca – Die vergessene Insel: Ankern im wilden Gebirge.

Mitte Mai bin ich für mein nächstes Buchprojekt von Sizilien aus Richtung Westen aufgebrochen. Unter dem Titel AN EUROPAS KÜSTEN werde ich in den kommenden 6-7 Monaten von dem berichten, was mir in diesem Sommer auf meinem fast 4.000 Kilometer langen Weg um die Süd- und Westküste Europas alles begegnet. 
Heute: Unterwegs auf Levje im äußersten Nordosten Mallorcas.
Der markante Fels in die Einfahrt in die Cala Boquer im Morgenlicht – wie ein nach Beute schnappender Walhai.
Kennt man eine Sache wirklich, die man zu kennen meint? Den Menschen, neben dem wir jahrzehntelang leben? Das Fahrzeug, in das wir uns seit sieben Jahren jeden Morgen setzen? Eine Insel, auf der man schon 15 mal war und die man in und auswendig zu kennen meint?

Oft werde ich in Interviews wie am vergangenen Samstag gefragt: „Auf dem Cover der VERGESSENEN INSELN ist die Insel Mallorca abgebildet. Das ist doch keine vergessene Insel?“ Natürlich nicht. Vielleicht geht es im Leben (wie in meinem Buch) um die Kunst, das Unbekannte genau in dem wiederzufinden, was wir alle doch so gut zu kennen meinen. An dem Ort, an dem wir leben. Auf einer Insel. In unserem eigenen Leben.

Mallorca meinen wir gut zu kennen. Schließt man die Augen und lässt man den Namen über die Zunge rutschen, hat man auch gleich ein Bild von der Insel im Kopf. Doch Mallorca kann etwas ganz anderes sein. 

Irgendwann, so wie jetzt, wenn das Wetter sehr durchwachsen ist, hält es einen nicht mehr im Hafen. Die Hafenliegerei unter wolkenschwerem grauen Himmel geht auf die Nerven. Es zieht mich hinaus, durchwachsenes Wetter hin oder her. Der Tag war grau. Die Wolken schwer. Also raus. Ziel: Cala Boquer.

Sie liegt, wo Mallorcas Bergregion anfängt: Ganz im Nordosten der Insel, wo die Sierra de Tramuntana beginnt, jener Gebirgszug, der wie eine massive Wand den Norden der Insel Mallorca entlangzieht. Gleich hinter dem Cap Formentor. Drei Stunden Fahrt von Port de Pollenca aus.

Cala: Das Wort gibt es nur im westlichen Mittelmeer. Es bedeutet“in den Fels einer Steilküste geschnittene Sandbucht“. Aber das wäre für die Cala Boquer untertrieben. Als die Einfahrt in die Cala im regenverhangenen Grau vor uns auftaucht, sieht der Fels mit der riesigen Höhle vor uns aus wie ein Walhai, der aus dem Wasser auftaucht und nach Beute schnappt. Als wir weiter in die Cala einlaufen, finden wir anders als erwartet nicht Felsgrund, sondern auf sechs Metern reinen Sand zum Ankern. Also runter mit dem Anker. Und staunen.




Wir ankern hier in der rauen Bergeinsamkeit. Falken rufen aus steilen Wand links. Ein Zicklein schreit die Nacht über aus der Steilwand nach seiner Mutter. Und sonst? Nur Vogelgezwitscher.

Und: Wand, die irgendwelche Erdkräfte nach oben getrieben haben, so dass sie heute aussieht, als hätte ein Bäcker einen Laib Brot durch eine Brotschneidemaschine gejagt und in regelmäßige Scheiben zerteilt. 


Eine Felswand, die sich wie eine Schiefertafel steil aus dem Meer erhebt, über und über bedeckt mit vertikalen Riefen und Runen, die nur darauf warten, endlich entziffert zu werden. 


Die beiden Steinreihen am Ufer, die aus dem Wasser aufragen wie die Ornamente auf dem Rücken eines Riesenechse. 

Katrin fragt, ob ich hier nicht Angst hätte, so ganz allein, in der Bergeinsamkeit. Zugegeben: Die Cala Boquer ist ein unwirtlicher Ort. Doch merkwürdigerweise begreife ich an Orten wie diesen viel über mich. Woher ich komme. Wohin ich gehe, wenn ich auf die Runen in der Felswand der Cala Boquer schaue. Alles und jedes an diesem Ort ist so alt, so mächtig, die Felsblöcke so riesenhaft und majestätisch, dass ich mich ganz klein darin fühle. Winzig. Verloren. Und doch eingebettet und gehalten als Teil des mächtigen großen Ganzen.

Jeder von uns hat einen Ort, an dem er sich zugehörig fühlt zur Welt, an dem er sich empfindet als Teil des großen Ganzen, als Teil dieser Welt. Für manchen ist das ein Ort in der Stadt. Ein Cafe. Ein Stadion. Das Getriebe einer lärmenden Stadt. Wieder andere empfinden sich auf dem Gipfel eines Berges. Für mich ist es ein Ort wie die Cala Boquer. Wild. Einsam. Unendlich überlegen. Unauslotbar gleichgültig gegenüber mir winzigem Wesen und all dem, was mich umtreibt.

Wie gleichgültig, das zeigt die Cala Boquer nachts um zwei. Da zeigt die Cala Boquer die Zähne: Fallböen aus Westen reißen mich Nachts aus dem Schlaf. Benommen torkle ich ins Cockpit. Es pfeifft erst mit 20, dann mit 25 Knoten aus der Dunkelheit heran. Levje schwingt mächtig an der langen Ankerkette – also mal wieder Ankerwache gehen. „Herr, lass es nicht mehr werden!“Wir haben zwar genug Ankerkette gesteckt, ich bin am Nachmittag noch schwimmend an den Quallen vorbei zum Anker geschnorchelt, der gut in den Sandgrund eingefahren ist. Das ist immer eine Beruhigung. 

Die Wolken jagen vor dem Vollmond vorbei, plötzlich hat ihn das große Grau verschluckt, als die nächsten Böen heranpfeiffen. Ich sorge mich etwas um mein Schiff und beobachte zwei Stunden im Cockpit, wie die harten Böen durch das Tal zu Levje herunterpfeiffen. Dann treibt mich die Müdigkeit in meine Koje. Ich überlasse mich dem großen Ganzen, das so viel größer ist als ich. Und schlafe friedlich ein, während die Böen Levje in der engen Bucht tanzen lassen.
Am Morgen tanzen die Böen immer noch durch die Schlucht wie durch eine Trillerpfeife. Gar mancher würde sagen: Wozu das alles, die Mühen, die Anstrengung, das sich-die-Nacht-im-zugigen-Cockpit-um-die-Ohren-schlagen. Doch ich verlasse diesen Ort unendlich reicher, als ich kam.
Übrigens: Die Cala Boquer kann man auch zu Fuß erreichen. Sie liegt nur eine Stunde Wanderung durch ein reizvolles Tal im Norden von Port de Pollenca. Nur den auftauchenden Walhai, der nach Beute schnappt: Den kann man nur vom Meer aus erkennen.

Leo bekommt eine neue Säge

Leo bekommt eine neue Säge

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Ankerfall Horta

ANGEKOMMEN

Nach insgesamt 3.100 Meilen seit Cuba ist der Anker heute Morgen um 4:00 ins Hafenbecken von Horta gefallen. Plumps. Genau da wo wir schon 2014 geankert haben. Die Steinpier ist voll mit Booten, die im Päckchen liegen. Hat Wnuki natürlich keinen Bock drauf. Dann heißt es Tassen hoch. Cafe Peter Sport hat natürlich schon zu und mit die Fantastischen Fünf sitzen unter Sternen mit fast Vollmond und klarer Sicht auf den Pico gegenüber. Selten ist das, dass der keinen Hut trägt. Ja. Mann. Wir sind angekommen. Unglaublich. Wieder mal ne lange Reise. Eigentlich will ich gar nicht, dass sie nun zu Ende geht. Ein Trost habe ich ja noch: Hana und Helen bleiben mir erhalten und nachher kommt auch schon Ersatz. Torsten, Jana und Torsten kommen an Bord.

Ganz ehrlich. Alles nen bisschen viel Traffic für mich. Morgen muss ich mal alleine spazieren gehen.

 

Plastik ersetzen!

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Folge 14 – Von Arkösund nach Nynäshamn

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Folge 13 – Von Västervik bis Arkösund


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Die wundersamen Segelgeschichten der Piraten

So., 27.Mai 2018, Panama/Las Perlas – Contadora, Tag 1457, 12.560 sm von HH

Seit wir in der Karibik angekommen sind, finden wir sie, die Berichte über Piraten.
Wo wir auch hinkommen, Captain Morgan und seine Kollegen waren schon vor uns da. Man segelte vergnügt die Inseln auf und ab, man traf sich vor Providencia, man überfiel gemeinsam Panama City und die Beute kam nach Jamaika. Gemeinsam ging es auf die Bahamas und der ein oder andere Freibeuter kehrte zwischendurch nach Europa zurück. Einige freiwillig, andere an den Galgen.
Das Ganze liest sich locker leicht. Segel hoch und los.

Sind das alles Fake-News? Alles erfunden?
Immer wieder staunen wir über die Berichte während wir auf richtigen Wind warten und die zu segelnde Strecke als unlösbares Problem vor uns liegt.
Wie haben die das bloß gemacht? Moderne Segelschiffe können deutlich höher am Wind segeln als die alten Karavellen oder Galeonen. Letzte gelten zwar als wendige kleine Kriegsschiffe, die gerne von Piraten genutzt wurden, aber Wende-Wunder waren es nicht. Trotzdem gibt es keine Strecke, die damals nicht gesegelt wurde.

In der Shelterbay trafen wir eine Männercrew auf einem 57 Fuß Schiff. Die wollten von Panama nach Grenada segeln. Eine typische Piraten-Route, glaubt man den Geschichten. Die Jungs kamen nach vier Tagen in die Marina zurück. Keine Chance. Gegen Wind und Welle sind sie vor Kolumbien rückwärts gesegelt.
Okay, vielleicht war es eine Weichei-Männercrew. Moderne Bauspar-Männer und Balkonblumen-Gießer. Keine harten Raubeine mit Augenklappe und der Fähigkeit schon zum Frühstück einen Viertel Liter Rum zu saufen. Geschenkt. Aber komisch ist es schon. Die Zweifel an den alten Stories verdichten sich.

Die Geschichten der Pazifik-Seite sind eine Klasse für sich.
Nachdem Balboa 1513 das ‚Südmeer‘ entdeckte, fackelten die Spanier nicht lange. Die Gründung Panama Citys erfolgte 1519, erste Schiffe wurden auf dieser Seite des Kontinents gebaut und bereits 1526 erreichte Francisco Pizarro auf eigenem Kiel Peru. 1533 war der letzte Herrscher des Inkareiches getötet und das Reich seinem Untergang geweiht.
Das geraubte Gold der Inkas wurde nach Panama City verschifft und rief schnell die ersten Piraten auf den Plan, die Raubzüge im Pazifik auf dieses Gold unternahmen.

Aber wie haben die das gemacht? In der Bucht von Panama gibt es keinen Wind. Zumindest keinen, der länger als zwei Stunden anhält. Und der wenige Wind, den es gibt, der kommt aus Süden. Und im Süden gab es das Gold.
Die Segelfachliteratur von Jimmy Cornell sagt: „Alle Törns von Panama Richtung Süden sind sehr schwierig durchzuführen. [] Bei Flauten und Schwachwind muss man unter Motor fahren, um gegen den starken nach Nord setzenden Strom anzukommen.“

Na, erzähl das mal dem alten Captain Morgan oder den Konquistadoren – die hätten gerne einen Motor gehabt. Die alten Schiffe konnten nicht eigenständig gerudert werden. Mit Beibooten wurden sie rudernd in einen Hafen oder eine windstille Bucht gezogen. Bei bis zu 120 Tonnen Verdrängung kein Vergnügen und schon gar keine Möglichkeit, das über längere Distanzen durchzuhalten.

Aber sowohl Konquistadoren als auch Piraten sind munter die Westküste Amerikas auf- und abgesegelt. Bei den Überfällen soll weniger geschossen worden sein als man es aus Filmen kennt. Eine beliebte Taktik war es, dass sich der Pirat hinter einer Landzunge versteckte, um „überfallartig auf das Ziel zuzufahren und es zu entern.“
Auf den windlosen Las Perlas kann diese Taktik nicht erfunden worden sein. Wenn man den Anker lichtet, treibt einen der Ebbstrom höchstens weiter weg vom Opfer

Die tollste Geschichte erzählt man sich über Edward Davis. Er soll seinen erbeuteten Schatz auf den Islas de Cocos – vor Costa-Rica- versteckt haben. Auf Jamaika lebte er in Saus und Braus und wenn ihm das Geld ausging, holte er sich aus seinem Versteck Nachschub.
Er segelte also von Jamaika nach Panama, durchquerte den Isthmus, sprang auf sein zweites Schiff auf der anderen Seite, segelte zu den Kokos-Inseln, buddelte im Sand und kam auf umgekehrtem Weg zurück. :mrgreen:

Und wir sitzen vor unseren modernen Hilfsmittel und auf 400 Litern Diesel und haben ernsthafte Zweifel, dass wir es bis Ecuador schaffen. Pirat müsste man sein.

Alle Segel gebläht, alle fahren in andere Richtungen - aber Toten-Flaute

Die alten Meister spielen mit: Alle Segel gebläht, alle fahren in unterschiedliche Richtungen – aber Toten-Flaute…